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Novemberrevolution

Dr. Ludger Syré

Popp, Lothar, und Karl Artelt:
Ursprung und Entwicklung der November-Revolution 1918. Wie die deutsche Republik entstand.
Kiel: Hermann Behrens, [1918].

Lothar Popp (1887–1980) und Karl Artelt (1890–1981) waren aktiv am Kieler Matrosenaufstand beteiligt, der zum Auslöser der Revolution 1918/19 wurde. Popp organisierte den ersten Kieler Arbeiterrat und wurde von diesem zum Vorsitzenden ernannt; Artelt gründete den ersten Kieler Soldatenrat und wurde dessen Vorsitzender. Beide begannen ihr politisches Engagement in der SPD und wechselten später vorübergehend zur USPD; Artelt gehörte 1919 zu den Gründungsmitgliedern der KPD in Magdeburg. In ihrer Broschüre schildern sie die Ereignisse in Kiel, dokumentieren die Forderungen der Matrosen und die Anordnungen des Soldatenrats und beschreiben die Auftritte des SPD-Reichstagsabgeordneten Gustav Noske, ohne freilich dessen wirkliche Intentionen zu durchschauen.

Badische Landesbibliothek, 117 H 863
zum Digitalisat der Friedrich-Ebert-Stiftung

Kuttner, Erich:
Von Kiel bis Berlin. Der Siegeszug der deutschen Revolution.
Berlin: Verlag für Sozialwissenschaft, 1918.

Da die Nachrichten über die Anfänge der Revolution 1918, also die Meutereien der Matrosen der deutschen Hochseeflotte in Wilhelmshaven und Kiel, aufgrund der damals noch herrschenden Zensur nur verzögert und eingeschränkt die deutsche Öffentlichkeit erreichten, veröffentlichte Erich Kuttner (1887–1942) eine erste Chronik der revolutionären Ereignisse in Kiel, München und Berlin. Im Wortlaut dokumentierte er die Forderungen der Kieler Matrosen, die Proklamation der bayerischen Republik durch Kurt Eisner im Auftrag des Münchener Arbeiter- und Soldatenrats und das wohl eher als Witz zu verstehende Verbot seitens des Militärs, „Arbeiter- und Soldatenräte nach russischem Muster zu bilden.“

Badische Landesbibliothek, 117 H 843
zum Digitalisat

Kuttner, Erich:
Die deutsche Revolution. Des Volkes Sieg und Zukunft.
Berlin: Verlag für Sozialwissenschaft, 1918.

Der in Berlin-Schöneberg geborene, als Widerstandskämpfer im KZ Mauthausen ermordete Berliner Sozialdemokrat, Journalist und preußische Landtagsabgeordnete Erich Kuttner (1887–1942) war seit 1916 Redakteur bei der sozialdemokratischen Zeitung Vorwärts. Er gehörte dem rechten Parteiflügel an und beteiligte sich 1919 an der militärischen Niederschlagung des Berliner Januaraufstands. Seine politische Position teilte er in zahlreichen Broschüren mit. In seinem Text vom 11. November 1918 wies er die Verantwortung für den Krieg „ganz allein und ausschließlich dem alten System, dem ehemaligen Kaiser Wilhelm, seinen Generälen, der Junkerkaste, dem Alldeutschtum und ihren Anhängern“ zu – also all jenen, die der deutsche General Erich Ludendorff (1865–1937) mit der Dolchstoßlegende aus der Schusslinie zu bringen suchte.

Badische Landesbibliothek, 117 H 870
zum Digitalisat

Scheidemann, Liebknecht, Haase, Berlemann, Paasche über die Revolution. 4 Redner behandeln das Thema „Ursprung und Verlauf des Krieges, sowie die Revolution und deren Ziele“ nach ihren unterschiedlichen Parteistandpunkten.
[Berlin], [1918].
(Hochaktuell! 1)

Die Broschüre dokumentiert fünf Reden, die führende Sozialdemokraten im November und Dezember 1918 gehalten haben. Die Revolution hatte am 9. November zur Ausrufung der Republik und wenig später zur Abdankung Kaiser Wilhelms II. geführt. Hinsichtlich weitergehender sozialer oder gar sozialistischer Umwälzungen gingen die Meinungen der Redner deutlich auseinander. Während Scheidemann vor russischen Zuständen warnte, forderte Liebknecht die Aufhebung der Klassenherrschaft; Haase hoffte auf mildere Friedensbedingungen, wenn die Verhandlungen ohne die alten deutschen Kriegstreiber geführt würden.

Badische Landesbibliothek, 117 H 844
zum Digitalisat

Kautsky, Karl:
Die Diktatur des Proletariats.
Wien: Brand, 1918.

In Prag geboren, in Wien aufgewachsen, lebte Karl Kautsky (1854–1938) seit 1890 in Deutschland, wo er sich an der programmatischen Arbeit der SPD beteiligte. Seit 1916 Kriegsgegner, wechselte er zur USPD, kehrte aber 1922 zur SPD zurück. Warum er die Oktoberrevolution ablehnte, begründete er ausführlich in Die Diktatur des Proletariats. Den Abschnitt, der sich mit dem Gegensatz zwischen der demokratischen und der diktatorischen Methode beschäftigte, veröffentlichte er im gleichen Jahr separat unter Demokratie oder Diktatur. Denn jetzt ging es um die Revolution in Deutschland und damit um die entscheidende politische Weichenstellung. Für Kautsky war das deutsche Proletariat inzwischen zur Herrschaft gelangt.

Badische Landesbibliothek, 57 A 3528
zum Digitalisat der BSB München

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