Badische Landesbibliothek
   


Einladung zum Vortrag

Friedrich Weinbrenner - Architekt im "Gelehrten Teutschland"

Vortrag von Dr. Ulrich Maximilian Schumann, Karlsruhe
Dienstag, 21. Februar 2006, 19.30 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -

Plakat zur Veranstaltung (Format:PDF - Größe:88 kbyte)

Friedrich Weinbrenner (1766 - 1826) war nicht nur einer der kreativsten Architekten des Klassizismus, der von Karlsruhe aus das Bild seiner Epoche mitprägte und ein qualitativ wie quantitativ beeindruckendes Erbe hinterließ. Er stand auch inmitten eines intellektuellen Netzwerks, dessen Koordinaten sich durch große Namen wie Goethe, Schiller, Cotta, Lavater, Voß, Posselt und Hebel abstecken lassen.

Brustbild Friedrich Weinbrenners
von Feodor Iwanowitsch Kalmück, bezeichnet und datiert:
"I.I. Friedrich Weinbrenner / Großherzogl: Bad: Oberbaudirector. / geboren 1766. / gez. u. gest. von Feod. Iwanow 1809"
Kupferstich. z.T. in punktierter Manier, 33,3 x 21,7 cm,
Staatl. Kunsthalle Karlsruhe 1936/1.
Feodor Iwanowitsch Kalmück: Friedrich Weinbrenner

Den Einstieg in die künstlerischen und geistigen Zirkel ebneten ihm seine Reise- und seine Kontaktfreudigkeit. Zum gefragten Gesprächspartner aber ließen ihn erst seine eigenständigen Kenntnisse und Fertigkeiten werden.

Feodor Iwanowitsch Kalmück: Weinbrenner bei der Arbeit
Weinbrenner bei der Arbeit (Rom 1792 - 1797), Feodor Iwanowitsch Kalmück zugeschrieben, bezeichnet:
"Weinbrenner?"
Federzeichnung auf Papier, 16,0 x 11,5 cm,
Staatl. Kunsthalle Karlsruhe 5159 - 28 - 7.

Die Säulenstümpfe unter der Zeichenplatte sind wohl als Anspielung auf Weinbrenners Begeisterung für die gedrungenen dorischen Säulen zu deuten, welche er etwa in Paestum gesehen hatte und auch für Karlsruher Bauten vorschlug.

Weinbrenner schrieb selbst auch, und was er schrieb, wurde viel beachtet. Sein "Architektonisches Lehrbuch" blieb für lange Zeit ohne Konkurrenz. Mehr noch: Es greift weit über sein eigentliches Thema hinaus - und bereits vor auf unsere moderne Ästhetik.

Friedrich Weinbrenner: Architektonisches Lehrbuch
Friedrich Weinbrenner: Architektonisches Lehrbuch. - Tübingen : Cotta;
Band 2. - Perspectivische Zeichnungslehre. - 1819. - 28, 86 S., XLIV Bl.: 44 Ill.; TAB XI.
Standortnummer in der Badischen Landesbibliothek: 54 C 21,RH,1/3
(Präsenzbestand, Th. 1-3 in einem Bd.)

Dabei beschränkten sich Weinbrenners Interessen beileibe nicht auf das Bauen, beteiligte er sich doch an der Entdeckungs- und Erfindungslust jener Jahre.

Brief Friedrich Weinbrenners, 1803
Brief Friedrich Weinbrenners, 1803: Vorderseite (oben) und Rückseite (unten).
Vorderseite (Format:PDF - Größe:115 kbyte) - Rückseite (Format:PDF - Größe:111 kbyte).
Skizze unten: Denkmal für den Hund "Binkerle" des Kurfürsten, Entwurf.
In dem Schreiben läßt Friedrich Weinbrenner den politischen Schriftsteller Ernst Ludwig Posselt bitten, eine Inschrift für das Denkmal zu formulieren.
Badische Landesbibliothek, Handschriftensammlung, Signatur Karlsruhe 1349.
Brief Friedrich Weinbrenners, 1803

Neben anderem widmete er sich praktisch der Lithographie und theoretisch dem Ursprung der Planeten und der Farben. Aus bisher kaum oder gar nicht bekannten Quellen entsteht so ein unerwartetes Bild des Baumeisters - und nicht zuletzt seiner wichtigsten Schöpfung, des klassizistischen Karlsruhe.

Atelier Friedrich Weinbrenner: Karlsruher Marktplatz mit der Evangelischen Stadtkirche
Atelier Friedrich Weinbrenner: Schaubild der östlichen Seite des Karlsruher Marktplatzes mit der Evangelischen Stadtkirche und den vorgeschlagenen, aber nicht ausgeführten "Boutiquen für Handwerker und Fabrikanten" (links).
Aquarell, um 1810, Stadtarchiv Karlsruhe, Inv.-Nr. 8/PBS XV 1245.


Dr. Ulrich Maximilian Schumann hat als gebürtiger Badener an Hochschulen in der Schweiz, den Vereinigten Staaten und den Niederlanden Kunst-, Architektur- und Städtebaugeschichte unterrichtet und hierin zahlreiche Schriften veröffentlicht.
Gegenwärtig stellt er in Karlsruhe eine Weinbrenner-Monographie fertig.


Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!

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