Badische Landesbibliothek
   


Handschriften-Streit

Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Presseberichte
Zeitraum: 18.11.2006 - 01.11.2006

18.11.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten/Bruchsaler Rundschau, 18.11.06: "Bruchsal 1" ist in Karlsruhe eine Attraktion - Ein Prunkstück der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek lag lange im Barockschloss
    "Bruchsal 1" ist derzeit allenthalben in Karlsruhe zu sehen. "Bruchsal 1" schmückt das Plakat, mit dem die Badische Landesbibliothek auf ihre Ausstellung mittelalterlicher Handschriften verweist, die in den vergangenen Wochen wegen ihres mögliche Verkaufs in der ehemaligen badischen Residenzstadt und im Stuttgarter Kabinett für viele Diskussionen sorgten.
17.11.2006:
  • Karlsruhe: StadtZeitung, 17.11.06: Handschriftenstreit: Aktenberge durchforsten - Arbeitsgruppe soll Eigentum an Kulturgut klären
    Im Streit um die Eigentumsrechte an Kulturgütern zwischen dem Land Baden- Württemberg und der Familie von Baden scheint es derzeit nach dem heftigem Schlagabtausch, in dem die Landes-SPD einen Untersuchungsausschuss gefordert hatte, vermeintlich ruhig geworden zu sein. Allerdings trügt der Schein, denn die Einsetzung eines solchen Ausschusses ist noch längst nicht vom Tisch. Auf jeden Fall ist noch viel Arbeit zu leisten, um die Eigentumsverhältnisse völlig klar zu legen.
  • ka-news, 17.11.06: Noch eine Woche zu sehen Handschriftenausstellung in der BLB Noch eine Woche können Handschriften aus der Sammlung der Badischen Landesbibliothek (BLB), die beinahe unter den Hammer gekommen wären (ka-news berichtete), in der BLB bestaunt werden. Am Samstag, 25. November, endet die Sonderausstellung, die Ute Obhof, Leiterin der Abteilung Sammlungen der BLB, als "erfolgreichste Ausstellung in eigenen Räumen" bezeichnet.
  • Archivalia, 17.11.06: Seriöse öffentliche Debatte über adeligen Kunstbesitz überfällig
16.11.2006:
  • Archivalia, 16.11.06: SWR2: Ausverkauf der Tradition?
    Ausverkauf der Tradition? Die Kulturpolitik der Regierung Oettinger; Moderation: Sabine Freudenberg; Gesprächsteilnehmer: Dr. Michael Hütt - Vorstand des Museumsverbandes Baden-Württemberg, Leiter der städtischen Museen Villingen Schwenningen; Prof. Hans-Georg Wehling - Politikwissenschaftler, Universität Tübingen; Bettina Wieselmann - Redakteurin der Südwestpresse
  • Archivalia, 16.11.06: Greifenklaue 2001 dem Haus Baden abgekauft
  • Wikipedia, 16.11.06: Handschriftenverkäufe der Badischen Landesbibliothek
    Am 20. September 2006 wurde bekannt, dass das Land Baden-Württemberg plant mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln aus Beständen der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe in Höhe von 70 Millionen Euro zu verkaufen. Hintergrund ist ein geplanter Vergleich zwischen dem Land und dem Haus Baden, das Eigentumsansprüche auf sich in den Museen und Bibliotheken des Landes befindlichen Kulturgütern im geschätzten Wert von 250 bis 300 Millionen Euro - darunter auch die Handschriften - erhebt.
15.11.2006:
  • taz, 15.11.06: Curriculum Vitae - Woher stammt ein Kunstwerk? Spektakuläre Bildrückgaben können der Provenienzforschung endlich die verdiente Aufmerksamkeit geben
    ... Acht Millionen Euro wollte die baden-württembergische Regierung dem badischen Fürstenhaus bezahlen für die "Markgrafentafel" des deutschen Malers Hans Baldung Grien - doch genaueres Studium der Unterlagen durch einen externen Historiker erbrachte Anfang November, dass diese definitiv seit 1930 bereits in öffentlichem Eigentum ist. ...
  • Landesvereinigung Baden in Europa, 15.11.06: Verkauf von Handschriften - Unsere Unterschriftenaktion ist beendet
    Stand am Mittwoch, den 15.11.2006, ca. 18.000 Unterschriften. Wir rechnen damit, dass noch ein paar Nachzügler kommen. Die Unterschriftenaktion ist damit beendet.
    Wir bedanken uns bei allen die unsere Aktion mit ihrer Unterschrift unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt denjenigen, welche die Unterschriften gesammelt haben.
    Die Unterschriftenlisten werden wir am 6.12.2006 in Stuttgart dem Ministerpräsidenten und dem Landtagspräsidenten übergeben. Wir werden darüber berichten.
  • südkurier, 15.11.06: Cranach-Bilder vermehren sich
    Die Frage, welche badischen Kulturschätze dem Land schon gehören und welche nicht, verkompliziert sich weiter durch eine zumindest für CDU-Finanzstaatssekretär Gundolf Fleischer überraschende Gemäldevermehrung. "Der Wissenschaftsminister hat uns heute im Kabinett referiert, dass wir drei Cranachs haben", ließ er verlauten. ... weitere Informationen
  • Reutlinger Generalanzeiger, 15.11.06: Vergleich rückt in die Ferne - Kunstschätze - Die einen wollen einen Untersuchungsausschuss, die anderen vorerst gar nichts mehr sagen. Worum geht es in Sachen Haus Baden/Kulturgüter eigentlich?
    Das "Haus Baden", mittelständischer Familienbetrieb von Bernhard, Erbprinz von Baden, leidet unter chronischen Geldnöten. Schon 1995 versteigerten die Badener bei "Sotheby's" Kunst und Hausrat aus ihrem Stammsitz in Baden-Baden für damals über 77 Millionen Mark, um das hoch verschuldete Markgrafen-Haus zu retten. Weit hat es nicht gereicht: Jetzt brauchen die Badener erneut Geld für die weitere Sanierung ihres Famliliensitzes, der Schloss- und Klosteranlage Salem und des Salemer Münsters am Bodensee. Beide sind nicht nur der Familiensitz des Hauses Baden sondern auch Kulturdenkmäler.
  • Reutlinger Generalanzeiger, 15.11.06: Das Land ist blamiert - SPD-Landes und Fraktionschefin Ute Vogt erneuert im Kurzinterview mit Ulrike Bäuerlein Vorwürfe der Opposition in Sachen Kulturgüter
    GEA: Die SPD hat einen Untersuchungsausschuss in Sachen Haus Baden gefordert. Was wollen Sie untersuchen?
    Ute Vogt: Wir wollen wissen, wann was mit wem verhandelt hat und wie die Landesregierung dazu kommt, Geld für Kunstschätze ausgeben zu wollen, die ihm bereits gehören. Außerdem wollen wir klären, wer die Verantwortung dafür trägt, dass sich das Land bis auf die Knochen blamiert hat.
    GEA: Sie haben der Landesregierung "skandalöses Verhalten" vorgeworfen. Was ist für Sie der Skandal?
    Ute Vogt: Der Skandal ist, dass man offenbar zwei Jahre verhandelt hat und Dinge nicht erkennt, nicht einmal recherchiert, bevor man überhaupt in die Verhandlungen eintritt. Wenn mir etwas gehört, trete ich darüber nicht in Kaufverhandlungen ein. Das ist etwas, was man geklärt haben muss, bevor man solche Verhandlungen macht, vor allem bei solchen Kunstwerken, die dem Land sogar durch Gesetz zugesprochen wurden.
14.11.2006:
  • F.A.Z., 14.11.06: Hintersinniger Witz: Karlsruhe zeigt Landes-Handschriften
    Sie brauchen sorgsamen Schutz, gedämpftes Licht und eine spezifische Luftbeschaffenheit, um nicht den Glanz einzubüßen, den sie über Jahrhunderte hinweg behalten durften - die bedeutendsten von ihnen aufbewahrt bis zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in den Klöstern des deutschen Südwestens: Die Badische Landesbibliothek Karlsruhe zeigt in einer Sonderausstellung elf kostbare Exemplare aus dem Konvolut jener Handschriften, die ursprünglich für siebzig Millionen Euro verkauft werden sollten, um mit dem Erlös den Erhalt der Schloßanlage Salem, im Besitz des Hauses Baden, zu sichern.
13.11.2006:
  • bwWoche (Staatsanzeiger für Baden-Württemberg), 13.11.06: Licht ins Dunkel - Verständnis für Untersuchungsausschuss auch bei Koalitionsabgeordneten
    Die Abgeordneten im Landtag von Baden-Württemberg schlagen ein neues Kapitel in der Geschichte parlamentarischer Untersuchungsausschüsse auf. Nach dubiosen Parteispenden aus der Wirtschaft oder Nachlässigkeiten bei der Atomaufsicht, nach vermeintlichen Unregelmäßigkeiten in der Justiz oder fremdfinanzierten Dienst- und Privatreisen des damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth (CDU) soll diesmal das Regierungshandeln in Sachen Handschriften untersucht werden, noch ehe es zu greifbaren Ergebnissen geführt hat. Von Neuland sprechen Verfassungseperten, von der Notwendigkeit, die Rechte der Opposition auszuschöpfen, die SPD-Fraktionsführung.
    In der Tat: Es könnte vieles ans Tageslicht kommen. Zum Beispiel eine Antwort auf die Frage, wann genau das Haus Baden bei der Landesregierung - noch unter Erwin Teufel - angeklopft hat, um Gläubigerforderungen vielleicht sogar aus Übersee oder auch aus heimischen Banken abzuwehren. Oder wann und wie Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) konkret aktiv geworden ist in der Hoffnung, einen seit Jahrzehnten schwelenden Rechtsstreit um das Eigentum an den Kunstschätzen des Hauses beilegen zu können. Oder die Gründe, weshalb sich die Chefs der beiden Regierungsfraktionen am Ende der Sommerpause zum vorläufigen Stillschweigen sogar gegenüber den eigenen Abgeordneten verpflichtet hatten - kurz bevor der Deal zwischen Landesregierung und Markgraf über den Verkauf der millionenteuren Bestände ruchbar wurde.
    Selbst CDU-Abgeordnete sind hinter vorgehaltener Hand der Meinung, dass an der Einsetzung des Untersuchungsausschusses kein Weg vorbeiführt. ...
  • bwWoche (Staatsanzeiger für Baden-Württemberg), 13.11.06: Keine Hexerei - Der Historiker Dieter Mertens ist erstaunt, dass die Rechte des Landes an den Baden-Bildern unbekannt waren (Interview)
    bwWoche: Herr Mertens, die Sozialdemokraten wollen einen Untersuchungsausschuss einsetzen, um die Hintergründe der Vereinbarung zwischen der Landesregierung und dem Haus Baden zu klären. Ist das sinnvoll?
    Dieter Mertens: Es wäre schon interessant zu wissen, wie der Handel zustande kam. Schließlich soll er sehr günstig für das Haus Baden gestaltet werden. Hier ist zunächst alles an der Öffentlichkeit vorbeigegangen. So wurde die ursprüngliche Absicht, die Handschriften von höchstrangigem öffentlichen Interesse zu verkaufen, auf undemokratische Weise im Geheimen vorbereitet und fast entschieden. Der Plan kam allein durch Indiskretion zum Vorschein. Das ist äußerst fragwürdig. Von daher ist es richtig, die Vorgänge aufzuhellen.
    Sie sollen jetzt in der Arbeitsgruppe der Landesregierung mitarbeiten, um zu klären, welche Kulturgüter dem Haus Baden gehören und welche dem Land. Haben Sie damit nach Ihrer Veröffentlichung keine Probleme?
    Tatsächlich wäre es für mich nicht möglich, in der Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, wenn das Gremium für das bisherige Vorgehen instrumentalisiert werden würde. Natürlich arbeitet eine solche Arbeitsgruppe für die Landesregierung, nicht für die Presse. Doch eine Kritik an der Politik, die die Regierung nach getaner Arbeit daraus ableitet, bleibt mir unbenommen. ...
  • bwWoche (Staatsanzeiger für Baden-Württemberg), 13.11.06: Oettinger muss nicht in die Katakomben gehen - Landesregierung ist bei dem Versuch einer Einigung mit dem Haus Baden von den Ereignissen überrollt worden
    Dass sich aus dem Forschungsergebnis eines Historikers ein Untersuchungsausschuss im Landtag entwickelt, gibt es nicht alle Tage. Doch diese Entwicklung passt wohl zum Versuch einer Einigung mit dem Haus Baden, bei der die Landesregierung ab dem Punkt, als die Öffentlichkeit ins Spiel kam, zurückrudern musste.
    Schon der ursprüngliche Plan, den Erhalt des Klosters Salem durch den Verkauf etwa von Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek zu finanzieren, war danebengegangen. Dieser Verkauf ließ sich gegen den starken und sogar weltweiten Protest nicht durchsetzen. Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) musste sich schon da gegen den Vorwurf zur Wehr zu setzen, ein "Kulturbanause" zu sein. ...
  • Focus, 13.11.06: "Auch ohne eigenes Geld" - Der Jurist Peter Wax erklärt, warum der Markgraf von Baden im Handschriftenstreit einen teuren Prozess gegen das Land führen könnte
    Focus: Unterschätzen Sie die Chancen des Landes Baden-Württemberg, vor Gericht den Streit um die badischen Kulturgüter zu gewinnen?
    Wax: Gute Prozess-Chancen gibt es natürlich. Aber es gibt auch in Teilbereichen Prozess-Chancen für das Haus Baden, die wir grob mit einem knappen Viertel eingeschätzt haben. Das Eigentum an Zigtausenden Kunstgegenständen ist zwischen Land und Markgrafen von Baden umstritten. Das eigentlichen Versäumnis geschah 1918/19, als nach der Abdankung des Hauses Baden nicht klar geregelt wurde, welche Kulturgüter dem Land und welche der Fürstenfamlilie gehören.
    Focus: Sie schlagen vor, dass das Land mit dem Haus Baden einen Vergleich abschließt. Es zeichnet sich trotzdem ein endloser Streit um einzelne Kunstwerke ab.
    Wax: Die Markgrafen von Baden sind klamm, das weiß ja jeder, und sie können das Schloss Salem nicht mehr erhalten. Darum gab es die Idee, wir erwerben von den Badenern das ganze Vermögen im Wert von ursprünglich 300 Millionen Euro. Der Markgraf erhält dafür aus dem Verkauf von Handschriften 70 Millionen Euro. Jetzt kommt aber der entscheidende Punkt: nicht zur freien Verfügung, sondern nur um das Schloss Salem mit einer Stiftung zu sanieren.
  • F.A.Z., 13.11.06: Vermeidbare Blamage
    Zu "Stuttgart nimmt Aktenfund ernst" (F.A.Z. vom 3. November): Als Archivar im Ruhestand fragt man sich: Warum haben mehrere juristische Gutachter zur Feststellung der Rechte des ehemals regierenden Hauses Baden und des Landes Baden-Württemberg an Karlsruher Bibliotheks- und Museumsgut von hohem kulturellen Rang intensiv staatliche Archive benutzt, die Landesregierung beziehungsweise das Wissenschaftsministerium jedoch offenbar nicht? Über dem Bestreben, im Zuge der allgemeinen Verwaltungsreform ein "Landesarchiv Baden-Württemberg" heranzuzaubern und unter diesem gemeinsamen Hut sowohl die Stuttgarter Landesarchivdirektion als auch die traditionellen Zentralarchive Württembergs und Badens, die jüngeren Regionalarchive für die einzelnen Regierungsbezirke und weitere staatliche Archive zu versammeln, hatte man in Stuttgart wohl den Wert der Archive für den Staat aus den Augen verloren. Sie haben ja nicht nur die Aufgabe, Geschichtsbewußtsein zu vermitteln oder Jubiläen und Gedenktage des Landes mit Archivalienausstellungen zu schmücken. Ihre Kernaufgabe ist Sicherung und Bereithaltung derjenigen Urkunden und Akten, aus denen Regierungen und Behörden auf Dauer die für sie maßgeblichen Rechtsverhältnisse ersehen können und müssen. ... weitere Informationen
  • Badische Heimat/Landeskunde online: Die badischen Handschriften Mittelalterliche Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Europäisches Kulturerbe - Sonderausstellung vom 28. Oktober bis 25. November 2006
    In einer kleinen, aber sorgfältig zusammengestellten Ausstellung präsentiert die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe elf Kostbarkeiten aus den zu Beginn des 19. Jahrhunderts säkularisierten Kloster- und Stiftsbibliotheken ...
    Bildergalerie der Handschriften:
    Markgräfliche Handschriften   •   Klosterhandschriften
  • Badische Heimat/Landeskunde online: Handschriftensteit? Kulturgüterstreit! (PDF)
    Ein Aufschrei der Empörung ging durch die Kulturwelt, als Pläne bekannt wurden, dass die Landesregeirung einen Ausgleich mit dem Haus Baden über die gegenseitigen Ansprüche an Kunst- und Kulturgütern anstrebt. Wesentliche Bestände der mittelalterlichen Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe sollten unter den Hammer kommen, um für die Sanierung des Hauses Baden 70 Millionen € zu erlösen. Diese Kuh ist gewissermaßen vom Eis, aber man darf der Landesregierung, deren Ministerpräsident frozzelte, der Protest stehe im Feuilleton, nicht im Wirtschftsteil der Zeitungen - man vermisst geradezu das "nur" -, nicht allzu viel Vertrauen entgegenbringen, dass nicht doch noch der eine oder andere Pferdefuß im Kleingedruckten versteckt ist. Wir referieren an dieser Stelle den Streit und seine Entwicklung: 14 Tage Kulturpolitik im Land. ...
12.11.2006:
  • Archivalia, 12.11.06: Türkenbeute ins Denkmalbuch eintragen!
  • Archivalia, 12.11.06: Angebliches Amberger-Gemälde ist auch Landeseigentum
  • Der Sonntag, 12.11.06: Vergleich mit dem Adelshaus bleibt Ziel
    Welche Kulturschätze gehören dem Land Baden-Württemberg und was gehört dem Adelshaus Baden? Das soll jetzt so gründlich wie möglich geprüft werden. Die Forderung von SPD und Grünen, die Verhandlungen mit den Nachfahren der Großherzöge von Baden zu stoppen, hat der Landtag am Donnerstag abgelehnt. Nach wie vor strebt die CDU/FDP-Landesregierung einen Vergleich mit dem Adelshaus an. Denn im Streit um Kulturgüter im Wert von 250 bis 300 Millionen Euro wird es nach Einschätzung von Wissenschaftsminister Frankenberg auch nach der Prüfung noch viele Zweifelsfälle geben.
11.11.2006:
  • Stuttgarter Zeitung, 11.11.06: Was die Regierung für uns tut - Eine Danksagung - Es findet sich dann doch immer eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. So ist die zweite Regierung Günther Oettinger seit 151 Tagen im Amt. Das muss als Anlass reichen. Ein vorläufiger Bericht zur Lage des Landes, dargeboten in zehn Thesen.
    Seit Wochen schon dreschen sie auf unsere Landesregierung ein: das journalistische Lumpenproletariat sowie der geisteswissenschaftliche Amtsadel in Gestalt wohl bestallter Professoren und Museumsdirektoren. Die Regierung hat die Schelte - die Rede ist vom achtlosen Umgang mit dem badischen Kulturerbe - durchaus verdient. Es gibt keinen Anlass, Abbitte zu leisten, wohl aber, Dank zu sagen. Danke, liebe Landesregierung.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 11.11.06: Zeit fürs Regieren
    Die Markgrafentafel von Hans Baldung Grien, das Kupferstichkabinett des Hauses Baden, ein Gesetzblatt des badischen Landtags von 1930 - das sind die Themen, die Baden-Württemberg im neuen Jahrtausend in Atem halten. Dass sich eine Landesregierung einschließlich Opposition und Beamtenapparat in ein Seminar für Neuere Geschichte verwandelt, hat es noch nicht gegeben. Historische Fakultät Landtag. Fehlt nur, dass Ministerpräsident Günther Oettinger seine nächste Regierungserklärung als Geschichtsvorlesung hält. Titel: Die Zähringer-Stiftung unter besonderer Berücksichtigung des Kunstbesitzes des Großherzogs von Baden. Es kalauert an allen Ecken und Enden. Die Regierung im Zentrum des Gespötts.
  • Die Welt, 11.11.06: Wem gehört die Kunst?
    Wem die Kunst gehört, ist oftmals nicht leichter zu sagen, als was Kunst ist. Die Republik hat sich dieser Tage in Schadenfreude geübt, als ausgerechnet die für akribisch und sparsam geltenden Schwaben ein Tafelbild der Renaissance - eine Madonnenanbetung von Hans Baldung, gen. Grien -, das seit der Fürstenauseinandersetzung nach dem Ende der Monarchien ihnen längst gehörte, dem Hause Baden abkaufen wollten. Ein Historiker bewies aus den Akten, dass die Sache bereits vor sieben Jahrzehnten abschließend geregelt worden war.
  • Archivalia, 11.11.06: Die unbezähmbare Gier der Wettiner
    Durch den Fall Karlsruhe wohl auf den Geschmack gekommen, hat das Haus Wettin Nachforderungen hinsichtlich eines 1999 abgeschlossenen Vergleichs erhoben. Es fordert erhebliche Teile der Porzellansammlung der Dresdener Kunstsammlungen.
  • Badische Neueste Nachrichten, Leserbrief, 11.11.06: Protokolle nicht verscherbeln - Zum Thema "Ankauf der Markgrafentafel und anderer Kunstwerke"
    Die unendlichen Geschichte des An- und Verkaufs unersetzlicher Kulturgüter Badens durch den Herrn Landesvater hat sich mittlerweile zu einer unglaublichen Lachnummer entwickelt. Dem Freiburger Professor Dieter Mertens ist zu danken, dass rechtzeitig die Notbremse gezogen wurde beim Versuch der Landesregierung, das zu kaufen, was dem Land, sprich der Bevölkerung, schon seit 1930 gehört. ... Der Entwurf wurde vom damaligen Staatspräsidenten Dr. Schmitt und dem Minister für Kultus und Unterricht, Remmele, unter dem 6. März 1930 den Abgeordneten als Drucksache 117 vorgelegt. Abgedruckt ist der Entwurf im Beilagenheft (Heft 563 der Drucksachen-Sammlung des Badischen Landtags). Das Beilagenheft kann von jedermann im Lesesaal der BLB eingesehen werden. (Man braucht dazu nicht einmal einen Benutzerausweis.) Ebenso das Protokoll der o.a. Sitzung vom 1. April 1930 (Heft 559a der Drucksachen-Sammlung des Badischen Landtags), in dem das Ergebnis der Abstimmung nachzulesen ist. Dort heißt es, dass der Gesetzentwurf in erster und zweiter Lesung mit allen gegen drei Stimmen (Kommunisten) unverändert angenommen wurde. Das fragliche Gesetz besagt sinngemäß, dass alle der ehemaligen Großherzogin Hilda von Baden gehörigen Werke der Badischen Kunsthalle in Karlsruhe und des Kupferstichkabinetts an das Land Baden zu Eigentum abgetreten werden. ...
  • Liste MEDIAEVISTIK, 11.11.06: Listenarchiv von MEDIAEVISTIK vom 22.09. - 31.10. zugänglich
    Hier finden sich zahlreiche Beiträge zum Streit um die Karlsruher Handschriften.
  • swr2, 11.11.06, um 21.15 Uhr: Adel verpflichtet - immer noch?
    Das Haus Baden kann Schloss und Münster Salem nicht mehr erhalten. Die Kosten für den Unterhalt der denkmalwürdigen Anlage sind viel zu hoch. Auch um andere Schlösser, Burgen und Kirchen sorgen sich die Denkmalschützer, der Staat seinerseits kann und will nicht einspringen - die Folgekosten sind auch ihm zu hoch. Die Ratlosigkeit ist groß, was mit dem kulturellen Erbe des Landes geschehen soll, wie es auf Dauer erhalten werden kann.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 11.11.06: Haus Baden bittet um Sachlichkeit
    Im Streit um die Zukunft badischer Kunstschätze und vor dem Hintergrund des von der SPD angekündigten Untersuchungsausschusses hat sich das Haus Baden mit einem Appell an alle Beteiligten gemeldet. "Uns ist an der Versachlichung der öffentlichen Diskussion gelegen", sagte ein Sprecher von Bernhard Prinz von Baden. Er rief dazu auf, die Debatte nicht eskalieren zu lassen.
10.11.2006:
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, 10.11.06: Staatssekretär Birk: Kunst und Kultur wichtige Zukunftsfaktoren für Bildung und Wohlstand - Vielfältige Kulturlandschaft in Baden-Württemberg ist Gemeinschaftsleistung von Land und Kommunen - Modellfall Balingen
    Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Dietrich Birk, betrachtet Kunst und Kultur als wichtige Zukunftsfaktoren der Gesellschaft. "Wirtschaftlicher Erfolg steht in direktem Zusammenhang mit einem hoch entwickelten Bildungswesen und einem florierendem Kulturleben", sagte Birk anlässlich einer Veranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum der Stadthalle Balingen am 10. November. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung einer lebendigen und vielfältigen Kulturszenerie für die Identitätsbildung der Menschen in einer globalisierten Welt.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 10.11.06: Vergleich liegt erst mal auf Eis - Das Land soll die Verhandlungen mit dem Haus Baden über zahlreiche Kunstschätze stoppen und zunächst die Eigentumsverhältnisse prüfen: Mit diesem Antrag ist die SPD im Landtag gescheitert. Dennoch liegen die Verhandlungen derzeit auf Eis: Im Streit um Bilder und Handschriften sind erst mal die Experten am Zug.
    Es war alles so schön eingefädelt. Ein Vergleich sollte nicht nur der klammen Adelsfamilie finanziell aufhelfen und den Erhalt von Salem sichern, er sollte auch einen Schlussstrich ziehen unter den jahrzehnte alten Eigentumsstreit um Kunstschätze - und zwar ohne dass Bild für Bild im Detail begutachtet wird. "Wir hätten das vorgezogen", sagte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg am Donnerstag in einer turbulenten Landtagsdebatte. Doch er räumte auch ein, dass dieser "einfache Vergleichsweg" nun verbaut sei.
  • Badische Neueste Nachrichten, 10.11.06: Eigentum des Landes - Staatssekretär bestätigt im Kunst-Streit Forscher
    Im Streit um die badischen Kunstschätze betrachtet die Landesregierung die so genannte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien als Eigentum des Landes. Kunststaatssekretär Dietrich Birk (CDU) sagte gestern in der Fragestunde des Landtags, dies gehe aus einem Gesetz hervor, das der badische Landtag 1930 verabschiedet hatte. Damit waren zahlreiche Kunstwerke der Badischen Kunsthalle und des Kupferstichkabinetts vom Adelshaus Baden an das Land Baden abgetreten worden.
  • ka-news, 10.11.06: Jung zur Kulturgüter-Posse: "Tragikomisches Gezerre muss enden" Der seit knapp zwei Monaten anhaltende Streit um Badische Kulturgüter wird nach Ansicht des neuen SPD-Kreisvorsitzenden Johannes Jung "immer mehr zu einem unwürdigen tragikomischen Gezerre".
  • Stuttgarter Zeitung, 10.11.06: Koalition lässt Opposition im Markgrafenstreit abblitzen - SPD scheitert mit Antrag auf Stopp der Vergleichsverhandlungen - CDU hält Untersuchungsausschuss für untauglich / Von Reiner Ruf
    Zum Ende des Plenartages hin kam noch einmal Leben in den Landtag. Die SPD-Fraktion stellte einen Antrag zur Abstimmung, der den sofortigen Stopp der Vergleichsgespräche mit der badischen Adelsfamilie über strittige Kulturgüter und Kunstwerke beinhaltete. SPD-Fraktionsvize Nils Schmid sagte, dies sei der einzige Weg, "um eine weitere Blamage vom Land abzuwenden". Die Landesregierung müsse sich fragen lassen, was denn der Vergleich mit dem Markgrafenhaus inzwischen noch wert sei. Die bisherige Grundannahme sei überholt, das mit einem Vergleich das Eigentum an Kunstwerken, Waffensammlungen und Bibliotheksgut im Gesamtwert von 300 Millionen Euro abschließend geregelt werden könne.
  • Archivalia, 10.11.06: Koelitz 1915 beweist: Ansprüche des Hauses Baden haltlos
  • Archivalia, 10.11.06: Die Fideikommisse des großherzoglichen Hauses
  • Archivalia, 10.11.06: Staatssekretär Birk weist Ansprüche des Hauses Baden zurück - Markgrafentafel gehört dem Land
    Im Streit um die badischen Kunstschätze betrachtet die Landesregierung die so genannte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien als Eigentum des Landes. Kunststaatssekretär Dietrich Birk (CDU) sagte gestern in der Fragestunde des Landtags, dies gehe aus einem Gesetz hervor, das der badische Landtag 1930 verabschiedet hatte.
  • Archivalia, 10.11.06: Wie lange halten die Banken still?
    Bisher hat das Land mit dem Haus Baden einen Vergleich angestrebt: Mittels Sponsoren und Landesgeldern werden 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug verzichtet das Adelshaus auf den Verkauf der Kunstwerke und kann die Schulden, die durch Sanierungsarbeiten an Schloss Salem entstanden sind, begleichen. Nachdem nun aber zunehmend Verwirrung herrscht, welche badischen Kulturgüter dem Land und welche dem Haus Baden gehören, "weiß derzeit niemand, ob der geplante Vergleich zu halten ist", hieß es am Mittwoch aus der Regierung. Das Problem: Keiner kann abschätzen, wie groß die finanziellen Probleme des Hauses Baden wirklich sind. "Wir wissen nicht, wie lange die Banken dort noch stillhalten", so ein CDU-Mann.
  • Archivalia, 10.11.06: Urteil zu den Eigentumsverhältnissen an Archivgut des Staatsarchivs Coburg
    ... Der Kläger fordert als Testamentsvollstrecker die Herausgabe einzelner Gegenstände aus dem früheren Haus- und Staatsarchiv des Herzoglichen. Hauses Sachsen-Coburg und Gotha. Die Gegenstände befinden sich in dem vom Beklagten verwalteten Staatsarchiv Coburg. Die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns in München hat ihre Herausgabe an den Kläger verweigert. ...
  • Bietigheimer Zeitung, 10.11.06: KUNSTSCHÄTZE: Bild gehört dem Land
    Im Streit um die badischen Kunstschätze betrachtet die Landesregierung die so genannte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien als Eigentum des Landes. Kunststaatssekretär Dietrich Birk (CDU) sagte gestern in der Fragestunde des Landtags, dies gehe aus einem Gesetz hervor, das der badische Landtag 1930 verabschiedet hatte. Damit waren zahlreiche Kunstwerke der Badischen Kunsthalle und des Kupferstichkabinetts des Adelshauses Baden an das Land Baden abgetreten worden. Auf der dem Gesetz beigefügten Liste von Kunstgegenständen, die davon ausgenommen wurden, stehe zwar auch ein Werk von Grien, es handle sich jedoch um eine Ausschnittskopie.
  • Badische Zeitung, 10.11.06: Opposition sieht ihre Stunde gekommen - Im Kunstschätze-Verkauf wollen Grüne und SPD Klarheit / Untersuchungsausschuss umstritten
    Wer wüsste angesichts des Hin und Her um das Eigentum an den badischen Kunstschätzen nicht gern, wie es wirklich ist und vor allem was die Landesregierung wann wusste - oder eben nicht? Die Opposition sieht in dieser Frage ihre Stunde gekommen. Doch sie versucht, auf unterschiedlichen Wegen Klarheit zu erlangen.
  • Schwarzwälder Bote, 10.11.06: Opposition: Vergleich mit Haus Baden sofort stoppen - Land soll zunächst Eigentumsverhältnisse prüfen / Birk: Gesetz des badischen Landtags von 1930 gilt
    Das Land soll die Verhandlungen mit dem Haus Baden über zahlreiche Kunstschätze stoppen und zunächst die Eigentumsverhältnisse prüfen. Mit diesem Antrag ist die SPD im Landtag zwar gescheitert - doch im Grund handelt die Regierung danach: Im Streit um Bilder und Handschriften sind erst mal die Experten am Zug. Es war alles so schön eingefädelt. Ein Vergleich des Landes mit dem Haus Baden sollte einen Schlussstrich ziehen unter den Jahrzehnte alten Streit um die Eigentumsrechte von hunderten Kunstschätzen - und zwar ohne dass Bild für Bild im Detail begutachtet wird. "Wir hätten das vorgezogen", sagte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg in einer turbulenten Landtagsdebatte. Doch er räumte auch ein, dass dieser "einfache Vergleichsweg" nun verbaut sei.
09.11.2006:
  • F.A.Z. Leserbrief, 09.11.06: Kunstwerke sind keine reine Handelsware
    Zu den Berichten über den beabsichtigten Verkauf der Handschriften in Baden-Württemberg: Das Institut für Sozialforschung der Universität Frankfurt machte kürzlich auf Verwerfungen in unserer Gesellschaft aufmerksam, die durch das ungehemmte Vordringen des Marktbegriffs in alle Lebensbereiche sichtbar werden. Man zitiert dort die spöttische Prognose von Karl Marx, daß "ein Zeitalter der universellen Käuflichkeit" in Sicht sei und fragt, ob wir bereits in diesem lebten? Verfolgt man den Kulturkampf der Baden-Württembergischen Landesregierung (gegen Kultur möchte man meinen) der vergangenen Wochen, so ist festzustellen, daß eine deutsche Landesregierung ohne sichtbare Bedenken ihr eigenes Kulturgut auf den öffentlichen Markt werfen will, um Schulden zu bezahlen.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 09.11.06: Vergleich mit dem Haus Baden wankt - Die monatelange Aufarbeitung der Handschriften-Affäre durch einen Untersuchungsausschuss des Landtags könnte gravierende Folgen haben. In der Regierung wird nicht mehr ausgeschlossen, dass der Vergleich mit dem Haus Baden scheitert.
    Als sich die Spitzen von CDU und FDP am Mittwochmorgen in kleiner Runde trafen, gab es praktisch nur ein Thema: die Handschriften. Am Abend zuvor hatte die SPD einen Untersuchungsausschuss beantragt, um die Vorgehensweise der Landesregierung zu beleuchten. Während sich Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann am Mittwoch skeptisch zeigte, "die schärfste Waffe des Parlaments schon jetzt einzusetzen", und erklärte, dass es besser wäre, erst noch Informationen zu sammeln, zeigte sich die SPD unbeeindruckt. In den nächsten Tagen soll der Untersuchungsauftrag formuliert werden, damit der Ausschuss dann offiziell beantragt werden kann.
  • Die Welt, 09.11.06: Adel: Wessen Reichtum? - In Baden-Württemberg wird heftig darüber gestritten, welche Kunstwerke denn nun noch Eigentum des 1918 abgesetzten Hauses Baden sind und welche nicht. Zur gleichen Zeit kündigt das bis 1918 Sachsen regierende Haus Wettin an, es werde mehr als 1600 Stücke versteigern, die 1945 enteignet worden seien. Adelshäuser wollen nun die Konjunktur auf dem Kunstmarkt für sich nutzen - und schüren die Emotionen.
    An diesem Tag ist wieder einmal viel von Geschichte die Rede. Von den Pogromen 1938 und der Nacht vor 17 Jahren, in der sich die scheinbare historische Sühne, die nationale Teilung, ihrem Ende näherte. Die beiden anderen Daten, die nicht nur zufällig, sondern ursächlich mit dem 9. November 1938 und 1989 zusammenhängen, geraten dagegen aus dem Blick: der Tag, an dem 1918 die Deutsche Republik ausgerufen wurde, und jener, an dem Adolf Hitler sich 1923 anschickte, diese zu stürzen.
  • swr.de, 09.11.06: Land sucht weiter Einigung im Kulturgüter-Streit - Die CDU/FDP-Landesregierung strebt im Streit um die badischen Kunstschätze weiter eine Einigung mit dem Adelshaus Baden an. Der Landtag lehnte die Forderung der Oppositionsparteien SPD und Grünen ab, die Verhandlungen über einen Vergleich zu stoppen.
    Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) sagte, die komplizierten Rechts- und Eigentumsfragen würden nun so gründlich wie möglich geprüft. Trotzdem werde am Ende keine letzte Sicherheit bestehen: "Es werden viele Zweifelsfälle übrig bleiben."
  • Landtag von Baden-Württemberg, 14. Wahlperiode, 09.11.06: Mündliche Anfragen zur Fragestunde in der 12. Plenarsitzung vom 9. November 2006 (PDF)
    4. Anfrage des Abg. Jürgen Walter GRÜNE: Ankauf badischer Kulturgüter durch das Land Baden
    Welchen konkreten Inhalt hat das aufgrund einer Vereinbarung des Landes Baden mit dem Haus Baden vom badischen Landtag am 1. April 1930 beschlossene und am 17. April 1930 veröffentlichte Gesetz zum Ankauf badischer Kulturgüter?
  • ka-news, 09.11.06: Kulturgüter-Posse: Stefan Mappus schießt zurück - Der Zwist um die badischen Kunstschätze spitzt sich zu, die Töne in der Diskussion werden immer schriller. Dabei hat das Geschehen um die Kunstgüter bereits satirische Züge angenommen. Nach dem die SPD im Stuttgarter Landtag die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses forderte (ka-news berichtete), kommt von der CDU-Fraktion nun prompt die Antwort.
  • Stuttgarter Zeitung, 09.11.06: An der schärfsten Waffe der Opposition wird noch gefeilt - Eine Arbeitsgruppe der SPD soll den genauen Auftrag des Untersuchungsausschusses zu badischen Kulturgütern erst festlegen
    Der von der SPD geplante Untersuchungsausschuss zum Umgang der Landesregierung mit badischen Kulturgütern ist offenbar eine spontane Entscheidung der Fraktion. Der genaue Auftrag wird noch erarbeitet. Die Grünen sind zurückhaltend.
  • Archivalia, 09.11.06: Domänen des Griechischen Königshauses vor dem EGMR
    Der Straßburger Prozeß um die Domänen des Griechischen Königshauses - Ein Wegweiser für den Streit um das vormals Großherzoglich Badische Kulturgut - Von Reinhard Mußgnug
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 09.11.06: Baden geht in die Offensive - Ein Untersuchungsausschuss soll Klarheit in den angestrebten Vergleich mit dem Haus Baden bringen. Die SPD sieht "skandalöses Fehlverhalten" und will dies beweisen. Die Landesregierung gibt durchaus "Fehler" zu. Und weiß kaum mehr, wem sie glauben soll.
    "Ungetrübt" sei das Verhältnis zwischen der Landesregierung und dem Haus Baden, beteuerte Regierungschef Günther Oettinger (CDU) vor den Medien. Es war eine Floskel. Im Staatsministerium wird man zunehmend reservierter. Man ist erstaunt über das Kommunikationsverhalten des Adelshauses. Mit der Mitteilung, Konkurs drohe, hatte Bernhard Erbprinz von Baden die Landesregierung unter Druck gesetzt. Kunstschätze im Wert von 300 Millionen Euro könne das Land sichern, wenn es 30 Millionen Euro ans Haus Baden überweise, hieß es zuletzt.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 09.11.06: Jäger des verlorenen Schatzes
    Dieter Mertens ist ein unauffälliger Mensch. Gut mittelgroß, weiße Haare, 66 Jahre alt, dazu eine randlose Brille, durch die er mit freundlichen Augen schaut. Der gebürtige Niedersachse gehört zu den Zeitgenossen, die in ihrer Arbeit aufgehen - er ist der unauffällige Forscher aus dem Bilderbuch, der lateinische Texte des Humanismus zerlegt und analysiert, der alte Bibliothekskataloge studiert und gescheite Aufsätze über die Zähringer verfasst hat. Nun ist der Professor für Mittelalterliche Geschichte aus dem Dämmer der Gelehrtenstube herausgetreten und hat eine schläfrige Landespolitik aufgeweckt: Mertens hat aufgrund von dokumentarischen Funden nachgewiesen, dass wichtige Stücke auf der Verkaufsliste des Hauses Baden bereits dem Land gehören. Baden-Württemberg würde Dinge erwerben, die sein Eigentum sind.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 09.11.06: Alles von vorn
    Die Posse um die badischen Kunstschätze geht weiter: Die Sozialdemokraten wollen in einem Untersuchungsausschuss die Umstände des angestrebten Vergleichs mit dem Land aufklären. Das ist ihr gutes Recht. Dubios ist so manches. Doch noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Der Ausschuss wird sich wohl mehr in der Rolle des Prozessbegleiters als in der des Aufklärers finden.
  • Bietigheimer Zeitung, 09.11.06: BADEN-KUNSTSCHÄTZE / VIELE FRAGEN ZUR ZÄHRINGER-STIFTUNG - Opposition verlangt Aufklärung
    Was ist mit den badischen Kunstschätzen? Die SPD-Landtagfraktion überlegt, was sie im Untersuchungsausschuss wissen will. Die Grünen fragen schon mal. Wer wüsste in dem ganzen Hin und Her ums Eigentum an den badischen Kunstschätzen nicht gern, wie es wirklich ist und vor allem, was die Landesregierung wann wusste - oder eben nicht? Die Opposition sieht ihre Stunde gekommen. Doch sie versucht, auf unterschiedlichen Wegen Klarheit zu erlangen. Die Grünen sehen das parlamentarische Instrumentarium noch lange nicht ausgereizt: Seit 14 Tagen schon muss sich die Regierung mit einem sehr umfangreichen schriftlichen Antrag zur Zähringer-Stiftung befassen. Die, wäre sie wirksam errichtet (was die Gutachter der Regierung bestreiten), einen Großteil der vom badischen Adelshaus reklamierten Kunstschätze vor Verkauf schützte. Dem geplanten, strittigen Vergleich mit dem Land wäre dann der Boden entzogen. Heute Mittag schon stoßen die Grünen mit einer mündlichen Anfrage in der Plenarsitzung nach.
  • Heilbronner Stimme online, 09.11.06: "Steuergelder werden organisiert vernichtet" - Der politische Streit um die badischen Kunstschätze verschärft sich weiter
    Der politische Streit um die badischen Kunstschätze verschärft sich. "Geradezu lächerlich" nennt Stefan Mappus, der Chef der CDU-Regierungsfraktion, das Ansinnen der SPD, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss den geplanten Vergleich des Landes mit dem Haus Baden aufarbeiten zu lassen. "Wegen des Versehens eines Ministeriums werden Steuergelder organisiert vernichtet", schimpft der CDU-Mann.
08.11.2006:
  • swr.de, 08.11.06: Streit um badische Kunstschätze verschärft sich - Stefan Mappus, Vorsitzender der CDU-Fraktion im baden-württembergischen Landtag, hat im SWR mit scharfen Worten auf den Vorstoß der SPD-Opposition reagiert, einen Untersuchungsausschuss zum "Ausverkauf landeseigener Kulturgüter" einzusetzen.
    Einen Untersuchungsausschuss wegen eines Versehens in einem Ministerium einzusetzen sei geradezu lächerlich, erklärte Mappus. Hier würden Steuergelder organisiert vernichtet. Bisher seien weder Verpflichtungen eingegangenen worden, noch seien Geldmittel geflossen. Deshalb frage er sich, was eigentlich untersucht werden solle, so Mappus.
  • F.A.Z, 08.11.06: Zweifel an einem Vergleich mit dem Haus Baden - Oettinger entzieht dem Finanzminister die Zuständigkeit / Prüfung der Eigentumsfrage
    Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat dem Finanzminister die federführende Zuständigkeit für den mit dem Haus Baden angestrebten Vergleich zum Erwerb von Kulturgütern entzogen. Künftig soll eine "interministerielle Arbeitsgruppe" unter der Leitung von Wissenschaftsminister Frankenberg und Staatssekretär Birk (beide CDU) sich mit dem Thema beschäftigen und vor allem die umstrittenen Eigentumsfragen der Bilder und Kunstgegenstände klären.
  • Badische Neueste Nachrichten, 08.11.06: Jonglieren mit fiktiven Summen - Nach knapp zwei Monaten zeigen sich im so genannten Kulturgüterstreit immer mehr Ungereimtheiten
    Wenn es um Kunstgegenstände und Kulturzeugnisse aus ehemals badisch großherzoglichem Besitz geht, sind die offiziellen Mitteilungen aus Stuttgart zurzeit auffällig knapp gefasst. Die vorerst jüngste Meldung zu diesem Thema verweist auf eine "interministerielle Arbeitsgruppe", die jetzt gegründet wurde und deren Leitung beim Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Peter Frankenberg, liegt. Sie werde "sorgfältig, aber zügig vorgehen", heißt es. Die sprachliche Zurückhaltung scheint angebracht. Denn je länger der so genannte Kulturgüterstreit anhält, desto mehr Ungereimtheiten werden sichtbar. Sie betreffen bereits die Grundannahmen, mit der die Landesregierung argumentierte. Vor sieben Wochen bestätigte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten, dass es Pläne gebe, mit den Nachfahren des letzten Großherzogs eine Vergleich zu schließen. Durch Verkäufe von Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek (BLB) sollten 70 Millionen Euro erbracht werden, die das Haus Baden für den Erhalt von Schloss Salem erhalten sollte.
  • Badische Neueste Nachrichten, 08.11.06: Arbeitsgruppe soll es richten - Kunststreit: SPD für Ausschuss
    Ministerpräsident Günther Oettinger gab sich gestern alle Mühe, möglichst gelassen zu wirken im Dickicht der Ungereimtheiten rund um den geplanten Verkauf badischer Kunstschätze. Es gehe nicht um Kategorien wie Peinlichkeit, erklärte der Regierugschef in Stuttgart. Immerhin muss sich Oettinger des Vorwurfs erwehren, seine Experten hätten bei der Klärung der Besitzverhältnisse schlampige Arbeit abgeliefert - was den Steuerbürger am Ende teuer zu stehen bekommen könnte.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 08.11.06: Online-Special Handschriften
  • ka-news, 08.11.06: Kulturgüter-Streit: SPD beantragt Untersuchungsausschuss
    Der Kulturgüter-Streit geht in die nächste Runde. Die SPD-Landtagsfraktion will einen Untersuchungsausschuss "zum Ausverkauf landeseigener Kulturgüter" durch die CDU/FDP-Landesregierung beantragen. Das habe die SPD am gestrigen Dienstagnachmittag beschlossen, so Fraktionschefin Ute Vogt. Das "skandalöse Fehlverhalten" der Landesregierung lasse sich nur noch über einen Untersuchungsausschuss wirksam aufklären.
  • Stuttgarter Zeitung, 08.11.06: Weiter Streit um badische Kunstschätze - Baden zweifelt an Historiker
    Die SPD will einen Untersuchungsausschuss zum Umgang mit einstigen badischen Kulturgütern. Die Regierung setzt zur Klärung der Eigentumsfragen auf eine Arbeitsgruppe. Blamiert fühlt sich Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nicht.
    Die SPD wirft der Landesregierung vor, sie weigere sich, die Verantwortung für den Vorgang zu übernehmen und schiebe den schwarzen Peter zwischen den Ministerien hin und her. In dem Untersuchungsausschuss sollen nach dem Willen der SPD die Ursachen und die Verantwortung für das Versagen der Regierung und der kompletten Administration in der Kulturpolitik aufgedeckt werden. Die Oppositionsfraktion will auch geklärt haben, ob die Bereitschaft, 30 Millionen Euro für den Kauf von Kunstwerken durch Spenden zusammenzubringen, eine Gefälligkeit gegenüber dem Haus Baden war.
  • Pforzheimer Zeitung, 08.11.06: Posse entwickelt sich zum Trauerspiel - Land leistet sich weitere Peinlichkeit beim geplanten Ankauf von Kunstwerken des Hauses Baden
    Was ist nur los mit der Landesregierung? Was als Posse um den Ankauf eines dem Land schon seit 1930 gehörenden Gemäldes von Hans Baldung Grien (1484 oder 1485 bis 1545) begann, entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Trauerspiel. Und der geneigte Beobachter staunt und schüttelt nur noch den Kopf. Nach Angaben des Freiburger Geschichtswissenschaftlers Dieter Mertens, der bereits das Grien-Werk "Markgrafentafel" als im Besitz Baden-Württembergs identifizierte, wollte die Landesregierung nun auch noch zwei Medaillons kaufen. Pech nur: Auch diese beiden Kunstwerke aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren (1505 bis 1550), die die Porträts von Friedrich dem Weisen und Johann dem Beständigen zeigen, befinden sich Mertens zufolge schon seit mehr als sieben Jahrzehnten im Eigentum des Staates und nicht in dem des Hauses Baden.
  • Schwäbische Zeitung online, 08.11.06: Untersuchungsausschuss zum Kauf von Kunstschätzen
    Der Streit um Pläne des Landes Baden- Württemberg zum Kauf badischer Kunstschätze beschert dem Landtag voraussichtlich den ersten Untersuchungsausschuss in dieser Wahlperiode. Die SPD-Opposition kündigte am Dienstag an, die Einsetzung eines solchen Gremiums zu beantragen. SPD-Fraktionschefin Ute Vogt sagte: "Das skandalöse Fehlverhalten der Landesregierung im Umgang mit Kulturgütern des Landes ist nur über einen Untersuchungsausschuss wirksam aufzuklären".
  • Archivalia, 08.11.06: Haus- und Kronfideikommisse
    ... BADEN: Für Baden gibt es keine gedruckten hausgesetzlichen R2egelungen über das Hausfideikommiss, lediglich die Unveräußerlichkeit und Unteilbarkeit des Territoriums (sowie die Sukzessionsordnung) wurde mit dem Haus- und Familien-Statut von 1817 verfügt: ...
  • Archivalia, 08.11.06: Ansprüche aus Hausvermögen gegen Staatsarchiv Coburg 1987 abgewiesen
    ... Das BayObLG wies Herausgabeansprüche hinsichtlich einzelner Gegenstände aus dem früheren Haus- und Staatsarchiv des Herzoglichen Hauses Sachsen-Coburg und Gotha im Staatsarchiv Coburg ab. ...
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 08.11.06: Parlament prüft Kunstschätze-Panne
    Der wochenlange Streit um den Kauf badischer Kunstschätze durch das Land soll von einem Untersuchungsausschuss des Landtags geklärt werden. Die SPD kündigte am Dienstag an, sie werde einen entsprechenden Antag stellen.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 08.11.06: Haus Baden: Markgrafentafel gehört uns - Der Streit um den geplanten Kauf badischer Kunstschätze eskaliert. Die SPD kündigte am Dienstagabend an, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen, um die Vorgehensweise der Landesregierung von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) beleuchten zu lassen. SPD-Fraktionschefin Ute Vogt warf der Landesregierung vor, sie wolle für Millionen Euro Kunstwerke kaufen, die dem Land schon seit Jahrzehnten gehörten. Geklärt werden müsse unter anderem, warum die Regierung auf den Rat namhafter Wissenschaftler zur Klärung der Eigentumsrechte an den Kulturgütern verzichtet habe.
    Zuvor hatte Oettinger bekannt gegeben, dass das Haus Baden die so genannte Markgrafentafel mit einem Wert von etwa acht Millionen Euro weiter als sein Eigentum betrachtet. Am Montag sei ein Gutachten des Hauses Baden eingegangen, in dem dieses weiter Anspruch auf das Gemälde aus dem 16. Jahrhundert erhebe, sagte der Ministerpräsident.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 08.11.06: Handwerk
    Wann hat sich je eine Landesregierung so blamiert? Bundesweit wurde sie in den vergangenen Tagen zum Gespött, weil sie vom Haus Baden mehrere alte Meister kaufen wollte, die dem Land längst gehören. Künstler und Wissenschaftler in aller Welt empören und erheitern sich wechselweise über dieses Laienspiel. Eine Opposition, die in eine solche Kerbe nicht hineinschlägt, trägt ihren Namen zu Unrecht. Deshalb ist es sehr wohl verständlich, dass die SPD nun einen Untersuchungsausschuss beantragt. Das gehört zum politischen Kräftespiel. Es ist aber auch in der Sache gerechtfertigt, Licht in das Dunkel der Absprachen zwischen dem Land und dem Haus Baden zu bringen.
  • Bild, 08.11.06: Vogt will Klarheit durch Untersuchungs-Ausschuss
    Die Bilder-Panne wird zum Politikum! SPD-Landeschefin Ute Vogt (41, SPD) will Ministerpräsident Günther Oettinger (53, CDU) nach der Bilder-Pleite vor den Untersuchungs-Ausschuss bringen: "Das skandalöse Fehlverhalten der Landesregierung im Umgang mit Kulturgütern ist nur so wirksam aufzuklären."
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 08.11.06: Badische Kunstschätze: Auch Cranach-Porträts gehören dem Land
    Nach der Posse um den Kauf eines Gemäldes, das dem Land Baden-Württemberg bereits zu gehören scheint, könnte die Landesregierung in Stuttgart bald erneut in Erklärungsnot geraten: Denn nach Angaben des Historikers Dieter Mertens sind auch zwei Medaillons, die zur Sanierung des Schlosses Salem aus dem Besitz des badischen Adelshauses gekauft werden sollen, bereits Eigentum des Landes.
  • Bietigheimer Zeitung, 08.11.06: KULTURGUT-AFFÄRE / Landesregierung setzt noch auf Baden-Vergleich - SPD will Untersuchungsausschuss - Die Ungereimtheiten beim geplanten Baden-Deal sollen geklärt werden: Die Landesregierung setzt auf "Basisarbeit", die SPD auf einen Untersuchungsausschuss.
    Für Ute Vogt, die SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende ist in Sachen Baden-Deal das meiste schon jetzt klar: "Das skandalöse Fehlverhalten der Landesregierung im Umgang mit Kulturgütern des Landes ist nur über einen Untersuchungsausschuss wirksam aufzuklären."
07.11.2006:
  • swr.de, 07.11.06: SPD will Untersuchungsausschuss zu Kulturausverkauf - Die oppositionelle SPD im baden-württembergischen Landtag will einen Untersuchungsausschuss zum "Ausverkauf landeseigener Kulturgüter" durch die CDU/FDP-Landesregierung beantragen. Diesen Beschluss gab Fraktionschefin Ute Vogt bekannt.
    "Das skandalöse Fehlverhalten der Landesregierung im Umgang mit Kulturgütern des Landes ist nur über einen Untersuchungsausschuss wirksam aufzuklären", sagte Vogt. Fraglich sei etwa, warum die Regierung auf den Rat namhafter Wissenschaftler verzichtet habe, um die Eigentumsrechte an den badischen Kulturgütern zu klären. Zudem müsse untersucht werden, welche Rolle Gefälligkeiten gegenüber dem Haus Baden beim geplanten "Ausverkauf" gespielt haben könnten.
  • swr, 07.11.06:
    LÄNDERSACHE am 9.11.2006: Peinlich, peinlich - Welche Bilder gehören dem Land, welche dem Haus Baden?
    Das Land hat sich mit seiner Kaufabsichten von Kunstgegenständen ganz schön in die Nesseln gesetzt. Erst war es nur die "Markgrafentafel", die dem badischen Fürstenhaus für 8 Millionen Euro abgekauft werden sollten. Doch: Das Bild gehört dem Land schon seit mehr als 70 Jahren. Jetzt stellt sich heraus: Auch Bilder des berühmten Malers Lukas Cranach, die Baden-Württemberg dem klammen Fürstenhaus abkaufen wollte, sind längst im Besitz des Landes. Eine Posse, die vor allem einem schadet: Ministerpräsident Günther Oettinger.
  • netzeitung.de, 07.11.06: Südwest-SPD will Kunstkäufe untersuchen - Das Gerangel um die Eigentumsrechte an Kunstwerken will die Südwest-SPD in einen Untersuchungsausschuss klären lassen. Es geht um Millionen.
    Der Streit um Pläne des Landes Baden- Württemberg zum Kauf badischer Kunstschätze beschert dem Landtag voraussichtlich den ersten Untersuchungsausschuss in dieser Wahlperiode. Die SPD-Opposition kündigte am Dienstag an, die Einsetzung eines solchen Gremiums zu beantragen. "Das skandalöse Fehlverhalten der Landesregierung im Umgang mit Kulturgütern des Landes ist nur über einen Untersuchungsausschuss wirksam aufzuklären", sagte SPD-Fraktionschefin Ute Vogt.
  • Die Welt, 07.11.06: Zwei Porträts gehören dem Land - Nach der Posse um den Kauf eines Gemäldes, das dem Land Baden-Württemberg bereits zu gehören scheint, gerät die Landesregierung erneut in Erklärungsnot. Zwei Medaillons aus der Cranach-Werkstatt, die zur Sanierung des Schlosses Salem vom Land aus dem Besitz des Hauses Baden gekauft werden sollen, sind offensichtlich bereits Eigentum Baden-Württembergs.
    Ebenso wie schon beim Kauf der "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe "gehören die beiden Porträts von Friedrich dem Weisen und Johann dem Beständigen eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden", sagt der Freiburger Mediävist Dieter Mertens.
  • SPD-Landtagsfraktion, 07.11.06: SPD beantragt Untersuchungsausschuss zum Ausverkauf landeseigener Kulturgüter - Ute Vogt: "Das skandalöse Fehlverhalten der Landesregierung im Umgang mit Kulturgütern des Landes ist nur über einen Untersuchungsausschuss wirksam aufzuklären"
    Die SPD-Landtagsfraktion hat am Nachmittag beschlossen, einen Untersuchungsausschuss nach Artikel 35 der Landesverfassung zum Ausverkauf landeseigener Kulturgüter durch die Landesregierung zu beantragen.
  • Archivalia, 07.11.06: Haus Baden sieht Markgrafentafel weiter als Eigentum an
  • ka-news, 07.11.06: Posse um Kulturgüter: Land zieht nach erneuter Panne Konsequenzen
    Nach der Posse um den Kauf eines Gemäldes, das dem Land Baden-Württemberg bereits zu gehören scheint, blieb der Landesregierung jetzt eine weitere Blamage nicht erspart. Wie der Freiburger Historiker Dieter Mertens herausgefunden haben will, befinden sich auch zwei kleine Medaillons des Malers Lucas Cranach aus der Sammlung der Karlsruher Kunsthalle bereits in Landesbesitz.
  • Stuttgarter Zeitung online, 07.11.06: Neue Posse um Kunstverkauf
    Nach der Posse um den Kauf eines Gemäldes, das dem Land Baden-Württemberg bereits zu gehören scheint, könnte die Landesregierung in Stuttgart bald erneut in Erklärungsnot geraten: Denn nach Angaben des Historikers Dieter Mertens sind auch zwei Medaillons, die zur Sanierung des Schlosses Salem aus dem Besitz des badischen Adelshauses gekauft werden sollen, bereits Eigentum des Landes. Ebenso wie schon beim Kauf der "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien "gehören die beiden Porträts von Friedrich dem Weisen und Johann dem beständigen eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden", bestätigte Mertens am Montag mehrere Medienberichte.
  • Die Zeit, 07.11.06: Kunstsammlungen: Sachsen will Kulturgüter unter Schutz stellen - Angesichts der Rückforderungen des früheren Herrscherhauses Wettin arbeit Sachsen an Regelungen, die Kulturgüter in die Liste national geschützter Objekte einschreiben zu lassen. Einer Veräußerung ins Ausland könnte so Vorschub geleistet werden.
    Sachsen will wertvolle Kunstwerke als nationale Kulturgüter unter Schutz stellen lassen. Damit will das sächsische Kunstministerium sicherstellen, dass die Objekte auch weiterhin in Museen öffentlich zu sehen sind. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte in Dresden entsprechende Medienberichte. Demnach wird derzeit geprüft, inwiefern Sachsen von seinem Recht Gebrauch macht, Kunstwerke in die Liste national geschützter Kulturgüter einschreiben zu lassen. Mit dem Schritt kann eine Veräußerung ins Ausland verhindert werden.
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 07.11.06: Kunst: Land prüft Eigentumsfragen - Um weitere Pannen bei den badischen Kunstschätzen zu vermeiden, hat die Landesregierung am Montag eine interministerielle Arbeitsgruppe eingesetzt. Unter Leitung des Wissenschaftsministeriums sollen die strittigen Fragen mit Unterstützung von externen Fachleuten geklärt werden.
    Plötzlich ging alles ganz schnell: Am Montagnachmittag trafen sich Vertreter des Wissenschaftsministeriums, des Finanzministeriums und des Staatsministeriums, um mit vereinten Kräften die Pannenserie um die badischen Kulturgüter zu beenden. "Wir werden alle relevanten Fragen rasch klären und dazu neben Fachleuten aus unseren Häusern auch externe Experten aus den Bereichen Geschichts- und Rechtswissenschaften heranziehen", erklärte am Montag Wissenschaftsminister Peter Frankenberg, der erst am Wochenende von einer Reise aus Vietnam zurückgekehrt war.
  • Badische Zeitung, 07.11.06: "Handschriften gehören schon dem Land"
    Die Nachkommen der früheren badischen Großherzöge betrachten die Handschriften aus den 1806 aufgelösten Klöstern St. Peter und St. Blasien als ihren Besitz. Hans-Otto Mühleisen, Politikprofessor in Augsburg, kennt die Geschichte von St. Peter wie niemand sonst. Mit ihm sprach Wulf Rüskamp.
    BZ: Herr Mühleisen, sind die Besitzansprüche des Hauses Baden berechtigt?
    Mühleisen: Vorderösterreich kam erst 1806 zu Baden. Dennoch hat Baden damals die Rechtsbestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 angewandt, ohne dass es dazu drei Jahre später eine Berechtigung hatte. ... weitere Informationen
  • Bietigheimer Zeitung, 07.11.06: BADEN-KULTURGÜTER: Frankenberg übernimmt
    Das Finanzministerium muss die Federführung im Zusammenhang mit dem Baden-Deal abgeben. Ab sofort leiten Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und sein Staatsekretär Dieter Birk eine interministerielle Arbeitsgruppe. Sie soll unter Hinzuziehung auch externer Experten das Eigentum an badischen Kunstwerken klären.
  • Bietigheimer Zeitung, 07.11.06: Land besitzt auch Cranachs - Finanzministerium recherchierte nicht
    Baden-Württemberg wird immer reicher: Auch die zwei Cranach-Medaillons gehören nicht dem Haus Baden, sondern dem Land. Jetzt soll alles überprüft werden. Ministerpräsident Günther Oettinger wird heute mit Finanzminister Gerhard Stratthaus die in der Koalition verabredeten Eckpunkte für den neuen Doppelhaushalt vorstellen. Doch nicht die positive Botschaft - das Land bleibt auf dem wenn auch reichlich langen Weg zur Nettonullverschuldung 2011 - wird im Zentrum des Medieninteresses stehen. Vielmehr wird es in eine neue Runde um das Debakel mit dem Baden-Deal gehen. Inzwischen nämlich wurde bekannt, dass auch die in der Karlsruher Kunsthalle hängenden beiden Medaillons (1525) aus der Werkstatt von Lukas Cranach d.Ä. seit 76 Jahren im Eigentum des Landes sind. Genauso wie die sehr viel wertvollere Markgrafentafel. Die für das Land hoch peinlichen Erkenntnisse gehen auf Recherchen des Freiburger Historikers Dieter Mertens zurück. Alle drei Kunstwerke im geschätzten Gesamtwert von gut zehn Millionen Euro sind von Seiten der Landesregierung bislang stets als "unbestritten im Eigentum des Hauses Baden" befindlich eingestuft worden.
  • Backnanger Kreiszeitung, 07.11.06: Kulturpolitik kommt nicht gut an
    Harsche Kritik an der Kulturpolitik Günther Oettingers übt der Vorsitzende der FDP/DVP im Rems-MurrKreis, Jörg Brehmer. Insbesondere missfällt ihm die Vorgehensweise des Ministerpräsidenten im Fall der badischen Handschriften. "Was man derzeit sieht, ist hektischer Aktionismus", so Brehmer. Der Liberale wirft dem Christdemokraten vor, sich gerne im Abglanz des alten Adels früherer Herrscherhäuser zu sonnen. Es fehle das Verständnis für das Kunst- und Kulturland Baden-Württemberg.
06.11.2006:
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, 06.11.06: Interministerielle Arbeitsgruppe zu badischen Kulturgütern - Frankenberg: Werden auch Fragen der Eigentumsverhältnisse neu prüfen
    Eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Leitung von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg sowie Staatssekretär Dr. Dietrich Birk befasst sich ab sofort mit einer Reihe strittiger Fragen zu den Kulturgütern aus dem Haus Baden. Dazu gehören auch die bisher beim Finanzministerium ressortierenden rechtlichen Fragen des Eigentums an prominenten Kunstwerken und anderen Kulturgütern, wie Frankenberg am 6. November in Stuttgart mitteilte. Die Arbeitsgruppe, der das Finanzministerium und das Staatsministerium angehören, hat am Montag, 6. November ihre Tätigkeit aufgenommen.
  • swr.de, 06.11.06: Weitere Panne bei Bilderkäufen des Landes - Die Ungereimtheiten, welche Kunstschätze dem Land Baden-Württemberg gehören und welche dem Haus Baden, gehen weiter. Die Zahl der Bilder, die die Landesregierung zurückkaufen wollte, obwohl sie diese bereits besitzt, ist nun auf drei gestiegen.
    Wie der Freiburger Historiker Dieter Mertens gegenüber dem Südwestrundfunk bestätigte, befinden sich auch zwei kleine Bilder des Malers Lucas Cranach aus der Sammlung der Karlsruher Kunsthalle bereits in Landesbesitz. Bisher war die Landesregierung davon ausgegangen, dass die beiden Cranach-Medaillons dem Besitz des Badischen Markgrafenhauses zugeschrieben werden. Bei seinen Recherchen im Generallandesarchiv konnte Mertens jedoch nachweisen, dass sie ebenso wie Hans Baldung Griens so genannte Markgrafentafel bereits 1930 durch einen Vertrag in den Besitz des Landes Baden übergegangen waren.
  • bw-woche, 06.11.06: Minister Frankenberg räumt Fehler beim Handschriftenstreit ein
    Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) hat Fehler im Streit um den Verkauf von wertvollen Handschriften eingeräumt. "Für mich selbst habe ich festgestellt, dass unser sehr gutes internes Alarmsystem, ein System der roten Ampeln, für einige Tage nicht richtig funktioniert hat", sagte Frankenberg gestern Journalisten des "Mannheimer Morgen".
  • bw-woche, 06.11.06: Schatz für Identität - Allein als Ensemble bewahren Handschriften das Gedächtnis des Landes
    "Der Vorteil der meisten Bücher liegt darin, dass man ohne sie auskommen kann", so der Schriftsteller George Bernard Shaw aus Irland. Ob nun durch Lektüre ermuntert oder selbst darauf gekommen, diesen Satz wollten Günther Oettinger und Ulrich Goll (beide CDU) anscheinend beherzigen. Tausende von Manuskripten, Musikschriften und Drucken sollten veräußert werden, der erwartete Erlös von rund 70 Millionen Euro in eine Stiftung fließen und dem Haus Baden, also dem früheren Landesherrn, ermöglichen, das baufällige Schloss Salem zu sanieren. Doch als die Pläne im September bekannt wurden, kam es zum unerwarteten Aufstand der Universitätsprofessoren und Bibliotheksdirektoren. Vermeintlich friedlich-harmlose oder gar dröge Zeitgenossen fanden zu einer deutlichen, ja drastischen Sprache: "Kulturlosigkeit", "Barbarei", "Vandalismus", "Plünderung", "Zerstörungsakt" - von allen Seiten hagelte es Vorwürfe an die Landesregierung. Sogar in Amerika sorgten sich dutzendweise Professoren um das Ländle und sein kulturelles Erbe. Sie verwiesen darauf, die Handschriftensammlung repräsentiere einen "unvergleichlichen Nachweis" von über tausend Jahren europäischen Mönchtums und europäischer Geschichte.
  • Archivalia, 06.11.06: Rechtslage beim Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe?
  • Archivalia, 06.11.06: Karlsruher Handschriftenkataloge im Netz
    DFG-finanzierte Kataloge und ältere Bände im Reprint stehen auf der Seite ManuMed zur Verfügung ...
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 06.11.06: Stratthaus will jedes einzelne Kunstwerk prüfen lassen - Die Pannenserie bei der Rettung der badischen Kunstschätze setzt sich fort. Zwei weitere Bilder, die gekauft werden sollten, gehören bereits dem Land. Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) will jetzt die Eigentumsverhältnisse für alle Werke überprüfen lassen.
    Was gehört dem Haus Baden, was gehört dem Land? Derzeit kann darüber offenbar niemand in der Landesregierung mit Sicherheit Auskunft geben. Deshalb plädiert Finanzminister Gerhard Stratthaus jetzt für eine genaue Prüfung. "Ich werde vorschlagen, dass jedes einzelne Kunstwerk auf seine Geschichte und die klaren Eigentumsverhältnisse hin untersucht wird", sagte Stratthaus am Sonntag gegenüber unserer Zeitung. "Ich würde mich freuen, wenn diejenigen, die jetzt entdeckt haben, dass uns Bilder bereits gehören, uns dabei behilflich sind, denn sie haben offensichtlich das größte Know-how." Erst wenn diese Fragen eindeutig geklärt seien, könne der Vergleich mit dem Haus Baden tatsächlich umgesetzt werden.
  • Südwest Presse, 06.11.06: Kommentar zum Kunstkauf Haus Baden
    Die Welt lacht sich kaputt: Die Schwaben wissen nicht mehr, was zu "ihrem Sach" gehört. Zwar geht es um das Haus Baden, aber die Ministerialbürokratie, die dem Schwaben Günther Oettinger diese Niederlage bereitet hat, sitzt in Stuttgart. Und dort, im Finanzministerium des Kurpfälzers Gerhard Stratthaus, wollten die Hüter unseres Eigentums Bilder kaufen, die Baden-Württemberg schon seit 76 Jahren gehören. Es ist nicht nur Hans Baldung Griens "Markgrafentafel", deren Eigentum mit dem Haus Baden längst geklärt war, auch weitere Stücke sind dem badischen Gesetzblatt von 1930 zu entnehmen. Aber offenbar kam im Stuttgarter Schloss niemand auf die Idee, bei der Klärung der Eigentumsverhältnisse in Archiven dieser Zeit zu suchen oder die Listen des Karlsruher Generallandesarchivs in Augenschein zu nehmen.
05.11.2006:
  • Der Sonntag, 05.11.06: Peinliche Panne für Oettinger
    Peinlich, peinlich. Da hat Ministerpräsident Günther Oettinger schon mit dem geplanten Handschriftenverkauf aus der Badischen Landesbibliothek enormen politischen Ärger bekommen. Jetzt stehen er und seine Regierung noch im Ruf, schlampig mit wertvollem Staatsbesitz umgegangen zu sein: Die "Markgrafentafel", ein bedeutendes Gemälde der Kunsthalle Karlsruhe, gehört zur Stuttgarter Liste jener Kunstschätze, die vom Haus Baden zurückgekauft werden sollten, um dessen Sanierung von Schloss Salem zu finanzieren. Der Freiburger Historiker Dieter Mertens hat jedoch nachgewiesen, dass das Gemälde von Hans Baldung Grien bereits seit 1930 im Besitz des badischen Staates ist.
  • Archivalia, 05.11.06: Gesamtübersicht: Karlsruher Kulturgut-Debakel
    Als einziges Weblog hat ARCHIVALIA von Anfang an umfassend über die baden-württembergische Kulturgut-Affäre berichtet, bei der es zunächst um den Verkauf der Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe und zuletzt um fälschlich dem Haus Baden zugeschriebenes Landeseigentum in der Karlsruher Kunsthalle ging.
  • Archivalia, 05.11.06: Entries on the Karlsruhe cultural desaster in the English language
  • Konradsblatt, 05.11.06: Badische Landesbibliothek zeigt europäisches Kulturerbe
    Normalerweise sind sie nicht der Öffentlichkeit zugänglich, die überaus wertvollen mittelalterlichen Handschriften, die aus aktuellem Anlass ("Kulturgüterstreit") bis zum 25. November in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe gezeigt werden.
04.11.2006:
  • Eßlinger Zeitung, 04.11.06: Die Reise nach Jerusalem - Geistliche Zierden, weltliche Begierden: Die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe stellt prachtvolle Streitobjekte aus
    Was heute ein langer, aber doch einigermaßen harmloser Spaziergang ist, war vor 500 Jahren eine lebensgefährliche Herausforderung. Bei ihrer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela drohten den Gläubigen unterwegs allerlei Gelichter und andere Fährnisse. Die große geistliche Lösung, eine Überfahrt zu den heiligen Stätten in Jerusalem, war - so die Kirche den dazu erforderlichen Segen gab - allenfalls für weltliche Pilger mit gut gefülltem Portemonnaie wie den Emporkömmling Konrad von Grünenberg möglich. ... Seine Reise dauerte von April bis November 1486, das Werk wurde wenige Monate später fertiggestellt. Es dokumentiert nicht nur erstaunliche topographische Kenntnisse des Konstanzer Patriziers, sondern auch sein Interesse an militärischen Dingen: In der Badischen Landesbibliothek ist derzeit ein Exemplar zu bewundern, welches die detailfreudige Darstellung eines unter türkischer Flagge segelnden Kriegsschiffes zeigt. ... weitere Informationen
  • F.A.Z., Leserbrief, 04.11.06: Mit der Sammelbüchse durchs Land
    Über die Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen zum Aktenfund von Professor Mertens ("Der Baldung-Grien-Code") habe ich mich sehr gefreut. Der Brief des Markgrafen Berthold von Baden (F.A.Z.-Feuilleton vom 2. Oktober) ist ein weiterer Beleg dafür, daß die Landesregierung von Baden-Württemberg unnötig Rechtspositionen preisgibt, um angeblich strittiges Eigentum zu erwerben, das nach Meinung von Experten in Wirklichkeit Staatseigentum ist.
  • F.A.Z., Leserbrief, 04.11.06: Kein römisches Recht
    Der Schluß, den Dr. Otfried Mangol in seinem Leserbrief "Schatullgut" (F.A.Z. vom 2. November) zieht, basiert auf einer unzutreffenden Annahme. Zwar ist es richtig, daß das Schatullgut nicht Pertinenz der Landeshoheit war. Es mag auch sein, daß nach dem römischen Recht patriomoniales Eigentum eher dem Schatullgut gleichzusetzen war, Dies auf das Großherzogtum Baden zu übertragen ist aber nicht richtig. ...
  • F.A.Z., Leserbrief, 04.11.06: Staatsgewalt
    Den Ausführungen von Reinhard Mußgnug zur Frage des Eigentums an den Karlsruher Handschriften ("Die Handschriften gehören dem Land", F.A.Z. vom 29. September) ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Dennoch mag ein Punkt noch zusätzlich betont werden. Selbst wenn man die Rechtslage in Baden im neunzehnten Jahrhundert - im Gegensatz zu der in Preußen und anderen deutschen Einzelstaaten - für unklar hält, ändert das am Ergebnis nichts. Hinweise in der Literatur vor 1918 sprechen zum Teil dafür, daß die Verbindung zwischen "Patrimonialeigentum" und Herrschaft nach damaligem Staatsrecht nicht eindeutig war. Mit der Revolution von 1918 wurde das badische Volk zum Träger der Staatsgewalt. Dem republikanischen Staat fiel alles zu, was dem Großherzog und seiner Familie in Zusammenhang mit der monarchischem Gewalt zustand. ...
  • F.A.Z., 04.11.06: Oettingers Bilder, zweite Lieferung: Auch die hier gehören Baden-Württemberg schon
    Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) stellt jetzt seine Mitarbeiter vor sich. Die baden-württembergische Landesregierung ist in Erklärungsnotstand, weil der Freiburger Historiker Dieter Mertens in dieser Zeitung nachgewiesen hat, (F.A.Z. vom 2. November), daß Hans Baldung Griens "Markgrafentafel" in der Karlsruher Kunsthalle, die das Land im "unbestrittenen" Besitz des Hauses Baden sah und die dem Adelshaus für acht Millionen Euro abgekauft werden sollte, schon seit 76 Jahren dem Land Baden gehört. ... weitere Informationen
  • Badische Neueste Nachrichten, 04.11.06: Was gehört eigentlich wem? - Rätselraten um Eigentümer badischen Kulturguts hält an
    Mit der Expertise des Freiburger Historikers Dieter Mertens, die belegt, dass die bedeutende Karlsruher "Markgrafentafel" Hans Baldung Griens bereits seit 1930 dem Staat gehört (wir berichteten), mehren sich die Stimmen, die von der Landesregierung die Abkehr vom geplanten Vergleich mit dem Haus Baden fordern. So erwartet der Karlsruher SPD-Abgeordnete Johannes Stober von Ministerpräsdident Günther Oettinger, dass er "von seinem obskuren Deal mit dem Haus Baden Abstand nimmt", heißt es in einer Presseerklärung. Jetzt müsse "endlich eine vernünftige Lösung für die historische Schlossanlage in Salem" gefunden werden, "aber ohne immer wieder mit einem Griff in die wertvollen Bestände der Karlsruher Museen zu drohen".
  • Archivalia, 04.11.06: Salemer Baulasten
  • Archivalia, 04.11.06: Sinnvoller Ankauf: Markgräflich Badisches Archivgut
  • Stuttgarter Zeitung, 04.11.06: Der schwarze Peter liegt bei Stratthaus - Zwischenbilanz einer kulturpolitischen Posse, die das Land noch eine Weile beschäftigen wird / Von Reiner Ruf
    Immerzu sind Juristen am Werke, wenn die Regierung schaltet und waltet. Manchmal täte sie gut daran, Historiker ans Ruder zu lassen. Die jüngste Posse ums Kulturerbe wäre vermieden worden.
    Not macht duldsam. "Das kam schicksalhaft über uns", stöhnte gestern ein Spitzenbeamter über den schwarzen Donnerstag, an dem der Republik, so sie überhaupt Anteil nimmt am kulturpolitischen Leben des Südwestens, eine Posse aufgetischt bekommen hatte, nach der sich jedes Boulevardheater die Finger leckte. Die "FAZ" juxte über den "Abgrund an Ländlesverrat", den sie darin erkannte, dass die Landesregierung unter Führung von Günther Oettinger zur Rettung des badischen Markgrafenhauses Kunst anzukaufen gewillt war, die sich bereits seit mehr als 70 Jahren in Staatsbesitz befindet. ... weitere Informationen
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 04.11.06: Oettinger, die Kunst und der fehlende Überblick - Der Spott ist beißend, und er kommt national mit solcher Geschwindigkeit, dass man sich um den Werbewert für das Land Baden-Württemberg keine Gedanken mehr machen muss. Die jüngste Panne im Bemühen um rasche Hilfe für das finanziell angeschlagene Haus Baden sorgt für hohe Medieneinschaltquoten.
    "Doppel gekauft hält besser" titelte am Freitag "Die Welt". Was war passiert? Am Donnerstag hatte der emeritierte Freiburger Mittelalterforscher Dieter Mertens in der "Frankfurter Allgemeinen" dargestellt, dass ausgerechnet die zum Herzstück der Rettungsaktion für badische Kulturgüter ausgerufene "Markgrafentafel" des Malers Hans Baldung Grien bereits seit 1930 in öffentlichem Besitz ist. Schuldzuweisungen gibt es genug: Ob Staatsministerium, Finanzministerium oder Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst - keiner der an dem Markgrafen-Thema Beteiligten traut mehr dem jeweils anderen. ... weitere Informationen
  • Sindelfinger / Böblinger Zeitung, 04.11.06: "Unbedarfter Umgang mit Kulturgütern" - Wenn die Landesregierung die badischen Kunstschätze dauerhaft bewahren will, muss sie sehr viel vorsichtiger vorgehen, sagt Volker Himmelein, ehemaliger Direktor des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart und des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe.
    Die Landesregierung will die badischen Kunstschätze retten, hat aber offenbar keinen genauen Überblick darüber, was wem gehört. Gibt es jemanden, der diesen hat?
    Nein, es gibt niemanden, der einen genauen Überblick hat. Um diesen Überblick zu gewinnen, müsste zunächst geprüft werden, welchen Rechtsstatus die Zähringer-Stiftung hat, in die der letzte Großherzog seinen Kunstbesitz eingebracht wissen wollte. Und es müsste im Einzelnen geprüft werden, ob die in Frage stehenden Gegenstände Privatbesitz oder Hofbesitz waren. ... weitere Informationen
  • Karlsruher SPD-Landtagsabgeordneter Johannes Stober, 04.11.06: Johannes Stober begrüßt Rechtssicherheit für Karlsruher Kulturgüter - Deal mit dem Haus Baden jetzt hoffentlich vom Tisch - Lösung für Salem muss kommen
    Der Karlsruher SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober begrüßt, dass durch die Recherchen des Freiburger Geschichtswissenschaftlers Dieter Mertens nun Rechtssicherheit für alle Kunstwerke der Badischen Kunsthalle und des Karlsruher Kupferstichkabinetts besteht. "Wir sind Herrn Professor Mertens sehr dankbar, dass er durch sein Engagement die Wahrheit ans Licht gebracht hat."
03.11.2006:
  • Badische Neueste Nachrichten, 03.11.06: Oettinger räumt weitere Fehler ein - Karlsruher Grien-Gemälde gehört laut Experten-Befund längst dem Staat
    In der Auseinandersetzung um badische Kulturgüter (wir berichteten) gibt es neue Turbulenzen. Der Freiburger Historiker Dieter Mertens hat nach Recherchen im Karlsruher Generallandesarchiv nachgewiesen, dass die "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien bereits seit 1930 dem Staat gehört. Bislang rechnete Ministerpräsident Günther Oettinger das kostbare Gemälde dem unstreitigen Besitz des Hauses Baden zu, mit dem die Landesregierung einen umstrittenen Vergleich anstrebt.
  • Badische Neueste Nachrichten, 03.11.06: Unverhoffte Tafelfreuden
    Erst kürzlich hatte Wissenschaftsminister Frankenberg Pannen der Landesregierung im "Handschriftenstreit" eingeräumt, doch richtig knüppeldickes Ungemach zum gleichen Thema scheint erst jetzt zum Vorschein zu kommen. Der brillante Nachweis des Freiburger Historikers Dieter Mertens, dass sich die berühmte "Markgrafentafel" schon seit 1930 im Staatsbesitz befindet, dürfte von den offenbar nicht durch Sorgfalt glänzenden Sachbearbeitern des Landes kaum zu widerlegen sein.
  • Badische Neueste Nachrichten, 03.11.06: Eine neue Posse im Poker um badisches Kulturgut - Freiburger Historiker: Karlsruher "Markgrafentafel" Hans Baldung Griens gehört schon seit 1930 dem Land
    Mit einer ebenso schlichten wie folgenschweren Expertise sah sich gestern die baden-württembergische Landesregierung im noch immer schwelenden, so genannten "Handschriftenstreit" konfrontiert: Die "Markgrafentafel" Hans Baldung Griens, einer der Schätze der Karlsruher Kunsthalle, gehöre "eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden", bestätigte gestern der Freiburger Historiker und Hochschulprofessor Dieter Mertens, nachdem er zuvor bereits nach eingehenden Recherchen im Karlsruher Generallandesarchiv den ausführlichen Nachweis geführt hatte, dass die Tafel bereits 1930 ganz legal in badischen Staatsbesitz übergegangen ist.
  • Süddeutsche Zeitung, 03.11.06: "Schlampig und verantwortungslos" - Keiner hat die Listen überprüft: Ministerpräsident Oettinger will vom Haus Baden Werke für das Land kaufen, die diesem bereits seit 70 Jahren gehören
    Dieter Mertens sagt, wenn es um so viel Geld gehe, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass sich die Landesregierung ordentlich vorbereitet habe. Bei all den Ministerien und ihren Beamten. Mertens ist emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Freiburg. Als er vor Kurzem in den Archiven forschte, stellte er fest, dass Baden-Württemberg und allen voran sein Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nicht weit davon entfernt waren, ein Bild zu kaufen, das ihnen bereits gehört. Die "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien. Für acht Millionen Euro. Die Entdeckung von Mertens ist ein neuerlicher Wendepunkt im so genannten Handschriften-Streit, der das Land seit geraumer Zeit beschäftigt und immer mehr zu einer peinlichen Angelegenheit für den Ministerpräsidenten wird.
  • Süddeutsche Zeitung, 03.11.06: Oettingers seltsames Bild
    Erst stand Günther Oettinger da wie ein Banause, der die Geschichte des eigenen Landes verkaufen will. Jetzt wie jemand, der zwar vom Sparen redet, aber dann Dinge erwerben will, die dem Staat bereits gehören. Man muss dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg zugute halten, dass er versucht, einen jahrelangen Rechtsstreit zu lösen, den seine Vorgänger vor sich hergeschoben haben. Die Art, wie er das aber macht, muss indes als stümperhaft gelten.
  • Archivalia, 03.11.06: Cranach-Bilder gehören ebenfalls dem Land
    Die vom Ministerpräsidenten Oettinger mit einem Wert von 2 Mio. Euro an zweiter Stelle nach der Markgrafentafel genannten Cranach-Porträts in der Karlsruher Kunsthalle sind von Kultusminister Remmele ebenfalls 1930 für das Land gesichert worden. Dies bestätigte Dieter Mertens gegenüber "Archivalia".
  • Archivalia, 03.11.06: Badisches Säkularisationsgut wurde 1918/19 Staatsgut
  • Bild, 03.11.06: Schwaben-Streich für 8 Millionen: Ministerpräsident wollte Bild kaufen, das ihm längst gehört ... Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (53, CDU) hätte beinahe acht Millionen Euro Steuergelder für ein Gemälde ausgegeben, das schon längst im Besitz seines Landes ist. Mit dem Kauf wollte die Landesregierung das hochverschuldete Adelshaus Baden retten. Deshalb wollte Oettinger den Baden-Adeligen die sogenannte "Markgrafen-Tafel" aus dem Jahre 1510 abkaufen. Doch das Gemälde ist schon längst Eigentum des Landes! Seit 76 Jahren! Der Freiburger Historiker Dieter Mertens enthüllte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Die Markgrafentafel von Hans Baldung Grien gehört eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden." Der Beweis: Ein Schreiben des früheren Markgrafen Berthold von Baden aus dem Jahr 1930. Darin schrieb der Graf: "Wir sind bereit, auf das Votivbild von Baldung Grien zugunsten des badischen Staates zu verzichten!" Damit sind die Besitzverhältnisse geklärt, urteilt Historiker Mertens. ...
  • ka-news.de, 03.11.06: Kulturgüterstreit: Landesregierung prüft neue Darstellung
    Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stuttgarter Landtag Winfried Kretschmann hat Ministerpräsident Oettinger in einem Brief aufgefordert, "alle Aktivitäten, auch seitens der Landesstiftung, badische Kulturgüter zu erwerben" einzustellen. Hintergrund ist ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, demzufolge durch ein Gesetz aus dem Jahr 1930 Werke der Karlsruher Kunsthalle und des Kupferstichkabinetts in das Eigentum des Landes Baden übergegangen sind, darunter auch die Markgrafentafel von Baldung Grien.
  • Die Rheinpfalz, 03.11.06: Schatztruhe geöffnet - Badische Landesbibliothek zeigt ihre Handschriften
    Das "alte Papier", wie es Kreise der Stuttgarter Landesregierung auch schon mal nannten, hat offenbar doch etwas: Die Badische Landesbibliothek gewährt bis 25. November einen Blick in ihre Schatztruhe, oder besser: ihren Tresor. Elf ausgewählte Exponate aus der Handschriftensammlung des Hauses, die historisch mit dem Oberrhein- oder Bodenseeraum zu tun haben, können im Original bewundert werden. Das ist schon deswegen etwas Besonderes, weil derlei licht- und temperaturempfindliche Zeugnisse früher Buchkunst naturgemäß nicht ständig gezeigt werden können.
  • Berliner Zeitung online, 03.11.06: KUNSTPOSSE: Das Bild gehört uns doch schon
    Als die Brüder Boisserée aus Köln 1827 ihre Sammlung nach Stuttgart verkaufen wollten, wimmelte man sie mit schwäbischem Realitätssinn ab: "Mir brauchet koi Kunscht, mir brauchet Kartoffle." Günther Oettinger, der jetzige Landesherr, hält sich lieber an Zahlen, wenn es um Kulturgut geht.
  • Deutschlandradio, 03.11.06: Spöttische Kommentare zu Gemälde-Posse in Baden-Württemberg
    Günther Oettinger musste auf den Spott nicht lange warten. Die 'F.A.Z.' hatte gestern berichtet, dass die baden-württembergische Regierung für teures Geld das Bild 'Markgrafentafel' von Hans Baldung Grien kaufen will, obwohl es bereits seit Jahrzehnten im Besitz des Landes ist. Nun muss sich der Ministerpräsident einigen Hohn der Kommentatoren gefallen lassen. Von einer 'Lachnummer' spricht die 'Badische Zeitung' aus Freiburg. Die 'Süddeutsche Zeitung' nennt Oettingers Vorgehen stümperhaft.
  • swr.de, 03.11.06: Oppositionskritik nach Bilderkauf-Panne - SPD-Landes- und Landtagsfraktionschefin Ute Vogt hat das Vorgehen von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) beim geplanten Ankauf von Kulturgütern durch das Land als "schlampig und verantwortungslos" kritisiert. Die Landesregierung wollte ein Gemälde erwerben, das ihr bereits gehört.
    Der Ministerpräsident sei "bis auf die Knochen blamiert", nach dem der Freiburger Historiker Dieter Mertens recherchiert habe, dass das Land ein Gemälde von Hans Baldung Grien bereits besitze. Die so genannte Markgrafentafel von Baldung Grien gehöre laut Mertens "eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden". Vogt forderte deshalb für den Landtag eine Aufstellung über die Kunst- und Kulturgüter, die sich unstrittig im Eigentum des Hauses Baden befinden. Zudem sei eine Liste der Kunstwerke mit strittigen Eigentumsrechten notwendig.
  • swr.de, 03.11.06: Knappe Kassen, leere Museen? - Warum ein Ausverkauf von Kunst verhindert werden muss
    Die Diskussionen um kostbare Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, die zugunsten des Hauses Baden veräußert werden sollten, geht in eine neue Runde. Zwar ist der geplante Verkauf nach heftigen internationalen Protesten abgewendet, doch das Land Baden-Württemberg will nach wie vor mit einem Drei-Säulen-Modell insgesamt 30 Millionen Euro für das Haus Baden sammeln. Auch, um ein wertvolles Gemälde aus der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe für das Land zu sichern. Jetzt wurde allerdings eine Urkunde veröffentlicht, die beweist, daß die sogenannte "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien bereits seit 1930 dem Staat gehört. Peinlich für den Ministerpräsidenten, der nun die Besitzverhältnisse aller Kunstwerke prüfen lassen will.
  • Karlsruhe: StadtZeitung, 03.11.06: Handschriftenstreit: Schätze leuchten im Dunkel - BLB zeigt europäisches Kulturgut / Spendenkonten sind eröffnet
    Die Schatzkammer ist geöffnet. Noch bis 25. November zeigt die Badische Landesbibliothek (BLB) zehn einzigartige, zum europäischen Kulturerbe zählende Handschriften aus dem 10. bis 15. Jahrhundert. Jede könnte "alleine im Mittelpunkt einer eigenen Ausstellung stehen "Klasse statt Masse", so Bibliothekschef Dr. Peter Michael Ehrle bei der Eröffnung. Darunter das kunstvoll ausgeschmückte Stundenbuch des Markgrafen Christoph von Baden um 1500, der unter anderem mit einem türkischen Kriegsschiff illustrierte Bericht Konrad von Grünbergs über seine Reise von Konstanz nach Jerusalem oder Blätter mit exotisch anmutenden, farbenprächtigen Blüten aus den Tulpenbüchern des Stadtgründers Karl Wilhelm. Die Gefahr des Verkaufs von Handschriften sei noch lange nicht gebannt, betonte der Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, Prof. Dr. Wolfgang Klose.
  • Stuttgarter Nachrichten online, 03.11.06: Kunstschätze: "Land handelt unbedarft"
    Die baden-württembergische Landesregierung gerät wegen ihres Umgangs mit badischen Kunstschätzen und einer finanziellen Stabilisierung des Hauses Baden immer stärker unter Druck. Der ehemalige Direktor des württembergischen Landesmuseums und des badischen Landesmuseums, Volker Himmelein, sagte unserer Zeitung: "Es ist einigermaßen irritierend, wie unbedarft und unbedacht in diesem Land mit Kulturgütern umgegangen wird."
  • Stuttgarter Zeitung online, 03.11.06: "Land will ein Kunstwerk kaufen, das ihm schon gehört" - Der Historiker Dieter Mertens beschreibt, wie die Markgrafentafel der Karlsruher Kunsthalle ins Eigentum des Staates gelangt ist
    Das Land will dem Haus Baden ein Gemälde abkaufen, das nach Überzeugung des Freiburger Geschichtswissenschaftlers Dieter Mertens längst dem Land gehört. Dass dies so ist, habe jedermann im Gesetzblatt nachlesen können, meint der Historiker. Professor Dieter Mertens, Emeritus der Universität Freiburg und Kenner des Mittelalters, hat im Streit um den Verkauf badischer Kunstschätze neue Munition geliefert. Interessiert zunächst an den vor allem in Rede stehenden Handschriften hat sich der 66-Jährige in die Archive begeben: "Ich war ja früher Landeshistoriker in Tübingen", erklärt der Wissenschaftler sein Interesse am geplanten Ausverkauf der Kunstwerke.
  • Badische Zeitung, 03.11.06: Das Land will ein Bild kaufen, das ihm gehört - SPD: Blamage für Oettinger
    Um dem Land kostbare Kunstwerke zu erhalten, will die baden-württembergische Regierung offenbar ein Gemälde "zurückkaufen" - obwohl sie es nach Ansicht eines Experten längst besitzt. Es handelt sich um die so genannte "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien, die sich in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe befindet. Ministerpräsident Oettinger zählt das Bild unter die Kunstwerke, die das Land dem Haus Baden abkaufen will, um ihm die Erhaltung von Schloss Salem zu ermöglichen.
  • Badische Zeitung, 03.11.06: Anhaltend desorientiert - Wie das Land ein Bild, das ihm schon längst gehört, vom Haus Baden für acht Millionen Euro noch einmal kaufen will
    Die Landesstiftung setzt Millionen ein, Museen verzichten auf größere Teile ihrer Ankaufsetats, Sponsoren werden großflächig gesucht. Bezahlen will das Land dem bedürftigen Adelshaus Baden nicht nur die Handschriften, die es zunächst ja eilfertig verkaufen wollte, sondern auch Bilder. Von der Markgrafenfamilie, die sich mit viel Geld ihr Schloss Salem erhalten will, sollte nun auch eine schmale, aber mehr als zwei Meter lange Tafel erworben werden. In der altdeutschen Abteilung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe wird das acht Millionen Euro teure Bild bewahrt. Gestern veröffentlichte die FAZ eine gründliche Recherche des Freiburger Historikers Dieter Mertens, die zu dem begründeten Schluss kommt, dass das Gemälde dem Land längst schon gehört.
  • Badische Zeitung, 03.11.06: Badens Kunstbesitz: Oettingers Lachnummer
    Der Spott der ganzen Republik und der gesamten Kulturszene wird sich jetzt über Ministerpräsident Oettinger ergießen. Zu Recht. Was der Freiburger Historiker Dieter Mertens herausgefunden hat - keineswegs aus tief vergrabenen Akten -, ist der Stoff für eine Lachnummer: Das Land will ein auf acht Millionen Euro taxiertes Bild kaufen, das ihm schon gehört. Und dazu geht der Möchtegern- Landesvater auch noch mit dem Klingelbeutel durchs Land und bittet um Notgroschen für die gefährdete Kunst, weil der Landesetat dafür kein Geld hergeben soll.
  • Schwarzwälder Bote, 03.11.06: Hans Baldung Grien: Streit um Besitzverhältnisse
    Um dem Land kostbare Kunstwerke zu erhalten, will die baden-württembergische Regierung offenbar ein Gemälde "zurückkaufen" - obwohl sie es nach Ansicht eines Experten längst besitzt.
  • Heilbronner Stimme, 03.11.06: Posse um Baldung-Grien-Gemälde: Kunstschätze - Land wollte sein eigenes Bild kaufen
    Für Wissenschaftsminister Peter Frankenberg stand bis gestern die "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien ganz oben auf der Liste der Kunstschätze, die das Land vom Haus Baden übernehmen will. "Wenn das Haus Baden Gegenstände wie den Balung Grien verkaufen würde, die eindeutig in seinem Besitz sind, könnten wir daran nichts ändern", erklärte der CDU-Minister vor Monatsfrist im Streit um den geplanten Vergleich mit dem Adelshaus. Wie eine Bombe schlug da gestern der Befund des Freiburger Historikers Dieter Mertens, dass dieses auf acht Millionen Euro geschätzte Gemälde dem Land schon seit Jahrzehnten gehört.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 03.11.06: Millionenschwerer Irrtum - Die "Markgrafentafel", eines der wichtigsten jener Gemälde, die bisher dem Haus Baden zugeordnet wurden und die das Land kaufen will, gehört vermutlich längst Baden-Württemberg. Das Finanzministerium teilte mit, die Eigentumsverhältnisse anderer Einzelwerke aus der Sammlung Baden würden nun erneut überprüft.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 03.11.06: Hans Baldung Grien: Streit um Besitzverhältnisse
    Um dem Land kostbare Kunstwerke zu erhalten, will die baden-württembergische Regierung offenbar ein Gemälde "zurückkaufen" - obwohl sie es nach Ansicht eines Experten längst besitzt. Die so genannte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien "gehört eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden", sagte der Freiburger Historiker Dieter Mertens. Der Wissenschaftler hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über das Ergebnis seiner Recherchen berichtet. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte der "Bild"-Zeitung, die Listen mit den Kulturgütern seien im Finanzministerium erstellt worden. Der Direktor der Karlsruher Kunsthalle habe in einem Brief an das Wissenschaftsministerium auf die Besitzverhältnisse hingewiesen. Das Schreiben habe aber erst am Donnerstag im Ministerium vorgelegen.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 03.11.06: Nur peinlich
    Soviel Blamage war selten. Das Gezerre um die Kunstsammlung des Hauses Baden entwickelt sich zur Posse. Am Anfang war die Drohung des Adelshauses, Handschriften und andere für die Landesgeschichte wertvolle Kunstschätze zu verkaufen. Statt sich auf einen Prozess einzulassen, um die seit Ende der Monarchie verworrenen Eigentumsverhältnisse endgültig zu klären, verlegte sich der Ministerpräsident auf Heimlichtuerei und versucht mit einer klammheimlichen Hilfszusage an den Erbprinzen Kabinett und Landtag zu überrumpeln.
  • Pressehaus Heidenheim, 03.11.06: Land will sein Eigentum kaufen - Historiker: Gemälde gehört seit einem Dreivierteljahrhundert dem Staat
    Der geplante Deal des Landes mit dem Adelshaus Baden entwickelt sich zur Posse: Die Regierung muss jetzt lesen, dass die millionenschwere "Markgrafentafel" des Malers Baldung Grien gar nicht von Sponsoren für das Land gerettet werden muss. Sie gehört ihm.
02.11.2006:
  • F.A.Z.net, 02.11.06: Kunstmarkt im Ländle: Will Baden-Württemberg Staatsbesitz kaufen?
    Das Land Baden-Württemberg wirbt derzeit bei der Landesstiftung, bei seinen Kultureinrichtungen und bei Sponsoren ungefähr 8 Millionen Euro ein, damit Hans Baldung Griens "unbestritten" (Ministerpräsident Oettinger) im Besitz des Hauses Baden stehende Markgrafentafel für das Land gekauft werden kann. Doch diese Version wird jetzt durch einen Aktenfund erschüttert. Im Generallandesarchiv in Karlsruhe hat der Freiburger Historiker Dieter Mertens in den Akten des Badischen Ministeriums für Kultus und Unterricht ein Schriftstück aufgefunden, welches beweist, daß das bedeutende Kunstwerk bereits vor 76 Jahren in den Besitz des Landes Baden übergegangen ist.
  • F.A.Z.net, 02.11.06: Leitglosse: Mir gebbat nix!
  • Deutschlandradio, 02.11.06: FAZ: Baden-Württemberg will ein Gemälde kaufen, das dem Land schon längst gehört
    Günther Oettinger, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kann - wie die F.A.Z. herausgefunden hat - "nicht richtig rechnen". Denn Oettinger will mittels Spenden offenbar ein Gemälde kaufen, das schon längst dem Land gehört. So hat es die Zeitung recherchiert. Es geht um das Bild "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien, das nach Angaben des Ministerpräsidenten "unbestritten" dem Haus Baden gehöre. Mit der Hilfe von Sponsoren will er es der Adelsfamilie abkaufen - das ist Teil der neuen Strategie im Handschriftenstreit. Die "Frankfurter Allgemeine" berichtet nun, das bedeutende Kunstwerk gehöre dem Land schon längst, nämlich seit 1930.
  • Die Welt, 02.11.06: Posse in Stuttgart: Doppelt gekauft hält besser - Baden-Württemberg streitet mit dem Haus Baden über einen Finanzausgleich. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) will deshalb für acht Millionen Euro ein Gemälde von Hans Baldung erwerben. Dabei gehört es dem Land schon seit 1930.
    Ein Blick ins Archiv kann sehr viel Geld sparen. Dem Land Baden-Württemberg zum Beispiel rund acht Millionen Euro. Auf diese Summe schätzen Experten den Wert der "Markgrafentafel" von Hans Baldung genannt Grien, gemalt um 1509/1510. Das Gemälde gilt als ein zentrales Werk des Zeitgenossen von Albrecht Dürer und gehört zu den wichtigsten Schätzen der Kunsthalle Karlsruhe. Doch gegenwärtig ist sein Verbleib im Museum gefährdet.
  • netzeitung.de, 02.11.06: SPD nennt Oettingers Kunstkauf "schlampig" - Die baden-württembergische Regierung will vom Haus Baden ein Gemälde zurückkaufen. Ein Historiker behauptet jedoch: Es gehört dem Land bereits.
    Um dem Land kostbare Kunstwerke zu erhalten, strebt die baden-württembergische Regierung einen Vergleich mit dem Haus Baden an. Sowohl das Land als auch das Adelshaus erheben Anspruch auf Kulturgüter im Wert von rund 300 Millionen Euro. Beide Seiten wollten jedoch auf einen viele Jahre dauernden Rechtsstreit verzichten und einen Vergleich anstreben.
  • Badische Neueste Nachrichten, 02.11.06: "Rote Ampeln" versagten - Handschriftenstreit: Minister Frankenberg räumt Fehler ein
    Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) hat Fehler im Streit um den Verkauf von wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek eingeräumt. "Für mich selbst habe ich festgestellt, dass unser sehr gutes internes Alarmsystem für einige Tage nicht richtig funktioniert hat", sagte Frankenberg in einem Interview des "Mannheimer Morgen". "In der Regel haben wir in der Vergangenheit, wenn Probleme drohten, schnell gehandelt. Dieses Mal sind wir zu spät gekommen", fügte Frankenberg hinzu.
  • Stuttgarter Zeitung, 02.11.06: Posse: Land wollte eigenes Gemälde kaufen - Grien-Gemälde wurde dem Land bereits 1930 zugesprochen - SPD empört
    Um dem Land kostbare Kunstwerke zu erhalten, will die baden-württembergische Regierung offenbar ein Gemälde "zurückkaufen" - obwohl sie es nach Ansicht eines Experten längst besitzt. Die so genannte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien "gehört eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden", sagte der Freiburger Historiker Dieter Mertens am Donnerstag. Der Wissenschaftler hatte zuvor in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag) über das Ergebnis seiner Recherchen berichtet.
  • n-tv, 02.11.06: Unklare Besitzverhältnisse: "Zurückkauf" in Stuttgart
    Um dem Land kostbare Kunstwerke zu erhalten, will die baden-württembergische Regierung offenbar ein Gemälde "zurückkaufen" - obwohl sie es nach Ansicht eines Experten längst besitzt. Die so genannte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien "gehört eindeutig dem Land und nicht dem Haus Baden", sagte der Freiburger Historiker Dieter Mertens am Donnerstag. Der Wissenschaftler hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über das Ergebnis seiner Recherchen berichtet.
  • Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, 02.11.06: Ankäufe badischer Kulturgüter einstellen
    Winfried Kretschmann hat Ministerpräsident Oettinger in einem Brief aufgefordert, "alle Aktivitäten, auch seitens der Landesstiftung, badische Kulturgüter zu erwerben" einzustellen.
  • SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, 02.11.06: Kulturgüter: Klärung der Eigentumsfrage unabdingbar
    Ute Vogt: "Es ist erschütternd, wie schlampig und verantwortungslos der Ministerpräsident mit Vermögensinteressen des Landes umgeht" Oettinger nach Historiker-Befund bis auf die Knochen blamiert
    Die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Vogt, wertet den aktuellen Befund des Historikers Dieter Mertens, dass die Markgrafentafel von Hans Baldung Grien sich unstreitig bereits heute im Eigentum des Landes befindet, als weiteren Beweis für die fehlende Regierungskunst des Ministerpräsidenten beim Schnüren des Vergleichspakets mit dem Hause Baden.
  • klappe-auf, 02.11.06: Bad. Beobachter: Karlsruher Befindlichkeiten
    "Für das alte Papier, das in Kellern liegt" müssen nun "Zukunftsprojekte" zurückgestellt werden, lamentierte der baden-württembergische Justizminister und FDP-Politiker Ulrich Goll. Ein bemerkenswerter Kommentar über den gescheiterten Versuch, die Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek für 70 Millionen Euro von einem gut bezahlten Auktionator veräußern zu lassen, um das Schloss Salem am Bodensee zu sanieren - und dies alles ohne eine juristische Prüfung der Eigentumsansprüche. Unbestritten ist: was den Markgrafen rechtmäßig zusteht, muss vom Land Baden-Württemberg finanziell abgegolten werden. Vom Land (!), nicht von den Karlsruher Institutionen, denn die Forderungen der wirtschaftlich glücklos agierenden Adelsfamilie ist seit den fünfziger Jahren in den zuständigen Ministerien des Landes Baden-Württemberg bekannt und letztlich immer wieder vertagt worden.
  • Bietigheimer Zeitung, 02.11.06: Ausstellung - Elf Kostbarkeiten
    Scheinbar harmlos liegen sie da, farbig, prachtvoll und leuchtend im Halbdunkel des Raumes. Doch die kostbaren Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe stehen im Mittelpunkt eines seit Wochen andauernden Streits um den möglichen Verkauf eines Teils der wertvollen, rund 3600 Stücke umfassenden Sammlung. Kürzlich machte sich die Politik auf die Suche nach Sponsoren - "und wir zeigen einige der Reichtümer als Dankeschön", sagte Bibliotheksdirektor Peter Michael Ehrle über die kleine Sonderausstellung.
01.11.2006:
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Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Fr 9.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 16.00 Uhr
Do 9.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 18.00 Uhr


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