Einladung zum Vortrag
Das Einhorn lebt - auch zwischen Buchdeckeln
Vortrag von Herrn Dr. Winfried Hagenmaier
Dienstag, 4. Januar 2005, 19.30 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -
Spuren des Einhorns gibt es viele: auf Gemälden und Bildteppichen, in Wappen und
Apotheken, vor allem aber zwischen Buchdeckeln: in Romanen, Gedichten, Märchen,
Sagen, in naturwissenschaftlichen und enzyklopädischen Abhandlungen, in Reiseberichten,
ja sogar bei den Kirchenvätern und in der Bibel.
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Bildinitiale aus einer Inkunabel der
Universitätsbibliothek Freiburg i. Br.
(Baldus de Ubaldis, Super usibus feudorum. Rom um 1474, fol. 63r)
(Aus: "Das Einhorn" von Winfried Hagenmaier, S. 9)
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Die Herkunft des in vielen Kulturkreisen auftauchenden Einhorns ist teilweise noch
ungeklärt. Schon vor rund 5000 Jahren soll es dem mythischen chinesischen Kaiser Fu Hsi
erschienen sein. Doch nicht von China, sondern von Indien gelangte die Vorstellung vom Einhorn -
teilweise durch die Vermittlung antiker Autoren - ins Abendland.
Vielfach bis weit in die Neuzeit hinein, vereinzelt noch im 19. Jahrhundert, wurde es als real
existierendes Tier betrachtet. Mag man von dieser Vorstellung heute auch weit entfernt sein,
so ist doch die vielfältige, manchmal gegensätzliche symbolische Bedeutung des
Einhorns geblieben.
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Wappen Friedrich von Schillers
(Aus: "Das Einhorn" von Winfried Hagenmaier, S. 78)
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Und gerade diese Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit macht die Beschäftigung
mit diesem "Tier, das es nicht gibt" (Rilke) so anziehend und aufregend. Gustav René
Hocke bezeichnet in "Die Welt als Labyrinth" (1987) das Einhorn als eines der
"faszinierendsten plurivalenten Symbole der europäischen Geistesgeschichte."
Vielleicht vermag der Vortrag ein wenig von der Faszination zu vermitteln.
Dr. Winfried Hagenmaier
studierte in Tübingen, München, Berlin und Freiburg i. Br.
Geschichte, Französisch und Katholische Theologie. Nach der Promotion in Geschichte
legte er die Prüfung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken
ab. 1962-68 arbeitete er im Lexikographischen Institut des Herder-Verlags in Freiburg. Von
1969 bis zum Eintritt in den Ruhestand Anfang 2001 war er Leiter der Handschriftenabteilung
an der Universitätsbibliothek Freiburg und dort seit 1997 auch für die Alten
Drucke und Rara zuständig.
1997 zeigte er in der Ausstellung "Begegnung mit dem Einhorn" in der
Universitätsbibliothek Freiburg Handschriften und Alte Drucke der Bibliothek mit
Einhornabbildungen sowie Objekte aus seiner Privatsammlung. 2003 veröffentlichte er
das Buch: "Das Einhorn. Eine Spurensuche durch die Jahrtausende" (München: Eulen Verlag).
Hagenmaier, Winfried
Das Einhorn : eine Spurensuche durch die Jahrtausende. -
München : Eulen-Verl., 2003. -
127 S. : zahlr. Ill.; (dt.)
ISBN 3-89102-468-1
Standortnummer in der Badischen Landesbibliothek:
104 A 10728
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Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
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