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Kalender 2011 - Das Mittelalter erzählt
Die Badische Landesbibliothek gibt für das Jahr 2011 den Kalender "Das Mittelalter erzählt" heraus. Die Abbildungen stammen aus Handschriften, die in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt werden.
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Das Mittelalter erzählt - Bilder aus Handschriften der Badischen Landesbibliothek
Kalender für das Jahr 2011
Herausgegeben von der Badischen Landesbibliothek
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Informationen zum Kalender
| Format: |
ca. 41 x 29 cm |
| Preis: |
10 Euro; für Mitglieder der Badischen Bibliotheksgesellschaft 9 Euro |
| Text und Bildauswahl: |
Dr. Ute Obhof, Badische Landesbibliothek |
| Aufnahmen: |
Beate Ehlig, Badische Landesbibliothek |
| Verlag: |
Selbstverlag der Badischen Landesbibliothek
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| Verkauf:
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Der Kalender ist erhältlich an der Garderobe der Badischen Landesbibliothek während der Öffnungszeiten
Montag - Freitag 9.00 - 19.00 Uhr, Sa 10.00 - 18.00 Uhr. Eine Bestellung ist auch möglich über den Online-Shop der Badischen Landesbibliothek.
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Kalenderblätter für Februar und Dezember 2011
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Das Mittelalter erzählt - Bilder aus Handschriften der Badischen Landesbibliothek
Kalenderblatt für Februar 2011
"Karlsruher Theoderich-Initiale". Fragment Unbekannter Herkunft 16, nach der Mitte des 12. Jh., Blatt 2v
Fragment aus einer Handschrift, die ein frühes Bild Theoderichs des Großen zeigt. Theoderich (Beischrift THEODERICVS) ist als königlicher Richter abgebildet; der obere Querbalken des T wird von einem Flugdrachen gebildet: möglicherweise eine Anspielung auf einen Drachenkampf.
Die Sage verbindet verschiedene Heldengeschichten. Der Sagenkreis um Dietrich von Bern, hinter dem historisch gesehen der Ostgotenkönig Theoderich der Große (451? - 526) steht, wird auch mit der Nibelungensage verknüpft. Dort ist Dietrich Exilant am Hunnenhof und wird so in den Untergang der Nibelungen verwickelt.
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Das Mittelalter erzählt - Bilder aus Handschriften der Badischen Landesbibliothek
Kalenderblatt für Dezember 2011
Maria mit dem Kind. Cod. St. Georgen 41, Ende 15. Jh., Blatt 85v
Das Gebetbuch in deutscher Sprache wurde von dem Richter Peter Artzt in Wels (Oberösterreich) geschrieben und von Benedikt Hoben aus Magdeburg 1490 ausgemalt. Für die ganzseitige Miniatur lag Benedikt Hoben ein Kupferstich vor, den Wenzel von Olmütz nach Martin Schongauers (gest. 1491) berühmter "Madonna mit dem Papagei" kopierte.
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Verzeichnis der Kalenderblätter
- Januar
Beginn des "Nibelungenlieds": Cod. Donaueschingen 63, Nibelungenliedhandschrift C, 2. Viertel des 13. Jh., Blatt 1r
Im Nibelungenlied wird von vielen Helden erzählt, allen voran steht Siegfried, der Drachentöter. Beschäftigt man sich mit dem Drachenmythos in Europa und dem Orient, so wird rasch deutlich, dass der Drachenkampf ein wichtiges Merkmal des Helden ist. Schon in der Antike finden sich Beispiele für Heroen, die in Drachenkämpfen bestehen. Der Drachenkampf des Helden lebt weiter in mittelalterlichen Sagen, im Epos und im höfischen Roman.
- Februar
"Karlsruher Theoderich-Initiale". Fragment Unbekannter Herkunft 16, nach der Mitte des 12. Jh., Blatt 2v
Fragment aus einer Handschrift, die ein frühes Bild Theoderichs des Großen zeigt. Theoderich (Beischrift THEODERICVS) ist als königlicher Richter abgebildet; der obere Querbalken des T wird von einem Flugdrachen gebildet: möglicherweise eine Anspielung auf einen Drachenkampf.
Die Sage verbindet verschiedene Heldengeschichten. Der Sagenkreis um Dietrich von Bern, hinter dem historisch gesehen der Ostgotenkönig Theoderich der Große (451? - 526) steht, wird auch mit der Nibelungensage verknüpft. Dort ist Dietrich Exilant am Hunnenhof und wird so in den Untergang der Nibelungen verwickelt.
- März
Drachenjagd. Cod. Reichenau perg. 63, 14. Jh., Blatt 53r, Randzeichnung
Die wohl nachträglich angebrachten Federzeichnungen stehen auf den Rändern einer Lebensdarstellung Alexanders des Großen (356-323). Sie sind nur gelegentlich unmittelbare Illustrationen des Textes. Drachen und drachenartige Wesen kommen jedoch in vielen Szenen der Lebensdarstellung des antiken Helden vor. Nicht zuletzt aufgrund seiner großen militärischen Erfolge wurde das Leben Alexanders ein beliebter literarischer Stoff.
Um 968/969 fertigte Leo von Neapel eine lateinische Übersetzung aus dem Griechischen an, die "Nativitas et victoria Alexandri Magni" ("Geburt und Sieg Alexanders des Großen"), die mehrfach überarbeitet und erweitert wurde; die überarbeiteten Fassungen sind unter dem Titel "Historia de preliis Alexandri Magni" (Geschichte von den Schlachten Alexanders des Großen) bekannt.
Die Handschrift wurde im 14. Jahrhundert in Italien geschrieben.
- April
Dracheninitiale S. Cod. Schuttern 2, Missale, 15. Jh., Blatt 118rb
Im christlichen Kontext, hier in einem Messbuch, steht der Drache für das Böse.
- Mai
Erzengel Michael. Cod. Unbekannter Herkunft 1, "Wonnentaler Graduale", um 1340-1350, Blatt 201r
In der christlichen Vorstellungswelt erfährt die Darstellung vom Drachenkampf eine Veränderung. Das Gute, das in der Gestalt des Erzengels Michael verkörpert ist, beherrscht das Bild. Der Drache erscheint neben dem Engel klein und unbedeutend.
- Juni
Gleichnis vom Splitter im Auge des Nächsten. Cod. Donaueschingen 97, "Rappoltsteiner Parzifal", 1331-1336, Blatt 115va
"Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?" (Lukas 6, 41)
- Juli
Jephtas Tochter. Cod. Donaueschingen 79, "Weltchronik" des Rudolf von Ems, 1365, Blatt 107r
Nach mittelalterlicher Auffassung gehören Heils- und Profangeschichte zusammen. Die Bibel ist für die "Weltchronik" daher eine wichtige Quelle.
Jephta legt das Gelübde ab, im Falle seines Sieges über die Ammoniter das erste, was ihm bei der Rückkehr aus seiner Haustür entgegenkomme, dem Herrn als Brandopfer darzubringen. Er siegt tatsächlich. Während er bei seinem Versprechen aber wohl an irgendein Haustier dachte, ist es seine einzige Tochter, die dem Heimkehrenden zuerst begegnet, um ihn mit Musik und Reigen zu begrüßen. Sie erklärt sich bereit, das Gelübde ihres Vaters nach einer Frist von zwei Monaten, in der sie im Gebirge ihre Jungfräulichkeit beweinen wolle, zu erfüllen. (Richter 11, 30-40)
- August
Jakob ringt mit dem Engel. Cod. Donaueschingen 79, "Weltchronik" des Rudolf von Ems, 1365, Blatt 38r
Jakob, der seinen Bruder Esau um den Erstgeburtssegen betrogen hatte, befand sich lange Jahre auf der Flucht vor dem Zorn Esaus. Auf dem Heimweg griff Jakob ein Engel in Gestalt eines Mannes an, mit dem er die ganze Nacht lang kämpfte. Jakob ließ den Engel bei Tagesanbruch schließlich ziehen, aber nur gegen das Aussprechen eines Segens. Der Engel gab Jakob den Namen "Israel" (Gottesstreiter), weil er mit Gott und mit Menschen gekämpft und gewonnen habe. (1 Mos. 19, 30-38)
- September
Drache oder Riese? Cod. Donaueschingen 74, "Wasserburger Codex", Anfang 14. Jh.
Die Sammelhandschrift enthält u. a. zwei Texte aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern, nämlich "Eckenlied" und "Sigenot". In diesen Texten der Dietrichepik kämpft der Held nicht gegen einen Drachen, sondern einen Riesen.
Auf dem ersten Blatt der Handschrift hinterließ der Sammler Joseph von Laßberg im 19. Jahrhundert sein Wappen. Die Handschrift setzt mit einem Text des Rudolf von Ems ein: ein Minne- und Aventiureroman, der von dem Liebespaar Willehalm und Amelie erzählt. Die Handschrift heißt "Wasserburger Codex", weil sie im 19. Jahrhundert in Wasserburg am Bodensee aufgefunden wurde.
- Oktober
"Nibelungenklage", Initiale D. Cod. Donaueschingen 63, Nibelungenliedhandschrift C, 2. Viertel des 13. Jh., Blatt 92v (Ausschnitt)
Gemeinsam mit dem "Nibelungenlied" ist die "Klage" über liefert, die dem Geschehen um den Untergang der Burgun- den eine christliche Deutung hinzufügt.
- November
Hieronymus und der Löwe. Cod. Reichenau perg. 48, Johannes Andreae, "Hieronymianus", um 1415, Blatt 1r
Der Kirchenschriftsteller Hieronymus (gest. 420) sitzt hier im Kloster am Schreib- und Lesepult. Er hat ein aufgeschlagenes Buch vor sich und liest den im Hintergrund des Gebäudes stehenden Mitbrüdern daraus vor. Neben ihm steht ein Bücherturm. Auf der anderen Seite hängt der Kardinalshut, eine Würde, die man Hieronymus erst in den Legenden späterer Zeit beilegte.
Löwe, Esel, Kamel, Pferde und Reiter erinnern an eine Begebenheit aus der Vita des Hieronymus, wie sie die "Legenda aurea" erzählt. Der zahme Löwe führt einen Esel zurück, den die dahinter abgebildeten Kaufleute mitsamt seiner Last dem Kloster zuvor gestohlen hatten. Abt Hieronymus lässt Gnade walten und fordert sie auf, künftig kein fremdes Gut mehr zu rauben.
- Dezember
Maria mit dem Kind. Cod. St. Georgen 41, Ende 15. Jh., Blatt 85v
Das Gebetbuch in deutscher Sprache wurde von dem Richter Peter Artzt in Wels (Oberösterreich) geschrieben und von Benedikt Hoben aus Magdeburg 1490 ausgemalt. Für die ganzseitige Miniatur lag Benedikt Hoben ein Kupferstich vor, den Wenzel von Olmütz nach Martin Schongauers (gest. 1491) berühmter "Madonna mit dem Papagei" kopierte.
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