Handschriften, Drucke und Musikalien
der Badischen Landesbibliothek auf Reisen
Übersicht
Auswärtige Veranstaltungen 2010
Für Königtum und Himmelreich : 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn
- Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn vom 23. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010
- Informationen im Internet:
Für Königtum und Himmelreich
- Ausstellungskatalog: Für Königtum und Himmelreich : 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn ; Katalog zur Jubiläumsausstellung im Museum in der Kaiserpfalz und im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn 2009/2010 / hrsg. von Christoph Stiegemann und Martin Kroker. Regensburg : Schnell & Steiner, 2009. - 583 S.
Vor genau 1.000 Jahren trat Meinwerk, der zehnte Bischof der Kirche von Paderborn, sein Amt an.
Von 1009 bis 1036 lenkte er die Geschicke seines Bistums und wurde zu einem der bedeutendsten Bischöfe des Mittelalters. Seine imposanten Bauwerke wie der Dom und die Kaiserpfalz prägen das Bild der Stadt Paderborn bis heute. Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum und das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn würdigen das Leben und Werk Bischof Meinwerks mit einer großen Jubiläumsausstellung.
Auf insgesamt 2.000 Quadratmetern werden einzigartige Handschriften, Urkunden und liturgische Geräte, aber auch kostbare Schmuckstücke, prächtige Waffen und andere archäologische Fundstücke des 11. Jahrhunderts aus ganz Europa präsentiert. Sie lassen eine Epoche lebendig werden, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erreichte und die Bischöfe zusammen mit den Königen und den Adligen das Reich regierten.
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Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
- Codex Aug. perg. 73
Westdeutschland (?), 2. Viertel des 9. Jahrhunderts. Pergament.
Martianus Capella: De nuptiis Philologiae et Mercurii
- Codex Aug. perg. 129
Südwestdeutschland, 9. Jahrhundert. Pergamentblatt. Zeichnung der Grabeskirche von Jerusalem.
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Martianus Capella: De nuptiis Philologiae et Mercurii.
Codex Aug. perg. 73, Badische Landesbibliothek.
Westdeutschland (?), 2. Viertel des 9. Jahrhunderts. Pergament.
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Der Karthager Martianus Capella schrieb in der Spätantike die romanhafte Erzählung von der Hochzeit des Mercurius und der Philologia ("De nuptiis Philologiae et Mercurii"). Jupiters Sohn Merkur hat sich darin die sterbliche Jungfrau Philologia als zukünftige Frau ausgesucht. Bei der Vermählung im Himmel werden der Braut sieben Damen als Mitgift vermacht, die ihr Wissen anschließend in Form von Lehrbüchern über die sieben freien Künste ausbreiten. Die freien Künste waren ein in der Antike entwickelter Kanon der höheren Allgemeinbildung. Schon im ersten vorchristlichen Jahrhundert hatte sich dieser Kanon auf die Fächer Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik gefestigt.
Die Rahmenallegorie des Martianus Capella wurde bis zum 13. Jahrhundert viel gelesen und nachgeahmt.
In der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe wird heute der wohl älteste vollständig erhaltene Zeuge des Textes aufbewahrt. Er stammt aus der berühmten Bibliothek des Inselklosters Reichenau.
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Codex Aug. perg. 129, Badische Landesbibliothek.
Südwestdeutschland, 9. Jahrhundert. Pergamentblatt.
Zeichnung der Grabeskirche von Jerusalem.
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Das ausgestellte Pergamentblatt ist einem von der Insel Reichenau stammenden Evangelienkommentar beigefügt. Ursprünglich war es Teil einer im 9. Jahrhundert verfassten Kopie einer von Adamnanus, Abt des schottischen Klosters Iona, verfassten Schrift "De locis sanctis libri tres" (um 680). Die Zeichnung geht zurück auf Skizzen, die Adamnanus von dem gallischen Bischof Arculf erhalten hatte, der um 680 die heiligen Stätten in Palästina besucht hatte. Arculf hatte auf Wachstafeln zur Erläuterung seiner Beschreibungen Grundrisse der wichtigsten Bauten gefertigt, darunter auch eine Darstellung der Rotunde mit dem Heiligen Grab. Diese fügte Adamnanus als Zeichnungen seinem Bericht über die Mitteilungen Arculfs bei. Das Karlsruher Blatt enthält neben der Darstellung der Grabeskirche auch den Text des Adamnanus mit der Beschreibung der Grabeskirche.
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