Vergangene Ausstellungen

2017

Sprachbilder – Bildersprache. Die Künstler Helene Marcarover und Georg Alexander Mathéy

Plakat zur Ausstellung 

12. Juli 2017 bis 30. September 2017
Ausstellungseröffnung am 11. Juli 2017 um 19.00 Uhr

Die Ausstellung „Sprachbilder – Bildersprache. Die Künstler Helene Marcarover und Georg Alexander Mathéy“ ist in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Kunstgeschichte des Instituts für Kunst- und Baugeschichte an der Fakultät für Architektur des KIT entstanden und präsentiert zwei bislang wenig bekannte Künstlernachlässe aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek.

Die im Zentrum der Ausstellung stehenden Künstler, deren Biographien durch das Erleben beider Weltkriege, Migration und Fremdheit geprägt wurden, setzten sich in ihrem Werk intensiv mit Literatur und Poesie auseinander und transformierten Sprachbilder in eine geeignete Bildersprache. Neben Lebensdokumenten, Tagebüchern und Korrespondenzen umfassen die Nachlässe vorwiegend Zeichnungen, Aquarelle, Buchillustrationen sowie Gedichte und Texte.

Helene Marcarover (1904–1992) beschäftigte sich in erster Linie mit dem Verhältnis des Menschen zur modernen Welt. Im Fokus ihres Schaffens standen melancholisch-expressive Selbstportraits, symbolische Landschaften und religiöse Motive. Der ihr innerhalb der Ausstellung gegenüber gestellte Künstler Georg Alexander Mathéy (1884–1968) setzte zunächst Texte zeitgenössischer Autoren und später eigene Erzählungen graphisch um. Im Verständnis von Design als Sprache entwarf er neben Alltagsgegenständen vor allem zahlreiche Bücher und versah diese mit eindrucksvollen Illustrationen. Seine Darstellungen von Sehnsuchtsräumen des Fremden und Exotischen, die unter anderem im Anschluss an einen mehrjährigen Griechenlandaufenthalt entstanden, machen einen weiteren Schwerpunkt innerhalb der gezeigten Werke aus.

Im Rahmen des Seminars „Graphik aus dem Magazin – Künstlernachlässe der Badischen Landesbibliothek“ erarbeiteten Studentinnen und Studenten des KIT das Ausstellungskonzept.

Als Resultat der Zusammenarbeit von Badischer Landesbibliothek und KIT entstand nicht nur eine kleine Begleitpublikation, die Sie in unserem Shop erwerben können, sondern sie fand aufseiten des KIT auch eine besondere Anerkennung durch die Verleihung des Lehrpreises der Fakultät an Frau Dr. Axtmann.

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier als PDF-Datei.

Aus den Augen, aus dem Sinn – Verschwundene Bauten des Karlsruher Jugendstils, wiederentdeckt in historischen Architekturzeitschriften

Plakat zur Ausstellung

24. März 2017 bis 17. Juni 2017
Ausstellungseröffnung am 23. März 2017 um 19.00 Uhr

Die Stadt Karlsruhe hat immer wieder empfindliche Verluste an historisch wertvoller Bausubstanz erlitten. Kriegszerstörungen, aber auch fehlende Wertschätzung der eigenen Geschichte, der rasche Wandel der architektonischen und städtebaulichen Leitbilder und nicht zuletzt rein wirtschaftliches Denken führten zu Einbußen an Gebäuden von architektonischem Anspruch und stadtbildprägendem Charakter. Das betrifft auch Bauten der für Karlsruhe bedeutsamen Entwicklungsphase der Jahrhundertwende von 1900.

Die Ausstellung des Südwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau (saai) am KIT präsentiert eindrucksvolle Bilddokumente von heute verschwundenen und in Vergessenheit geratenen Bauten des Jugendstils. Man findet sie in Architekturzeitschriften und periodisch erschienenen Mappenwerken – bedeutende Quellen für die Architekturgeschichte jener Zeit, die bislang kaum beachtet wurden. Den historischen Aufnahmen werden Fotos der heutigen Nachfolgebauten gegenübergestellt, aufgenommen von den Fotografen Bernd Seeland und Christoph Engel.

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier als PDF-Datei.

2016

Die Macht des Wortes – Reformation und Medienwandel

Plakat zur Ausstellung

23. November 2016 bis 25. Februar 2017
Ausstellungseröffnung am 22. November 2016 um 19.00 Uhr

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation präsentieren die Badische Landesbibliothek und die Evangelische Landeskirche in Baden vom 23. November 2016 bis zum 25. Februar 2017 die gemeinsame Ausstellung „Die Macht des Wortes – Reformation und Medienwandel“, die Auftaktveranstaltung der Feierlichkeiten zu diesem Thema in Karlsruhe ist.

Schwerpunkt der Ausstellung ist die breit gefächerte Reformationstätigkeit, wie sie sich vornehmlich im Medium Buch widerspiegelt. Das Spektrum der hochkarätigen Exponate reicht von Handschriften der Epoche, darunter Autographen von Luther und Melanchthon, über seltene Drucke der Inkunabelzeit und frühe Reformationsschriften bis hin zu Jubiläumsdrucken des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie alle illustrieren die herausragende Rolle des Buches bei der Verbreitung des reformatorischen Gedankenguts.

In mehreren Themenkreisen werden die Entwicklung der reformatorischen Idee, das Wirken Martin Luthers, seiner Vorläufer, Gegner und Mitstreiter und ihre Nachwirkungen anschaulich für den Besucher aufbereitet. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter wissenschaftlicher Katalog mit Beiträgen namhafter Autoren im Verlag Schnell und Steiner, der im Shop der Badischen Landesbibliothek erhältlich ist. Umrahmt wird die Ausstellung von einem breit gefächerten Veranstaltungsprogramm u.a. mit öffentlichen Kuratorenführungen, Lesungen und Vorträgen. 

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier als PDF-Datei.

Das Kochbuch in Baden 1770–1950

1. Juli 2016 bis 15. Oktober 2016
Ausstellungseröffnung am 30. Juni 2016 um 19.00 Uhr

Im Sommer 2016 widmete sich die Badische Landesbibliothek einem Thema, das einen ganz besonderen Aspekt der badischen Lebensart beleuchtet: dem Kochen. Die Ausstellung „Das Kochbuch in Baden 1770–1950“ beginnt mit einem Rückblick auf das 18. Jahrhundert, sie reicht bis zu den Kriegskochbüchern des Ersten Weltkriegs und den zu Marketingzwecken veröffentlichten Kochbüchern der Firmen Maggi in Singen oder Weck in Öflingen. 

Kochbücher werden genutzt und sind zerlesen. Das gilt auch für die Exemplare der Badischen Landesbibliothek, die oft aus Privathaushalten stammen, in denen sie für die Speisenzubereitung tatsächlich verwendet worden sind. Viele der seltenen Bände aus der Zeit ab 1850 sind zudem extrem säuregeschädigt, weil sie zu günstigem Preis verkauft werden sollten und deshalb aus billigem, stark holzschliffhaltigem Papier hergestellt wurden. Hier empfiehlt sich eine Digitalisierung schon deshalb, weil ein Großteil der Bände aufgrund der weit fortgeschrittenen Schädigung bereits nicht mehr entsäuert werden kann und die Inhalte ohne Übertragung in ein anderes Medium nicht dauerhaft erhalten werden können.

Alle urheberrechtsfreien Kochbücher dieser Ausstellung stehen folglich in den Digitalen Sammlungen der BLB zur Verfügung. Sie als interessierte Nutzerin oder neugieriger Koch können online in den Büchern blättern oder auch in den Volltexten recherchieren – versuchen Sie es doch mal mit „Fischotter“ oder „Schnepfe“. Sie werden dabei manches Interessante über die Ernährungsgewohnheiten und Speisezubereitungsverfahren auf badischem Territorium erfahren. Zu beachten ist allerdings die kreative Schreibweise von Speisen wie „Amoletten“ (Omelettes), „Struckeln“ (Strudeln) „Budding“ oder „Grock“. Oder die Benennung von Gemüsesorten wie Karviol (Blumenkohl), Scorzonere (Schwarzwurzel) und Erdbirne (Topinambur). Achtung! Kartoffeln kommen auch unter den Bezeichnungen Tartuffel, Erdapfel, Grundbirne oder Erdbirne vor.

Natürlich können Sie auch ein Rezept zum Nachkochen finden. Manche Gerichte kehren in allen Kochbüchern wieder: Probieren Sie doch mal „Baumwoll-Suppe“, „Hobelspäne“, „Laubfrösche“, „Tabaksrollen“ oder „Reformirten Thee“!

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg hat das Digitalisierungsprojekt insbesondere aufgrund seiner bemerkenswerten Bürgernähe gefördert. Zum virtuellen Katalog der Ausstellung gelangen Sie hier.

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier als PDF-Datei.

Bella Bibliotheca – Kostbarkeiten einer Karlsruher Italiensammlung

26. Februar 2016 bis 18. Juni 2016
Ausstellungseröffnung am 25. Februar 2016 um 19.00 Uhr

Durch die großzügige Schenkung des Karlsruher Sammlers Klaus Gerhard Frank (1930–2015) konnte die Badische Landesbibliothek im Jahr 2015 im Bereich der Inkunabeln und alten Drucke einen bedeutenden Zuwachs verzeichnen. Mehr als 3.000 hochkarätige Werke einer seit den 1970er-Jahren kontinuierlich gewachsenen Rom- und Italiensammlung gelangten in ihren Besitz. Unter den Kostbarkeiten dieser Sammlung finden sich zahlreiche Italienreiseführer vom 16. bis hin zum 19. Jahrhundert, beeindruckende Graphiken sowie Kartenmaterial der Stadt Rom.

Die Ausstellung „Bella Bibliotheca. Kostbarkeiten einer Karlsruher Italiensammlung“ nimmt diese besondere Schenkung zum Anlass, um den Besuchern ab Februar 2016 eine kleine Zusammenstellung von rund 100 Werken aus der Büchersammlung vorzustellen. Die Ausstellung gewährt dabei einen Einblick in die viel beschworene Italiensehnsucht und die immerwährende Faszination der Ewigen Stadt im Laufe der Jahrhunderte. Denn deutsche Gelehrte, Dichter und Künstler haben Italien seit dem 16. Jahrhundert immer wieder aufgrund von sehr unterschiedlichen Beweggründen bereist. Jede Epoche entwarf dabei ihre eigenen Italienbilder, von denen die Ausstellung einige näher vorstellt.

Egal ob eine Inkunabel mit einer der frühesten Darstellungen Venedigs, Traktate italienischer Humanisten wie etwa Flavio Biondo (1392–1463) oder aber der schon von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) auf dessen Italienreise mitgenommene Reiseführer Johann Jacob Volkmanns: all diese Werke lassen sich in der Ausstellung erkunden und wecken die Lust an der Reise in den Süden.

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier als PDF-Datei.

2015

Welterfahrung und Innovation – Epochenwandel in der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts

25. November 2015 bis 19. Januar 2016
Ausstellungseröffnung am 24. November 2016 um 19.00 Uhr

Die Ausstellung „Welterfahrung und Innovation. Epochenwandel in der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts“ präsentiert bedeutende mittelalterliche Handschriften aus den einzigartigen Beständen der Badischen Landesbibliothek. Sie steht im Rahmen eines überregionalen Projekts im deutschen Sprachraum, das die Harvard University zusammen mit dem Handschriftenzentrum der Universität Leipzig koordiniert hat. Es vernetzt Ausstellungen zur Buchmalerei des 15. Jahrhunderts, die in Graz, Karlsruhe, Klosterneuburg, Leipzig, Linz, Luzern, München, Nürnberg, Salzburg, Wien, Wolfenbüttel und Zittau zu sehen sind.

Der Schwerpunkt der Ausstellung in der Badischen Landesbibliothek, die in Kooperation mit der Abteilung Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung am KIT entstanden ist, liegt dabei auf der Darstellung des technischen, wissenschaftstheoretischen und medialen Umbruchs an der Wende vom Mittelalter hin zur Neuzeit, der das Leben der Menschen in jener Zeit vielfach prägte.

Denn zeitgleich mit Johannes Gutenbergs bahnbrechender Erfindung des Buchdrucks ging auch die Produktion von Handschriften fast unvermindert weiter. Die Kunst der Buchmalerei gelangte zu einer letzten Blüte, kostbare Handschriften behielten als Prestigeobjekte weiterhin ihren Reiz. Aus der Gleichzeitigkeit dieser unterschiedlichen Techniken resultierten besondere Mischformen. Nicht selten findet man in den ersten Jahrzehnten des Buchdrucks gedruckte Texte, die nachträglich mit von Hand gemalten Initialen und Schmuckelementen versehen wurden.

In diesem Spannungsfeld von Alt und Neu sowie Wandel und Tradition bewegt sich das ambitionierte Ausstellungsprojekt der Badischen Landesbibliothek, das den Besuchern eine fundierte Auswahl von rund 20 hochkarätigen Exponaten vorstellt. Neben Spitzenstücken wie dem nach 1321 vermutlich in Nordfrankreich entstandenen Breviculum des katalanischen Philosophen und Theologen Raimundus Lullus (1232–1316) und dem persönlichen Reisebericht des Konstanzer Patriziers Konrad Grünenberg (geb. vor 1442, gest. um 1494) finden sich darunter auch unbekanntere Handschriften wie etwa Handbücher zur Kriegskunst, die Sie auch in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek betrachten können.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der im Shop der Badischen Landesbibliothek für 14,80 EUR erhältlich ist.

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier als PDF-Datei.