Badische Landesbibliothek
   


Faksimile des Monats - Jahr 2013

Faksimile im Dezember:
Der Rosenroman für François I.

Vom späten 13. Jahrhundert bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts erfreute sich der Rosenroman, ein Versroman zum Thema Liebe, großer Beliebtheit. Allgemein gilt er als das bedeutendste Werk der französischen mittelalterlichen Literatur und der allegorischen Dichtung. Nicht weniger als 300 Manuskripte sind erhalten, davon einige reich illustriert.

Der Rosenroman erzählt einen langen Traum. Dieser Traumbericht stellt dar, wie der Protagonist und Ich-Erzähler sich in eine Rose verliebt und wie er diese nach vielen Schwierigkeiten am Ende erlangt.

Die Handschrift, die dem vorliegenden Faksimile zu Grunde liegt, ist das aufwändigste Prachtexemplar in der langen Traditionsreihe der Rosenromanabschriften. Sie wurde für den König von Frankreich in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts hergestellt. Das Original befindet sich in der Pierpont Morgan Library in New York.

Rosenroman
Der Rosenroman für François I.
New York, Pierpont Morgan Library, M. 948 / [Guillaume de Lorris u. Jean de Meung.] Kommentar: Margareta Friesen. - Graz : Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1993. (Codices selecti ; 97). ISBN 3-201-01607-1
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Ng0198




Faksimile im November:
Wolfram von Eschenbach: Willehalm

Der Willehalm ist eine Verserzählung Wolframs von Eschenbach, die zu den bedeutendsten epischen Werken der mittelhochdeutschen Literatur zählt. Die Erzählung entstand Anfang des 13. Jahrhunderts. Sie wurde nicht beendet.

Willehalm ist ein kampferprobter Ritter von hoher Geburt, der als Held in der Geschichte einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Heiden und Christen agiert.

Die Originalhandschrift, die dem vorliegenden Faksimile zu Grunde liegt, wurde 1320 in Wien geschrieben und ist illustriert. Sie befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.


Wolfram von Eschenbach: Willehalm
Wolfram von Eschenbach: Willehalm. Mit der Vorgeschichte des Ulrich von Tuerlin und der Fortsetzung des Ulrich von Tuerheim; Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis 2670 der Österreichischen Nationalbibliothek. - Graz : Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1974. (Codices selecti ; 46)
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Nf0036




Faksimile im Oktober:
Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Das Gebetbuch entstand im Auftrag Kaiser Rudolf II. im 16. Jahrhundert und ging später über in den Besitz von Kurfürst Maximilian I. von Bayern, Kunstsammler und Kunstkenner von hohem Rang. Es enthält unter anderem das Marienoffizium, die Psalmen und die Allerheiligenlitanei.

Der Leser wird durch seinen reizvollen Buchschmuck gefesselt: Zahlreiche Darstellungen von Pflanzen und Tieren sind über den unbeschriebenen Rand oberhalb, seitlich und unterhalb des Textes verteilt. Maximilian ließ im 17. Jahrhundert ein zweites Titelblatt mit bayerischem Wappen und ganzseitige Miniaturen hinzufügen. Die Handschrift besitzt außerdem einen silbernen Prunkeinband (1574) des Goldschmieds Hans Lencker, in den emaillierte Ornamente eingefügt sind.

Das Original befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.

Das ältere Gebetbuch Maximilians I. : vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis 1907 der Österreichischen Nationalbibliothek / Einführung: Wolfgang Hilger. - Graz : Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1973. (Codices selecti ; 39). ISBN 3-201-00828-1.

Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Ng0095
Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern




Faksimile im September:
Muhammeds wunderbare Reise durch Himmel und Hölle

Das Werk stammt von dem Dichter Mir Haidar, wurde in osttürkischer Sprache und uigurischer Schrift von Malik Bachschi in Herat kalligraphiert und ist mit 61 Miniaturen geschmückt. Es handelt von den märchenhaften und apokalyptischen Visionen, die jenen wunderbaren Weg markieren, auf dem der Begründer des Islam sich eines Nachts bis zum Thron Gottes erhob.

Das Original, welches sich in der Bibliothèque Nationale in Paris befindet, entstand im 15. Jahrhundert und ist, wie bei orientalischen Handschriften üblich, von rechts nach links geschrieben.


Muhammeds wunderbare Reise durch Himmel und Hölle
Muhammeds wunderbare Reise durch Himmel und Hölle : [Bibliothèque Nationale Paris, Ms. suppl. Turc 190] / hrsg. von Marie-Rose Séguy. - München : Prestel, 1977.
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Nk0012




Faksimile im August:
Raimundus Lullus: Electorium parvum seu breviculum

Das in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrte "Breviculum" (Kurzfassung) gehört zu den interessantesten Handschriften des europäischen Mittelalters. Es ist eine Kompilation der Schriften Ramon Lulls (etwa 1232 bis 1316) mit zwölf ganzseitigen Miniaturen, die das Leben und die Lehre des berühmten katalanischen Philosophen, Theologen und Dichters bildlich darstellen.

Die prachtvolle Miniaturenfolge gehört zu den originellsten und künstlerisch wertvollsten Zeugnissen der französischen Buchmalerei aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. Unter der großen Zahl der Handschriften, die das umfangreiche Werk Ramon Lulls überliefern, ist der Karlsruher Codex das Prunkstück.


Raimundus Lullus: Electorium parvum seu breviculum
Electorium parvum seu breviculum. Raimundus Lullus. Vollständiges Faksimile der Handschrift St. Peter perg. 92 der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe / hrsg. von Gerhard Römer.. - Wiesbaden : Reichert, 1988. - [90] S. ISBN 3-88226-374-1

Standort im Lesesaal Sammlungen
HS: Nf0065a





Faksimile im Juli:
Ein Sommernachtstraum Ouvertüre Op. 21 von Felix Mendelssohn Bartholdy

Bemerkenswert ist, in welchem Maße ein Werk, das den öffentlichen Durchbruch des gerade siebzehnjährigen Komponisten markierte, fast zum Inbegriff musikalischer Romantik und jedenfalls zum Synonym für den Namen des Komponisten geworden ist. Desto erstaunlicher ist es, dass über die Entstehung dieser Komposition wenig bekannt ist.

Die einzige gesicherte Datierung mit dem Wortlaut "Berlin am 6ten Aug(ust) 1826" findet sich am Ende der autographen Partitur, die hier erstmals als vollständiges Faksimile vorliegt. Das Original befindet sich in der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau.


Ein Sommernachtstraum Ouvertüre Op. 21 von Felix Mendelssohn Bartholdy
Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum, Ouvertüre op. 21 : Autograph Biblioteka Jagiellonska, Kraków. Commentary by Friedhelm Krummacher. - [Partitur], Bärenreiter Facsimile. - Kassel [u.a.] : Bärenreiter, c 2009. - Kommentar englisch, deutsch und japanisch.
Standort im Lesesaal Sammlungen ML: Tz09772




Faksimile im Juni:
Der Codex Mendoza

Der Codex Mendoza wurde etwa 1541-1542 im Auftrag des ersten Vizekönigs von Neu-Spanien Antonio de Mendoza für Karl V. angefertigt. Aztekische Schreiber stellten auf 72 Seiten die aztekische Geschichte von 1325 bis 1521 in ihrer Bilderschrift dar. Der Codex Mendoza enthält wichtige Informationen über die Herkunft, die Kriege und den Glauben der Azteken. Er wurde durch 63 Seiten spanischer Übersetzungen, Kommentare und Erweiterungen von einem náhuatlkundigen Mönch ergänzt.

1542 wurde die Handschrift zwar nach Spanien geschickt, gelangte aber durch Piraten zunächst nach Frankreich. Seit 1659 befindet sich die Handschrift Besitz der Bodleian Library in Oxford .


Der Codex Mendoza - Berkeley : University of California Press, 1992. - 152 S. ISBN 0-520-06234-5
Standort im Lesesaal Sammlungen
HS: Nk0120
Der Codex Mendoza




Faksimile im Mai:
Hildegard von Bingen: Liber Scivias

Hildegard von Bingen war Benediktinerin, Dichterin und eine bedeutende Universalgelehrte ihrer Zeit. Sie lebte von 1098-1179 und gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Ihre Werke befassen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie.

Das vorliegende Werk zeigt die Miniaturen im "Liber Scivias" der Hildegard von Bingen (1098-1179) und versucht eine Interpretation derselben. Sie entstammen der ältesten illustrierten Handschrift, dem Rupertsberger Codex, der in der Regel in die Lebenszeit der Autorin datiert wird, und zeigen die Visionen der Hildegard von Bingen. Es ist Hildegards erstes Werk und entstand in zehnjähriger Arbeit.

Das Original verschwand im Jahre 1945, es existierte damals aber schon ein ausgezeichnetes Faksimile aus dem Jahren 1927-1933, das in der Abtei Sankt Hildegard in Eibingen hergestellt wurde.


Hildegard von Bingen: Liber Scivias
Die Miniaturen im "Liber scivias" der Hildegard von Bingen : die Wucht der Vision und die Ordnung der Bilder / von Lieselotte E. Saurma-Jeltsch. - Wiesbaden : Reichert, 1998. ISBN 3-89500-038-8
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Ne0109





Faksimile im April:
Die Kreuzritterbibel

Ein Meisterwerk der französischen Buchmalerei, das für Ludwig IX., den Kreuzfahrer-König von Frankreich (1226-1270) und einen der herausragenden Mäzene seiner Zeit, geschaffen wurde. Diese Handschrift bezeugt die herausragende Rolle der Buchmalerei im 13. Jahrhundert und zugleich die wichtige Funktion der biblischen Geschichte für eine Gesellschaft, die sich der Ideologie der Kreuzzüge verschrieben hatte.

Das verschwenderisch illustrierte Werk beginnt mit der Erschaffung der Welt und endet beim Leben König Davids. Ursprünglich ohne Text und damit eines der frühesten Bilder-Bücher seiner Zeit, sind die Ränder mit einer Vielzahl von Inschriften gefüllt, die später hinzugefügt wurden. Das Original befindet sich in der Pierpont Morgan Library, New York unter der Signatur M 638.

Die Kreuzritterbibel
Die Kreuzritterbibel. [die Bilderbibel Ludwigs des Heiligen]; Pierpont Morgan Library, New York, MS M.638. - Luzern : Faksimile-Verlag, 1998. - ISBN 3-85672-062-6
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Nf0329



Faksimile im März:
Die Goldene Bulle - König Wenzels Handschrift

Die Goldene Bulle von 1356 war das wichtigste Verfassungsdokument des mittelalterlichen Reiches. Der Name bezieht sich auf das goldene Siegel der Urkunde. Sie entstand während der Herrschaftszeit des römisch-deutschen Kaisers Karls IV. und regelte die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser durch die Kurfürsten bis zum Ende des Alten Reiches 1806.

Der zweite Teil der Bulle, das "Metzer Gesetzbuch", behandelte insbesondere protokollarische Fragen, die Steuererhebung sowie die Strafen für Verschwörungen gegen Kurfürsten. Die ersten 23 Kapitel (Nürnberger Gesetzbuch) wurden in Nürnberg erarbeitet und am 10. Januar 1356 auf dem Nürnberger Hoftag verkündet, die Kapitel 24 bis 31 (Metzer Gesetzbuch) am 25. Dezember 1356 in Metz.

Die Originalhandschrift befindet sich unter der Signatur Codex Vindobonensis 338 in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.

Die Goldene Bulle - König Wenzels Handschrift
Die Goldene Bulle : König Wenzels Handschrift. Codex Vindobonensis 338 der Österreichischen Nationalbibliothek / Kommentar von Armin Wolf. Graz : Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 2002. ISBN 3-201-01791-4
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Nf0331



Faksimile im Februar:
Karlsruher Tulpenbuch

Blumenzucht und Blumenmalerei waren eine zeittypische Liebhaberei barocker Fürsten. Insbesondere die Tulpe erfreute sich wegen ihrer fast unübersehbaren Sortenvielfalt größter Beliebtheit. Für ihre Zwiebeln wurden zeitweise phantastische Preise gezahlt. Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679 - 1738), selbst ein passionierter Gärtner, konnte gegen Ende seines Lebens im Karlsruher Schlossgarten mehr als 5000 Tulpensorten bewundern.

In seinem Auftrag entstanden 20 großformatige Tulpenbücher, von denen nur vier den 2. Weltkrieg überlebten, zwei davon werden in der Badischen Landesbibliothek und zwei im Generallandesarchiv aufbewahrt.

Die Vorlage für das ausgestellte Faksimile ist die Handschrift mit der Signatur Cod. Karlsruhe 3302. Das Faksimile ist käuflich zu erwerben, außerdem Bildermappen und Kunstkarten. Die Handschrift ist auch in den Digitalen Sammlungen unter Karlsruher Tulpenbuch - Karlsruhe 3302 zu finden.

Karlsruher Tulpenbuch : [Auszug d. Hs. KS Nische C 13] ; eine Handschrift der Badischen Landesbibliothek / mit einer Einf. von Gerhard Stamm. - Karlsruhe : Badische Bibliotheksgesellschaft, 1984.
Standort im Lesesaal Sammlungen HS: Nh0020
Karlsruher Tulpenbuch



Faksimile im Januar:
Ludwig van Beethoven: Sämtliche Kadenzen

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) gilt als der Komponist, der die Musik der Wiener Klassik zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Das vorliegende Faksimile enthält alle Kadenzen, die Beethoven zu seinen Konzerten schrieb.

Das Wort Kadenz bedeutet an sich so viel wie Schlussfall bzw. Abschlussformel, ursprünglich eine freie Fantasie des Solisten, wobei ihm Gelegenheit geboten war, sein technisches und improvisatorisches Können verschwenderisch zu entfalten. Beethoven wollte auch in seinen Konzerten jeder Willkür und jedem Virtuosenunsinn von vornherein einen Riegel vorschieben und schrieb daher zu seinen Konzerten die Kadenzen selbst.

Ludwig van Beethoven: Sämtliche Kadenzen
Ludwig van Beethoven: Sämtliche Kadenzen [Musikdruck] : Faksimile-Ausgabe anläßlich des 100. Geburtstages (22. Februar) von Dr. Kurt Eulenburg = the Complete Cadenzas / Ludwig van Beethoven. Herausgegeben von Willy Hess. - Adliswil-Zürich : Eulenburg, 1979. Enthält u. A.: Erste Kadenz zum ersten Satz des C-dur-Konzertes op. 15. Zweite Kadenz zum ersten Satz des C.dur-Konzertes op. 15. Dritte Kadenz zum ersten Satz des C-dur Konzertes op. 15. - Festschrift Kurt Eulenburg
Standort im Lesesaal Sammlungen ML: Tz09720



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Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Postfach 1429, 76003 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 24.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 24.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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