'Der Heiligen Leben' war ein verbreitetes volkssprachliches Legendar des europäischen Mittelalters.
Es ist in knapp 200 Handschriften sowie 33 oberdeutschen und 8 niederdeutschen Druckauflagen überliefert. Verbreitet war es im gesamten deutschsprachigen Raum sowie in den Niederlanden und in Skandinavien. Entstanden ist es vermutlich um 1400 im Nürnberger Dominikanerkloster. Das Werk stellt eine Ausnahme unter den deutschen Legendaren dar, weil es nicht primär auf lateinische Quellen, sondern fast ausschließlich auf deutsche Vers- und Prosalegenden zurückgeht. Es galt als volkssprachliches hagiographisches Quellenwerk schlechthin.
'Der Heiligen Leben' ist aufgrund seines Umfangs von vornherein zweibändig angelegt worden. Der erste Band, der Sommerteil, beginnt in der Osterzeit (Ambrosius, 4. April) und nicht, wie etwa die 'Legenda aurea', mit dem ersten Adventssonntag. Der Sommerteil enthält 126, der Winterteil 125 Legenden.
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Bei dem Karlsruher Fragment handelt es sich um 2 seitlich beschnittene Blätter (Bl. CLVII und CLVIII) aus Pergament. Der Text ist zweispaltig mit jeweils 43 - 45 Zeilen angeordnet. Enthalten sind die Legenden Nr. 66 bis 69, davon die Legenden Nr. 67 und 68 vollständig.
Karlsruher Fragment 'Der Heiligen Leben', 15. Jahrhundert.
Badische Landesbibliothek, Cod. K 2118
oben: Blatt CLVII, r und v; unten: Blatt CLVIII, r und v
Download im PDF-Format (1,7 MByte). Fotos: Beate Ehlig
Literatur:
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Margit Brand, Kristina Freienhagen-Baumgardt, Ruth Meyer und Werner Williams-Krapp (Hg.), Der Heiligen Leben, Bd. I: Der Sommerteil (Texte und Textgeschichte 44), Tübingen 1996, S. XVII.