Badische Landesbibliothek
   


Einladung zur Vorstellung des neuerschienenen Bandes

Johann Evangelist Brandl, Kammermusik mit Bläsern

in der Notenreihe Denkmäler der Musik in Baden-Württemberg
vorgelegt von Dr. Ursula Kramer

mit Einführung und musikalischer Umrahmung

Donnerstag, 26. Juni 2003, 17.00 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -

Zu Leben und Werk Johann Evangelist Brandls

Johann Evangelist Brandl (1760-1837) mag zwar ein heute weitgehend vergessener Komponist und Zeitgenosse Mozarts und Beethovens sein, doch repräsentiert sein Werdegang eine für diese Zeit überaus typische Musikerexistenz: eingebunden in die Zwänge und Verpflichtungen einer festen Anstellung, musste er seine eigenen künstlerischen Ambitionen vornehmlich als Privatsache betreiben.

Johann Evangelist Brandl
in seinen letzten Lebensjahren: Lithographie von Hermann Straub ("H. Straub sc.") 1833/34
Johann Evangelist Brandl


In der Nähe von Regensburg geboren, erhielt Brandl schon früh eine musikalische Ausbildung, unter anderem in München. Nach Wanderjahren, in denen er vom Geige Spielen und Unterrichten lebte, ging er Mitte der 1780er Jahre an den Hof von Hohenlohe-Bartenstein, blieb dort aber nur bis 1789. Danach wechselte er an den fürstbischöflichen Hof in Bruchsal, doch die Auswirkungen der Französischen Revolution machten ein geregeltes kulturelles Leben immer schwieriger, sodass sich Brandl - allerdings vergeblich - wegbewarb.

1808 versetzte man ihn dann nach Karlsruhe - beruflich seine letzte Station -, wo er immerhin noch fast dreißig Jahre verbrachte. Als eine Art Repetitor mit Dirigierverpflichtung am Hoftheater kamen seine eigenen kompositorischen Absichten im Rahmen seiner Anstellung natürlich mehr als zu kurz - so begann Brandl gleichsam nebenher eine rege Publikationstätigkeit vor allem von Kammermusikwerken. Dabei dominierten die gemischt besetzten, aus Streichern und Bläsern bestehenden Besetzungen; seine Flötenquartette op. 40 sind dafür sehr typische Beispiele. Musikalisch stehen diese "zwischen den Welten" - sie weisen bereits über die klassische Formsprache hinaus und nehmen virtuose Elemente und bisweilen verblüffende harmonische Wendungen der Romantik vorweg.

Großherzogliches Hoftheater Karlsruhe;
Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIV a 599.
Großherzogliches Hoftheater Karlsruhe


PD Dr. Ursula Kramer

studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Anglistik sowie Schulmusik und promovierte nach Staatsexamen und Magister (1987) im Fach Musikwissenschaft (1992). Von 1991 bis 1995 war sie als Dramaturgin am Staatstheater Mainz beschäftigt, bevor sie als Wissenschaftliche Assistentin an die Johannes Gutenberg Universität in Mainz zurückkehrte. Dort habilitierte sie sich 2001 mit einer Arbeit zur Geschichte der Bläserkammermusik und ist seitdem ebenda als Hochschuldozentin tätig. Sie ist Herausgeberin des vorgestellten Bandes und führt in Leben und Werk Brandls ein.

Die musikalische Umrahmung übernehmen Studierende der Musikhochschule Karlsruhe. Es erklingt Musik aus J. E. Brandls Quartett für Flöte, Violine, Bratsche und Violoncello, op. 40, Nr. 1 in e-Moll.

Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!

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