Neue Publikation
aus der Reihe 'Patrimonia' der Kulturstiftung der Länder
Patrimonia 289: Die 'Nibelungenlied'-Handschrift C - Codex Donaueschingen 63
Die Handschrift C des 'Nibelungenlieds' befindet sich seit Juni 2001 in der
Obhut der Badischen Landesbibliothek. Mit der Publikation des Patrimonia-Heftes von Frau Dr. Ute Obhof bedankt sich die
Badische Landesbibliothek bei der Kulturstiftung der Länder für die Förderung des Ankaufs der Zimelie.
Ute Obhof
Die 'Nibelungenlied'-Handschrift C, Codex Donaueschingen 63 / Badische Landesbibliothek,
Karlsruhe. Hrsg. von der Kulturstiftung der Länder. - Karlsruhe : KulturStiftung der Länder, 2005. - 45 S. : Ill.; (dt.)
Standortnummer in der Badischen Landesbibliothek:
105 K 1884 u.a.
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Aus dem Vorwort der Publikation
(von Dr. Peter Michael Ehrle)
Die Handschrift C des 'Nibelungenlieds' gehört zu den wichtigsten deutschen Kulturdenkmälern. 1815
gelang es dem Freiherrn Joseph von Laßberg, sie auf dem Wiener Kongress zu erwerben und zum Mittelpunkt
seiner erlesenen Sammlung von mittelalterlichen Handschriften zu machen. Die Sammlung Laßberg wurde
1853 an das Haus Fürstenberg verkauft und in die Hofbibliothek Donaueschingen aufgenommen. 1993 erwarb
das Land Baden-Württemberg 1050 Handschriften aus dem Bestand der Hofbibliothek. Die lateinischen
Handschriften wurden der Württembergischen Landesbibliothek zugewiesen, die deutschsprachigen
Handschriften des Mittelalters, und damit der Kernbestand der Sammlung Laßberg, gingen an die
Badische Landesbibliothek. Die Nibelungenhandschrift C war allerdings nicht darunter.
1999 bot das Haus Fürstenberg dem Land Baden-Württemberg den größten Teil der noch in Donaueschingen
verbliebenen Hofbibliothek zum Kauf an, darunter die Handschrift C und die Musikaliensammlung. Für die
Erwerbung des gesamten Bestandes fehlte das Geld, aber es gelang immerhin, die Musikaliensammlung und
einen Teil der alten Drucke aus Mitteln der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg und der Kulturstiftung der
Länder anzukaufen und der Badischen Landesbibliothek zu übergeben.
Über die Erwerbung der Handschrift C
wurde lange und intensiv verhandelt, bis schließlich 2001 die Landesbank Baden-Württemberg und die
Bundesrepublik Deutschland mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung der Länder
und der Freifrau Christina von
Laßberg die Handschrift erwarben und dem Land Baden-Württemberg als Leihgabe zur Verfügung stellten.
Der "für die Germanistik relevante Dokumentations- und Sammlungszusammenhang
mittelalterlicher Handschriften, der in Bezug auf das Nibelungenlied bei der Badischen
Landesbibliothek in besonders dichter Form vorhanden" war, gab für Wissenschaftsminister
Klaus von Trotha den Ausschlag, die Handschrift C der Badischen Landesbibliothek zuzuweisen.
Aus der "Wiener Bibliothek" Laßbergs und der Fürstin:
Johann Georg Adam von Hoheneck, Herren-Stände deß Ertz-Herzogthumb Österreich ob der Ennß, Passau 1727.
Badische Landesbibliothek, 100 B 76093,1 RH
(Patrimonia-Heft Nr. 289, Abbildung 8)
Vom 13.12.2003 bis zum 14.03.2004 war die Nibelungenhandschrift C zusammen mit den Handschriften
A und B Mittelpunkt einer großen Ausstellung über "Das Nibelungenlied und seine Welt", die von
der Badischen Landesbibliothek und dem Badischen Landesmuseum erarbeitet und im Karlsruher
Schloss gezeigt wurde. Zur selben Zeit erschien auch auf Initiative der Badischen Landesbibliothek
ein von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof herausgegebener umfangreicher
Aufsatzband "Die Nibelungen. Sage - Epos - Mythos", der den neuesten Stand der 'Nibelungenlied'-Forschung
wiedergibt.
Seit November 2003 kann die vollständige Handschrift C des Nibelungenlieds auf
der Web-Site der Badischen Landesbibliothek eingesehen und in verschiedenen Auflösungen
betrachtet und ausgedruckt werden. Die Digitalisierung der Handschrift erfolgte mit
finanzieller Unterstützung der Landesbank Baden Württemberg.
Den vorläufigen Schlusspunkt der mit der Erwerbung der Nibelungenhandschrift verbundenen
besonderen Aktivitäten der Badischen Landesbibliothek setzt nun die Publikation des
Patrimonia-Heftes, mit der sich die Badische Landesbibliothek bei der Kulturstiftung der
Länder für die Förderung des Ankaufs der Zimelie bedankt.
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Aus der "Wiener Bibliothek" Laßbergs und der Fürstin:
Schematismus der Österreichisch-kaiserlichen Armee für das Jahr 1814, Wien.
Badische Landesbibliothek, 100 B 76522 RH
(Patrimonia-Heft Nr. 289, Abbildung 10)
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Die Leiterin der Handschriftenabteilung
der Badischen Landesbibliothek, Frau Dr. Ute Obhof, liefert eine Beschreibung des Codex
Donaueschingen 63 (C) nach den Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft und stellt die
Erwerbung der Nibelungenhandschrift auf dem Wiener Kongress in den Kontext der politischen und
kulturellen Bestrebungen der Fürstin Elisabeth zu Fürstenberg und ihres Begleiters Joseph von
Laßberg. Ich bin Frau Dr. Obhof sehr dankbar für die Erarbeitung des Patrimonia-Heftes und für
die vielfältigen und überaus zeitintensiven Aktivitäten, die für sie mit der Erwerbung der
Handschrift C und deren Präsentation und Erschließung verbunden waren.
Karlsruhe, im Juni 2005
Dr. Peter Michael Ehrle
Aus der Reihe der Kulturstiftung der Länder "PATRIMONIA" ist das Heft 289 zur Karlsruher Nibelungenlied-Handschrift
erschienen.
Aus dem Inhalt: 'Nibelungenlied' und 'Nibelungenklage' - Beschreibung der Handschrift Codex Donaueschingen 63 (C)
nach den Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft; Elisabeth Fürstin zu Fürstenberg und Joseph
Freiher von Laßberg in Wien - Ausgewählte Bucherwerbungen aus der Zeit des Wiener Kongresses.
Preis: € 10,00; (Mitglieder der Badischen Bibliotheksgesellschaft € 9,00)
Erhältlich an der Garderobe der Landesbibliothek;
außerdem zzgl. Porto und Verpackung zu beziehen über
das Sekretariat
( sekretariat blb-karlsruhe.de) der Badischen Landesbibliothek,
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe.
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