Badische Landesbibliothek
   


Handschriften-Streit

Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Presseberichte
Zeitraum: 31.10.2006 - 13.10.2006

31.10.2006:
  • Württembergische Landesbibliothek, Oktober 2006: Aktionskunst in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart
    Aktionskunst ist per se nicht negativ zu verstehen. Es geht vielmehr darum, das museal bzw. institutionell entrückte Kunstwerk durch eine künstlerische Aktion zu verlebendigen und in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses zu rücken. Künstler und Publikum sollen über die Aktion an einem Objekt in ein neues Spannungsverhältnis gebracht werden. Die herkömmliche Trennung zwischen Kunst und Betrachter wird dabei bis zu einem gewissen Grad aufgelöst. Kunst und Leben sollen miteinander verbunden werden. Das Spannende in der Aktion von Edgar Harwardt und dem Fotografen und Inszenierungskünstler Jost Schrader liegt zum einen in der Brisanz, die sich aus dem aktuellen Bezug zum kontrovers geführten Handschriftenstreit ergibt, und zum anderen in der formal-ästhetischen Gestaltung ihrer 9-teiligen Bildsequenz.
  • ACADEMIA 6/2006 - 99. Jahrgang: Ausverkauf von Kulturgütern? - Image eines Kulturbanausen
    Das "Tafelsilber" ist bereits "versilbert"; sollen jetzt auch noch die Gemälde von der Wand und die Skulpturen vom Kaminsims genommen und "verscherbelt" werden? Kurz, aber heftig wurde weit über Baden-Württemberg hinaus über dieses Thema gestritten - und am Ende stand Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) mit "abgesägten" Hosen da: Der Mann, der sich in diesem Sommer anlässlich der 200-Jahr-Feiern des Königreichs Württemberg und des Großherzogtums Baden so gerne mit Bürgerwehren und Kunstschaffenden ablichten ließ, sah sich urplötzlich mit dem Image eines Kulturbanausen konfrontiert - von der weiter gewachsenen Abneigung der Badener gegen den Schwaben Oettinger ganz zu schweigen. Anlass war der so genannte Handschriftenstreit. Er war entbrannt, als über Nacht bekannt wurde, dass sich der Stuttgarter Regierungschef mit den Vertretern des Adelshauses Baden geeinigt hatte, die Nachkommen der Markgrafen und Großherzöge von Baden vor der Pleite zu retten - auf Kosten wertvoller mittelalterlicher Handschriften, die in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe sachgerecht verwahrt und wissenschaftlich bearbeitet werden. Mit 70 Millionen Euro, die unter anderem durch den Verkauf von 3.600 badischen Handschriften flüssig gemacht werden sollten, hätten das von der Markgrafenfamilie genutzte Schloss Salem saniert und die seit der Abdankung des Großherzogs nach dem Ersten Weltkrieg umstrittenen Eigentumsverhältnisse des Adelshauses endgültig geklärt werden sollen.
  • Archivalia, 31.10.06: Dokumente zur Kunsthalle Karlsruhe
  • Archivalia, 31.10.06: Regelung 1919 zum Badischen Familienarchiv im GLAK
  • Archivalia, 31.10.06: Die Übernahme von Nachlässen durch Archive
  • Mannheimer Morgen, 31.10.06: "Unsere roten Ampeln haben nicht richtig funktioniert" - Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg über Handschriftenverkauf, Elite-Unis und Hochschulpakt
    Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) räumt Fehler seines Hauses im Streit um den Handschriftenverkauf ein. "Unser internes Warnsystem hat für einige Tage nicht richtig funktioniert", meint der Mannheimer CDU-Vorsitzende.
    Der Plan, wertvolle Handschriften der Badischen Landesbibliothek zu verkaufen, brachte Ihnen viel Kritik ein. Haben Sie da Fehler gemacht?
    PETER FRANKENBERG: Es ist anfangs nicht so richtig klar geworden, dass wir den Verkauf nicht zur Sanierung des Haushaltes geplant hatten.
30.10.2006:
  • Deutscher Kulturrat, Pressemitteilung, 30.10.06: Höchste Vorsicht geboten: Verkauf von Kulturgütern aus öffentlichen Museen und Bibliotheken - Schwerpunkt der neuen Ausgabe von politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 30.10.06: Mit Kostbarkeiten Flucht nach vorn
    Flucht nach vorn: Während im sogenannten Kulturgüterstreit staatliche Museen bereits vorsorglich auf Landesmittel für Ankäufe verzichten wollen, hofft die Badische Landesbibliothek weiter auf Beistand aus der Bevölkerung. Mit einer rasch anberaumten Sonderausstellung prächtiger mittelalterlicher Handschriften bedanken sich die Karlsruher Einrichtung und die Badischen Bibliotheksgesellschaft für die überwältigende Unterstützung.
  • bw-woche, 30.10.06: Obulus für die Kunst - Landesregierung findet Spender
    Langsam läuft es in Sachen Kunstschätze des Hauses Baden besser für die Landesregierung. Tatsächlich ist jetzt sogar eingetreten, was Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) kaum zu hoffen wagte: Private Unternehmer kaufen Objekte des Hauses Baden auf, helfen dadurch mit bei der Sanierung des Schlosses Salem, lassen die Objekte aber weiterhin in den Museen als Dauerleihgabe.
  • Archivalia, 30.10.06: Neue Parlamentaria zur Causa Karlsruhe
  • Badische Zeitung, 30.10.06: Ein politischer Akt: Gold auf Weiß - In der Karlsruher Landesbibliothek sind elf der kostbaren Handschriften ausgestellt, die das Land zunächst verkaufen wollte
    Nun kann man sie also anschauen, Gold auf Weiß, jene Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek, um die seit Wochen heftig gestritten wird. Ein politischer Akt, keine Frage, und ein Schlag in die Magengrube für diejenigen, die solche Kulturgüter verramschen wollen - denn niemanden, ob blutiger Laie oder hoch spezialisierter Wissenschaftler können Kunstwerke wie diese kalt lassen. ... Gemeinsam ist allen die unvergleichliche Ausstrahlung eines originalen, von Hand gemalten Schriftstücks, ein Lebenswerk für diejenigen, die es anfertigten, Jahrhundertkunstwerke für die, die sie Hunderte von Jahren sorgsam aufbewahrten. Wer begreifen will, was der Ausdruck "unschätzbares Kulturgut" wirklich bedeutet, der soll nach Karlsruhe fahren.
  • Schwäbische Zeitung, 30.10.06: Solche Bücher verkauft man nicht - Warum die Badische Landesbibliothek (BLB) gerade jetzt elf der kostbarsten Handschriften aus ihrer Sammlung ins Rampenlicht rückt, liegt auf der Hand: Einleuchtender kann man gar nicht demonstrieren, welchen Verlust das südwestdeutsche Kulturgut durch den Verkauf dieser Kleinode zur Sanierung von Schloss Salem erleiden würde.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 30.10.06: Handschriften für Oettinger
29.10.2006:
  • Der Sonntag, 29.10.06: Wertvolle Handschriften werden gezeigt
    Einige der schönsten mittelalterlichen Handschriften aus dem Bestand der früheren Großherzoglichen Hof- und Landesbibliothek können Interessierte seit gestern bewundern: Die Badische Landesbibliothek Karlsruhe (BLB) präsentiert die erlesenen Stücke im Rahmen einer Sonderausstellung, die bis zum 25. November zu sehen ist.
  • Pforzheimer Zeitung, 29.10.06: Prachtvolle Streitobjekte: Badische Landesbibliothek zeigt in einer Sonderausstellung mittelalterliche Handschriften
    "Diese Handschriftausstellung ist ein Dank für die überwältigende Solidarität, die die Badische Landesbibliothek in den vergangenen Wochen erfahren hat". Direktor Peter Michael Ehrle ist deutlich die Sorge um die Zukunft der wertvollen Handschriftenbestände anzusehen, von denen einige in der Sonderschau bis zum 25. November zeigt werden. Die Pretiosen sollten eigentlich vom Land Baden-Württemberg zur Deckung angeblicher Ansprüche des Hauses Baden verkauft werden.
28.10.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten, 28.10.06: Schätze von europäischen Format - Badische Landesbibliothek Karlsruhe zeigt einige ihrer kostbarsten Handschriften / Dank an die Bevölkerung
    Von ihrer Pracht und ihrer Kostbarkeit war in den vergangenen Wochen oft und viel die Rede. Aufgewühlt durch den aberwitzigen Plan, unwiderbringliche Zeugnisse europäischer Kultur auf den freien Markt zu werfen, wurde immer wieder von den unterschiedlichsten Seiten die Bedeutung der Handschriftensammlung beschworen, die in der Badischen Landesbibliothek (BLB) aufbewahrt wird.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 28.10.06: "Wir mussten handeln und tun dies auch erfolgreich" - Ministerpräsident Günther Oettinger wehrt sich gegen die zunehmende Kritik an seiner Regierungsarbeit. "Ich wüsste nicht, wo ich beim Thema Handschriften Fehler gemacht hätte", sagt er im Interview mit unserer Zeitung über das strittigste Thema der vergangenen Wochen.
27.10.2006:
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, 27.10.06: Erhalt badischer Kulturgüter ohne Etatkürzung im Kunstbereich - Zeheleins Kritik basiert auf einem Missverständnis
    Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst trat der Kritik von Prof. Klaus Zehelein entgegen, die staatlichen Museen und Kunsteinrichtungen müssten auf einen Teil ihres Etats verzichten, um das Kulturerbe Schoss Salem zu bewahren.
  • Deutscher Kulturrat, 27.10.06: Kulturgutschutzgesetz muss reformiert werden - National wertvolle Kunstwerke, Bücher und Handschriften aus öffentlichem Besitz müssen in das Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter aufgenommen werden können
    Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, verfolgt seit Wochen mit Sorge die Diskussion um den Verkauf von Kulturgut aus öffentlichem Besitz.
  • Neue Rottweiler Zeitung, 27.10.06: Gefährdete Kostbarkeiten - Gebetbuch des Grafen Wilhelm Werner von Zimmern lagert in der Badischen Landesbibliothek / Handschriften-Ausstellung
    Gewaltig verrechnet hat sich Ministerpräsident Oettinger mit dem Vorhaben, Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek zu verkaufen. 70 Millionen Euro sollten erlöst werden, um Ansprüche des Hauses Baden abzugelten und den Erhalt von Schloss Salem zu finanzieren. Ein Sturm der Entrüstung hat Oettinger zwar gezwungen, diese Pläne auf Eis zu legen. Aber auch das neue Finanzierungsmodell sieht einen "Beitrag der Bibliotheken" vor - und schließt Verkäufe nicht aus. Die Handschriften sind also nach wie vor nicht gesichert. Aus Rottweiler Sicht interessant sind vor allem Bände aus dem Besitz der Herren von Zimmern.
  • ka-news, 27.10.06: Almosen für Kunstschätze: Oettingers Spendenaufruf fruchtet
    Günther Oettingers Spendenaufruf für den Erhalt der badischen Kunstschätze trägt erste Früchte. Von den angestrebten 30 Millionen Euro, die dem Haus Baden für die Sanierung von Schloss Salem und der Begleichung von Schulden zugute kommen sollten, sind nun mehrere Millionen zusammengekommen.
  • Archivalia, 27.10.06: Deutscher Kulturrat fordert Änderung des Kulturgutschutzgesetzes
  • Archivalia, 27.10.06: Neue Assetklasse: BLB-Handschriften
  • Archivalia, 27.10.06: Verwaltungsgericht Karlsruhe zur Beeinträchtigung eines Kulturdenkmals
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 27.10.06: Karlsruhe zeigt bedrohte Mittelalter-Handschriften
    Mitten im Streit um den drohenden Verkauf eines Teils ihrer kostbaren Handschriftensammlung zeigt die Badische Landesbibliothek (BLB) in Karlsruhe einige Exemplare der mittelalterlichen Prachtbände.
  • Schwäbisches Tagblatt, 27.10.06: Bluten für den Adel - Haus Baden / Zehelein attackiert Landesregierung
    Ex-Opernintendant Zehelein ist empört über die Landesregierung. Er sieht nicht ein, warum Museen und Kultureinrichtungen für das Adelshaus Baden bluten sollen.
  • Stuttgarter Nachrichten, 27.10.06: Erheblicher Gesprächsbedarf - Zehelein kritisiert Landesregierung
    Der frühere Stuttgarter Opernintendant Klaus Zehelein nimmt das Land in die Pflicht. Im Streit um den Verkauf von Kunstschätzen aus dem Adelshaus Baden zum Erhalt von Schloss Salem kritisierte er das Vorgehen der CDU-FDP-Landesregierung scharf, dass Museen einen Teil ihres Etats dafür hergeben müssen.
26.10.2006:
  • Deutscher Kulturrat, 26.10.06: 25 Jahre Deutscher Kulturrat, Schutz von öffentlichem Kulturgut, Staatsziel Kultur, Diskussion zum Kanon - Die Ausgabe November/Dezember von politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, erscheint in den nächsten Tagen. Bereits ab heute ist die Zeitung für Journalisten im Internet unter http://www.kulturrat.de/puk/puk06-06.pdf verfügbar.
  • Deutscher Kulturrat, 26.10.06: politik und kultur, Zeitung des Deutschen Kulturrates (PDF)
    Die neue Ausgabe enthält viele Berichte über die Handschriften der Badischen Landesbibliothek, beispielsweise:
    Was Du ererbt von Deinen Vätern Zum "Handschriftendeal" der baden-württembergischen Regierung / Von Olaf Zimmermann
    Dank der internationalen Solidarität - Die (Beinahe-)Plünderung der Badischen Landesbibliothek / Von Wolfgang Klose
    DFG fördert Handschriften-Projekte - Einzigartige und unverzichtbare Quellen für die Forschung / Von Eva Effertz
    Stehen unsere Museen vor dem Ausverkauf? - Wie Verkäufe aus Museumsbeständen Finanzlücken stopfen sollen / Von York Langenstein
    Schutzstatus für wertvolles Kulturgut / Von Michael Eissenhauer
    Eine Absicht und die Folgen - Zur Idee des Verkaufs der Badischen Handschriften / Von Claudia Lux
    Die Letzten werden die Ersten sein - Deutschland steht kurz vor der Verabschiedung eines Gesetzes zur Umsetzung des UNESCO-Abkommens zum Kulturgutschutz / Von Stefanie Ernst
    kultur - kompetenz - bildung. Regelmäßige Beilage zu politik und kultur:
    ... "Zu den Bildern dieser Ausgabe:
    Am 21. September dieses Jahres wurde bekannt, dass 3.500 der 4.200 Handschriften der Badischen Landesbibliothek verkauft werden sollten, um die Renovierung des Schlosses Salem zu finanzieren. Damit sollte dem wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen Haus Baden unter die Arme gegriffen werden. Dank des nationalen und internationalen Protests musste die Landesregierung Baden-Württemberg von dem Vorhaben abrücken. Die in der Beilage gezeigten Bilder vermitteln einen Eindruck von der Schönheit und Einmaligkeit der Werke, die durch einen Verkauf unwiederbringlich für Wissenschaft und Forschung verloren gegangen wären. Sie sollen auch zeigen, welche Schätze in den Bibliotheken, Museen und Archiven lagern und dass es unsere Verpflichtung ist, diese über Jahrhunderte bewahrten Schätze der Dichtkunst, der Theologie und der Buchkunst für die folgenden Generationen zu sichern."
  • Badische Neueste Nachrichten, 26.10.06: "Ich finde es großartig" - Kultureinrichtungen des Landes verzichten auf fünf Millionen
    Im Ringen um die Sicherung der Handschriftensammlung aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe hat Baden-Württembergs Kunstministerium jetzt mehrere Institutionen dazu gebracht, dass sie in den kommenden beiden Jahren auf die Hälfte ihrer Ankaufsetats verzichten.
  • Stuttgarter Nachrichten, 26.10.06: "Gehe von weiteren Solidarbeiträgen aus" - Der Schulterschluss der Museen macht Mut - auch Kunststaatssekretär Dietrich Birk
    Insgesamt fünf Millionen Euro wollen staatliche Kultureinrichtungen des Landes für das jüngst von Ministerpräsident Günther Oettinger angeregte Drei-Säulen-Modell bereitstellen. Dietrich Birk, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, freut sich über dieses "außergewöhnliche Engagement".
  • Der Tagesspiegel, 26.10.06: Kulturgüter-Streit: Badische Handschriften werden ausgestellt - Der Kulturgüter-Streit in Baden-Württemberg veranlasst die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe zu einer Sonderausstellung. Es werden zahlreiche mittelalterliche Bücher gezeigt, die ursprünglich verkauft werden sollten.
    Vom 28. Oktober bis 25. November stellt die Kultureinrichtung eine Auswahl der mittelalterlichen Handschriften aus, die Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ursprünglich zum Teil verkaufen wollte. Die Ausstellung mit dem Untertitel "Europäisches Kulturerbe" soll es der Öffentlichkeit ermöglichen, sich ein eigenes Bild von der Sammlung zu machen.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 26.10.06: Adel verpflichtet
    Im Treppenhaus riecht es nach frisch gesägtem Holz. Vor dem Büro von Bernhard Erbprinz von Baden, im alten Rentamt, werkelt ein Elektriker. "Ich hätte ja auch alle Arbeiten einstellen lassen können, solange ich nicht weiß, ob ich auf den Kosten sitzen bleibe", sagt der Prinz. Doch wie seit fast zehn Jahren wird im Schloss Salem auch heute repariert, renoviert und restauriert.
25.10.2006:
  • swr.de, 25.10.06: Die Ausstellung zum Streit - Kaum jemand nahm Notiz von der Badischen Landesbibliothek, bis die Politik sie ins Licht der Aufmerksamkeit zerrte: Teile der mittelalterlichen Handschriftensammlung sollten verkauft werden. Erhoffter Erlös: 70 Millionen Euro. Jetzt zeigt eine Sonderschau die unschätzbaren Kostbarkeiten aus Karlsruhe, an denen sich ein beispielloser Kulturstreit entzündete.
    Goldene Ranken umschlingen hier ein großes A, dort sitzt am Rand einer Seite ein Vogel auf einem Ast. Eine Jagdgesellschaft beobachtet das Sterben eines Hirschs, Jesus thront zwischen seinen Aposteln. Wer die Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek betrachtet, entdeckt eine Fülle von Details. Verzierungen und Illustrationen verdeutlichten im Mittelalter den Wert des sorgfältig geschriebenen Wortes: Dies ist eine Kostbarkeit - dies ist ein Buch!
  • Landtag von Baden-Württemberg, 25.10.06: Antrag der Abg. Renate Rastätter u. a. GRÜNE und Stellungnahme des Finanzministeriums (PDF) - Eigentumsrechte an den Handschriften der Badischen Landesbibliothek
    Das Eigentumsrecht an den historischen Handschriften der Badischen Landesbibliothek ist seit Jahrzehnten zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Haus Baden umstritten. Solange die eigentumsrechtliche Zuordnung der in Streit stehenden Sammlungen nicht rechtskräftig geklärt ist, nimmt das Land Baden-Württemberg den Standpunkt ein, mit dem Übergang von der Monarchie zur Republik, spätestens 1919, das Eigentum an den Handschriftensammlungen erlangt zu haben. Das Haus Baden vertritt die Rechtsansicht, dass die in der Badischen Landesbibliothek gesammelten historischen Handschriften, sowie weiteres altes Schriftgut, in seinem Eigentum stehen. ...
  • Antrag Fraktion SPD, Landtag von Baden-Württemberg, 25.10.06: Das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes und insbesondere seine Handhabung in Bezug auf die Kulturgüter im Eigentum des Hauses Baden
    Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen I. zu berichten, 1. durch welche Quelle die Öffentlichkeit sich zuverlässig und vollständig informieren kann über jene Gegenstände im Land Baden-Württemberg, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt im Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes eingetragen sind; 2. welche Rechtsgrundlagen in Baden-Württemberg zur Ausführung des Gesetzes zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung (BGBl. I 2001, S. 2785) bestehen; ...
  • Antrag Fraktion GRÜNE, Landtag von Baden-Württemberg, 25.10.06: Der geplante Verkauf von badischen Kulturgütern. Hier: Die rechtliche Stellung der Zähringer-Stiftung
    Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen I. zu berichten, 1. ob die Landesregierung die Auffassung teilt, dass die Zähringer-Stiftung wirksam errichtet wurde, und an welchen Gegenständen diese nach Auffassung der Landesregierung unstreitig wirksam Eigentum erworben hat; 2. ob es zutrifft, dass das Land bis in die jüngste Zeit davon ausging, dass hinsichtlich der in die Stiftung eingebrachten Gegenstände die Rechtsunklarheit sich darauf bezog, ob die Zähringer-Stiftung oder das Land Eigentümer dieser Gegenstände ist; ...
  • Antrag Fraktion FDP, Deutscher Bundestag, 25.10.06: National bedeutsames Kulturgut wirksam schützen (PDF)
    Der Bundestag wolle beschließen: I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Kulturgüter unterliegen einer Vielzahl rechtlicher Bestimmungen. Kulturgüter von nationaler Bedeutung sind insbesondere durch das Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung, durch das Kulturgüterrückgabegesetz, durch eine Ausfuhrverordnung der Europäischen Union und durch die Denkmalschutzgesetze der Länder gegen Abwanderung geschützt. Die Bundesregierung beabsichtigt mit dem Beitritt zum "UNESCO-Übereinkommen vom 14. November 1970 über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut" den Schutz unrechtmäßig nach Deutschland verbrachten nationalen Kulturgutes anderer Staaten weiter zu verbessern. ...
  • Badische Neueste Nachrichten, 25.10.06: Der Baden-Pfennig - Ministerpräsident ruft zu Spenden auf
    Wie meint der Volksmund: "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder / Böse Menschen haben keine Lieder". An dieses Sprichwort mag Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger gestern gedacht haben, als er vor der Landespressekonferenz erklärte: "Ich werde jeden, der singen kann, fragen, ob er kostenlos singt."
  • Stuttgarter Zeitung, 25.10.06: "Das Gutachten sollte den Vergleich abfedern" - Der Auftritt des Juristen Würtenberger im Finanzausschuss lässt die Opposition stutzen - Offene Fragen um Zähringer-Stiftung
    Es war spät geworden, als Ingo Rust (SPD), der Vorsitzende des Finanzausschusses, am vergangenen Donnerstag endlich das Thema Handschriftensammlung aufrief. Zu Wort kam dabei auch Professor Thomas Würtenberger, Koautor des jüngsten Gutachtens über die Eigentumsverhältnisse der Kunst- und Kulturgüter des einstigen badischen Herrschergeschlechts.
  • SPD-Fraktion Baden-Württemberg, 25.10.06: SPD verlangt von Landesregierung Schutz national wertvoller Kulturgüter - MdL Johannes Stober: "Die Landesregierung missachtet ihre gesetzliche Pflicht, national wertvolles Kulturgut vor der Abwanderung ins Ausland zu schützen"
    Bestelltes Gutachten. Die SPD-Landtagsfraktion wirft der Landesregierung massive Versäumnisse beim Schutz national wertvoller Kulturgüter vor. Bis zur Stunde entziehe sich die Landesregierung ihrer gesetzlichen Verpflichtung, die erforderlichen Schritte zur Umsetzung des Bundesgesetzes zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung zu unternehmen. In einem heute eingebrachten Parlamentsantrag verlangt die SPD vor dem Hintergrund des Verkaufs wertvoller badischer Kulturgüter von der Landesregierung, endlich initiativ zu werden und ihre gesetzliche Pflicht zu tun. Nach Angaben des Karlsruher Abgeordneten Johannes Stober, Mitglied in dem für diese Fragen zuständigen Landtagsausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst, ist die Eintragung national wertvoller Kulturgüter in die Kulturgutliste gesetzlich zwingend und nicht verhandelbar, auch nicht im Rahmen eines Vergleichs.
  • Archivalia, 25.10.06: Die Domänenverwaltung in Baden nach den Bestimmungen der Verfassungsurkunde
  • swr.de, 25.10.06: Weitere Spenden für badische Handschriften - Einen Tag nach dem Spendenaufruf von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) für den Ankauf der badischen Handschriften sind sechs Millionen Euro zusammen gekommen. Vier Millionen stammen von der Museumsstiftung und vom Zentralfonds für die Anschaffung von Spitzenwerken für Staatliche Kunstsammlungen.
    Dies teilte Kunststaatsekretär Dietrich Birk (CDU) dem SWR mit. Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe will eine halbe Million geben. Die Württembergische Gemeindeversicherung hatte bereits 1,5 Millionen Euro zugesagt.
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: Bericht zum Staatshaushaltsplan für 2005 / 2006
    Zentralfonds für die Anschaffung von Spitzenwerken für die staatlichen Kunstsammlungen (PDF) (S. 72; Kap. 1478, Tit. 812 31). Für die Wahrung und weitere Hebung des Ranges der staatlichen Museen bleibt auch weiterhin die Gewährleistung angemessener Ankaufsmittel unabdingbar. Versäumnisse in der Erwerbspolitik können später - wenn überhaupt - in der Regel nur noch zu weit höheren Preisen ausgeglichen werden. Der aus Toto-Lotto gespeiste Zentralfonds für die Anschaffung von Spitzenwerken für die staatlichen Kunstsammlungen bildete in den letzten vier Jahrzehnten das Rückgrat für einen qualitätsvollen Ausbau der fünf staatlichen Kunstsammlungen.
    Museumsstiftung Baden-Württemberg (PDF) (S. 73; Kap. 1478, Tit. 893 02) Angesichts des sprungartigen Ansteigens der Preise am internationalen Kunstmarkt wurde 1981 die "Museumsstiftung Baden-Württemberg" errichtet. Damit wurde eine Möglichkeit geschaffen, höchstrangige Meisterwerke der Kunst für die staatlichen Kunstsammlungen Baden-Württembergs zu erwerben.
  • Badische Zeitung, 25.10.06: Erster Sponsor ist Württemberger - Badischer Handschriftenstreit: Land startet Spendenkampagne
    Die erste namhafte Spende zur Sicherung badischer Kunstschätze, auf die das Haus Baden Anspruch erhebt, kommt aus Württemberg: Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) stellte gestern die Württembergische Gemeindeversicherung (WGV) als Sponsor beim Erwerb von Kunstwerken vor.
  • Bild, 25.10.06: Können unsere Stars den badischen Kunstschatz retten? - Um den Verkauf der kostbaren Handschriften abzuwenden, plant Ministerpräsident Oettinger ein riesiges Benefiz-Konzert
    Regierungschef Günther Oettinger (53, CDU) hat viele Ideen, aber keine Kohle in der Kasse. Deshalb geht er jetzt einen ungewöhnlichen Weg: Gratis-Gesang für Schloss Salem! Der Ministerpräsident plant eine riesige Spenden-Gala in Karlsruhe. Unsere Stars sollen singen, der SWR übertragen, damit Bürger und Mäzene 10 Mio. Euro zur Rettung badischer Kunstschätze auf ein Spenden-Konto überweisen. Dabei ist Oettinger (fast) jede Einlage willkommen.
  • Pforzheimer Zeitung, 25.10.06: Spendengala soll es richten - Ministerpräsident startet Kampagne zur Rettung badischer Kunstschätze
  • Mannheimer Morgen, 25.10.06: Schwaben retten badische Kunst - Oettinger startet Spendenkampagne für Handschriften
    Die Württembergische Gemeindeversicherung (WGV) steigt als erstes Unternehmen in die Spendenkampagne ein, die Ministerpräsident Günther Oettinger gestern zur Rettung badischer Kunstschätze gestartet hat. WGV-Vorstand Hans-Joachim Haug will für 1,5 Millionen Euro Objekte erwerben und anschließend den Museen in Karlsruhe als Dauerleihgabe überlassen. "Ich sehe das Engagement als Investment in Kunst", sagte Haug.
24.10.2006:
  • Staatsministerium Baden-Württemberg, 24.10.06: Spendenaufruf für den Erhalt von badischen Kulturgütern
    Ministerpräsident Günther H. Oettinger ruft zum Engagement von Bürgerschaft und Wirtschaft für die dauerhafte Sicherung der "badischen Sammlungen" auf
    "Sicherung von baden-württembergischem Kulturgut ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe" - Kunstminister Frankenberg: Spendenkonto ist eingerichtet
    WGV-Versicherungen wollen Beitrag von bis zu 1,5 Mio. Euro leisten
  • ka-news, 24.10.06: Für badische Kunstschätze: Oettinger startet offiziell Spendenaufruf
    Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hat heute offiziell einen Spendenaufruf für die badischen Kunstschätze gestartet. Vor allem Bürgerschaft und Wirtschaft seien angesprochen, einen Beitrag zu leisten, damit die Kulturgüter in den Landesbesitz übergehen können.
  • swr.de, 24.10.06: Spendenaufruf des Landes für badische Kunstschätze - Auf der Suche nach Rettern von Kunstschätzen des Hauses Baden hat Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) einen Spendenaufruf gestartet. Vor allem Bürgerschaft und Wirtschaft seien angesprochen, einen Beitrag zu leisten, damit die Kulturgüter in den Landesbesitz übergehen könnten.
    Die Württembergerische Gemeindeversicherung ist der erste Großspender aus dem Land. Das Unternehmen will für 1,5 Millionen Euro ein oder mehrere Kunstwerke aus dem Haus Baden erwerben und diese dem Land Baden-Württemberg als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen.
  • DIE ZEIT, 24.10.06: Kulturgüter-Streit: Oettinger startet Spendenaktion - Im Kulturgüter-Streit in Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) eine Spendenaktion für den Erhalt von badischen Kunstobjekten gestartet. Zugleich präsentierte der Regierungschef den ersten Großspender.
    Die WGV-Versicherungen wollen für bis zu 1,5 Millionen Euro Kulturgüter erwerben und diese als Dauerleihgaben der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
  • Schwäbische Zeitung online, 24.10.06: Spendenaufruf zur Rettung badischer Kulturgüter
    Zur Rettung badischer Kunstschätze für das Land Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) Unternehmen und Bürger zu Spenden aufgerufen. Geplant sei Anfang kommenden Jahres eine Spendengala mit Pop und Klassik in Karlsruhe. "Ich werde jeden, der singen kann, fragen, ob er kostenlos singt", sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Als erster Sponsor habe die Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) einen Beitrag von 1,5 Millionen Euro geleistet. Es zeichneten sich zwei, drei weitere Großspenden ab, sagte Oettinger.
  • Deutschlandradio, 24.10.06: Baden-Württemberg: Erste Erfolge bei der Suche nach Spendern zur Rettung von Kunstschätzen
    Sing für Baden-Württemberg! Ministerpräsident Oettinger hat eine Spendengala angekündigt, um den Verbleib badischer Kunstschätze im Land zu sichern. Er bitte jeden, der singen könne, dies auf der Veranstaltung kostenlos zu tun, sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Der Gewinn soll dazu beitragen, das Markgrafen-Haus Baden für bereits geleistete Sanierungen an Schloß Salem zu entschädigen. Im Gegenzug soll das Adelshaus auf zahlreiche Kulturgüter verzichten, deren Eigentumsrechte zwischen Land und Markgrafen umstritten sind.
23.10.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten, 23.10.06: Schriftenstreit mobilisierte die Besucher
    Swingende Rhythmen der Big Band des Humboldt-Gymnasiums zwischen Büchern? Das war gewollt und markierte so den Beginn der Eröffnung des "Tages der offenen Tür" in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe am Samstag. Geboten wurde den Besuchern ein Programm mit enormer Spannweite. "Als der Tag vor etwa einem Jahr geplant wurde, konnte noch niemand ahnen, dass er mit einer der schwierigsten Phasen in der Geschichte der Badischen Landesbibliothek zusammenfallen würde", so Direktor Peter Michael Ehrle. Der weltweite Protest gegen den Verkauf der Handschriften im so genannten "Kulturgüterstreit" habe die Bibliothek sehr bekannt gemacht.
  • Die Rheinpfalz, 23.10.06: Begehrte Bücher - Tag der offenen Tür in der Landesbibliothek Karlsruhe
    In einer der "schwierigsten Phasen ihrer Geschichte" (Direktor Dr. Peter-Michael Ehrle) hat sich die Badische Landesbibliothek am Samstag mit einem Tag der offenen Tür in ihrer Gesamtheit präsentiert. Schließlich tobe seit etwa einem Monat der so genannte "Kulturgüterstreit", aus dessen Zentrum die Karlsruher Biblithek nach weltweitem Aufsehen wieder etwas herausgerückt ist.
  • SPD-Fraktion Baden-Württemberg, Pressemitteilung, 23.10.2006: Oettinger soll Tag der Bibliotheken als Tag der kulturellen Besinnung nutzen - MdL Helen Heberer: "Bibliotheken und Museen öffnen Welten - sie dürfen nicht als Pfandmasse für fragwürdige Fürstendeals missbraucht werden"
    Aus Anlass des Tags der Bibliotheken am morgigen Dienstag fordert Helen Heberer, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ministerpräsident Oettinger auf, diesen Tag für eine kulturelle Besinnung zu nutzen.
  • NETZEITUNG.DE, 23.10.06: Sponsor für Werke des Hauses Baden gefunden - Nach dem Streit um Verkaufspläne für Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek hat sich die Landesregierung von Ministerpräsident Oettinger mit einem Sponsor für die Kunstschätze des Hauses Baden geeinigt.
    Auf ihrer Suche nach Sponsoren für die Kunstschätze des Hauses Baden ist die baden-württembergische Landesregierung von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nach einem Zeitungsbericht fündig geworden. Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" will die Württembergische Gemeindeversicherung (WGV) in Stuttgart einen großen Betrag investieren, um damit einzelne Kunstschätze zu kaufen.
  • bw-woche, 23.10.06: Handschriftenstreit beigelegt
    Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Landesstiftung Baden-Württemberg haben beschlossen, zehn Millionen Euro für den Kauf von Kunstschätzen aus der ehemaligen großherzoglichen Sammlung Baden bereitzustellen. Damit haben sie einem entsprechen Vorschlag von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zugestimmt.
  • Passauer Neue Presse, 23.10.06: "Ich halte es für sittenwidrig, kulturelles Erbe zu verhökern" - "Wehret den Anfängen!", sagt Kulturstaatsminister Bernd Neumann über Verkäufe von Kulturgütern.
    ... Thema Kulturgüterschutz: Baden-Württemberg wollte historische Handschriften verkaufen, um Schloss Salem zu erhalten, in Krefeld soll ein Monet-Gemälde verkauft werden, um eine Renovierung zu finanzieren. Wie können Sie verhindern, dass Derartiges zum Trend wird? Neumann: Ich halte es für sittenwidrig, kulturelles Erbe zu verhökern, nur um Haushaltslöcher zu stopfen. Ich kann nur sagen: Wehret den Anfängen! Ich habe das auch mit Ministerpräsident Oettinger besprochen und erreicht, dass man davon Abstand genommen hat. Positiv ist, dass diese beiden Versuche auf massiven Widerstand gestoßen sind. Das zeigt, dass unsere Gesellschaft für die Kultur sehr sensibel ist. ...
22.10.2006:
  • Konradsblatt, 22.10.06: Eigentum der Allgemeinheit - Warum die badischen Handschriften nicht verkauft werden dürfen (von Christoph Schmider, Erzbischöflicher Archivdirektor, Leiter des Erzbischöflichen Archivs Freiburg)
    Der von der Landesregierung geplante Verkauf hat weltweite Proteste ausgelöst - und inzwischen tatsächlich zu einem Umdenken geführt. Doch der Vorgang hat grundsätzliche Fragen zum Schutz des Kulturguts durch die öffentliche Hand aufgeworfen.
    Kürzlich schafften es rund 20 Äbtissinnen und Äbte des Benediktinerordens, die sonst eher ein auf Gott ausgerichtetes Leben in Stille führen, in die Schlagzeilen der Tagespresse. Nicht wegen irgendwelcher skandalträchtiger Unregelmäßigkeiten freilich, sondern wegen eines offenen Briefes, den sie gemeinsam an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger geschrieben hatten. Abtprimas Notker Wolf aus Rom, Erzabt Theodor Hogg aus Beuron und Abt Franziskus von Heeremann aus Heidelberg-Neuburg - um nur den weltweit ranghöchsten Benediktiner und die zwei in der Erzdiözese Freiburg ansässigen unter ihnen zu nennen - äußerten sich darin schmerzlich betroffen von einer kurz zuvor publik gewordenen Stuttgarter Entscheidung.
  • Der Sonntag, 22.10.06: Zehn Millionen Euro aus der Landesstiftung
    Die Landesvereinigung Baden in Europa sammelte gestern weitere Unterschriften gegen den möglichen Verkauf von badischen Kulturgütern. Auch bei der Verbrauchermesse "offerta" vom 28. Oktober bis 5. November in der Messe Karlsruhe werde die Landesvereinigung mit einem Stand vertreten sein, kündigte der Vorsitzende Robert Mürb an.
  • Archivalia, 22.10.06: Hinterlegungen in der Badischen Landesbibliothek
    Klaus Klein weist darauf hin, "daß ausführliche Katalogisate der mittelalterlichen Teile aus dem Bestand 'Hinterlegungen' bereits seit 2000 in dem von der DFG finanzierten (!) Katalog von Armin Schlechter und Gerhard Stamm zugänglich sind (Die kleinen Provenienzen [Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe XIII], Wiesbaden 2000). Der Einschätzung des Direktors der BLB Karlsruhe, daß diese Hinterlegungen zwar wissenschaftlich hoch bedeutsam, jedoch von ihrem Geldwert her von vergleichsweise "peripherer Natur" sind, kann man nur zustimmen.
  • Archivalia, 22.10.06: Wessenberg-Galerie in Konstanz betroffen
  • Archivalia, 22.10.06: Louis Jüncke'sche Gemäldesammlung in Baden-Baden
  • Archivalia, 22.10.06: Thesen zum großherzoglichen Hausfideikommiss
21.10.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten, 21.10.06: Weiter auf drei Säulen - Finanzausschuss tagte / Landesbibliothek lädt ein
    Alles gerettet? Noch steht im Handschriftenstreit die eindeutige Sicherung der kostbaren Manuskripte aus, die in der Badischen Landesbibliothek (BLB) fachkundig aufbewahrt und erhalten werden. Der baden-württembergische Finanzausschuss hat jetzt einen Antrag der SPD und der Grünen abgelehnt, die gefordert hatten, "mit dem Haus Baden keine Vereinbarung zum Verkauf von Kulturgütern aus staatlichen Beständen zu schließen", wie es in einer Mitteilung des Stuttgarter Landtags heißt.
  • Archivalia, 21.10.06: Neues zur Zähringer-Stiftung
    Zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Markgrafen von Baden bestehen unterschiedliche Rechtsansichten über die Eigentumsverhältnisse an Handschriften, Druckwerken und Büchern in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, über die Eigentumsverhältnisse an den ehemals von Wessenberg'schen Gemäldesammlungen im Rosgartenmuseum in Konstanz, an Beständen des Kopf'schen Kunstmuseums, an den Louis Jünckeschen Gemäldesammlungen, an der so genannten Türkensammlung, an der großherzoglichen Münzsammlung im Staatlichen Münzkabinett und an den hofeigenen Beständen der früheren vereinigten Sammlungen im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe.
  • Archivalia, 21.10.06: Weitere Parlamentaria zur Causa Karlsruhe
    Antrag der SPD-Fraktion: Die "unvollendete Revolution" in Baden - Hintergründe des geplanten Verkaufs von Kulturgütern des Landes liegt jetzt mit Stellungnahme des Finanzministeriums vom 10.10.2006 online vor, ...
  • Archivalia, 21.10.06: Über das großherzogliche Mobiliarvermögen
  • Stuttgarter Zeitung, 21.10.06: Wir wollen Untertanen sein - Unser Verhältnis zum Haus Baden und zum Adel überhaupt
    Als Günther Oettinger die Rücknahme der Pläne zum Verkauf historischer Handschriften bekannt gab, aber auf der Zahlung von 30 Millionen Euro an das Haus Baden beharrte, fügte er entschuldigend hinzu, er wolle nicht nachträglich eine Revolution vollenden; die Zeitungen berichteten. Man fragt sich, warum eigentlich nicht. ... weitere Informationen
  • Landesvereinigung Baden in Europa e. V., 21.10.06: Landesvereinigung übt Schulterschluss mit Landtagsparteien - Kuratorium der Vereinigung einstimmig gegen Ausverkauf von Kulturgut
    Das Kuratorium der Landesvereinigung Baden in Europa unterstützt den Kampf der Landesvereinigung gegen den Verkauf von Kulturgut aus Baden-Württemberg. Dies beschlossen die Mitglieder des Kuratoriums einstimmig bei ihrer jüngsten Sitzung. Dem Gremium gehören Personen der Öffentlichkeit aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik an, darunter Bundestags- und Landtagsabgeordnete aller Parteien. Die Vertreter von CDU, SPD und Die Grünen aus dem Landtag von Baden-Württemberg forderten, dass die eventuell zum Verkauf stehenden Kunstschätze als Nationales Kulturgut unter Schutz gestellt werden.
  • Rhein-Neckar-Zeitung, 21.10.06: Schriften mit ungeklärter Zukunft - Sonderausstellung der Landesbibliothek zeigt in die Schlagzeilen geratene mittelalterliche Handschriften
    Angesichts der ungeklärten Zukunft der Handschriftensammlung in der Badischen Landesbibliothek (BLB) hat das Haus eine kurzfristig anberaumte Sonderausstellung zusammengestellt. Unter dem Titel "Mittelalterliche Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Europäisches Kulturerbe" stehen vom 28. Oktober an die Kunstwerke im Mittelpunkt, deren Verkauf zu Gunsten des finanziell angegriffenen Hauses Baden seit langem diskutiert wird.
20.10.2006:
  • Archivalia, 20.10.06: Landtag BW zur Causa Karlsruhe
    Auf dem Landtagsserver liegt inzwischen vor: Das Plenarprotokoll 14/9 11.10.2006 der 9. Sitzung der 14. Wahlperiode des Landtags von Baden-Württemberg online, ...
  • swr, 20.10.06: Landesbibliothek stellt Handschriften aus - Nach den wochenlangen Diskussionen um den Verkauf von mittelalterlichen Handschriften hat die Badische Landesbibliothek (BLB) reagiert: Das Haus zeigt ab 28. Oktober einige der Exemplare in einer kurzfristig anberaumten Sonderausstellung.
    Unter dem Titel "Mittelalterliche Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Europäisches Kulturerbe" sollen unter anderen das Stundenbuch des Markgrafen Christoph I. und der Speyerer Evangelistar gezeigt werden.
  • Karlsruhe: StadtZeitung, 20.10.06: Kulturschätze: Streit noch nicht ausgestanden - Rechts- und andere Fragen noch immer offen
    Der Streit um die badischen Kulturgüter ist noch lange nicht ausgestanden. Auch wenn der Aufsichtsrat der Landesstiftung nun in den kommenden drei Jahren für zehn Millionen Euro Kunstschätze kaufen will.
  • ka-news, 20.10.06: Handschriften-Ausstellung: Spontane Sonderschau in der BLB geplant
    Nach dem Streit um den Verkauf der Handschriftensammlung aus der Badischen Landesbibliothek (BLB) in Karlsruhe (ka-news berichtete), plant diese jetzt eine spontane Sonderausstellung. Unter den vom 28. Oktober bis 25. November zu bewundernden Stücken soll beispielsweise auch das Stundenbuch des Markgrafen Christoph von Baden zu sehen sein.
  • Stuttgarter Zeitung, 20.10.06: Sonderausstellung: Karlsruhe zeigt Handschriften - Ausstellung vom 28. Oktober bis zum 25. November
    Angesichts der ungeklärten Zukunft der Handschriftensammlung in der Badischen Landesbibliothek (BLB) hat das Haus eine kurzfristig anberaumte Sonderausstellung zusammengestellt. Unter dem Titel "Mittelalterliche Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Europäisches Kulturerbe" stehen vom 28. Oktober an die Kunstwerke im Mittelpunkt, deren Verkauf zu Gunsten des finanziell angegriffenen Hauses Baden seit langem diskutiert wird.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 20.10.06: Landesbibliothek stellt Handschriften aus
    Angesichts der ungeklärten Zukunft der Handschriftensammlung in der Badischen Landesbibliothek (BLB) hat das Haus eine kurzfristig anberaumte Sonderausstellung zusammengestellt.
  • Heilbronner Stimme, 20.10.06: Handschriften-Streit schadet Frankenberg - Pech und Pannen machen dem Stuttgarter Wirtschaftsminister schwer zu schaffen
    Bisher galt Wissenschaftsminister Peter Frankenberg als einer der wenigen Leistungsträger in der Stuttgarter Regierungsmannschaft, der als Fachmann bundesweit Anerkennung fand. Doch nun hat der CDU-Mann, offenbar entnervt von der Kritik seiner Kollegen, als hochschulpolitischer Koordinator der Unions-Länder das Handtuch geworfen. Dazu kommen Pech und Pannen in Stuttgart beim Streit um den Verkauf alter Handschriften und zu Hause in Mannheim bei der Suche nach einem Kandidaten für die OB-Wahl.
  • Bietigheimer Zeitung, 20.10.06: STUTTGARTER SZENE
    Mit Witz im Gefängnis - Das Hickhack um die Handschriften aus dem badischen Adelshaus und die damit verbundene internationale Aufregung kann Justizminister Ulrich Goll (FDP) nicht von Scherzen abhalten.
    Mit Witz im Internet - Im Internet ist vieles möglich, aber die Versteigerung einer Landesregierung dann doch nicht.
19.10.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten, 19.10.06: Schatzkammer zwischen Zimelie und Elektronik - Badische Landesbibliothek zeigt kostbare Handschriften und präsentiert sich als modernes Bücherzentrum
    Für manche ein Mysterium, weil zumeist verborgen in Magazinen und Tresoren, für den Justizminister des Landes nach Äußerungen bei einer Krisensitzung nur "altes Papier, das in Kellern liegt", dagegen vermutlich für die meisten Betrachter eine prächtige Augenweide: die alten, wunderbar illuminierten Handschriften, die in jüngster Zeit für Wirbel in der ganzen Nation sorgten.
  • Badische Neueste Nachrichten, 19.10.06: Weitere Kritik an Oettingers Modell
  • DIE ZEIT, 19.10.06: Fromme Wünsche im Musterländle - Der Streit um die Karlsruher Handschriften: Warum sich Kulturgüter nicht einfach verscherbeln lassen
    Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Da ist ein mittelständisches Unternehmen im ländlichen Raum, ein kleiner Mischkonzern, Land- und Forstwirtschaft, dazu das größte private Weingut Deutschlands. Seit Jahrzehnten läuft der Laden mehr schlecht als recht, von einst 1500 Mitarbeitern sind 50 geblieben. Aber immer noch droht die Insolvenz, die Gläubigerbanken sitzen dem Geschäftsführer im Nacken. Also bittet der Unternehmer seinen Landesvater um finanzielle Hilfe. Das könnte eine ganz normale Geschichte aus dem deutschen Wirtschaftsleben sein. Weil der insolvenzbedrohte Unternehmer aber ein leibhaftiger Erbprinz, der Sitz der Firma eine einzigartige Klosteranlage und der Landesvater der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger ist, wurde aus der einfachen Geschichte ein kulturpolitischer Skandal.
  • Die Bunte, 19.10.06: Ein Aufschrei geht um die Welt - Bernhard von Baden wollte kostbare Handschriften verkaufen und sorgte für Streit
    Was tun, wenn's im Schloss zieht oder gar reinregnet? Dann sind selbst in Adelskreisen die Handwerker gefragt. Klar, dass deren Rechnung bei einer Schlossrenovierung etwas höher ausfällt. Sicherlich hatte das Haus Baden mit so etwas gerechnet. Doch auch wenn man über Geld nicht gern spricht - am Ende erwies sich die jahrzehntelange Sanierung von Schloss Salem am Bodensee, eine der größten Anlagen ihrer Art, als beinahe unbezahlbar.
  • Landtag von Baden-Württemberg, 19.10.06: Finanzausschuss berät Sicherung von Kulturgütern - Weiterer Umgang mit Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek bleibt umstritten
    Nachdem sich das Landtagsplenum in der vergangenen Woche mit dem möglichen Verkauf badischer Handschriften befasst hatte, beriet der Finanzausschuss in seiner heutigen Sitzung (19. Oktober 2006) die an ihn überwiesenen bzw. neu eingegangenen einschlägigen Anträge.
  • Archivalia, 19.10.06: Bayerisches Oberstes Landesgericht: Kulturgutsicherung bei ehemaligem Fideikommissvermögen
  • Archivalia, 19.10.06: Klagebefugnis im Stiftungsrecht
  • Deutschlandradio, 19.10.06: Jusos dürfen Oettingers Kabinett nicht weiter versteigern
    Dass Politiker käuflich sind, soll vorkommen. Das Internetauktionshaus Ebay will derartige Transaktionen aber nicht unterstützen. Es stoppte eine Versteigerung der baden-württembergischen Landesregierung, die die Jusos initiiert hatte. Die SPD-Nachwuchsorganisation wollte nach eigener Darstellung mit dem ironisch gemeinten Verkauf das Drei-Säulen-Modell von Ministerpräsident Günther Oettinger zur Sanierung von Schloss Salem um eine 'weitere Säule' ergänzen.
18.10.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten, 18.10.06: Zwischen Hoffnung und Desaster - Landesstiftung will badische Kulturgüter für 10 Millionen Euro ankaufen
    Im Drama um den geplanten Verkauf badischer Kunstschätze gibt es wieder ein neues Kapitel. Die Landesstiftung Baden-Württemberg möchte in den nächsten drei Jahren insgesamt zehn Millionen Euro aus Projektmitteln bereitstellen, mit denen Kunstschätze aus den ehemaligen großherzoglichen Sammlungen in Baden angekauft und damit für das Land gesichert werden sollen.
  • F.A.Z, 18.10.06: Objektsicherung - Landesstiftung hilft Oettinger
    Der Aufsichtsrat der baden-württembergischen Landesstiftung unterstützt die Pläne der Landessregierung, in den Jarhen 2006 bis 2008 etwa zehn Millionen Euro aus dem Etat der Stiftung für den Kauf von Kunstschätzen zu verwenden, die größtenteils eindeutig im Besitz des Hauses Baden sind.
  • ka-news, 18.10.06: Streit um Kulturgüter: Landesstiftung kauft Kunstschätze
    Der Streit um den möglichen Verkauf badischer Kulturgüter geht in die nächste Runde. Der Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg stimmte am gestrigen Dienstag dem Vorschlag von Ministerpräsident Günther Oettinger zu, in den nächsten drei Jahren für zehn Millionen Euro Kunstschätze zu kaufen und so für das Land zu sichern.
  • Pforzheimer Zeitung, 18.10.06: Stiftung muss Opfer bringen: Landeseinrichtung kauft badische Kunstschätze - wird dafür aber Projekte zurückstellen
    Im Streit um den möglichen Verkauf von Handschriften will die Landesstiftung Baden-Württemberg in den kommenden drei Jahren für zehn Millionen Euro Kunstschätze kaufen und für das Land sichern. Diesem Vorschlag des Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) stimmte der Aufsichtsrat der Stiftung gestern zu. Entsprechend werde es weniger Geld für andere Projekte der Stiftung geben, erklärte Oettinger, der auch Vorsitzender des Gremiums ist.
  • Baden online, 18.10.06: Die "Reservekasse" des Landes - Oettinger holt die ersten zehn Millionen Euro für das Haus Baden aus der Landesstiftung
    Unter Schmährufen seiner Partei übernahm Herbert Moser im September 2005 den Posten des Geschäftsführers bei der Landesstiftung Baden-Württemberg. Lange hatte die Südwest-SPD die Existenz der von Erwin Teufel installierten Landesstiftung in Frage gestellt. Auch Moser, der lange dem Finanzausschuss vorsaß. Erst in den letzten Monaten unter Fraktionschefin Ute Vogt bröckelt die Front.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 18.10.06: Barmherzige Ersatzkasse
    "Der hat's gut", lacht Ministerpräsident Günther Oettinger und klopft dem Geschäftsführer der Landesstiftung im Vorübergehen auf die Schulter. Herbert Moser nimmt den Ball erheitert auf: "Er fragt mich immer mal wieder, ob wir tauschen können." An Selbstbewusstsein gebricht es dem früheren SPD-Abgeordneten aus Tuttlingen nicht. Unter Schmährufen seiner Partei übernahm er im September 2005 den machtvollen Posten bei der Landesstiftung Baden-Württemberg.
  • Stuttgarter Zeitung, 18.10.06: Landesstiftung macht Geld für Baden frei
    Die Landesstiftung will bis 2008 zehn Millionen Euro ausgeben, um badische Kunstschätze zu kaufen. In einer Sondersitzung hat der Aufsichtsrat der Stiftung diese Marschroute festgelegt. Endgültig freigegeben soll das Geld am 19. Dezember "in Kenntnis des Vergleichs mit dem Haus Baden", wie der Aufsichtsratsvorsitzende Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte. Dann soll es um konkrete Objekte gehen. 2006 sollen zwei, 2007 und 2008 je vier Millionen Euro bereitgestellt werden.
  • Badische Zeitung, 18.10.06: Geld gegen Kultur
    "Die Menschen erwarten zu Recht, dass wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit auch für kommende Generationen bewahrt bleiben. Mit jedem historischen Gut, das verloren ginge, ginge auch ein Stück badischer Tradition, ein Stück Heimat und Identität verloren." Diese Sätze hat kein feuilletonistischer Tagträumer geschrieben, auch kein Verwalter verstaubter badischer Archivalien. Nein, es war Günther Oettingers Vorgänger im Amt als Ministerpräsident. Erwin Teufel hatte sie anlässliche einer Ausstellung formuliert, in der das Land stolz zeigte, was es 1995 beim Ausverkauf des Hauses Baden "für Baden gerettet" (so der Ausstellungsstitel) hatte.
  • Badische Zeitung, 18.10.06: "Wir tasten uns sensibel voran" - Landesstiftung gibt zehn Millionen Euro für den Erwerb der Karlsruher Handschriften / Folgen für andere Kulturprojekte
    Die Landesstiftung macht kurzfristig zehn Millionen Euro locker, um den Kunstbesitz des Adelshauses Baden für das Land zu erwerben. Andere Projekte der Stiftung müssen deshalb zurückstehen, bereits unterschriebene Zusagen für eine finanzielle Förderung hingegen sollen erfüllt werden.
17.10.2006:
  • Die Zeit, 17.10.06: Handschriften-Streit: Jusos verkaufen Oettingers Kabinett bei Ebay - Im Kulturgüter-Streit in Baden-Württemberg greift die SPD-Nachwuchsorganisation Jusos zum Hammer. Sie stellt auf den Seiten des Internetauktionshauses Ebay die Landesregierung von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zum Verkauf.
    Nach Juso-Angaben soll damit Oettingers "Drei-Säulen-Modell" zur Finanzierung des umstrittenen Vergleichs zwischen der Landesregierung und dem Markgrafenhaus Baden um eine "weitere Säule" ergänzt werden. Seit Dienstag ist das Angebot online, Interessierte können bis 24. Oktober, 8 Uhr, Angebote abgeben.
  • Landesstiftung Baden-Württemberg, 17.10.06: Landesstiftung erwirbt Schätze aus badischen Sammlungen
    In seiner heutigen Sondersitzung hat der Aufsichtsrat als einzige Projektentscheidung über den Erwerb von Kunstschätzen aus den ehemaligen großherzoglichen Sammlungen in Baden beraten. In einem Grundsatzbeschluss hat er 10 Mio. Euro aus Projektmitteln bereitgestellt.
  • Deutschlandradio, 17.10.06: Landesstiftung gibt Mittel für Kauf badischer Kulturgüter frei
    Im Streit um die 'badischen Handschriften' hat die Landesstiftung Baden-Württemberg zehn Millionen Euro für den Kauf von Kulturgütern aus dem Haus Baden freigegeben. Einem entsprechenden Vorschlag von Ministerpräsident Günther Oettinger stimmte der Aufsichtsrat der Stiftung heute in Stuttgart zu.
  • Kulturinformationszentrum des Deutschen Kulturrates, ConBrio Verlagsgesellschaft, 17.10.06: BW: Landesstiftung stellt zehn Millionen Euro bereit
    Die Landesstiftung Baden-Württemberg wird für die Sicherung von badischen Kulturgütern bis 2008 insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das gab Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) am Dienstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats der Stiftung in Stuttgart bekannt.
  • swr.de, 17.10.06: Landesregierung bei eBay unterm Hammer - Unter dem Motto "Wir können alles. Außer Hochkultur" machen die baden-württembergischen Jungsozialisten (Jusos) ihren Unmut über einen möglichen Verkauf badischer Handschriften auf nicht ganz ernst zu nehmende Weise Luft: Sie versteigern derzeit die komplette Landesregierung beim Internet-Auktionshaus eBay.
    Bis zum "Tag der Bibliotheken" am 24. Oktober kann auf Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und sein CDU/FDP-Kabinett geboten werden. Im Begleittext zu dem Angebot heißt es: "Wir müssen uns leider von dem Artikel trennen, um von dem Erlös den von der baden-württembergischen Landesregierung geplanten Verkauf wertvoller badischer Kulturgüter wie alter Handschriften und Bücher zu verhindern."
  • SPD-Landtagsfraktion, 17.10.06: SPD kritisiert Blankoscheck der Landesstiftung für das Adelshaus Baden - Ute Vogt: "Herr Oettinger vertritt nicht die Interessen des Landes, wenn er dem Haus Baden blind 10 Mio. Euro aus Landesmitteln zuspricht" - SPD-Vertreter in der Landesstiftung stimmen gegen 10-Mio.-Euro-Beschluss
    Die SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Ute Vogt übt scharfe Kritik an dem von Ministerpräsident Oettinger herbeigeführten Beschluss der Landesstiftung zum Ankauf von Kunstschätzen. Mit diesem Grundsatzbeschluss habe Oettinger unter den derzeitigen Voraussetzungen dem Haus Baden einen Blankoscheck in Höhe von 10 Mio. Euro ausgestellt.
  • Bündnis 90/Die Grünen im Landtag , 17.10.06: Forum Neues Musiktheater: "Erstes Opfer von Schloss Salem"
    Der kulturpolitische Sprecher der Grünen im Landtag Jürgen Walter hat das drohende Aus für das Forum Neues Musiktheater in Stuttgart bedauert: "Schloss Salem fordert sein erstes Opfer. Es ist zu befürchten, dass in den nächsten Jahren kaum mehr Mittel für die Förderung innovativer Kunst zur Verfügung stehen werden."
  • swr.de, 17.10.06: Kauf badischer Kunstschätze gefährdet andere Projekte
    Die Landesstiftung Baden-Württemberg will für zehn Millionen Euro Kunstschätze kaufen und für das Land sichern. Der Aufsichtsrat hat einem entsprechenden Vorschlag von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zugestimmt. Dafür ist nun das international beachtete Forum Neues Musiktheater in Stuttgart in Gefahr.
  • F.A.Z., 17.10.06: Keine Verkäufe - Museen gegen Oettingers Plan
    Scharfe Kritik übt der Deutsche Museumsbund an dem vom baden-württembergischen Ministerpräsident Oettinger angestrebten Dreisäulenmodell zur Refinanzierung der Investitionen des Hauses Baden in den Erhalt der Anlage Salem. Nach Oettingers Vorstellungen sollen die Landesstiftung Baden-Württemberg, Unternehmen und Sponsoren sowie die Kultureinrichtungen des Landes je zehn Millionen Euro dafür aufbringen.
  • Landesvereinigung Baden in Europa e. V., 17.10.06: Beschluss der Landesstiftung unzureichend - Landesvereinigung wehrt sich gegen Vorwürfe, Badens Staatsregierung habe 1918/1919 schlampig verhandelt/Land nach wie vor in der Pflicht (PDF)
    Die Landesvereinigung Baden in Europa gibt sich nicht mit dem Beschluss der Landesstiftung von heute (Dienstag, 17. Oktober) zufrieden, über drei Jahre verteilt ganze zehn Millionen Euro für den Ankauf von Kunstwerken zur Rettung des Badischen Fürstenhauses aufzuwenden. Die Landesvereinigung sieht keinen Anlass, von ihrer bereits früher formulierten Forderung abzurücken, derzufolge die gesamten jetzt noch in Rede stehenden 30 Millionen Euro aus Erträgen der Landesstiftung zu erbringen sind.
  • Archivalia, 17.10.06: Protest aus Portugal gegen "Karlsruhe"
  • Archivalia, 17.10.06: Karlsruher Verkäufe in Frankreich rechtlich unmöglich
  • Mannheimer Morgen, 17.10.06: Ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung - Während das Paket zur Rettung der Badischen Handschriften heute beschlossen wird, fehlt für das Schloss Salem ein Konzept
    Heute beschließt der Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg über ein Zehn-Millionen-Paket zur Rettung der Handschriften in den Beständen der Badischen Landesbibliothek. Völlig unklar bleibt das Konzept zum Erhalt der Schlossanlage Salem. "Das ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung", betont Dieter Planck, der oberste Denkmalschützer des Landes.
  • Stuttgarter Nachrichten, 17.10.06: Handschriftenstreit: Stiftung kauft Kunstschätze
    Im Streit um den möglichen Verkauf badischer Handschriften will die Landesstiftung Baden-Württemberg in den kommenden drei Jahren für zehn Millionen Euro Kunstschätze kaufen und für das Land sichern.
16.10.2006:
  • Der Spiegel, 16.10.06: Haushalte: "Grenze überschritten" - Bernd Neumann, 64, Kulturstaatsminister im Bundeskanzleramt, über den Notverkauf von Museumsstücken und die Kulturnation Deutschland
    Spiegel: Nur internationale Proteste halten Baden-Württemberg davon ab, einzigartige Handschriften im Gegenwert von 70 Millionen zugunsten des Landeshaushalts zu veräußern. ... Auch andernorts gibt es Begehrlichkeiten, Kunstschätze aus öffentlichem Besitz zu versilbern. Kann sich die Kulturnation Deutschland das leisten? Neumann: Es ist gut, dass wir anhand dieser beiden Fälle eine breite Diskussion in Deutschland darüber führen, warum es unverantwortlich ist, wertvolles Kulturgut ins Ausland abwandern zu lassen oder es zur Sanierung von Haushalten zu benutzen.
  • Società Internazionale per lo Studio del Medioevo Latino (S.I.S.M.E.L.), Firenze, 16.10.06: Manoscritti della Badische Landesbibliothek di Karlsruhe
    Al Ministro Presidente del Land Baden-Württemberg / Firenze, 16 ottobre 2006 / Illustre Presidente, Le invio l'adesione di alcuni studiosi italiani di Paleografia e Letteratura medievale che Le chiedono di soprassedere alla vendita dei manoscritti della Badische Landesbibliothek di Karlsruhe.
  • taz, 16.10.06: Stiftung löst Handschriftenstreit - Schloss Salem soll nun durch den Kauf von Kunstschätzen saniert werden
    Im Streit um den geplanten Verkauf badischer Handschriften will die Landesstiftung Baden-Württemberg in den nächsten drei Jahren für 10 Millionen Euro eine Teil der Kunstschätze kaufen und für das Land sichern.
  • Bild, 16.10.06: Handschriften-Streit: Stiftung kauft Kunstschatz
    Im Streit um den möglichen Verkauf badischer Handschriften aus dem Mittelalter will die Landesstiftung Baden-Württemberg für 10 Millionen Euro eine Teil der Kunstschätze kaufen und damit fürs Land sichern.
  • Museum Aktuell, 16.10.06: Festlegung der Badenwürttembergischen SPD im ''Handschriftenstreit''
    Während die badenwürttembergische CDU nach wie vor unbeirrt und unberührt von Eingaben aller bedeutenden Kulturverbände an ihren Veräußerungsplänen festhält und eher nach russischer Zarenart die zu veräußerndern Kunst-, Bibliotheks- und Archivbestände der Badischen Landesbibliothek - und anderer Institutionen, da die BLB nicht die Last allein tragen solle! - im Wert von ursprünglich 70 Mio Euro mal eben nur auf 30 Millionen Euro herunterspielt, findet die baden-württembergische SPD zu einer völlig anderen Bewertung.
  • bw-woche, 16.10.06: Kein Ausverkauf - Wende bei Handschriften-Streit
    Von Landesstiftung, Sponsoren und Museen soll das Geld für den Vergleich mit dem Haus Baden kommen. So hat es zumindest das Kabinett in der vergangenen Woche beschlossen.
15.10.2006:
  • Der Sonntag, 15.10.06: Der Streit schwelt weiter
    Dem badischen Adelshaus "voll auf den Leim gegangen" ist die Landesregierung nach Ansicht der Karlsruher Grünen-Abgeordneten Renate Rastätter und Gisela Splett.
  • Archivalia, 15.10.06: Rückblick auf die Markgrafenauktion 1995
    Bis 21. Oktober versteigert Sotheby's im Neuen Schloss in Baden-Baden an 15 Tagen in 29 Einzelauktionen die 7389 Lose, zu denen die Schaetze des badischen Fuerstenhauses gebuendelt sind. Mit rund 25000 Einzelobjekten und mit der Auktionsdauer von mehr als zwei Wochen gilt die Versteigerung bei Sotheby's als die groesste und laengste Hausauktion dieses Jahrhunderts.
  • Konradsblatt, 15.10.06: Bewegung im Handschriftenstreit - Proteste auch der Kirche haben offenbar zu einem Umdenken beim Land geführt
    Nach heftigen Protesten auch aus dem kirchlichen Raum sucht die baden-württembergische Landesregierung Alternativen zum geplanten Verkauf der historischen badischen Handschriften
14.10.2006:
  • ka-news, 14.10.06: Handschriften-Streit: Museumsbund kritisiert Oettinger-Modell
    Das nach heftiger Kritik an dem ursprünglich geplanten Handschriften-Verkauf von Ministerpräsident Günther Oettinger als Alternative vorgeschlagene "Drei-Säulen-Modell" (ka-news berichtete) sorgt weiter für Unmut. Nicht nur bei der oppositionellen SPD im Landtag - SPD-Fraktionschefin Ute Vogt sprach von einem "Irrweg" - stoßen die Pläne auf Widerstand. Auch der Deutsche Museumsbund in Berlin, der bundesweite Interessenverband aller Museen, übte jetzt scharfe Kritik an Oettingers Modell.
  • Neue Züricher Zeitung, 14.10.06: Belehrte Banausen - Gros der Handschriften bleibt in Baden
    Die guten Zeiten, in denen das Protestieren noch geholfen hat, sind doch noch nicht ganz vorbei. Auf ein vernichtendes Echo im In- und im Ausland war die baden-württembergische Regierung mit ihrem Vorhaben gestossen, die einzigartige Handschriftensammlung der badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu zerschlagen. Kostbare Zimelien sollten auf dem internationalen Kunstmarkt verkauft werden, um den Unterhalt von Schloss Salem zu finanzieren und Ansprüche des Erbprinzen von Baden zu befriedigen.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 14.10.06: SPD zu Besuch in Salem
    Unverändert deutlich kritisierte die SPD die "Teppichhändlergeschäfte" der Landesregierung mit dem markgräflichen Haus gestern nach einer Besichtigung des Schlosses Salem. Das Gespräch mit Bernhard Erbprinz von Baden habe jedoch die Bedeutung dieses Kulturgutes "für die Region und ganz Deutschland" gezeigt und die SPD in der Auffassung bestärkt, "dass eine Lösung für seinen Erhalt gefunden werden muss", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nils Schmid.
  • Yahoo, 14.10.06: Neumann sieht Kunstverkauf an Mäzene skeptisch
    Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) betrachtet den Verkauf von Kulturgütern an Mäzene und ihre anschließende Ausstellung als Dauerleihgaben in Museen mit Skepsis. "Ich halte von solchen Deals wenig und warne davor, das zur Regel zu machen", sagte Neumann dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht vom Samstag. "Kulturgüter, die einmal in öffentlichem Besitz sind, gehören in die öffentliche Verantwortung. Das ist der sicherste Weg", betonte der CDU-Politiker.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 14.10.06: Oettingers Modellarbeit
    Wir sind Barbaren. So schnell. Wieder einmal. Dabei geht es nicht ums Dritte Reich. Der erhoffte Handschriften-Verkauf durch die Landesregierung, um das Adelshaus Baden und seine maroden Immobilien zu retten, rief 19 Professoren und Kunsthistoriker, darunter Wissenschafter dreier US-Eliteuniversitäten, auf den Plan und verführte sie zu Formulierungen, die wenig Gelehrsamkeit verraten. Der geplante Verkauf einiger wertvoller Stücke aus dem Bestand der rund 3600 Handschriften der Badischen Landesbibliothek, peinlich und blamabel für Ministerpräsident Günther H. Oettinger, wird nicht stattfinden. Nach Lage der Dinge.
  • Pforzheimer Zeitung, 14.10.06: "Reuchlins Schriften unverkäuflich"
    Die in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe verbliebenen Teile der Bibliothek von Johannes Reuchlin werden als unverkäuflich eingestuft. Dies sicherte einer Pressemitteilung aus dem Pforzheimer Rathaus zufolge Bernhard Prinz von Baden Pforzheims Oberbürgermeisterin Christel Augenstein nach einem Gespräch am Freitag zu.
13.10.2006:
  • Karlsruhe: StadtZeitung, 13.10.06: BLB-Handschriftenstreit: Schlimmstes erst einmal verhindert - Kulturgüter müssen an Ort und Stelle bleiben
    Im Streit um den Verkauf badischer Kulturgüter zur Schuldentilgung des badischen Markgrafenhauses und Unterhaltung des Schlosses Salem hat Ministerpräsident Günther H. Oettinger diese Woche vor den Medien und im Landtag sein so genanntes Drei-Säulen-Modell modifiziert. Aufgebracht werden sollen nun 30 Millionen Euro mit denen das insolvente Adelshaus durch die Sanierungskosten von Salem belastet sein soll. Nach Zahlung dieser Summe würden auch sämtliche Eigentumsansprüche der Markgrafen auf historisches Kulturgut erlöschen.
  • ka-news, 13.10.06: Kulturerhalt durch Anleihen - Löst ein Wertpapier den Kulturstreit?
    Im Streit um den Kulturdeal zwischen der Landesregierung und dem Haus Baden und möglichen Wegen aus der Krise kritisieren die Grünen weiterhin scharf das Gebaren der Landesregierung. CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schütz plädiert unterdessen für ein bisher unbeachtetes Finanzierungsmodell, um Kulturgüter im Land zu erhalten.
  • Archivalia, 13.10.06: Protestresolutionen in Sachen Karlsruher Handschriftenverkäufe
  • ka.stadtwiki, 13.10.06: Handschriftensammlung
    Die Handschriftensammlung ist ein Kulturgut, das in der Badische Landesbibliothek lagert und deren Eigentumsverhältnisse seit der Abdankung des Staatsoberhauptes 1918 bzw. Bildung der Republik Baden 1919 ungeklärt sind: Es ist in der Öffentlichkeit und unter Rechtsgelehrten umstritten, ob das Haus Baden oder der Staat - in der Nachfolge der Republik Baden seit 1952 vertreten durch das Land Baden-Württemberg - Eigentümer der Sammlung sei.
  • Stadt Pforzheim, 13.10.06: Pressemitteilung - Nach Gespräch mit Bernhard Prinz von Baden: 13.10.2006 / OB Augenstein: Reuchlin-Schriften werden vom Haus Baden als unverkäuflich eingestuft
    Frohe Kunde aus dem Pforzheimer Rathaus: Die in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe verbliebenen Teile der Bibliothek von Johannes Reuchlin werden als unverkäuflich eingestuft. Dies sicherte Bernhard Prinz von Baden Pforzheims Oberbürgermeisterin Christel Augenstein nach einem Gespräch am Freitag zu. Das Haus beabsichtige zum Erhalt des Schlosses Salem eine gemeinnützige Stiftung einzurichten, deren Grundkapital 30 Millionen Euro betragen müsse. Zur Finanzierung solle gemeinsam mit dem Land Vermögen umgeschichtet werden: "Als Grundprinzip wurde festgelegt, dass nur Objekte, die von untergeordneter Bedeutung für das Land Baden seien, zum Verkauf anstehen würden", so Oberbürgermeisterin Christel Augenstein. "Bernhard Prinz von Baden hat bekräftigt, dass sich die Stadt Pforzheim um den Erhalt der Reuchlin-Schriften keine Sorgen machen müsse", so die Pforzheimer Rathaus-Chefin.
  • Landesvereinigung Baden in Europa e. V., 13.10.06: Verkauf von Handschriften - Unsere Unterschriftenaktion wird fortgesetzt
    An unserer Unterschriftenaktion haben sich bisher sehr viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt, die Aktion setzen wir bis zum 15.11.2006 fort. Nachdem die Landesregierung inzwischen auch anderes Kulturgut verkaufen will, weiten wir unseren Protest auch dahingehend aus. Stand am 12.10.2006 ca. 6.000 Unterschriften.
  • 3sat, 13.10.06: Millionen für den Markgrafen - Der Streit um den Schutz des kulturellen Erbes geht weiter
    Das Ärgernis hat eine Vorgeschichte: Schon einmal, im Herbst 1995, hat das notorisch klamme Fürstenhaus Baden in seinen Kellern gekramt und Kunstobjekte im Wert von mehr als 70 Millionen D-Mark unter den Hammer gebracht. Das Land Baden-Württemberg erwarb im Vorfeld einen Sonderposten. In die Schatulle Max von Badens flossen mehr als 45 Millionen - Staatsgelder, um kulturelles Erbe vor dem durchlauchten Kunstverständnis zu schützen.
  • Yahoo, 13.10.06: Feuerwehrfonds soll vom Verkauf bedrohte Kulturgüter retten
    Die Kulturstiftung der Länder plant die Einrichtung eines Feuerwehrfonds zur Rettung vom Verkauf bedrohter Kulturgüter. Das kündigte die Generalsekretärin der Stiftung, Isabel Pfeiffer-Poensgen, am Freitag im Deutschlandfunk an. Die neu zur Verfügung stehenden Mittel sollten allerdings nur für ganz außergewöhnliche Fälle gelten. ... Ihre Stiftung wolle sich auch bei der Rettung der mittelalterlichen Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe engagieren, deren Verkauf ins Ausland inzwischen abgewendet zu sein scheine.
  • Badische Zeitung, 13.10.06: Oettinger schockiert Salomon - Ministerpräsident will Geld, das für die weitere Sanierung des Augustinermuseums zugesagt war, zum Erhalt von Salem ausgeben
    Der Streit um die mittelalterlichen Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe hat Freiburg erreicht. Nach Protesten gegen den Verkauf lenkte Ministerpräsident Oettinger ein. Nun soll Geld aus der Landesstiftung, das unter anderem für die weitere Sanierung des Augustinermuseums vorgesehen war, dem Hause Baden zufließen.
  • mediaculture-online.de, 13.10.06: Kritik an Handschriftenverkauf
    Der von der baden-württembergischen CDU-Landesregierung angestrebte Vergleich mit dem Haus Baden zur Sicherung der wertvollen Handschriften stößt auf Kritik. Die Verhandlungen mit der Markgrafenfamilie müssten umgehend gestoppt werden, forderte SPD-Fraktionschefin Ute Vogt im Landtag in Stuttgart.
  • Thüringischen Landeszeitung, 13.10.06: Schlüsselloch
    Er müsse nun aber auch einräumen, dass manche Dinge vielleicht nicht bis zum Ende durchdacht worden seien - das sagt der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Ergebnis des Durchdenkens statt Durchregierens: Er verzichtet auf den Verkauf der historischen badischen Handschriften, die einen Erlös von 70 Millionen Euro hätten bringen können. Mit diesem Geld hätte eine Entschädigungslösung mit dem Fürstenhaus Baden finanziert werden sollen - für Renovierungskosten eines Schlosses am Bodensee.
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