Badische Landesbibliothek
   


Handschriften, Drucke und Musikalien der Badischen Landesbibliothek auf Reisen

Übersicht


Auswärtige Veranstaltungen 2006

ARCHITECTURA MILITARIS - Vauban und die Festung Freiburg

ARCHITECTURA MILITARIS - Vauban und die Festung Freiburg

Vor 300 Jahren starb der "Ingenieur de France" Sébastien le Prestre de Vauban. Aus diesem Anlass werden Dokumente zu seinem Leben und Werk gezeigt, insbesondere zum Ausbau der Stadt Freiburg als Festung nach der Eroberung durch Frankreich 1677. Für zwei Jahrzehnte blieb Freiburg gegen das Reich gerichtet, zu dem es 1697 zurückkehrte. Noch zwei Mal belagerten französische Truppen die Stadt: 1713 im Spanischen und 1744 im Österreichischen Erbfolgekrieg. Beim Abzug 1745 wurden die Festungswerke auf dem Schlossberg und um die Stadt systematisch geschleift. Die Ruinen bestimmten noch bis ins 19. Jahrhundert die weitere bauliche Entwicklung Freiburgs.

Sébastien le Prestre de Vauban
Sébastien Le Prêtre (oder auch Prestre) Seigneur, später Marquis de Vauban (1633-1707) war ein französischer General, Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich.

Erst 25 Jahre alt, leitete er bereits die Belagerungen von Gravelines, Ypern und Oudenaarde. 1662 zeigte er beim Bau der Befestigungen von Dünkirchen, Lille, Ath und Charleroi sein Talent als Kriegsbaumeister. In seiner 57jährigen Dienstzeit nahm er an 53 Belagerungen und 140 Gefechten teil. Insgesamt war Vauban am Bau von 160 Festungsanlagen beteiligt.

Die Abbildung stammt aus dem Werk Vaubans "De l'attaque et de la défense des places". (Leihgabe der Badischen Landesbibliothek)

An den Marquis de Vauban erinnert in Freiburg neben den Resten der Festungsanlage der Name eines neues Stadtteils im Südwesten, der anstelle von Kasernenbauten der 1930er Jahre entstand, die nach 1945 von den französischen Besatzungstruppen übernommen und nach dem berühmten Festungsbaumeister benannt wurden.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Vauban, Sébastien LePrestre de: De l'attaque et de la défense des places.
      Band 1: 1737. Band 2: (1742). La Haye. Signatur 77 B 194,1 R und 2 R
    • DuFay, ...: Manière de fortifier : Selon La Methode De Monsieur De Vauban.
      Paris 1681. Signatur 81 A 13146
    • Vauban, Sébastien LePrestre de: Der Wahre Vauban, oder der von den Teutschen und Holländern verbesserte Französische Ingenieur.
      Nurnberg 1737. Signatur 95 B 77065

Leben und Werk des Komponisten Ildefons Haas

  • Ausstellung in Offenburg, Museum im Ritterhaus, vom 14. November bis 10. Dezember 2006
  • Informationen im Internet: Pater Ildefons Haas (1735-1791) - Leben und Werk des Offenburger Barock-Komponisten
Die Ausstellung rückt Leben und Werk des Benediktinerpaters Ildefons Haas (1735-1791) in den Mittelpunkt. Geboren in Offenburg, ausgebildet als Komponist, Geiger, Theologe und Bibliothekar, wirkte der Benediktinerpater sehr vielfältig. Mehrere Kompositionen sind überliefert, von denen einige auch gedruckt wurden. Daneben wurde Haas jedoch auch für seine Arbeit als Übersetzer theologischer Literatur bekannt.

Für die an Komponisten in dieser Zeit arme Region Südwestdeutschlands bildet Haas eine wichtige Ausnahme: er verkörpert das Musikschaffen der Übergangszeit vom musikalischen Barock zur Zeit der Klassik. Den Untergang des blühenden Musiklebens in Ettenheimmünster, das im 18. Jahrhundert ein Zentrum der süddeutschen Kirchenmusik war, hat Ildefons Haas nicht mehr erlebt, das Kloster wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgehoben, Abtei und Klosterkirche dabei beseitigt.

Die Ausstellung findet aus Anlass der Fertigstellung und Präsentation des 19. Bandes der "Denkmäler der Musik in Baden-Württemberg" statt: Pater Ildefons Haas (1735-1791): Offertorienzyklus (1765), vorgelegt von Bernhard Klär (siehe "Veranstaltungen der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg"). Dieser Band wird herausgegeben von der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg, deren Mitglied die Badische Landesbibliothek ist.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
XV Offertoria pro omni die ac festo per annum cum vocibus et instrumentis consuetis, op. II, Augustae Vindelicorum, typis et sumptibus, Joannis Jacobi Lotteri 1766, Titelblatt der Orgelstimme,
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung,
Don Mus. Dr. 1268
Ildefons Haas, Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Don Mus. Dr. 1268


Ildefons Haas, Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Don Mus. Dr. 1268
Canto, Ausschnitt der ersten Notenseite
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung,
Don Mus. Dr. 1268



Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation - Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters

Als Stadt Ottos des Großen nimmt Magdeburg die gesamte mittelalterliche Reichsgeschichte von 962 bis ca. 1500 in den Blick. Kunstwerke aus Europa und Übersee verwandeln das Magdeburger Museum in eine Schatzkammer auf Zeit. Die Ausstellung wird getragen von der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Land Sachsen-Anhalt. Ihr wurde der Ehrentitel „29. Ausstellung des Europarates” verliehen. Die Ausstellungen des Europarates sollen in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für das europäische Kulturerbe schaffen. Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Horst Köhler, gewährt der Ausstellung sein hohes Patronat.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Hermann von Reichenau: Chronicon, Synode von Sutri
Hermann von Reichenau: Chronicon, Synode von Sutri
Badische Landesbibliothek,
Cod. aug. perg. CLXXV

Die Handschrift der Badischen Landesbibliothek ist die ausführlichste und am besten informierte Quelle zur Regierung Kaiser Heinrichs III. Sie berichtet von der Synode von Sutri 1046.

König Heinrich III. setzte in Rom im Dezember 1046 drei gleichzeitig amtierende Päpste, Gregor VI., Benedikt IX. und Silvester III., ab und ernannte den Cluniazenser Bischof Suidger von Bamberg zum Kirchenoberhaupt. Diese Entscheidung wurde von der unter Einfluss von Cluniazensern stehenden Synode von Sutri in Rom bestätigt.

Bischof Suidger wurde am Heiligabend 1046 während der Synode zum Papst gewählt. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1046 krönte Suidger Heinrich III. und seine Gemahlin Agnes von Poitou zum Kaiserpaar.

Einer der fundamentalsten Eingriffe des Kaisers in die römischen Machtverhältnisse erscheint in der zeitgleich niedergeschriebenen Wahrnehmung Hermanns wie eine gewöhnliche Bischofseinsetzung. Mit Suidger wurde ein Reichsbischof Papst und der Stuhl Petri wurde zur Kathedra eines Reichsbischofs. Die universalistische Idee der römischen Kaiserwürde ist zu keinem Zeitpunkt so deutlich abzulesen wie am nüchternen Bericht des Hermann von Reichenau.


Canossa 1077- Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik

  • Ausstellung in Paderborn vom 21. Juli - 5. November 2006
  • Informationen im Internet: Canossa 1077
Ausstellungskatalog:
Canossa 1077 - Erschütterung der Welt : Geschichte, Kunst und Kultur am Anfang der Romantik. Katalogbuch zur Ausstellung: Paderborn, 21.7.2006-5.11.2006, Museum in der Kaiserpfalz, Diözesanmuseum, Städtische Galerie. Band 1: Katalogband. Band 2: Essayband. Hrsg.: Christoph Stiegemann und Matthias Wemhoff. - München : Hirmer 2006. - ISBN 3-7774-2865-5

Das berühmteste Ereignis während der Zeit des Investiturstreits ist wohl der sprichwörtlich gewordene Bußgang des deutschen Herrschers Heinrichs IV. 1077 nach Canossa. Die Auseinandersetzungen zwischen Herrscher und Papst, die sich an der Frage der Einsetzung der Bischöfe entzündeten und im Bannspruch des Papstes Gregors VII. und dem Bußgang des Herrschers kulminierten, sind aber nur ein Aspekt dieser Epoche weit reichender Veränderungen und Reformen, die alle Bereiche der mittelalterlichen Gesellschaft betrafen.

Der Gang nach Canossa ist Ausgangspunkt des Ausstellungskonzeptes. Die Ausstellung basiert auf den Ergebnissen neuster interdisziplinär angelegter Forschung zum 11. und frühen 12. Jahrhundert, an der neben Historikern, Archäologen und Kunsthistorikern auch Theologen, Bauhistoriker sowie Sprach- und Musikwissenschaftler beteiligt sind.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Manegold von Lautenbach. Hs. Rastatt 27, Blatt 1r
Manegold von Lautenbach, Liber ad Gebehardum.
Badische Landesbibliothek,
Hs. Rastatt 27, Blatt 1r
12. Jh., aus Kloster St. Johann in Blaubeuren

Gesicherte Daten über das Leben Manegolds von Lautenbach sind nur aus der Zeit zwischen 1085 und 1103 bekannt. Er wurde 1085 aus dem elsässischen Stift Lautenbach von Anhängern König Heinrichs IV. vertrieben, worauf er in das Stift Rottenbuch in Oberbayern auswich. Später wurde er Prior des neugegründeten Augustinerchorherrenstifts Marbach im Elsass.

Die dem Erzbischof Gebhard von Salzburg gewidmete Streitschrift "Liber ad Gebehardum" ist eine Materialsammlung zu den zentralen Streitpunkten des Investiturstreits nach dem zweiten Bann gegen Heinrich IV. (1080). Sie enthält heftige Angriffe auf den König und seine Anhänger sowie eine vorbehaltlose Verteidigung von Person und Handeln Gregors VII.

Merigarto. Hs. Donaueschingen A III 57, Blatt 1v-2r
Merigarto. Anonym, bairischer Raum, Regensburg (Kloster Prüll)?, um 1100
Pergament - schräg abgeschnittenes Doppelblattfragment - H. 18,6-19,8 cm, B. 29 cm
Badische Landesbibliothek, Hs. Donaueschingen A III 57, Blatt 1v-2r
Das Fragment kann als älteste überlieferte geographische Beschreibung in deutscher Sprache bezeichnet werden. Es wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1834 in der ehemaligen Fürstlich Fürstenbergischen Bibliothek in Prag aufgefunden. Den Titel Merigarto erhielt das Bruchstück, dessen Autor unbekannt ist, von seinem Entdecker. Das zusammengesetzte Substantiv (aus ahd. meri Meer und ahd. garto Garten) ist im Althochdeutschen belegt, im Wortlaut des Fragmentes jedoch nicht zu finden.
Weitere Informationen: Katalogeintrag zum Exponat Merigarto (von Ute Obhof)

Johannes Stumpf, Keyser Geschichte Heinrychs IV.
(16. Jh.)
Badische Landesbibliothek,
69 B 713 RH, Blatt 79v

Johannes Stumpf, reformierter Historiker und Pfarrer, wurde 1500 in Bruchsal geboren und starb 1577 oder 1578 in Zürich. Nach einem Theologiestudium in Heidelberg wurde die Bekanntschaft mit dem Zürcher Reformator Zwingli für ihn wegweisend. Er wurde dessen Mitarbeiter und Freund.

Johannes Stumpf ist der Verfasser mehrerer wichtiger historischer Werke, die er alle in deutscher Sprache verfasste. Für die Entwicklung der deutschen Sprache dürfte er damit eine nicht geringe Bedeutung haben, die bisher jedoch noch nicht erforscht ist.
Johannes Stumph, Keyser Geschichte Heinrychs IV. (16. Jh.). 69 B 713 RH, Blatt 79v



Ein Knab auf schnellem Roß

  • Ausstellung in der Universitätsbibliothek Heidelberg vom 19. Mai 2006 bis zum 31. März 2007
  • Informationen in Internet: Ein Knab auf schnellem Roß
Ausstellungskatalog 'Ein Knab auf schnellem Roß'
Ausstellungskatalog:
Ein Knab auf schnellem Roß : Die Romantik in Heidelberg ; Ausstellungskatalog / Universitätsbibliothek Heidelberg. Bearb. von Armin Schlechter unter Mitwirkung von Martina Rebmann Heidelberg: Winter, 2006. - 128 S. : zahlr. Ill. ISBN 3-8253-5202-1. - Euro 15,- (Schriften der Universitätsbibliothek; Bd. 7)

Vor 200 Jahren ist die folgenreiche Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn in drei Bänden erschienen (1805/06 bis 1808). Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg im Rahmen des "Literatursommers Baden-Württemberg 2006" zeigt neben der Entstehung des Werkes durch Achim von Arnim und Clemens Brentano auch Vorgänger dieser Sammlung sowie daraus entstandene Folgen im Bereich Volkslied und Kunstmusik. Schon Johann Wolfgang von Goethe vermisste im Wunderhorn Melodien, und er drückte dies in seiner berühmten Rezension zum ersten Band so aus:
"Am besten aber läge doch dieser Band auf dem Clavier des Liebhabers oder Meisters der Tonkunst, um den darin enthaltenen Liedern entweder mit bekannten hergebrachten Melodien ganz ihr Recht widerfahren zu lassen, oder ihnen schickliche Weisen anzuschmiegen, oder, wenn Gott wollte, neue bedeutende Melodien durch sie hervorzulocken."

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier

[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier
[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier, Gotha: Beckerische Buchhandlung, 1799
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Signatur: M 146 RH

Das Gedicht "Ännchen von Tharau" (Text: Simon Dach) erscheint hier in einer Vertonung von Karl Siegmund Freiherr von Seckendorff (1744-1785). Die graziöse Melodie mit Verzierungen, Melismen und Sprüngen trägt barocke Züge. Die schlichte Klavierbegleitung gleicht in der linken Hand häufig noch einem auszusetzenden Generalbass. Ohne Begleitung "wirkt" die Melodie hier und bei vielen anderen Liedern der Sammlung nicht.

Vorbilder für das Wunderhorn gab es einige, so das Mildheimische Liederbuch von Rudolph Zacharias Becker (1799), dessen Ausgabe jedoch einen eigenen Band mit 391 Melodien mit Klavierbegleitung aufweist. Karl Gottlieb Umbreit (1763-1829), Komponist und Organist aus Gotha, besorgte die Ausgabe. Für eine Melodiensammlung des 18. Jahrhunderts ist diese Ausgabe außerordentlich umfangreich. Vertreten sind vor allem Lieder von J. A. P. Schulz, J. Fr. Reichardt und J. A. Hiller, die zu den führenden Liedkomponisten des späten 18. Jahrhunderts gehörten.

Clara Faisst, Sieben Lieder aus 'des Knaben Wunderhorn', op. 10
Clara Faisst, Sieben Lieder aus "des Knaben Wunderhorn", op. 10
Karlsruhe: Selbstverlag, um 1915
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Signatur: M 6517 RH

Die Komponistin, Pianistin und Dichterin Clara Faisst (1872-1948) stammt aus Karlsruhe. Sie studierte in Berlin Klavier und Komposition und kehrte anschließend in ihre Heimatstadt zurück. Ihr kompositorisches Œuvre umfasst vor allem Lieder, von denen sich etwa 100 gedruckt oder handschriftlich erhalten haben. Clara Faisst ließ sich vom Wunderhorn zu schlichten, aber wirkungsvollen Liedern für Singstimme und Klavier inspirieren.



Mozart in Meermanno

  • Ausstellung in Den Haag vom 15. April - 25. Juni 2006
  • Informationen in Internet: Mozart in Meermanno
Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail ist wie viele Opern und Singspiele des 18. Jahrhunderts für verschiedenste Besetzungen bearbeitet worden. So entstand auch eine Fassung für die so genannte Harmoniemusik, eine Bläserbesetzung für 5 bis 10 Spieler, die um 1780 in Wien in Mode gekommen war. In der Regel waren der Komponist sowie der Bearbeiter von Harmoniemusik nicht identisch. Doch hat die Forschung herausgefunden, dass es sich in diesem Fall um eine Bearbeitung von Mozart selbst handelte:

"Nun habe ich keine geringe arbeit. - bis Sonntag acht tag muß meine Opera auf die harmonie gesetzt seyn - sonst kommt mir einer bevor - und hat anstatt meiner den Profit davon", schrieb Wolfgang Amadeus Mozart 1782 aus Wien an seinen Vater in Salzburg. Lange Zeit hatte man diese Arbeit Mozarts verschollen geglaubt. Doch dass sie sich in einer Abschrift aus der Donaueschinger Musikaliensammlung erhalten hat, die heute in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe verwahrt wird, daran gibt es jetzt keinen Zweifel mehr. Die musikalischen Raffinessen des Werkes, die nur der Komponist selbst und kein noch so guter Bearbeiter in dieser Weise hätte setzen können, beweisen die Echtheit und machen die Donaueschinger Harmoniemusik der Entführung zu einem singulären Werk.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Wolfgang Amadeus Mozart, Harmoniemusik der Entführung aus dem Serail
Badische Landesbibliothek,
Don Mus. Ms. 1392,
Stimme der 1. Klarinette, erste Notenseite
Wolfgang Amadeus Mozart, Harmoniemusik der Entführung aus dem Serail, Stimme der 1. Klarinette

Die insgesamt acht Stimmen umfassende Handschrift Don Mus. Ms. 1392 ist der Mittelpunkt der Ausstellung "Mozart in Meermanno" in Den Haag, die sich mit der spannenden Geschichte der Auffindung und Erforschung sowie der Publikation dieser Musik befasst.

Wolfgang Amadeus Mozart, Harmoniemusik der Entführung aus dem Serail, Stimme des 2. Horns
Wolfgang Amadeus Mozart, Harmoniemusik der Entführung aus dem Serail
Badische Landesbibliothek,
Don Mus. Ms. 1392,
Stimme des 2. Horns, Titelblatt



SIGISMUNDUS Rex et Imperator 1387 - 1437 - Kunst und Kultur zur Zeit Sigismunds von Luxemburg

  • Ausstellung in Budapest: Szépmûvészeti Múzeum, 18.03. - 18.06.2006
  • Ausstellung in Luxemburg: Musée national d'histoire et d'art, 13.07. - 15.10.2006
  • Informationen in Internet: SIGISMUNDUS Rex et Imperator 1387 - 1437
Ausstellungskatalog:
Sigismundus Rex et Imperator : Ausstellung, Budapest, Szépmüvészeti Múzeum, 18. März - 18. Juni 2006 ; Luxembourg, Musée National d'Histoire et d'Art, 13. Juli bis 15. Okt. 2006 = Sigismund von Luxemburg - Kunst und Kultur 1387 - 1437 / [Texte: Szilard Papp. Red.: Agnes Körber]. - Budapest : Szépmûvészeti Múzeum [u.a.], 2006. - 96 S.

Die Herrschaft Sigismunds von Luxemburg, König von Ungarn (1387), König (1410/11) und Kaiser (1433) des Heiligen Römischen Reiches war von bedeutenden historischen und intellektuellen Umwälzungen geprägt. Die Ausstellung zeigt den Werdegang des großen, universellen Herrschers im spätmittelalterlichen Europa und die herausragenden Kunstwerke der internationalen Gotik. Sie umfasst mehr als 350 Exponate aus über hundert bedeutenden Bibliotheken und Museen der Welt.

Neben den ungarischen Nationalsammlungen beteiligen sich unter anderem die Münchener Bayerische Staatsbibliothek, das Frankfurter Liebieghaus, das Londoner British Museum, die Pariser Bibliothèque Nationale, der Pariser Louvre, das New Yorker Metropolitan Museum, die Vatikanische Biblioteca Apostolica, das Wiener Kunsthistorische Museum und die Österreichische Nationalbibliothek an der Ausstellung. Aus der Badischen Landesbibliothek sind die Handschriften Cod. St. Georgen 63 und Cod. Ettenheimmünster 11 zu sehen.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Cod. St. Georgen 63, fol. 53v / 54r
Ulrich von Richenthal, Chronik des Konzils von Konstanz, um 1470
Badische Landesbibliothek, Cod. St. Georgen 63, fol. 53v / 54r
Ein Problem jener Zeit stellte die Kirchenspaltung dar, das Abendländische Schisma. Die große Leistung Sigismunds bestand in der Wiederherstellung der Einheit der römischen Kirche auf dem Konzil von Konstanz (1414 bis 1418).
Webseite in Wikipedia: Sigismund von Luxemburg


Cod. Ettenheimmünster 11, fol. 23v / 24r
Ulrich von Richenthal, Chronik des Konzils von Konstanz, 1467
Badische Landesbibliothek, Cod. Ettenheimmünster 11, fol. 23v / 24r



Karl der Große und die Alpen. Die Reise durch die Alpen in karolingischer Zeit

Anlässlich der 20. Olympischen Winterspiele - Turin 2006 - organisieren die Region Piemont und das Diözesanzentrum für Kultur von Susa eine dem Thema "Reise durch die Alpen in karolingischer Zeit" gewidmete internationale Ausstellung. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Alpen in karolingischer Zeit von einer kulturellen Grenzregion zu einem Zentrum für Austausch und Vermittlung.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Gregorius Magnus, Moralia in Job, Handschrift der 'Egino-Gruppe'
Gregorius Magnus,
Moralia in Job

Badische Landesbibliothek,
Cod. Aug. IV, fol. 197r.
Originale Größe 44 x 30 cm.

Handschrift der "Egino-Gruppe"
(im Bestand der Reichenauer Handschriften der Badischen Landesbibliothek)

Karl der Große setzte nach der Eroberung des Langobardenreichs (774) den Alemannen Egino zum Bischof von Verona ein; die stark befestigte Stadt war damals eine der strategisch wichtigsten Plätze Oberitaliens. Von Eginos Wirken zeugen aufwendig hergestellte Manuskripte, vor allem der Berliner "Egino-Codex" und die Codices der "Egino-Gruppe". Egino blieb in Verbindung mit seiner alemannischen Heimat. Im Jahr 799 wurde die von ihm an der Nordwestspitze der Insel Reichenau errichtete und prächtig ausgestattete Peterskirche geweiht. Dort verbrachte Egino die letzten drei Jahre seines Lebens (799-802).

Bei der "Egino-Gruppe" handelt es sich um eine Gruppe von Codices, die in Verona hergestellt wurden und heute in Basel, Einsiedeln, Karlsruhe, Paris und St. Gallen aufbewahrt werden. Egino hat in Verona diese Bücher für sich und vielleicht auch schon im Hinblick auf die zu Reichenau-Niederzell geplante Gründung schreiben lassen und diesen Satz Handschriften offenbar komplett mit über die Alpen genommen; denn bislang ist kein Überbleibsel der "Egino-Gruppe" in Italien nachgewiesen.
Literatur:
Walter Berschin und Alfons Zettler:
Egino von Verona : der Gründer von Reichenau-Niederzell (799). - Stuttgart : Thorbecke, 1999. - 70 S. : Ill.; (Reichenauer Texte und Bilder ; 8). - ISBN 3-7995-4408-9



Georg Gottfried Gervinus

Ausstellungskatalog:
Georg Gottfried Gervinus 1805-1871. Gelehrter - Politiker - Publizist. Bearbeitet von Frank Engehausen, Susan Richter und Armin Schlechter. Herausgegeben von Werner Moritz. Archiv und Museum der Universität Heidelberg. Schriften 9. 152 S. mit 43 Abb., fester Einband. ISBN 3-89735-445-4.

Im Dezember 1858 erschien - gerade noch rechtzeitig vor den Säkularfeiern zu Händels Todestag 1859 - die erste Lieferung zum ersten Band der vom deutschen Musikforscher Friedrich Chrysander (1826-1901) herausgegebenen Gesamtausgabe. Chrysander gründete 1856 zusammen mit dem Heidelberger Literarhistoriker Georg Gottfried Gervinus (1805-1871) zur Durchführung dieser Händel-Gesamtausgabe die "Deutsche Händel-Gesellschaft", die sich jedoch bereits vier Jahre später wieder auflöste. Gervinus unterstützte anfangs das gewaltige Unternehmen mit eigenen Mitteln. Seiner Energie und Opferbereitschaft war es zu verdanken, dass trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten - nicht nur in finanzieller Hinsicht - die Gesamtausgabe der Werke Händels durch Chrysander fortgesetzt und vollendet wurde.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
Georg Friedrich Händel
(1685-1759),
Ausgabe sämtlicher Werke


hrsg. von Friedrich Chrysander,
Band 1: Susanna, Leipzig 1858
[Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Musiksammlung,
Don. Mus. Dr. 3033,1]
Georg Friedrich Händel (1785-1759), Ausgabe sämtlicher Werke



Vorträge, Lesungen, Konzerte

  • "Ich sprach Mozarts Namen aus ..." - Ernst-Friedrich Kauffmann (1803-1856) und die Mozartbegeisterung im Freundeskreis Eduard Mörikes
    Vortrag von Dr. Martina Rebmann, Badische Landesbibliothek, in Stuttgart am 25. Juli 2006
    weitere Informationen zum Thema:
    • Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek: "Moser nennt er sich ..." - Württembergische Näherungen an Mozart
    • Veröffentlichung des Vortrags im Jahrbuch der Gesellschaft für Musik in Baden-Württemberg Bd. 13, 2006: Schriften


Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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