Einladung zur Ausstellung
Mittelalterliche Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Europäisches Kulturerbe
Sonderausstellung vom 28. Oktober - 25. November 2006
Badische Landesbibliothek, 2.OG, über dem Lesesaal Sammlungen
Öffnungszeiten: Mo - Mi, Fr 10 - 16, Do 10 - 19, Sa 10 - 12 Uhr
- Eintritt frei -
Plakat,
Flyer und
Pressemitteilung zur Ausstellung
(Format:PDF - Größe:206, 337 und 15 kbyte)
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Download:
Die Abbildungen dieser Webseite können in einem TIF-Format heruntergeladen werden (Größen: zwischen 3 und 14 Mbyte).
Fotos: Beate Ehlig und Karla Stürmlinger, Badische Landesbibliothek
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Poster zur Sonderausstellung sind an der Garderobe erhältlich;
Format DIN A3: 3 €; Format DIN A1: 6 €
... weitere Informationen
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Kunstkarten und Kunstpostkarten von Handschriften der Badischen Landesbibliothek:
siehe Kunstkartensätze und -kassetten
und Kunstpostkarten
Aus aktuellem Anlass
( "Kulturgüterstreit")
veranstaltet die Badische Landesbibliothek vom 28.10. bis 25.11. eine
Sonderausstellung, die einige ihrer schönsten mittelalterlichen Handschriften aus dem Bestand der früheren
Großherzoglichen Hof- und Landesbibliothek zeigt. Damit erhält die Öffentlichkeit Zugang zu diesen erlesenen
Schätzen, die sonst aus konservatorischen Gründen der wissenschaftlichen Forschung und der Präsentation von
Einzelstücken auf eigenen oder fremden Ausstellungen vorbehalten sind.
Ausgestellte Handschriften:
- Wir zeigen Ihnen Originale, deshalb bitten wir um Verständnis für die Sicherungsmaßnahmen.
- Die Handschriften werden während der Ausstellung aus konservatorischen Gründen umgeblättert.
Informationen über weitere aufgeschlagene Seiten erhalten Sie jeweils durch entsprechende Links bei den Abbildungen.
Speyerer Evangelistar
Entstehungszeit und -ort des Evangelistars sind umstritten. Die Handschrift gehörte ursprünglich zum Speyerer Domschatz.
Sie wurde 1792 vor den französischen Revolutionstruppen in Sicherheit gebracht und gelangte in die Bruchsaler
Residenz der Speyerer Bischöfe.
Speyerer Evangelistar. Pergament; Speyer?, Trier?; um 1220
Badische Landesbibliothek, Cod. Bruchsal 1, Blatt 68r
Die Handschrift besitzt ungewöhnlich reichen, von mehreren Künstlern ausgeführten Buchschmuck:
17 Vollbilder und 72 bedeutende Initialen von großem Formenreichtum.
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Einband des Speyerer Evangelistars
Der etwa 4 cm dicke Vorderdeckel wird zentral erhaben von einer Maiestas Domini aus getriebenem, vergoldetem
Silber geziert. Weitere Schmuckstücke sind Niellen (Edelmetallteile mit schwarzen Aufschmelzungen in
Goldschmiedetechnik), gefaßte Halbedelsteine, Glasflüsse und (spät-)antike Gemmen. Die Ränder der Deckel
sind mit vergoldeten Kupferleisten überzogen.
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Evangelistar
Die Handschrift hat die gleiche Bibliotheksheimat und -geschichte wie Bruchsal 1.
Schloss Bruchsal ist die einzige geistliche Barockresidenz am Oberrhein. Erbaut wurde das Schloss ab 1720 von
Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn, der es zum Mittelpunkt seiner absolutistischen Herrschaft machte.
Die Halblederkassette mit Holzdeckeln zum Schutz des Bandes dürfte passend zur barocken Bibliotheksumgebung in
Schloss Bruchsal angefertigt worden sein.
Evangelistar.
Pergament; Südwestdeutschland u. Diözese Trier;
zweite Hälfte des 11. Jahrhundert
Badische Landesbibliothek, Cod. Bruchsal 2, Einband
Das zentrale Dekor des Einbandes bildet eine Relieftafel aus Elfenbein. Sie stammt wohl aus der ersten Hälfte
des 12. Jahrhunderts.
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Stundenbuch des Markgrafen Christoph I. von Baden
Das lateinische Stundenbuch für den Gebrauch von Rom, wurde auf außerordentlich feinem Pergament in einer sehr regelmäßigen
humanistischen Bastarda mit rundlichem Duktus geschrieben. Die Handschrift wurde für den badischen Markgrafen erstellt.
Im 1895 gedruckten Katalog "Die Handschriften der Großherzoglich badischen Hof- und Landesbibliothek" von Alfred Holder
ist das Buch unter der Signatur Durlach 1 erstmals beschrieben worden.
Aufgeschlagen ist das Stifterbild, welches Markgraf Christoph als jungen Mann darstellt. Daneben ist die Verkündigung an Maria dargestellt.
Stundenbuch des Markgrafen Christoph I. von Baden
Pergament; Paris?; Ende 15. Jahrhundert
Badische Landesbibliothek, Cod. Durlach 1, Blatt 18v und 19r
Klarenbuch
Die Handschrift enthält qualitätvolle Initialen vor allem zum Leben der heiligen Klara, das in alemannischer
Übersetzung niedergeschrieben wurde. Als Schreiberin nennt sich die Klarisse Magdalena Steimerin. Sie ist in
Jahresrechnungen des Straßburger Klosters St. Klara auf dem Wörd nachweisbar, dessen Äbtissin sie später wurde.
Nach der Auflösung des Straßburger Klosters im Jahre 1524 gelangte die Handschrift in den Freiburger Klarissenkonvent.
In ihrem innigen und gefühlsbetonten Ausdruck sind die Miniaturen ein kostbares Zeugnis oberrheinischer Nonnenmalerei.
An der aufgeschlagenen Stelle wird die hl. Klara auf ihrem Sterbebett gezeigt. Sie wird von der Mutter Gottes gekrönt.
Die Darstellung zeigt auffallende Parallelen zu Bildern vom Tod Mariens. Christus hält die Seele Klaras in seinen Armen.
Klarenbuch. Pergament; Straßburg; um 1490-1492
Badische Landesbibliothek, Cod. Tennenbach 4, Blatt 105v
Homiliarium von der Reichenau
Die Handschrift enthält eine Sammlung von Predigten zum kirchlichen Jahreskreis. Der mit 26 großen und über 50
mittelgroßen Zierinitialen geschmückte Codex stellt ein frühes Zeugnis ottonischer Buchmalerei auf der Reichenau dar.
Reichtum und Vielfalt der Initialen, die sichere Zeichnung und die geschmackvolle, von hohem ästhetischem Empfinden
zeugende "Mise en page" zeichnen dieses Meisterwerk des Skriptoriums aus. Zu Gold und Silber tritt als weitere Farbe
Purpur, bestimmt als Folie für die erste Zeile am Beginn wichtiger Textabschnitte.
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Homiliarium von der Reichenau. Pergament;
Reichenau; um die Mitte des 10. Jahrhunderts
Badische Landesbibliothek,
Cod. Aug. perg. XVI, Blatt 9r
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Festevangelistar aus St. Peter
Die Prachthandschrift wurde von Abt Philipp Jakob Steyrer für das Benediktinerkloster St. Peter auf dem Schwarzwald
erworben. Da das Evangelistar nicht zum täglichen Gebrauch bestimmt war, enthält es nur die Lesestücke für die zwölf
hohen Feste des Kirchenjahres. Aufgeschlagen ist die Weihnachtsdarstellung.
Die Miniaturen sind von nahezu quadratischem Umriss. Ihr monumentaler Charakter wird durch breite Zierrahmen gesteigert.
Der Text auf der jeweils gegenüberliegenden Seite ist nicht minder bildhaft gestaltet.
Festevangelistar aus St. Peter. Pergament; Oberrhein; um 1200
Badische Landesbibliothek, Cod. St. Peter perg. 7, Blatt 1v und 2r
Prozessionale und Rituale aus dem Dominikanerinnenkloster St. Agnes in
Straßburg
Das Prozessionale illustrieren sechs ganzseitige Darstellungen aus dem Leben Jesu und seiner Mutter. Die letzte
dieser Miniaturen auf Blatt 50v zeigt Marias Tod und verweist somit auf das in der Handschrift folgende Rituale mit
Kranken-, Sterbe- und Begräbnisritus.
Nach der Legende bat Maria, der ein Engel den Tod verkündet hatte, daß die Apostel bei ihrem Hinscheiden zugegen
sein mögen. Einem inneren Ruf folgend, wurden diese von Wolken herbeigetragen. Die dargestellte Szene zeigt die
Apostel, wie sie das Lager der Sterbenden umringen, vor einem leuchtend roten, mit goldenen Sternen besetzten Bildgrund.
Christus hat die kleine gekrönte Seelengestalt Marias in Empfang genommen. Die Szene wird durch die Tätigkeit
des Apostels mit Weihwasserkessel und -wedel und das Vortragekreuz vervollständigt.
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Prozessionale und Rituale aus dem Dominikanerinnenkloster St. Agnes in Straßburg
Pergament; Straßburg?; Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts
Badische Landesbibliothek, Cod. St. Peter perg. 21, Blatt 50v
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Konrad von Grünenberg, Reise von Konstanz nach Jerusalem
Im Jahre 1487 fertiggestellt, schildert die Reisebeschreibung tagebuchartig eine typische Pilgergesellschaftsreise
nach Jerusalem, an der Konrad von Grünenberg von April bis November 1486 teilnahm.
Kulturhistorisch bedeutsam sind die vielen Handzeichnungen mit einer Fülle von topographischen Details, die den
ausgezeichneten Beobachter verraten. Grünenberg entstammt einer Konstanzer Patrizierfamilie.
Aufgeschlagen ist die Darstellung von Jerusalem.
Konrad von Grünenberg, Reise von Konstanz nach Jerusalem
Papier; Bodenseegebiet (Konstanz?); um 1487
Badische Landesbibliothek, Cod. St. Peter pap. 32, Blatt 35v und 36r
Graduale cisterciense (Wonnentaler Graduale)
Ein Graduale enthält die Gesänge der Messe. Die Handschrift wurde wohl im Konvent Wonnental (bei Kenzingen) geschrieben,
aber in einem weltlichen Breisgauer Skriptorium illuminiert. Der Codex stellt eine der am reichsten künstlerisch
ausgestatteten liturgischen Handschriften des 14. Jahrhunderts dar.
Aufgeschlagen ist eine Bildinitiale mit Darstellungen des hl. Johannes Evangelista (Bl. 19v).
Johannes lehnt sich beim Abendmahl an die Brust Christi; Johannes trinkt, ohne Schaden zu nehmen, aus einem mit
Gift gefüllten Gefäß; Marter im Ölkessel.
Auf dem seitlichen Blattrand zwei weltliche Stifter, der eine in rotem Rock mit dem Wappen der Grafen von
Ysenburg (hellblauer Grund mit weißem Flug), der andere in lila Überkleid mit demjenigen der Zoller von Kenzingen
(weißes steigendes Einhorn vor grünem Grund).
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Graduale cisterciense (Wonnentaler Graduale).
Pergament; Wonnental im Breisgau; um 1340-1350
Badische Landesbibliothek, Cod. U.H. 1, Blatt 19v
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Antiphonarium cisterciense (Wonnentaler Antiphonar)
Ein Antiphonar enthält die Gesänge des Chorgebetes. Die Handschrift wurde wahrscheinlich für den Zisterzienserinnenkonvent
Wonnental im Breisgau geschaffen. Zusätzlich zu zahlreichen ornamentalen Initialen enthält der Codex eine Reihe von
figürlichen Anfangsbuchstaben und Randillustrationen zum Fest der heiligen Agnes, die vergleichbar mit den Skulpturen
der Turmvorhalle und des Westportals des Freiburger Münsters sind.
Die ungewöhnlichste Szene zeigt Christus, der für Agnes die Fiedel spielt.
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Antiphonarium cisterciense (Wonnentaler Antiphonar)
Pergament; Breisgau; 13./14. Jahrhundert
Badische Landesbibliothek, Cod. St. Georgen 5, Blatt 16v
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Karlsruher Tulpenbuch
Blumenzucht und Blumenmalerei waren eine zeittypische Liebhaberei barocker Fürsten. Insbesondere die Tulpe, erst um die
Mitte des 16. Jahrhunderts in Europa bekannt geworden, erfreute sich wegen ihrer fast unübersehbaren Sortenvielfalt
größter Beliebtheit. Für ihre Zwiebeln wurden zeitweise phantastische Preise gezahlt.
Markgraf Karl Wilhelm, selbst ein passionierter Gärtner, den man oft schon im Morgengrauen mit dem Spaten hantieren sah,
konnte gegen Ende seines Lebens im Karlsruher Schlossgarten mehr als 5000 Tulpensorten bewundern.
Daneben gab es viele andere Blumen, auch zahlreiche botanische Raritäten, die in Gewächshäusern gehalten wurden.
Aquarell aus dem " Karlsruher Tulpenbuch". Papier; Karlsruhe; um 1730
Badische Landesbibliothek, Cod. KS Nische C 13, Blatt 68
Weitere Informationen:
Zu dieser Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Badische Bibliotheksgesellschaft
Badische Landesbibliothek
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