Badische Landesbibliothek
   


Kunst im Hauptlesesaal

Günther Förg, Quadrate in Grau, 1991

Im zentralen Kuppelbau des Hauptlesesaales finden wir über zwei Reihen von Fenstern, die Einblick in die darüberliegenden Stockwerke bieten, 20 graue Quadrate des Künstlers Günther Förg. Die Wandmalereien nehmen in Förgs Œuvre eine wichtige Rolle ein, indem sie den installativen Charakter seiner Werke betonen und auf die realen Gegebenheiten des Raumes eingehen.

Die monochromen Farbfelder, die in der Tradition der Klassischen Moderne stehen, heben so die räumlichen Qualitäten der Architektur hervor, die in Form des Quadrats ihr Leitmotiv hat.

Günther Förg, Quadrate in Grau, 1991.
Die 20 Felder sind jeweils 226 x 226 cm groß.
Günther Förg, Quadrate in Grau, 1991


Als zentrales Element des Architekten Ungers liegt der gesamten Architektur der Landesbibliothek das Quadrat zu Grunde. In der Wandmalerei Förgs wird es nochmals bildhaft hervorgehoben. Darüber hinaus erfährt jedes der 20 Quadrate durch die Bemalung in unterschiedlichen Grautönen eine Aufwertung, die sich der seriellen Reihung widersetzt. Es ist schließlich die Architektur, die in diesem dezenten Farbenspiel zum Bildhintergrund und Bildraum der Malerei wird.

Günther Förg wurde am 5. Dezember 1952 in Füssen geboren und studierte Malerei bei Karl Fred Dahmen an der Akademie der Bildenden Künste München. Seine künstlerische Ausdrucksform reicht von Malerei über Plastik bis hin zur Fotografie. Er selbst bezeichnet seine Arbeit als Malerei, wobei er auch seine Arbeiten mit Bronze und Fotografie darin einschließt. Als Reaktion auf die Malerei der "Jungen Wilden" widmet sich Förg der monochromen Malerei, die er auch zur Wandmalerei ausdehnt.

Als Teil seiner Ausstellungen haben die Wandmalereien unter anderem das Anliegen, verschiedene Motive und Medien zu vereinen. Darüber hinaus betonen die monochromen Flächen Elemente der Architektur oder schaffen in der vorgegeben Architektur einen ideellen Raum mit einem eigenen Ordnungsgerüst und emotionalen Klima. Förgs Bilder stehen formal in der Tradition der Klassischen Moderne, allerdings widerspricht dieser Reinheit der Form Förgs Einsatz unterschiedlichster Medien, die weniger dazu dienen ein autonomes Kunstwerk zu beschwören als dazu anregen, über Kunst, Architektur und Raum zu reflektieren.

Von 1992 bis 1999 unterrichtete Förg Malerei an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. 1999 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste nach München, wo er einen Lehrstuhl für Malerei erhielt. Förg lebt und arbeitet in Colombier/Schweiz.

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