Einladung
"So bald ich aufgestanden war hab ich ein Solo auf der Flöte geblasen"
Präsentation des neu erschienenen Katalogs der Karlsruher Musikhandschriften
mit Vortrag und musikalischer Umrahmung
Vortrag von Dr. Armin Brinzing, Leiter der RISM-Arbeitsstelle an der Bayerischen Staatsbibliothek in München
Es musizieren Leila Schayegh (Barockvioline) und Kai Köpp (Violoncello piccolo da spalla)
Samstag, 20. November 2010, 15.00 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
Eine Kooperation mit der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e.V.
- Eintritt frei -
Plakat,
Programm und
Pressemitteilung
(Format:PDF) zur Veranstaltung
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Plakat zur Veranstaltung
(Raina Saalmann)
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"So bald ich aufgestanden war hab ich ein Solo auf der Flöte geblasen" - Notizen wie diese aus dem Jahr 1752 finden sich mehrfach in den Tagebüchern des jungen Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach. Doch auch mit Musikern seines Hofes musizierte der musikliebende Markgraf gemeinsam.
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Armin Brinzing: Thematischer Katalog der Musikhandschriften (Signaturengruppe Mus. Hs.).
Mit einem vollständigen Verzeichnis der Werke Johann Melchior Molters (MWV), Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2010 (Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, Bd. XIV). ISBN 978-3-447-06388-3
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Wie schon sein
Großvater und Amtsvorgänger Karl Wilhelm (der persönlich bei Antonio Vivaldi in Venedig Musikalien für seine Hofkapelle
besorgte), förderte er zahlreiche Musiker und unterhielt eine bedeutende Hofkapelle, die mit Konzerten, Tafelmusiken, Opern und Kirchenmusik für eine standesgemäße musikalische Repräsentation sorgte.
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Sebastian Bodinus (1700-1759): Sonate A-Dur
[Suonata. per Violino Solo. del. Seb: Bodinus.]
Signatur Mus. Hs. 61
Sebastian Bodinus war Konzertmeister am Hof in Karlsruhe. Die von ihm komponierte Sonate aus dem Bestand der Karlsruher Musikhandschriften wird in der Musiksammlung der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt.
Download der Sonate (Format: PDF)
Bei der Veranstaltung wird die Sonate nach den Originalnoten der Badischen Landesbibliothek vorgetragen von Leila Schayegh (Barockvioline) und Kai Köpp (Violoncello piccolo da spalla).
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Der heute noch vorhandene historische Bestand an überwiegend handschriftlichen Musikalien ist der Rest eines ehemals wesentlich umfangreicheren Fundus an Vokal- und Instrumentalmusik, der an den Höfen von Baden-Durlach und Baden-Baden erklungen ist.
Der historische Hauptbestand mit weit über 1.000 Handschriften geht in erster Linie zurück auf die Musikpflege der Markgrafen Karl Wilhelm (1679-1738) und Karl Friedrich von Baden-Durlach (1728-1811). Darin enthalten ist auch der kompositorische Nachlass des langjährigen Hofkapellmeisters beider Markgrafen Johann Melchior Molter (1696-1765).
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Johann Melchior Molter
Federzeichnung von Pier Leone Ghezzi (1674-1755),
datiert: Rom 5. April 1738
es handelt sich um die einzige bekannte bildliche Darstellung Molters
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Der Vortrag gibt anhand des vorhandenen Bestandes einen Überblick über das Musikleben an den badischen Höfen des 18. Jahrhunderts, bezieht aber auch weitere historische Zeugnisse ein, die einen Eindruck von den im Laufe der Jahrhunderte eingetretenen Verlusten vermitteln.
Eine kleine Ausstellung zum neu erschienenen Katalog wird vom 25. Oktober 2010 - 31. Januar 2011 im Informationszentrum der Badischen Landesbibliothek gezeigt: "So bald ich aufgestanden war hab ich ein Solo auf der Flöte geblasen".
Programm der Veranstaltung
- Begrüßung: Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen (Direktorin der Badischen Landesbibliothek)
- Grußworte: Prof. Dr. Joachim Kremer (Präsident der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e.V.)
- Antonio Vivaldi (1678-1741): Sonate c-Moll RV 6
Leila Schayegh, Barockvioline
Kai Köpp, Violoncello piccolo da spalla
- Vortrag: Dr. Armin Brinzing (Leiter der RISM-Arbeitsstelle an der Bayerischen Staatsbibliothek in München)
- Sebastian Bodinus (1700-1759): Sonate A-Dur
Mus. Hs. 61, Badische Landesbibliothek
(aus dem Bestand der Karlsruher Musikhandschriften)
Leila Schayegh, Barockvioline
Kai Köpp, Violoncello piccolo da spalla
Mitwirkende
Dr. Armin Brinzing
Armin Brinzing ist Musikwissenschaftler und Leiter der RISM-Arbeitsstelle an
der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Er hat 2001-2010 den Bestand
der Karlsruher Musikhandschriften neu katalogisiert.
Das Internationale Quellenlexikon
der Musik RISM (Répertoire International des Sources Musicales) ist ein
länderübergreifendes, gemeinnützig orientiertes Unternehmen mit dem Ziel, die
weltweit überlieferten Quellen zur Musik umfassend zu dokumentieren.
Leila Schayegh
Die Schweizer Geigerin Leila Schayegh hat in Basel bei Raphaël Oleg ihr Solistendiplom mit Auszeichnung absolviert, bevor sie sich mit einem Studium an der Schola Cantorum Basiliensis bei Chiara Banchini auf Violine in alter Mensur konzentriert hat.
Zum Zeitpunkt ihres Diploms für Alte Musik war sie bereits Preisträgerein des Premio Bonporti Rovereto sowie weiterer renommierter Preise. Heute gehört Leila Schayegh zu den international gefragtesten Geigerinnen der jüngeren Generation. Als Solistin und Kammermusikerin hat sie u.a. mit dem Ensemble 415 und dem Ensemble La Risonanza sowie mit Persönlichkeiten wie Chiara Banchini, René Jacobs, Andrea Marcon, Andreas Scholl oder Maria Cristina Kiehr zusammengearbeitet.
Aus ihrer umfassenden Diskographie seien als jüngste Aufnahme die von der Schallplattenkritik hochgepriesenen Sonaten des Bach- und Händel-Zeitgenossen Giovanni Mossi erwähnt. Neben ihrer Konzerttätigkeit beschäftigt sich Leila Schayegh auch mit Themen der Forschung, die einen direkten Bezug zur künstlerischen Praxis aufweisen. Seit 2006 unterrichtete sie Barockvioline an der Hochschule für Musik Karlsruhe und ist kürzlich als Nachfolgerin von Chiara Banchini an die Schola Cantorum Basiliensis berufen worden.
Dr. Kai Köpp
Kai Köpp studierte Viola und Viola d'amore in Freiburg und an der Schola Cantorum Basiliensis.
In den vergangenen 15 Jahren sind zahlreiche CD- und Rundfunk-Aufnahmen mit führenden Ensembles für Alte Musik entstanden (Concerto Köln, Cappella Coloniensis des WDR, Nova Stravaganza).
Eine CD mit Werken von Christoph Graupner, auf der er als Viola d'amore-Solist zu hören ist, wurde 2005 mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet.
Daneben studierte Kai Köpp Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Jura und promovierte bei dem berühmten Bachforscher Christoph Wolff über das Konzertmeister-Amt des 18. Jahrhunderts. Nach Stationen als Dozent für historische Aufführungspraxis in Zürich und Trossingen lehrt und forscht er seit 2007 an der Hochschule der Künste Bern. Sein "Handbuch historische Orchesterpraxis. Barock - Klassik - Romantik" ist kürzlich beim Bärenreiter-Verlag erschienen.
Die Veranstaltung wird durchgeführt in Kooperation mit der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e.V.
Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Gesellschaft für Musikgeschichte Baden-Württemberg
Badische Bibliotheksgesellschaft
Badische Landesbibliothek
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