Badische Landesbibliothek
   


Handschriften-Streit

Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Presseberichte
Zeitraum: 20.09.2006 - 30.09.2006

30.09.2006:
  • n-tv, 30.09.06: "Beispielloser Akt der Barbarei": Oettingers großer Ausverkauf
    In einem offenen Brief im Internet protestieren hunderte Wissenschaftler und Mittelalterforscher aus dem In- und Ausland gegen den geplanten Verkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek. "In einem beispiellosen Akt der Barbarei würde dem Land damit ein zentraler Bestand seines kulturellen Erbes genommen", ...
  • swr.de, 30.09.06: Kanzleramt greift in Streit um Handschriften ein
    Nun greift auch das Kanzleramt in den Streit um den geplanten Verkauf badischer Kulturgüter durch das Land Baden-Württemberg ein. Nach Medienberichten wird geprüft, ob die Bundesregierung ein Exportverbot für die Handschriften beantragen soll. Unterdessen wächst der Protest in der Wissenschaft.
  • Yahoo! Deutschland, 30.09.06: Bundestags-Kulturausschuss berät über Karlsruher Handschriften
    Der Verkauf von mittelalterlichen Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe wird nun auch den Bundestag beschäftigen. Der Vorsitzende des Kultur-Ausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), sagte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel", der Bundestags-Kulturausschuss werde sich mit dem Thema befassen.
  • FAZ, Leserbriefe, 30.09.06: zu "Kuhhandel mit Büchern" von Rose-Marie Gropp, FAZ vom 22.09.06:
    Zerstörung droht
    Dieser Kuhhandel ist grotesk. Er zeugt, wie bereits manch anderer Schritt in der Vergangenheit, von einem mangelnden Gespür der Landesregierung für den auch immateriellen Wert von Kulturgütern und darüber hinaus von einer Mißachtung des Landesteils Baden. Daß der Regierung bewußt ist, auf welch heikles Terrain sie sich begibt, wird daran deutlich, daß diese Pläne unter strikter Geheimhaltung vorangetrieben wurden. ...
    Keine Ausgleichsansprüche
    Der Streit um die Bestände der Badischen Landesbibliothek zeigt, wie wichtig es ist, die juristischen Grundlagenfächer vor weiterer Auszehrung zu bewahren. Die baden-württembergische Landesregierung jedenfalls täte gut daran. Denn rechts- und verfassungsgeschichtlich ist die Frage des Eigentums an den Beständen der ehemaligen Badischen Hofbibliothek leicht zu klären: ...
    Unschätzbarer Verlust
    Die Nachricht, das Haus Baden beabsichtige mit Zustimmung der Landesregierung von Baden-Württemberg, wertvolle mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu verkaufen, hat nicht nur bei Wissenschaftlern und Bibliothekaren Verwirrung und Entsetzen ausgelöst. Der Gedanke, daß im Deutschland des Jahres 2006 unschätzbares Kulturgut von europäischem Rang, das seit Jahrzehnten in staatlicher Obhut und Pflege ist, offensichtlich mit staatlicher Billigung verschleudert wird, ist unvorstellbar. Überdies würde die Realisierung dieses Vorhabens die Badische Landesbibliothek als eine der ältesten und bis heute größten deutschen Regionalbibliotheken ihres wertvollsten Bestandes berauben, um dessen Bewahrung und Erschließung sie sich im Sinne der Allgemeinheit seit vielen Jahren mit großem Engagement und mit Erfolg bemüht.
  • BNN, 30.09.06: Und vor der Zukunft - Protest gegen geplanten Handschriftenverkauf reißt nicht ab
    Demonstrative Rückendeckung erhielt Peter Michael Ehrle, der Direktor der Badischen Landesbibliothek, die (wie mehrfach berichtet) vom Verkauf wichtiger Handschriften im Wert von 70 Millionen Euro bedroht ist, nun bei einer Veranstaltung der Landesvereinigung Baden in Europa.
  • Archivalia, 30.09.06: Keine Alternativen?
  • Archivalia, 30.09.06: Eintragung in die Kulturgutliste von Berlin aus?
  • Archivalia, 30.09.06: English version of the art historians' protest letter to the FAZ
  • Archivalia, 30.09.06: Offener Brief der Marburger Mediävisten: über 2000 Unterschriften gegen die Pläne der Landesregierung BW
  • Stuttgarter Zeitung, 30.09.06: Mit Salem hält sich der Markgraf eine Kleinstadt - Jedes Jahr investiert das Adelshaus Millionen in den Erhalt der Schlossanlage - Künftig soll eine Stiftung den Unterhalt garantieren
    Prinz Bernhard fühlt sich gründlich mißverstanden. Er wird als Kulturignorant beschimpft. Dabei soll der Verkauf der Handschriften allein dazu dienen, das Schloss Salem als Kulturdenkmal zu erhalten. Die Anlage kostet das Adelshaus jedes Jahr Millionen.
  • Stuttgarter Zeitung, 30.09.06: Durch Baden fegt ein Sturm der Entrüstung - In Karlsruhe werden eifrig Unterschriften gesammelt
    Sie tragen grimmige Mienen und dezentes Grün. An der Schulterklappe ihrer Uniform das Wappen "Fidelitas" und in der Hand die Muskete. Im Gemeindesaal der Karlsruher Stephanskirche gibt es an diesem Abend einen Vortrag über die Schönheit und historische Bedeutung der in die Schlagzeilen geratenen Handschriftensammlung.
  • Stuttgarter Zeitung, 30.09.06: Herrlich und unaufzählbar - Sammlung hat viele Preziosen
    Was für eine Pracht! Wenn man in diesem Stundenbuch, einem handgroßen Gebetbuch, nur einmal blättern, über die Buchstaben streichen, doe Farben liebkosen könnte ...
  • BILD, 30.09.06: Streit um Kunstschatz: Fliegt Oettinger aus dem Baden-Verein?
    In Baden braucht sich Ministerpräsident Günther Oettinger (52, CDU) gerade nicht blicken lassen! Sein Plan, kostbare Handschriften für die Sanierung von Schloss Salem zu verscherbeln, hat die Badener Landesvereinigung tief verstimmt.
  • Stuttgarter Zeitung, 30.09.06: "Die Frage sorgfältig erwogen" - Minister verteidigt Verkauf
    Der Handel zwischen Land und Haus Baden erregt gleichermaßen Kunstsachverständige, Badener und die Opposition im Landtag. ...
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 30.09.06: Stiftung begrüßt
    In der Diskussion um den Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek beziehen Professor Hans-Ulrich Rudolf und Landrat Dirk Gaerte für die Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur Stellung. Im Folgenden Auszüge: "Die Gesellschaft Oberschwaben hat mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass die langjährige Rechtsunsicherheit zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Haus Baden um die Eigentumsverhältnisse und die Verantwortung für eine größere Zahl von Kulturgütern beziehungsweise über den Charakter der Zähringerstiftung einvernehmlich und dauerhaft beseitigt worden ist. Insbesondere begrüßt sie, dass eine Stiftung errichtet werden soll, die den Erhalt der ehemaligen Klosteranlage Salem als historisches Baudenkmal dauerhaft sichert. Das Zisterzienserkloster und spätere markgräfliche Schloss Salem ist eines der herausragenden Baudenkmäler des süddeutschen Raumes, dem sich die Aufmerksamkeit der staatlichen Kulturförderung zuwenden muss. Es hieße nun den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, würde der Erfolg durch den Ausverkauf der derzeit in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrten Handschriften erreicht.
  • Hamburger Abendblatt, 30.09.06: Schuldenfrei mit einem Gemälde
    Kulturgut-Verkauf: Macht das baden-württembergische Beispiel Schule? Noch steht in Hamburg nicht zu befürchten, dass Museen Kunstwerke verkaufen müssen. Doch nachgedacht wird darüber schon.
  • Stuttgarter Nachrichten, 30.09.06: Der wahre Sackbahnhof
  • Junge Welt, 30.09.06: Adelshelfer des Tages: Günther Oettinger
    Günther H. Oettinger ist mit einer Modedesignerin verheiratet, mit der er einen achtjährigen Sohn hat. Ist Stuttgart schon keine Weltstadt, kommt der Herr Ministerpräsident aus der Vorstadt. Außerhalb seines Landesvaterberufes widmet er sich aktiv dem Tennis und dem Fußball. Und wenn er dann noch Zeit hat, neigt er seinen »Hobbies« Wandern, Skifahren und dem Besuch von Kinovorstellungen oder Rockkonzerten zu.
29.09.2006:
  • BNN, 29.09.06: Bürger schützen Bücher / Kommentar: Schwer beschädigt
    Im vollbesetzten Stephanssaal informierten sich gestern zahlreiche Menschen über den geplanten Ausverkauf der Handschriftenbestände der Badischen Landesbibliothek (BLB).
  • BNN, 29.09.06: "Schatzkammern des Geistes" vor der Leerung
    Oettingers Vorgaenger Teufel hielt die Karlsruher Zimelien noch für unersetzlich.
    Minister sprechen von Abbau "um gewisse Teile"
  • Focus, 29.09.06: Handschriften-Verkauf: "Dreist und skandalös"
    Die Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, die Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek zu Gunsten des badischen Adelshauses zu versteigern, wird weiter kritisiert. "Dreist, skandalös und Vandalismus, das sind alles Begriffe, die hier passen", sagte die Leiterin der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, Claudia Fabian, am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Auch Dieter Planck, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, wandte sich gegen das Vorhaben, historische Handschriften für die Erhaltung von Schloss Salem am Bodensee zu verkaufen. Seiner Meinung nach kann mit der Veräußerung von Kunstschätzen die Erhaltung historischer Gebäude nicht gewissenhaft finanziert werden.
  • FAZ.NET, 29.09.06: Kulturerbe: Die Handschriften gehören dem Land
    Der drohende Räumungsverkauf der Badischen Landesbibliothek ist allem voran ein Politikum. Aber er ist auch ein Rechtsfall insbesondere deshalb, weil der baden-württembergische Ministerpräsident den Verkauf mit einer Rechtsbehauptung zu verteidigen versucht. Der Verkauf betreffe, so sagt Günther Oettinger, nur Handschriften, die nicht dem Land gehörten, sondern Eigentum des Markgrafen von Baden seien.
    Der Markgraf mache Eigentumsrechte darüber hinaus auch an Kunstwerken in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und anderen Museen des Landes im Wert eines dreistelligen Millionenbetrags geltend, auf die er jedoch verzichten werde, wenn ihm der in der Größenordnung eines zweistelligen Millionenbetrags erhoffte Erlös aus dem Handschriften-Ausverkauf für die Sanierung seines Schlosses Salem überlassen werde. Die Handschriften der Landesbibliothek stünden also gegen die Kunstobjekte in den Museen.
  • Archivalia, 29.09.06: Protestveranstaltung auf der Buchmesse gegen Karlsruher Verkäufe
  • Archivalia, 29.09.06: Enteignung zum Zweck wissenschaftlicher Erfassung
  • Archivalia, 29.09.06: Kritik am Karlsruher Ausverkauf flaut nicht ab
  • Archivalia, 29.09.06: Zähringer-Stiftung
  • Archivalia, 29.09.06: Interview mit Lieselotte E. Saurma zum Casus Karlsruhe
  • Archivalia, 29.09.06: Sozialpflichtigkeit säkularisierten Kirchenguts
  • Stadt Karlsruhe, 29.09.06:
    Gemeinderat: Resolution gegen Kultur-Ausverkauf
    Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig eine interfraktionelle Resolution, in der er sich entschieden gegen den drohenden Verkauf der Handschriften der Badischen Landesbibliothek wendet.
    Festakt zu 200 Jahren Baden / Verkauf von Kulturgut aus der BLB verhindern
    Schon lange als Höhepunkt des Jubiläumsjahres geplant, wurde der Festakt zu 200 Jahren Großherzogtum Baden im Badischen Staatstheater von dem drohenden Verkauf wertvollster mittelalterlicher Handschriften aus der Sammlung der Badischen Landesbibliothek überschattet. Der wird in einem - auch überregionalen - Presseecho sowie in Reaktionen von Parteien, Verbänden und Privatpersonen als Skandal empfunden.
  • Badisches Tagblatt, 29.09.06: Professoren und Kulturrat protestieren
    Professoren und Kunsthistoriker aus aller Welt haben gegen den Verkauf von kulturhistorisch bedeutenden Handschriften des Landes Baden-Württemberg zu Gunsten des badischen Adelshauses protestiert.
  • Badisches Tagblatt, 29.09.06: Verzicht auf alle Rechte - "ein für alle Mal" - Minister Stratthaus und Frankenberg verteidigen Vereinbarungen mit dem Haus Baden / Land verspricht, Spenden zu verdoppeln
    Gleich zwei Kabinettsmitglieder haben gestern vor Journalisten in Stuttgart den millionenschweren Kompromiss der Landesregierung mit dem Haus Baden erläutert: ...
  • Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), 29.09.06: Manuscripts of the Badische Landesbibliothek, Karlsruhe
    It has come to the attention of the Expert Group of European Manuscript Librarians, operating under the auspices of the Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), that the Government of Baden-Württemberg is planning to auction off large parts of the manuscript collection of the Badische Landesbibliothek in Karlsruhe which has been in public custody since the abolition of the Grand Duchy in 1918/19.
  • swr2-journal - Ausgewählte Interviews, 29.09.06: Handschriftenstreit
    Karsten Umlauf im Gespräch mit Prof. Walter Berschin, Universität Heidelberg zum Handschriftenstreit in Baden-Württemberg. Real Audio, 5,48 Minuten, Gesendet am: 29.09.2006
  • Deutschlandradio, 29.09.06: "Ausverkauf der Handschriften wäre Ausverkauf des Kulturstaats"
    Die Leiterin der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, Claudia Fabian, hat den geplanten Verkauf von mittelalterlichen Handschriften im Wert von 70 Millionen Euro aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek scharf kritisiert.
    Warum die Baden-Württemberger Handschriften nicht verkauft werden dürfen ...
  • Stuttgarter Zeitung, Leserbriefe, 29.09.06: "Wie ein Altersruhegeld" - zu: In Karlsruhe droht ein tödlicher Aderlass, 22.9.2006
    Der Streit um die Bestände der Badischen Landesbibliothek zeigt, wie wichtig es ist, die juristischen Grundlagenfächer vor weiteren Auszehrungen zu bewahren. Die baden-württembergische Landesregierung jedenfalls täte gut daran. Denn rechts- und verfassungsgeschichtlich ist die Frage des Eigentums an den Beständen der ehemaligen Badischen Hofbibliothek leicht zu klären.
    "Neid auf Nachbar" zu: Badisches Adelshaus verkauft Kulturerbe, 21.9.2006
    Man kann nur mit Neid nach Bayern schauen. Dort gibt es das "Kulturgut Bibliothek". Bereits im Jahr 1943 wurde die Hofbibliothek des Hauses Thurn und Taxis unter Fideikommissrecht gestellt. Im Jahr 2004 wurde das vom Oberlandesgericht Nürnberg bestätigt. "Der Bücherschatz bleibt bis auf weiteres unter Aufsicht des Staates", erklärte der Justizsprecher. Die baden-württembergische Landesregierung ist jedoch nicht bereit, das Kulturgut Bibliothek als schützenswert anzuerkennen und nimmt billigend in Kauf, dass dem Land wertvolles Kulturgut verloren geht.
    weitere Informationen zu beiden Berichten
  • swr.de, 29.09.06: Kritik innerhalb der CDU an geplantem Handschriftenverkauf - Kulturpolitischer Sprecher der CDU rät Oettinger, Entscheidung zum Verkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek zu überdenken
    Auch in der CDU verstärkt sich die Kritik an der Entscheidung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, Teile der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe auf dem internationalen Kunstmarkt verkaufen zu lassen.
  • swr.de, 29.09.06: Kritik aus der CDU an Handschriften-Verkauf - Die Kritik an dem geplanten Verkauf badischer Kulturgüter durch das Land reißt nicht ab. Hans-Jürgen Vogt, kulturpolitischer Sprecher der CDU im Stadtrat von Karlsruhe und Mitglied im Vorstand der Badischen Bibliotheksgesellschaft, appellierte an Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), die Entscheidung zu überdenken.
    Vogt sagte gegenüber dem SWR, Oettinger solle "noch einmal mit den Fachleuten sprechen, um die Dimensionen zu erkennen."
  • swr.de, 29.09.06: Brisanz des Themas unterschätzt
    Kunst gegen Kunst aufzuwiegen, wertvolle Handschriften wegzugeben um so Kunstschätze zu gewinnen - über diesen Deal mag man sich ärgern. Aber die Landesregierung muss ihn wenigstens durchdenken dürfen in Zeiten knapper Kassen. Ungewöhnliche, unbequeme Lösungswege sind nötig auf dem Weg aus der Schuldenspirale. Und doch hat die Landesregierung in Sachen Handschriften fast alles falsch gemacht, was sie falsch machen konnte.
  • Süddeutsche Zeitung, 29.09.06: Unter Kulturbanausen - Querelen um Handschriften des Hauses Baden dauern an
    Peter Frankenberg sagt, er sei "kein kultureller Banause", auch wenn dies im Moment an verschiedenen Stellen so dargestellt werde. Er habe einen Abschluss in Geschichte vorzuweisen, sich mit dem Mittelalter beschäftigt und in diesem Zusammenhang auch die Archivalien schätzen gelernt.
  • BILD, 29.09.06: Herr Oettinger, sind Sie ein Kunst-Banause? - Der Ministerpräsident will den alten badischen Kunstschatz verscherbeln, damit der Markgraf sein Schloss renovieren kann. Historiker aus aller Welt sind entsetzt
    Im Streit um alte, unersetzliche Kulturgüter schimpfen jetzt nicht nur viele Badener über Ministerpräsident Günther Oettinger (52, CDU). Jetzt gehen sogar renommierte Wissenschaftler, Historiker und Feuilletonisten auf unseren Regierungschef los, nennen ihn Kultur-Banause und Kunst-Kannibale!
  • SWR-Fernsehen, 29.09.06: Kritik innerhalb der CDU an geplantem Handschriftenverkauf - Kulturpolitischer Sprecher der CDU rät Oettinger, Entscheidung zum Verkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek zu überdenken
    Auch in der CDU verstärkt sich die Kritik an der Entscheidung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, Teile der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe auf dem internationalen Kunstmarkt verkaufen zu lassen. Hans-Jürgen Vogt, kulturpolitischer Sprecher derCDU im Stadtrat von Karlsruhe und Mitglied im Vorstand der Badischen Bibliotheksgesellschaft, empfiehlt Oettinger, seine Entscheidung zu überdenken.
    In der Sendung "SWR2 Forum" sagte Vogt, Oettinger solle "noch einmal mit den Fachleuten sprechen, um die Dimensionen zu erkennen." Oettingers Äußerung, über den Handschriftenverkauf werde im Feuilleton der Presse, aber nicht im Wirtschaftsteil berichtet, bezeichnete Hans-Jürgen Vogt als "unter dem Niveau, das Günther Oettinger hat". Seit vierzig Jahren habe die Badische Bibliotheksgesellschaft erfolgreich Gelder von Sponsoren, Stiftern und Mäzenen aus der Wirtschaft für die Handschriftensammlung in der Badischen Bibliotheksgesellschaft eingeworben.
  • Frankfurter Neue Presse, 29.09.06: Ein Akt der Barbarei
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf kulturhistorisch bedeutender Handschriften weiter vorantreiben.
  • Bietigheimer Zeitung, 29.09.06: Das Land hofft auf Rechtsklarheit - Gegen Prozess um Eigentumsrechte an Handschriften und anderen Kunstwerken
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf badischer Kulturgüter weiter vorantreiben. Ziel ist es, durch einen Vergleich mit dem Adelshaus Baden endgültig Rechtsklarheit über das strittige Eigentum der Markgrafenfamilie zu erhalten. Im Streit um den geplanten Verkauf von Handschriften aus dem Bibliotheksgut der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe hat Wissenschaftsminister Peter Frankenberg gestern darauf hingewiesen, dass insgesamt 3600 Handschriften, 2000 Musikskripte und 1300 Frühdrucke auf ihre Verkaufbarkeit geprüft werden sollen.
  • 3sat, 29.09.06: Was ist uns unser kulturelles Erbe wert? - Die Landeskassen sind leer - Kulturgüter stehen vor dem Ausverkauf
    In Stuttgart soll der Verkauf von Kunstwerken aus der Staatsgalerie Geld in die leere Landeskasse spülen. In Krefeld soll mit einem Bild von Claude Monet das Kaiser-Wilhelm-Museum saniert werden. In Karlsruhe will man mit wertvollen Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek den Erhalt der Schlossanlage Salem finanzieren. Drei Städte planen den Ausverkauf. Verschleudert Baden-Württemberg dafür sein kulturelles Tafelsilber? Wissenschaftler und Experten aus aller Welt schlagen Alarm.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 29.09.06: Schloss Salem: Wie man einen Verlust schönredet
    Ganz so diskret lässt sich die Sache offenbar noch nicht abhandeln. Gleich zwei Kabinettsmitglieder mussten am Donnerstag vor Journalisten in Stuttgart den millionenschweren Kunst-Kompromiss der Landesregierung mit dem Haus Baden erläutern: Der eine, Wissenschaftsminister Peter Frankenberg, versprach, der geplante Handschriftenverkauf werde die badische Landesbibliothek weder "in ihrer Existenz noch in ihrer Wissenschaftlichkeit gefährden".
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 29.09.06: "Die Frage einer Alternative stellt sich nicht"
    Handschriften verkaufen und dafür den Bestand von Schloss Salem dauerhaft sichern: Das ist der Vorschlag von Prinz Bernhard von Baden an die baden-württembergische Landesregierung. Während die Kritik an der Landesregierung und vor allem Ministerpäsident Oettinger groß ist, ist der Chef des Adelshauses bisher vom großen Zorn der Experten verschont geblieben. Dennoch muss er jetzt darum kämpfen, dass das Geschäft doch noch zustande kommt. Lautstarke Drohungen nach Stuttgart verkneift er sich dabei.
    Warum sind Sie sich so sicher, dass die Handschriften Ihrer Familie gehören und nicht dem Land Baden-Württemberg?
    Die Eigentumsverhältnisse sind seit sehr langer Zeit ungeklärt. Natürlich habe ich mich durch kompetente Fachleute beraten lassen. Auch das Land ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Rechtsstreit nicht sinnvoll wäre. Meine Familie möchte auf dem Verhandlungsweg gemeinsam mit dem Land eine langfristige und vernünftige Lösung im Interesse beider Partner erreichen.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 29.09.06: Hopp oder Topp
    Das Haus Baden braucht Geld. Und wie jeder Privatmensch, der knapp bei Kasse ist, gibt es für den Markgrafen mehrere Möglichkeiten: Er sucht sich einen Nebenjob oder er geht zur Bank. Adelshäuser, die im Laufe ihrer Geschichte unglaubliche Schätze und Immobilien anhäuften, verfügen über eine dritte Möglichkeit: Sie können ihren kostbaren Hausrat verkaufen. Viele haben dies getan. Der Fürst zu Fürstenberg regelmäßig. Welfen-Nachfahr Ernst August von Hannover versteigerte für 37 Millionen Euro das Inventar von Schloss Marienburg. Auch das Haus Baden will nicht zum ersten Mal Kunst und Kultur versilbern. Erst vor wenigen Jahren kam das Neue Schloss Baden-Baden unter den Hammer. Heute mühen sich kuwaitische Investoren mit dem Umbau zur Wellness-Oase für Betuchte. Nun steht der Verkauf mittelalterlicher Handschriften an, die die Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe beherbergt - als einzigartige Dokumente der Landesgeschichte, was das Geschäft schwierig macht. Denn damit gehören sie eigentlich nicht mehr in die Privatschatulle des Markgrafen, sondern uns allen.
  • Süddeutsche Zeitung, Leserbrief, 29.09.06: Kartoffeln für Oettinger
    Als Günther Oettinger noch CDU-Fraktionschef in Baden-Württemberg war, schlug er vor, den bis heute umstrittenen Begriff der deutschen Leitkultur als "Kultur des Abendlandes in Deutschland" zu definieren. Kein Mensch wird daran zweifeln, dass zu den herausragenden Zeugen dieser Kultur des Abendlandes neben den Domen und Burgen, den Bildern und Skulpturen das überkommene Schriftgut zählt: die illuminierten Bibeln der Mönche, die Codices der Doctores und Prediger, die gesiegelten Verträge der Fürsten. .... weitere Informationen
  • Schwäbische Zeitung online, 29.09.06: Denkmalpfleger: Schloss Salem nicht gegen Kunstschätze ausspielen
    Mit dem Verkauf von Kunstschätzen kann die Erhaltung historischer Gebäude nach Ansicht des obersten Landesdenkmalpflegers Dieter Planck nicht gewissenhaft finanziert werden. "Ich kann die Art und Weise nicht nachvollziehen", sagte der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege am Freitag in einem dpa- Gespräch zur geplanten Versteigerung der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek zu Gunsten des badischen Adelshauses. Auch andere Verantwortliche für Kultur in der Region und Mitarbeiter der Bayerischen Staatsbibliothek sparten nicht mit Kritik.
  • Stuttgarter Zeitung, 29.09.06: "Ergebnis eines komplizierten Abwägungsprozesses" - Finanz- und Wissenschaftsminister erläutern die Gründe für den geplanten Handschriftenverkauf - Klare Besitzverhältnisse
    Der Verkauf von Handschriften aus Karlsruhe soll den Eigentumsstreit zwischen Land und Markgraf endgültig klären und dem Land viele Kunstschätze zuführen. Der Vergleich sichere zudem Schloss Salem, sagt Finanzminister Stratthaus.
  • Schwäbische Zeitung, 29.09.06: Der offene Protestbrief gegen den Verkauf von Handschriften
    Professoren und Kunsthistoriker aus aller Welt haben in einem Offenen Brief gegen den Verkauf von kulturhistorisch bedeutenden Handschriften des Landes Baden- Württemberg zu Gunsten des badischen Adelshauses protestiert. Unterzeichner sind unter anderem Wissenschaftler der US-Elite- Universitäten Harvard, Yale und Princeton.
  • Schwäbische Zeitung, 29.09.06: Kulturgut taugt nicht zum Kuhhandel
    Das Land will in der Handschriftenaffäre an seinem Deal mit dem Haus Baden festhalten. So kompliziert die Sachlage auch sein mag, eine gute Lösung ist das nicht.
  • Sindelfinger Zeitung - Böblinger Zeitung, 29.09.06: Wenn das Schloss zur Hypothek wird: Nicht nur das Haus Baden stöhnt unter der Last
    Ein Schloss, das weiß nicht nur das Haus Baden, wird bei der Renovierung zum Albtraum. Doch nicht alle Adelsfamilien haben die Chance, die Kosten durch den Verkauf von Kunst zu decken. Viele trennen sich von der Immobilie.
  • Eßlinger Zeitung, 29.09.06: Offenbarungseid
    Wie man sich täuschen kann. Noch vor wenigen Tagen konterte Ministerpräsident Günther Oettinger die massive Kritik am geplanten Verkauf wertvoller Handschriften der Badischen Landesbibliothek mit dem süffisanten Hinweis, die Proteste stünden lediglich im Kulturteil der Zeitungen. Inzwischen schlägt dem Stuttgarter Regierungschef geballter Unmut auch aus dem Ausland auf den Titelseiten entgegen. Zu Recht.
  • H-Soz-u-Kult - Historischen Fachinformation, 29.09.06: Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek
    Anfang letzter Woche wurden zufällig und parallel zu den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des Großherzogtums Baden und des Königreichs Württemberg Pläne der baden-württembergischen Landesregierung unter Ministerpräsident Günter Oettinger bekannt, wesentliche Teile der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu veräußern. ...
    Das Land Baden-Württemberg hat diesem merkwürdigen Handel zugestimmt, um sich Rechtssicherheit in einem lange schwelenden Streit zu erkaufen. Anders als im württembergischen Landesteil hat in Baden - so die überraschenderweise übereinstimmende Argumentation von Land und Familie - nie eine rechtsverbindliche Trennung von staatlichem Eigentum und fürstlichem Privatvermögen stattgefunden, so dass seit der Abdankung des Großherzogs 1918 immer wieder Eigentumsansprüche der Familie von Baden auf die in Landesbesitz befindlichen Kunstschätze geltend gemacht wurden. Zu den Kunstschätzen gehören neben den jetzt zum Verkauf stehenden ca. 3.500 Handschriften der Badischen Landesbibliothek noch zahlreiche weitere Kunstwerke in Karlsruher Museen im Gesamtwert von über 300 Millionen Euro.
    Da das Land befürchtet, in einem Rechtsstreit mit der ehemals großherzoglichen Familie zu unterliegen und dann einen wesentlich höheren (finanziellen, nicht kulturellen!) Verlust zu erleiden, hat es diesem Vorschlag zugestimmt und fügt damit Wissenschaft und Kultur in Deutschland einen nicht zu beziffernden Schaden zu. Dieser Schaden wie auch der aus einem solchen Verhalten resultierende Imageschaden für das Land scheint der Regierung aber nicht relevant zu sein gegenüber den möglichen finanziellen Verlusten, die man im Fall eines verlorenen Rechtsstreits zu gewärtigen hätte. Der Ministerpräsident höchstselbst hat diese Position in einem Interview vertreten. ...
  • Hamburger Abendblatt, 29.09.06: Haushaltssanierung durch Verkauf von Kulturgütern? - Baden-Württemberg: Umstrittene Pläne
    Die umstrittenen Pläne, Kulturschätze aus Beständen der öffentlichen Hand zu verkaufen, haben mit der geplanten Aktion des Landes Baden-Württemberg einen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Erst vor einigen Wochen rief der Rechnungshof des Landes auf, Kunstwerke der Staatsgalerie Stuttgart zu veräußern, um die leeren Landeskassen aufzufüllen.
28.09.2006:
  • Die ZEIT, 28.09.06: Handschriften-Verkauf: "Ein skandalöser Plan"
    Der von der baden-württembergischen Landesregierung geplante Verkauf von mittelalterlichen Handschriften der Badischen Landesbibliothek löst inzwischen international Empörung aus.
    ...Die baden-württembergische Landesregierung verteidigte unterdessen den geplanten Verkauf der Handschriften. Der mit dem Markgrafenhaus Baden erzielte Vergleich über bislang ungeklärte Eigentumsverhältnisse sei "vernünftig", sagte Landesfinanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) in Stuttgart. Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) bekräftigte, die Bedeutung der Bibliothek für die Wissenschaft solle nicht geschädigt werden.
    Stratthaus betonte, mit dem Vergleich würde eine seit 1919 schwelende Auseinandersetzung mit dem Adelshaus über ungeklärte Eigentumsverhältnisse "endgültig beigelegt". Das Adelshaus verzichte im Gegenzug auf weitere Kunstgegenstände, die ihm zumindest teilweise eigentlich zustünden. Diese würden "unwiederbringlich in Landesbesitz übergehen". Alternative wäre ein langwieriges Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang. Der Vergleich sei deshalb "gerechtfertigt".
    Frankenberg zufolge sollen die für die badische Landesgeschichte bedeutenden Handschriften nicht verkauft werden. Ziel sei auch, die wissenschaftliche Nutzbarkeit der Bibliothek zu wahren. Eine konkrete Zahl, wie viele Handschriften veräußert werden sollen, nannte der Kunstminister nicht. Mit der Auswahl soll sich eine Projektgruppe befassen. ...
  • Zentralkomitee der deutschen Katholiken, 28.09.06: Ausverkauf von Werken des kulturellen Gedächtnisses stoppen!
    Das Vorhaben des Landes Baden-Württemberg, wertvolle Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu verkaufen, um mit dem Erlös Schloss Salem zu sanieren, dass sich im Besitz der Markgrafen von Baden befindet, hat der kulturpolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, kritisiert.
    "Der geplante Verkauf dieser historischen Sammlung ist ein eklatanter Verstoß gegen den Auftrag der öffentlichen Kulturpolitik, möglichst vielen den Zugang zu diesen Kunstwerken zu ermöglichen, die einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis unseres Landes darstellen," so Sternberg wörtlich. "Das kulturelle Erbe, das die Handschriftensammlung als Fundus europäischen Mönchstums und einzigartiger Werke kirchlicher Kunst und Literatur verkörpert, darf nicht nach jeweiliger Kassenlage zur Disposition gestellt werden. Die Handschriften zeigen in einzigartiger Weise Berührungen der Kunst mit christlichem Glauben.
    Die Klöster haben diese liturgischen, biblischen und anderen religiösen Schriften über Jahrhunderte als ihre größten Schätze gehütet. Jenseits der Frage, inwiefern das Land aufgrund unklarer Eigentumsverhältnisse überhaupt zu einem solchen Schritt berechtigt ist, würde der Verkauf der Handschriftensammlung ein unverzichtbares Gut in alle Winde zerstreuen."
  • Deutscher Kulturrat, 28.09.06: Kulturstaatsminister Neumann soll Handschriften der Badischen Landesbibliothek vor Verkauf retten
    Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, bedauert zutiefst, dass der baden-württembergische Kultur- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg heute Nachmittag in einer Pressekonferenz noch einmal unterstrichen hat, dass das Land Baden-Württemberg an dem Verkauf von Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe festhalten will. Das Argument von Minister Frankenberg, dass die Stücke nicht verkauft werden sollen, die für die badische Landesgeschichte von Bedeutung sind, lässt den Schluss zu, dass offensichtlich besonders die national bedeutsamen Handschriften ohne regionalen Bezug verkauft werden sollen.
  • Deutschlandfunk, Kultur heute, Sendezeit: 28.09.2006, 17:37 Uhr:
    Ausverkauf in Baden (MP3)
  • n-tv, 28.09.06: Trotz internationaler Proteste: BaWü verkauft Kulturgüter
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf badischer Kulturgüter weiter vorantreiben. Ziel sei es, durch einen Vergleich mit dem Adelshaus Baden endgültig Rechtsklarheit über das strittige Eigentum der Markgrafenfamilie zu erhalten, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) am Donnerstag in Stuttgart.
  • Focus, 28.09.06: Baden-Württemberg: Kritik an Kunstverkäufen
    Die umstrittenen Pläne, Kulturschätze aus Beständen der öffentlichen Hand zu verkaufen, haben mit der geplanten Aktion des Landes Baden-Württemberg einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, 28.09.06: Frankenberg: Gewinn an Kulturgütern aus dem Haus Baden - Klare Kriterien für Entscheidung über Verkauf von Handschriften
    Aussagen von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg bei der Pressekonferenz am 28. September 2006: "Wir sind in einem komplizierten Abwägungsprozeß auch aus Sicht der Kunst zu der Ansicht gekommen, dass dieser geplante Vergleich mit dem Haus Baden Rechtssicherheit in Bezug auf so viele Kulturgüter gibt, dass wir ihn anstreben sollten.
    Es ist nicht so, dass wir jetzt Kulturgüter verkaufen, etwa um den Haushalt zu sanieren. Wir wären nie auf die Idee gekommen, diese Kulturgüter zu verkaufen, wenn es nicht diese komplizierten und streitigen Rechtsverhältnisse gäbe. Dies ist also auch kein Bruch mit der Tradition des Landes, unsere Kunst- und Kulturgegenstände zu bewahren. Allerdings ist es in diesem Fall sehr zweideutig, was eigentlich dem Land gehört und was nicht.
    Diese Abwägung mit einem Verlustrisiko, das sehr hoch wäre, wenn es zu Prozessen käme oder zu einem späteren schlechteren Vergleich, hat gezeigt, dass wir dadurch einen eindeutigen Gewinn auch an Kulturgütern haben, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit uns nicht gehören.
    Man muss sehen: wenn das Haus Baden diese Gegenstände wie den Baldung Grien oder die Türkenbeute verkaufen würde, die eindeutig in ihrem Besitz sind, könnten wir nichts daran ändern. Unser Streben ist, diese Kulturgüter zu sichern und auf der anderen Seite einen Verkauf so zu gestalten, dass die Badische Landesbibliothek nicht in ihrer Wissenschaftlichkeit und letztlich in ihrer Existenz gefährdet ist. Bei dem, was abgegeben werden soll, sind möglicherweise auch Gegenstände, die letztlich im Streitfall gar nicht uns gehören, sondern dem Haus Baden. ...
  • FAZ, Leserbrief, Prof. Dr. Jeffrey F. Hamburger, Harvard University, und viele weitere Mitunterzeichner, 28.09.06: Deutschland verschleudert seine Vergangenheit - Amerikanische und britische Kunsthistoriker sind entsetzt: Ein Protest gegen die Pläne der Regierung Oettinger
    Es fehlen uns die Worte, unserer Verwunderung, unserem Schock und Entsetzen Ausdruck zu geben, angesichts der noch immer fast unglaublichen Nachrichten über den skandalösen Plan, den größten Teil der Handschriftenbestände - ungefähr 3500 von insgesamt 4200 Bänden - aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu verkaufen, um es dem Haus von Baden zu erlauben, seine Schulden zu begleichen und seinen letzten Wohnsitz in Salem zu renovieren. ... weitere Informationen zum Leserbrief
  • FAZ, Leserbrief, Professor Dr. Lieselotte E. Saurma, Universität Heidelberg, 28.09.06: Bücher gegen Bilder ... Den Entscheidungsträgern, die dem Verkauf einer solchen Sammlung zustimmen, muß jedoch bewußt sein, was für ein immens wichtiges kulturelles Erbe hier zerstört wird. Es geht unter anderem um Spitzenstücke des Reichenauer Klosters aus der karolingischen und ottonischen Zeit, die Zeugen einer für die damalige Geschichte des Reiches einzigartigen Text-, Schrift- und Buchmalereikultur sind. ... ... weitere Informationen zum Leserbrief
  • Die Zeit, 28.09.06: Markgrafens brauchen Bares - Der merkwürdige Deal mit der Bibliothek des Hauses Baden
    Fidelitas, Treue, heißt die Maxime des Hauses Baden, worauf die Markgrafenn vom Bodensee auf ihrer Homepage voller Stolz verweisen. Mit der Treue gegenüber ihrem Besitz und den daraus erwachsenden Verpflichtungen nimmt es die traditionsreiche Familie allerdings nicht so genau.
  • FAZ.NET, 28.09.06: Handschriften-Verkauf: Deutschland verschleudert seine Vergangenheit
    Der von der baden-württembergischen Landesregierung geplante Verkauf wertvoller Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, um mit dem erhofften Erlös in Höhe von siebzig Millionen Euro die Instandhaltung von Schloß Salem im Besitz der Markgrafen von Baden zu refinanzieren und für die Zukunft durch eine Stiftung zu sichern (siehe Kuhhandel mit Büchern), stößt auf immer schärferen Widerspruch.
    Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat Kritik an seinem Verkaufsschlager zurückgewiesen: "Die Kritik kommt im Kulturteil der Zeitungen, nicht auf den Wirtschaftsseiten." Und sie kommt nun aber noch von anderer Seite, nämlich von dem Kunsthistoriker Jeffrey F. Hamburger, auf Mittelalter spezialisierter Professor in Harvard, und den Mitunterzeichnern eines Briefs an die Herausgeber dieser Zeitung, den wir hier dokumentieren. Die internationale wissenschaftliche Gemeinde, repräsentiert durch Gelehrte amerikanischer und britischer Eliteuniversitäten, ist entsetzt über deutsche Kulturpolitik nach Hausmacherart. ...
  • FAZ.NET, 28.09.06: Handschriften-Ausverkauf: Unsichere Rechtslage?
    Eigentlich wollte Ministerpräsident Oettinger erst zu einem späteren Zeitpunkt die Öffentlichkeit über den Verkauf des "Bibliotheksguts" der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe informieren. ...
    "Ich bin kein Kulturbanause"
    Wissenschaftsminister Frankenberg (CDU) sah sich zunächst genötigt, seine Kompetenz in historiographischen Fragen nachzuweisen und gab über den Titel seiner historischen Examensarbeit ("Frühchristliche Kirche in Köln von der Spätantike bis zum Ende der Merowingerzeit") Auskunft, um dann festzustellen: "Ich bin kein Kulturbanause." Die Minister stellten das Vorhaben noch einmal in aller Gründlichkeit vor: Aus einem Teil der Sammlungen der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe soll "Bibliotheksgut" im Wert von 70 Millionen Euro verkauft werden. Dieses Geld fließt in eine noch zu gründende Stiftung "Schloß Salem", in deren Besitz auch das Schloß selbst übergeht; die markgräfliche Familie hat dort dann noch Wohnrecht. ...
  • FAZ.NET, 28.09.06: Handschriften-Verkauf - Rechtslage prüfen
    Im Streit um den Verkauf der Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe (siehe Kuhhandel mit Büchern) fordern die Oppositionsparteien im baden-württembergischen Landtag nun, die Rechtslage abermals zu prüfen: "Man sollte nichts verkaufen, bevor die genaue Rechtslage nicht bekannt ist. Der Erhalt von Schloß und Kloster Salem darf auch nicht gegen den Verkauf der Handschriften aus der Landesbibliothek ausgespielt werden", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Schmid.
  • FAZ.NET, 28.09.06: Handschriften für Salem - Kuhhandel mit Büchern
    Das Land Baden-Württemberg wird hochbedeutende Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe verkaufen, die auf dem internationalen Kunstmarkt insgesamt siebzig Millionen Euro einbringen sollen. Offiziell gibt es zwar noch immer keine Informationen über die getroffene Auswahl, aber um - ausschließlich mit Handschriften - eine derartig hohe Summe auf dem Kunstmarkt zu erlösen, muß die Schatzkammer ausgeräumt werden.
    Hintergrund der Auseinandersetzung ist die strittige Rechtslage zwischen dem Land und den Markgrafen, die nach wie vor Rechtsansprüche erheben auf kulturelle Güter, deren Gesamtwert, inklusive der Handschriften, auf 250 bis 300 Millionen Euro geschätzt wird. Die Landesregierung scheint ein Risiko darin zu sehen, daß, im denkbaren Fall einer juristischen Entscheidung zugunsten des Hauses Baden, der gesamte Bestand abgezogen werden könne, deshalb heißt der Handel: Dieses Kulturgut geht an das Land Baden-Württemberg über. Die Handschriften und das Schloß Salem (im Besitz der Markgrafen) gehen in eine zu gründende "Stiftung Schloß Salem" ein, um die Erhaltung der Anlage sicherzustellen. Von den durch die Handschriften eingenommenen siebzig Millionen Euro sollen dreißig Millionen die Kosten decken, die das Haus Baden bereits in die Sanierung investiert hat; weitere vierzig Millionen für den zukünftigen Unterhalt Salems bereitstehen.
  • Yahoo-Nachrichten, 28.09.06: Baden-Württemberg wegen Kunstverkäufen im Kreuzfeuer der Kritik
    Die umstrittenen Pläne, Kulturschätze aus Beständen der öffentlichen Hand zu verkäufen, haben mit der geplanten Aktion des Landes Baden-Württemberg einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.
  • Yahoo-Nachrichten, 28.09.06: Empörung in Harvard
    Die baden-württembergische Landesregierung hält trotz scharfer Kritik an dem geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek fest. Landesfinanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) verteidigte den mit dem Markgrafenhaus Baden erzielten Vergleich am Donnerstag als "vernünftig" und "gerechtfertigt".
  • Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, 28.09.06: Grüne werfen Landesregierung mangelndes Verständnis für Kunst und Geschichte vor
    Die Grünen im Landtag haben ihre Kritik am geplanten Verkauf von Bibliotheksgut aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe erneuert. Jürgen Walter, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion: "Trotz aller Erklärungen und trotz aller Versicherungen, dass nur Gegenstände verkauft würden, die für die badische Geschichte nicht von Bedeutung sind, bleibt die Tatsache, dass das Land wertvolle Handschriften verkaufen will, die mit der Geschichte der Badischen Landesbibliothek verbunden sind. De facto rechnet die Landesregierung Kunst gegen Kunst auf, indem es durch den Verkauf von Kunst andere Kunstgegenstände für das Land sichern will. Dies ist ein Zeugnis mangelnden Verständnisses für Kunst und Geschichte. Letzteres kann man von einem Ministerpräsidenten aber auch nicht erwarten, der den Kulturteil von Zeitungen für zweitrangig erachtet. Die Ausgaben für den nächsten Kunstkongress kann sich Oettinger sparen."
    Die Grünen meldeten zudem Zweifel an, ob die Stiftungskonstruktion zur Erhaltung von Schloss Salem tragen wird. "Um ein angemessenen Preis am Markt zu erzielen, müsste der Verkauf des Bibliothekguts über viele, viele Jahre gestreckt werden. Das Stiftungskapital ist aber zeitnah erforderlich", so Walter. "Es ist völlig unklar, wer die Kosten in den Jahren dazwischen übernimmt." ...
  • SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, 28.09.06: Pressemitteilung vom 28.09.2006 - - Handschriftenverkauf: Dürftiger Rechtfertigungsversuch der Landesregierung
    MdL Nils Schmid: "Die Regierung präsentiert sich eher als willfähriger Diener des Hochadels, statt selbstbewusst die Landesinteressen zu vertreten"
    Als "völlig gescheitert" bezeichnet der stv. Vorsitzende der SPD-Landtagfraktion, Nils Schmid, den heutigen Versuch der Landesregierung, ihren Deal mit dem Haus Baden zu rechtfertigen. Der Auftritt der Minister Frankenberg und Stratthaus vor der Landespresse habe vielmehr die Kritiker des Handschriftenverkaufs eher noch in ihren Befürchtungen bestärkt, so der SPD-Finanzexperte. Mit ihren teils widersprüchlichen, teils beschwichtigenden Äußerungen hätten die beiden Minister unfreiwillig gezeigt, dass das Vorgehen der Landesregierung bei dem geplanten Verkauf wertvollster Handschriften mehr durch Konfusion als durch klare Planung und Interessenabwägung bestimmt ist.
  • swr2-journal - Ausgewählte Interviews, 28.09.06: Lotta continua - Weshalb die Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe nicht verkauft werden darf
    Karsten Umlauf im Gespräch mit Prof. Reinhard Mußgnug, Verfassungshistoriker, Universität Heidelberg. Real-Audio: Länge 5,14 min. Gesendet am: 28.09.2006
  • Die Welt, 28.09.06: Handschriften-Streit: Regierung will auf jeden Fall verkaufen
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf kulturhistorisch bedeutender Handschriften weiter vorantreiben. Ziel sei es, durch einen Vergleich mit dem Adelshaus Baden endgültig Rechtsklarheit über das strittige Eigentum der Markgrafenfamilie zu erhalten, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU). Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) erklärte, dass vor allem das Bibliotheksgut der Badischen Landesbibliothek auf verkäufliche Gegenstände überprüft werden solle. Dazu gehören 3600 Handschriften, 2000 Musikskripte und 1300 Frühdrucke. Die Kritik am geplanten Verkauf von Handschriften nahm unterdessen weiter zu.
  • BNN, 28.09.06: Nie mehr gutzumachen - Hans Belting zum geplanten Handschriftenverkauf
  • BNN, 28.09.06: Ruf des Landes nimmt Schaden - Landesregierung will heute ihre Verkaufspläne erläutern
  • ka-news, 28.09.06: Badisches Kulturgut: Land will Verkauf weiter voran treiben
    Auf einer Pressekonferenz im Stuttgarter Landtag informierten am Mittwochmittag Finanzminister Gerhard Stratthaus und Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg (beide CDU) über den derzeitigen Stand in der Diskussion um die Zukunft wertvoller Kulturgüter aus dem Haus Baden. Das Land will trotz internationaler Proteste den Verkauf weiter vorantreiben.
  • DBV, 28.09.06: DBV-Vorsitzende fordert: Kein Verkauf der Handschriften und Drucke der Badischen Landesbibliothek
  • Deutschlandradio, 28.09.06: Gelehrte aus aller Welt protestieren gegen Handschriften-Verkauf
    Macht sich das Land Baden-Württemberg der Barbarei schuldig? Ja, finden Wissenschaftler aus aller Welt, die in einem Brief an die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gegen den geplanten Verkauf wertvoller Handschriften protestieren.
  • Deutschlandradio, 28.09.06: Handschriften-Verkauf in Karlsruhe
    Ungeachtet der Rechts-Situation, ob das Haus Baden überhaupt Anspruch darauf hat, denn die Sammlung wird seit 1918 von Deutschland gepflegt, erforscht und ausgestellt, handelt es sich nicht nur um einige hundert Kilo altes, bemaltes Papier, sondern um kostbarste Manuskripte, Inkunabeln, Graduale und Evangelistare aus ottonischer und karolingischer Zeit. Also nicht nur um alte Bücher, sondern herausragende Kunstwerke mittelalterlicher Buchillustration. Nur scheint das in der Landesregierung niemanden zu kümmern, im Gegenteil. Der Ministerpräsident und sein Kultusminister, der früherer Rektor der Universität Mannheim sind von einer kulturellen Ignoranz, die man dem Land, das Lothar Späth zu kulturell-musealer Blüte führte, nicht glauben mag. Günther Oettinger meint, das sei lediglich ein Thema fürs Feuilleton.
  • Manuscripta Mediaevalia, 28.09.06: Aktuelles
    Der von der Landesregierung Baden-Württemberg geplante Verkauf von mittelalterlichen Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe löst inzwischen international Empörung aus. Die Redaktion von Manuscripta Mediaevalia teilt die Besorgnis um die Bewahrung dieses bedeutenden nationalen Kulturgutes und weist auf die Diskussionsliste DISKUS hin, die in den letzten Tagen zum Forum des Protests geworden ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat für die Erschließung und Katalogisierung der Schriften in Karlsruhe bisher 1,5 Millionen Euro investiert. Beachten Sie auch die aktuelle Pressemitteilung der DFG sowie die laufende Debatte in den Medien.
  • Schwäbisches Tagblatt, 28.09.06: Handschriftenverkauf: Oettinger unter Druck
    Die baden-württembergische Landesregierung will durch Verkäufe aus der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe Altlasten in Millionenhöhe aus der Sanierung des Schlosses Salem am Bodensee und dessen künftige Erhaltung finanzieren. Die Regierung rechnet mit 70 Millionen Euro Einnahmen. Bislang hat Ministerpräsident Günther Oettinger die Pläne verteidigt. Doch der Wind weht ihm scharf ins Gesicht. Erzürnt kritisieren Politiker und Fachleute das Vorhaben.
  • Badische Heimat/ Landeskunde online / ZUM Internet, 28.09.06: Kulturgut vor dem Ausverkauf - Minister beschwichtigen
    Das Land Baden-Württemberg strebt weiterhin den Verkauf von wesentlichen Teilen der badischen Handschriftensammlung an, um den Ausgleich mit dem Haus Baden zu ermöglichen. Dies erklärten Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und Finanzminister Gerhard Stratthaus vor der Presse in Stuttgart.
  • Archivalia, 28.09.06: Kritik an Landesregierung reisst nicht ab
  • Archivalia, 28.09.06: Mußgnug: Handschriften gehören dem Land
  • Archivalia, 28.09.06: Sollen nur 70 Handschriften verkauft werden?
  • Kunstmarkt.com, 28.09.06: Ausverkauf in Karlsruhe?
    Auf großen Protest seitens Politikern und Kulturverbänden ist die geplante Veräußerung von Beständen der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe durch das Land Baden-Württemberg gestoßen. "Wenn Kulturgüter verhökert werden, um öffentliche Haushalte zu sanieren, ist das der Kulturnation Deutschland nicht würdig", sagte der Kulturexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto. ...
    Diese Frage beschäftigt die Experten akut schon seit dem Ende der Monarchie 1918, im Grunde aber bereits seit der Säkularisation geistlicher Fürstentümer und Klöster seit 1803. Sie läuft auf darauf hinaus, ob schon damals die Handschriften ins Privateigentum der Familie wanderten oder dem Staat als Institution zufielen. Zahlreiche Gutachtungen und Regelungen führten bis heute zu keiner Klarheit. Für den heutigen Prozess ist es nicht ohne Zündstoff, dass die Verwahrung und Erschließung der Bestände bisher mit entsprechend hohen Kosten durch die öffentliche Hand geschah.
  • MVregio, 28.09.06: Internationaler Protest gegen geplanten Handschriften-Verkauf
    Der von der baden-württembergischen Landesregierung geplante Verkauf von mittelalterlichen Handschriften der Badischen Landesbibliothek löst inzwischen international Empörung aus. Zahlreiche Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien protestierten in einem Brief an die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gegen die Veräußerungsabsichten von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). In dem Schreiben heißt es, die Handschriftensammlung repräsentiere in vielerlei Hinsicht einen "unvergleichlichen Nachweis und ein Repositorium von mehr als tausend Jahren europäischen Mönchstums und europäischer Geschichte".
  • swr.de, 28.09.06: Land rechtfertigt Handschriften-Verkauf
    Das Land Baden-Württemberg will trotz internationaler Proteste den Verkauf badischer Kulturgüter weiter vorantreiben, so Finanzminister Gerhard Statthaus (CDU). Eine grundsätzlich mögliche gerichtliche Klärung des Eigentumsstreits lehnt das Land ab.
  • SWR-Pressestelle, 28.09.06: Prof. Mußgnug in SWR2: Großherzogliches Eigentum gehört Baden-Württemberg
    Der Heidelberger Professor für Verfassungsgeschichte Reinhard Mußgnug rät dem Land Baden-Württemberg, im Streit um die Karlsruher Handschriften gegen die Markgrafen von Baden zu prozessieren, da die Handschriften, ebenso wie andere Besitztümer des früheren Herrscherhauses, inzwischen dem Land Baden-Württemberg gehörten. "Nach meiner Überzeugung sind die Gegenstände, um die es jetzt geht, ohnehin Eigentum des Landes Baden-Württemberg", erklärte Mußgnug dem SWR2-Journal (Südwestrundfunk). Im 19. Jahrhundert habe das sogenannte Fürstenrecht gegolten, wonach der Großherzog Güter, die aufgrund seines Amtes sein Eigentum waren, nicht veräußern durfte, sondern sie in vollem Umfang an die nächste Dynastie abzutreten hatte. Mit dem Ende der Monarchie sei das Eigentum auf den neuen Souverän, das Volk von Baden, übergegangen, argumentierte Mußgnug im Südwestrundfunk.
    Das SWR2-Interview mit Prof. Mußgnug ist nachzuhören im Internet ...
  • Stuttgarter Nachrichten, 28.09.06: Trotz Protesten - Land will Kulturgüter verkaufen
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf badischer Kulturgüter weiter vorantreiben. Ziel sei es, durch einen Vergleich mit dem Adelshaus Baden endgültig Rechtsklarheit über das strittige Eigentum der Markgrafenfamilie zu erhalten, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) am Donnerstag in Stuttgart.
  • Stuttgarter Zeitung, 28.09.06: Die grausame Wahl zwischen Pest und Cholera - Die Landesregierung kommt beim geplanten Verkauf kostbarer mittelalterlicher Handschriften aus Karlsruhe nicht aus der Defensive
    Groß ist die Empörung über den Verkauf kostbarer Handschriften aus dem Mittelalter, schon die zweite Woche wälzt sie sich übers Land. Von Ausverkauf des Kulturerbes geht die Kunde, von Banausentum und Barbarei. Die Landesregierung aber findet nicht aus der Defensive.
  • SWR2 Forum, 28.09.06, 17.05 Uhr: Mein Erbe, mein Schloss, meine Verantwortung - "Barbarei", "Ausverkauf der Landesbibliothek" - in der Kulturwelt hat ein Plan Entrüstung ausgelöst, den Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger ausgerechnet beim Festakt zum 200. Jahrestag der Erhebung Badens zum Großherzogtum vorstellte.
  • Pforzheimer Zeitung, 28.09.06: Eigentumsfrage an den Handschriften in Karlsruhe ungeklärt - Anhaltende Proteste gegen Verkauf von Kulturgütern
  • Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V., 28.09.06: Zum drohenden Verkauf Karlsruher Handschriften
    ... der Verband Deutscher Kunsthistoriker protestiert aufs Schärfste gegen den Plan der baden-württembergischen Landesregierung, kostbare Handschriften aus der Landesbibliothek Karlsruhe zu verkaufen, um mit dem erhofften Erlös das großherzogliche Haus Baden zu entschulden und zugleich damit den denkmalpflegerischen Erhalt des ehemaligen Zisterzienserklosters Salem zu sichern, das seit 1802 dem Haus Baden gehört und weiterhin als Wohnsitz dienen soll. ...
  • Börsenblatt, 28.09.06: Verkauf von Handschriften geplant - Die Badische Landesbibliothek plant zur Deckung einer fehlenden Finanzierung des Hauses Baden den Verkauf der Handschriften des Fürstenhauses.
    Der Deutsche Bibliotheksverband äußert in einer Pressemitteilung sein Entsetzen darüber. "Der Verkauf hochwertiger Kulturgüter, die seit Generationen in öffentlicher Obhut und im öffentlichen Bewusstsein sind, darf in einem wohlhabenden Kulturland nicht möglich sein."
  • Die neue Eopche, 28.09.06: Geplanter Verkauf von Handschriften sorgt für Wirbel - Wissenschaftler protestieren gegen den Plan - Erlös bis zu 70 Millionen Euro erwartet
    Der geplanten Verkauf wertvoller mittelalterlicher Handschriften in Baden-Württemberg sorgt für Wirbel. Finanzminister Gerhard Stratthaus und Kunstminister Peter Frankenberg verwiesen am Donnerstag in Stuttgart darauf, dass durch einen angestrebten Vergleich mit dem Adelshaus Baden Rechtsklarheit über die unklaren Eigentumsverhältnisse von Kulturgegenständen geschaffen werden solle.
  • Rhein-Neckar-Zeitung, 28.09.06: Baden-Württemberg will Kulturgüter trotz Protesten verkaufen
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf kulturhistorisch bedeutender Handschriften weiter vorantreiben.
  • Heilbronner Stimme, 28.09.06: Streit um Kulturgut aus dem Keller
    Die Landesregierung will wertvolle Handschriften im Wert von 70 Millionen Euro zum Verkauf freigeben und damit dem Haus Baden das Geld für die Sanierung des Familienstammsitzes Schloss Salem am Bodensee verschaffen. Der geplante Deal sorgt für heftigste Proteste in der Fachwelt. ... Die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer spricht von "einer kulturpolitischen Schande", ihr Grünen-Kollege Jürgen Walter fürchtet um einen "wichtigen Teil des öffentlichen historischen und kulturellen Gedächtnisses".
    Dieses vermeintliche Gedächtnis lagert seit Jahrzehnten in den Arsenalen der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, nicht zugänglich für die Öffentlichkeit. Im Jahr beschäftigen sich rund 100 einschlägig Interessierte mit den rund 3600 Handschriften, darunter das Stundenbuch des Markgrafen Christoph I. von Baden von 1490 oder das 800 Jahre alte Evangelistar aus St. Peter. Niemand kennt den Wert der reich illustrierten Einzelstücke, die Besitzverhältnisse sind seit Jahrzehnten zwischen dem Fürstenhaus und dem Land strittig.
    In monatelangen Geheimverhandlungen haben Vertreter des Finanzministeriums und des Hauses Baden einen komplizierten Millionendeal vorbereitet. "Weniger als hundert" Handschriften sollen zum Verkauf freigegeben werden und 70 Millionen Euro einbringen. Das Geld bekäme das Fürstenhaus, um damit Schloss Salem zu sanieren. Im Gegenzug verzichtet das Haus Baden auf alle strittig gestellten Ansprüche, die das Finanzministerium auf 300 Millionen beziffert. Ein Gutachter sieht die größeren Risiken beim Land. ...
  • Frankfurter Rundschau, 28.09.06: Internationale Proteste: Baden-Württemberg will Kulturgüter verkaufen
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf badischer Kulturgüter weiter vorantreiben. Ziel sei es, durch einen Vergleich mit dem Adelshaus Baden endgültig Rechtsklarheit über das strittige Eigentum der Markgrafenfamilie zu erhalten, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) in Stuttgart.
  • f.-a.net, 28.09.06: Kulturrat hält geplanten Handschriften-Verkauf für "Skandal" -
    Der Deutsche Kulturrat bewertet das Festhalten der baden-württembergischen Landesregierung an dem geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften als "Skandal". Es sei unglaublich, dass sich ein Kunstminister eines Landes hinter einen solchen Vorgang stelle, sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp in Berlin.
  • Die Rheinpfalz, 28.09.06: Kultur hat man oder man hat sie nicht - Das unwürdige Geschacher um das Erbe des Markgrafenhauses Baden
    Um mindestens 70 Millionen Euro geht es bei einer umstrittenen Vereinbarung, die das Land Baden-Württember offenbar mit dem Markgrafenhaus Baden eingehen will: Das Adelshaus fordert die Summe für den Erhalt des Schlosses und ehemaligen Klosters Salem.
27.09.2006:
  • BNN-Bericht, 27.09.06: Der neue Eigentümer kann alles tun, was er will -
    Der Direktor der Badischen Landesbibliothek zum geplanten Verkauf der Karlsruher Handschriften
  • BNN, 27.09.06: Die Meinung der Leser
    Groß ist die Empörung darüber, dass wertvolle Bücher und Schriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe unter den Hammer kommen sollen, um dem Haus Baden die Summe von 70 Millionen Euro zukommen zu lassen. Die Kulturgüter müssten im Land bleiben, lautet die Forderung.
  • Neue Zürcher Zeitung, 27.09.06: Banausen in Baden - Handschriften-Ausverkauf in Karlsruhe
    Üble Kunde ergeht aus Baden-Württemberg. Ein schwerer Fall von regierungsamtlicher Banausie sucht zurzeit das Land heim. Zum Entsetzen von Bibliothekaren, Historikern, Liebhabern und Bürgern hat sich der Ministerpräsident mit dem Erbprinzen von Baden darauf geeinigt, die einzigartige Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu verscherbeln.
  • Basler Zeitung, 27.09.06: Gelehrte protestieren gegen Handschriften-Verkauf - Wissenschaftler aus aller Welt haben in einem Brief an die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gegen den geplanten Verkauf wertvoller Handschriften durch das Land Baden-Württemberg zu Gunsten des badischen Adelshauses protestiert. Der Verkauf sei ein Akt der Barbarei, wie er Bibliotheken sonst nur in Kriegszeiten widerfahre, heisst es in dem in der Donnerstag- Ausgabe der "FAZ" veröffentlichten Schreiben von 19 Professoren und Kunsthistorikern.
  • DFG, 27.09.06: DFG zum Verkauf mittelalterlicher Handschriften - Das Land Baden-Württemberg plant im Rahmen eines Vergleichs den Verkauf großer Teile des Handschriftenbestandes der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Bei diesen Schriften handelt es sich um fünf Prozent des gesamten deutschen Bestandes dieser einmaligen Schriftquellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Erschließung und Katalogisierung der Handschriften mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert und erwartet daher, dass diese Bestände dauerhaft für die Wissenschaft und Forschung zugänglich bleiben.
  • FAZ, 27.09.06: Beutekunst - Wem gehören die Handschriften in Karlsruhe?
    Im Streit über den Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek lautet die juristische Frage: Wer ist Eigentümer der Handschriften - das Land oder das markgräfliche Herrscherhaus Baden? ... weitere Informationen zum Artikel
  • ka-news.de, 27.09.06: Gemeinderat verabschiedet Resolution
    Der geplante Verkauf wertvoller Handschriften zu Gunsten des Hauses Baden hat einen regelrechten Entrüstungssturm ausgelöst.
  • Badisches Tagblatt, 27.09.06: Verzwicktes Eigentumsverhältnis - Seit 1919 werden immer neue Rechtsgutachten zum Haus Baden erstellt
    Das Land Baden-Württemberg will mit dem geplanten Verkauf von Handschriften - neben dem Sanierungszuschuss für das Haus Baden - zugleich einen Schlussstrich unter die ungeklärten Eigentumsverhältnisse über ehemals badische Kulturgüter ziehen.
  • Badische Zeitung, 27.09.06: Darf das Land die Handschriften verkaufen?
    Pro: Ein guter Geschichtsunterricht ist für die Ausbildung eines historischen Bewusstseins wichtiger als eine Handschrift im Tresor.
    Contra: Was da preisgegeben wird, ist unersetzlich. Ein empörendes Beispiel auf eine öffentliche Sammlung.
  • Archivalia, 27.09.06: Christus war kein Badener
  • ARBEITSGRUPPE HANDSCHRIFTEN DES BBS (BBS, Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz), 27.09.06:
    Betrifft Abgabe von Kulturgut an Zahlungsstatt durch das Land Baden-Württemberg an die Fürstenfamilie Baden ... weitere Informationen
  • Heilbronner Stimme, 27.09.06: Proteste gegen Verkauf von Handschriften
    Politiker und Kulturverbände haben mit Nachdruck gegen den geplanten Verkauf wertvoller Handschriften durch das Land Baden-Württemberg zu Gunsten des badischen Adelshauses protestiert. ...
    Der Deutsche Kulturrat forderte einen Stopp des "Raubbaus in Museen und Bibliotheken". Geschäftsführer Olaf Zimmermann verwies auf den Vorschlag des Landesrechnungshofs Baden-Württemberg zum maßvollen Abbau der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart. Diese Beispiele belegten: "Das Verkaufen von öffentlichem Kulturgut wird rasend schnell salonfähig". Auch der Verband deutscher Schriftsteller zeigte sich entsetzt über die Pläne. "Eine Versteigerung der Handschriften würde eine Geringschätzung unserer kulturellen, literarischen und auch sprachlichen Wurzeln bedeuten", heißt es in einer Mitteilung. ...
  • Gesprächsrunde auf die Insel Reichenau, 27.09.06: Pressemitteilung
    Zum traditionellen Gedankenaustausch mit allen Rathauschefs seines Wahlkreises und Landrat Frank Hämmerle traf sich der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann diesmal auf der Insel Reichenau.
26.09.2006:
  • BNN-Bericht, 26.09.06: Geplanter Handschriften-Verkauf zieht Kreise - SPD bezweifelt Rechtmäßigkeit / Unterstützung für die Badische Landesbibliothek von allen Seiten
  • FAZ, Leserbrief von Prof. Dr. A. Raffelt, Freiburg, 26.09.06: Jahrtausendschaden
  • BILD, 26.09.06: ER zofft mit dem Markgraf von Baden
    Bei diesem Deal bluten nicht nur die Herzen der Badener!
  • Nils Schmid, MdL, 26.09.06: ER zofft mit dem Markgraf von Baden - Bei diesem Deal bluten nicht nur die Herzen der Badener!
    Das Land will kostbare, jahrhundertealte Handschriften (u.a. Gebetbücher) aus der Landesbibliothek in Karlsruhe zugunsten der badischen Adelsfamilie (Max Markgraf von Baden) verkaufen. Das soll 70 Millionen Euro für die Sanierung von Schloss Salem bringen.
  • n-tv, 26.09.06: Millionen für alte Handschriften - Ausverkauf in BaWü
    Politiker und Kulturverbände haben mit Nachdruck gegen den geplanten Verkauf wertvoller Handschriften durch das Land Baden-Württemberg zu Gunsten des badischen Adelshauses protestiert.
  • Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 14/343, 14. Wahlperiode: Sicherung der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek (PDF). Antrag der Fraktion GRÜNE und Stellungnahme des Finanzministeriums. Eingegangen: 26.09.2006 / Ausgegeben: 01.12.2006
    Antrag
    Der Landtag wolle beschließen,
    die Landesregierung zu ersuchen
    I. zu berichten,
    1. welche Teile der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe dem Markgrafen von Baden zugesprochen und durch diesen verkauft werden sollen und welcher Erlös erwartet wird;
    2. ob die Landesregierung die Auffassung teilt, dass die Handschriftensammlung seit der Säkularisation im staatlichen Besitz ist und damit das Land Baden-Württemberg in der Rechtsnachfolge des Großherzogtums Baden Eigentümer der Handschriftensammlung ist und falls ja, wie die Landesregierung den Verkauf durch den Markgraf von Baden vor diesem Hintergrund rechtfertigt;
    3. in welcher Höhe das Land die Restaurierung der Handschriften finanziell unterstützt hat;
    4. in welcher Höhe die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Katalogisierung der Handschriften finanziell unterstützt hat;
    5. ob und wie sichergestellt ist, dass nach dem Verkauf der Handschriften diese in ihrer Gesamtheit der Öffentlichkeit zum Zwecke der Forschung und Ausstellung weiterhin voll zur Verfügung stehen; ...
  • Baden Online, 26.09.06: Handschriftenverkauf wird Kulturkampf - Scharfe Kritik von Schriftstellern, Bibliothekaren und Politikern zum Deal mit dem Haus Baden
    Die Markgrafen von Baden wollen einen Teil der Handschriften der Landesbibliothek Karlsruhe verkaufen und sind mit der Landesregierung in Stuttgart einen Deal eingegangen (wir berichteten). Jetzt hagelt es Kritik von allen Seiten.
  • INETBIB, 26.09.06: DBV-Vorsitzende fordert: Kein Verkauf der Handschriften und Drucke der Badischen Landesbibliothek
    Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. ist entsetzt, dass die Landesregierung von Baden-Württemberg plant, einem Verkauf der Handschriften des Hauses Baden, die den wertvollsten Bestand der Badischen Landesbibliothek bilden, auf dem freien Markt zur Deckung einer fehlenden Finanzierung des Fürstenhauses zuzustimmen.
    Der Verkauf hochwertiger Kulturgüter, die seit Generationen in öffentlicher Obhut und im öffentlichen Bewusstsein sind, darf in einem wohlhabenden Kulturland nicht möglich sein.? Diesem Zitat aus der Erklärung der Badischen Bibliotheksgesellschaft, die erhebliche Spenden zum Erhalt und zur Pflege der wertvollen Bestände der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe aufgebracht haben, schließt sich der Deutsche Bibliotheksverband e.V. vollständig an. Ein Land wie Baden-Württemberg, das sich immer wieder zur föderalen Struktur in der Kultur bekannt hat, muss jetzt auch aus seinen eigenen Mitteln den Ausverkauf dieses wertvollen Kulturguts verhindern und die Bestände für die Landesbibliothek Karlsruhe sichern. ...
  • Archivalia, 26.09.06: Loss of Karlsruhe manuscripts
  • FDP-Bundestagsfraktion, Berlin, 26.09.06: OTTO: Wir dürfen unser kulturelles Gedächtnis nicht verhökern und Hans Jürgen Otto, 26.09.06: OTTO: Wir dürfen unser kulturelles Gedächtnis nicht verhökern. Museen und Bibliotheken sind unser kulturelles Gedächtnis. Sie sammeln und erforschen die Zeugnisse der Vergangenheit und bewahren diese für zukünftige Generationen.
  • Verband deutscher Schriftsteller (VS), 26.09.2006: Presseinformation
    Der Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, Imre Török, und der VS Baden-Württemberg fordern Ministerpräsident Oettinger dringend auf, die geplante Veräußerung der wertvollen Handschriften der Badischen Landesbibliothek zu verhindern. Der VS-Landesvorsitzende, Josef Hoben, und der Vorstand sind entsetzt über diese Pläne.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 26.09.06: Eine "Baden-Klausel" soll Kunstschätze retten
    Dass der beabsichtige Verkauf von Altpapier solche Reaktionen hervorrufen würde, hat Landesvater Günther Oettinger offenbar nicht erwartet: Die geplante Überlassung von rund 3500 teils einmaligen Handschriften der Badischen Landesbibliothek an das Adelshaus Baden zur Versteigerung hat bundesweit Proteste ausgelöst.
  • Bayerischer Rundfunk, 26.09.06: Kulturerbe vor dem Ausverkauf? - Baden-Württembergs markgräfliche Familie will mittelalterliche Handschriften auf den Markt bringen" (MP3)
    Gespräch mit dem Kunsthistoriker Dr. Norbert Ott
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 26.09.06: Schloss Salem - Kulturkampf um Handschriften und ein Schloss. Es sollte so geräuschlos wie möglich über die Bühne gehen. Die Fachbeamten des Finanz- und des Staatsministeriums hatten mit dem Haus Baden die vermeintliche Quadratur des Kreises ausgehandelt ...
  • ka-news.de, 26.09.06: Geplanter Kulturverkauf erhitzt Gemüter
    Wenn beim Festakt "200 Jahre Baden" diskutiert wird, muss es auch danach weiter gehen. Das meinen zumindest einige Politiker der Region, die nicht mit dem Verkauf badischen Kulturguts in Form mittelalterlicher Schriften einverstanden sind.
  • ka-news.de, 26.09.06: Binder lehnt Kulturgüterverkauf ab - Die Linke ist dagegen
    ... Binder sieht keinen Zusammenhang zwischem öffentlichem Eigentum wie den Schriften und der finanziellen Situation des ehemaligen Hauses Baden. Zudem lehnt sie die "Baden-Klausel" ab, die für die badische Geschichte wichtige Dokumente vom Verkauf ausnimmt. Dies sei ein schlechter Kompromiss, denn die betroffenen Kulturgüter spiegelten die Geschichte von Gesellschaften, nicht aber die von Einzelpersonen wieder. Die Abgeordnete der Linken befürchten ebenso wie Grüne und SPD, dass die Dokumente mit einem Verkauf der Öffentlichkeit entzogen werden. ...
  • Karin Binder, Mitglied des Deutschen Bundestags, Die Linke, 26.09.06: PE: Kulturerbe nicht verkaufen
    Anlässlich des geplanten Verkaufs von historischen Handschriften aus der Landesbibliothek in Karlsruhe erklärt Karin Binder, Karlsruher Bundestagsabgeordnete der Linken: Die Überlassung von rund 3.500 teils einmaligen Handschriften der Badischen Landesbibliothek im Wert von ca. 70 Millionen Euro an den in Finanznot geratenen ehemaligen Prinz von Baden löst bei mir vollkommenes Unverständnis aus.
  • Landesvereinigung Baden in Europa e. V., 26.09.06: Landesvereinigung Baden in Europa sammelt weiter Unterschriften gegen Kulturbarbarei - Bei Vortragsveranstaltung am Donnerstag einige Exemplare der wertvollen Handschriften zu sehen / Am Samstag Stand auf Karlsruher Marktplatz
    Die Landesvereinigung Baden in Europa sammelt Unterschriften gegen den Versuch, in einem barbarischen Akt wertvolle Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek zu verscherbeln, um die Rettung des Klosters Salem zu gewährleisten. Erste große Erfolge hat sie bei einem Stand während des Festaktes zum Jubiläum "200 Jahre Gründung Großherzogtum Baden" erzielt. Seither steht das Telefon des Landesvereinigungs-Vorsitzenden, Prof. Robert Mürb, nicht mehr still. Ungezählte Anrufer erkundigen sich, wo und wann sie unterschreiben können. Nächste Gelegenheit,
  • Der Tagesspiegel, 26.09.06: Kulturrat empört sich über "eine Art Räumungsverkauf" - Der von der baden-württembergischen Landesregierung erwogene Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek stößt inzwischen bundesweit auf Kritik.
  • Badisches Tagblatt, 26.09.06: Kunstdeal: Bundesweit Empörung - SPD: Besitzverhältnisse im Handschriften-Streit klären lassen / Deutscher Bibliotheksverband "entsetzt"
    Im Streit um einen möglichen Verkauf von Kunstschätzen zu Gunsten des badischen Adelshauses will die SPD die unklaren Besitzverhältnisse der Handschriftensammlung rechtlich prüfen lassen.
  • Badisches Tagblatt, 26.09.06: Land hält an Handschriftenverkauf fest - Minister Stratthaus: Klarheit über Eigentum der Markgrafenfamilie angestrebt
    Trotz internationaler Proteste will das Land Baden-Württemberg den Verkauf kulturhistorisch bedeutender Handschriften weiter vorantreiben. Ziel sei es, durch einen Vergleich mit dem Adelshaus Baden endgültig Rechtsklarheit über das strittige Eigentum der Markgrafenfamilie zu erhalten, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) gestern in Stuttgart.
  • Badisches Tagblatt, 26.09.06: Kritiker: Kannibalisierung, unvollendete Revolution - Widerstand gegen der Verkauf mittelalterlicher Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe hat sich formiert
    Die Wellen schlagen hoch im Ländle: Ministerpräsident Oettinger erfährt den geballten Unmut aller Kulturinteressierten, seit bekannt wurde, dass das Land wertvolle mittelalterliche Handschriften veräußern will, um der badischen Markgrafenfamilie die Renovierung und "langfristige Sicherung" ihres Hauptwohnsitzes Schloss Salem am Bodensee zu ermöglichen.
  • Deutscher Kulturrat, 26.09.06: Verkauf von öffentlichem Kulturgut wird salonfähig
    Der Landesrechnungshof von Baden-Württemberg machte den Anfang, er empfahl in seiner Denkschrift 2006 den "maßvollen" Abbau von Sammlungsgegenständen der Staatsgalerie Stuttgart.
  • InetBib, 26.09.06: Handschriften als Politikum
    Liebe Liste, die Vorgänge um die Badischen Handschriften sind bei aller Betrübnis ein interessantes Beobachtungsfeld für Bibliothekspolitik. In Stuttgart (HdM) soll es ja eine einschlägige Professur geben ...
25.09.2006:
  • DER SPIEGEL, 25.09.06: Ausverkauf in Karlsruhe? - Heftige Empörung hat gestern der geplante Verkauf bedeutender Teile der einzigartigen Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe ausgelöst.
  • Süddeutsche Zeitung, 25.09.06: Ein dreister Versuch der Veruntreuung
    Wie Baden-Württemberg Hauptstücke seines Kulturerbes verscherbeln will, um einen Markgrafen zu sanieren
  • Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 14/341, 14. Wahlperiode: Die "unvollendete Revolution" in Baden - Hintergründe des geplanten Verkaufs von Kulturgütern des Landes (PDF). Antrag der Fraktion der SPD. Eingegangen: 25.09.2006 / Ausgegeben: 11.10.2006
    Antrag
    Der Landtag wolle beschließen,
    die Landesregierung zu ersuchen
    zu berichten,
    1. welche Vereinbarung die Landesregierung mit dem "Adelshaus Baden" über den Verkauf von Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe und die Verwendung der Verkaufserlöse getroffen hat;
    2. aus welchen Gründen sie diese Vereinbarung getroffen hat;
    3. ob sie an ihrer Auffassung festhält, dass das Land Baden-Württemberg Eigentümer der früheren badischen großherzoglichen Kunstsammlungen und Bibliotheksgüter ist, welche Auffassung das "Adelshaus Baden" hierzu hat und zu welchem Ergebnis die zur Klärung dieser Frage in Auftrag gegebenen Gutachten gekommen sind;
    4. auf welche Kulturgüter das "Adelshaus Baden" Eigentumsansprüche anmeldet;
    5. welche Rechtswirkungen in diesem Zusammenhang die sog. "Zähringer-Stiftung" und das Testament des letzten Großherzogs, Friedrichs II., entfalten;
  • Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, 25.09.06: Grüne lehnen Verkauf der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek ab
    Die Grünen im Landtag haben die von der Landesregierung beabsichtigte Überlassung der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek an den Markgrafen von Baden und deren anvisierten Verkauf scharf kritisiert. Jürgen Walter, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion: "Mit dem Verkauf der Sammlung wird ein wichtiger Teil des öffentlichen historischen und kulturellen Gedächtnisses in privaten Tresoren verschwinden. Die Landesregierung wird ihrer Verantwortung für die Geschichte unseres Landes somit in keiner Weise gerecht."
    Nach Ansicht der Grünen befindet sich die Handschriftensammlung im staatlichen Besitz, die Überlassung an den Markgrafen sei daher höchst problematisch. Die finanzielle Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG sei, so Walter, an die Voraussetzung gebunden gewesen, dass diese als einheitlicher Bestand der Öffentlichkeit zugänglich sei. Diese Voraussetzung entfalle nun. Auch das Land hat die Restaurierung der Handschriften in der Vergangenheit finanziell unterstützt. Walter: "Wären die Handschriften nicht eindeutig im Besitz des Landes gewesen, wäre die Förderung von Katalogisierung und Restaurierung durch Land und DFG höchst zweifelhaft gewesen. Jetzt aber durch öffentliche Gelder in ihrem Wert gesicherte Kulturgüter faktisch zu privatisieren, ist ein Skandal." ...
  • Deutscher Bibliotheksverband (DBV), 25.09.06: DBV-Vorsitzende fordert: Kein Verkauf der Handschriften und Drucke der Badischen Landesbibliothek (Format: PDF)
    Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. ist entsetzt, dass die Landesregierung von Baden- Württemberg plant, einem Verkauf der Handschriften des Hauses Baden, die den wertvollsten Bestand der Badischen Landesbibliothek bilden, auf dem freien Markt zur Deckung einer fehlenden Finanzierung des Fürstenhauses zuzustimmen.
  • BNN-Bericht, 25.09.06: Handschriften-Streit tat Feierlaune keinen Abbruch
    Festakt erinnerte an die Gründung des Großherzogtums Baden / Kunstverkauf war das beherrschende Thema
  • verdi.de, 25.09.06: Mittelalterliche Handschriften der Badischen Landesbibliothek dürfen nicht zugunsten der Instandhaltung von Schloss Salem versteigert werden - Verband deutscher Schriftsteller (VS) Baden-Württemberg schlägt Alarm
  • Deutschlandradio Kultur, 25.09.06: Streit in Baden-Württemberg um Verkauf kulturhistorischer Güter
  • BILD, 25.09.06: Kulturgüter-Streit: Badener wütend auf Oettinger
    Ministerpräsident Günther Oettinger (52, CDU) war gestern zu Gast in Karlsruhe. Beim Festakt zur Gründung des Großherzogtums Baden wollte er im Streit um den Verkauf badischer Kulturgüter die Wogen glätten.
  • swr.de, 25.09.06: SPD will Besitzverhältnisse von Kulturgütern prüfen - Im Streit über einen möglichen Ausverkauf von baden-württembergischen Kulturgütern hat die SPD angekündigt, die unklaren Besitzverhältnisse der Handschriftensammlung rechtlich prüfen zu lassen.
  • ka-news.de, 25.09.06: Streit um Kulturgüter dominiert Festakt - Es ist von "Ausverkauf badischer Kulturgüter" die Rede
    ...In der örtlichen Presse wurden in den letzten Tagen vor allem die zahlreichen altertümlichen Handschriften der Badischen Landesbibliothek erwähnt, die in Gefahr seien. Auch Handschriften auf der Bodenseeinsel Reichenau, der Bibliothek zugeordnet, stehen offenbar zur Diskussion. Oettinger, der eingangs der vergangenen Woche den Oberbürgermeister der einstigen badischen Residenz und die Fraktionsvorsitzenden des Karlsruher Gemeinderates vorab informierte, sprach von Kulturgegenständen im Wert von bis zu 300 Millionen Euro. Das einstige Land Baden habe "diese Frage nie aufgeworfen", merkte seinerseits der Regierungschef kritisch an.
    Wir wollen möglichst viel von dem was wir besitzen, als Eigentum behalten", sagte Oettinger, aber gleichzeitig auch eine Sicherheit der Rechtskultur schaffen. Es müsse in den nächsten Wochen geklärt werden, welche Kulturgegenstände verbleiben könnten, und welche herausgegeben würden. Mit dem markgräflichen Haus Baden werde angestrebt, Werte in Höhe bis zu 70 Millionen Euro an dieses abzutreten. Das Haus Baden wäre dann bereit, so Oettinger, auf alle weiteren Ansprüche in einem außergerichtlichen Vergleich auf alle Zukunft hin zu verzichten. Neu war gestern die Aussage, dass in einer so genannten "Baden-Klausel" alles Schriftgut, das in Baden entstanden sei oder einen Bezug zum ehemaligen Baden aufweise, ausgenommen bleibe. Auch das Schriftgut der Reichenau solle unverkäuflich bleiben, so Oettinger. ...
  • ka-news.de, 25.09.06: Festakt zum Baden-Jubiläum - 200 Jahre Großherzogtum
    Mit einem Festakt im Großen Saal des Badischen Staatstheaters wurde am gestrigen Sonntag der Gründung des Großherzogtums Baden vor zweihundert Jahren gedacht. Viel Prominenz aus Karlsruhe und dem Land hatte sich eingefunden, um das Badnerland zu feiern. ...
    Dem Thema, das derzeit die Gemüter in Karlsruhe und darüber hinaus bewegt, wich Oettinger nicht aus. Er machte deutlich, dass die Frage nach dem weiteren Schicksal der Kunstschätze, die sich früher im Besitz der großherzoglichen Familie befunden hatte, von großem Interesse für das Land sei. Derzeit geht es vor allem um den Verbleib kostbarer Hand- und Druckschriften, die sich mittlerweile in der Badischen Landesbibliothek (BLB) befinden. Oettinger regte eine Spendensammlung an, zu der das Land Baden-Württemberg durch eine Verdoppelung des zusammengebrachten Betrages beitragen wolle.
    Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich und Seine Königliche Hoheit Bernhard Erbprinz von Baden nahmen in ihren Grußworten auf diese Angelegenheit Bezug. Der Erbprinz versicherte, dem Haus Baden liege dabei an einer einvernehmlichen Lösung des Problems. ...
  • Stuttgarter Zeitung, 25.09.06: Streit um die "Kulturbarbarei" im Badischen
  • Stuttgarter Zeitung, 25.09.06: Wider die Ökonomisierung der Kultur
    ... Die Zeiten haben sich geändert. Wo alle den Gürtel enger schnallen und neue Flexibilität zeigen müssten, könne die Kultur nicht ungeschoren bleiben, heißt das Argument, das auch im Fall des geplanten Handschriften-Ausverkaufs in Karlsruhe wirksam ist. Um dem Land die umstrittenen Eigentumsrechte an Kunstbeständen aus früherem Adelsbesitz zu sichern, so die Logik dieses Plans, müssen die Handschriftenbestände aus ebendiesem Besitz in den Skat gegeben werden; um ein Kulturerbe zu sichern, muss halt ein anderes dran glauben. ... weitere Informationen
  • Stuttgarter Nachrichten, 25.09.06: Badische Landesbibliothek: Weiter Streit um Kunstschätze - SPD will Besitzverhältnisse prüfen - Schriftsteller kritisieren möglichen Verkauf
  • Archivalia, 25.09.06: Protest des Mediävistenverbands
  • Archivalia, 25.09.06: Ausverkauf in Karlsruhe
  • Pforzheimer Zeitung, 25.09.06: Festakt und Kulturstreit - Umstrittene Einigung zwischen Land und Adelshaus wird zum Politikum
    Ein heftiger Streit über einen Ausverkauf von baden-württembergischen Kulturgütern ist ausgebrochen. Ministerpräsident Oettinger (CDU) nahm bei einem Festakt gestern in Karlsruhe Stellung. Anlässlich der Gründung des Großherzogtums Baden vor 200 Jahren war man zusammengekommen. Oettinger nutzte die Gelegenheit und widersprach Befürchtungen, dass kulturhistorisch wertvolle Kulturgüter verscherbelt würden.
  • Bietigheimer Zeitung, 25.09.06: Kein Ausverkauf wertvoller Güter - Streit nach Einigung mit Haus Baden - Der Regierungschef hat Vorwürfe von einem Ausverkauf wichtiger Kulturgüter zurückgewiesen. Das Land will dem Haus Baden Kunstschätze in Millionenwert überlassen.
  • St.Galler Tagblatt, 25.09.06: Forscher im Urkunden-Eldorado - Erster internationaler Kongress des St. Galler Stiftsarchivs - Unesco-Titel verlangt Forschung
    Mit seinen über 800 Urkunden aus dem frühen Mittelalter ist das St. Galler Stiftsarchiv ein Eldorado für die Fachleute. Dreissig trafen sich zumdreitägigen Kongress. ... Sorgsame Pflege hier, unbekümmerte Veräusserungen dort. Bestürzt nahm der Kongress zu Kenntnis, dass ein Badisches Adelshaus seinen wertvollen Handschriftenbestand verkaufen will, um das Schloss Salem zu restaurieren.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 25.09.06: Karlsruhe/Stuttgart - Oettinger will keinen Ausverkauf
24.09.2006:
  • Der Sonntag, 24.09.06: Heute der Festakt ... und morgen der Ausverkauf?
    Die Erhebung Badens zum Großherzogtum vor 200 Jahren: An dieses Ereignis wird heute im Staatstheater Karlsruhe mit einem großem Festakt erinnert.
  • Der Sonntag, 24.09.06: Bitter für Baden
  • Archivnachrichten, 24.09.06: Widerstände gegen geplanten Handschriftenverkauf Badens
    Bereits vor einem Jahrzehnt sorgte das Haus Baden, das bis 1918 die Staatsoberhäupter der Markgrafschaft Baden, des Kurfürstentums Baden sowie die Großherzöge von Baden stellte, für Aufsehen und Erregung, als es aus Finanznot das Inventar im Schloss Baden-Baden verkaufte. Nun hofft Bernhard, der Erbprinz des Hauses Baden, mit dem Verkauf wertvoller Handschriften aus der Sammlung der Markgrafen von Baden, erneut auf hohe Einnahmen. Mit diesen Mitteln, man rechnet beim Verkauf der sich in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe befindlichen Handschriften mit einem Erlös von 70 Millionen Euro, soll unter anderem die Sanierung der Schlossanlage Salem, Familiensitz des Hauses Baden am Bodensee, finanziert werden.
  • n-tv, 24.09.06: Verkauf kulturhistorischer Güter - Streit in Baden-Württemberg
  • Deutschlandfunk, 24.09.06: Ein anderes Bewusstsein einfordern - Kulturstiftung fordert mehr Engagement für bedeutsame Kunstwerke
    Die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, will den Museen mehr Handlungsmöglichkeiten für ihren eigenen Bestand einräumen. Allerdings dürfte etwa mit dem Verkauf von Gemälden und alten Schriften nicht der Haushalt einer Stadt saniert werden.
    Michael Köhler: Als das Juwel des Kunstmuseums Krefeld, Claude Monets Gemälde "Parlamentsgebäude von London", zur Finanzierung von Sanierungsschäden verkauft werden sollte, war der Aufschrei in den Feuilletons groß, machte aber ein zunehmendes Problem deutlich: Es geht an den Bestand, ans Tafelsilber der Museen.
    In Karlsruhe sollen nun voraussichtlich kostbare mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe verkauft werden. Von einer Summe im oberen zweistelligen Millionenbereich ist die Rede - wir reden über Euro. Leeren sich also die Schatzkammern deutscher Museen langsam aus Not? Die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, habe ich gefragt: Kennen Sie einen Ausweg, wie man das Kulturgut halten kann?
    Isabel Pfeiffer-Poensgen: Wir müssen einen Ausweg sehen. Und ich glaube, dass auf der einen Seite, finde ich schon, muss es möglich sein, dass in eng gesetzten Grenzen und auch in ganz definierten Fällen ein Museum seine Bestände verändert, um meinetwegen Sammlungen zu arrondieren, positiv ausgedrückt.
23.09.2006:
  • BNN-Bericht, 23.09.06: Weiterhin Entsetzen - Kritik an Kulturgut-Verkauf
  • BNN-Bericht, 23.09.06: Gerichtsentscheid wäre schlechteste Option gewesen -
    Wissenschaftsminister Peter Frankenberg zum geplanten Verkauf kostbarer Manuskripte aus der Landesbibliothek
  • ka-news.de, 23.09.06: "Wir sind entsetzt über die Verkaufspläne" -
    Reaktionen auf Kultur-Deal
    Nach Angaben des Direktors der Badischen Landesbibliothek, Dr. Peter Michael Ehrle, erfreuten sich gerade die kostbaren Handschriften regen Interesses seitens der Geschichts- und Sprachwissenschaft. "Wer eine Handschrift studiert, der braucht das Original", begründet Ehrle, warum die Sammlung auch weiterhin in öffentlicher Hand bleiben müsse. Seit dem Ende der Monarchie 1919 ist die Sammlung der Großherzoglichen Hofbibliothek in öffentlicher Obhut, ohne dass die Besitzfrage von Juristen abschließend geklärt werden konnte.Die ältesten Stücke der Sammlung kamen 1806 - durch die mit der Säkularisierung unter Napoleon einhergehende Verstaatlichung von Kirchenbesitz - in den Besitz des Hauses Baden.
    Ehrle zeigt sich von der Landesregierung enttäuscht und wirft dieser vor, ihrem Kulturauftrag, die Kulturgüter des Landes zu erhalten, nicht gerecht zu werden. In anderen Bundesländern habe man in ähnlichen Fällen über Restitutionszahlungen an Adelshäuser Lösungen gefunden, um die Kulturgüter zu erhalten, erklärte Ehrle gegenüber ka-news. So sei auch in Baden-Württemberg im Falle des Hauses Fürstenberg eine Einigung erzielt worden.
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 23.09.06: Verkauf des Reichenau-Erbes -
    Einmalige Schätze aus der Reichenauer Klosterbibliothek kommen wahrscheinlich unter den Hammer: Vom geplanten Verkauf von Handschriften aus der badischen Landesbibliothek durch das markgräfliche Haus Baden wären Hunderte Schriften aus der Blütezeit des Klosters auf der Bodensee-Insel betroffen.
  • baden-online.de, 23.09.06: Haben einen Deal gemacht« - Badische Markgrafen übergeben komplette Kunstsammlung im Gegenzug für eine Stiftung Salem
    Der Direktor der Badischen Landesbibliothek, Peter Michael Ehrle, spricht vom »Ende der Forschungsbibliothek«, sollten wertvolle Handschriften aus ihrem Bestand zu Gunsten des Adelshauses Baden verkauft werden. Prinz Bernhard von Baden stellt exklusiv gegenüber der Mittelbadischen Presse seine Sicht der Dinge dar. Für Prinz Bernhard von Baden ist es in gewisser Hinsicht eine »Diskussion um ungelegte Eier«, sagte er gestern in einem Exklusivgespräch mit der Mittelbadischen Presse. Gemeint ist die Kritik des Leiters der Badischen Landesbibliothek, Peter Michael Ehrle, dass durch den Verkauf von Handschriften zu Gunsten des Adelshauses (wir berichteten) der Status der Bibliothek als Forschungsinstitut zerstört werde. Er fürchtet, dass von den rund 4200 Handschriften 3500 abgegeben werden müssten.
22.09.2006:
  • BNN-Bericht, 22.09.06: Kulturbarbarei nach Landsknechtsmanier? -
    Entsetzen über den drohenden Ausverkauf kostbarer Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek
  • FAZ, 22.09.06: Kuhhandel mit Büchern, Rose-Maria Gropp
    ... Um 70 Mio. auf dem Kunstmarkt zu erlösen, müsse die Schatzkammer ausgeräumt werden. Da Vincis's Codex Hammer kaufte Gates 1994 für 30,8 Mio. Dollar. Die über 1000 Fürstenberg-Handschriften kosteten das Land 48 Mio., für C waren nochmals knapp 20 Mio. fällig. Der Marktwert des Stundenbuchs des Mgf. Christoph I. liege wohl bei 3 Mio., bei dem Electorium von Lullus werde er zweistellig. ... weitere Informationen
  • Landesvereinigung Baden in Europa e. V., 22.09.06: Verkauf von Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe
    Mit Unverständnis und Entsetzen reagiert die Landesvereinigung Baden in Europa auf die Nachricht eines beabsichtigten erneuten Ausverkaufs Badischer Kulturgüter. Der Verkauf der unersetzlichen Handschriften von Weltbedeutung der Badischen Landesbibliothek ist Kulturbarbarei, ausgerechnet in einem Land das sich stets seiner außerordentlichen Kulturförderung rühmt.
  • augias.net, 22.09.06: Widerstände gegen geplanten Handschriftenverkauf Badens
    Bereits vor einem Jahrzehnt sorgte das Haus Baden, das bis 1918 die Staatsoberhäupter der Markgrafschaft Baden, des Kurfürstentums Baden sowie die Großherzöge von Baden stellte, für Aufsehen und Erregung, als es aus Finanznot das Inventar im Schloss Baden-Baden verkaufte. Nun hofft Bernhard, der Erbprinz des Hauses Baden, mit dem Verkauf wertvoller Handschriften aus der Sammlung der Markgrafen von Baden, erneut auf hohe Einnahmen. Mit diesen Mitteln, man rechnet beim Verkauf der sich in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe befindlichen Handschriften mit einem Erlös von 70 Millionen Euro, soll unter anderem die Sanierung der Schlossanlage Salem, Familiensitz des Hauses Baden am Bodensee, finanziert werden.
  • Süddeutsche Zeitung, 22.09.06: "Das ist nichts, was einem Freude macht" - Bernhard Erbprinz von Baden über den Verkauf wertvoller Handschriften, der den Fortbestand von Schloss Salem sichern soll
    Das Haus Baden wird in den nächsten Monaten eine höchst wertvolle Handschriftensammlung verkaufen (siehe SZ vom 21.9.). Im Gegenzug soll das Land Baden-Württemberg Kunstschätze zugesprochen bekommen, über die jahrzehntelang gestritten wurde.
  • Frankfurter Rundschau, 22.09.06: Haushaltsbomben -
    Ausverkauf badischen Kulturguts soll ein Etat-Loch stopfen
  • Stuttgarter Zeitung, 22.09.06: In Karlsruhe droht ein tödlicher Aderlass -
    Der geplante Handschriftenverkauf: Schaden für die Badische Landesbibliothek und fürs Kulturerbe
  • Archivalia, 22.09.06: Badisches Gesetz über das Domänenvermögen 1919
  • Esslinger Zeitung, 22.09.2006: Kritik an Verkauf von Handschriften -
    Die Einigung zwischen der Landesregierung und dem badischen Adelshaus ist auf heftige Kritik gestoßen
  • Heilbronner Stimme, 22.09.06: Einigung zwischen Land und Adelshaus ist umstritten - Die Einigung zwischen der Landesregierung und dem badischen Adelshaus, wertvolle Kunstgegenstände dem Markgrafen zu überlassen, ist auf deutliche Kritik gestoßen.
  • ka-news.de, 22.09.06: Einigung um Kulturgüter - Ausverkauf für Stiftungskapital? - "Kulturgüter von dieser Bedeutung dürfen nicht einfach verscherbelt werden."
    Die Stiftung soll vor allen Dingen weitere Renovierungs- und Instandhaltungskosten am Schloss Salem auffangen. Diese hätten sich nach Angaben des Hauses zuletzt auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Neben der Schlossanlage, die auf ein Zisterzienserkloster aus dem zwölften Jahrhundert zurückgeht, ist auch das dazugehörige gotische Münster Kulturerbe und Touristenmagnet zugleich. Die gesamte Kloster- und Schlossanlage soll samt der darin befindlichen Kulturgüter in die Stiftung übergehen. Im Gegenzug verzichte das Haus Baden auf Eigentums- und Herusgabeansprüche gegenüber dem Land, meldete der Südwestrundfunk (SWR). Diese Herausgabeansprüche beträfen auch Teile der staatlichen Kunstsammlungen in der Kunsthalle Karlsruhe sowie die "Türkenbeute" im badischen Landesmuseum.
    "Ein schmerzhafter, aber unvermeidbarer Schritt"
    Juristisch bedeute die Gründung der Stiftung zumindest eine endgültige Klärung der Besitzverhältnisse zwischen Land und Adelshaus. "Die Zuordnung des Vermögens der ehemals großherzoglichen Kunst- und Bibliothekssammlungen wurde mit dem Ende der Monarchie 1919 nicht klar geregelt," argumentiert Bernhard Prinz von Baden.
  • Bündnis 90 / Die Grünen, Karlsruher Landtagsabgeordnete, 22.09.06: Pressemitteilung vom 22.09.2006 - Geplanter Verkauf wertvoller Handschriften wäre eine Katastrophe für die Badische Landesbibliothek und das kulturelle Erbe unseres Landes
21.09.2006:
  • Badische Bibliotheksgesellschaft, 21.09.06:
    Verkauf der Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Presseerklärung
  • Landesvereinigung Baden in Europa, 21.09.06:
    Verkauf der Handschriften der Badischen Landesbibliothek - Presseerklärung
  • BNN-Bericht, 21.09.06: Kultur - Karlsruhe droht Ausverkauf
  • BNN-Bericht, 21.09.06: Oettinger für Verkaufspläne
  • BNN-Bericht, 21.09.06: Die Karlsruher Bibliothek vor dem Aus? -
    Haus Baden soll Werte von 70 Millionen Euro aus ehemaligem Besitz erhalten
  • BNN-Bericht, 21.09.06: Blanke Schande
  • Süddeutsche Zeitung, 21.09.06: Handschriften als Geiseln und Opfer - Baden-Württemberg hat sich mit dem Haus Baden offenbar über den Verkauf unersetzlicher nationaler Kulturgüter geeinigt
    Für diesen Sonntag ist im Badischen Staatstheater zu Karlsruhe ein Festakt geplant. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Bernhard Erbprinz von Baden werden in Festansprachen an die Gründung des modernen Baden vor 200 Jahren erinnern.
  • swr.de, 21.09.06: Einigung im Streit um badische Kulturgüter - Das Land Baden-Württemberg und das Adelshaus Baden haben sich im Streit um den Besitzanspruch auf badische Kulturgüter geeinigt. Demnach verzichtet das Haus Baden auf sämtliche Eigentums- und Herausgabeansprüche gegenüber dem Land.
  • SPD Karlsruhe, 21.09.06: SPD warnt vor Ausverkauf der Landesbibliothek
    Die SPD-Gemeinderatsfraktion sorgt sich um den drohenden Ausverkauf wertvoller Kulturgüter der badischen Landesbibliothek und kritisiert in diesem Zusam-menhang die Landesregierung, die offensichtlich mit dem Haus Baden handelseinig ist und ihm erlaubt, 70 Mio. Euro aus dem Verkauf unersetzlicher Handschriften für den Erhalt des Schlosses Salem zu erlösen. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Baitinger gibt zu bedenken, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Eigentümerschaft der Handschriften gibt. Und bevor nicht geklärt sei, dass die Schriften überhaupt dem Haus Baden und nicht dem Land Baden-Württemberg gehören, sollte keine Entscheidung über den Verkauf getroffen werden.
  • Stuttgarter Zeitung, 21.09.06: Badisches Adelshaus verkauft Kulturerbe - Wertvolle Handschriften sollen feilgeboten werden - Das Land lässt sich auf einen Handel ein
  • SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 21.09.06: Der Markgraf stiftet sein Zuhause
    Schon wieder will eine Adelsfamilie wertvolle Handschriften verkaufen. Doch im Gegensatz zu den Veräußerungen des Hauses Fürstenberg in den 90er Jahren will das Haus Baden zusammen mit dem Land ein bedeutendes Kulturgut, die Schloss- und Klosteranlage Salem am Bodensee, langfristig und auch für die Öffentlichkeit sichern.
  • Archivalia, 21.09.06: Einige Handschriften sollen in Karlsruhe bleiben
20.09.2006:
  • Pressehaus Heidenheim, 20.09.06: ADEL / Wertvolle Handschriften werden verkauft
  • Badische Zeitung, 20.09.06: Land verkauft Kunstschätze - Wertvolle Handschriften sollen 70 Millionen Euro bringen - zugunsten des Markgrafen von Baden
    Kunstverkäufe des Landes: Kultureller Sündenfall
    Wie hilft man einem klammen Adelshaus aus der Klemme? - Das verschuldete Haus Baden und das ebenfalls verschuldete Land Baden-Württemberg wollen sich mit einem spaktakulären Deal aus der Bredouille bringen
  • Archivalia, 20.09.06: Werden Spitzen-Handschriften der Badischen Landesbibliothek verkauft?
  • Südwestpresse Ulm, 20.09.06: ADEL / Wertvolle Handschriften werden verkauft - Land hilft Haus Baden aus der Klemme
  • Rhein-Neckar-Zeitung, 20.09.06: Hilft ein Superdeal dem Haus Baden aus der Klemme? - Unter größter Geheimhaltung bereiten das Land und das badische Adelshaus den Verkauf von Teilen der Handschriftensammlung vor
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Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
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