Einladung zum Vortrag
Josef Kohler, Lebenspfade eines badischen Universaljuristen
Vortrag von Prof. Dr. Dr. Norbert Gross, Karlsruhe
Dienstag, 24. April 2007, 19.30 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -
Plakat zur Veranstaltung
(Format:PDF - Größe:682 kbyte)
Professor Josef Kohler (geb. 1849 in Offenburg - gest. 1919 in Berlin) war einer der faszinierendsten deutschen
Rechtsgelehrten, vielseitig wie kaum ein anderer, dazu eigenwillig und umstritten und dennoch auf unzähligen Gebieten
einer der großen geistigen Anreger seiner Zeit. Mit der Entdeckung des Immaterialgüter- und Persönlichkeitsrechts stand
Josef Kohler an der Wiege des deutschen Patent- und Urheberrechts und darüber hinaus eines geschlossenen Systems des
gewerblichen Rechtsschutzes.
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Josef Kohler
Foto: Generallandesarchiv Karlsruhe
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In seinem "Lebenspfad" berichtet er über die Stationen seiner geistigen und künstlerischen
Bildung, seines Berufslebens vom jungen Anwaltsassessor in der "Weltstadt Badens", Mannheim, über die Berufung des 28-jährigen
als ordentlicher Professor an die Universität Würzburg mit der Entdeckung der Künste und einer weltweiten anthropologischen
Rechtsvergleichung, bis hin zu seiner über drei Jahrzehnte andauernden überbordenden Lehr- und Schreibtätigkeit in Berlin,
die ihm den Ruf einbrachte "der größte Universaljurist seit Leibnitz" gewesen zu sein. Seiner alemannischen Heimat ist
dieser "Mommsen in Moll", wie er spöttisch genannt wurde, auch im fernen Berlin immer treu geblieben.
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Viele berühmte Juristen lehrten an der Humboldt-Universität zu Berlin:
in der Anfangszeit Friedrich Carl von Savigny, später
u.a. Levin Goldschmidt, Otto von Gierke, Josef Kohler, Rudolf
Smend, Martin Wolff, Ernst Rabel. [1]
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Zu seinen Lebzeiten
der bekannteste - und streitbarste - Jurist Deutschlands und darüber hinaus, ist Josef Kohler nach seinem Tod bald in
den Hintergrund getreten, auch wenn seine Entdeckungen und die Früchte seiner Kämpfe vielfach fortgewirkt haben. Sein
"Industrierecht" hat sich zwar noch in den Verzweigungen des Wirtschaftsrechts wieder gefunden. Die neue Zeit nach dem
Ersten Weltkrieg konnte jedoch mit einem "Universaljuristen" Josef Kohler nichts mehr anfangen. Sie suchte nach dem
Experten, dem Spezialisten, dem homo faber.
Heute findet auf manchen Feldern eine Renaissance dieses ungewöhnlichen
Gelehrten statt. Nur ein Jurist, der sich ein Leben lang so nahe im innersten Bannkreis der Kunst aufgehalten hat,
konnte der Entdecker des Immaterialgüter- und Persönlichkeitsrechts werden. Josef Kohlers Biografie ist die lebende
Erläuterung auch seines fortdauernden Werkes.
Prof. Dr. Dr. Norbert Gross
Rechtsanwalt beim Bundesgerichtshof; Dr. jur. der Universität Freiburg i. Br. und Docteur en
Droit der Universität Grenoble. Honorarprofessor der Universität Karlsruhe (TH); ehem. Vizepräsident des Europäischen
Schiedsgerichtshofs Straßburg; ehem. Vorsitzender des Vereins der beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwälte und
Präsident der Association Européenne des Barreaux des Cours Suprêmes. Zahlreiche wissenschaftliche, auch
rechtsgeschichtliche Veröffentlichungen im In- und Ausland.
Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Verein Rechtshistorisches Museum e.V.
Badische Bibliotheksgesellschaft
Badische Landesbibliothek
Abbildung:
[1]
Quelle: Wikipedia - Humboldt-Universität zu Berlin
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