Theaterzettel

Theaterzettel zum Schauspiel Barbarey und Größe des Großherzoglichen Hoftheaters in Karlsruhe vom 1. November 1813

Wie alle anderen Theater auch kündigte das Großherzogliche Hoftheater in Karlsruhe im 19. Jahrhundert seine Aufführungen tagesaktuell auf Handzetteln an, die von Austrägern an Abonnenten und Honoratioren verteilt oder in der Stadt plakatiert wurden. Diese Zettel sind eine höchst aussagekräftige Quelle für die Theater- und Kulturgeschichte der Residenzstadt Karlsruhe. Sie liefern Informationen zu Spielplänen, Inszenierungen und Akteuren des Musik- und Sprechtheaters und verweisen zugleich auf Tendenzen des Publikumsgeschmacks. Zugleich geben sie Auskunft über Preise, Anfangszeit und Dauer der Aufführungen und gelegentlich auch Verhaltensmaßregeln. Dabei verraten sie manches Detail über die künstlerische und soziale Wirklichkeit früheren Theaterlebens. 

Für den Zeitraum von 1813 bis 1933 finden Sie die Karlsruher Theaterzettel in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek. Als Vorlage für die Digitalisierung dienten die Bestände des Badischen Staatstheaters, die sich nahezu lückenlos von der Spielzeit 1813/14 bis zum Ende der Weimarer Republik erhalten haben. Lediglich die Spielzeiten 1912/13 und 1926/27 fehlen. 

Die früheste durch einen Zettel dokumentierte Aufführung ist zum Auftakt der neuen Spielzeit am 1. November 1813 das Ritterdrama Barbarey und Größe des Wiener Theaterdichters Friedrich Wilhelm Ziegler, das Goethe gegenüber Schiller schon 1795 als „detestable“, nämlich abscheulich, bezeichnet hatte. Schon am nächsten Tag kam mit der Familie Pumpernickel des ebenfalls Wiener Stückeschreibers Matthäus Stegmayer ein relativ neues Stück auf die Bühne, das als Quodlibet auch musikalische Enlagen bot.

Dank der bis 1939 fortgesetzten Reihe wissen wir heute, was das Theater den Karlsruhern als Abendunterhaltung bot. Die aufgeführten Werke, ihre Autoren bzw. Komponisten lassen sich anhand einer Liste leicht ermitteln. Ein Kalender hilft festzustellen, welche Werke an welchem Datum in Karlsruhe oder in Baden-Baden zur Aufführung gelangten.