(geboren am 16. Februar 1826, gestorben am 9. April 1886)
Der gebürtige Karlsruher Dichter besuchte bis 1843 das Lyceum seiner Heimatstadt. Im Anschluss studierte
in München, Heidelberg und Berlin Rechtswissenschaften und arbeitete 1848 als Sekretär des badischen
Bundesabgesandten Karl Theodor Welcker in Frankfurt/M. Seit 1853 war Scheffel Rechtspraktikant in
Säckingen und Bruchsal.
Auf seiner Italienreise im Jahr 1853 entstand die im darauffolgenden Jahr
veröffentlichte volkstümliche Verserzählung
"Der Trompeter von Säckingen", 1855 gefolgt von dem
historischen Roman
"Ekkehard. Eine Geschichte aus dem 10. Jahrhundert".
Beide Texte bildeten den Beginn
von Scheffels Aufstiegs zu einem der beliebtesten Schriftsteller des national empfindenden neuen
Deutschland. Von Scheffel stammen auch studentische Lieder, die er unter anderem in der Sammlung
"Gaudeamus" (1868) veröffentlichte, sowie Texte, in denen er das Mittelalter und das Vagantentum
idealisierte. Zugleich sind von ihm auch mehrere hundert Zeichnungen und Aquarelle erhalten.
Seinen Wirkungskreis hatte er in München, wo er nach 1856 Anschluss an den Münchner Dichterkreis, zu dem auch
Emanuel Geibel gehörte, fand, und in Donaueschingen als Archivar und Bibliothekar (1859). Im Jahr 1876
wurde Scheffel nobilitiert. Der Schriftsteller starb 1880 in seiner Heimatstadt Karlsruhe.
[1]
aus: Mahal, Günther
Joseph Viktor von Scheffel : Versuch einer Revision ; [zu Unrecht vergessen?] / Mahal, Günther. - Karlsruhe : Müller, 1986. - 256 S. : Ill.; (dt.)
ISBN 3-7880-9731-0