Margarete Schweikert
(geboren am 16. Februar 1887 in Karlsruhe, gestorben am 13. März 1957 in Karlsruhe)
Margarete Schweikert ist in Karlsruhe geboren. Sie erhielt zunächst von den Eltern Violin- und
Klavierunterricht, und zum Schuljahr 1898/99 wurde sie Schülerin am neu gegründeten
Munz'schen Konservatorium in Karlsruhe. Hier wurden auch ab 1904 in den öffentlichen
Schülerkonzerten ihre ersten Kompositionen aufgeführt - neben einigen Liedern der
symphonisch angelegte 57. Psalm für Solosopran, Chor und Orchester. Zum Schuljahr 1906/07
trat sie an das Badische Konservatorium über, wo sie Unterricht in den Fächern Violine,
Musiktheorie und Komposition nahm und später einmal selbst unterrichten sollte. Zur
Volljährigkeit ließ sie sich anstatt einer Aussteuer eine Violine von ihren Eltern schenken.
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Margarete Schweikert (1887-1957)
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Etwa 100 Lieder hat Margarete Schweikert komponiert, mehrere Klavier- und Orgelstücke
sowie kammermusikalische Werke stammen von ihr. Diese Kompositionen wurden vor allem in
Karlsruhe aufgeführt und erfuhren dabei ebenso Beachtung in der Presse wie das Singspiel
für Kinder Der Froschkönig, das 1914/15 mehrfach am Großherzoglichen Theater
gegeben wurde.
Bedeutende Verdienste hat Margarete Schweikert als Interpretin und Pädagogin erlangt. Sie
konzertierte mit fremden und eigenen Kompositionen als Geigerin im ganzen südwestdeutschen
Raum, außerdem wirkte sie als Musikkritikerin bei Konzerten und Opernaufführungen
für die Karlsruher Presse. Sehr bekannt wurde sie für ihre Interpretation von Werken
Max Regers, eine Konzertreise 1920/21 mit dem Pianisten und Reger-Freund August Schmid-Lindner
führte sie nach Frankfurt, München, Nürnberg, Stuttgart, Würzburg und Berlin.
In der durch Inflation und wirtschaftliche Regression schwierigen Zeit veranstaltete Margarete
Schweikert in der Wohnung der Eltern in der Douglasstraße 7 eine eigene Konzertreihe,
die auch großes Echo in der Presse fand.
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Margarete Schweikert:
Vier Gedichte von Goethe
für eine mittlere Stimme mit Klavierbegleitung,
op. 11, 1918
München, Wunderhorn-Verlag
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1923 heiratete die Komponistin Hermann Voigt, ein Jahr später kam ihre Tochter Christiane
auf die Welt. Im Dritten Reich traf Margarete Schweikert das Berufsverbot für
Doppelverdiener, einzig eine ehrenamtliche Tätigkeit - wie bei den Heimabenden der
NS-Frauengemeinschaft - durfte sie ausüben. Im Jahr 1950 wurde sie Mitbegründerin
der GEDOK (Verband der Gemeinschaften deutscher und österreichischer Künstlerinnen
e. V.), deren Vorsitzende im Ortsverband Karlsruhe sie wurde. 1957 erlag sie einem Krebsleiden.
Ihr musikalischer Nachlass, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus einem Luftschutzkeller
in Backnang gerettet werden konnte, blieb - nur durch einen Wasserschaden leicht
beschädigt - glücklicherweise erhalten. Er wird seit 2004 in der Badischen
Landesbibliothek Karlsruhe verwahrt.
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Margarete Schweikert, um 1910
Original des Fotos in Privatbesitz
Als Margarete Schweikert 1908 mündig wurde, stellte sie die Weichen für eine professionelle Künstlerlaufbahn, indem sie sich anstelle einer Aussteuer eine wertvolle Geige von ihren Eltern schenken ließ. Später hatte sie viele Privatschüler auf diesem Instrument und übernahm im Wintersemester 1914/15 eine Lehrtätigkeit für Violine am Großherzoglich Badischen Lehrerinnen-Seminar Prinzessin-Wilhelm-Stift als Vertretung des zum Kriegsdienst eingezogenen Lehrers.
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Margarete Schweikert, um 1910
Original des Fotos in Privatbesitz
Fotografie der Komponistin an ihrem Bechstein-Flügel in der elterlichen Wohnung in der Douglasstraße 7 in Karlsruhe. Hier wurden auch Hauskonzerte veranstaltet, zu denen ein öffentlicher Kartenvorverkauf stattfand. Sie waren stark besucht und wurden in der Presse gewürdigt. Dabei führte die Komponistin häufig "Neue Musik" auf, darunter viele Kompositionen des von ihr sehr bewunderten Max Reger.
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Rechts:
Margarete Schweikert, 1955
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Links:
Margarete Schweikert in den 20-Jahren
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Letzte Ausstellung
Eine Auswahl von Werken Margarete Schweikerts wurde zuletzt vom 6. Oktober 2004 bis 3. Januar 2005 bei der Ausstellung
"klangwelten :
lebenswelten" - komponistinnen in südwestdeutschland in der Badischen Landesbibliothek gezeigt.
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Blick in den Ausstellungsraum
in der Badischen Landesbibliothek
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Vitrine mit Werken Margarete Schweikerts
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Margarete Schweikert - Auswahlbibliographie
Schriften
- Rebmann, Martina: Die Karlsruher Komponistin Margarete Schweikert (1887-1957), in: Vivavoce. Archivnachrichten des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik, Frankfurt am Main, 78 (2007), S. 7-8
- Kaufmann, Michael Gerhard, "Lieder an ein Mädchen - Margarete Schweikert (1887-1957) in Karlsruhe",
in: klangwelten : lebenswelten - komponistinnen in südwestdeutschland, hrsg. von Martina Rebmann und
Reiner Nägele, Karlsruhe, Stuttgart 2004, S. 178-189
- Draheim, Joachim, Karlsruher Musikgeschichte, Karlsruhe 2004, S. 47
- Kaufmann, Michael Gerhard, ", ... ich hätte mir die Zunge lieber abgebissen, eh' ich dem Richard Strauss
erzählt hätte, daß ich auch komponiere ..." - Margarete Schweikert (1887-1957) in Karlsruhe, in: Musik in
Baden-Württemberg, Jahrbuch, hrsg. von Georg Günther und Reiner Nägele, Stuttgart, Weimar, 8 (2001), S. 104-116
[enthält ein ausführliches Werkverzeichnis, S. 110-116]
- Kaufmann, Michael Gerhard, "Margarete Schweikert - Protagonistin Regerscher Musik in Karlsruhe", in:
Auf der Suche nach dem Werk: Max Reger - sein Schaffen - seine Sammlung. Eine Ausstellung des Max-Reger-Instituts
Karlsruhe in der Badischen Landesbibliothek zum 125. Geburtstag Max Regers vom 15. September bis 31. Oktober 1998,
hrsg. von Susanne Popp und Susanne Shigihara, Karlsruhe 1998, S. 290-292
- Kaufmann, Michael Gerhard, "Margarete Schweikert - Eine Komponistin aus Karlsruhe", in: Badische Neueste Nachrichten,
Karlsruhe, 52. Jg., Nr. 272, Dienstag, 25. November 1997, S. 14
Diskographie
- Faszination Frauenmusik, Bretten, Karlsruhe (Koppenhöfer, Danae Disks) 1995, Bd. 1. Daniela Steinbach (Klavier)
[enthält von Schweikert: 3 Intermezzi, Kurze Geschichte]
- Klaviermusik Karlsruher Komponisten, Bühl/Baden (Hoepfner Classics in der Antes Edition) 1997. Sontraud Speidel
(Klavier) [enthält von Schweikert: Scherzando g-Moll]
- Kleine Karlsruher Musikgeschichte, Konzeption: Joachim Draheim. Neuaufnahme und Zusammenstellung: Tilman Jörns.
Bühl/Baden (Hoepfner Classics in der Antes Edition) 2004. Sontraud Speidel (Klavier) [identische Einspielung von
Schweikerts Scherzando g-Moll]
Ausgabe
- Margarete Schweikert, Klavierwerke, hrsg. von Daniela Steinbach, 2 Bände, Bissersheim 1993
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