Hofbibliothek Karlsruhe

Hofbibliothek Karlsruhe

Zu den Karlsruher Musikhandschriften gehören über 3.000 Kompositionen aus der Zeit vom 16. bis 20. Jahrhundert. Die Signaturen der Karlsruher Musikhandschriften beginnen in den meisten Fällen mit dem Kürzel „Mus. Hs.“.

Den historischen Kernbestand bildet das Repertoire der Karlsruher Hofmusik aus der Mitte des 18. Jahrhunderts: Mit etwa 400 Handschriften stellt der Nachlass des langjährigen badischen Hofkapellmeisters Johann Melchior Molter (1696–1765) den größten zusammenhängenden Teilbestand innerhalb der Sammlung dar.

Die übrigen Handschriften überliefern vor allem Werke deutscher, italienischer und französischer Komponisten aus der Zeit von etwa 1720 bis 1780. Darüber hinaus gehören Handschriften aus dem ehemaligen Badischen Hoftheater sowie Autographen u.a. von Vinzenz Lachner (1811–1893), Clara Faisst (1872–1948) und Margarete Voigt-Schweikert (1887–1957) zum Bestand. In vielen Fällen handelt es sich bei den Karlsruher Musikhandschriften um Kompositionen, die in Karlsruhe singulär überliefert sind.

Johann Melchior Molter (1696–1765): Sinfonie in B-Dur, 1730
Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Mus. Hs. 530

Erschließung

Der gesamte Bestand der Karlsruher Musikhandschriften Mus. Hs. 1–1437 ist im RISM-Online-Katalog unter dem Bibliothekssigel „D-KA“ nachgewiesen. Für eine Sucheinschränkung auf die Karlsruher Musikhandschriften geben Sie im Feld Signatur „Mus. Hs.“ und im Feld Bibliothekssigel „D-KA“ ein.

Bitte beachten Sie dabei, dass unter dem Bibliothekssigel „D-KA“ auch 1.621 Werke aus dem Bestand der ehemals Donaueschinger Musikhandschriften sowie folgende weitere Werke erfasst sind:

  • E.M. 379 (Gesänge zu Prozessionen und anderen Anlässen aus dem Benediktinerstift in Ettenheim-Münster, Abschrift 1726)
  • K 988 (Fragmente aus einer Choralhandschrift, wohl 14. Jahrhundert)
  • K 3170 (Werke aus dem Nachlass von Johann Wenzel Kalliwoda)
  • M 6070 RH (Immer mehr von Gottfried Wiedebein, Abschrift 1825–1850) 
  • Mus A 678 (Sammelband mit Werken für Laute)

Ein weiterer Nachweis für die Karlsruher Musikhandschriften Mus. Hs. 1–1437 ist in Form des 2010 erschienenen Thematischen Katalogs der Musikhandschriften vorhanden. Die nach 2008 erworbenen Musikhandschriften ab Mus. Hs. 1438 sind in diesem gedruckten Katalog jedoch nicht nachgewiesen. Mit deren Katalogisierung im RISM-Online-Katalog wurde 2014 begonnen. Unter diesen hinzugekommenen Signaturen enthaltene Nachlässe aus dem 20. Jahrhundert können dabei nicht berücksichtigt werden. Eine genaue Übersicht finden Sie hier.

Weiterführende Literatur

  • Brinzing, Armin: Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, 14. Thematischer Katalog der Musikhandschriften mit einem vollständigen Verzeichnis der Werke Johann Melchior Molters, Wiesbaden 2010.
  • Klangwelten (Hrsg. Rebmann, Martina / Nägele, Reiner): Lebenswelten: Komponistinnen in Südwestdeutschland. Eine Ausstellung der Badischen Landesbibliothek vom 6. Oktober 2004 bis 3. Januar 2005 und der Württembergischen Landesbibliothek vom 2. Februar bis 24. März 2005, Stuttgart 2004.
  • Häfner, Klaus: „... gnädigst Befohlener maaßen, Zur Fürstl. Biebliothec geliefert": die Musikaliensammlung. In: Buch – Leser – Bibliothek : Festschrift der Badischen Landesbibliothek zum Neubau / hrsg. von Gerhard Römer. Karlsruhe 1992, S. 161–170. Erhältlich im Shop
  • Schneider, Nicola: Die Kriegsverluste der Musiksammlungen deutscher Bibliotheken 1942–1945. Zürich 2013.