Badische Landesbibliothek
   


Joachim Krebs

Joachim Krebs wurde am 27. November 1952 in Karlsruhe geboren und starb am 28. Dezember 2013 in Ettlingen. Er war ein deutscher Komponist, Musiker, Klangkünstler und Medienkünstler. Sein Nachlass in der Badischen Landesbibliothek wird unter der Signatur K 3353 aufbewahrt und umfasst hauptsächlich Musikhandschriften, Korrespondenzen, Lebensdokumente und Sammlungen. Ein vorläufiges Verzeichnis des Nachlasses ist vorhanden. Eine Nutzung ist nach Rücksprache im Lesesaal Sammlungen möglich. Teile des Werks werden auch in der mediaartbase des ZKM (Zentrum für Kunst- und Medientechnologie) in Karlsruhe aufbewahrt.

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Joachim Krebs studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe Klavier bei Günter Reinhold und Komposition bei Eugen Werner Velte, bei dem er 1984 sein Diplom in Komposition ablegte. Von 1968 bis 1978 war er als Komponist und Musiker (Keyboard) Mitglied der deutschen Polit-Rockmusiktheatergruppe "Checkpoint Charlie". Er komponierte Werke für Sprecher und Rockgruppe über Texte von Allen Ginsberg, Charles Bukowski, Rolf Dieter Brinkmann und anderen. Ab 1978 entstanden Instrumentalkompositionen für Orchester und Kammermusik, für die er nationale und internationale Stipendien und Preise erhielt. Alle Instrumentalwerke von 1978 bis 1989 sind bei Peermusic Hamburg/New York verlegt.

Joachim Krebs (1952-2013)
Foto: Felix Groß
Joachim Krebs (1952-2013)


1980 gründete er die Folk-Jazz-Rock-Musikgruppe "Sohra" zusammen mit Helmut Bieler-Wendt und Hakim Ludin. Gefördert unter anderem durch den German Marshall Fund absolvierte er 1983 Studienaufenthalte in Indien (Bombay) und den USA (New York, Washington, San Francisco), wo er mit außereuropäischen Musikern und amerikanischen Komponisten der Minimal Music im Austausch stand. 1984 und 1986 war er Kursleiter für freie Improvisation bei den Internationalen Ferienkursen für Zeitgenössische Musik in Darmstadt, die er seit 1978 besuchte.

Von 1983 bis 1985 unterrichtete er an der Hochschule für Musik Karlsruhe Analyse, Instrumentation und Musiktheorie. Dort hatte er seit 1986 einen Lehrauftrag für freie Improvisation.

Sein besonderes Interesse an der Elektroakustischen Musik war in seiner gesamten künstlerischen Laufbahn präsent. Insbesondere entwickelte er zwischen 1994 und 1996 im Rahmen seiner Reihe "Artificial Soundscapes" ein originäres Verfahren, genannt "EndoMikroSonoSkopie", um die zuvor mit dem menschlichen Ohr nicht wahrnehmbaren Klangstrukturen natürlicher Stimmen und Geräusche hörbar – und damit auch für die eigene musikalische Komposition fruchtbar – zu machen. Diese Kompositionstechnik gewann zunehmend Bedeutung in den Werken, die gemeinsam mit Sabine Schäfer entstanden. Seit 1998 arbeitete das Künstlerpaar <sabine schäfer // joachim krebs> auf dem Gebiet der Raumklangkunst, der Klang-Licht-Kunst sowie der Audio-Video-Installation zusammen, von 2009 bis 2013 traten sie dabei unter dem Namen Atelier <SA/JO> auf.

Eine wesentliche Grundlage zur Gewinnung ihres künstlerischen Basismaterials war ihre Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Institutionen. Für die von Peter Weibel 2009 initiierte Kooperation von ZKM (Zentrum für Kunst- und Medientechnologie) und KIT (Karlsruher Institut für Technologie) entwickelten sie das Auftaktprojekt MicroSonical Shining Biospheres No. 1. Ihr Ausstellungsprojekt SolarSonical Insects #2 mit einem Public Viewing von Natur und Wissenschaft als Kunst, das sie 2012 für das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe realisierten, erhielt eine Spitzenförderung durch den Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
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