Einladung zum Vortrag
Rechtshistorische Streifzüge durch die Residenz des Rechts
Lichtbildervortrag von Dr. Detlev Fischer, Karlsruhe
Dienstag, 25. Oktober 2005, 19.30 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -
Seit der Errichtung des Bundesgerichtshofes und des Bundesverfassungsgerichts in den Anfangsjahren
der Bundesrepublik kommt der Stadt Karlsruhe als Residenz des Rechts eine ganz zentrale Bedeutung
für die deutsche Rechtsordnung zu. Dass die Stadt Karlsruhe aber auch bereits vor Inkrafttreten
des Grundgesetzes eine durchaus ansehnliche Rechtstradition entwickeln konnte, wird vielfach übersehen.
Fischer, Detlev
Rechtshistorische Rundgänge durch Karlsruhe : Residenz des Rechts. -
Karlsruhe : Verl. d. Ges. für Kulturhistor. Dokumentation, 2005. - 128 S. : Ill.; (dt.)
(Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe ; 10)
ISBN 3-922596-65-7
Standortnummer in der Badischen Landesbibliothek:
105 A 53813
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Der Lichtbildervortrag befasst sich - an Hand einer Spurensuche im heutigen Stadtbild -
mit den unterschiedlichen Etappen der Rechtsentwicklung in der badischen Residenz- und Landeshauptstadt,
beginnend mit den Privilegienbriefen des Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm. Die Fortentwicklung
der kleinen Markgrafschaft zum mittelstaatlichen Großherzogtum führte zu einer Modernisierung
der Rechtsordnung, die wesentliche Impulse durch Frankreich erfahren hat. Stellvertretend
seien hier das Badische Landrecht von 1810 sowie die erste Landesverfassung von 1818 genannt.
Das Karlsruher Ständehaus, untergebracht im ersten Parlamentsgebäude Deutschlands, wurde mit seien
öffentlichen Debatten zum eindrucksvollen Forum demokratischer und rechtsstaatlicher Forderungen,
wozu insbesondere die Einführung von Schwurgerichten und die Verwirklichung des Grundsatzes
öffentlicher Gerichtsverhandlungen gehörte. Die badische Gerichtsreform von 1864, die u.a.
zur Errichtung des ersten eigenständigen Verwaltungsgerichtshofes in Deutschland führte,
machte Karlsruhe erneut zum Wegbereiter fortschrittlicher Entwicklungen.
Mit der Eröffnung des Oberlandesgerichts Karlsruhe im Zuge der Reichsjustizgesetze von 1879 wurde Karlsruhe
erstmals auch Sitz eines Obergerichts der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Repräsentative Gerichtsbauten
waren zu erstellen, die auch heute noch beeindrucken: Das heutige Landgerichtsgebäude als
ehemaliger Justizpalast in der Hans Thoma Straße sowie die Bauten für das Oberlandesgericht
und den damaligen Verwaltungsgerichtshof im Karlsruher Westend.
Anschließend wird an Hand der Lebenswege namhafter republikanischer Juristen - wie Ludwig Marum,
Eduard Dietz, Ernst Fuchs, Heinrich Wetzlar sowie Reinhold Frank - der Gegenpol zur verhängnisvollen
Zerstörung der Rechtskultur durch die NS-Diktatur aufgezeigt. Karlsruher Gebäude, Ereignisse,
und Persönlichkeiten aus mehr als zwei Jahrhunderten südwestdeutscher Rechtsgeschichte bilden
den Hintergrund des auch auf stadtgeschichtliche Bezüge eingehenden Vortrags, der zuletzt auch
den Aufbau der Bundesgerichtsbarkeit in Karlsruhe anspricht.

Das Buch "Rechtshistorische Rundgänge durch Karlsruhe - Residenz des Rechts", (128 S., 136 Abb.)
ist 2005 als Heft 10 der Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe erschienen.
Es ist zum Preis von 12,50 € zu beziehen bei:
Rechtshistorisches Museum Karlsruhe,
Telefon/Fax 0721-29353, Herrenstraße 45a, 76133 Karlsruhe.
Dr. Detlev Fischer
Dr. Detlev Fischer, Vorsitzender einer Kammer für Handelssachen beim Landgericht
Karlsruhe, hat sich wiederholt mit justizhistorischen Themen befasst. In der Schriftenreihe
des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe sind zuletzt - vom Referenten verfasst - "Karlsruher
Juristenportraits aus der Vorzeit der Residenz des Rechts", 2004, sowie "Rechtshistorische
Rundgänge durch Karlsruhe - Residenz des Rechts", 2005, erschienen. Seit März 2005 ist
Dr. Fischer Vorsitzender des Vereins Rechtshistorischen Museums Karlsruhe e.V.
Einladung
Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Rechtshistorisches Museum Karlsruhe e.V.
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