Blumenlese - dieser poetische Name steht für eine Sammlung von zeitgenössischen Klavierliedern und Klavierstücken der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es ist die Zeit des sich ausprägenden Bürgertums mit seinem Interesse an Philosophie, Literatur und praktischem Musizieren. Der Herausgeber und Verleger der Blumenlese-Sammelbände ist Heinrich Philipp Bossler in Speyer, der insbesondere als Verleger Ludwig van Beethovens in die Musikgeschichte eingegangen ist.
Joseph Aloys Schmittbaur: Die Sonne in ihrem Aufgang.
Aus: Blumenlese für Klavierliebhaber, 2. Jahrgang 1783
Die Blumenlese, eine zu Unrecht fast völlig unbekannte Repertoiresammlung von faszinierender Vielseitigkeit, ist heute eine wahre Fundgrube, um dem Geschmack und der häuslichen Musizierpraxis der damaligen Zeit auf die Spur zu kommen.
Das Programm ist als Gesprächskonzert gestaltet und bringt eine große Auswahl von Liedern aus der Blumenlese zu Gehör, insbesondere des Komponisten Joseph Aloys Schmittbaur. Als Kapellmeister der badischen Residenz Karlsruhe war Schmittbaur als umfassend gebildeter und versierter Musiker ein bedeutender Kulturträger der Stadt, in der auch viele Dichter und Schriftsteller Station machten.
Die Lieder der Blumenlese bezeugen den fruchtbaren Austausch zwischen Musik, Philosophie und Dichtung in der Region um die badische Residenz. Kleinen Liedern folgen größere Balladen und opernhafte Szenen, und so manches mal stößt man auf berühmte Texte, die man sonst nur als Vertonungen eines Mozart, Beethoven oder Schubert kennt.
Das Programm kombiniert die Lieder mit Solo-Klavierstücken aus der Sammlung, die sich den Liedern anschließen und häufig eigens dazu komponiert wurden. Die Pianistin spielt auf einem zur Epoche passenden Hammerflügel nach Anton Walter (1795).
Annette Wieland
Annette Wieland ist Sängerin und arbeitet seit vielen Jahren in den Bereichen Lied und Oratorium. Besonders intensiv beschäftigt sie sich dabei mit der historischen Interpretationspraxis der Vokalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Ihre Studien absolvierte Annette Wieland in Mannheim, Frankfurt und als Stipendiatin des Rotary Clubs in San Francisco, USA.
Seither konzertiert sie mit namhaften Interpreten der Alten Musik, darunter Hermann Max, John Holloway und Florian Heyerick. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet sie auch mit der Sopranistin Regina Kabis (Duo La Carezza), sowie den Pianisten auf dem Hammerklavier Katharina Olivia Brand und Harald Hoeren. Neben Ausflügen ins Opernfach (Nationaltheater Mannheim), gestaltete sie auch zahlreiche musikalisch-literarische Programme u.a. mit der Pianistin Susanne Wendel und den Schauspielern Elsbeth Janda, Ernst Konarek und Klaus Hemmerle. Regelmäßig ist Annette Wieland zu Gast bei bedeutenden Festivals (Thüringer Bachwochen, RheinVokal, Klang im Kloster). Zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen dokumentieren ihre künstlerische Tätigkeit in Europa und den U.S.A., die sie durch pädagogische Arbeit ergänzt. Katharina Olivia Brand
Katharina Olivia Brand ist Pianistin auf modernem Flügel und Hammerflügeln. Schwerpunkte bilden die Musik des 18. Jahrhunderts und die des 20./21. Jahrhunderts. Ihre Ausbildung erhielt Katharina O. Brand an der Musikhochschule Karlsruhe und an der University of California Los Angeles (UCLA), wo sie bei Vitaly Margulis modernes Klavier und bei Tom Beghin Historische Tasteninstrumente studierte. 2001 wurde sie mit einer Arbeit zur Rhetorik in Mozarts Klavierwerken promoviert.
Konzerte, Vorträge und eigene Meisterkurse führten Katharina O. Brand in viele Länder Europas, in die USA, nach Mexiko und Südostasien. Als Pianistin für Neue Musik pflegt sie den Austausch mit zeitgenössischen Komponisten. Neben ihren Konzerten als Solistin und Kammermusikpartnerin ist sie seit 2003 Lehrbeauftragte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und seit 2006 Dozentin für Hammerklavier an der Kunstuniversität Graz. Sie ist Pianistin des Ensembles Omega (Karlsruhe) und gründete 2007 die Formation Chambre d'écoute, die zentrale Positionen heutigen Komponierens in Verbindung mit Musik vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte erlebbar macht.
Das Konzert findet statt als Finissage von "Sohn der Harmonie!" -
Ausstellung aus Anlass des 200. Todestages von Joseph Aloys Schmittbaur (1718-1809), Hofkapellmeister der Markgrafen von Baden.
Wir danken der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für die Zusammenarbeit und Unterstützung.
Wir sind Kooperationspartner der Großen Landesausstellung Vom Minnesang zur Popakademie. Musikkultur in Baden-Württemberg. Die Ausstellung widmet sich vom 16. April bis zum 12. September 2010 der Musikkultur im deutschen Südwesten und zeigt wertvolle Exponate aus europäischen Sammlungen.
Parallel dazu findet im ganzen Land ein umfassendes Begleitprogramm statt: Konzerte, Workshops, Vorträge sowie Begegnungen mit namhaften Künstlern.
Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Heidelberger Akademie der Wissenschaften Badische Bibliotheksgesellschaft Badische Landesbibliothek >>> Das könnte Sie auch interessieren:
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