Badische Landesbibliothek
   


Ausstellung

"...Liebhaber und Beschützer der Musik"
Die neu erworbene Musikaliensammlung der Fürsten zu Fürstenberg in der Badischen Landesbibliothek

Ausstellung vom 20. September bis 25. November 2000
Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek

Ein knappes Jahr nach dem Ankauf der Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen durch das Land Baden- Württemberg zeigt die Badische Landesbibliothek Karlsruhe, in der die Sammlung verwahrt und betreut wird, etwa 100 der schönsten und spektakulärsten Stücke der Sammlung. Die Schau ist vom 20. September bis 25. November 2000 zu sehen.

Die Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek Donaueschingen war eine der bedeutendsten und größten süddeutschen Bibliotheken aus fürstlichem Besitz. Ihr Musikalienbestand von 3.612 Handschriften und 3.920 Drucken zählt zu den großen im südwestdeutschen Bereich. Außerdem bildet der gedruckte und handschriftliche Komplex der Hofbibliothek eines der seltenen und vor allem das größte Beispiel eines geschlossenen und historisch gewachsenen Musikalienensembles einer Fürstenresidenz der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Süddeutschland.

Die Sammlung bietet eine ausgewogene Mischung nahezu aller musikalischen Gattungen (Kirchenmusik, Kammermusik, Konzerte, Opern und vieles mehr). Gleichzeitig bildet sie die Musikgeschichte am Donaueschinger Hof ab: Entstanden ist die umfangreiche Musikaliensammlung aus der großen Musikliebe der Fürsten und Fürstinnen heraus. In der Regel waren die Angehörigen des Fürstenhauses musikalisch gebildet, spielten selbst ein Instrument und sangen, oder führten bei Operndarbietungen bisweilen sogar Regie. Seit 1762 bestand eine eigene Hofkapelle in Donaueschingen, die dreimal wöchentlich Kammermusikkonzerte veranstaltete. Häufig stellten dabei auch durchreisende Künstler ihr Können unter Beweis. So waren im Oktober 1766 der 10-jährige Wolfgang Amadeus Mozart, sein Vater und seine Schwester Nannerl auf der Rückreise von Zürich kommend Gast in Donaueschingen. Fast jeden Tag während des zwölftägigen Aufenthaltes der Familie Mozart wurde von nachmittags fünf bis abends neun Uhr im Schloss musiziert. Auch nach der Abreise blieb Mozart mit dem Hof in Verbindung und sandte immer wieder Noten nach Donaueschingen. Werke von Mozart und einige Briefe des Komponisten bilden daher Höhepunkte der Ausstellung.

1784 wurde die fürstliche Winterreitschule in Donaueschingen in ein richtiges Hoftheater umgebaut, das 555 Personen Platz bot. Meist erst sehr kurz nach ihrer Uraufführung wurden dort beispielsweise Opern von Mozart, Haydn, Dittersorf und Rossini aufgeführt, deren Material sich in der Musikaliensammlung erhalten hat. Sehenswert ist aber auch ein Autograph mit einem hübschen Ländler für Klavier, das den Besuch des Klaviervirtuosen Franz Liszt in Donaueschingen im Jahr 1843 belegt.

Donaueschingen war zudem die Wirkungsstätte zweier noch heute bekannter Hofkapellmeister, Conradin Kreutzer (1780-1849) und Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866), die beide mit ihren Werken in der Ausstellung vertreten sind.

Schließlich ist die Schau natürlich auch der Musik des 20. Jahrhunderts, die untrennbar mit dem Begriff der Donaueschinger Musiktage verknüpft ist, gewidmet. Komponisten wie Philipp Jarnach und Paul Hindemith erlebten durch die Aufführungen ihrer Werke in Donaueschingen erst den Durchbruch in der musikalischen Welt.

Die Ausstellung ist in acht verschiedene Bereiche gegliedert (unter anderem Oper im 18. und 19. Jahrhundert, Kammermusik, Harmoniemusik, Kirchenmusik und die Neue Musik des 20. Jahrhunderts). Anhand der vorhandenen Noten wird so die Vielfalt des reichen Donaueschinger Musiklebens nachvollziehbar.

Katalog zur Ausstellung

"... Liebhaber und Beschützer der Musik" : die neu erworbene Musikaliensammlung der Fürsten zu Fürstenberg in der Badischen Landesbibliothek. Ausstellung in der Badischen Landesbibliothek vom 20. September bis 25. November 2000.
Katalogbearbeitung: Matthias Miller. - Redaktion: Martina Rebmann. - Berlin 2000.
Preis: € 20,00; (Mitglieder der Badischen Bibliotheksgesellschaft € 18,00)

Erhältlich an der Garderobe der Landesbibliothek oder zzgl. Porto und Verpackung zu beziehen über das Sekretariat (sekretariatSymbolblb-karlsruhe.de) der Badischen Landesbibliothek, Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe.
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Postfach 1429, 76003 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Fr 9.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 16.00 Uhr
Do 9.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 18.00 Uhr


Webseiten-Suche
  erweiterte Suche
Valid HTML 4.01! Valid CSS!