|
|
Handschriften-Streit
Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Presseberichte
Zeitraum: 06.10.2006 - 01.10.2006
06.10.2006:
- Deutscher Kulturrat, 06.10.06:
Kultureinrichtungen
Baden-Württembergs sollen jetzt für das Haus Baden bluten
- Deutscher Kulturrat begrüßt, dass Handschriften der Badischen Landesbibliothek vorerst vor Verkauf gesichert
sind und bedauert, dass hauptsächlich die Kultur in Baden-Würtemberg das Haus Baden sanieren soll
Als sehr problematisch erachtet der Deutsche Kulturrat zwei der drei Säulen des von Ministerpräsident Günther H. Oettinger
angedachten Modells zur alternativen Finanzierung der erforderlichen 70 Mio. Euro zur Rettung des Hauses Baden.
- DIE ZEIT, 06.10.06:
Handschriften-Verkauf : Auch Alternative ist umstritten
-
Nach dem Einlenken der baden-württembergischen Landesregierung im Handschriften-Streit appelliert
Landeskunstminister Peter Frankenberg an die Kunsteinrichtungen, ihren Beitrag für eine Ersatzlösung zu leisten.
Es solle vermieden werden, dass nur die Badische Landesbibliothek die Last der Finanzierung des Vergleichs
mit dem Markgrafenhaus Baden trage, sagte der CDU-Minister im Radiosender SWR2. Die Landes-SPD hielt
unterdessen an ihrer Kritik fest. Auch der Deutsche Kulturrat in Berlin äußerte Bedenken an der geplanten Alternativlösung.
- Pforzheimer Zeitung, 06.10.06:
"Land behandelt Baden als Kolonie"
-
Das PZ-Interview mit Robert Mürb, Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa, über den geplanten Verkauf der
Handschriftensammlung der Karlsruher Landesbibliothek
In Baden herrscht Aufregung. Der geplante Verkauf der wertvollen Handschriftensammlung aus der Karlsruher
Landesbibliothek treibt die Menschen vor allem in der Fächerstadt auf die Barrikaden. Mit Vehemenz kämpft die
Landesvereinigung Baden in Europa gegen diesen Ausverkauf badischen Kulturguts und sammelt unermüdlich
Unterschriften. Für den Vorsitzenden der Landesvereinigung, Robert Mürb, steht fest: Der Verkauf muss verhindert werden.
- Karlsruhe: StadtZeitung, 06.10.06:
BLB-Handschriftenstreit: Einhellige Empörung
- Echo der Medien auf BLB-Handschriftenverkauf
"Skandal. Barbarei. Schande" Der von der Landesregierung geplante Verkauf kulturhistorisch unersetzlicher,
identitätsstiftender Handschriften aus der weltweit zu den bedeutendsten zählenden, rund 4200 Stücke umfassenden
Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek (BLB) hat international in den Medien, der Fachwelt, Kirchen,
Verbänden, politischen Fraktionen und Privatleuten einhellige Empörung hervorgerufen. Mit dem Verkauf will die
Landesregierung eine nach eigener Lesart rechtlich unklare Situation über die Besitzverhältnisse von Kulturgütern
aus ehemals markgräflich und großherzoglich badischem Besitz klären (siehe SZ vom 29. September). Sie würde damit
dem verschuldeten markgräflichen Haus aus der Patsche helfen und so dem Landeshaushalt dank einer aus dem Erlös
geplanten Stiftung Unterhaltskosten für Salem ersparen. Die StadtZeitung dokumentiert repräsentativ das Medienecho.
- Karlsruhe: StadtZeitung, 06.10.06:
BLB-Handschriftenstreit: Tödlicher Verlust
- Warnung vor Konsequenzen im Mittelpunkt eines Vortrags in der BLB
Breite Rückendeckung für den Kampf gegen einen Ausverkauf von Handschriften, Inkunabeln, Frühdrucken und Musikalien
erhielt der Direktor der Badischen Landesbibliothek (BLB) Dr. Peter Michael Ehrle vergangene Woche bei seinem eigentlich
als historisches Bibliotheksportrait im Rahmen des Baden-Jubiläums gedachten Vortrag. Inzwischen bekommt er weltweit
Flankenschutz. Auch auf der Frankfurter Buchmesse gibt es darüber eine Podiumsdiskussion und liegen Unterschriftenlisten aus.
Im Stephanssaal verlangte Mitveranstalter Robert Mürb von der Landesvereinigung Baden in Europa vor Politikern,
darunter Kulturbürgermeister Ullrich Eidenmüller und der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober, Experten und
Bürgern, sich das "nicht gefallen zu lassen" und forderte wie OB Fenrich Mittel der Landesstiftung. Außerdem regte
er eine Ausstellung der Schätze an.
- ka-news, 06.10.06:
Badischer Kulturgüterstreit:
ka-news fordert Soli für Oetti
Der Badische Kulturgüterstreit - im folgenden kurz BKS genannt - bewegt inzwischen sogar bundesweit die
Gemüter, nachdem sich dieser Tage auch der Kulturausschuss des Bundestages mit der Frage beschäftigte, was aus
den Kunstschätzen werden soll, um die sich das Land und das Haus Baden seit Anbeginn der Zeiten streiten.
- ka-news, 06.10.06:
Im Kreuzfeuer der Kritik:
Land signalisiert Kompromissbereitschaft
Der Protest gegen den geplanten Handschriftenverkauf ebbt nicht ab und nimmt immer breitere Ausmaße an.
Neben Wissenschaftlern aus aller Welt (ka-news berichtete) bezieht nun die katholische Kirche klar
Position gegen die Veräußerungspläne - siehe auch gesonderten Kommentar: "ka-news fordert Soli für Oetti"
(ka-news berichtete). In der unter Beschuss geratenen Landesregierung zeichnet sich ein langsamer Stimmungswechsel ab.
- F.A.Z.NET, 06.10.06:
Glosse Feuilleton:
Handschriftenaffäre
Genau betrachtet, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg in einer Art Bescheidenheit - fast tragisch -
ihre eigene Bedeutung unterschätzt. Oder noch genauer: wenigstens die der Kulturschätze im heutigen Land
Baden, das früher halt einmal die im innersten Europa gelegene Wiege der Kultur war. Da gibt man, so muß
man sich in Stuttgart gedacht haben, für siebzig Millionen Euro ein paar mehr oder weniger berühmte
Handschriften her, die sowieso fast keiner sieht, und bekommt dafür die ganze Anlage Salem, die alle
enorm gut sehen können und gegebenenfalls auch begehen. Aber interessant: Plötzlich zeigte sich, daß
solche Handschriften durchaus gespeichert sind in den Köpfen der Leute und also ganz unglaublich
sichtbar werden können - und dieses global (was hier einmal wörtlich zu nehmen ist).
- F.A.Z., 06.10.06:
Hände weg vom Erbe!
Die Bestürzung über die Bereitschaft Baden-Württembergs, Handschriften sowie unersetzliche Buchmalerei,
darunter Meisterwerke von der Reichenau, aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu verkaufen,
wird allein durch den Proteststurm in der Öffentlichkeit gemildert. Diese Reaktion ist gleichsam ein Vitalitätstest.
Die Politiker, die wohl dachten, solche Antiquitäten hätten heute keine Lobby mehr und seien aus dem Gedächtnis
verschwunden, täuschten sich gründlich: So geschichtsvergessen, so unwissend und so gleichgültig ist
das Publikum nicht.
- F.A.Z., Leserbrief, 06.10.06:
Kulturgüter schutzlos?
Es fällt nicht leicht, angesichts des Ausverkaufs der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek
Karlsruhe die Ruhe zu bewahren. Das Perfide daran ist: Das Land Baden-Württemberg hat alle Trümpfe in der Hand,
was den möglichen Schutz der unersetzlichen Handschriften angeht. ...
weitere Informationen
- Le Monde, 06.10.06:
Il faut sauver les manuscrits de Karlsruhe
L'émotion est considérable dans tous les milieux de l'université et de la culture d'outre-Rhin : le gouvernement
du Land de Bade-Wurtemberg aurait passé avec l'ancienne famille grand-ducale de Bade un accord tenu jusqu'à présent
secret, mais qui vient d'être révélé au grand jour. En échange du versement de 70 millions d'euros, l'actuel margrave
s'engagerait à éteindre définitivement une vieille querelle juridique avec l'Etat. Pour trouver cette somme, le
gouvernement, à Stuttgart, ne propose rien de moins que de vendre aux enchères 3 500 manuscrits médiévaux, parmi
les 4 200 que possède la bibliothèque du Land, à Karlsruhe.
... weitere Informationen
- Badische Neueste Nachrichten, 06.10.06:
Wieder Bewegung im Handschriftenstreit - Landesregierung reagiert auf zahlreiche Proteste
Im Streit um die Karlsruher Handschriften zeichnet sich möglicherweise eine Wende ab.
Nach einem Krisengespräch mit Vertretern der Landespolitik und badischer Kultureinrichtungen im
Stuttgarter Staatsministerium ließ der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU)
gestern mitteilen, über einen Verkauf von Handschriften sei noch keine Entscheidung gefallen.
- Badische Neueste Nachrichten, 06.10.06:
"Der Druck war erfolgreich" - Grüne und SPD zum Handschriftenstreit / Protest aus Weimar
Im aktuellen Streit um die Karlsruher Handschriften (wir berichteten) haben sich nun auch die Grünen demonstrativ zum Erhalt der
kostbaren, in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrten Sammlung bekannt. ...
Auch die Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel hat sich der breiten Kritik an dem geplanten Verkauf von
Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe angeschlossen.
- netzeitung, 06.10.06:
Kritik an Oettingers Kniefall vor dem Adel
-
Die Stuttgarter Landesregierung gerät wegen eines geplanten Handschriften-Verkaufs zunehmend unter Druck.
Kritiker beklagen, dass damit das Haus Baden saniert werden soll.
Im Streit um den Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek hat Baden-Württembergs
SPD-Landtagsfraktion die Stuttgarter Landesregierung scharf angegriffen. Das Land sei vor den vermeintlichen
Ansprüchen des Hauses Badens eingeknickt, ohne wirklich zu prüfen, kritisierte SPD- Fraktionsvorsitzende
Ute Vogt am Freitag in Stuttgart: "Aus unserer Sicht hat die Landesregierung sehr vorschnell ihre
Rechtsposition geräumt." Sie forderte einen Stopp der Verhandlungen zwischen der Landesregierung und dem Haus Baden.
- ngo-online, 06.10.06:
Haus Baden: "Umstrittene Abfindung eines Adelshauses"
Nach heftiger Kritik aus dem In- und Ausland modifiziert die baden-württembergische Landesregierung möglicherweise
ihren Plan, wertvolle Handschriften der Badischen Landesbibliothek zu verkaufen. Das Land hat mit dem
Markgrafenhaus Baden einen Vergleich über strittige Eigentumsverhältnisse an Kulturgütern geschlossen,
wonach für den Erhalt und die Sanierung von Schloss Salem 70 Millionen Euro vorgesehen sind.
- Stuttgarter Zeitung, 06.10.06:
Großherzog von Baden: Das Testament
Im Staatsarchiv Freiburg liegt unter der Signatur C 25/3 Nr. 111 eine Akte des Badischen Ministeriums des Kultus und
Unterrichts aus dem Jahre 1952, die sich mit der beabsichtigten Gründung einer "Zähringer-Stiftung" befasst.
weitere Informationen
- Stuttgarter Zeitung, 06.10.06:
Eine Stiftung, die offiziell nichts besitzt
- Letzter Wille nur teilweise vollstreckt: Kunstgegenstände nie an Zähringer-Stifung übertragen
Geht es nach dem Willen eines verstorbenen badischen Großherzogs, dann dürfen die derzeit so umstrittenen
Handschriften gar nicht verkauft werden. Aber das Testament Friedrichs II. spielt im Millionenpoker
offensichtlich keine Rolle.
weitere Informationen
- Stuttgarter Zeitung, 06.10.06:
Oettinger sucht einen Ausweg aus der Krise
- Regierungschef schlägt jetzt ein "Drei-Säulen-Modell" vor
Nach den Protestwellen der vergangenen Tage versucht Ministerpräsident Günther Oettinger den Streit um die mittelalterlichen
Handschriften zu entschärfen. Dazu hat er ein Drei-Säulen-Modell entwickelt.
Aber auch nach einem Spitzentreffen im Staatsministerium bleiben Fragen offen.
- Stuttgarter Zeitung, 06.10.06:
"Der Ruf als Kulturnation ist beschädigt"
- Von Honolulu bis Rom beschweren sich Experten über den Plan der Landesregierung
Die Pläne der Landesregierung, Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek zu verkaufen, stoßen auch
international auf große Ablehnung. Eine Expertengruppe europäischer Bibliotheken fordert:
"Die Diaspora von Kulturgütern aus Deutschland muss beendet werden."
- Deutschlandradio, 06.10.06:
Es geht darum, einen Kunstbestand im Wert von
300 Millionen Euro zu sichern - Wissenschaftsminister Frankenberg: Handschriftenstreit soll Rechtssicherheit herstellen
Im Streit um den Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe geht der
baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg davon aus, dass auch landeseigene Kunst veräußert werden muss.
- SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 06.10.06:
Handschriften: Kommando zurück
- Baden-Württembergs Landesregierung ändert ihren Kurs in Sachen Handschriftenverkauf.
Sollten ursprünglich rund 70 Millionen Euro erlöst werden, einigte man sich nun auf ein "Drei-Säulen-Modell"
aus Verkauf, Sponsoring und Zuschuss.
Das Eckzimmer in der Villa Reitzenstein war gut besetzt. Etwa 30 Männer und Frauen kamen auf Einladung des
Regierungschefs ins Staatsministerium, um die knifflige Angelegenheit zu besprechen. Mit derart geballter,
fast aggressiver Kritik hatten die Verhandler von Land und Haus Baden offenbar nicht gerechnet. Und auch
wenn Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) in der abendlichen Runde mehrfach einen Durchhalteappell an die
Regierungsvertreter richtete, man solle wegen des anzustrebenden Schuldenabbaus kein Landesgeld einbringen,
wollte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) den Richtungswechsel.
- SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 06.10.06:
Aufgewacht
Die Landesregierung rückt ab von ihrem Plan, die Handschriftensammlung zu veräußern, um dem Haus Baden hohe
Hypothekenlasten zu ersparen. Das ist beileibe kein Kurswechsel. Denn noch immer stellt sich das Land auf den
Standpunkt, dass auch der Markgraf und nicht allein der Staat Eigentümer der wertvollen Bände sei. Und doch ist man
froh über das späte Erwachen.
- Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement der Hochschule der Medien Stuttgart, 06.10.06:
Stellungnahme
zum geplanten Verkauf der Handschriftenbestände der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe
Lehrende und Studierende des Studiengangs Bibliotheks- und Informationsmanagement an der
Hochschule der Medien in Stuttgart sind bestürzt über die Pläne der Landesregierung, den Kern der
einzigartigen Handschriftenbestände der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe auf dem freien Markt zu verkaufen.
- SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, 06.10.06:
Pressemitteilung vom 06.10.2006 -
- Ausverkauf von Kulturgütern: Kotau vor dem Adel
Ute Vogt: "Die Landesregierung hat vor dem Haus Baden kapituliert, ohne dessen Ansprüche wirklich zu prüfen"
- MdL Nils Schmid: "Die Regierung ist ein miserabler Anwalt der Vermögensinteressen des Landes"
- Deutschlandradio, 06.10.06:
SPD
in Stuttgart und Kulturrat kritisieren Ministerpräsident Oettinger im Handschriften-Streit
Im Streit um den Verkauf der 'badischen Handschriften' ist die Landes-SPD unzufrieden mit der gestern von
Ministerpräsident Günther Oettinger vorgestellten Lösung. Auch nach dem Krisengipfel habe sich die Lage nicht
verbessert, sagte Fraktionschefin Ute Vogt in Stuttgart. Der Deutsche Kulturrat kritisierte, hauptsächlich
solle die Kultur des Landes für das Haus Baden bluten.
- Deutschlandradio, 06.10.06:
Kulturrat kritisiert
Drei-Säulen-Modell bei Streit um Handschriften
Im Streit um den Verkauf der 'badischen Handschriften' hat der Deutsche Kulturrat die Landesregierung in Stuttgart
kritisiert. Es sei mehr als bedenklich, dass der Kulturetat des Landes zwei Mal zur Finanzierung des Hauses
Baden herhalten solle, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Er wandte sich damit gegen den gestern von
Ministerpräsident Günther Oettinger vorgestellten Plan.
- Times Literary Supplement, Leserbrief 06.10.06:
German manuscript collections
Sir, - I was shocked, as most of your readers were, I am sure, to learn, from Nicolas Barker's account earlier this year,
about the demise of the Macclesfield Library (Commentary, June 23). A similar fate is currently being
contemplated for one of the most prestigious manuscript collections in Germany, which has been in the care of
Karlsruhe's Badische Landesbibliothek for over a century.
- SWR Fernsehen, 06.10.06:
Handschriftenstreit:
Frankenberg appelliert an Solidarität der Kunsteinrichtungen im Land
- SPD lehnt Verkauf von Kulturgütern für das Schloss Salem ab
An die Solidarität der Kunsteinrichtungen des ganzen Landes hat Kunstminister Peter Frankenberg appelliert, um den
Vergleich des Landes mit dem Haus Baden finanzieren zu können. Es solle vermieden werden, dass nur eine Institution - die Badische
Landesbibliothek - die Last der Finanzierung trägt, sagte er gegenüber SWR2. Nach einem Spitzengespräch am Mittwochabend im
Staatsministerium müsse zwar am Verkauf von Kunst-, Bibliotheks- und Wissenschaftsgegenständen festgehalten werden. Allerdings bestehe
kein Zeitdruck mehr. Zudem müssten lediglich 30 Millionen Euro aufgebracht werden, um den Vergleich mit dem Haus Baden zu
finanzieren, nicht wie zunächst angenommen 70 Millionen Euro.
- swr.de, 06.10.06:
SPD wirft Regierung Kniefall vor badischem Adel vor -
Im Streit um den Verkauf von Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek wirft die SPD-Landtagsfraktion
der Landregierung einen Kniefall vor dem Adel vor. "Aus unserer Sicht hat die Landesregierung sehr
vorschnell ihre Rechtsposition geräumt", sagte Fraktionschefin Ute Vogt.
Da das Land vor den vermeintlichen Ansprüchen des Hauses Baden eingeknickt sei, ohne diese wirklich zu prüfen,
forderte Vogt einen Stopp der Verhandlungen. Auch nach dem Krisengipfel im Staatsministerium habe sich die
Situation nicht verbessert. "Es wird versucht zu vermischen, was nichts miteinander zu tun hat", erklärte Vogt
mit Blick auf die Bewahrung des Schlosses Salem am Bodensee, die mit dem Verkauf von Kulturgütern finanziert
werden soll. Zu dem Thema hat die SPD auch eine Aktuelle Debatte für kommende Woche im Landtag beantragt.
- Bild, 06.10.06:
Verscherbelt Oettinger jetzt Gemälde statt Handschriften? -
Der große Streit um unser Kulturgut
Sie nannten ihn Kulturbanause und Kunst-Kannibale, weil er kostbare Handschriften verscherbeln und damit
das Haus der badischen Adelsfamilie sanieren will. Jetzt gibt Ministerpräsident Günther Oettinger (52, CDU)
dem Druck der internationalen Fachwelt nach, macht einen Rückzieher!
- Juraforum, 06.10.06:
Handschriftenstreit: Frankenberg appelliert an Solidarität
der Kunsteinrichtungen im Land SPD lehnt Verkauf von Kulturgütern für das Schloss Salem ab
An die Solidarität der Kunsteinrichtungen des ganzen Landes hat Kunstminister Peter Frankenberg appelliert, um den
Vergleich des Landes mit dem Haus Baden finanzieren zu können. Es solle vermieden werden, dass nur eine Institution - die Badische
Landesbibliothek - die Last der Finanzierung trägt, sagte er gegenüber SWR2. Nach einem Spitzengespräch am Mittwochabend im
Staatsministerium müsse zwar am Verkauf von Kunst-, Bibliotheks- und Wissenschaftsgegenständen festgehalten werden. Allerdings bestehe
kein Zeitdruck mehr. Zudem müssten lediglich 30 Millionen Euro aufgebracht werden, um den Vergleich mit dem Haus Baden zu
finanzieren, nicht wie zunächst angenommen 70 Millionen Euro. Dieser Vergleich wiederum sichere dem Land Kunst- und
Wissenschaftsgegenstände im Wert von 300 Millionen Euro. Die Landesregierung halte wegen der zu erwartenden Rechtssicherheit am
Vergleich mit dem Haus Baden fest.
- Stuttgarter Zeitung, 06.10.06:
Handschriftenverkauf: Land sucht Alternativen
- Oettinger: Entscheidung noch nicht gefallen
Unter dem Druck weltweiter Proteste am geplanten Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek
sucht das Land Baden-Württemberg nun Alternativen. Über einen Verkauf von Handschriften sei noch nicht entschieden,
ließ Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) am Donnerstag in Stuttgart nach einem Krisengespräch wissen. Damit
wich er von der bisherigen Linie der Landesregierung ab. Er wolle die badischen Kulturgüter sichern.
- Kultura extra, 06.10.06:
Drei, zwei, eins - Deins?
- Über den Verkauf wertvolle mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe
Ein bemerkenswerter Vorgang ist das, der da nun schon seit zwei Wochen im konservativ regierten Baden-Württemberg
seinen Lauf nimmt: Wertvolle mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe sollen
dort nach dem Plan der von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) angeführten Regierung im Rahmen eines Vergleichs
mit dem Adelshaus Baden verkauft werden.
- f.-a.net, 06.10.06:
Auch Alternative zu Handschriften-Verkauf umstritten
Nach dem Einlenken der baden-württembergischen Landesregierung im Handschriften-Streit appelliert
Landeskunstminister Peter Frankenberg (CDU) an die Kunsteinrichtungen, ihren Beitrag für eine Ersatzlösung
zu leisten. Es solle vermieden werden, dass nur die Badische Landesbibliothek die Last der Finanzierung des
Vergleichs mit dem Markgrafenhaus Baden trage, sagte der Minister am Freitag.
- Heilbronner Stimme, 06.10.06:
Land will alte Handschriften behalten
- Der Druck von Experten aus aller Welt gegen den geplanten Verkauf wertvoller Handschriften aus den Beständen
der Badischen Landesbibliothek zeigt Wirkung: Sponsoren sollen zumindest einen Teil der Kunstwerke ankaufen und
anschließend den staatlichen Einrichtungen als Dauerleihgabe überlassen.
Ministerpräsident Günther Oettinger bot bei einem Spitzengespräch mit den Chefs der Karlsruher Museen und mehreren
CDU-Landtagsabgeordneten an, den eingeworbenen Betrag zu verdoppeln.
- Archivalia / Mediaevistisches Institut, Fribourg, 06.10.06:
Concerne: Dispersal of the Karlsruhe library
Dear Mr. Oettinger,
We are participants in a workshop for postgraduates specialised in medieval studies, arranged by the
Medieval Institute in Fribourg (2.- 6.10.2006), students and professors from Switzerland, Belgium,
Denmark, England, Estonia, Germany, Italy, Latvia, Lithuania and the United States. We have followed
the events of the last weeks relating to the fate of the manuscript collections in Karlsruhe with dismay,
-with dismay that it is possible in the year 2006 for the government of a modern state even to envisage
the breaking up of a historical collection of books and documents which, as an ensemble, provides a
major source for our understanding of German and European history.
- Archivalia, 06.10.06:
Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten
- Archivalia, 06.10.06:
Herzog August Bibliothek spricht von Vertrauensbruch
- Süddeutsche Zeitung, 06.10.06:
Das Drei-Säulen-Modell
- Mit Kompromissen versucht Baden-Württemberg die Karlsruher Handschriften zu retten
Am Donnerstag schrieben ihm auch noch die Benediktiner-Mönche, was sie vom geplanten Handschriften-Verkauf halten.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte in den vergangenen Tagen stets gesagt, er habe mit
Kritik gerechnet, aber mit so viel dann wohl doch nicht. "Dieser Vorgang degradiert eine Bibliothek europäischen
Ranges zur entbehrlichen Verpfändungsmasse", teilten ihm die Ordensleute mit.
- Bietigheimer Zeitung, 06.10.06:
BADEN-DEAL / HANDSCHRIFTEN-VERKAUF OFFEN: Oettinger sucht andere Lösungen
- Solidarbeitrag von Museen eingefordert
Setzen sich die Kritiker des geplanten Handschriftenverkaufs durch? Nach einem Krisengipfel steht jetzt die
Veräußerung von anderen Kunstwerken zur Debatte.
Gut drei Stunden dauerte der Krisengipfel in Sachen Baden-Deal, zu dem Ministerpräsident Günther Oettinger am
Mittwochabend Kabinettsmitglieder, Landtagsabgeordnete, Chefs von Karlsruher Kultureinrichtungen und
Spitzenbeamte geladen hatte. Unter dem Eindruck massiver öffentlicher Proteste wurde nach der Sitzung mit
den rund 30 Teilnehmern gestern mitgeteilt, "über den Verkauf von Handschriften ist noch nicht entschieden."
05.10.2006:
- F.A.Z., Leserbrief von Dr. Peter Michael Ehrle, Direktor der Badischen Landesbibliothek, 05.10.06:
Für Baden und Europa verloren?
Zu den Artikeln über den Ausverkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe
(F.A.Z.-Feuilleton vom 22. September): ...
- F.A.Z., 05.10.06:
Das Recht ist das Recht und nicht bloß eine Behauptung -
Nach allen Regeln der Domänenfrage: Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek sind Staatseigentum /
von Winfried Klein
Den zahlreichen Protesten gegen den noch immer nicht abgesagten Verkauf von Handschriften der Badischen
Landesbibliothek Karlsruhe, dessen Erlös den Erhalt der markgräflischen Anlage Schloß Salem sicherstellen soll,
haben sich nun auch der Freiburger Erzbischof Zollitsch, die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
und die Direktoren aller baden-württembergischen Landes- und Universitätsbibliotheken angeschlossen.
Welche Gründe kann die baden-württembergische Landesregierung diesem Protest entgegensetzen?
Unser Artikel auf dieser Seite zeigt im Anschluß an den Beitrag des Heidelberger Rechtswissenschaftlers
Reinhard Mußgnug (F.A.Z. vom 29. September), daß für die Veräußerung der Handschriften keine rechtliche Basis gegeben ist -
und mithin keine Notwendigkeit. Denn alles spricht dafür, daß die Karlsruher Handschriften - und
wahrscheinlich nicht nur diese, sondern sämtliche, dem sogenannten "Domäneneigentum" zugehörige Kulturgüter -
dem Anspruch des Hauses Baden entzogen sind: Unverständlich ist vor diesem juristischen Hintergrund die Position
der Landesregierung, das Risiko eines Prozesses in Sachen der Kulturgüter, die zwischen Prinz Bernhard von
Baden und dem Land Baden umstritten sind, sei so hoch einzuschätzen, daß vorauseilend ein Vergleich vorzuziehen sei -
die Gemälde für das Land, die Handschriften als Opfer für Schloß Salem. Nun ist die Regierung von Ministerpräsident Oettinger
(CDU) in der Pflicht: einer Öffentlichkeit gegenüber, die zunehmend irritiert auf die beharrliche Weigerung der Regierung
reagiert, Belege für ihren Standpunkt vorzulegen. ...
- Radio Vatikan - Die Stimme des Papstes und der Weltkirche, 05.10.06:
Benediktiner protestieren gegen Handschriftenverkauf
Der Protest gegen den geplanten Verkauf kostbarer Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in
Karlsruhe hält an. Heute forderten 20 benediktinische Äbtissinnen und Äbte aus dem deutschen Sprachraum den
baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) in einem offenen Brief auf, von dem Vorhaben
abzulassen. Die Gesellschaft werde um ihr Erbe betrogen. Ein Großteil der Sammlung stammt aus den im Zuge der
Säkularisation aufgehobenen Benediktinerklöstern Reichenau, St. Peter und St. Blasien.
- TAZ - Die Tageszeitung, 05.10.06:
Altes Pergament wird zum Politikum
- Die Stuttgarter Landesregierung will mittelalterliche Handschriften an Privatsammler versteigern.
Das geplante Geschäft mit dem Fürstenhaus Baden stößt weltweit auf Protest. Fachleute warnen, der Deal käme
einer "zweiten Säkularisierung" gleich.
Dass sich nicht nur fachspezifischer, sondern auch handfester, parteiinterner Protest ausgerechnet an altem Pergament
entzünden könnte, hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nicht angenommen.
- Aktuelle Radio- und Fernsehsendungen zum Verkauf der Handschriften:
Donnerstag, 05.10.2006, 20.15 Uhr, SWR-Fernsehen
Ausverkauf im Fürstenhaus - Wem gehören die Handschriften?
Ländersache Baden-Württemberg - Thema der Woche - mit Jacqueline Stuhler
Samstag, den 07.10.2006, 15.05 Uhr, SWR-Südwestrundfunk
Die Baden-Württemberg-Ausgabe der Sendung
"SWR2 Literatur im Land" (Thema: Handschriften der Badischen Landesbibliothek)
stellt die Gebetbücher,
Chroniken und einzigartigen Prachtbände der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe vor, so z. B. das Stundenbuch aus
dem Jahr 1490, das der badische Markgarf Christoph I. in einer Pariser Werkstatt anfertigen ließ. Zu dem
Handschriftenschatz zählt auch das von einem Augsburger Künstler ausgemalte Gebetbuch der Susanna von Brandenburg
aus dem Jahr 1520. Es gelangte als Mitgift nach Baden. Die knapp halbstündige Sendung erläutert den Wert dieser
Handschriftensammlung für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit.
Sonntag, den 08.10.2006, 14.05 Uhr, SWR-Südwestrundfunk
Am Sonntag spricht Eggert Blum in der Reihe
"SWR2 Zeitgenossen" (Thema: Handschriften der Badischen Landesbibliothek)
mit dem Heidelberger Rechtswisssenschaftler Prof. Reinhard Mußgnug, der sich wie kaum ein anderer intensiv mit den
Besitzverhältnissen der Handschriften auseinandergesetzt hat. Er hat in der Debatte um den geplanten Verkauf von Handschriften
aus der Badischen Landesbibliothek klar Stellung bezogen, indem er feststellte, dass die Handschriften dem Staat gehören und nicht
der markgräflichen Familie.
- Ordensgemeinschaften in Deutschland, 05.10.06:
MÖNCHE BEKLAGEN ZWEITE ENTEIGNUNG
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die Nachricht über den drohenden Verkauf kostbarer Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek schmerzt uns
Benediktiner in besonderer Weise. Schließlich stammt ein Großteil der Sammlung aus den in der Säkularisationszeit
aufgehobenen Klöstern unseres Ordens, darunter die Abteien Reichenau, St. Peter und St. Blasien.
Die damaligen Aufhebungskommissare wußten immerhin, dass die Mönchsbibliotheken zu den großen Schatzkammern des
europäischen Geistes zählten. Es gelang deshalb oft genug, diese als Ensemble zu retten und in die pflegliche
Fürsorge der öffentlichen Hand zu überführen. Die Handschriften wurden mit Steuermitteln konserviert und erschlossen.
Ein Verkauf in alle Welt käme nun einer zweiten Enteignung gleich. Leidtragender wäre diesmal die ganze
Gesellschaft, die um ihr kulturelles Erbe betrogen wird.
- Landesportal Baden-Württemberg, 05.10.06:
Spitzengespräch
zur Sicherung badischer Kulturgüter
- Ministerpräsident Günther H. Oettinger: Ziel ist für alle Seiten zumutbare Gesamtlösung - Gründlichkeit vor Schnelligkeit
Unter Leitung von Ministerpräsident Günther H. Oettinger hat am 4. Oktober 2006 im Staatsministerium ein
Gespräch zur Sicherung badischer Kulturgüter stattgefunden. Daran teilgenommen haben neben zahlreichen
Vertretern aus der Landespolitik auch Leiter badischer Kultureinrichtungen. Ziel des Gesprächs war es,
die mit dem Haus Baden beabsichtigte Vereinbarung zu erläutern und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie eine
Finanzierung unter möglichster Schonung vorhandener Kulturgüter erreicht werden könnte.
- Landesvereinigung Baden in Europa e. V., 05.10.06:
Unterschriftenliste (PDF)
- Kein Ausverkauf Badischen Kulturgutes! Handschriften von Weltrang müssen in Karlsruhe bleiben.
- Badische Neueste Nachrichten, 05.10.06:
Kritik an Handschriftenverkauf wächst weiter -
Erbprinz: Rechtsstreit wäre "verheerend" / Protest von Erzbischof und mehreren Institutionen
Während die internationalen Proteste gegen den geplanten Verkauf der Karlsruher Handschriftensammlung (wir berichteten mehrfach)
sich immer weiter ausweiten, hält das Haus Baden an den Plänen fest.
- Bibliothek & Information Deutschland (BID) - Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheks- und Informationsverbände, 05.10.06:
Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, Vertreter von Kultur und Wissenschaft sind geschockt, und auch als Dachverband
der Bibliotheksverbände stehen wir Ihrem Plan fassungslos gegenüber: Die von Ihnen geführte Landesregierung, beabsichtigt,
deutsches Kulturgut von überragender Bedeutung aus der Badischen Landesbibliothek zu entfernen
und zum Verkauf anzubieten. Tausende von unersetzlichen mittelalterlichen
Handschriften und Frühdrucken sollen der Wissenschaft entzogen werden.
- ka-news, 05.10.06:
Handschriften-Streit: Juristen bezweifeln Herausgabeansprüche
Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen äußert sich in einer aktuellen
Pressemitteilung zum geplanten Verkauf der Handschriften des Badischen Landesbibliothek (ka-news berichtete).
Nach derzeitigem Kenntnisstand beurteilt die Gemeinschaft die Durchsetzbarkeit etwaiger Ansprüche des Hauses Badens
wegen Verjährung zumindest als fraglich.
- Osthessen-News, 05.10.06:
"Allianz der Ignoranz" - Protest gegen Verkauf mittelalterlichen
Handschriften
- Hessischer Rundfunk, 05.10.06:
Marburger
Protest gegen Handschriftenverkauf -
Baden-Württemberg will wertvolle historische Handschriften verkaufen, um dem finanziell angeschlagenen Adelshaus Baden
unter die Arme zu greifen. Zwei hessische Professoren haben eine Protestaktion gegen den Verkauf gestartet - offenbar mit Erfolg.
- SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, 05.10.06:
Pressemitteilung vom 05.10.2006 -
- Krisengipfel zum Handschriftenverkauf: Oettinger in der Sackgasse
Ute Vogt: "Das Grundübel ist und bleibt, dass sich die Landesregierung in vorauseilendem Gehorsam den
Besitzansprüchen des Hauses Baden unterwirft" -
SPD erzwingt Stellungnahme der Landesregierung im Landtag
Der Krisengipfel der Landesregierung zum geplanten Handschriftenverkauf hat nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion
keine grundlegende Wende gebracht, Oettinger stecke vielmehr in der Sackgasse.
- Yahoo, 05.10.06:
Oettinger
sucht nach Alternativen zum Verkauf von Handschriften
In der Diskussion über den umstrittenen Verkauf von wertvollen mittelalterlichen Handschriften aus der
Sammlung der Badischen Landesbibliothek denkt die Stuttgarter Landesregierung über Alternativen nach.
Ministerpräsident Günther Oettinger sagte am Donnerstag, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Ziel sei
eine für alle Seiten zumutbare Gesamtlösung. Durch das Geschäft sollten bis zu 70 Millionen Euro erzielt werden,
um das Schloss Salem am Bodensee dauerhaft zu sichern.
Das Land strebt mit dem Haus Baden einen Vergleich an, um endlich die Auseinandersetzungen um die Eigentumsverhältnisse
von Kulturgütern zu beenden.
- Yahoo, 05.10.06:
Bewegung im Handschriften-Streit
Nach heftiger Kritik aus dem In- und Ausland relativiert die baden-württembergische Landesregierung ihren Plan,
wertvolle Handschriften der Badischen Landesbibliothek zu verkaufen.
- arbido, 05.10.06:
Schlussverkauf im Hause Baden
(arbido ist das gemeinsame professionelle Organ des Verbands der Bibliotheken und Bibliothekarinnen/Bibliothekare
der Schweiz (BBS), des Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) und der Schweizerischen
Vereinigung für Dokumentation (SVD).)
Dank ihrer bedeutenden mittelalterlichen Handschriftensammlung zählt die Badische Landesbibliothek in
Karlsruhe zu den wichtigsten europäischen Bibliotheken. Noch, denn die baden-württembergische Landesregierung
will dem Markgrafen von Baden einen Grossteil der kulturhistorisch bedeutenden Sammlung im Wert von rund 70 Millionen
Euro zum Verkauf überlassen.
- Stuttgarter Zeitung, 05.10.06:
"Es muss eine Einigung kommen -
anders geht es nicht"
- Erbprinz Bernhard von Baden verteidigt den geplanten Verkauf von einmaligen Handschriften, um Schloss Salem zu erhalten
Die Landesregierung will trotz großer Proteste aus dem In- und Ausland am geplanten Verkauf der Handschriftensammlung
aus der Badischen Landesbibliothek festhalten. Wolfgang Messner fragte Erbprinz Bernhard von Baden, wie es aus
seiner Sicht weitergehen soll.
- Stuttgarter Zeitung, 05.10.06:
Der schwarze Peter liegt bei Frankenberg
- Der Minister muss den Ausverkauf exekutieren - Oettinger lädt zu Gespräch ins Staatsministerium
Peter Frankenberg und Gerhard Stratthaus gelten als Leuchttürme im Landeskabinett. Bleibt es beim Verkauf der
badischen Handschriften, ist der Finanzminister fein raus, der schwarze Peter liegt beim Kollegen vom Wissenschaftsressort.
- Stuttgarter Nachrichten, 05.10.06:
Handschriften-Verkauf: Protest in CDU-Fraktion
- Krisensitzung im Staatsministerium
Der Widerstand gegen den geplanten Verkauf badischer Kunstschätze hält an: Auch in der Katholischen Kirche
und in der CDU-Landtagsfraktion stößt das Vorhaben auf Kritik. Ministerpräsident Günther Oettinger hat
unterdessen für Mittwochabend eine Krisensitzung einberufen.
- netzeitung, 05.10.06:
Oettinger überdenkt Handschriften-Verkauf
-
Die baden-württembergische Landesregierung reagiert auf Protest gegen den geplanten Verkauf kulturhistorisch
bedeutender Handschriften. Mit dem Erlös sollte ein anderes Kulturgut finanziert werden.
Nach internationaler Kritik am geplanten Verkauf kulturhistorisch bedeutender Handschriften aus der Badischen
Landesbibliothek sucht die baden-württembergische Landesregierung nach Alternativen. Über einen Verkauf von
Handschriften sei noch nicht entschieden, teilte das Staatsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit.
- Kulturinformationszentrum des Deutschen Kulturrates und der ConBrio Verlagsgesellschaft, 05.10.06:
"Drei-Säulen-Modell" für Handschriften
- Bewegung im Handschriften-Streit - Ministerpräsident Oettinger schlägt "Drei-Säulen-Modell" vor - Weitere Gespräche geplant
- SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 05.10.06:
Neue Proteste gegen "Ausverkauf"
Der geplante Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe sorgt weiterhin für
Turbulenzen. Neben Wissenschaftlern äußern sich auch Stimmen aus der katholischen Kirche abschlägig über das Vorhaben.
Die Union der deutschen Akademien machen gegen die umstrittenen Teilverkäufe mobil: Die Dachorganisation der sieben
Wissenschaftsakademien forderte die Bundesregierung auf, die Handschriftensammlung der Bibliothek auf die Liste der
nationalen Kulturgüter zu setzen.
- freiepresse.de, 05.10.06:
Land Sachsen: Wir verkaufen keine Kulturgüter
- Finanzministerium folgt dem baden-württembergischen Vorstoß nicht - Stuttgart will
kostbare Handschriften verkaufen - Weltweit Proteste
Keinen Grund zur Sorge über die Veräußerung von Kulturgut aus Landesbesitz gibt es derzeit in Sachsen.
Befürchtungen, dass der geplante Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek
Karlsruhe durch die Landesregierung in Stuttgart Schule machen könne, sind nach Auskunft des Pressesprechers
des sächsischen Finanzministeriums, Burkhart Beyer, gegenstandslos. "Der Freistaat Sachsen trägt sich nicht
mit ähnlich gelagerten Vorhaben", sagte Beyer auf Anfrage der "Freien Presse".
- Archivalia, 05.10.06:
Nachrichten zum Karlsruher Handschriftenstreit
- Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, 05.10.06:
Jürgen
Walter: Handschriftensammlung nicht auseinanderreißen
Weitere Pressemitteilungen:
28.09.06: Grüne
werfen Landesregierung mangelndes Verständnis für Kunst und Geschichte vor
25.09.06: Grüne
lehnen Verkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek ab
- Bild, 05.10.06:
Handschriften-Verkauf: Literaten wettern gegen Oettinger
Der Protest gegen den geplanten Verkauf kostbarer, mittelalterlicher Handschriften (für etwa 70 Millionen Euro)
zugunsten des badischen Adelshauses geht weiter! Jetzt wettert die internationale Schriftstellervereinigung PEN
gegen Ministerpräsident Günther Oettinger (52, CDU).
- Deutschlandradio, 05.10.06:
Protestbrief gegen Handschriftenverkauf
Der Verkauf der badischen Handschriften wäre ein beispielloser Akt der Barbarei. Warnen mehr als 2.500 Fachleute und
Wissenschafter in einem offenen Brief an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger.
Dem Land würde mit der Veräußerung der mittelalterlichen Handschriften ein zentraler Bestand seines kulturellen Erbes genommen.
- Deutschlandradio, 05.10.06:
Landesregierung in Stuttgart
sucht im Streit um Handschriftenverkauf nach Alternativen
In den Streit um den Verkauf der 'badischen Handschriften' kommt Bewegung. Nach Kritik aus dem In- und Ausland
suche die Landregierung in Stuttgart nun nach Alternativen, sagte FDP-Fraktionschef Ulrich Noll der DPA.
Statt der mittelalterlichen Handschriften sollten nun andere Kunstwerke - etwa Gemälde - veräußert werden.
- Echo Online, 05.10.06:
PEN kritisiert Schriftenverkauf
"Mit Unverständnis und Empörung reagiert das PEN-Zentrum Deutschland auf die Absicht der baden-württembergischen
Landesregierung, historische Handschriften zu verkaufen, um Schloss Salem zu sanieren", heißt es in einer
Pressemitteilung von PEN-Generalsekretär Wilfried F. Schoeller. Ein solcher Verkauf aus den Sammlungen der
badischen Landesbibliothek sei eine grobe Verletzung der staatlichen Pflicht, über die Kulturgüter in
öffentlichem Besitz zu wachen, sie zu erhalten und zu pflegen.
04.10.2006:
- 04.10.06:
Offener Brief
an den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg und die Abgeordneten
des Landtags von Baden-Württemberg - von über 2500 Fachleuten unterzeichnet. (Format:PDF)
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
ungläubig und entsetzt haben wir zur Kenntnis genommen, daß die Landesregierung beabsichtigt, in großem Stil mittelalterliche
Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe zu veräußern. In einem beispiellosen Akt der Barbarei würde dem Land
damit ein zentraler Bestand seines kulturellen Erbes genommen.
...
- Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke, Offener Brief an Ministerpräsident Öttinger, 04.10.06:
Erhalten sie die kulturelle Identität des Badischen Landesteils Baden-Württembergs - Verhindern Sie den
Verkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek (Format:PDF)
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
mit ungläubigem Entsetzen haben wir die Nachricht erfahren, dass Land Baden Württemberg wolle wesentliche Teile der
Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe verkaufen, um damit finanzielle Probleme des Hauses Baden zu lösen.
...
- inetbib, 04.10.06:
International librarians concerned about manuscripts of Baden-Württemberg
(IFLA - The International Federation of Library Associations and Institutions - is the leading international
body representing the interests of library and information services and their users. It is the global
voice of the library and information profession.)
Dr Alex Byrne, President of the International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA), expressed
dismay when he heard of the
planned sale of the manuscripts of the House of Baden by the provincial government of Baden-Württemberg.
He said: "The international library and archival community is shocked to
hear of the proposal of the Government of Baden-Württemberg to sell all the
works acquired before 1872 - some 3500 out of a total of 4200 volumes - from
the manuscript collection of the Badische Landesbibliothek in Karlsruhe. ..."
- Erzdiözese Freiburg, 04.10.06:
Sorge um Handschriften
-
Erzbischof Zollitsch schreibt Ministerpräsident Oettinger
Mit großer Besorgnis hat Erzbischof Dr. Robert Zollitsch auf den geplanten Verkauf der Handschriften-Sammlung durch
die baden-württembergische Landesregierung reagiert. In einem Brief an Ministerpräsident Günter H. Oettinger äußert
der Freiburger Erzbischof insbesondere die Befürchtung, dass davon auch Bestände betroffen sein sollen, die im
Rahmen der Auflösung der Klöster vor 200 Jahren vom Markgräflichen Haus Baden übernommen worden waren.
- Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, 04.10.06:
Wider die Veräußerung der Karlsruher Handschriften
und Union der deutschen Akademien der Wissenschaften: Pressemitteilung
Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, zu deren zentralen Aufgaben die Edition der handschriftlichen
Überlieferung gehört, begrüßt und unterstützt den Protest namhafter britischer, amerikanischer und deutscher
Mediävisten gegen das Ausweiden und Zerstreuen der einzigartigen Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek.
...
Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von sieben Wissenschaftsakademien,
die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als
1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und
international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. ...
- DIE ZEIT, 04.10.06:
Handschriften-Verkauf: Weitreichende Kritik aus aller Welt -
Trotz nationaler und internationaler Proteste hält das baden-württembergische Kunstministerium am geplanten Verkauf
wertvoller Handschriften der Badischen Landesbibliothek fest.
Die von Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) vorgegebene Linie gelte "nach wie vor", weil sie "richtig und
begründet" sei, sagte Ministeriumssprecher Gunther Schanz in Stuttgart. Unterdessen hagelte es weiter Kritik an dem Vorhaben.
- Stuttgarter Zeitung, 04.10.06:
Erbprinz von Baden schließt Rechtsstreit mit dem Land aus
Erbprinz Bernhard von Baden schließt einen Rechtsstreit mit dem Land zur Klärung der Eigentumsrechte an der
Handschriftensammlung aus der Badischen Landesbibliothek und den Kunstschätzen in anderen Karlsruher Museen definitiv aus. "Das wäre
verheerend", sagte der 36-Jährige in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Donnerstagsausgabe).
- FAZ, Leserbrief, 04.10.06:
Eine schmerzende Wunde
Zum Artikel "Kuhhandel mit Büchern" von Rose-Maria Gropp (F.A.Z. vom 22.
September): Mit blankem Entsetzen haben wir vernommen, das Land
Baden-Württemberg plane, Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek zu
verkaufen, die vor allem aus säkularisierten Klöstern stammen. Da zumindest eine
der nun gefährdeten Handschriften von einem Ettaler Benediktinermönch des späten
Mittelalters geschrieben wurde, sehen wir uns als Geschädigte an, wenn auch
andere Klöster, wie zum Beispiel die Abteien Reichenau, Lichtental und St.
Peter, erheblich stärker betroffen sind.
FAZ, Leserbrief, 04.10.06:
Veruntreuung von Staatseigentum
Der Streit um den badischen Kulturbesitz und der abenteuerliche "Kompromiß", den
der baden-württembergische Ministerpräsident glaubte eingehen zu dürfen, haben
ihre Ursache in der ignoranten Mißachtung der Erkenntnisse, welche in Fällen
solcher und ähnlicher Art die Rechtsgeschichte ermöglicht.
weitere Informationen zu beiden Leserbriefen
- BAM-Portal, 04.10.06:
Literatur und Dokumente über die Handschriften der Badischen Landesbibliothek
.... Aus aktuellem Anlass bieten wir auf unserer Einstiegsseite "www.bam-portal.de" Literatur und Dokumente über die Handschriften der
Badischen Landesbibliothek in Form eines ausgewählten Datenbestandes aus dem BAM-Portal für Sie an. ...
- BNN, 04.10.06:
Auf der Suche nach einer "intelligenten Lösung"
- CDU-Landtagsabgeordnete gegen Verkauf wertvoller Handschriften / SPD und Grüne warten auf Antwort
Katrin Schütz kann sich vor Zuschriften und Anrufen kaum retten. Seit bekannt ist, dass das Land Baden-Württemberg den Verkauf
von kulturhistorisch wertvollen Handschriften plant, um Ansprüche des Hauses Baden zu befriedigen, appellieren viele
Bürger an die Karlsruher CDU-Landtagsabgeordnete, die zugleich stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung
und Kunst ist, einen solchen Ausverkauf könne sie doch nicht zulassen.
- Landtag, Antrag Renate Rastätter u. a. GRÜNE, 04.10.06:
Eigentumsrechte an den Handschriften der Badischen Landesbibliothek
Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen
zu berichten, 1. welche privatrechtlichen und verfassungsrechtlichen Erwägungen der Rechtsauffassung der
Landesregierung zugrunde liegen, aus denen sie schlussfolgert, die historischen Handschriften der Badischen
Landesbibliothek stünden im Privateigentum der Markgräflichen Familie; ...
- SWR2, 04.10.06:
SWR2 informiert über Streit um badische Handschriftensammlung
- Beiträge über die Prachthandschriften der Landesbibliothek / Gespräch mit dem Heidelberger
Rechtswissenschaftler Prof. Mußgnug über die Besitzverhälnisse
In zwei ausführlichen Sendungen greift das Kulturradio SWR2 am kommenden Wochenende nochmals den Streit um die Handschriften der
Badischen Landesbibliothek auf. Beide Sendungen machen deutlich, warum die internationalen Wogen der Empörung über den geplanten
Verkauf einiger dieser einzigartigen Handschriften so hoch schlagen.
- swr.de, 04.10.06:
Erneuter Protest gegen Handschriften-Verkauf
- Auch die Union der deutschen Akademien protestiert gegen umstrittene Teilverkäufe aus der Badischen
Landesbibliothek. Die Dachorganisation der sieben Wissenschaftsakademien hat die Bundesregierung aufgefordert,
die Handschriftensammlung auf die Liste der nationalen Kulturgüter zu setzen.
Aus dem Bestand der rund 3.600 Handschriften will das Land Baden-Württemberg Stücke im Wert von rund 70 Millionen
Euro verkaufen, um die Erhaltung des Schlosses Salem zu finanzieren. Kein Finanzbedarf rechtfertige das willkürliche
Auseinanderreißen der unersetzlichen Bestände, kritisierte die Union der deutschen Akademien.
- Prof. Dr. Walter Berschin, Heidelberg, 04.10.06:
Im Trüben der Geschichte fischen
St. Peter im Schwarzwald war im 18. Jahrhundert ein Zentrum der Kunst und Wissenschaft. Man erbaute einen prächtigen
Bibliothekssaal, in dem als Zimelien mehr als 150 Handschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit standen,
dabei ein um 1200 am Oberrhein (Straßburg?) entstandenes reich illustriertes Festevangeliar in fast quadratischem Format.
- Stuttgarter Zeitung, 04.10.06:
Eigentum der Fürsten "recht unklar formuliert"
- Prozessrisiko im Handschriftenstreit doch nicht allzu hoch
Ministerpräsident Oettinger muss künftig Feuilletons lesen. Der Widerstand gegen die Verkaufspläne historischer
Handschriften erregt inzwischen weltweite Aufmerksamkeit. Das Entgegenkommen des Regierungschefs der Fürstenfamilie
gegenüber wird immer fragwürdiger.
- Yahoo, 04.10.06:
Ministerium
hält an Handschriften-Verkauf fest
Trotz nationaler und internationaler Proteste hält das baden-württembergische Kunstministerium am geplanten
Verkauf wertvoller Handschriften der Badischen Landesbibliothek fest. Die von Kunstminister Peter Frankenberg (CDU)
vorgegebene Linie gelte «nach wie vor», weil sie «richtig und begründet» sei, sagte Ministeriumssprecher Gunther
Schanz am Mittwoch in Stuttgart. Unterdessen hagelte es weiter Kritik an dem Vorhaben.
Die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland monierte, die Veräußerung wäre «eine
eklatante Verletzung der staatlichen Pflicht«, Kulturgüter in öffentlichem Besitz zu erhalten.
- Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, 04.10.06:
Schriftliches Kulturgut muss bewahrt werden (Format:PDF)
- Hamburger Staatsbibliothek protestiert gegen Handschriften-Verkauf in Karlsruhe
Voller Sorge verfolgt die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg die Entwicklungen, die sich in einem der
Vorzeigeländer Deutschlands abzeichnen. Das Land Baden-Württemberg, das sich gerne seiner "Vielzahl kultureller
Leuchttürme" rühmt und Kunst und Kultur als Standortfaktor betont, will den Großteil der Handschriftensammlung
der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe verkaufen: darunter Spitzenstücke ottonischer Buchmalerei aus dem
10. Jh., geschrieben und illuminiert im Skriptorium des Inselklosters Reichenau, das insgesamt - mit seinen
Handschriften - auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO steht....
- Kulturinformationszentrum des Deutschen Kulturrates und der ConBrio-Verlagsgesellschaft, 04.10.06:
PEN-Zentrum
protestiert gegen Handschriften-Verkauf
-
Die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland protestiert gegen den geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften
der Badischen Landesbibliothek durch die baden-württembergische Landesregierung.
Diese Veräußerung wäre "eine eklatante Verletzung der staatlichen Pflicht, über die Kulturgüter in öffentlichem Besitz
zu wachen, sie zu erhalten und zu pflegen", betonte das PEN-Zentrum Deutschland am Mittwoch in Darmstadt.
- bwheute.de, 04.10.06:
Ministerium hält an Handschriften-Verkauf fest - Schriftsteller protestieren
Die Verantwortlichen im Kunstministerium Baden-Württemberg halten trotz nationaler und internationaler Proteste am
geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek fest.
- ka-news, 04.10.06:
Handschriften-Verkauf: Rechtsexperten beziehen Stellung
Nachdem der geplante Handschriften-Verkauf der Landesregierung für immer mehr internationales Aufsehen sorgt
(ka-news berichtete), herrscht weiterhin Unklarheit darüber, welche Rechte das Haus Baden gegenüber der
Landesregierung überhaupt geltend machen kann. In beiden Lagern existieren Experteneinschätzungen und
Gutachten, welche die jeweilige Argumentation stützen.
- Börsenblatt, 04.10.06:
PEN kritisiert Handschriften-Verkauf -
Sammlung in Karlsruhe hat "nationales Gewicht"
Mit Unverständnis und Empörung reagiert das PEN-Zentrum Deutschland auf die Absicht der baden-württembergischen
Landesregierung, historische Handschriften zu verkaufen, um Schloss Salem zu sanieren.
- Deutschlandradio, 04.10.06:
Kunstministerium in Stuttgart will ungeachtet
der Proteste an Verkauf von Handschriften festhalten
Die Proteste aus dem In- und Ausland gegen den Verkauf der badischen Handschriften ficht das Kunstministerium
in Stuttgart nicht an. Das Ministerium halte an seiner Entscheidung fest, sagte ein Sprecher. Die
Schriftstellervereinigung PEN bezeichnete die geplante Veräußerung als eklatante Verletzung der staatlichen
Pflicht, Kulturgüter in öffentlichem Besitz zu erhalten. Mit dem erwarteten Erlös der Handschriften von 70
Millionen Euro soll Schloss Salem am Bodensee erhalten werden.
- net-tribune.de, 04.10.06:
Erbprinz von Baden: Baden-Württemberg hat keinen Rechtsstreit zu befürchten
Erbprinz Bernhard von Baden schließt einen Rechtsstreit mit dem Land zur Klärung der Eigentumsrechte an der
Handschriftensammlung aus der Badischen Landesbibliothek und den Kunstschätzen in anderen Karlsruher Museen definitiv aus.
"Das wäre verheerend", sagte der 36-Jährige in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Donnerstagsausgabe).
Ein Rechtsstreit dauere lange, der Ausgang sei ungewiss und danach sei viel Schaden entstanden. Seine Familie
sei mit Baden-Württemberg auf das Engste verbunden.
- Art Magazine, 04.10.06:
Frankfurt: Podiumsdiskussion zum Handschriften-Verkauf
Die Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, die Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek zu Gunsten des
badischen Adelshauses zu versteigern, wird öffentlich hart kritisiert. Am kommenden Samstag, 7. Oktober, 14.30 Uhr findet
auf der Frankfurter Buchmesse im Rahmen des IBLC-Forum ("International Booksellers' and Librarians' Center"), des
Zentrums für den internationalen Buchhandel, für Bibliothekare, Dokumentare und IT-Spezialisten, eine Podiumsdiskussion
statt mit dem Thema: Was wird aus den Handschriften der badischen Landesbibliothek Karlsruhe?
- Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften, 04.10.06:
Protestschreiben des UV zur geplanten Zerschlagung des Bestandes der Karlsruher Handschriften
Sehr geehrter Herr Kulturstaatsminister,
der "Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften" (www.ulmer-verein.de) ist eine Interessensvertretung von
Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern aus den geisteswissenschaftlichen Bereichen der Denkmalpflege, Museen,
Universitäten und freiberuflichen Sparten. Der Ulmer Verein wendet sich mit diesem Schreiben an Sie, um seiner großen
Besorgnis über den geplanten Verkauf der Karlsruher Handschriften Ausdruck zu verleihen. Wir schreiben ausdrücklich Sie an,
Herr Kulturstaatsminister, da dem Tagesspiegel vom 01. Oktober 2006 zu entnehmen ist, daß beim momentanen Stand der Entwicklung
allein der Kulturstaatsminister noch die Möglichkeit besitzt, diese wohl beispiellose, staatlich verordnete Kultur-Barbarei zu verhindern.
- H-Soz-u-Kult - Historischen Fachinformation, 04.10.06:
Podiumsdiskussion: Was wird aus den
Handschriften der badischen Landesbibliothek?
Die Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, die Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek zu Gunsten
des badischen Adelshauses zu versteigern, wird öffentlich hart kritisiert.
03.10.2006:
- Archivalia, 03.10.06:
National wertvolles Kulturgut
- Cronaca, 03.10.06:
Cultural suicide at Karlsruhe
This story has remained essentially invisible outside Germany, and I'm not sure why. It's been headline
news there: a proposed selloff of 3500 of the 4200 medieval manuscripts -- many of them of the highest
importance -- in the Badische Landesbibliothek of Karlsruhe. Worse, the money wouldn't even go to the
library, or even to any public entity:
- Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen (KNAW), 03.10.06:
International librarians concerned about manuscripts of Baden-Württemberg
Dr Alex Byrne, President of the International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA), expressed dismay when
he heard of the planned sale of the manuscripts of the House of Baden by the provincial government of Baden-Württemberg.
He said: "The international library and archival community is shocked to hear of the proposal of the Government of
Baden-Württemberg to sell all the works acquired before 1872 - some 3500 out of a total of 4200 volumes - from the
manuscript collection of the Badische Landesbibliothek in Karlsruhe. This incomparable collection includes major
treasures taken from monasteries in 1803 and documents a thousand years of commerce and cultural development in Europe.
It is not only a treasure for Baden-Württemberg and Germany but part of the world heritage. It must be protected."
02.10.2006:
- DER SPIEGEL, 2.10.06:
Unter dem Hammer (PDF) -
Länder und Kommunen entdecken die Kunstschätze aus Museen und Archiven
als stille Reserve zum Stopfen von Haushaltslöchern
(von Dr. Hans Michael Kloth, DER SPIEGEL, Ressort Deutsche Politik)
Diese Post hatte es in sich. 19 Professoren berühmter Universitäten wie Harvard, Princeton, Yale und Oxford
fühlten sich letzte Woche benüßigt, der Regierung Baden-Württemberg die Leviten zu lesen. Von "Schock" und
"Entsetzen" war die die Rede, von einem "skandalösen Plan" und einer "Farce".
- DIE ZEIT, 02.10.06:
Landesherren - einst und jetzt -
Wie das Haus Baden und der baden-württembergische Ministerpräsident kultur- und geschichtsvergessen handeln
Gewiss, die Frage, wie mit den Bibliotheksbeständen aus dem Hause Baden umzugehen ist, bleibt rein juristisch
überaus kompliziert - dazu später. Dass wichtige Bestände dieser Kulturgüter einfach verkloppt werden sollen,
um eine private Familie und deren überdimensionierten Familiensitz zu sanieren, bleibt aber dennoch ein Skandal.
- DIE ZEIT, 02.10.06:
Kulturgüter: "Barbarisch" -
Protestaufruf gegen geplanten Handschriften-Verkauf
- Der Protest gegen den geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek durch die
baden-württembergische Landesregierung wird schärfer.
Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) sprach am Montag in Berlin von einer "barbarischen Verschleuderung
unseres nationalen und europäischen Kulturerbes". Der Bundesvorstand forderte die Besucher der Frankfurter
Buchmesse auf, mit ihrer Unterschrift gegen den "Ausverkauf mittelalterlicher Handschriften" zu protestieren
und damit "die frühen Zeugnisse der europäischen Dichter, Denker und Chronisten zu retten".
- Archivalia, 02.10.06:
Was wird aus den Handschriften der Badischen Landesbibliothek
in Karlsruhe? -
Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse - Samstag, den 7. Oktober 2006, 14.30 Uhr
- Archivalia, 02.10.06:
Dreister Zugriff
- Archivalia, 02.10.06:
Satzung der Zähringer Stiftung
- Archivalia, 02.10.06:
Hinkender Gaul
- Archivalia, 02.10.06:
Wir sind die wahren Eigentümer der Karlsruher Handschriften
- Archivalia, 02.10.06:
Online-Petition mit über 2500 Unterzeichnern geschlossen
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
ungläubig und entsetzt haben wir zur Kenntnis genommen, daß die Landesregierung beabsichtigt, in großem Stil
mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe zu veräußern. In einem beispiellosen
Akt der Barbarei würde dem Land damit ein zentraler Bestand seines kulturellen Erbes genommen. ...
- Wolfram von Eschenbach-Gesellschaft e.V., 02.10.06:
Stellungnahme und
Presseerklärung zum geplanten Verkauf von Handschriftenbeständen der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe
Mit Entsetzen und Empörung haben die Mitglieder der
Wolfram von Eschenbach-
Gesellschaft davon Kenntnis erhalten, dass die Regierung des Landes Baden-Württemberg
sich in einem beispiellosen "Deal" anschickt, die renommierte Badische Landesbibliothek
durch den Verkauf ihrer wertvollsten Handschriftenbestände in ihrem Kern zu zerstören. Als
wissenschaftliche Gesellschaft, die der Bewahrung, der Erschließung und der kulturellen Interpretation
der Literatur des Mittelalters und ihrer handschriftlichen Grundlagen gewidmet ist,
sehen wir uns zu folgender Stellungnahme veranlasst.
Durch den geplanten Ausverkauf würden älteste Schriftzeugnisse Deutschlands, unschätzbare
Kostbarkeiten, rare Bilderhandschriften von Weltrang, die keine andere Bibliothek aus der
Hand geben würde, einem ungewissen Schicksal auf dem Markt (bis hin zur "Auswaidung")
preisgegeben.
- BNN, 02.10.06:
Protest gegen "Ausverkauf" -
Bürger unterschreiben gegen den Verkauf von Handschriften
"Ich sehe einfach nicht ein, dass hier historisches Gut verscherbelt werden soll", ...
- Badische Zeitung, 02.10.06:
Die Sammlung ist das Buch
- Das Land will Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek verkaufen: Was steht da eigentlich auf dem Spiel?
Der Ministerpräsident will die Kritik entwerten. Er sehe den Protest gegen das, was sich zwischen dem Haus Baden und
dem Land Baden-Württemberg abspielen soll, ja nur in den Feuilletons und nicht in den Wirtschaftsteilen
der Zeitungen.
weitere Informationen
- bw-woche, 02.10.06:
Schloss und weg
- Landesregierung will Schloss Salem retten und dafür Handschriften verkaufen, jetzt ist sie in Erklärungsnot
- Archivalia, 02.10.06:
Protestresolutionen in Sachen Karlsruher Handschriftenverkäufe
- Archivalia, 02.10.06:
Landtag wird sich mit der Causa Karlsruhe befassen
Laut Landtagsdokumentation gab es bisher folgende Vorgänge ...
- Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, 02.10.06:
Geplanter Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek -
... der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare schließt sich den Protesten gegen den Plan der
baden-württembergischen Landesregierung an, Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe zu verkaufen.
Der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare mit derzeit 2.257 Mitgliedern vertritt in Deutschland die Interessen
der historisch gewachsenen Überlieferung als Teil des kulturellen Erbes. Dass diese Überlieferung in ihrem
Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang gesichert und erhalten wird, um der Forschung und Öffentlichkeit
als Kulturgut zugänglich zu sein und der Bildung zu dienen, zählt zu seinen vordersten Anliegen. ...
- ver.di, 02.10.06:
Verband
deutscher Schriftsteller (VS) fordert Besucher der
Frankfurter Buchmesse auf, mit ihrer Unterschrift gegen den Ausverkauf
mittelalterlicher Handschriften zu protestieren
Der Bundesvorsitzende des VS, Imre Török, unterstützt die internationalen Proteste gegen die barbarische Verschleuderung unseres
nationalen und europäischen Kulturerbes. Er appelliert insbesondere an die Besucher der Frankfurter Buchmesse, mit ihrer Unterschrift den
Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger zum Einlenken zu bewegen und die frühen Zeugnisse der europäischen Dichter,
Denker und Chronisten zu retten.
siehe hierzu:
Presseinformation
des Verbands deutscher Schriftsteller (VS), 26.09.2006:
Der Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, Imre Török, und der VS Baden-Württemberg
fordern Ministerpräsident Oettinger dringend auf, die geplante Veräußerung der wertvollen Handschriften der
Badischen Landesbibliothek zu verhindern. Der VS-Landesvorsitzende, Josef Hoben, und der Vorstand sind entsetzt über diese Pläne.
- ka-news, 02.10.06:
Handschriften im Ausverkauf:
Wogen schwappen über den großen Teich -
Nicht nur im Badischen sorgt der geplante Verkauf wertvoller Handschriften aus dem Bestand der
Badischen Landesbibliothek (BLB) (ka-news berichtete) für Empörung. Vergangene Woche brachten nun auch
Wissenschaftler der renommierten Universitäten Cambridge, Harvard, Yale und Princeton in einem offenen
Brief an die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ihren Protest zum Ausdruck.
- Yahoo, 02.10.06:
Deutsche Bibliotheken empört
Der geplante Verkauf von wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek stößt beim Deutschen
Bibliotheksverband (DBV) auf große Empörung. Die mit öffentlichen Mitteln erschlossenen Handschriften gehörten
zum kulturellen Erbe Deutschlands und des christlichen Abendlandes, betonte der Verband am Montag in Stuttgart.
Ihr Verkauf an private Sammler hätte zur Konsequenz, dass sie der Forschung und der Öffentlichkeit für immer entzogen würden.
- FAZ, 02.10.06:
Die Bibliothek als Jagdgrund - Handschriften für Fürsten: Zweihundert Jahre nach der Säkularisation
in Baden droht uns wieder ein schlimmer Verlust / Von Felix Heinzer
... Es ist grotesk und nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet in Baden - und nur hier - die in den öffentlichen
Kultureinrichtungen als den Nachfolgeinstituten der fürstlichen Sammlungen verwahrten Kunstgegenstände und
historischen Dokumente nicht genauso selbstverständlich als staatliches Kulturgut gelten sollen wie in
Württemberg, Bayern und anderswo. [...]
FAZ, 02.10.06:
Alles klar - Stellungnahme des Hauses Baden reklamiert das Eigentum
... Nun gibt es eine erste Stellungnahme des Hauses Baden, die dieser Zeitung vorliegt. Die Markgrafenfamilie bezieht
sich darin auf ein Rechtsgutachten, das der Mannheimer Jurist Max Hachenburg im Jahr 1922 im Auftrag der
Republik Baden erstellte; dort heißt es: "Ich gebe mich nicht der Hoffnung hin, daß es möglich sein
wird, auf rein juristischem Wege zu zeigen, wo das unbestreitbare Recht liegt ..."
weitere Informationen zu beiden Berichten
- FAZ, 02.10.06:
Kritik an Verkauf von Handschriften
Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider, hat den von der baden-württembergischen
Landesregierung geplanten Verkauf von Bibliotheksgut scharf kritisiert.
"Ich bezweifle ernsthaft, daß die wissenschaftliche Benutzbarkeit der Bestände erhalten werden kann,
wenn verkauft wird", sagte Strohschneider der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
weitere Informationen: Nachgefragt bei Prof. Peter Strohschneider
- inetbib, 02.10.06:
Pressemitteilung
zum beabsichtigten Verkauf eines Teils der Handschriften der Badischen
Landesbibliothek Karlsruhe
- Deutscher Bibliotheksverband, Sektion 4 - Wissenschaftliche Universalbibliotheken, 02.10.06:
Pressemitteilung
zum beabsichtigten Verkauf eines Teils der Handschriften der Badischen
Landesbibliothek Karlsruhe
Die Sektion IV (Wissenschaftliche Universalbibliotheken) des Deutschen
Bibliotheksverbandes (DBV) reagiert mit völligem Unverständnis und
großer Empörung auf die bekannt gewordenen Pläne des Landes
Baden-Württemberg, einen Großteil der Handschriften der Badischen
Landesbibliothek in Karlsruhe zum Kauf freizugeben.
- DIE WELT, 02.10.06:
Badischer Handschriftenstreit -
Baden-Württemberg plant den Streit mit dem Haus Baden über ein Paket badischer Kunstschätze
mit einem geschätzten Wert von 300 Millionen Euro zu beenden. Kulturstaatsminister Neumann lässt ein Ausfuhrverbot prüfen.
Im Streit um den geplanten Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe lässt Kulturstaatsminister
Bernd Neumann (CDU) ein Ausfuhrverbot prüfen. Es wird erwogen, die Handschriftensammlung auf die Liste nicht veräußerbarer
nationaler Kulturgüter setzen zu lassen.
- Kulturinformationszentrum des Deutschen Kulturrates, ConBrio Verlagsgesellschaft, 02.10.06:
"Barbarisch" -
Protestaufruf gegen geplanten Handschriften-Verkauf
Der Protest gegen den geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek durch die
baden-württembergische Landesregierung wird schärfer. Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) sprach am Montag
in Berlin von einer "barbarischen Verschleuderung unseres nationalen und europäischen Kulturerbes".
- Deutschlandradio, 02.10.06:
Handschriftenstreit: Bund prüft offenbar Exportverbot
Der badische Handschriften-Streit hat endgültig die Bundesebene erreicht. Kulturstaatsminister Neumann prüft
offenbar ein Exportverbot für die Dokumente. Dies melden DPA und "Spiegel". Neumanns Büro erwäge, die Sammlung
auf die Liste nicht veräußerbarer nationaler Kulturgüter setzen zu lassen.
- ka-news.de, 02.10.06:
Kleine Karlsruher Bibliothek:
Auf den literarischen Spuren der Stadt
Am heutigen Montag übergab Professor Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Leiter der Literarischen Gesellschaft,
gemeinsam mit Verleger Thomas Lindemann im Rathaus den ersten Band der "Kleinen Karlsruher Bibliothek" an
Oberbürgemeister Heinz Fenrich. Albert Geigers "Die versunkene Stadt" ist der Auftakt zur zehnbändigen Serie
über 300 Jahre Karlsruher Literatur.
- Frankfurter Rundschau, 02.10.06:
Hüter und Verwalter
Der Plan, mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe auf den
Kunstmarkt zu werfen, um mit dem erhofften Erlös von 70 Millionen Euro das dem Markgrafen von Baden
gehörende Schloss Salem und das dazugehörige Münster zu sanieren, hat viele Facetten: kulturpolitische,
finanzielle, kulturgeschichtliche und konservatorische. Den irritierendsten Aspekt bildet die staatsrechtliche
Seite. Der Markgraf von Baden ist der Auffassung, die Bibliotheks- und Handschriftenbestände seien nach wie
vor Privateigentum des ehemaligen Herrscherhauses Baden, über das er wie jeder Erbe frei verfügen könne.
Das ist eine abenteuerliche Konstruktion.
- SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 02.10.06:
Kanzleramt prüft Ausfuhrverbot
Im Streit um den geplanten Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe lässt
Kulturstaatsminister Neumann (CDU) ein Ausfuhrverbot prüfen. Baden-Württemberg müsse den Antrag stellen.
Hunderte Wissenschaftler haben im Internet gegen den geplanten Verkauf protestiert.
01.10.2006:
- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.10.06:
"Warum man Handschriften anfassen muß"
...
weitere Informationen
- Frankfurter Rundschau, 01.10.06:
Kanzleramt prüft Ausfuhrverbot für Karlsruher Handschriften
Im Streit um den geplanten Verkauf von kulturhistorisch bedeutenden Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe
lässt Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) ein Ausfuhrverbot prüfen.
Nach dpa-Informationen erwägen Experten in Neumanns Büro, die Handschriftensammlung möglicherweise auf die Liste nicht
veräußerbarer nationaler Kulturgüter setzen zu lassen.
- La Tribune de l'Art, 01.10.06:
Les manuscrits de la Badische
Landesbibliothek menacés de vente
Le gouvernement du Bade-Wurtenberg a décidé de vendre 3500 des 4200 manuscrits médiévaux (dont un grand nombre
sont enluminés) de la Badische Landesbibliothek de Karlsruhe. Ces manuscrits, qui proviennent de la
sécularisation des abbayes de la région en 1803, sont conservés dans le domaine public depuis l'abolition en 1918
du Grand Duché de Bade-Wurtenberg.
- Der Tagesspiegel, 01.10.06:
Erbe zu verscherbeln -
Trotz Proteststurm: Baden-Württemberg will 3500 Handschriften verkaufen, um ein Schloss zu sanieren
20 Millionen Mark kostete im Jahr 2001 der Erwerb der "Handschrift C" des Nibelungenliedes, eines der
wichtigsten Zeugnisse mittelalterlicher Dichtung. Die unter anderem mit Landesmitteln erworbene Handschrift kam in die
Landesbibliothek Karlsruhe. Diese Zuweisung begründete der baden-württembergische Wissenschaftsminister Klaus von
Trotha damit, dass der "für Germanistik relevante Dokumentations- und Sammlungszusammenhang" bei dem Karlsruher Haus
"in besonders dichter Form vorhanden" sei.
- Der Sonntag, 01.10.06:
Ausfuhrverbot wird geprüft / Sogar aus den USA kommen die Proteste
Der Streit um den geplanten Verkauf von Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe
im Wert von 70 Millionen Euro beschäftigt inzwischen offenbar auch das Kanzleramt.
- Boulevard-Baden.de, 01.10.06, Seite 6:
Stadt kämpft für Erhalt der Handschriften
- Viele Bürger sind entsetzt über den beabsichtigten Verkauf des einmaligen Kulturerbes
Die Resolution war am Dienstag perfekt: Einstimmig lehnte der Gemeinderat den Verkauf der historischen Handschriften
aus der Badischen Landesbibliothek zu Gunsten der Schloss- und Klosteranlage Salem ab.
- Forum Bestandserhaltung, 01.10.06:
Drohender Verlust von
unersetzlichem Kulturgut: Das Land Baden-Württemberg will mittelalterliche Handschriften veräussern
- Archivalia, 01.10.06:
Karlsruhe: Sattes Presseecho
- Archivalia, 01.10.06:
Audio-Dateien zur Causa Karlsruhe
|
|
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Postfach 1429, 76003 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen
Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr
Lesesaal Sammlungen:
Mo - Fr 9.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 16.00 Uhr
Do 9.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 18.00 Uhr
|