Badische Landesbibliothek
   


Handschriften, Drucke und Musikalien der Badischen Landesbibliothek auf Reisen

Übersicht


Auswärtige Veranstaltungen 2010

Karl Moser. Architektur und Kunst


Zum Abschluss seines 100jährigen Jubiläums und anlässlich des 150jährigen Geburtstags seines renommierten Architekten zeigt das Kunsthaus Zürich ab 17. Dezember 2010 eine umfassende Ausstellung unter dem Titel »Karl Moser. Architektur und Kunst«. Mit Bauten für die Universität Zürich, mit der St. Antoniuskirche und dem Badischen Bahnhof in Basel oder der Lutherkirche in Karlsruhe hat der in der Schweiz als Vater der Moderne verehrte Karl Moser (1860-1936) Architekturgeschichte geschrieben.

Max Laeuger: Karikatur der Antoniuskirche in Basel
Max Laeuger: Karikatur der Antoniuskirche in Basel. «Ulmer Münster» - «Basler Seelen Silo / es lebe die Baukunst!», um 1927.
Badische Landesbibliothek, Nachlass Laeuger, Konvolut A20, S. 15


Übergeordnetes Thema der Ausstellung, das anhand von Zeichnungen, Skizzen, Fotografien, Modellen, kunstgewerblichen Objekten und Möbeln veranschaulicht wird, sind die vielschichtigen Beziehungen zwischen Architektur und Kunst, die sich mit Mosers Werk verbinden: seine lebenslange enge Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern wie Carl Burckhardt, Oskar Kiefer oder Max Laeuger, die künstlerische Ausstattung seiner Bauten, der eigene Kunstanspruch, die künstlerische Visualisierung von architektonischen Ideen und schliesslich auch das Bauen für die Kunst.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    Max Laeuger: Karikatur der Antoniuskirche in Basel. «Ulmer Münster» - «Basler Seelen Silo / es lebe die Baukunst!», um 1927. Bleistift / Papier, aufgeklebt auf braunes Papier, Album aufgeklappt: 13 x 35 x 58 cm. Badische Landesbibliothek, Nachlass Laeuger, Konvolut A20, S. 15



Konversationskunst. Kurd Alsleben, Antje Eske und Freunde


Die weltweite Vernetzung der Computer hat zu einem Austausch von Botschaften aller Art geführt, der in seiner Quantität alle Vorstellungen überschreitet. Social Software-Dienste wie Facebook, Twitter oder virtuelle Welten wie Second Life erzeugen neue Formen des zwischenmenschlichen Umgangs.

Kurd Alsleben, Antje Eske und Freunde - Künstler, Philosophen und Wissenschaftler - erkunden, welche künstlerischen Möglichkeiten mit diesen neuen Kommunikationsformen auftreten und entwickeln eine Kunst der Konversation, die auf eine lange Tradition verweisen kann: von der antiken »ars sermonis«, den Musenhöfen der italienischen Renaissance, der französische Salonkultur des 17. und 18. Jahrhunderts, bis zum Surrealismus und Dadaismus des 20. Jahrhunderts.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    Castiglione, Baldassare: Il Libro Del Cortegano Del Conte Baldessar Castiglione : Nuouamente con somma diligenza corretto, & reuisto per il Dolce, secondo l'essemplare del proprio autore. - Vinegia : De Ferrari, 1552. Signatur: 69 A 261
    Das Buch erzählt von einer fiktiven Abendgesellschaft am Hofe von Urbino. Bedeutende Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts diskutieren, wonach ein guter Mensch streben solle. In diesem Buch, das als positives Gegenstück zu dem von Niccolò Machiavelli zeitgleich verfassten »Il principe« gelesen werden kann wird Urbino zu einem symbolischen Ort der Tugend.



Mythos Burg

  • Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg vom 8. Juli bis 7. November 2010
  • Informationen im Internet: Mythos Burg
Kataloge und Tagungsband:
  • Mythos Burg. Ausstellungskatalog des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg. Hrsg. von G. Ulrich Großmann. Nürnberg/Dresden 2010.
  • Burg und Herrschaft. Ausstellungskatalog des Deutschen Historischen Museums, Berlin. Hrsg. von Hans Ottomeyer/Rainer Atzbach/ Sven Lüken. Berlin/Dresden 2010.
  • Die Burg. Wissenschaftlicher Begleitband zu den Ausstellungen »Burg und Herrschaft« und »Mythos Burg«. Publikation der Beiträge des Symposions auf der Wartburg, 19. - 22. März 2009 in Zusammenarbeit mit der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern. Schriftleitung Anja Grebe. Hrsg. von G. Ulrich Großmann/Hans Ottomeyer. Berlin/Nürnberg/Dresden 2010.

Burgen, Ritter, Turniere und Belagerungen prägen unser Bild des Mittelalters. Wehrhafte Mauern und Türme, Raubritter sowie die Eroberung edler Damen regen auch heute noch die Phantasie der Menschen an. Im Mittelalter war dies kaum anders, wie zahlreiche Schrift- und Bildwerke von höchstem Rang zeigen.

Die große Doppelausstellung in Nürnberg ("Mythos Burg") und Berlin ("Burg und Herrschaft"), die größte europäische Burgenausstellung überhaupt, zeigt erstmals umfassend die über 1000-jährige Geschichte der Burg zwischen Adelswohnsitz, Herrschaftssymbol und Ausflugsziel. Die Nürnberger Ausstellung präsentiert rund 650 vielfach noch nie gezeigte Objekte aus europäischen Burgen sowie internationalen Museen von Wien bis New York. Sie verbinden sich zu einem faszinierenden Panorama des "Mythos Burg" vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung in Nürnberg:
    • Georg Rüxner: Tuernierbuch, Simmern 1530. Signatur 42 C 39 RH
    • Thüring von Ringoltingen: Melusine, Basel 1474/74. Signatur Cod. St. Peter pap. 23
    • Theuerdank, Nürnberg 1517, Pergamentausgabe, koloriert. Signatur 42 C 36 RH
Pergamentexemplar des sog. 'Theuerdank'
Eines der epochemachenden Werke in der Geschichte der neuzeitlichen Buchkunst ist der 1517 erschienene sog. "Theuerdank", jene allegorische Schilderung der Brautfahrt und Werbung Kaiser Maximilians I. um Maria von Burgund (42 C 36 RH). Der bibliophile Kaiser hat den Text teilweise selbst verfaßt und für den Druck höchste technische und künstlerische Maßstäbe gesetzt. Ein Teil der Ausgabe wurde auf Pergament gedruckt, wozu auch das Karlsruher Exemplar gehört. Dieses zeichnet sich ferner durch eine qualitätvolle Kolorierung der Holzschnitte aus, die von Leonhard Beck, Hans Burkmair und Hans Schäufelein stammen



Georg Lukács: Heidelberger Ästhetik (1912 - 1918)

  • Ausstellung im Museum für Literatur am Oberrhein in Karlsruhe vom 27. April bis 8. Juni 2010
  • Informationen im Internet: Literarische Gesellschaft / Museum für Literatur am Oberrhein und Georg Lukács: Heidelberger Ästhetik (1912 - 1918)
  • Ausstellungskatalog: Schmidt-Bergmann, Hansgeorg: Georg von Lukács : Heidelberger Ästhetik - Auf dem Weg zur "Theorie des Romans" ; Briefwechsel Leopold Ziegler und Georg Lukács / Hansgeorg Schmidt-Bergmann. - Karlsruhe : Braun; Leinfelden-Echterdingen : DRW-Verl., 2010. - (Museum für Literatur am Oberrhein Karlsruhe: Schriften des Museums für Literatur am Oberrhein ; 5). ISBN 978-3-7650-8572-7
Im Rahmen der 20. Europäischen Kulturtage Karlsruhe präsentiert die Literarische Gesellschaft die Ausstellung "Georg Lukács: Heidelberger Ästhetik (1912 - 1918)".

Etwas mehr als fünf Jahre lebte der Philosoph Georg Lukács (1885 - 1971) in Heidelberg. Nach dem Band "Die Seele und die Formen" erarbeitete der Wissenschaftler in Heidelberg seine bis heute einflussreiche "Theorie des Romans". Erstmals werden in der Karlsruher Ausstellung die Heidelberger Jahre und die theoretischen Arbeiten und Anstöße dokumentiert - dabei ergeben sich überraschende Bezüge zu Karlsruhe.


Georg Lukács: Tagebuch 1910 - 11. - Berlin : Brinkmann & Bose, 1991. - ISBN 3-922660-24-X.
Standortnummer in der Badischen Landesbibliothek: 91 A 8777
Lukács, Georg: Tagebuch 1910 - 11. - Berlin : Brinkmann & Bose, 1991. - ISBN 3-922660-24-X


Briefe, Tagebücher, Erstausgaben, Fotos und andere Materialien von Georg Lukács geben einen Einblick in die ästhetischen Diskussionen seiner Zeit. Korrespondenzpartner in Heidelberg waren unter anderem Georg Simmel, Max und Alfred Weber, Ernst Bloch und der Ettlinger Philosoph Leopold Ziegler (1881 - 1958), dessen Nachlass sich in der Badischen Landesbibliothek befindet. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch.

Zur Metaphysik des Tragischen : eine philosophische Studie / von Leopold Ziegler. - Leipzig : Duerr, 1902
Ziegler, Leopold: Zur Metaphysik des Tragischen. Eine philosophische Studie. - Leipzig : Duerr, 1902.
Standortnummer in der Badischen Landesbibliothek: LZ 40


  • Die Badische Landesbibliothek stellt für die Ausstellung über 30 Leihgaben zur Verfügung, darunter
    • Leopold Ziegler, um 1900 (Gemälde von Karl Hofer)
    • 10 Briefe von Georg Lukács an Leopold Ziegler
    • Leopold Ziegler: "Metaphysik des Tragischen" (Manuskript)
    • Leopold Ziegler: "Das Weltbild Hartmanns" (Manuskript)
    • Georg Lukács: "Die Seele und die Formen" (1911), "Die Theorie des Romans" (1920), "Tagebuch 1910 - 11" (1991) und andere Druckschriften
    • Leopold Ziegler: "Zur Metaphysik des Tragischen" (1902), "Der abendländische Rationalismus" (1905), "Das Weltbild Hartmanns" (1910) und andere Druckschriften



Musikkultur in Baden-Württemberg - Vom Minnesang zur Popakademie

  • Ausstellung im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe vom 16. April - 12. September 2010
  • Informationen im Internet: Musikkultur in Baden-Württemberg - Vom Minnesang zur Popakademie
  • Ausstellungskatalog: Vom Minnesang zur Popakademie : Musikkultur in Baden-Württemberg; [Große Landesausstellung Baden-Württemberg 2010 im Badischen Landesmuseum Schloss Karlsruhe, 16.4. - 12.9.2010] / Hrsg. vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe. [Projektleitung: Markus Zepf]. - Leinfelden-Echterdingen : DRW-Verl. Weinbrenner, 2010. 389 S. - ISBN 978-3-7650-8566-6
Wo es Menschen gibt, erklingt Musik - und in Baden-Württemberg von jeher auf höchstem Niveau. Den Beweis hierfür tritt diese Ausstellung an, die sich der Musikkultur im deutschen Südwesten widmet. Ausgehend von der musikalischen Vielfalt im 21. Jahrhundert präsentiert sie die Entwicklung der südwestdeutschen Musikkultur ebenso wie zahlreiche Aspekte aktueller Musikpflege im Land - von Schlager- und Popmusik über Jazz, Blasmusik bis hin zu "Klassischer Musik".


Igor Strawinsky: Epitaphium für Flöte, Klarinette und Harfe, London 1959, Badische Landesbibliothek, Don. Mus. Ded. 107
Igor Strawinsky: Epitaphium für Flöte, Klarinette und Harfe, London 1959. Badische Landesbibliothek, Don. Mus. Ded. 107 / Korrekturbögen und Druckausgabe (Ausschnitt).
Das Werk entstand anlässlich des Todes des Erbprinzen Maximilian Egon zu Fürstenberg (1896-1959), des Ehrenprotektors der Donaueschinger Musiktage. Es wurde in Donaueschingen am 17. Oktober 1959 unter der Leitung von Pierre Boulez uraufgeführt. Strawinskys Werke erlebten einige Male ihr Uraufführung in Donaueschingen. Das in der Donaueschinger Musikaliensammlung erhaltene Material zeigt, wie gründlich der Komponist die Herausgabe seines nur etwas 60 Sekunden dauernden Werkes verfolgte.
Literatur: "... Liebhaber und Beschützer der Musik" : die neu erworbene Musikaliensammlung der Fürsten zu Fürstenberg in der Badischen Landesbibliothek. Ausstellung in der Badischen Landesbibliothek vom 20. September bis 25. November 2000. Katalogbearbeitung: Matthias Miller. - Redaktion: Martina Rebmann. - Berlin 2000.


C. Friedrich Schoch: Lieder vom Sänger Bund Lichtenau, Lichtenau 1861.
Badische Landesbibliothek, Mus. Hs. 1255.
Die Liedersammlung enthält u.a. die Komposition "An die deutsche Tricolore" von Ernst II., Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha (1818-1893), nach einem Gedicht von P. v. Meyern. Über dem Notentext zeigt eine farbige Zeichnung die deutsche Fahne mit gekröntem Adler.
C. Friedrich Schoch: Lieder vom Sänger Bund Lichtenau, Lichtenau 1861.
Badische Landesbibliothek, Mus. Hs. 1255


  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Don. Mus. Ded. 107: Igor Strawinsky: Epitaphium für Flöte, Klarinette und Harfe, London 1959
    • Don. Mus. Ms. 1392: Wolfgang Amadé Mozart: Die Entführung aus dem Serail, Besetzung für Harmoniemusik
    • Karlsruher Handschrift 231: Anonymus: Anweisung zum Tanzen, um 1790
    • Mus. Hs. 10: Sammelhandschrift mit Werken von Homer Herpol, Orlando di Lasso u. a.
    • Mus. Hs. 92: Ambrosius Profe: 1. bis 4. Theil geistlicher Concerten und Harmonien a 1-7 etc. Vocibus, Leipzig 1641-46
    • Mus. Hs. 205: Anonymus: Gesang auf den Tag, an welchem die Stadt Heidelberg ihre Huldigungsfeier begeht, Heidelberg 1803
    • Mus. Hs. 1255: Friedrich Schoch: Lieder vom Sängerbund Lichtenau, Lichtenau 1861
    • Musik Bd. A 678: Sebastian Ochsenkhun: Tabulaturbuch auff die Lauten, Heidelberg 1558
    • St. Blasien 77: Heinrich Otter: Collectaneen-Handschrift, 1440er Jahre


Homer Herpol (um 1510-1573): Magnificat. Badische Landesbibliothek, Mus. Hs 10
Homer Herpol (um 1510-1573): Magnificat, Seite 24v (Ausschnitt)
In: Sammelhandschrift mit Werken von Homer Herpol, Orlando di Lasso u. a., Badische Landesbibliothek, Mus. Hs 10.
Das Chorbuch des 16. Jahrhunderts war mit der Bibliothek des Klosters auf der Reichenau nach Karlsruhe gekommen. Es enthält Werke von Meistern des 16. Jahrhunderts (nebst Nachträgen aus dem 18. Jahrhundert) in zeitgenössischer Abschrift, und zwar meist in singulärer Überlieferung.



Zwischen den Welten. Kriegsschauplätze des Donauraums im 17. Jahrhundert auf Karten und Plänen

  • Ausstellung im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais in Karlsruhe vom 17. April bis 30. Mai 2010 im Rahmen der Europäischen Kulturtage der Stadt Karlsruhe
  • Informationen im Internet: Zwischen den Welten. Kriegsschauplätze des Donauraums im 17. Jahrhundert auf Karten und Plänen
  • Ausstellungskatalog: Rödel, Volker [Hrsg.]: Zwischen den Welten : Kriegsschauplätze des Donauraums im 17. Jahrhundert auf Karten und Plänen ; Begleitpublikation zur Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg - Generallandesarchivs Karlsruhe im Rahmen der 20. Europäischen Kulturtage der Stadt Karlsruhe im Stadtmuseum Prinz-Max-Palais, 18. April bis 30. Mai 2010 / hrsg. von Volker Rödel. - Karlsruhe : Landesarchiv Baden-Württemberg, 2010. ISBN 978-3-00-030766-9
Nach der Eroberung großer Teile des Königreiches Ungarn durch das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert war der Donauraum während langer Phasen des 17. Jahrhunderts Schauplatz von zum Teil erbitterten kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen kaiserlichen und türkischen Truppen. Zwei große, kulturell völlig unterschiedliche Reiche trafen im militärischen Konflikt aufeinander: man nahm aber auch Notiz von der Lebensweise des Anderen.

Türkisches Gebetbuch. Badische Landesbibliothek, Handschrift Rastatt 202
Türkisches Gebetbuch, vor 1685. Badische Landesbibliothek, Handschrift Rastatt 202


Bei diesen Geschehnissen spielten zwei Vertreter des badischen Fürstenhauses eine bedeutende Rolle: Markgraf Hermann aus der Durlacher Linie war zeitweise Präsident des Hofkriegsrats, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der "Türkenlouis", trug als Oberbefehlshaber durch seinen Sieg bei Slankamen 1691 wesentlich zum Erfolg bei. Ihnen beiden verdanken wir die nach der Kartensammlung im Österreichischen Staatsarchiv europaweit bedeutendste Sammlung von Karten und Festungsplänen zu jenen Ereignissen.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Q 14: P. Fürst: Abbildung des Königreich Ungarn durch Türckey bis nach Constantinopel
    • Q 15: Anonym: Thybisci, unius ex principibus Hungariae flumi ...
    • Q 16: H. Jaillot: Le Royaume de Hongrie et les estats qui en ont esté sujets ...
    • Q 24: J.B. Corneille: Nova et accurata totius superioris inferiorisque maximae partis regni Hungaria descriptio ...
    • Handschrift Rastatt 202
    • Handschrift Rastatt 207
    • Handschrift Rastatt 211
    • Handschrift Rastatt 212
    • Handschrift Rastatt 213
    • Handschrift Rastatt 214

Abrechnung der großen Desise-Stiftung. Badische Landesbibliothek, Handschrift Rastatt 211
Abrechnung der großen Deşişe-Stiftung. Badische Landesbibliothek, Handschrift Rastatt 211
Eine Pflicht der Sultane im 17. Jahrhundert war die Versorgung der Heiligen Städte Mekka und Medina. Klagen, die Lieferungen von Lebensmitteln kämen unregelmäßig, häuften sich jedoch besonders während des Krieges 1683-1699. Ständige Beschwerden veranlassten offenbar die Durchführung einer Untersuchung der Stiftungen, die mit der Versorgung beauftragt waren. Es wurden Abrechungen erstellt, die Ausgaben für Weizenlieferungen, Aufwendungen für jährliche Geldsendungen an die Heiligen Stätten und andere Kosten detailliert auflisten. Diese Abrechnungen sind in den beiden Handschriften Rastatt 211 und Rastatt 212 der Badischen Landesbibliothek enthalten.
Die Handschrift Rastatt 211 enthält eine zusammenfassende Einnahmen- und Ausgabenrechnung für die Jahre 1671-1688. In der Islamischen Zeitrechnung entspricht dieser Zeitraum den Jahren 1082-1099. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem 16. Juli 622, dem Beginn der Auswanderung des Propheten Mohammeds aus Mekka (Hidschra). Ungeklärt bleibt, auf welche Weise die beiden Handschriften Rastatt 211 und 212 nach Baden kamen. Wahrscheinlich wurden sie dem Großwesir auf den ungarischen Kriegsschauplatz nachgeschickt. Dieser führte auf Feldzügen die Geschäfte und hatte die Kanzlei bei sich.
Weitere Informationen: Badisches Landesmuseum, Handschrift Rastatt 211

Abrechnung der kleinen Desise-Stiftung. Badische Landesbibliothek, Handschrift Rastatt 212
Abrechnung der kleinen Deşişe-Stiftung. Badische Landesbibliothek, Handschrift Rastatt 212

Ein aufgeklebtes, geschweiftes, spitz zulaufendes Papierschild, das die ganze Breite des Bandes einnimmt, trägt den osmanischen Titel, der auf dem Kopf steht. Am oberen Ende der Einbandseite ist der deutsche Titel aufgeklebt: "Register über die Summarische Stifftungs Rechnung der kleineren Muhametischen Schwester von Anfang des 1082ten Jahrs bis End des 1099ten Jahrs".
Weitere Informationen: Badisches Landesmuseum, Handschrift Rastatt 212



HELDEN: Von der Sehnsucht nach dem Besonderen

  • Ausstellung im LWL-Industriemuseum in Hattingen vom 12. März bis 31. Oktober 2010 (Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Henrichshütte Hattingen)
  • Informationen im Internet: HELDEN: Von der Sehnsucht nach dem Besonderen
  • Begleitpublikation Band 1: Ausstellungskatalog "HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen", 12.3.2010 - 31.10.2010, über 300 farbige Abbildungen, ca. 356 Seiten, Hardcover, 24,95 €
  • Begleitpublikation Band 2: Tagungsband "Die Helden-Maschine. Zur Tradition und Aktualität von Helden-Bildern", 24.9.-26.9.2008, 24 meist farbige Abbildungen, ca. 200 Seiten, Hardcover, 19,95 €
Ob Herkules oder Schimanski, Jeanne d'Arc oder Lara Croft - jede Zeit macht ihre Helden. Das zeigt die große Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart der Heldenverehrung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen präsentiert. 850 hochkarätige Exponate laden ein zu einer Reise von Rom bis ins Revier.

Die Spannweite ist groß: vom antiken Heldenmythos, der Jahrhunderte überdauert, bis zum TV-Helden für einen Abend, von den Anfängen europäischer Kultur bis zu den Helden des Ruhrgebietes. Die Ausstellung leistet damit einen besonderen Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

  • Leihgabe aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Das Nibelungenlied und die Klage : Handschrift C der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen. Faksimile-Ausgabe der um 1230 erschienenen Handschrift. Signatur HS:Nf0025
      (s. Die Nibelungen-Handschrift C digital)



Für Königtum und Himmelreich : 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn

  • Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn vom 23. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010
  • Informationen im Internet: Für Königtum und Himmelreich
  • Ausstellungskatalog: Für Königtum und Himmelreich : 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn ; Katalog zur Jubiläumsausstellung im Museum in der Kaiserpfalz und im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn 2009/2010 / hrsg. von Christoph Stiegemann und Martin Kroker. Regensburg : Schnell & Steiner, 2009. - 583 S. - ISBN 978-3-7954-2152-6
Vor genau 1.000 Jahren trat Meinwerk, der zehnte Bischof der Kirche von Paderborn, sein Amt an. Von 1009 bis 1036 lenkte er die Geschicke seines Bistums und wurde zu einem der bedeutendsten Bischöfe des Mittelalters. Seine imposanten Bauwerke wie der Dom und die Kaiserpfalz prägen das Bild der Stadt Paderborn bis heute. Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum und das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn würdigen das Leben und Werk Bischof Meinwerks mit einer großen Jubiläumsausstellung.

Auf insgesamt 2.000 Quadratmetern werden einzigartige Handschriften, Urkunden und liturgische Geräte, aber auch kostbare Schmuckstücke, prächtige Waffen und andere archäologische Fundstücke des 11. Jahrhunderts aus ganz Europa präsentiert. Sie lassen eine Epoche lebendig werden, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erreichte und die Bischöfe zusammen mit den Königen und den Adligen das Reich regierten.

  • Leihgaben aus der Badischen Landesbibliothek zur Ausstellung:
    • Codex Aug. perg. 73
      Westdeutschland (?), 2. Viertel des 9. Jahrhunderts. Pergament.
      Martianus Capella: De nuptiis Philologiae et Mercurii
    • Codex Aug. perg. 129
      Südwestdeutschland, 9. Jahrhundert. Pergamentblatt. Zeichnung der Grabeskirche von Jerusalem.


Martianus Capella: De nuptiis Philologiae et Mercurii.
Codex Aug. perg. 73, Badische Landesbibliothek.
Westdeutschland (?), 2. Viertel des 9. Jahrhunderts. Pergament.
Badische Landesbibliothek, Codex Aug. perg. 73, Martianus Capella: De nuptiis Philologiae et Mercurii
Der Karthager Martianus Capella schrieb in der Spätantike die romanhafte Erzählung von der Hochzeit des Mercurius und der Philologia ("De nuptiis Philologiae et Mercurii"). Jupiters Sohn Merkur hat sich darin die sterbliche Jungfrau Philologia als zukünftige Frau ausgesucht. Bei der Vermählung im Himmel werden der Braut sieben Damen als Mitgift vermacht, die ihr Wissen anschließend in Form von Lehrbüchern über die sieben freien Künste ausbreiten. Die freien Künste waren ein in der Antike entwickelter Kanon der höheren Allgemeinbildung. Schon im ersten vorchristlichen Jahrhundert hatte sich dieser Kanon auf die Fächer Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik gefestigt. Die Rahmenallegorie des Martianus Capella wurde bis zum 13. Jahrhundert viel gelesen und nachgeahmt. In der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe wird heute der wohl älteste vollständig erhaltene Zeuge des Textes aufbewahrt. Er stammt aus der berühmten Bibliothek des Inselklosters Reichenau.


Badische Landesbibliothek. Codex Aug. perg. 129. 
Zeichnung der Grabeskirche von Jerusalem
Codex Aug. perg. 129, Badische Landesbibliothek. Südwestdeutschland, 9. Jahrhundert. Pergamentblatt.
Zeichnung der Grabeskirche von Jerusalem.
Das ausgestellte Pergamentblatt ist einem von der Insel Reichenau stammenden Evangelienkommentar beigefügt. Ursprünglich war es Teil einer im 9. Jahrhundert verfassten Kopie einer von Adamnanus, Abt des schottischen Klosters Iona, verfassten Schrift "De locis sanctis libri tres" (um 680). Die Zeichnung geht zurück auf Skizzen, die Adamnanus von dem gallischen Bischof Arculf erhalten hatte, der um 680 die heiligen Stätten in Palästina besucht hatte. Arculf hatte auf Wachstafeln zur Erläuterung seiner Beschreibungen Grundrisse der wichtigsten Bauten gefertigt, darunter auch eine Darstellung der Rotunde mit dem Heiligen Grab. Diese fügte Adamnanus als Zeichnungen seinem Bericht über die Mitteilungen Arculfs bei. Das Karlsruher Blatt enthält neben der Darstellung der Grabeskirche auch den Text des Adamnanus mit der Beschreibung der Grabeskirche.



Vorträge, Lesungen, Konzerte

  • Das Nibelungenlied: Sage - Epos - Mythos
    Vortrag von Dr. Ute Obhof
    Veranstalter: Freundeskreis Römermuseum Stettfeld
    Mittwoch, 8. Dezember 2010, 19.00 Uhr
    Veranstaltungsort: Römerkeller Stettfeld am Marcellusplatz

    Der Vortrag handelt über das weltberühmte Nibelungenlied und die Karlsruher Handschrift. Schwerpunkt sind die historischen Ereignisse des frühen Mittelalters, die in der Form der Sage über Jahrhunderte hinweg mündlich überliefert wurden. Die schriftliche Fassung dieser Sage um 1200 in insgesamt 3 Fassungen wurde im 18. Jhdt. wieder entdeckt und im Jahr 2009 von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe ernannt. Thema ist auch die Rezeption des Textes bis in die Moderne.


  • "Ein Dorf Otenhaim" in der Nibelungen-Handschrift C
    Vortrag von Dr. Ute Obhof
    Veranstalter: Heimatkundlicher Arbeitskreis Odenheim
    Freitag, 19. November 2010, 19.30 Uhr
    Veranstaltungsort: Pfarrheim Odenheim in der Schulstraße

    Der Vortrag handelt über das weltberühmte 'Nibelungenlied'. Die heute noch erhaltenen vollständigen drei Handschriften aus dem 13. Jahrhundert, darunter die Karlsruher Handschrift C, wurden im Jahr 2009 zum UNESCO Weltdokumentenerbe ernannt. Der Vortrag beschäftigt sich unter anderem mit der Nennung von "Otenwalde", "Otenheim" und anderen lokalen Bezügen in der Handschrift C.


  • Grötzinger Musiktage - Karlsruher Komponisten aus vier Jahrhunderten
    Veranstalter: Klanglandschaft Baden-Württemberg e.V.
    Freitag, 11. Juni, 20 Uhr und Sonntag, 13. Juni, 18 Uhr
    Veranstaltungsort: Evangelische Kirche Karlsruhe-Grötzingen


  • Joseph Aloys Schmittbaur: "Die Ureltern im erstem Gewitter"
    Veranstalter: Orchestra Carolina in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
    Mittwoch, 21. April 2010, 20.00 Uhr
    Veranstaltungsort: Schloss Karlsruhe, Gartensaal


Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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