Durlach und Rastatt

Stundenbuch des Markgrafen Christoph I. von Baden
Paris, 15. Jahrhundert
Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Cod. Durlach 1, fol. 18v

Die Durlacher Handschriften stellen den ursprünglichsten Teil der Sammlungen der Badischen Landesbibliothek dar. Sie gehörten zu der seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts existierenden Bibliothek der badischen Markgrafen und tragen heute die Signatur Cod. Durlach. Unter ihnen befindet sich auch jenes Buch, das sich nachweislich ohne Unterbrechungen am längsten in der Badischen Landesbibliothek befindet: das prächtige Stundenbuch des Markgrafen Christoph I. von Baden (1453–1527), das der fromme Landesherr um 1490 in Paris für sich anfertigen ließ.

Die Sammlung der ehemaligen Residenz in Rastatt wurde 1771 in die Bibliothek im Schloss zu Durlach integriert, als Rastatt an diese Linie des Hauses Baden fiel. Unter den Rastatter Codices finden sich insbesondere einige bemerkenswerte orientalische Handschriften, die in der Zeit der Türkenkriege durch den als „Türkenlouis“ bekannten Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655–1707) nach Baden gelangten. Eine besonders schöne kalligraphische und illustrative Ausstattung hat etwa die Genealogie und kurze Geschichte aller Propheten und Herrscher von Adam bis Sultan Muhammed III., eine Handschrift vom Ende des 16. Jahrhunderts, die aus dem Irak stammt.

Die Rastatter Handschriften tragen innerhalb der Sammlung heute die Signatur Cod. Rastatt.

Weiterführende Literatur

  • Majer, Hans Georg: Badische Landesbibliothek Karlsruhe. In: Islamische Kunst in Deutschland, Mainz 2004, S. 129–130.