Architekt

Oswald Matthias Ungers, 1926 als Sohn eines Postbeamten in Kaisersesch (Eifel) geboren, studierte von 1947 bis 1950 an der Technischen Hochschule in Karlsruhe Architektur. Sein Diplom legte er bei Egon Eiermann (1904–1970) ab.

In den 1960er-Jahren erlangte Ungers zunächst mit Wohnbauten und Appartementhäusern im Märkischen Viertel in Berlin Renommee und bekannte sich schon damals zu einer Baukunst jenseits des Funktionalismus. Das Prinzip modernen Bauens, nach dem die Form der Funktion zu folgen habe, lehnte der Architekt und Architekturtheoretiker explizit ab. Funktionale Erfordernisse an den Baukörper gerieten dadurch zu einer Nebensächlichkeit.

Ungers sah sich Entwurfs- und Gestaltungsrichtlinien verpflichtet, die er aus der Vergangenheit ableitete, weiterentwickelte und in seinen Bauten als zeitgemäßen Ausdruck allgemeiner menschlicher Ordnungen zu verwirklichen suchte. Für den international erfolgreichen Architekten, der an zahlreichen Wettbewerben teilnahm, standen in Fachkreisen und Publikationen seine Initialen OMU als polarisierendes Zeichen für die Kompromisslosigkeit seiner Baukunst.

Neben der Badischen Landesbibliothek und der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe schuf Ungers u.a. den Bremer Universitätskomplex, die neue Messehalle auf dem Frankfurter Messegelände, den Erweiterungsbau der Hamburger Kunsthalle sowie das Wallraf-Richartz-Museum in Köln. 2007 verstarb Oswald Mathias Ungers in Köln.

Lichthof der Badischen Landesbibliothek