Vortrag von Dr. Ute Obhof
Freitag, 22. Januar 2010, 19.30 Uhr
Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
- Eintritt frei -
Cod. Donaueschingen 63, 1325-1350,
Nibelungen-Handschrift C,
Blatt 13r (Ausschnitt). Karlsruhe, Badische Landesbibliothek.
Die Handschrift ist von der Hand eines einzigen Schreibers sehr sorgfältig ausgeführt worden. Der Beginn einer Aventiure ist jeweils durch eine mit roter und blauer Tinte gefertigte Initiale markiert. Mit Rotschrift ist die Überschrift der Aventiure eingetragen. Die Verse und Strophen des Textes sind nicht voneinander abgesetzt, sondern fortlaufend hintereinander geschrieben, aber durch Punkte getrennt.
Unter dem Aspekt der Entstehungsweise eines mittelalterlichen Buches spannt Ute
Obhof den Bogen von Siegfried zu Parzival. Ihren Zuhörern verspricht sie eine
spannende Reise in die Welt des Mittelalters. Im Zentrum des Vortrages stehen die älteste Handschrift des Nibelungenliedes
und das Original des Rappoltsteiner Parzival.
Die Karlsruher "Parzival"-Handschrift überliefert den Versroman Wolframs von Eschenbach aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts, der die Ausbildung Parzivals zum Ritter und seine Suche nach dem Gral beschreibt. Von diesem Romans sind mehr als 80 Handschriften überliefert. Die hier erhaltene Fassung bemüht sich um eine Ergänzung des Romans durch alle sonst bekannten Varianten des Parzival-Stoffes und erweitert dabei den Umfang auf mehr als das Doppelte. Sie wurde in den Jahren 1331-1336 in Straßburg für Ulrich von Rappoltstein als Auftraggeber zusammengestellt.
Dr. Ute Obhof, geboren 1960 in Karlsruhe, leitet die Abteilung Sammlungen
der Badischen Landesbibliothek.
Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein!
Badische Bibliotheksgesellschaft
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