Badische Landesbibliothek
   


Ausstellung

Pauline Viardot in Baden-Baden und Karlsruhe

Ausstellung vom 10. Mai bis 24. Juni 2000
Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek

Pauline Viardot, Tochter des spanischen Tenors Manuel Garcia, Schwester der legendären Sängerin Maria Malibran, wurde am 18. Juli 1821 in Paris geboren und starb dort am 18. Mai 1910. Sie war eine der faszinierendsten, vielseitigsten und einflussreichsten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts. Ihre ungewöhnlich umfangreiche Mezzosopranstimme, die durch Überanstrengung früh ihren Glanz verlor, und ihre überragende Interpretationskunst sowohl auf der Bühne als auch im Konzertsaal erlaubten ihr, sowohl Sopran-Partien als auch 1870 die Uraufführung der "Alt-Rhapsodie" von Johannes Brahms zu übernehmen.

Komposition studierte Pauline Viardot in Paris bei Anton Reicha, der auch der Lehrer von Franz Liszt, Hector Berlioz und César Franck war. Sie schrieb hauptsächlich Lieder nach deutschen (Heine, Mörike), französischen, italienischen, spanischen und russischen (Puschkin und Turgenjew) Texten sowie einige Operetten mit Klavierbegleitung. Als Gesangslehrerin genoss sie einen legendären Ruf. Zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis gehörten neben Iwan Turgenjew, George Sand, Robert Schumann (der ihr den Liederkreis op. 24 widmete), Frédéric Chopin, Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer, Clara Schumann (mit der sie seit 1838 befreundet war) und Johannes Brahms.

Die von Ute Lange-Brachmann und Joachim Draheim konzipierte Ausstellung und der dazugehörige Katalog versuchen, durch zahlreiche Lebensdokumente wie Bilder, Briefe und Musikalien ein umfassendes und farbiges Bild des Lebens und Wirkens der großen Musikerin zu entwerfen. Dabei sollen ihre sieben Jahre in Baden-Baden, wohl die glücklichsten in ihrem ganzen Leben, und ihre Gastspiele sowie ihr Aufenthalt in Karlsruhe im Winter 1868/69 im Mittelpunkt stehen. Gezeigt werden außerdem alle ihre Tätigkeiten während eines langen und erfüllten Lebens: als Sängerin auf den Bühnen ganz Europas, als Lehrerin in Baden-Baden und Paris, als glänzende Pianistin in ihrem Salon, als Komponistin von Operetten, Liedern und Stücken für Violine und Klavier, als Bearbeiterin und Herausgeberin von musikalischen Werken.

Der Katalog enthält zahlreiche bisher ungedruckte oder nur an entlegener Stelle veröffentlichte Texte zum Leben und Wirken von Pauline Viardot, die auch der Forschung neue Impulse geben sollen.

Katalog zur Ausstellung

Pauline Viardot in Baden-Baden und Karlsruhe / Ute Lange-Brachmann ... (Hrsg.). - 1. Aufl.. - Baden-Baden : Nomos-Verl.-Ges., 1999. - 176 S. : Ill.; (Baden-Badener Beiträge zur Musikgeschichte ; 4). - ISBN 3-7890-6372-X
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Postfach 1429, 76003 Karlsruhe
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