Neuerwerbungen des Monats - Jahr 2013
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Archiv: Neuerwerbungen des Monats im Jahr
2011 -
2012
Neuerwerbung im Mai:
Gästebücher der Konzertdirektion Neufeldt
Kurt Neufeldt übernahm 1911 die Hofmusikalienhandlung und Konzertdirektion
Hugo Kuntz. Bis 1952 betrieb er das Geschäft unter seinem Namen
und prägte mit mehr als 2500 Veranstaltungen unter seiner Direktion das
Karlsruher Musikleben. Das Spektrum war breit: Neufeldt engagierte die
Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler, die Dresdener Hofkapelle
unter Fritz Busch, den Komponisten Max Reger als Interpreten eigener
Werke im Zusammenspiel mit der Meininger Hofkapelle, aber auch die
Ausdruckstänzerinnen Mary Wigman und Gret Palucca, die Chansonsängerin
Claire Waldoff, den Komödianten Theo Lingen und viele andere. Auch
holte er Autoren zu Lesungen nach Karlsruhe, darunter auch Thomas
Mann.
Die Gästebücher hat Neufeldt von Anfang an geführt. In ihnen hat sich die
ganze europäische Prominenz der Musik, der Tanz- und Vortragskunst verewigt.
Nun sollen sie in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt werden,
wo sie für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung
stehen werden.
Eva Quesenberry, die Tochter von Kurt Neufeldt, lebt
heute in den USA. Bei einem Besuch in Karlsruhe übergab sie die Gästebücher
der Badischen Landesbibliothek als Geschenk. Den Kontakt zu Eva Quesenberry stellte die bekannte
Karlsruher Pianistin Prof. Sontraud Speidel her.
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Gästebücher der Konzertdirektion Neufeldt
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Band 7 (1938-1942) mit einem Eintrag von Wilhelm Furtwängler und Band 12 (1950-1953) mit einem Eintrag der Wiener Hofmusikkapelle.
Badische Landesbibliothek, K 3283
Neuerwerbung im April:
Deutsche Gedenkhalle - ein historisches Geschichtsbuch
Die Gedenkhalle mit dem Untertitel Bilder aus der vaterländischen Geschichte ist eine Darstellung der Geschichte Deutschlands von der Zeit der Germanen bis zu Kaiser Wilhelm II., in dessen Regierungszeit sie entstand, nämlich 1907. Das Werk erfreute sich großer Beliebtheit und wurde jahrzehntelang immer wieder neu aufgelegt.
Das lag wohl nicht zuletzt an der aufwändigen Ausstattung: Zu den mit vielen Ornamenten verzierten Textseiten kam eine Vielzahl ganzseitiger Illustrationen, die mit großer Detailfreude Szenen der Geschichte zeigen, etwa die Schlacht im Teutoburger Wald, den Gang nach Canossa oder die Gefangennahme Luthers.
Die Texte stammen von Autoren, die zu ihrer Zeit als Koryphäen galten, auch wenn ihre Sicht der Geschichte mittlerweile größtenteils überholt ist. Unter ihnen finden sich Namen wie Friedrich Meinecke, Carl Schuchardt oder Felix Dahn, der heute hauptsächlich noch als Autor des Romans "Ein Kampf um Rom" bekannt ist.
Das gezeigte Buch ist eine besonders reich ausgestattet Prachtversion der Erstausgabe. Neben den goldfarbenen Verzierungen des Einbands besteht die Besonderheit dieser Ausgabe darin, dass die Illustrationen an den passenden Stellen direkt eingebunden und nicht, wie bei den meisten anderen Ausgaben des Werks, als Mappe lose beigegeben wurden.
Deutsche Gedenkhalle : Bilder aus der vaterländischen Geschichte.
Schriftleitung: Julius v. Pflugk-Harttung. Leitung des illustrativen Teiles: Hugo von Tschudi. Veranstaltet von Max Herzig.
Berlin: Verlags-Anstalt "Vaterland", [1907].
Badische Landesbibliothek, 113 C 10 RE
Neuerwerbung im März:
Georg Friedrich Händel: Der Messias in der Bearbeitung von W.A. Mozart
Georg Friedrich Händel komponierte das Oratorium "Messiah" im Jahr 1741. Wolfgang Amadeus Mozarts Bearbeitung und Aufführung des Werks im Jahr 1789 gilt als Höhepunkt in der Auseinandersetzung des Wiener Klassikers mit der Barockmusik. Die Badische Landesbibliothek hat die Partitur aus dem Jahr 1803 nun als Geschenk erhalten.
Wolfgang Amadeus Mozart beschäftigte sich seit 1782 mit den Werken barocker Komponisten. Ein Kreis musikinteressierter Adliger um seinen Mäzen Gottfried van Swieten beauftragte ihn mit der Überarbeitung von Händel-Kompositionen. Mozarts Bearbeitungen mussten auf den veränderten Musikgeschmack Rücksicht nehmen. Bei Händel hatten Bibelpassagen in einer englischsprachigen Zusammenstellung als Text gedient, die Besetzung bestand aus Sopran, Alt, Tenor, Bass, Chor und Orchester. Mozart stärkte im Orchester die Holzbläser, änderte freizügig die Arien und nutzte Christoph Daniel Ebelings (1741-1817) deutsche Übersetzung der englischen Bibelpassagen als Text.
Mozarts Bearbeitung des "Messias" geht über eine Anpassung der Komposition an die zeitgenössischen Aufführungsbedingungen weit hinaus und kann als seine persönliche Interpretation des Werkes verstanden werden. Dies erscheint heute als eigenmächtig, war es aber keinesfalls für Mozart und seine Zeitgenossen.
Im deutschen Sprachraum galt Mozarts Bearbeitung des "Messias" im 19. Jahrhundert als die verbindliche Fassung. Sie erschien 1803 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig im Druck. Für viele Jahre blieb diese Edition die einzige deutschsprachige Ausgabe des "Messias" und bestimmte die Überlieferung.
Die Badische Landesbibliothek erhielt die Partitur im Jahr 2013 als Geschenk von Frau Anne Kern, aka-musikverlag Karlsruhe. Die Partitur stammt aus dem Besitz ihres Großvaters Eugen Walter, der von 1936 bis 1952 als Chordirektor am Münster zum Heiligen Kreuz in Schwäbisch Gmünd wirkte. Am 20. März 1921 führte er den Messias erstmals mit dem "Walterquartett" auf.
F. G. Händel's Oratorium "Der Messias" : nach W. A. Mozart's Bearbeitung; [Teil 1 - 3]. - Partitur. - Leipzig : Breitkopf & Härtel, [1803]. - RISM A/I H 723.
Badische Landesbibliothek, M 26001 RH
Neuerwerbung im Februar:
Prachtwerk aus dem 18. Jahrhundert über Pilze
Zwei Bände eines Prachtwerks aus dem 18. Jahrhundert über Pilze gelangten kürzlich zurück in die BLB. Sie wurden vermutlich vor mehr als hundert Jahren aus der damals noch Großherzoglichen Hof- und Landesbibliothek in Karlsruhe entliehen und kamen nun dank der alten Bibliotheksstempel hierher zurück. Da der historische Buchbestand der Bibliothek beim Luftangriff des 3. September 1942 fast vollständig vernichtet wurde, ist die Rückkehr dieser Bände ein ganz besonderes Ereignis für die BLB.
Ursprünglich erschien das Werk in den Jahren 1762 bis 1774 in vier Bänden, von denen die Bände 3 und 4 nun wieder in die BLB zurückkamen. Es handelt sich um ein Kupferstichwerk, in dem die Pilze Bayerns rund um Regensburg und der Oberpfalz beschrieben und abgebildet sind. Die vier Bände enthalten über 330 kolorierte Kupferstichtafeln, die verschiedene Entwicklungsstadien der beschriebenen Pilze naturgerecht abbilden, ebenso die zugehörigen Sporen.
Das Werk wurde verfasst vom Regensburger Pfarrer Jacob Christian Schaeffer (1718-1790), einem der bedeutendsten Naturwissenschaftler seiner Zeit - kein Wunder also, dass auch die badischen Markgrafen die meisten seiner Werke besaßen.
[Fungorum qui in Bavaria et Palatinatu circa Ratisbonam nascuntur icones nativis coloribus expressae] D. Iacobi Christiani Schaefferi ... Fvngorum qvi in Bavaria et Palatinatv circa Ratisbonam nascvntvr icones nativis coloribvs expressae / Jacob Christian Schaeffer.
Band 3: Ratisbonae : Schäffer, 1770, Signatur 113 F 1,3 R
Band 4: Ratisbonae : Schäffer, 1774, Signatur 113 F 1,4 R
Neuerwerbung im Januar:
Le monde en estampes
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Le monde en estampes: choix de descriptions monumentales, d'articles litteraires, de géographie,d'histoire, d'histoire naturelle, No. 1-26, Carlsruhe: Müller 1832.
Die Welt in Bildern: Auswahl an Beschreibungen von Bauwerken, literarischen, geographischen, historischen und naturgeschichtlichen Artikeln, Nr. 1-26, Carlsruhe: Müller 1832.
Erschienen nur der erste Band. Badische Landesbibliothek, 112 B 75024 R.
Aufgeschagen: Le porc-épic - Das Stachelschwein.
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Christian Friedrich Müller (1797-1821) hatte mit der Eröffnung seiner Buchhandlung in Karlsruhe den Grundstein für den ältesten badischen Verlag gelegt, der noch heute unter dem Namen seines Gründers besteht. Das ist der mittlerweile bei der Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH in Heidelberg angesiedelte Verlag C. F. Müller.
Ähnlich wie bei den Bemühungen um eine eigene hebräische Druckerei war die bereits ansässige Konkurrenz, nämlich Schmieder und Macklots Erben, mit allen nur erdenklichen Machenschaften gegen C. F. Müller vorgegangen. Sie hatten aber die Erteilung eines Privilegs am 1. September 1797 nicht zu verhindern vermocht. Damit war die bis heute als solche angesehene Geburtsurkunde des Verlags C. F. Müller ausgestellt.
Weitere Informationen:
- Ausstellung in der Badischen Landesbibliothek von Juni - September 2012: Buch und Druck in der Residenz. Verlage in Karlsruhe 1719 - 1806. Von den Anfängen bis zur Gründung des Großherzogtums. Mit einem Ausblick auf das 19. Jahrhundert
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