Bereits in der Inkunabelzeit
selbst war man sich der im wahrsten Sinn des Wortes weltbewegenden Bedeutung dieser Erfindung
bewußt, wie die 1493 von Anton Koberger in Nürnberg gedruckte deutsche Fassung der sogenannten
'Schedelschen Weltchronik' zu berichten weiß (Bl. CCLIIb):
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In der Badischen Landesbibliothek verfügt man über eine langjährige Erfahrung speziell in der
Inkunabelerschließung und kann dabei auf eine sehr umfangreiche Sammlung von hierzu notwendiger
Sekundärliteratur zurückgreifen. Über den Inkunabelbestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
informierte bislang lediglich ein handschriftliches Verzeichnis aus der Feder Theodor Kraeuters von
1830, mit einigen handschriftlichen Ergänzungen aus den 1980er Jahren. Deswegen hat man sich in Weimar
dazu entschlossen, für die Dauer von zwei Jahren die gesamte Inkunabelsammlung der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek, die ungefähr 450 Titel umfaßt, nach Karlsruhe zu bringen, wo sie seit April 2004 katalogisiert
wird.
Ziel des Projektes, das von der Weinheimer H. W. & J. Hector Stiftung finanziert wird, ist
erstens die Aufnahme aller Daten in die Inkunabeldatenbank INKA. Besondere Aufmerksamkeit wird
dabei den exemplarspezifischen Merkmalen gewidmet. Hierzu gehören unter anderem die Ausstattung
eines Bandes mit Illuminationen und Rubrizierungen, sein spezieller Einband und die Erforschung
der Provenienzen. Zweitens soll aus diesen Daten ein gedruckter Katalog des Weimarer Inkunabelbestandes hervorgehen.
Gezeigt werden in der Ausstellung einige Spitzenstücke dieser Sammlung, unter anderem die erwähnte
'Schedelsche Weltchronik' in deutscher und in lateinischer Fassung, eine deutsche, 1483 in Nürnberg
gedruckte Bibel, für die sich Koberger eigens eine neue Schrift schneiden ließ. Des weiteren werden
Ulrich von Richentals Chronik des Konstanzer Konzils, Bernhard von Breydenbachs Pilgerreise ins Heilige Land,
einige der sehr seltenen griechischen Inkunabeln,
Drucke aus der Offizin des Aldus Manutius in Venedig, sogenannte Aldinen, und andere besonders
schöne und druckgeschichtlich interessante Werke aus einer Sammlung zu sehen sein, die einmal
nicht durch Säkularisation entstanden ist, sondern ihre Entstehung der Freude am Sammeln und der
Liebe zum alten Buch verdankt.
Dr. Eva Raffel
Geb. in Pirmasens. Studierte Germanistik, Philosophie und Mittellatein in Heidelberg,
wo sie mit einer Arbeit über das Ostjudentum im Werk von Joseph Roth und Arnold Zweig promoviert wurde.
Nach langjähriger Tätigkeit bei der Melanchthon-Forschungsstelle, der Johann Gerhard-Forschungsstelle
und dem Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie (IDF)
(alle Heidelberg) kam sie 2002 an die Badische Landesbibliothek, um bei der
Erschließung der Karlsruher Inkunabeln mitzuarbeiten. Seit April 2004 katalogisiert sie die
Inkunabeln der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek und betreut im Rahmen dieses Projektes als Kuratorin die
Ausstellung "Illustre Gäste -
Die Weimarer Inkunabelsammlung in der Badischen Landesbibliothek".
Einladung
Zu dieser Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Badische Landesbibliothek Badische Bibliotheksgesellschaft Ausstellungskatalog
Raffel, Eva:
Illustre Gäste. Die Weimarer Inkunabelsammlung in der Badischen Landesbibliothek. Katalog zur Ausstellung der Badischen Landesbibliothek vom 30. August bis 1. Oktober 2005. Karlsruhe: Badische Landesbibliothek, 2005. - ISBN 3-89065-055-4 Gedruckt mit Unterstützung der Badischen Bibliotheksgesellschaft e. V. © Selbstverlag der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe 2005 Photographien: Beate Ehlig Druck: Digital Print Group, Erlangen
Pressebericht in "Badische Neueste Nachrichten", 20.08.2005:
... ein attraktiver und vorzüglich gestalteter Katalog ... ausgesprochen preiswert ... :
Er umfasst 112 Seiten, 51 farbige Abbildungen und kostet 16 Euro.
Auszug aus dem Katalog (Format:PDF - Größe:523 kbyte):
Roberto Valturio: De re militari
[Verona]: Johannes Nicolai de Verona, 1472. 2° 262 Bll. In zwei Teilbänden gebunden. GW M49412. HC 15847. Mehr als einhundert Holzschnitte. Der Katalog ist ab Ausstellungsbeginn erhältlich an der Garderobe der Landesbibliothek oder zzgl. Porto und Verpackung zu beziehen über das Sekretariat (sekretariat Preis: € 16,00; (Mitglieder der Badischen Bibliotheksgesellschaft € 14,00) Pressestimmen
Die älteste gedruckte Drakulaerzählung
[Nürnberg]: Marx Ayrer, 14. Oktober 1488.
Die Prosaerzählung über den Walachischen Woiwoden Wladislaw IV., genannt "der Pfähler" (Vlad, Tepes, Dracole, Drakula; Regierungszeit 1456-1462 u. 1476), fand seit den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts besonders in Osteuropa weite Verbreitung und geht wahrscheinlich auf eine verlorene siebenbürgische Quelle zurück. Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um den ersten Druck dieser Erzählung, von dem nur ein einziges Exemplar bekannt ist, nämlich dieses aus dem Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Die Vampirsage, die heute an der Gestalt des Drakula haftet, stammt aus späterer, mündlicher Tradition und verband sich erstmals in Rumänien mit dem Drakulastoff, bevor sie Bram Stoker im 19. Jahrhundert literarisierte. >>> Das könnte Sie auch interessieren:
in der Badischen Landesbibliothek:
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