Projekte

An der Badischen Landesbibliothek werden zahlreiche Projekte in Kooperation mit externen Partnern wie in- und ausländischen Bibliotheken, universitären oder aber außeruniversitären Forschungseinrichtungen realisiert. Sie finden hier eine Übersicht der aktuellen Projekte in den Bereichen 

  • Service
  • Pflichtexemplar
  • Erschließung
  • Provenienzforschung
  • Digitalisierung
  • Bestandserhaltung
Badische Landesbibliothek Karlsruhe

Service

Einführung der Selbstverbuchung

Leitung: Dr. Volker Wittenauer

Wir wollen mehr Zeit für Ihre professionelle Beratung haben und zugleich den Verbuchungsservice für Sie erheblich verbessern. Noch im Jahr 2017 werden wir Ihnen die Selbstverbuchung der ausleihbaren Medien der BLB ermöglichen. 520.000 Medien wurden bis Ende 2016 mit RFID-Etiketten ausgestattet. Zunächst werden nun die Sicherungsgates an den Eingängen installiert, dann werden die Selbstverbuchungsgeräte in Betrieb genommen; zugleich wird im Foyer gebaut, damit Sie rund um die Uhr, auch außerhalb unserer Öffnungszeiten, über den Außenschalter Medien zurückgeben können.

Pflichtexemplar

Pflichtablieferung kommerzieller Netzpublikationen

Leitung: Dr. Felix Geisler

Seit der Novellierung des Pflichtexemplargesetzes im Jahr 2006 unterliegen auch Netzpublikationen dem Pflichtexemplarrecht. Die Realisierung des elektronischen Pflichtexemplars für verlegerische Netzpublikationen ist aufgrund urheberrechtlicher Bestimmungen nur in einem eng gesteckten organisatorisch-technischen Rahmen möglich. Die Integration der Publikationen kommerzieller Verlage in BOA erfordert ein automatisiertes Ablieferungsverfahren ebenso wie ein differenziertes Rechtemanagement für den Endnutzer. Dies ist in einem Vorprojekt erprobt worden und wird jetzt umgesetzt.

Zugriff auf die elektronischen Ausgaben von Tageszeitungen

Leitung: Dr. Felix Geisler

Auf Bundesebene sammelt und archiviert die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) Netzpublikationen. Ihre Sammlung elektronischer Ausgaben von Tageszeitungen (E-Paper) enthält Titel, die auch von der BLB gesammelt werden müssen. Die DNB und die Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken im Deutschen Bibliotheksverband e.V. planen die Einführung einer technischen Lösung zur institutionsübergreifenden Nutzung ablieferungspflichtiger E-Paper-Tageszeitungen im PDF-Format. Die Regionalbibliotheken werden über die so genannte Fensterlösung lesenden Zugriff auf die bei der DNB archivierten und in die jeweilige regionale Ablieferungspflicht fallenden E-Paper erhalten, so dass sie kein eigenes System für die Bereitstellung der digitalen Objekte aufbauen müssen. Die BLB arbeitet mit in diesem Projekt, um Ihnen die elektronischen Tageszeitungen aus Baden vor Ort zur Verfügung stellen zu können. Im November 2017 soll es so weit sein.

Erschließung

Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften (Teil B)

Leitung: Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen, Dr. Christoph Mackert
Ort der Bearbeitung: Handschriftenzentrum der UB Leipzig
Wissenschaftliche Bearbeiterin: Katrin Sturm
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektbeginn: 1. Januar 2015, Projektlaufzeit: bis März 2018

1993 wurde die Handschriftensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen vom Land Baden-Württemberg angekauft und so eine der bedeutendsten historischen Adelsbibliotheken für die Öffentlichkeit bewahrt. Die Handschriften wurden auf die beiden Landesbibliotheken in Stuttgart und Karlsruhe aufgeteilt. Die Badische Landesbibliothek Karlsruhe (BLB) erhielt die deutschsprachigen Stücke sowie einzelne Bände, die mit Karlsruher Provenienzen in Zusammenhang stehen. Ein erstes Projekt zur Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften der BLB, in dem die literarischen Handschriften nach den Richtlinien der DFG katalogisiert wurden, konnte 2013 erfolgreich abgeschlossen werden. In einer zweiten Projektphase werden seit dem 1. Januar 2015 am Handschriftenzentrum Leipzig nun die Handschriften der theologischen Prosa wissenschaftlich aufgearbeitet. Innerhalb einer Laufzeit von vier Jahren und vier Monaten werden insgesamt 72 Signaturen (62 Codices und zehn Fragmente) erschlossen. Die im Projekt entstehenden Handschriftenbeschreibungen und Erschließungsdaten werden kontinuierlich über das zentrale deutsche Handschriftenportal Manuscripta Mediaevalia publiziert. Hier finden Sie auch eine genaue Projektbeschreibung.

Retrokonversion des alphabetischen Katalogs der gedruckten Musikalien (Noten)

Bearbeitung: Janina Späth
Projektstart: 1. Oktober 2014

Der BLB-Notenbestand bis zum Erwerbungsjahr 1993 ist noch nicht vollständig im Katalog plus enthalten und partiell nur über einen Zettelkatalog zu ermitteln. Der Katalog zum Notenbestand mit ca. 32.000 Zetteln wird derzeit in den Online-Katalog des Südwestdeutschen Katalogverbundes konvertiert. Etwa 60% sind bereits fertig bearbeitet.

Erschließung der Schlossbibliothek Baden-Baden

Bearbeitung: Ruth Ackermann
Projektstart: 1. August 2010

Die Schlossbibliothek Baden-Baden umfasst ca. 30.000 Bände. Gleich nach dem Umzug von Baden-Baden an die BLB wurden die Handschriften aus der Zeit von etwa 1770 bis 1920 sowie etwa 3.500 besonders kostbare oder seltene Drucke aussortiert und im Sammlungsmagazin aufgestellt. Diese wurden dann, mit Ausnahme der Musik, katalogisiert. Geschätzte 23.000 nicht rarifizierte Bände standen zu Projektbeginn noch zur Bearbeitung an. Derzeit ist das Projekt ausgesetzt.

Erschließung der Sammlung Frank

Leitung: Heike Susanne Lukas
Bearbeiterin: Greta Dorst
Projektbeginn: 1. September 2017, Laufzeit 12 Monate

Rund 3.000 Werke einer hochkarätigen Rom- und Italiensammlung, darunter Reiseführer vom 16. bis hin zum 19. Jahrhundert sowie beeindruckende Grafiken und Kartenmaterial der Stadt Rom, gelangten im Frühjahr 2015 durch die großzügige Schenkung des Karlsruher Sammlers Klaus Gerhard Frank (1930–2015) in den Besitz der Badischen Landesbibliothek. Der Bestand an Inkunabeln und alten Drucken hat dadurch einen bedeutenden Zuwachs erfahren, die historische Sammlung einen neuen thematischen Schwerpunkt erhalten. Die Ausstellung „Bella Bibliotheca – Kostbarkeiten einer Karlsruher Italiensammlung“ nahm diese besondere Schenkung gleich 2016 zum Anlass, anhand von 100 Exponaten ausgewählter Drucke einen Einblick in die viel beschworene Italiensehnsucht und die immerwährende Faszination der Ewigen Stadt im Laufe der Jahrhunderte zu geben. Die Sammlung wurde geschlossen aufgestellt und wird jetzt im Katalog plus erschlossen.

Erschließung des Nachlasses von Ernst-Lothar von Knorr

Leitung: Dr. Annika Stello
Wissenschaftliche Bearbeiterin: Dr. Jasmin Hambsch
Gefördert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg
Projektbeginn: 1. April 2017, Laufzeit 18 Monate

Erschlossen wird der schriftliche Nachlass des Komponisten, Geigers und Musikpädagogen Ernst-Lothar von Knorr (1896–1973), der sich seit 2014 in der BLB befindet. Es handelt sich hier um einen hochkarätigen Musikernachlass von weit überregionaler Bedeutung, der die Kontinuitäten und Brüche im Musikleben des 20. Jahrhunderts deutlich zu Tage treten lässt. Neben einer großen Sammlung von Manuskripten seiner Kompositionen und wissenschaftlicher Publikationen zeichnet sich von Knorrs Nachlass vor allem durch die umfangreichen Korrespondenzen und Lebensdokumente aller Art aus. Der Nachlass wird geordnet und in der Datenbank Kalliope sowie in einem Online-Findbuch erschlossen.

Nachweis der Inkunabeln aus BLB-Besitz im Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (Status: abgeschlossen)

Leitung: Dr. Annika Stello

Projektende: Februar 2017

Die 1.365 Inkunabeln der BLB sind im Inkunabelkatalog INKA nachgewiesen, der auf das seit 1986 von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg unterstützte Projekt "Inkunabeln in Baden-Württemberg" zurückgeht. Die BLB hat den Export ihrer INKA-Daten in die Online-Datenbank des Südwestdeutschen Katalogverbundes durchgeführt, um die Inkunabeln für Sie auch im Katalog plus nachzuweisen. 

Erschließung der Musikhandschriften der Schlossbibliothek Baden-Baden (Status: abgeschlossen)

Leitung: Brigitte Knödler-Kagoshima
Ort der Bearbeitung: Bayerische Staatsbibliothek, München
Wissenschaftlicher Bearbeiter: Dr. Gottfried Heinz-Kronberger
Projektbeginn: 4. November 2016, Projektende: 6. April 2017

Die Schlossbibliothek Baden-Baden, die 1995 von der BLB Karlsruhe erworben werden konnte, enthält auch eine größere Musiksammlung. Die Musikhandschriften aus dieser Musiksammlung wurden von RISM Deutschland – Arbeitsstelle München für die Datenbank RISM (Répertoire International des Sources Musicales – Internationales Quellenlexikon der Musik) erschlossen und die Katalogisate im RISM-Katalog zur Verfügung gestellt.

Erschließung der Bibliothek des Bismarck-Gymnasiums (Status: abgeschlossen)

Bearbeitung: Gabriele Philipp
Projektstart: 1. Februar 2016. Projektende: 31. Mai 2017

Mit der Bibliothek des traditionsreichen Bismarck-Gymnasiums erwarb die BLB in den Jahren 1953 und 1958 einen bedeutenden Altbestand. Im Jahr 1970 folgten etwa 7.500 weitere Drucke, hauptsächlich des 19. Jahrhunderts, der noch nicht vollständig katalogisiert war. Der Monographienbestand ist nun vollständig im Katalog plus erfasst.

Provenienzforschung

Recherche nach NS-Raubgut in den Beständen der Badischen Landesbibliothek

Leitung: Dr. Ludger Syré
Wissenschaftliche Bearbeiterin: Ulrike Vogl M.A.
Gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und das Land Baden-Württemberg

Mit der Zerstörung des Gebäudes der Badischen Landesbibliothek am 3. September 1942 wurden sowohl die Bestände als auch das Verwaltungsschriftgut beinahe vollständig vernichtet. Heute noch vorhandenes NS-Raubgut befindet sich in jenen Beständen, die sofort nach dem Bombenangriff und mit finanzieller Unterstützung durch die zuständigen Reichsbehörden sehr rasch wieder aufgebaut worden sind. Im Projekt werden die Zugänge der Jahre 1942–1945 per Autopsie systematisch auf verdächtige Provenienzhinweise hin untersucht und diese dokumentiert. Die Dokumentation wird in der kooperativen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets erfolgen.

Bestandserhaltung

Restaurierung von Karlsruher Musikhandschriften

Leitung: Brigitte Knödler-Kagoshima
Laufzeit: seit 1. Mai 2016
Gefördert mit Mitteln des Landesrestaurierungsprogramms Baden-Württemberg

Die betroffenen Bände aus dem ehemaligen Badischen Hoftheater gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg in die BLB und sind derzeit aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes für die Benutzung gesperrt. Nach der Restaurierung werden sie in den Digitalen Sammlungen verfügbar gemacht werden.

Papierentsäuerung

Leitung: Brigitte Knödler-Kagoshima
Laufzeit: seit 1. Mai 2017
Gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Landesrestaurierungsprogramms Baden-Württemberg

Die meisten Papiere, die seit der Industrialisierung zwischen ca. 1850 und 1990 hergestellt wurden, enthalten ligninhaltige Fasern (Holzschliff) und saure Substanzen, die bei der Leimung verwendet wurden. Diese Papiere verlieren im Lauf der Zeit ihre Stabilität, sie werden braun und brüchig. Am Schluss ist eine Benutzung nicht mehr möglich. Bibliotheken und Archive setzen deshalb seit den 1990er-Jahren verschiedene Verfahren zur Entsäuerung ein. Die Dauerhaftigkeit der Papiere wird durch die Entsäuerung verbessert, indem die vorhandene Säure neutralisiert und eine alkalische Reserve eingebracht wird. Im Jahr 2017 wird in der Badischen Landesbibliothek mit einem ersten Teilprojekt zur Entsäuerung ausgewählter Bestände begonnen. Entsäuert wird der „Oberrhein-Bestand“, die für die Badische Landesbibliothek besonders bedeutsame Sammlung von Druckwerken mit inhaltlichem Bezug zur Region Oberrhein. Weitere Teilprojekte sollen in den nächsten Jahren folgen.

Zur Pressemitteilung der Bundesregierung vom 28. Juli 2017