Die Badische Landesbibliothek hat über die weitgehende Zerstörung ihres Bestandes im Jahr 1942
hinweg große Teile ihrer bedeutenden Sammlung von Musikhandschriften des 18. Jahrhunderts retten
können.
Bei den mehr als 1.000 Musikmanuskripten handelt es sich um den Rest der
Musikalien, die am
Karlsruher Hof in markgräflicher Zeit Verwendung fanden. Mit etwa 400 Handschriften bildet der
Nachlass des badischen Hofkapellmeisters
Johann Melchior Molter (1696-1765)
den größten zusammenhängenden Bestand, die übrigen Handschriften setzen sich zum
größten Teil aus Werken deutscher, italienischer und französischer Komponisten aus der Zeit von
etwa 1730 bis 1780 zusammen. In vielen Fällen handelt es sich um Unikate, das heißt um
Kompositionen, die in Karlsruhe singulär überliefert sind.
Beschrieben ist die Sammlung zum
ersten Mal bei Robert Eitner (
Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und
Musikgelehrten christlicher Zeitrechnung bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, 2., verbesserte
Auflage in 11 Bänden, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1900, Graz 1959 und 1960, Standort im Lesesaal Sammlungen Tz 60, im Internet unter
Eitners Quellen-Lexikon digital).
Außerdem existiert ein handgeschriebener Katalog aus der Zeit um 1950
(
Katalog der Musikhandschriften der Badischen Landesbibliothek, Karlsruhe 2000, Standort im
Lesesaal Sammlungen Tz 0/2699a).
Da diese Nachweisinstrumente heutigen Anforderungen nicht mehr genügen, werden die
Musikhandschriften derzeit von Dr. Armin Brinzing, Leiter der
RISM-Arbeitsstelle München, neu
katalogisiert. Das Internationale Quellenlexikon der Musik -
Répertoire International des Sources Musicales
- ist ein länderübergreifendes, gemeinnützig orientiertes Unternehmen mit dem Ziel, die weltweit
überlieferten Quellen zur Musik umfassend zu dokumentieren.
Nach Abschluss der Katalogisierungsarbeiten werden die Karlsruher Musikhandschriften zum ersten
Mal vollständig erfasst und bequem recherchierbar sein.