Badische Landesbibliothek
   


Handschriften, Drucke und Musikalien der Badischen Landesbibliothek auf Reisen

Übersicht


Auswärtige Veranstaltungen 2007

Max Laeugers Arkadien: Keramik - Garten - Bau - Kunst

Die Ausstellung wurde ursprünglich vom Museum Langmatt in Baden/Schweiz konzipiert und dort vom 22. April bis zum 15. Juli 2007 gezeigt (siehe Max Laeugers Arkadien / Museum Langmatt).

Aus dem direkten Nachlass von Max Laeuger werden in der Düsseldorfer Ausstellung erstmals Arbeiten gezeigt, die im Zusammenhang mit den Kanderner Keramikarbeiten stehen, der Mannheimer Gartenbau-Ausstellung und dem Landhaus 'Kareol' im niederländischen Aerdenhout.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Musterkarten der Kanderner Keramik
    • Architektur- und Gartenentwürfe zur Mannheimer Gartenbau-Ausstellung 1907 (Pavillon, Palmenhalle, ...)
    • Architekturentwürfe für das Landhaus 'Kareol' im niederländischen Aerdenhout (Planzeichnungen, Grundrisse, Fassaden-, Innenraumgestaltungen, ...)
Max Laeuger: Kanderner Keramikarbeiten. Badische Landesbibliothek, K 2942 Max Laeuger: Kanderner Keramikarbeiten. Badische Landesbibliothek, K 2942

oben:
Musterkarten von Laeugerwaren
Tonwerke Kandern, um 1909.
Badische Landesbibliothek, K 2942, B 3.
Maße: ca. 31,3 x 24,1 cm

links: Ausschnitt aus einer Musterkarte
Max Laeuger: Kanderner Keramikarbeiten. Badische Landesbibliothek, K 2942

1907 besuchte Julius Carl Bunge, Amsterdamer Kaufmann besonders in Sachen Kaffee, die Mannheimer Gartenbauausstellung. Er beauftragte Laeuger sofort sein Haus Kareol in Aerdenhout bei Harlem zu bauen, und Park und Garten anzulegen. Die Arbeiten beginnen noch im gleichen Jahr wie die Korrespondenz zwischen Bunge, Laeuger und Anders Lundberg, dem schwedischen Architekten, beredt vermittelt.

Max Laeuger: Landhaus Kareol, Eingang. Badische Landesbibliothek, K 2943
Landhaus Kareol, Eingang.
Aquarell.
Badische Landesbibliothek, K 2943, C 4 (3).
Maße: 26,5 x 18,4 cm



Grünewald und seine Zeit

  • Ausstellung vom 8. Dezember 2007 bis 2. März 2008 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe
  • Informationen im Internet: Grünewald und seine Zeit
  • Ausstellungskatalog: Grünewald und seine Zeit : Große Landesausstellung Baden-Württemberg ; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 8. Dezember 2007 - 2. März 2008 ; [... anlässlich der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg "Grünewald und Seine Zeit" ...] / [Hrsg. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Ausstellung: Dietmar Lüdke... Katalogred.: Jessica Mack-Andrick ...]. - Karlsruhe : Staatliche Kunsthalle; München ; Berlin : Dt. Kunstverl., 2007. ISBN 978-3-422-06762-2, 3-422-06762-0 und 978-3-925212-71-0
Matthias Grünewald (1475/80-1528), einem der großartigsten, geheimnisvollsten und wirkmächtigsten Künstler der europäischen Kunstgeschichte um 1500, widmet die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe eine Große Landesausstellung unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler. Mit rund 160 Werken ermöglicht die Ausstellung "Grünewald und seine Zeit" eine Zusammenschau seines singulären Schaffens mit Arbeiten anderer hochrangiger Künstler jener Epoche.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Donaueschinger Passionsspiel, Villingen (?), Anfang 16. Jhd.
    • Schatzbehalter, Nürnberg: Anton Koberger, 1491.
Donaueschinger Passionsspiel
Villingen(?), Anfang 16. Jhd., 31,5 x 11 cm

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek,
Codex Donaueschingen 137, Blatt 77v-78r

Wiederholt wurde in der Forschung darauf hingewiesen, dass Grünewalds drastische Schilderungen der Passion Christi möglicherweise von den zeitgenössischen Passionsspielen beeinflusst worden sein könnten. In der Ausstellung weist die Handschrift Cod. Don. 137 des bedeutenden Donaueschinger Passionsspiels auf diese spezielle Form der spätmittelalterlicher Volksfrömmigkeit hin.
Donaueschinger Passionsspiel. Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 137

Fridolin, Stephan: Schatzbehalter der wahren Reichtümer des Heils. Badische Landesbibliothek, Signatur Dp 3
Fridolin, Stephan: Schatzbehalter der wahren Reichtümer des Heils.
Nürnberg: Anton Koberger, 8. Nov. 1491.
GW 10329. HC 14507* = H 6236.

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek,
Signatur Dp 3, Blatt qeIIII verso
Holzschnitte von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff

Der Schatzbehalter zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Andachts- und Erbauungsbüchern, in denen Leben und Leiden Christi mit vielfältigen Betrachtungen zur Unterstützung und Anregung der Andacht geschildert werden. Das schön kolorierte Exemplar der Badischen Landesbibliothek bringt die kunsthistorisch bedeutenden, in ihrer Zeit überaus einflussreichen Holzschnitte der Wolgemut-Werkstatt gut zur Geltung.



Biedermeiers Glück - Rastatts Bürger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Biedermeiers Glück - Rastatts Bürger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Die Ausstellung widmet sich einem sehr bewegten Kapitel der Rastatter Stadtgeschichte. Zeitlich gesehen umfasst sie die von gewaltigen Umbrüchen gekennzeichnete erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Zeit zwischen Wiener Kongress und der Revolution von 1848/49. Mit dem Epochenbegriff "Biedermeier", der häufig nur mit dem häuslich-privaten bis hin zum spießbürgerlichen Idyll assoziiert wird, ist hier der Vormärz gemeint, mit dem sich Fortschritt, Liberalismus und Vernunft verbindet.

Die Politik und die Kriege Napoleons hatten zuvor ganz Europa beeinflusst und verändert, Baden schließlich zu seiner Größe verholfen und die Markgrafschaft zum Großherzogtum erhoben. Für Rastatt spielen diese enormen Veränderungen im Zuge der Entstehung des Großherzogtums eine wichtige Rolle. Entsprechende Themenschwerpunkte (Bildung, Städtebau, Militär, ...) greifen in der Ausstellung diesen Wandlungsprozess auf.
  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Statuten der Museums-Gesellschaft zu Rastatt : 1840 / Museums-Gesellschaft. - Rastatt : Birks, 1840. Standortnummer: O52 A 984
    • Bücher-Verzeichniß der Museums-Bibliothek zu Rastatt / Museums-Bibliothek. - Rastatt : Mayer, 1846. Standortnummer: O52 A 452



Novos Mundos - Neue Welten. Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen

  • Ausstellung vom 25. Oktober 2007 - 10. Februar 2008 im Deutschen Historischen Museum, Berlin
  • Informationen im Internet: Novos Mundos - Neue Welten. Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen
  • Ausstellungskatalog: Novos mundos : Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen ; [eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Instituto Camões, Lissabon, und der Botschaft von Portugal in Berlin, 24. Oktober 2007 bis 10. Februar 2008] = Neue Welten / hrsg. von Michael Kraus und Hans Ottomeyer. - Dresden : Sandstein, 2007. - 640 S. ISBN 978-3-940319-11-1, 3-940319-11-2, 978-3-86102-146-9
Das Deutsche Historische Museum in Berlin nimmt den Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft, die in der zweiten Jahreshälfte 2007 von Deutschland an Portugal übergeht, zum Anlass, um in enger Zusammenarbeit mit portugiesischen Einrichtungen ab dem 25. Oktober 2007 die Ausstellung "Novos Mundos - Neue Welten. Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen" zu zeigen. Die Ausstellung thematisiert die weltumspannende Rolle Portugals zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert und beleuchtet internationale Vernetzungen und Konflikte, die sich als Folge der "Entdeckungsfahrten" ergaben. Neben politischen und wirtschaftlichen Aspekten dieses Prozesses werden auch wissenschafts- bzw. technikgeschichtliche sowie kunsthistorische und religiöse Entwicklungen exemplarisch dargestellt.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Mallorquinische Portulan-Karte mit einer Darstellung des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres, Signatur S6
      Datierung: 1449, Künstler: Petro Roselli
Badische Landesbibliothek, Mallorquinische Portulan-Karte mit einer Darstellung des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres
Portulan-Karte, Badische Landesbibliothek, Signatur S6
59,5 x 102,5 cm. Entstanden 1449. Eintrag im Ausstellungskatalog (PDF)
Darstellung des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres mit geographisch erstaunlich gut wiedergegebener Küstenlinie und Inseln. Maßstab ca. 1:5 Mill. Charakteristisch für die Portulankarte das Netz von Linien, die von mehreren Kompassrosen ausgehen und die ganze Karte überziehen. Dies sollte dem Seemann, der sich eines Kompasses bediente, die Festlegung der Route erleichtern. Die Portulankarte ist auf Pergament koloriert gezeichnet, die Konturen des Tierfelles wurden beibehalten.
Weitere Informationen: Alte und moderne Landkarten in der Badischen Landesbibliothek


Literatur:
Michael Kraus: Novos Mundos - Neue Welten. Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen.
In: Museumsjounal, 4/2007, S. 78 - 80, Seite 78



Schätze aus Pergament - Mittelalterliche Handschriften aus Frankenthal

Eine vor 860 Jahren im ehemaligen Scriptorium des Augustiner-Chorherrenstifts Groß-Frankenthal entstandene prächtige Bibelhandschrift ist für kurze Zeit an ihren Entstehungsort zurückgekehrt. Die "Frankenthaler Bibel" ist bis zum 25. November in der Ausstellung "Schätze aus Pergament" im Erkenbert-Museum zu sehen. Sie wird normalerweise in der British Library in London aufbewahrt und in dieser Form wohl nie wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.

In der Ausstellung ist die "Frankenthaler Bibel" von weiteren, aus ganz Europa zusammengetragenen, alten Büchern des Glaubens umgeben, die entweder in der Frankenthaler Schreibstube entstanden sind oder aus der Bibliothek des Klosters stammen. Zu sehen sind Handschriften aus Rom, Wien, Den Haag, Göttingen, Darmstadt und Heidelberg sowie aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Codices Lichtenthal 84, 97 und 100
Jordanus de Quedlinburg, Meditationes de passione Christi, deutsch

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek,
Codex Lichtenthal 84, Blatt 3r

Papier, Ende 15. Jhd., 21x14,5 cm, 274 Bl.

Manuscripta mediaevalia - Handschriftenkataloge online: Beschreibung der Handschrift

Download (Format: PDF; Größe; 1,5 Mbyte)
Badische Landesbibliothek, Cod. Lichtenthal 84

Badische Landesbibliothek, Cod. Lichtenthal 97
Deutsche Gebete und Tagzeiten   •   Deutscher Psalter

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek,
Codex Lichtenthal 97, Blatt 4r

Papier   •   2(Perg.) + 291 + 2(Perg.)Bl., um 1500, 10x14 cm, Frankenthal(?)

Manuscripta mediaevalia - Handschriftenkataloge online: Beschreibung der Handschrift

Download (Format: PDF; Größe; 1,6 Mbyte)

Badische Landesbibliothek, Cod. Lichtenthal 100
Deutsches Mess- und Offiziumsbuch
Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Codex Lichtenthal 100, Blatt 197v-198r
Papier, 249 Bl., Ende 15. Jhd., 14x10 cm, Frankenthal(?)
Manuscripta mediaevalia - Handschriftenkataloge online: Beschreibung der Handschrift
Download (Format: PDF; Größe; 1,3 Mbyte)


Johannes Reuchlins Bibliothek - gestern & heute

  • Ausstellung vom 9. September - 11. November 2007 im Stadtmuseum Pforzheim
  • Informationen im Internet: Johannes Reuchlins Bibliothek - gestern & heute
  • Ausstellungskatalog: Johannes Reuchlins Bibliothek : Gestern & Heute ; Schätze und Schicksal einer Büchersammlung der Renaissance ; Ausstellung im Stadtmuseum Pforzheim, 9. September - 11. November 2007, aus Anlass der Wiedererrichtung des Reuchlinkollegs an der Pforzheimer Schloss- und Stiftskirche St. Michael ; Katalog / bearb. von Matthias Dall'Asta und Gerald Dörner. Hrsg. von Isabel Greschat. - Heidelberg u. a. : Verl. Regionalkultur, 2007. - 128 S. ISBN 978-3-89735-505-7
  • Handschriften von Johannes Reuchlin (1455-1522): Bilder zum Download (Format:PDF)
Die Privatbibliothek des Humanisten und Universalgelehrten Johannes Reuchlin (1455-1522) war schon zu seinen Lebzeiten für ihre seltenen Handschriften und Frühdrucke berühmt. Nach Reuchlins Tod fielen die wertvollen Bücher an das Chorherrenstift in Pforzheim und wurden in einem Anbau der Schlosskirche untergebracht. Dort waren sie für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Ein wechselvolles Schicksal dezimierte den Buchbestand im Laufe der Jahrhunderte und verstreute die Bücher in alle Winde. In der Badischen Landesbibliothek sind heute noch zwölf hebräische Handschriften Reuchlins im Original vorhanden.

Die Ausstellung "Johannes Reuchlins Bibliothek - gestern & heute" führt die wichtigsten der noch erhaltenen Bände aus Reuchlins Besitz in dessen Heimatstadt Pforzheim für kurze Zeit wieder zusammen. Die Ausstellung beleuchtet die Entstehung, den polyglotten Charakter und das Schicksal der Reuchlinschen Büchersammlung und präsentiert die schönsten ihrer deutschen, lateinischen, griechischen und hebräischen Handschriften und Drucke.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Codices Reuchlin 1, 3, 5, 7, 8, 9, 10, 12 und 13
Hebräische Bibel mit aramäischer Übersetzung des Pentateuch (Targum Onkelos)
Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Codex Reuchlin 1

Pergament, 12./13. Jhd., 51x33 cm, 688 Bl., Geschenk Kaiser Friedrichs III. an Reuchlin
Badische Landesbibliothek, Cod. Reuchlin 1

Der kostbare Pergamentcodex Reuchlin 1 ist nicht nur aufgrund seines Alters, seiner kalligraphischen Gestaltung und seiner schieren Größe, sondern auch wegen seiner Herkunft von besonderer Bedeutung: Es handelt sich um ein Abschiedsgeschenk Kaiser Friedrichs III. (1415-1493), an dessen Hof in Linz Reuchlin sich 1492 in diplomatischer Mission längere Zeit aufhielt und von dem er damals auch in den Adelsstand erhoben wurde.
Cod. Reuchlin 1 beinhaltet den Pentateuch, die Propheten und die übrigen Bücher der hebräischen Bibel mit Ausnahme von Ruth und dem Hohenlied. Dem hebräischen Urtext des Pentateuch ist auch dessen aramäische Übersetzung beigegeben, der sogenannte Targum Onkelos. Auf jeden einzelnen Originalvers folgt unmittelbar dessen aramäische Übersetzung. Die Handschrift ist mit zahlreichen figürlichen Federzeichungen und kunstvollen Initialen geschückt.

Badische Landesbibliothek, Cod. Reuchlin 1
Beispiel für eine Federzeichnung im Cod. Reuchlin 1:
Zu Beginn des Buches Richter (Blatt 285v) befindet sich am äußeren rechten Rand die Federzeichnung eines Vogels, aus dessen geöffnetem Schnabel die Worte "Buch der Richter" hervorkommen.

Ausschnitt (vergrößert) aus der Abbildung links:

Badische Landesbibliothek, Cod. Reuchlin 1


Auszug aus dem Geleitwort zur Ausstellung, verfasst von Christel Augenstein, Oberbürgermeisterin der Stadt Pforzheim:

... Die Stadt Pforzheim ist stolz, in dieser Ausstellung zahlreiche der hebräischen und griechischen Handschriften und alten Drucke, die einst den Kernbestand von Reuchlins Privatbibliothek bildeten, wieder in dessen Heimatstadt zeigen und durch eine Auswahl von Originalausgaben Reuchlinscher Werke ergänzen zu können. Den in- und ausländischen Bibliotheken, die es uns durch ihre Leihgaben ermöglicht haben, die heute weit verstreuten Überreste von Reuchlins vielgerühmter Büchersammlung für die Dauer von zwei Monaten wieder in Pforzheim zu vereinen, möchte ich herzlich danken. Mein ganz besonderer Dank gilt hierbei der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, und zwar nicht nur für die Ausleihe von nicht weniger als neun ihrer unschätzbaren zwölf Reuchlin-Codizes, sondern auch für ihr entschlossenes Engagement gegen den 2006 drohenden Ausverkauf historischer Handschriften. ...


Ausschnitt aus der Rede zur Eröffnung der Ausstellung (PDF), gehalten von Matthias Dall'Asta, Reuchlinforschungsstelle Pforzheim:

... In der Vergangenheit hat es in Pforzheim bereits mehrfach Reuchlin-Ausstellungen gegeben: Im Oktober 1955 zum 500. Geburtsjahr des Humanisten die umfassende Schau "Reuchlin und die Kunst seiner Zeit" im Industriehaus am Leopoldsplatz, im Winter 1986/87 die Ausstellung "Johannes Reuchlin Phorcensis. Ein humanistischer Gelehrter" im Reuchlinhaus und zuletzt im Frühjahr 2005 die Ausstellung "Zu seiner Zeit ein Wunderzeichen: Johannes Reuchlin aus Pforzheim" hier im Stadtmuseum. Warum nun nur zwei Jahre später am gleichen Ort eine neuerliche Ausstellung mit dem Titel "Johannes Reuchlins Bibliothek gestern & heute"? Der Anlaß war ein doppelter: Ende 2006 wurde mit dem Wiederaufbau des Reuchlinkollegs an der Pforzheimer Schloßkirche begonnen, in dem Reuchlins nachgelassene griechische und hebräische Bücher von 1522 bis 1565 untergebracht waren, bevor sie über Durlach in die heutige Badische Landesbibliothek nach Karlsruhe gelangten. Fast gleichzeitig wurden im Herbst 2006 Pläne der baden-württembergischen Landesregierung bekannt, wonach große Teile der Handschriftensammlung eben jener Badischen Landesbibliothek verkauft werden sollten. Damit wären aber auch Reuchlins noch erhaltene hebräische Handschriften vom Ausverkauf bedroht gewesen. In solch einer Situation lag es nahe, mit der entsprechenden Vorbereitungszeit eine Ausstellung zu Reuchlins Bibliothek zu zeigen, um auf diese Weise die ursprüngliche Nutzung des Reuchlinkollegs als Bibliotheksraum zu illustrieren und zugleich auch die historische Bedeutung und Unersetzlichkeit der Karlsruher Handschriftensammlung am Beispiel ihrer Reuchliniana zu verdeutlichen. ...

Elisabeth von Thüringen - Eine europäische Heilige

  • Ausstellung vom 7. Juli bis 19. November 2007 auf der Wartburg und in der Eisenacher Predigerkirche
  • Informationen im Internet: Elisabeth von Thüringen
  • Ausstellungskatalog: Elisabeth von Thüringen - eine europäische Heilige : [3. Thüringer Landesausstellung Elisabeth von Thüringen - Eine Europäische Heilige, Wartburg - Eisenach, 7. Juli bis 19. November 2007] / hrsg. von Dieter Blume und Matthias Werner. Petersberg : Imhof, 2007. - 623 S. ISBN 978-3-86568-265-9, ISBN 978-3-86568-246-8.
2007 jährt sich zum 800. Mal der Geburtstag der hl. Elisabeth von Thüringen - diesem Anlass widmet Thüringen seine 3. Landesausstellung. Die Ausstellung gliedert sich in zwei große Themenbereiche. Der erste Teil gilt dem in seinen Extremen singulären Lebensweg der ungarischen Königstochter, thüringischen Landgräfin und Marburger Hospitalsschwester (1207-1231). Der zweite Teil veranschaulicht die bis in die Gegenwart andauernde Nachwirkung, die von der 1235 Heiliggesprochenen ausging.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Sammelhandschrift: Elisabeth-Vita des Dietrich von Apolda / Tösser Schwesternbuch
      Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 452
Die Sammelhandschrift enthält u.a. die Vita der heiligen Elisabeth Dietrichs von Apolda sowie eine Abschrift des um 1340 entstandenen Tösser Schwesternbuchs. In der Ausstellung werden Seiten aus dem Tösser Schwesternbuch präsentiert.

Dem Schwesternbuch ist eine Biographie der "Königin Elsbet von Ungarn" eingefügt. Sie beschreibt das fromme Leben Elisabeths, der Tochter des letzten ungarischen Königs aus der Dynastie der Arpaden Andreas III., die dem Vorbild der hl. Elisabeth folgte und bis zu ihrem Tod 1337 als Nonne in dem Dominikanerinnenkloster Töss lebte. Die Tösser Nonne Elisabeth ist eines der bemerkenswertesten Beispiele für die lebendige Elisabeth-Verehrung durch das ungarische Königshaus und den europäischen Hochadel des 13./14. Jahrhunderts insgesamt.

Die Abschrift der Badischen Landesbibliothek stellt den ältesten Textzeugen für das Leben der Elisabeth von Töss dar. Leider ist die Handschrift durch einen Wasserschaden teilweise schwer lesbar.

Sammelhandschrift: Elisabeth-Vita des Dietrich von Apolda / Tösser Schwesternbuch
Dominikanerinnenkloster St. Katharinental bei Diessenhofen / Thurgau (Schweiz).
ca. 1440 (Datierung durch Wasserzeichen)
Papierhandschrift, 128 Bl.
H. 20,5 cm, B. 16 cm
Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 452

Die Sammelhandschrift enthält eine Biographie von Elisabeth (1207-1231), der Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (reg. 1205-1235). Elisabeth wurde bereits wenige Jahre nach ihrem Tod am Pfingstfest 1235 heilig gesprochen.

Die Sammelhandschrift enthält außerdem eine Biographie von Elisabeth, der Tochter des ungarischen Königs Andreas III. (reg. 1290-1301).
Cod. Donaueschingen 452



Netzwerk Hanse. Handel, Handelswege und kultureller Austausch im Ostseeraum in der Hansezeit

  • Ausstellung vom 22. Juni bis 20. September 2007 im Kulturhistorischen Museum Rostock
  • Informationen im Internet: Netzwerk Hanse
Die Ausstellung vollzieht anhand der Handelswege der Hanse den kulturellen Austausch im Ostseeraum nach. Sie erschließt die reichen Traditionen der Hanse für die Besucherinnen und Besucher und stellt die Bedeutung des Städtebundes für die mittelalterliche Kultur im baltischen Gebiet heraus.

Dabei geht die Präsentation von dem Gedanken der gemeinsamen Vergangenheit im Ostseeraum aus, die heute wieder stärker an Bedeutung gewinnt und zunehmend als Teil der europäischen Identität begriffen wird.

Das Redentiner Osterspiel wird im Abschnitt zur niederdeutschen Sprache im Hanseraum gemeinsam mit dem Rostocker Liederbuch vom Ende des 15. Jahrhunderts (aus der Universitätsbibliothek Rostock) gezeigt. Als bedeutende Zeugnisse für das Niederdeutsche an der mecklenburgischen Ostseeküste stehen die beiden Handschriften exemplarisch für die Sprachkultur in diesem Raum.

Redentiner Osterspiel
Redentiner Osterspiel. Papier. 12 Bl. 21 x 14 cm. Redentin, 1464.
Das 'Redentiner Osterspiel' ist nur in einer einzigen Handschrift überliefert, die heute in der Badischen Landesbibliothek unter der Signatur K(arlsruhe) 369 bewahrt wird. Es handelt sich um eines der bedeutendsten mittelalterlichen geistlichen Spiele. Nach Art der Anlage handelt es sich um die Abschrift eines Aufführungstextes aus einem archivarisch bewahrenden Interesse und zur Lektüre.
Laut Schreibervermerk wurde die Niederschrift der eröffnenden Osterpredigt und des Spieltextes im engeren Sinne im Jahre 1464 in Redentin beendet. Hof und Kloster Redentin bei Wismar gehörten seit 1192 zum Zisterzienserkloster Doberan.
1786 wurde die Handschrift zusammen mit anderen Bänden in Helmstedt von Friedrich Valentin Molter (1722-1808), dem ersten hauptberuflichen Karlsruher Bibliothekar, für die damalige Markgräflich Badische Hofbibliothek erworben. Es handelte sich um die Versteigerung der Bibliothek des Gelehrten Anton Julius von der Hardt (1707-1785), die auch Bücher und Manuskripte aus dem Besitz seines bekannteren Onkels Hermann von der Hardt (1660-1746) enthielt.



Unesco-Welterbe: Drei neue Museumspavillons auf Reichenau

Auf der Weltkulturerbe-Insel Reichenau informieren seit April 2007 drei neue Mini-Museen über die historische Bedeutung der Bodensee-Insel. Die UNESCO hatte der ehemaligen Klosterinsel im Dezember 2000 das Prädikat "Weltkulturerbe" verliehen. Die Benediktiner-Abtei auf der Reichenau, gegründet 724 vom Wanderbischof Pirmin, war im frühen Mittelalter ein bedeutendes Zentrum von Religion, Kunst, Wissenschaft und Politik in Europa.

Anlässlich der Einweihung der neuen Museen hat die Badische Landesbibliothek Karlsruhe das Original des über 1000 Jahre alten Kloster-"Hausbuches" Cod. Aug. perg. LXXXIV als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Es wird auf der Reichenau bis Anfang Juni ausgestellt.

Cod. Aug. perg. LXXXIV, Hausbuch der Reichenau, Badische Landesbibliothek
SCRIPTURUS DE PRETIOSO sanguine domini nostri IESU christi · quo genus humanum ab antiqui hostis potestate redemptum est. ...

[Schreiben will ich über das kostbare Blut unseres Herrn Jesus Christus, wodurch das Manschengeschlecht von der Macht des alten Feindes losgekauft worden ist. ... ]


Die Initiale S kennzeichnet den Beginn der Vorrede zur Erzählung "De pretioso sanguine domini nostri - Vom kostbaren Blut unseres Herrn".

Cod. Aug. perg. LXXXIV, Blatt 125r, Badische Landesbibliothek

Die Handschrift Aug. perg. LXXXIV der Badischen Landesbibliothek war im X. und XI. Jahrhundert der "Codex domesticus", das "Hausbuch" der Reichenau. Es enthält lateinische Texte zu den auf der Reichenau verehrten Heiligen sowie die Geschichte des Erwerbs der Heiligblut-Reliquie durch die Reichenau "De pretioso sanguine domini nostri". Diese Erzählung ist unter allen Textpartien als die wichtigste hervorgehoben durch zwei prächtige Initialen: auf Blatt 125r S(cripturus ... Beginn der Vorrede) und auf Blatt 126r T(empore ... Beginn der Erzählung).

TEMPORE KAROLI GLORIOSISSIMI IMPERATORIS AZAN QUIDAM NOMINE praefectus urbis hierusalem · audiens de virtutibus multisque miraculis et incomparabilibus eiusdem karoli proeliis. ...

[Zur Zeit des rühmlichsten Kaisers Karl hörte Azan, der Vorsteher der Stadt Jerusalem, von dessen tapferen Taten und viel Wunderbarem und seinen unvergleichlichen Kämpfen. ... ]


Die Initiale T kennzeichnet den Beginn der Erzählung "De pretioso sanguine domini nostri - Vom kostbaren Blut unseres Herrn".

Cod. Aug. perg. LXXXIV, Blatt 126r, Badische Landesbibliothek
Cod. Aug. perg. LXXXIV, Hausbuch der Reichenau, Badische Landesbibliothek

Auf der Insel Reichenau wird die Heiligblut-Reliquie auch heute noch verehrt. Eine Woche nach Pfingstmontag wird das Heilig-Blut-Fest gefeiert. Dieser höchste Inselfeiertag geht zurück auf das Jahr 925, als der Abtei die Heiligblut-Reliquie geschenkt wurde, die nach der Überlieferung Blut Christi enthalten soll.
Die Handschrift Aug. perg. LXXXIV der Badischen Landesbibliothek ist die älteste, die uns diese Geschichte überliefert.

Literatur: Die Reichenauer Heiligblut-Reliquie / Walter Berschin und Theodor Klüppel. Mit einem Geleitw. von Alfons Weißer. - 2., erw. Aufl.. - Stuttgart : Thorbecke, 1999. - 59 Seiten; (Reichenauer Texte und Bilder ; 1). ISBN 3-7995-4407-0



Max Laeugers Arkadien: Keramik - Garten - Bau - Kunst

  • Ausstellung im Museum Langmatt, Baden/Schweiz, vom 22. April bis zum 15. Juli 2007
  • Informationen im Internet: Museum Langmatt
  • Ausstellungskatalog: Max Laeugers Arkadien: Keramik - Garten - Bau - Kunst. Hrsg. von Rudolf Velhagen und Ulrich Maximilian Schumann. - 2007. Schriftenreihe Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown, Band 10. ISBN 978-3-9523274-0-1.
  • Plakat zur Ausstellung (PDF - 365 kbyte)

Max Laeuger  Max Laeuger
Max Laeuger (1864 - 1952)
Keramiker, Bildhauer, Maler, Kunsthandwerker, Architekt, Fachschriftsteller; Professor für Innenarchitektur und Gartenkunst an der TH Karlsruhe


Werke der Bildenden Kunst aus dem Nachlass Laeuger, der zum Bestand der Badischen Landesbibliothek gehört, sind zum ersten Mal ausgestellt.

Ausstellung Max Laeuger
Fliesenbildentwurf: "Schutzengel", um 1900. Badische Landesbibliothek, K 2942, B 21

Vom 22. April bis zum 15. Juli sind im Museum Langmatt, Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown, in Baden in der Schweiz Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe aus dem Nachlass des Künstlers zu sehen.

Ausstellung Max Laeuger
Rückseite des Badgartens. Mannheim, Gartenbauausstellung 1907

Badische Landesbibliothek, K 2943, C 14

Die Ausstellung mit dem Titel "Max Laeugers Arkadien: Keramik - Garten - Bau - Kunst" zeigt neben Keramiken auch Gemälde, Möbel und sein kunsttheoretisches Werk "Kunsthandbücher", dessen Bände 1937 bis 1939 erschienen - eine Schule des Sehens, des bewussten Wahrnehmens.

Schale in dunklem Jadegrün,
um 1925

Badische Landesbibliothek
K 2942, B 5
Ausstellung Max Laeuger


  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Musterbücher und Musterkarten keramischer Arbeiten
    • Aquarelle, Gouachen = Vorlagen für seine Kunsthandbücher, auch Einzelstücke zu mythologischen Themen
    • Entwürfe für Innenräume (z.B. Karlsruhe, Hauptbahnhof - Eingangshalle), Möbel, Wanddekorationen (Malereien und Fliesenbilder) und ein Grabmal
    • Arbeiten zur Mannheimer Gartenbauausstellung, Haus Willmanns in Heidelberg, Haus Häfely in Basel, Gestaltung der Berliner Heerstraße.

Max Laeuger (1864 - 1952 - Lörrach), im In- und Ausland als Universalkünstler anerkannt, beginnt in Karlsruhe an der Kunstgewerbeschule seine Laufbahn, gefolgt von einem Lehrauftrag, später einer Professur an der Technischen Hochschule. Er wendet sich in Kandern u. a. der Keramik zu, überhaupt dem Kunsthandwerk - vom Kissenbezug bis zum Kirchenfenster. Laeuger greift in die Gestaltung der Objekte wie des gesamten Interieurs ein. Er ist sowohl Praktiker als auch Kunsttheoretiker. Seine architektonischen Aufträge umfassen Gebäude ebenso wie Garten- und Landschaftsgestaltungen. In Baden-Baden schuf er u.a. das "Paradies", eine auf den Hängen über der Stadt gelegene Gartenanlage, und die "Gönner-Anlage" an der Oos.

Ausstellung Max Laeuger
Eigenfarbigkeit in der Natur, um 1930

Badische Landesbibliothek
K 2941, A 13

Zu seinen Lebzeiten waren seine Arbeiten auf Ausstellungen zu sehen und wurden mit Preisen hoch bedacht, z.B. erhielt er im Jahre 1900 eine Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung und 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis, USA.

"eines meiner liebsten Blätter"
Steckfigur vor Landschaft, um 1930

Badische Landesbibliothek
K 2941, A 12
Ausstellung Max Laeuger

Als Ehrenbürger seiner Vaterstadt wurde Laeuger in Lörrach begraben. Die Badische Landesbibliothek erwarb 1971 den größten Teil seines Nachlasses.



Mutig - Kantig - Streitbar - Rastatter Frauengeschichten

Die Ausstellung entstand als Beitrag zum Internationalen Tag der Frau in Kooperation mit dem Stadtarchiv und der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Petra Heinisch-Hildenbrand.

Die für die Ausstellung ausgewählten Biographien von Rastatter Frauen zeigen, wie sehr die Lebensumstände und Berufschancen von den jeweils herrschenden politischen Verhältnissen und von Herkunft und Bildung abhängig waren. Porträtiert werden Persönlichkeiten aus drei Jahrhunderten, die in unterschiedlichsten Bereichen gelebt und gewirkt haben, Frauen, die oft nicht den Rollenerwartungen der damaligen Zeit entsprachen und mölicherweise gerade deshalb Spuren hinterließen.

Unter anderem wird die Komponistin und Pianistin Luise Adolpha Le Beau (1850 - 1927) vorgestellt, die in Rastatt geboren wurde.


Mutig - Kantig - Streitbar - Rastatter Frauengeschichten   Mutig - Kantig - Streitbar - Rastatter Frauengeschichten
Luise Adolpha Le Beau: Reise durch Württemberg, Bayern und Schweiz (1912). Badische Landesbibliothek, Signatur K 2340 (Reisetagebuch). links: Einband vorne; rechts: Seite 1.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek:
    • Luise Adolpha Le Beau: Reise durch Württemberg, Bayern und Schweiz (1912), Signatur K 2340 (Reisetagebuch).
    • Luise Adolpha Le Beau: Festouvertüre für großes Orchester op.23, Signatur Baden-Baden L 89.

Luise Adolpha Le Beau: Festouvertüre für großes Orchester op. 23. Badische Landesbibliothek, Signatur Baden-Baden L 89.

Partitur, Titelblatt mit farbiger Tinte und Goldauszierungen, roter Ledereinband mit Gold- und Blindprägung
35 x 26, cm, 1 Bl., 44 beschr. S., [Baden-Baden?], [1881]

DEM / Durchlauchtigsten Fürstenpaare / Ihren Königlichen Hoheiten dem / Großherzog FRIEDRICH und der Großherzogin LUISE / von Baden / zur Feier / Allerhöchst Ihrer silbernen Hochzeit. / Fest-Ouverture / für großes Orchester / componirt / von / Luise Adolpha Le Beau. / opus 23.
Mutig - Kantig - Streitbar - Rastatter Frauengeschichten


Mutig - Kantig - Streitbar - Rastatter Frauengeschichten
Mutig - Kantig - Streitbar - Rastatter Frauengeschichten

Luise Adolpha Le Beau: Festouvertüre für großes Orchester op. 23.

oben: Einband vorne

links: Seite 1 der Partitur, Autograph [?] (Tinte auf Papier)

Die aus Rastatt stammende Komponistin Luise Adolpha Le Beau war dem Großherzogspaar sehr verbunden. In ihrer musikalischen Ausbildung wurde sie zunächst von ihren Eltern gefördert, die ihrem einzigen Kind alle Unterrichtsmöglichkeiten verschafften. Als eine der ersten Musikerinnen studierte Le Beau nicht nur ein Instrument - Klavier (u. a. bei Clara Schumann in Baden-Baden) -, sondern sie nahm auch Kompositionsunterricht bei Josef Gabriel Rheinberger in München. In ihrer Autobiographie "Lebenserinnerungen einer Komponistin" (Baden-Baden 1910) berichtete sie, mit welcher Zuvorkommenheit sie vom badischen Großherzogspaar, den "höchsten Herrschaften", stets behandelt und gefördert worden sei.

Luise Adolpha Le Beau komponierte nicht nur Lieder und kleine Klavierstücke, wie viele Komponistinnen ihrer Zeit, sondern auch groß angelegte Werke, wie die Fest- Ouvertüre. Ob dieses Werk je aufgeführt worden ist, darüber ließ sich bislang nichts finden.

Da derjenige Teil des musikalischen Nachlasses von Le Beau, der der Großherzoglich Badischen Hof- und Landesbibliothek vermacht worden war, im Jahr 1942 vernichtet wurde, haben in der Badischen Landesbibliothek lediglich ein paar Briefe und Tagebücher die Zerstörung überdauert. Umso wertvoller ist der Zugang dieser Partitur durch den Ankauf der Schlossbibliothek Baden-Baden.



ARCHITECTURA MILITARIS - Vauban und die Festung Freiburg

ARCHITECTURA MILITARIS - Vauban und die Festung Freiburg

Vor 300 Jahren starb der "Ingenieur de France" Sébastien le Prestre de Vauban. Aus diesem Anlass werden Dokumente zu seinem Leben und Werk gezeigt, insbesondere zum Ausbau der Stadt Freiburg als Festung nach der Eroberung durch Frankreich 1677. Für zwei Jahrzehnte blieb Freiburg gegen das Reich gerichtet, zu dem es 1697 zurückkehrte. Noch zwei Mal belagerten französische Truppen die Stadt: 1713 im Spanischen und 1744 im Österreichischen Erbfolgekrieg. Beim Abzug 1745 wurden die Festungswerke auf dem Schlossberg und um die Stadt systematisch geschleift. Die Ruinen bestimmten noch bis ins 19. Jahrhundert die weitere bauliche Entwicklung Freiburgs.

Sébastien le Prestre de Vauban
Sébastien Le Prêtre (oder auch Prestre) Seigneur, später Marquis de Vauban (1633-1707) war ein französischer General, Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich.

Erst 25 Jahre alt, leitete er bereits die Belagerungen von Gravelines, Ypern und Oudenaarde. 1662 zeigte er beim Bau der Befestigungen von Dünkirchen, Lille, Ath und Charleroi sein Talent als Kriegsbaumeister. In seiner 57jährigen Dienstzeit nahm er an 53 Belagerungen und 140 Gefechten teil. Insgesamt war Vauban am Bau von 160 Festungsanlagen beteiligt.

Die Abbildung stammt aus dem Werk Vaubans "De l'attaque et de la défense des places". (Leihgabe der Badischen Landesbibliothek)

An den Marquis de Vauban erinnert in Freiburg neben den Resten der Festungsanlage der Name eines neues Stadtteils im Südwesten, der anstelle von Kasernenbauten der 1930er Jahre entstand, die nach 1945 von den französischen Besatzungstruppen übernommen und nach dem berühmten Festungsbaumeister benannt wurden.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Vauban, Sébastien LePrestre de: De l'attaque et de la défense des places.
      Band 1: 1737. Band 2: (1742). La Haye. Signatur 77 B 194,1 R und 2 R
    • DuFay, ...: Manière de fortifier : Selon La Methode De Monsieur De Vauban.
      Paris 1681. Signatur 81 A 13146
    • Vauban, Sébastien LePrestre de: Der Wahre Vauban, oder der von den Teutschen und Holländern verbesserte Französische Ingenieur.
      Nurnberg 1737. Signatur 95 B 77065



Ein Knab auf schnellem Roß

  • Ausstellung in der Universitätsbibliothek Heidelberg vom 19. Mai 2006 bis zum 31. März 2007
  • Informationen in Internet: Ein Knab auf schnellem Roß
Ausstellungskatalog 'Ein Knab auf schnellem Roß'
Ausstellungskatalog:
Ein Knab auf schnellem Roß : Die Romantik in Heidelberg ; Ausstellungskatalog / Universitätsbibliothek Heidelberg. Bearb. von Armin Schlechter unter Mitwirkung von Martina Rebmann Heidelberg: Winter, 2006. - 128 S. : zahlr. Ill. ISBN 3-8253-5202-1. - Euro 15,- (Schriften der Universitätsbibliothek; Bd. 7)

Vor 200 Jahren ist die folgenreiche Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn in drei Bänden erschienen (1805/06 bis 1808). Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg im Rahmen des "Literatursommers Baden-Württemberg 2006" zeigt neben der Entstehung des Werkes durch Achim von Arnim und Clemens Brentano auch Vorgänger dieser Sammlung sowie daraus entstandene Folgen im Bereich Volkslied und Kunstmusik. Schon Johann Wolfgang von Goethe vermisste im Wunderhorn Melodien, und er drückte dies in seiner berühmten Rezension zum ersten Band so aus:
"Am besten aber läge doch dieser Band auf dem Clavier des Liebhabers oder Meisters der Tonkunst, um den darin enthaltenen Liedern entweder mit bekannten hergebrachten Melodien ganz ihr Recht widerfahren zu lassen, oder ihnen schickliche Weisen anzuschmiegen, oder, wenn Gott wollte, neue bedeutende Melodien durch sie hervorzulocken."

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier

[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier
[Karl Gottlieb Umbreit, Hrsg.], Melodien zum Mildheimischen Liederbuche für das Piano-Forte oder Clavier, Gotha: Beckerische Buchhandlung, 1799
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Signatur: M 146 RH

Das Gedicht "Ännchen von Tharau" (Text: Simon Dach) erscheint hier in einer Vertonung von Karl Siegmund Freiherr von Seckendorff (1744-1785). Die graziöse Melodie mit Verzierungen, Melismen und Sprüngen trägt barocke Züge. Die schlichte Klavierbegleitung gleicht in der linken Hand häufig noch einem auszusetzenden Generalbass. Ohne Begleitung "wirkt" die Melodie hier und bei vielen anderen Liedern der Sammlung nicht.

Vorbilder für das Wunderhorn gab es einige, so das Mildheimische Liederbuch von Rudolph Zacharias Becker (1799), dessen Ausgabe jedoch einen eigenen Band mit 391 Melodien mit Klavierbegleitung aufweist. Karl Gottlieb Umbreit (1763-1829), Komponist und Organist aus Gotha, besorgte die Ausgabe. Für eine Melodiensammlung des 18. Jahrhunderts ist diese Ausgabe außerordentlich umfangreich. Vertreten sind vor allem Lieder von J. A. P. Schulz, J. Fr. Reichardt und J. A. Hiller, die zu den führenden Liedkomponisten des späten 18. Jahrhunderts gehörten.

Clara Faisst, Sieben Lieder aus 'des Knaben Wunderhorn', op. 10
Clara Faisst, Sieben Lieder aus "des Knaben Wunderhorn", op. 10
Karlsruhe: Selbstverlag, um 1915
Badische Landesbibliothek, Musiksammlung, Signatur: M 6517 RH

Die Komponistin, Pianistin und Dichterin Clara Faisst (1872-1948) stammt aus Karlsruhe. Sie studierte in Berlin Klavier und Komposition und kehrte anschließend in ihre Heimatstadt zurück. Ihr kompositorisches Œuvre umfasst vor allem Lieder, von denen sich etwa 100 gedruckt oder handschriftlich erhalten haben. Clara Faisst ließ sich vom Wunderhorn zu schlichten, aber wirkungsvollen Liedern für Singstimme und Klavier inspirieren.



Vorträge, Lesungen, Konzerte

  • Die Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek
    Vortrag von Dr. Ute Obhof, Badische Landesbibliothek, in Forst/Bruchsal am 11.10.2007
    Pressebericht:
    Badische Neueste Nachrichten (Bruchsaler Ausgabe), 04.10.07: Fachvortrag über Handschriftensammlung

  • Der Erdglobus, der Amerika benannte - Die Überlieferung der Globensegmente von Martin Waldseemüller aus dem Jahre 1507
    Vortrag von Dr. Ute Obhof, Badische Landesbibliothek, in Venedig am 29.09.2007
    weitere Informationen zum Thema:
    Symposien der Internationalen Coronelli-Gesellschaft und Einladung (PDF)

  • Joseph Freiherr von Laßberg auf der alten Meersburg - ein Blick in den Spiegel des Bodensees und in den seiner Schwägerin Annette von Droste-Hülshoff
    Vortrag von Dr. Ute Obhof, Badische Landesbibliothek, in Meersburg am 18.05.2007
    weitere Informationen zum Thema:
    Droste-Literaturtage 2007 und Tagungsprogramm (PDF)

  • Der Erdglobus, der Amerika benannte -
    Kulturgut vom Oberrhein aus dem Jahr 1507
    Vortrag von Dr. Ute Obhof, Badische Landesbibliothek, in Kehl am 08.02.2007
    Pressebericht:
    Kehler Zeitung, 08.02.2007: Taufurkunde des neuen Kontinents
    weitere Informationen zum Thema:
    Vortrag von Dr. Ute Obhof am 17.10.2006 in der Badischen Landesbibliothek

  • Literaturhaus Stuttgart: Gedenken an den Komponisten Ernst Friedrich Kauffmann - Ein Stück regionaler Musikgeschichte
    Vortrag von Dr. Martina Rebmann, Badische Landesbibliothek, in Stuttgart am 06.02.2007
    Pressebericht:
    Stuttgarter Nachrichten, 08.02.2007: Ein Stück regionaler Kulturgeschichte


Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


Webseiten-Suche
  erweiterte Suche
Valid HTML 4.01! Valid CSS!