Handschriften, Drucke und Musikalien
der Badischen Landesbibliothek auf Reisen
Übersicht
Auswärtige Veranstaltungen 2006
ARCHITECTURA MILITARIS - Vauban und die Festung Freiburg
- Ausstellung in Freiburg, Museum für Stadtgeschichte (Wentzingerhaus), vom 16. Dezember 2006 bis 11. März 2007
- Informationen im Internet:
Städtische Museen Freiburg,
Dezember 2006 - Januar 2007
Seite 3: ARCHITECTURA MILITARIS - Vauban und die Festung Freiburg
Vor 300 Jahren starb der "Ingenieur de France" Sébastien le Prestre
de Vauban. Aus diesem Anlass werden Dokumente zu seinem Leben und
Werk gezeigt, insbesondere zum Ausbau der Stadt Freiburg als Festung nach der
Eroberung durch Frankreich 1677. Für zwei Jahrzehnte blieb Freiburg gegen
das Reich gerichtet, zu dem es 1697 zurückkehrte. Noch zwei Mal belagerten
französische Truppen die Stadt: 1713 im Spanischen und 1744 im
Österreichischen Erbfolgekrieg. Beim Abzug 1745 wurden die Festungswerke
auf dem Schlossberg und um die Stadt systematisch geschleift. Die
Ruinen bestimmten noch bis ins 19. Jahrhundert die weitere bauliche Entwicklung
Freiburgs.
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Sébastien Le Prêtre (oder auch Prestre) Seigneur, später Marquis de Vauban (1633-1707) war ein französischer General,
Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich.
Erst 25 Jahre alt, leitete er bereits die Belagerungen von Gravelines, Ypern und Oudenaarde. 1662 zeigte er beim Bau
der Befestigungen von Dünkirchen, Lille, Ath und Charleroi sein Talent als Kriegsbaumeister.
In seiner 57jährigen Dienstzeit nahm er an 53 Belagerungen und 140 Gefechten teil.
Insgesamt war Vauban am Bau von 160 Festungsanlagen beteiligt.
Die Abbildung stammt aus dem Werk Vaubans "De l'attaque et de la défense des places".
(Leihgabe der Badischen Landesbibliothek)
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An den Marquis de Vauban erinnert in Freiburg neben den Resten der
Festungsanlage der Name eines neues Stadtteils im Südwesten, der anstelle
von Kasernenbauten der 1930er Jahre entstand, die nach 1945 von den
französischen Besatzungstruppen übernommen und nach dem berühmten
Festungsbaumeister benannt wurden.
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Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
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Vauban, Sébastien LePrestre de: De l'attaque et de la défense des places.
Band 1: 1737. Band 2: (1742). La Haye.
Signatur 77 B 194,1 R und 2 R
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DuFay, ...: Manière de fortifier : Selon La Methode De Monsieur De Vauban.
Paris 1681. Signatur 81 A 13146
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Vauban, Sébastien LePrestre de:
Der Wahre Vauban, oder der von den Teutschen und Holländern verbesserte Französische Ingenieur.
Nurnberg 1737. Signatur 95 B 77065
Leben und Werk des Komponisten Ildefons Haas
- Ausstellung in Offenburg, Museum im Ritterhaus, vom 14. November bis 10. Dezember 2006
- Informationen im Internet:
Pater Ildefons Haas (1735-1791) -
Leben und Werk des Offenburger Barock-Komponisten
Die Ausstellung rückt Leben und Werk des Benediktinerpaters Ildefons Haas (1735-1791)
in den Mittelpunkt. Geboren in Offenburg, ausgebildet als Komponist,
Geiger, Theologe und Bibliothekar, wirkte der Benediktinerpater sehr vielfältig. Mehrere Kompositionen sind überliefert,
von denen einige auch gedruckt wurden. Daneben wurde Haas jedoch auch für seine Arbeit als Übersetzer theologischer
Literatur bekannt.
Für die an Komponisten in dieser Zeit arme Region Südwestdeutschlands bildet Haas eine wichtige
Ausnahme: er verkörpert das Musikschaffen der Übergangszeit vom musikalischen Barock zur Zeit der Klassik.
Den Untergang des blühenden Musiklebens in Ettenheimmünster, das im 18. Jahrhundert ein Zentrum der süddeutschen
Kirchenmusik war, hat Ildefons Haas nicht mehr erlebt, das Kloster wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgehoben,
Abtei und Klosterkirche dabei beseitigt.
Die Ausstellung findet aus Anlass der Fertigstellung und Präsentation des 19. Bandes der
Denkmäler der Musik in
Baden-Württemberg statt: Pater Ildefons Haas (1735-1791): Offertorienzyklus (1765), vorgelegt von Bernhard Klär
(siehe Veranstaltungen der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg).
Dieser Band wird herausgegeben von der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg,
deren Mitglied die Badische Landesbibliothek ist.
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Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
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XV Offertoria pro omni die ac festo per annum cum vocibus et instrumentis consuetis, op. II, Augustae Vindelicorum,
typis et sumptibus, Joannis Jacobi Lotteri 1766, Titelblatt der Orgelstimme,
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung,
Don Mus. Dr. 1268
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Canto, Ausschnitt der ersten Notenseite
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung,
Don Mus. Dr. 1268
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Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation -
Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters
- Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg vom 28. August bis 10. Dezember 2006
- Informationen im Internet:
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Als Stadt Ottos des Großen nimmt Magdeburg die gesamte mittelalterliche Reichsgeschichte
von 962 bis ca. 1500 in den Blick. Kunstwerke aus Europa und Übersee verwandeln das Magdeburger Museum
in eine Schatzkammer auf Zeit.
Die Ausstellung wird getragen von der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Land Sachsen-Anhalt. Ihr wurde der
Ehrentitel „29. Ausstellung des Europarates” verliehen. Die Ausstellungen des Europarates sollen
in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für das europäische Kulturerbe schaffen.
Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Horst Köhler,
gewährt der Ausstellung sein hohes Patronat.
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Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Hermann von Reichenau: Chronicon, Synode von Sutri
Badische Landesbibliothek,
Cod. aug. perg. CLXXV
Die Handschrift der Badischen Landesbibliothek ist die ausführlichste und am besten informierte Quelle
zur Regierung Kaiser Heinrichs III. Sie berichtet von der Synode von Sutri 1046.
König Heinrich III. setzte in Rom im Dezember 1046 drei gleichzeitig amtierende Päpste, Gregor VI., Benedikt IX. und
Silvester III., ab und ernannte den Cluniazenser Bischof Suidger von Bamberg zum Kirchenoberhaupt.
Diese Entscheidung wurde von der unter Einfluss von
Cluniazensern stehenden Synode von Sutri in Rom bestätigt.
Bischof Suidger wurde am Heiligabend 1046 während der
Synode zum Papst gewählt.
Am 1. Weihnachtsfeiertag 1046 krönte Suidger Heinrich III. und seine Gemahlin Agnes von Poitou zum Kaiserpaar.
Einer der fundamentalsten
Eingriffe des Kaisers in die römischen Machtverhältnisse erscheint in der zeitgleich niedergeschriebenen
Wahrnehmung Hermanns wie eine gewöhnliche Bischofseinsetzung. Mit Suidger wurde
ein Reichsbischof Papst und der Stuhl Petri wurde zur Kathedra eines Reichsbischofs. Die universalistische
Idee der römischen Kaiserwürde ist zu keinem Zeitpunkt so deutlich abzulesen wie am nüchternen
Bericht des Hermann von Reichenau.
Canossa 1077- Erschütterung der Welt.
Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik
- Ausstellung in Paderborn vom 21. Juli - 5. November 2006
- Informationen im Internet: Canossa 1077
Ausstellungskatalog:
Canossa 1077 -
Erschütterung der Welt :
Geschichte, Kunst und Kultur am Anfang der Romantik. Katalogbuch zur
Ausstellung: Paderborn, 21.7.2006-5.11.2006, Museum in der Kaiserpfalz, Diözesanmuseum, Städtische Galerie.
Band 1: Katalogband. Band 2: Essayband. Hrsg.: Christoph Stiegemann und Matthias Wemhoff. -
München : Hirmer 2006. - ISBN 3-7774-2865-5
Das berühmteste Ereignis während der Zeit des Investiturstreits ist
wohl der sprichwörtlich gewordene Bußgang des deutschen Herrschers Heinrichs IV.
1077 nach Canossa.
Die Auseinandersetzungen zwischen Herrscher und Papst, die sich an der Frage der Einsetzung der Bischöfe entzündeten und im
Bannspruch des Papstes Gregors VII. und dem Bußgang des Herrschers kulminierten, sind aber nur ein Aspekt dieser
Epoche weit reichender Veränderungen und Reformen, die alle Bereiche der mittelalterlichen Gesellschaft betrafen.
Der Gang nach Canossa ist Ausgangspunkt des Ausstellungskonzeptes. Die Ausstellung basiert auf den Ergebnissen
neuster interdisziplinär angelegter Forschung zum 11. und frühen 12.
Jahrhundert, an der neben Historikern, Archäologen und Kunsthistorikern auch Theologen, Bauhistoriker sowie Sprach- und
Musikwissenschaftler beteiligt sind.
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Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Manegold von Lautenbach, Liber ad Gebehardum.
Badische Landesbibliothek,
Hs. Rastatt 27, Blatt 1r
12. Jh., aus Kloster St. Johann in Blaubeuren
Gesicherte Daten über das Leben Manegolds von Lautenbach sind nur aus der Zeit zwischen 1085 und 1103 bekannt. Er wurde 1085 aus dem
elsässischen Stift Lautenbach von Anhängern König Heinrichs IV. vertrieben, worauf er in das Stift Rottenbuch in Oberbayern auswich.
Später wurde er Prior des neugegründeten Augustinerchorherrenstifts Marbach im Elsass.
Die dem Erzbischof Gebhard von Salzburg gewidmete Streitschrift "Liber ad Gebehardum" ist eine Materialsammlung zu den
zentralen Streitpunkten des Investiturstreits nach dem zweiten Bann gegen Heinrich IV. (1080). Sie enthält heftige Angriffe
auf den König und seine Anhänger sowie eine vorbehaltlose Verteidigung von Person und Handeln Gregors VII.
Merigarto.
Anonym, bairischer Raum, Regensburg (Kloster Prüll)?, um 1100
Pergament - schräg abgeschnittenes Doppelblattfragment - H. 18,6-19,8 cm, B. 29 cm
Badische Landesbibliothek, Hs. Donaueschingen A III 57, Blatt 1v-2r
Das Fragment kann als älteste überlieferte geographische Beschreibung in deutscher Sprache bezeichnet werden.
Es wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1834 in der ehemaligen Fürstlich Fürstenbergischen Bibliothek in
Prag aufgefunden. Den Titel Merigarto erhielt das Bruchstück,
dessen Autor unbekannt ist, von seinem Entdecker.
Das zusammengesetzte Substantiv (aus ahd. meri Meer und
ahd. garto Garten) ist im Althochdeutschen belegt, im Wortlaut
des Fragmentes jedoch nicht zu finden.
Weitere Informationen: Katalogeintrag zum Exponat Merigarto
(von Ute Obhof)
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Johannes Stumpf, Keyser Geschichte Heinrychs IV.
(16. Jh.)
Badische Landesbibliothek,
69 B 713 RH, Blatt 79v
Johannes Stumpf, reformierter Historiker und Pfarrer, wurde 1500 in Bruchsal geboren und starb 1577 oder 1578 in Zürich.
Nach einem Theologiestudium in Heidelberg wurde die Bekanntschaft mit dem
Zürcher Reformator Zwingli für ihn wegweisend. Er wurde dessen Mitarbeiter und Freund.
Johannes Stumpf ist der Verfasser mehrerer wichtiger historischer Werke, die er
alle in deutscher Sprache verfasste. Für die Entwicklung der
deutschen Sprache dürfte er damit eine nicht geringe Bedeutung haben, die bisher jedoch noch nicht erforscht ist.
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Ein Knab auf schnellem Roß
- Ausstellung in der Universitätsbibliothek Heidelberg vom 19. Mai 2006 bis zum 31. März 2007
- Informationen in Internet: Ein Knab auf schnellem Roß
Ausstellungskatalog:
Ein Knab auf schnellem Roß :
Die Romantik in Heidelberg ; Ausstellungskatalog / Universitätsbibliothek Heidelberg. Bearb. von Armin
Schlechter unter Mitwirkung von Martina Rebmann
Heidelberg: Winter, 2006. - 128 S. : zahlr. Ill.
ISBN 3-8253-5202-1. - Euro 15,-
(Schriften der Universitätsbibliothek; Bd. 7)
Vor 200 Jahren ist die folgenreiche Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn in drei Bänden erschienen (1805/06 bis 1808).
Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg im Rahmen des "Literatursommers Baden-Württemberg 2006" zeigt neben der
Entstehung des Werkes durch Achim von Arnim und Clemens Brentano auch Vorgänger dieser Sammlung sowie daraus entstandene
Folgen im Bereich Volkslied und Kunstmusik.
Schon Johann Wolfgang von Goethe vermisste im Wunderhorn Melodien, und er drückte dies in seiner berühmten Rezension zum ersten
Band so aus:
"Am besten aber läge doch dieser Band auf dem Clavier des Liebhabers oder Meisters der Tonkunst, um den darin
enthaltenen Liedern entweder mit bekannten hergebrachten Melodien ganz ihr Recht widerfahren zu lassen, oder ihnen schickliche
Weisen anzuschmiegen, oder, wenn Gott wollte, neue bedeutende Melodien durch sie hervorzulocken."
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Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier,
Gotha: Beckerische Buchhandlung, 1799
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Signatur: M 146 RH
Das Gedicht "Ännchen von Tharau" (Text: Simon Dach) erscheint hier in einer Vertonung von Karl Siegmund
Freiherr von Seckendorff (1744-1785). Die graziöse Melodie mit Verzierungen, Melismen und Sprüngen trägt barocke Züge.
Die schlichte Klavierbegleitung gleicht in der linken Hand häufig noch einem auszusetzenden Generalbass.
Ohne Begleitung "wirkt" die Melodie hier und bei vielen anderen Liedern der Sammlung nicht.
Vorbilder für das Wunderhorn gab es einige, so das Mildheimische Liederbuch von Rudolph Zacharias Becker (1799), dessen
Ausgabe jedoch einen eigenen Band mit 391 Melodien mit Klavierbegleitung aufweist. Karl Gottlieb Umbreit (1763-1829),
Komponist und Organist aus Gotha, besorgte die Ausgabe. Für eine Melodiensammlung des 18. Jahrhunderts ist diese
Ausgabe außerordentlich umfangreich. Vertreten sind vor allem Lieder von J. A. P. Schulz, J. Fr. Reichardt und
J. A. Hiller, die zu den führenden Liedkomponisten des späten 18. Jahrhunderts gehörten.
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Clara Faisst, Sieben Lieder aus "des Knaben Wunderhorn", op. 10
Karlsruhe: Selbstverlag, um 1915
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Signatur: M 6517 RH
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Die Komponistin, Pianistin und Dichterin
Clara Faisst (1872-1948) stammt aus Karlsruhe.
Sie studierte in Berlin Klavier und
Komposition und kehrte anschließend in ihre Heimatstadt zurück. Ihr kompositorisches Œuvre umfasst vor allem Lieder,
von denen sich etwa 100 gedruckt oder handschriftlich erhalten haben. Clara Faisst ließ sich vom Wunderhorn zu schlichten,
aber wirkungsvollen Liedern für Singstimme und Klavier inspirieren.
Mozart in Meermanno
- Ausstellung in Den Haag vom 15. April - 25. Juni 2006
- Informationen in Internet: Mozart in Meermanno
Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail ist wie viele Opern und Singspiele des 18. Jahrhunderts
für verschiedenste Besetzungen bearbeitet worden. So entstand auch eine Fassung für die so genannte Harmoniemusik,
eine Bläserbesetzung für 5 bis 10 Spieler, die um 1780 in Wien in Mode gekommen war. In der Regel waren der Komponist
sowie der Bearbeiter von Harmoniemusik nicht identisch. Doch hat die Forschung herausgefunden, dass es sich in diesem
Fall um eine Bearbeitung von Mozart selbst handelte:
"Nun habe ich keine geringe arbeit. - bis Sonntag acht tag muß meine Opera auf die harmonie gesetzt seyn - sonst
kommt mir einer bevor - und hat anstatt meiner den Profit davon", schrieb Wolfgang Amadeus Mozart 1782 aus Wien an
seinen Vater in Salzburg. Lange Zeit hatte man diese Arbeit Mozarts verschollen geglaubt. Doch dass sie sich in
einer Abschrift aus der
Donaueschinger Musikaliensammlung
erhalten hat, die heute in der Badischen Landesbibliothek
Karlsruhe verwahrt wird, daran gibt es jetzt keinen Zweifel mehr. Die musikalischen Raffinessen des Werkes, die nur
der Komponist selbst und kein noch so guter Bearbeiter in dieser Weise hätte setzen können, beweisen die Echtheit
und machen die Donaueschinger Harmoniemusik
der Entführung zu einem singulären Werk.
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Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
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Wolfgang Amadeus Mozart, Harmoniemusik der Entführung aus dem Serail
Badische Landesbibliothek,
Don Mus. Ms. 1392,
Stimme der 1. Klarinette, erste Notenseite
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Die insgesamt acht Stimmen umfassende Handschrift Don Mus. Ms. 1392 ist der Mittelpunkt der Ausstellung
"Mozart in Meermanno" in Den Haag, die sich mit der spannenden Geschichte der Auffindung und Erforschung
sowie der Publikation dieser Musik befasst.
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Wolfgang Amadeus Mozart, Harmoniemusik der Entführung aus dem Serail
Badische Landesbibliothek,
Don Mus. Ms. 1392,
Stimme des 2. Horns, Titelblatt
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SIGISMUNDUS Rex et Imperator 1387 - 1437 -
Kunst und Kultur zur Zeit Sigismunds von Luxemburg
- Ausstellung in Budapest: Szépmûvészeti Múzeum, 18.03. - 18.06.2006
- Ausstellung in Luxemburg: Musée national d'histoire et d'art, 13.07. - 15.10.2006
- Informationen in Internet: SIGISMUNDUS Rex et Imperator 1387 - 1437
Ausstellungskatalog:
Sigismundus Rex et Imperator : Ausstellung, Budapest, Szépmüvészeti
Múzeum, 18. März - 18. Juni 2006 ; Luxembourg, Musée National d'Histoire et d'Art, 13. Juli bis 15. Okt. 2006 =
Sigismund von Luxemburg - Kunst und Kultur 1387 - 1437 / [Texte: Szilard Papp. Red.: Agnes Körber]. - Budapest :
Szépmûvészeti Múzeum [u.a.], 2006. - 96 S.
Die Herrschaft Sigismunds von Luxemburg, König von
Ungarn (1387), König (1410/11) und Kaiser (1433) des
Heiligen Römischen Reiches war von bedeutenden historischen
und intellektuellen Umwälzungen geprägt.
Die Ausstellung zeigt den Werdegang des großen, universellen Herrschers
im spätmittelalterlichen Europa und die herausragenden Kunstwerke der internationalen
Gotik. Sie umfasst mehr als 350 Exponate aus über hundert bedeutenden
Bibliotheken und Museen der Welt.
Neben den ungarischen Nationalsammlungen beteiligen sich
unter anderem die Münchener Bayerische Staatsbibliothek, das Frankfurter Liebieghaus, das Londoner
British Museum, die Pariser Bibliothèque Nationale, der Pariser Louvre, das New Yorker Metropolitan
Museum, die Vatikanische Biblioteca Apostolica, das Wiener Kunsthistorische Museum und die Österreichische
Nationalbibliothek an der Ausstellung. Aus der Badischen Landesbibliothek sind die Handschriften
Cod. St. Georgen 63 und Cod. Ettenheimmünster 11 zu sehen.
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Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Ulrich von Richenthal, Chronik des Konzils von Konstanz, um 1470
Badische Landesbibliothek, Cod. St. Georgen 63, fol. 53v / 54r
Ein Problem jener Zeit stellte die Kirchenspaltung dar, das Abendländische Schisma.
Die große Leistung Sigismunds bestand in der Wiederherstellung der Einheit der römischen Kirche
auf dem Konzil von Konstanz (1414 bis 1418).
Webseite in Wikipedia:
Sigismund von Luxemburg
Ulrich von Richenthal, Chronik des Konzils von Konstanz, 1467
Badische Landesbibliothek, Cod. Ettenheimmünster 11, fol. 23v / 24r
Karl der Große und die Alpen.
Die Reise durch die Alpen in karolingischer Zeit
- Ausstellung in Susa / Turin, Diözesanmuseum für sakrale Kunst (Museo Diocesano di Arte Sacra)
vom 25. Februar - 25. März 2006.
- Informationen in Internet:
Karl der Große und die Alpen.
Die Reise durch die Alpen in karolingischer Zeit
(Carlo Magno e le Alpi. Il viaggio attraverso l'arco alpino in epoca carolingia)
Anlässlich der 20. Olympischen Winterspiele - Turin 2006 - organisieren die Region Piemont und das Diözesanzentrum
für Kultur von Susa eine dem Thema "Reise durch die Alpen in karolingischer Zeit" gewidmete internationale Ausstellung.
Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Alpen in karolingischer Zeit von einer kulturellen
Grenzregion zu einem Zentrum für Austausch und Vermittlung.
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Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
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Gregorius Magnus,
Moralia in Job
Badische Landesbibliothek,
Cod. Aug. IV, fol. 197r.
Originale Größe 44 x 30 cm.
Handschrift der "Egino-Gruppe"
(im Bestand der
Reichenauer Handschriften
der Badischen Landesbibliothek)
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Karl der Große setzte nach der Eroberung des Langobardenreichs (774) den Alemannen Egino zum Bischof von Verona
ein; die stark befestigte Stadt war damals eine der strategisch wichtigsten Plätze Oberitaliens. Von Eginos
Wirken zeugen aufwendig hergestellte Manuskripte, vor allem der Berliner "Egino-Codex" und die Codices der
"Egino-Gruppe". Egino blieb in Verbindung mit seiner alemannischen Heimat. Im Jahr 799 wurde die von ihm
an der Nordwestspitze der Insel Reichenau errichtete und prächtig ausgestattete Peterskirche geweiht. Dort
verbrachte Egino die letzten drei Jahre seines Lebens (799-802).
Bei der "Egino-Gruppe"
handelt es sich um eine Gruppe von Codices, die in Verona hergestellt wurden und heute in Basel,
Einsiedeln, Karlsruhe, Paris und St. Gallen aufbewahrt werden. Egino hat in Verona diese Bücher für sich
und vielleicht auch schon im Hinblick auf die zu Reichenau-Niederzell geplante Gründung schreiben lassen und
diesen Satz Handschriften offenbar komplett mit über die Alpen genommen; denn bislang ist kein Überbleibsel
der "Egino-Gruppe" in Italien nachgewiesen.
Literatur:
Walter Berschin und Alfons Zettler:
Egino von Verona : der Gründer von Reichenau-Niederzell (799). - Stuttgart : Thorbecke, 1999. - 70 S. : Ill.;
(Reichenauer Texte und Bilder ; 8). - ISBN 3-7995-4408-9
Georg Gottfried Gervinus
- Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg vom 19. Januar - 21. April 2006.
- Informationen in Internet:
Georg
Gottfried Gervinus
- Zur 200. Wiederkehr des Geburtstags von Gervinus am 20. Mai 2005 wurde für die
Virtuelle
Fachbibliothek Geschichte eine Sonderseite erstellt:
Georg
Gottfried Gervinus.
Ausstellungskatalog:
Georg
Gottfried Gervinus 1805-1871. Gelehrter - Politiker - Publizist.
Bearbeitet von Frank Engehausen, Susan Richter und Armin Schlechter.
Herausgegeben von Werner Moritz.
Archiv und Museum der Universität Heidelberg. Schriften 9.
152 S. mit 43 Abb., fester Einband.
ISBN 3-89735-445-4.
Im Dezember 1858 erschien - gerade noch rechtzeitig vor den Säkularfeiern zu Händels Todestag 1859 -
die erste Lieferung zum ersten Band der vom deutschen Musikforscher Friedrich Chrysander
(1826-1901) herausgegebenen Gesamtausgabe. Chrysander gründete 1856 zusammen mit dem Heidelberger
Literarhistoriker Georg Gottfried Gervinus (1805-1871) zur Durchführung dieser Händel-Gesamtausgabe
die "Deutsche Händel-Gesellschaft", die sich jedoch bereits vier Jahre später wieder auflöste.
Gervinus unterstützte anfangs das gewaltige Unternehmen mit eigenen Mitteln. Seiner Energie und
Opferbereitschaft war es zu verdanken, dass trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten - nicht
nur in finanzieller Hinsicht - die Gesamtausgabe der Werke Händels durch Chrysander fortgesetzt und vollendet wurde.
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Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
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Georg Friedrich Händel
(1685-1759),
Ausgabe sämtlicher Werke
hrsg. von Friedrich Chrysander,
Band 1: Susanna, Leipzig 1858
[Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Musiksammlung,
Don. Mus. Dr. 3033,1]
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Vorträge, Lesungen, Konzerte
- "Ich sprach Mozarts Namen aus ..."
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Ernst-Friedrich Kauffmann (1803-1856) und
die Mozartbegeisterung im Freundeskreis Eduard Mörikes
Vortrag von Dr. Martina Rebmann, Badische Landesbibliothek, in Stuttgart am 25. Juli 2006
weitere Informationen zum Thema:
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Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek:
"Moser nennt er sich ..." - Württembergische
Näherungen an Mozart
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Veröffentlichung des Vortrags im Jahrbuch der Gesellschaft für Musik in Baden-Württemberg Bd. 13, 2006:
Schriften
Weitere Informationen
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