Einladung zum Vortrag
Das Rom der italienischen Nation
Vortrag von Prof. Dr. Franz J. Bauer
Donnerstag, 24. April 2008, 19.30 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -
Veranstaltung im Rahmen der 19. Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2008
Hauptstädte sind die institutionellen Zentren der Herrschaftsorganisation und zugleich Orte symbolischer Selbstdarstellung eines Staates. Gerade in jungen Staaten kommt der Hauptstadtpolitik, also der Wahl und Ausgestaltung des Zentralortes, erfahrungsgemäß besondere Bedeutung zu.
Dies lässt sich an vielen der neu entstandenen Staaten des 19. Jahrhunderts ebenso wie den post-kolonialen und post-sowjetischen Staatsgründungen des 20. Jahrhunderts beobachten. Auch Rom, das erst 1870 im weltpolitischen Windschatten des deutsch-französischen Krieges von dem 1860 gegründeten italienischen Königreich als Hauptstadt in Besitz genommen werden konnte, bietet hierfür ein aufschlussreiches Beispiel.
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Monumento Vittorio Emmanuele II
(Denkmal in Rom, der nationalen Einigung und Viktor Emanuel II. gewidmet)
Viktor Emanuel II. (1820-1878) war von 1849-1861 König von Piemont-Sardinien und von 1861-1878 König des neu proklamierten Nationalstaats Italien. [1]
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Aus dem päpstlichen Rom die moderne, nationale Größe und liberale Zukunftsgewissheit ausstrahlende Kapitale der Italiener zu formen, war im Verständnis der unitarischen Eliten eine der vorrangigen Aufgaben im Gesamtkomplex nationalstaatlicher Intregration und Identitätsstiftung. Die Stadt, die der Papst der Italia unita hinterlassen hatte, war zwar reich an wertvollen Denkmälern aller Zeiten; aber sie verfügte nur in ganz rudimentärem Maße über jene Einrichtungen und Attribute, die nach dem Beispiel von Paris und London das Wesen und den urbanen Standard einer zeitgemäßen Metropole ausmachten.
oben:
Pianta topografica di Roma
publicata dalla Direzione Generale del Censo, 1866.
rechts:
Satellitenaufnahme von Rom [2]
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Neben den Einrichtungen funktionaler Modernität war in Rom auch ein Raum der Repräsentation zu schaffen, in welchem sich das neue Italien gegenüber dem monumentalen Erbe der Antike und den Zeugnissen der jahrhundertelangen Herrschaft des universalen Papsttums zu behaupten vermochte.
Prof. Dr. Franz J. Bauer
Franz J. Bauer, Prof. Dr. phil. habil.,
geb. 1952, Studium der Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München 1989 / 90; Förderstipendiat des Historischen Kollegs München;
1991/92 Gastdozent am Deutschen Historischen Institut Rom;
1993-1995 Prof. an der Ludwig-Maximilians-Univerität München;
seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Regensburg.
19. Europäische Kulturtage 2008 "Rom"
Die Einheit in der Vielfalt ist das charakteristische Merkmal Europas - nicht nur, aber besonders auch im kulturellen Bereich. Erst aus der Begegnung unterschiedlicher Kulturen entsteht die gemeinsame kulturelle Identität der Europäer. Diesen Leitgedanken aus Artikel 151 des EG-Vertrages haben die Stadt Karlsruhe und das Badische Staatstheater bei der Gründung der Europäischen Kulturtage 1983 aufgegriffen und es sich zur Aufgabe gemacht, die gemeinsamen kulturellen Wurzeln Europas aufzuspüren, verbindende und gegensätzliche Entwicklungen zu erforschen und deren Einfluss auf unser heutiges Europa aufzuzeigen. Die Darstellung von Ländern, Städten und Regionen ist dabei ebenso Gegenstand der Europäischen Kulturtage wie die Beschreibung von Epochen und die Aufarbeitung von Sachthemen.
Rom, "die ewige Stadt", steht im Mittelpunkt der 19. Europäischen Kulturtage, die vom 4. bis 26. April in Karlsruhe stattfinden.
Das facettenreiche Programm, an dem sich zahlreiche lokale Kulturinstitutionen beteiligen, bietet Theater, Musik, Bildende Kunst, Filme und Literatur. Mit Gastspielen aktueller Theaterproduktionen aus Rom, Vorträgen und Konzerten wollen die Kulturtage ein Gesamtbild aus Historie und Gegenwart der italienischen Metropole zeichnen.
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Bereits im Jahr 2003 entstand die Idee, im Rahmen der Europäischen Kulturtage die geistesgeschichtliche Trilogie der "drei Roms" über die verschiedenen Kunstsparten darzustellen. Was 2004 mit Istanbul, dem "zweiten Rom" am Bosporus, begann und 2006 mit dem "dritten Rom" Moskau fortgesetzt wurde, findet nun mit der faszinierenden Kulturmetropole und Kapitale Italiens 2008 einen glanzvollen Abschluss.
Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Badische Bibliotheksgesellschaft
Badische Landesbibliothek
Kulturamt der Stadt Karlsruhe
Abbildungen:
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Quelle: Wikipedia - Monumento Vittorio Emmanuele II
[2]
Quelle: Wikipedia - Satellitenaufnahme von Rom
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