Badische Landesbibliothek
   


Neuerwerbungen des Monats - Jahr 2015


Neuerwerbung im Dezember:
Johann Peter Hebel: Brief an August Heinrich Fröhlich

Johann Peter Hebel (1760-1826), der berühmte alemannische Mundartdichter und Verfasser vieler Kalendergeschichten aus dem "Rheinländischen Hausfreund", unterhielt zahlreiche Briefwechsel mit Bekannten, Kollegen und Freunden. Unter ihnen war auch August Heinrich Fröhlich (gestorben 1843), der als Kreisdirektor in Mannheim und Heidelberg wirkte.

Vor Kurzem gelang es der Badischen Landesbibliothek, einen Brief Hebels an Fröhlich zu erwerben. Er ergänzt nun die hier verwahrte umfangreiche Sammlung von Schriften und Dokumenten Hebels um ein weiteres wertvolles Stück.



Johann Peter Hebel: Brief an August Heinrich Fröhlich. Ohne Ort, ohne Jahr. Badische Landesbibliothek, K 3355
Digitalisat
Johann Peter Hebel: Brief an August Heinrich Fröhlich

Ich entledige mich theuerster Herr G[eheimer] Kriegsrath u. Freund eines angenehmen Auftrags aus dem Pfarrhause in Weil, indem ich Sie bitte, Mitfolgendes als Andenken von daher gerne anzunehmen. Es ist alles wohlgethan u. wohlgerathen, wann Ihnen das Bild der schönen Gegend einiges Vergnügen macht, die Ihnen aus früheren Zeiten her so lieb ist, und in der Sie es so Vielen sind.
15. Febr.     J. P. Hebel.



Neuerwerbung im November:
Hermann Weick: Die Komödiantin. Operette in drei Akten [Klavierauszug mit Text]

Hermann Weick (geb. am 30. Dezember 1887 in Grötzingen, gest. am 4. Februar 1972 in Karlsruhe) war ein Karlsruher Journalist, Schriftsteller und Komponist. Unter anderem arbeitete er als Redakteur beim "Karlsruher Tagblatt".

Der Hermann-Weick-Weg in seinem Geburtsort Grötzingen wurde 1974 nach ihm benannt.

Im Jahr 2014 konnte die Badische Landesbibliothek die wohl erste und einzige Ausgabe der Operette "Die Komödiantin" - aus der Bibliothek des Verfassers und mit dessen Namensstempel - erwerben.



Ernst-Lothar von Knorr: Kammermusik für fünf Bläser (1958)
Die Komödiantin : Operette in 3 Akten / Text u. Musik von Hermann Weick. - Karlsruhe : C. F. Müller, [ca. 1920]
Badische Landesbibliothek, M 27307



Neuerwerbung im Oktober:
Brief des Komponisten Friedrich Klose an den Sänger Rudolf Moest vom 1. März 1896

Friedrich Klose (1862-1942) zählt zu den bedeutendsten badischen Komponisten. Er wurde in Karlsruhe geboren und erhielt zunächst Unterricht am Konservatorium bei Vinzenz Lachner.

Ab 1886 studierte er in Wien bei Anton Bruckner, wo sein erstes größeres Werk, die Messe in d-Moll, entstand. Nach seiner Ausbildung wirkte Klose als Musiktheorielehrer in Genf und Basel und lebte als Komponist an verschiedenen Orten, bis er 1907 als Leiter der Kompositionsklasse an die Akademie der Tonkunst in München berufen wurde.

1919 beendete Klose seine Tätigkeiten als Lehrer und Komponist und zog sich ins Tessin zurück. Dort entstanden in den folgenden Jahren Bücher zu seiner Zeit als Bruckner-Schüler und zu den Bayreuther Festspielen. Er starb 1942 in Ruvigliana bei Lugano.


Brief des Komponisten Friedrich Klose (1862-1942) an den Sänger Rudolf Moest (1872-1919) in Hannover
Brief des Komponisten Friedrich Klose (1862-1942) an den Sänger Rudolf Moest (1872-1919) in Hannover
Badische Landesbibliothek, K 3339,1
Karlsruhe, den 1 März 96
Verehrtester Herr Moest,
Nehmen Sie mir nicht übel, daß ich Ihnen bei dem "Sturm und Drang" der Geschäfte, die den Epilog zu einem Conzerte bilden, erst so spät für die herrliche Mitwirkung an meiner Messe [d-Moll für Soli, Chor, Orchester und Orgel, op. 6, 1889] danke; Sie haben damit mir und den Zuhörern eine große Freude bereitet, und ich bedaure nur, daß ich derselben in Folge Ihrer sofortigen Abreise nach der Aufführung nicht mündlich Ausdruck verleihen konnte. In der Hoffnung, das bei Ihrem nächsten Auftreten in Karlsruhe nachholen zu können, verbleibe ich Ihr
dankbar ergebener
F. Klose



Neuerwerbung im September:
Ewald Mataré: Aquarelle

Ewald Mataré (1887-1965) war ein bekannter Maler, Grafiker und vor allem Bildhauer aus Aachen. Als junger Mann ging er zunächst nach Berlin. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs widmete sich Mataré ganz der Kunst; 1932 bekam er eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf.

Nach nur sieben Monaten wurde er jedoch bereits wieder entlassen, sein Schaffen als Vertreter eines zeitweise radikalen Expressionismus zählte in der NS-Zeit zur sogenannten "entarteten Kunst"; er erhielt jedoch kein Arbeitsverbot. Nach 1945 konnte er seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen.

Mataré erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1958 das Bundesverdienstkreuz, und war lange im Vorstand des Deutschen Künstlerbundes aktiv. Anlässlich seines 50. Todestags erschien ein neues Verzeichnis seiner Aquarelle, eines weniger bekannten Teils seines Werks.


Ewald Mataré - Werkverzeichnis der Aquarelle
Ewald Mataré - Werkverzeichnis der Aquarelle
[konzipiert zur Ausstellung "Ewald Mataré - Aquarelle", (18.03. - 12.08.2007) anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Museum Kurhaus Kleve - Ewald Mataré-Sammlung, erschienen aus Anlass des 50. Todestages von Ewald Mataré am 29.03.2015 zur Ausstellung "Ewald Mataré - Die Berliner Jahre"]. - Köln : Wienand, 2015. (Schriftenreihe / Museum Kurhaus Kleve - Ewald-Mataré-Sammlung ; Nr. 38). ISBN 978-3-86832-260-6
Badische Landesbibliothek, 115 B 611



Neuerwerbung im August:
Theatrum Europaeum

Der berühmte Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian begann 1635, ein mehrbändiges illustriertes Geschichtswerk herauszugeben. Es sollte eine Fortsetzung bereits vorhandener Chroniken bis in die neueste Zeit sein. Das Werk war äußerst beliebt; die ersten Bände erfuhren alle mehrere Auflagen, Fortsetzungsbände wurden auch lange nach Merians Tod noch produziert.

Der hier gezeigte siebte Band umfasst die Ereignisse der Jahre 1651 bis 1658. Erstmals 1663 erschienen, war er zu seiner Zeit also hochaktuell.

Der wertvolle Band wurde der Badischen Landesbibliothek kürzlich geschenkt und ergänzt eine Lücke in dem seit 1942 hier nur noch unvollständig vorhandenen Werk.

Theatrvm Evropaevm : oder außführliche und wahrhafftige Beschreibung aller und jeder denckwürdiger Geschichten, so sich hin und wider in der Welt ... sich zugetragen haben / Johann Philipp Abelinus [Sonst.] ; Matthaeus Merian [Ill.].

Theatrvm Evropaevm : oder außführliche und wahrhafftige Beschreibung aller und jeder denckwürdiger Geschichten, so sich hin und wider in der Welt ... sich zugetragen haben / Johann Philipp Abelinus [Sonst.] ; Matthaeus Merian [Ill.].
Band 7: ... vom Jahr Christi 1651 biß an bevorstehende Wahl ... Herrn Leopolden dieses Namens deß ersten erwehlten Römischen Keysers ... / ... unpartheisch beschrieben Johannes Georgius Schleder .. - Franckfurt am Mayn : Merian, 1663.
Badische Landesbibliothek, 65 B 548 RH



Neuerwerbung im Juli:
Joseph Bader: Korrespondenzen

Der aus Waldshut-Tiengen stammende Joseph Bader (1805-1883) studierte in Freiburg Theologie, Jura und - nach seinem Verweis von der Universität - vor allem Geschichte. Nach mehreren Veröffentlichungen begann er, im Archivdienst zu arbeiten und gelangte 1837 ans damalige Großherzoglich Badische Landesarchiv, den Vorgänger des heutigen Generallandesarchivs in Karlsruhe. Dort brachte er es bis zum Archivrat.

Aus seiner Karlsruher Zeit stammte auch seine Bekanntschaft mit dem Dichter Joseph Victor von Scheffel (1826-1886), mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. Davon zeugt ein stellenweise sehr persönlicher Briefwechsel. Einen Teil davon konnte die Badische Landesbibliothek nun vor kurzem erwerben, zusammen mit einigen anderen Briefen aus dem Nachlass Baders.

Im ausgestellten Brief berichtet Scheffel von der Krankheit seiner jüngeren Schwester Marie, die ihm sehr nahe stand. Marie starb noch im selben Jahr, und Scheffel verließ München bald darauf tatsächlich, wie er im Brief für diesen Fall angekündigt hatte. Nach verschiedenen Reisen durch Südeuropa und kürzeren Stationen unter anderem in Donaueschingen kehrte er 1859 in seine Heimatstadt Karlsruhe zurück.

Joseph Bader: Korrespondenzen. Badische Landesbibliothek, K 3348
Joseph Bader: Korrespondenzen. Badische Landesbibliothek, K 3348



Neuerwerbung im Juni:
Ernst-Lothar von Knorr: Kammermusik für fünf Bläser

Der bedeutende Komponist, Geiger und Musikpädagoge Ernst-Lothar von Knorr wurde 1896 in Eitorf/Sieg geboren und starb 1973 in Heidelberg. Sein kompositorisches Schaffen spannt sich über einen Zeitraum von 1907 bis 1973. Ernst-Lothar von Knorr erhielt 1961 das Große Bundesverdienstkreuz. Er war Mitglied und Berater zahlreicher Musikverbände.

Die Ernst-Lothar von Knorr-Stiftung hat der Badischen Landesbibliothek den schriftlichen Nachlass von Ernst-Lothar von Knorr übereignet. Den größten Teil des Nachlasses bildet die Korrespondenz, enthalten sind aber auch zahlreiche seiner handschriftlichen Kompositionen sowie weitere Dokumente seines Lebens.

Ernst-Lothar von Knorr: Kammermusik für fünf Bläser (1958)
Ernst-Lothar von Knorr: Kammermusik für fünf Bläser (1958)
Badische Landesbibliothek, K 3335



Neuerwerbung im Mai:
Kuriose Buchbeilagen

Wer an Bücher denkt, hat wohl meist ein recht klares Bild vor Augen. Es gibt sie zwar in den unterschiedlichsten Größen und Farben, aus verschiedenen Materialien, gedruckt oder handgeschrieben und in vielen anderen Varianten. Sie alle haben aber im Allgemeinen doch eines gemeinsam: ihre annähernd viereckige Form mit mehreren Seiten zwischen zwei Deckeln.

Oft jedoch werden Büchern Beilagen beigegeben, manchmal auch Dinge, die man kaum in einer Buchhandlung oder einer Bibliothek vermuten würde und die auch nicht aufbewahrt werden können, weil sie verderblich sind. Einige der merkwürdigsten Fundstücke unseres Hauses aus der letzten Zeit sind in diesem Monat hier zusehen.

Sie stammen aus dem Zugang an Pflichtexemplaren - den Büchern von Verlagen der Region, die hier abgeliefert und von der Badischen Landesbibliothek dauerhaft aufbewahrt werden müssen.


Kuriose Buchbeilagen
Kuriose Buchbeilagen

Ausgestellt sind:
  • Christine Fuchs: Mein Räucherkistchen : Räuchern mit heimischen Pflanzen. - Stuttgart : Kosmos, 2014. - 64 S. : zahlr. Ill., graph. Darst. ; 22 cm + Räucherkistchen mit 9 Räucherstoffen. - ISBN 978-3-440-14485-5
    Badische Landesbibliothek, 115 E 1215
  • Christine Fuchs: Wer smokt, hat mehr vom Grillen : [das Original-Set zum BBQ-Smoken; Grillbuch + 2 Räuchermischungen für Fleisch und Gemüse] ... - Stuttgart : Kosmos, 2015. - 64 S. : zahlr. Ill. ; 280 mm x 196 mm + 2 Räuchermischungen in Kassette. - ISBN 978-3-440-14688-0
    Badische Landesbibliothek, 115 H 368
  • Charly Kahle; Margit Kretschmer: Ratgeber gesunder Schlaf : ihr Programm für eine ungestörte Nachtruhe. - [Stuttgart; Zürich; Wien] : Reader's Digest Deutschland, Schweiz, Österreich, 2010. - 256 S. : Ill. ; 26 cm + 1 Packung St. Vitalis Beruhigungsdragees mit Baldrian Hopfen N (Reader's digest). - ISBN 978-3-89915-677-5
    Badische Landesbibliothek, 111 B 211



Neuerwerbung im April:
Jung-Stilling: Unbekannte Briefe

Der Augenarzt, Wirtschaftswissenschaftler und Schriftsteller Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817) war einer der großen Dichter seiner Zeit. Goethe selbst gab eine seiner Schriften heraus, übrigens ohne das Wissen des Autors. Jung-Stilling prägte auch das geistige Leben der Zeit nachhaltig mit, er galt als einer der führenden Köpfe des deutschen Pietismus.

Nach einigen Jahren der Tätigkeit als Arzt, dann als Professor für Landwirtschaft, Tiermedizin und anderes an verschiedenen Universitäten, darunter Heidelberg und Marburg, wurde er von Karl Friedrich von Baden 1803 zum "Berater in geistlichen Dingen" ernannt. 1806 zog er mit seiner großen Familie als Herzoglich-Badischer Geheimer Hofrat nach Karlsruhe.

Die Badische Landesbibliothek konnte kürzlich zwei bisher unbekannte Briefe von Jung-Stilling an zwei seiner adligen Gönner erwerben. Sie werfen ausführliche Schlaglichter auf seine Arbeit, seine Weltanschauung und sein Verständnis christlichen Lebens.


Johann Heinrich Jung-Stilling: Brief an Friedrich von Anhalt-Bernburg-Schaumburg
Johann Heinrich Jung-Stilling: Brief an Friedrich von Anhalt-Bernburg-Schaumburg
Karlsruhe, 3. Juli 1809
Badische Landesbibliothek, K 3344

Carlsruhe 3. Jul. 1809
Ew. Durchlaucht Briefe sind allemahl eine Herzstärkung für mich auf meinem dunkeln und mühvollen Pilgerwege. Der Herr segne Sie dafür.
Meine Apologie hat allenthalben große Würkung gethan, Gott hat sie mit seinem Segen begleitet, indessen schweigen die baseler Herren mäusgenstill dazu, und auch ins Allgemeine läßt das Toben nach. Kürzlich schrieb mir ein großer, berühmter und so wohl als Philosoph als auch als wahrer Christ bekannter 80 jähriger Theologe, der Diakonus Uhrland in Gera, viel Schönes über meine Geisterkunde, desgleichen auch ein Dänisch Holsteinischer frommer und gelehrter Prediger, der bezeugte daß dies auch schon mehreren Zweiflern die Augen geöffnet, und sie zum Licht gebracht habe. Mit hat der ganze Hergang der Sache sehr zur Demüthigung und gänzliche Übergabe meines Würkens an die Göttliche Führung gedient; Sein Name werde gelobt und verherrlicht. Sein Reich komme zu uns, so wird auch sein Wille auf Erden geschehen, wie er im Himmel geschieht. O wann kommt diese seelige Zeit! - meine müde Seele lechzt in der schwülen Luft, vor dem nahen schweren Gewitter, das allenthalben einschlagen wird. [...]
Umschlag adressiert "A son Altesse Serenissime Monseigneur Frederic Prince d'Anhalt-Bernbourg-Schaumburg a Homburg", auf der Rückseite der Vermerk "erhalten d. 6ten Julii 1809. beantw. d. 1. Februar 1810".



Neuerwerbung im März:
Wolfgang Amadeus Mozart: Eine kleine Nachtmusik (KV 525) - Bärenreiter Faksimile-Ausgabe

Die vier erhaltenen Sätze sind überschrieben mit Allegro, Romanze (Andante), Menuetto (Allegretto) und Rondo (Allegro). Nach dem erhaltenen Autograph ist das Werk für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass konzipiert. Die Stimmen werden heute bei Aufführungen oft mehrfach besetzt.

Nach Mozarts eigenen Angaben bestand das Werk ursprünglich aus 5 Sätzen, von denen eines der beiden Menuette verloren ging. Die Entstehungsgeschichte des Werks ist nicht bekannt, ein Kompositionsauftrag ist nicht dokumentiert. Laut Mozarts persönlicher Aufzeichnung wurde die Komposition am 10. August 1787 in Wien beendet, also zu jener Zeit, als er an seiner Oper "Don Giovanni" arbeitete.

Das Autograph befindet sich heute in Schweizer Privatbesitz. "Eine kleine Nachtmusik" gehört zu Mozarts bekanntesten Werken. Wegen seiner Popularität wird das Werk häufig in der Fernsehwerbung, in Kinofilmen und im Fernsehen benutzt.

Wolfgang Amadeus Mozart: Eine kleine Nachtmusik (KV 525) - Bärenreiter Faksimile-Ausgabe
Wolfgang Amadeus Mozart: Eine kleine Nachtmusik : KV 525. Mit einer Einführung von Wolfgang Rehm. [Partitur], [Faksimile-Ausgabe]. - Kassel [u.a.] : Bärenreiter, 2013
Badische Landesbibliothek, M 27275



Neuerwerbung im Februar:
Karl von Rotteck und Brockhaus

Karl von Rotteck (1775-1840) wurde schon in jungen Jahren zunächst Professor für Weltgeschichte, dann auch für Staatswissenschaften und Jura an der Universität Freiburg. Er arbeitete an der Badischen Verfassung von 1819 mit und wurde bei den ersten Wahlen in die Erste Kammer des neu verfassten Staates gewählt. Damit war er einer der prägenden Köpfe der Demokratiebewegung, die von Baden aus zum Modell für andere deutsche Länder wurde.

Rotteck war zudem Mitherausgeber des Staats-Lexikons, das zum Standardwerk der Zeit zu diesem Thema wurde. Es erschien erstmals ab 1834 und erfuhr weite Verbreitung mit mehreren Auflagen innerhalb kurzer Zeit. Verlegt wurde das vielbändige Werk beim berühmten Brockhaus-Verlag in Leipzig. Rotteck und der Verlagsgründer Friedrich Arnold Brockhaus kannten sich schon aus früheren Jahren: Bereits seit den 1820-er Jahren schrieb Rotteck immer wieder für verschiedene, meist politisch orientierte Zeitschriften, die Brockhaus herausgab.

Aus dieser Zeit stammen auch die Briefe Rottecks an Brockhaus, welche die Badische Landesbibliothek kürzlich erwerben konnte. Sie spiegeln im Gespräch über die gemeinsame Publikationstätigkeit die Ereignisse der Zeit wider und liefern damit ein spannendes und persönliches Bild dieser historisch so bedeutsamen Phase.

Karl von Rotteck: Brief an Friedrich Arnold Brockhaus
Karlsruhe, 26. Juli 1920
Badische Landesbibliothek, K 3325,1
Karl von Rotteck: Brief an Friedrich Arnold Brockhaus
Hochverehrter Freund!
Ich bin sehr in Schuld gegen Sie, wenigstens nach äußerer Erscheinung, ob auch nicht im Willen. Ihr werthes Schreiben vom 18ten liegt noch unbeantwortet vor mir, und so auch die weitere freundliche Zuschrift, die ich samt den ersten 6 Num[m]ern des Lit. W. bl.[1] dahier in Karlsruhe erhielt. [...] Die Ursache so langer Verzögerung liegt darin, daß ich anfangs hoffte, die Muße zur Vollendung einiger bereits angefangener Aufsätze für den Hermes[2] zu finden, und sonach beydes zugleich überschicken zu kön[n]en. Meine Hoffnung schlug fehl; die unerwartet schnelle Einberufung der Stände ließ mir, wen[n] ich noch meine dringendsten akademischen Arbeiten besorgen wollte, nicht eine kurze Minute mehr in Freyburg, und in Karlsruhe, wohin ich meine Manuscripte brachte, in der Hoffnung neben den Landtagsarbeiten sie zur Vollendung zu bringen, erwartete mich ein solcher Drang von Geschäften, daß ich seitdem kaum zum Atmen kam. [...]

[1] Literarisches Wochenblatt, von Brockhaus herausgegebene Zeitschrift.
[2] Einflussreiche Zeitschrift, die Brockhaus ebenfalls herausgab.



Neuerwerbung im Januar:
Neues aus Badischen Verlagen - Das Grüffelokind

Der Grüffelo ist ein Kinderbuch, das 1999 zuerst erschien und mittlerweile fast schon ein Klassiker geworden ist. Das Buch gibt es in mehreren unterschiedlichen Formaten, dazu auch eine Fortsetzung, Das Grüffelokind, sowie eine Vielzahl von Zusatzprodukten wie Plüschfiguren, Bastelsets oder pädagogisches Begleitmaterial.

Die deutsche Ausgabe dieser Bücher und der meisten anderen Veröffentlichungen dazu wird in Baden verlegt. Durch das Pflichtexemplarrecht erhält die Badische Landesbibliothek ein Exemplar jeder dieser Publikationen und archiviert sie als Dokumentation für die Buchproduktion im Land. So bleiben die Publikationen für die Zukunft erhalten und zugänglich, selbst wenn sie auf dem freien Markt nicht mehr zu haben sind.

Da das Pflichtexemplarrecht sich seit 1976 auf alle Verlage des Landes erstreckt, sind in der Badischen Landesbibliothek nahezu alle Bücher und Zeitschriften mit Badischem Erscheinungsort zu finden.


Neues aus Badischen Verlagen - Das Grüffelokind
Julia Donaldson / Axel Scheffler: Das Grüffelokind. Weinheim / Basel: Beltz & Gelberg, 2014. Badische Landesbibliothek, 114 E 3837
Julia Donaldson / Axel Scheffler: Das Grüffelo-Magnetbuch. Weinheim / Basel: Beltz & Gelberg, 2012. Badische Landesbibliothek, 113 F 411
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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