Schlossbibliothek Baden-Baden

Schlossbibliothek Baden-Baden

Die Schlossbibliothek Baden-Baden, die 1995 mit Mitteln der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg und Spendenbeträgen der Badischen Bibliotheksgesellschaft sowie zahlreicher Privatspender erworben werden konnte, birgt eine Musiksammlung von etwa 2.000 gedruckten und handschriftlichen Werken zahlreicher Komponistinnen und Komponisten.

Der Charakter dieser Sammlung ist der einer musikalischen Privatbibliothek eines Fürstenhauses mit überwiegend kammermusikalischen Werken. Von großer Bedeutung sind zudem die zahlreichen Dedikationswerke zu festlichen Anlässen des Herrscherhauses wie etwa Geburtstagen oder Ehe- und Regierungsjubiläen. Viele der Musikalien besitzen kostbare Einbände aus Leder, Samt oder Seide, manchmal mit Goldprägungen oder verzierenden Metallbeschlägen versehen, und sind entweder vollständig von Hand geschrieben oder weisen zumindest fein gestaltete, farbige Titelblätter auf.

Das Vorhandensein von musikalischen Schulwerken deutet darauf hin, dass die Angehörigen des badischen Herrscherhauses selbst aktiv musizierten. Vom großen Interesse an Musik zeugen zudem wissenschaftliche Ausgaben und Studienpartituren sowie Arrangements aktueller Opernmusik für Klavier zu zwei oder vier Händen, z.B. von Carl Maria von Weber (1786–1826), Richard Wagner (1813–1883) oder Giuseppe Verdi (1813–1901). Das Repertoire umfasst viele Werke von heute nicht mehr bekannten badischen Musikern, die zu ihren Lebzeiten oftmals eine Bedeutung weit über die Region hinaus besaßen, sowie von einigen Künstlern, die sich nur eine kurze Zeit in Baden aufhielten. Die Musiksammlung Baden-Baden bietet eine Fülle an Entdeckungen, und sie ist in ihrer Gesamtheit bislang nicht erforscht. Für die badische Musikgeschichte bildet sie einen unverzichtbaren Baustein.

Georg Wichtl (1805–1877): Festouverture zur Vermählung von Großherzog Friedrich von Baden mit Prinzessin Louise von Preußen, 1856.
Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Sign. W57a

Erschließung

Der Bestand ist im 20. Jahrhundert noch zu Zeiten der Aufbewahrung in Baden-Baden alphabetisch geordnet und mit Signaturen versehen worden. Aus dieser Zeit hat sich ein handschriftlicher Bandkatalog erhalten.

Nach der Erwerbung des Notenbestandes im Jahr 1995 wurden die Noten neu sortiert und einer Revision unterzogen. Außerdem fanden eine konservatorische Bearbeitung sowie eine erste Erschließung in elektronischer Form statt, deren Ergebnisse Sie heute in einem Verzeichnis in Tabellenform einsehen und herunterladen können. Die Katalogisierung der Notendrucke im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund mit Recherchemöglichkeiten im Katalog plus steht bislang noch aus.