Badische Landesbibliothek
   


Kunst am Bau

Sie wollen wissen, was es mit der Kunst vor und in der Badischen Landesbibliothek auf sich hat? Hier geben wir Ihnen Auskunft.

Übersicht

Skulpturengarten

Oswald Mathias Ungers lud vier Künstler ein, im Hof vor dem Haupteingang der Badischen Landesbibliothek eine Skulptur aufzustellen. Die Kunstwerke sollten sich auf Elemente beziehen, die für die Architektur von zentraler Bedeutung sind und die geometrische Form ins Verhältnis zum Raum setzen.


   Sol Le Witt: 2-2 Half Off, Aluminium, weiß lackiert, 1991
Sol Le Witt: 2-2 Half Off, Aluminium, weiß lackiert, 1991
Das Quadrat war für den amerikanischen Künstler Sol LeWitt (1928-2007) von ebenso zentraler Bedeutung wie für den Architekten Ungers. In Karlsruhe errichtete er ein Gitter aus ineinander gefügten Quadraten.


Per Kirkeby: Ohne Titel, Backstein, 1991   
Per Kirkeby: Ohne Titel, Backstein, 1991
Der dänische Künstler Per Kirkeby (geb. 1938) erstellte eine aus Quadraten gefügte Wand aus rotem Backstein. Sie bildet in der Mitte einen durch Öffnungen betretbaren quadratischen Raum.


   Georg Herold: Mehr Licht, Klinker, 1991
Georg Herold: Mehr Licht, Klinker, 1991
Georg Herold (geb. 1947) trug eine Skulptur aus galvanisierten Klinker bei. Der sich nach oben verjüngende Schacht hat einen schrägen Riss in jeder Wand. Ein Lichtstrahl fällt durch die obere Öffnung und erzeugt einen Lichtpunkt am Boden.


Hubert Kiecol: Die hohe Treppe, Beton, 1991   
Hubert Kiecol: Die hohe Treppe, Beton, 1991
Hubert Kiecol (geb. 1950) errichtete einen Pfeiler aus Beton. Der Pfeiler schließt mit fünf Stufen am oberen Ende ab.



Günther Förg, Quadrate in Grau, 1991

Im zentralen Kuppelbau des Lesesaales finden wir über zwei Reihen von Fenstern, die Einblick in die darüberliegenden Stockwerke bieten, 20 graue Quadrate des Künstlers Günther Förg. Die Wandmalereien nehmen in Förgs Œuvre eine wichtige Rolle ein, indem sie den installativen Charakter seiner Werke betonen und auf die realen Gegebenheiten des Raumes eingehen.

Die monochromen Farbfelder, die in der Tradition der Klassischen Moderne stehen, heben so die räumlichen Qualitäten der Architektur hervor, die in Form des Quadrats ihr Leitmotiv hat.

Günther Förg, Quadrate in Grau, 1991.
Die 20 Felder sind jeweils 226 x 226 cm groß.
Günther Förg, Quadrate in Grau, 1991


Als zentrales Element des Architekten Ungers liegt der gesamten Architektur der Landesbibliothek das Quadrat zu Grunde. In der Wandmalerei Förgs wird es nochmals bildhaft hervorgehoben. Darüber hinaus erfährt jedes der 20 Quadrate durch die Bemalung in unterschiedlichen Grautönen eine Aufwertung, die sich der seriellen Reihung widersetzt. Es ist schließlich die Architektur, die in diesem dezenten Farbenspiel zum Bildhintergrund und Bildraum der Malerei wird.

Günther Förg wurde am 5. Dezember 1952 in Füssen geboren und studierte Malerei bei Karl Fred Dahmen an der Akademie der Bildenden Künste München. Seine künstlerische Ausdrucksform reicht von Malerei über Plastik bis hin zur Fotografie. Er selbst bezeichnet seine Arbeit als Malerei, wobei er auch seine Arbeiten mit Bronze und Fotografie darin einschließt. Als Reaktion auf die Malerei der "Jungen Wilden" widmet sich Förg der monochromen Malerei, die er auch zur Wandmalerei ausdehnt.

Als Teil seiner Ausstellungen haben die Wandmalereien unter anderem das Anliegen, verschiedene Motive und Medien zu vereinen. Darüber hinaus betonen die monochromen Flächen Elemente der Architektur oder schaffen in der vorgegeben Architektur einen ideellen Raum mit einem eigenen Ordnungsgerüst und emotionalen Klima. Förgs Bilder stehen formal in der Tradition der Klassischen Moderne, allerdings widerspricht dieser Reinheit der Form Förgs Einsatz unterschiedlichster Medien, die weniger dazu dienen ein autonomes Kunstwerk zu beschwören als dazu anregen, über Kunst, Architektur und Raum zu reflektieren.

Von 1992 bis 1999 unterrichtete Förg Malerei an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. 1999 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste nach München, wo er einen Lehrstuhl für Malerei erhielt. Förg lebt und arbeitet in Colombier/Schweiz.



Ian Hamilton Finlay, Steinfragmente, 1991

Der schottische Künstler Ian Hamilton Finlay weist mit seinen Kunstwerken an den Pfeilern auf die Verknüpfung des Wissens durch die Bibliotheken in aller Welt hin.

Zur Darstellung der unsichtbaren Verbindung der Schatzkammern des Geistes verbindet er Elemente, die aus früheren Zeiten stammen, mit solchen, die der heutigen Zeit angehören.
  • Steine, die wie bearbeitete archaische Fundstücke aussehen
  • Römische Zahlen, die mit der aus dem arabischen Bereich stammenden (im Römischen unbekannten) Null verbunden werden
  • Moderne Telefonnummern, genauer die Vorwahlnummern, von zwölf Städten auf allen Kontinenten. In diesen Städten gibt es bedeutende Bibliotheken oder hat es schon in der Antike berühmte Bibliotheken gegeben (wie in Alexandria, wo sich die größte Bibliothek der Antike befand)


Ian Hamilton Finlay, Steinfragmente, 1991
00 1 202 Washington - Library of Congress
Ian Hamilton Finlay, Steinfragmente, 1991


"Steinfragmente" im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek:

00 34 1
Madrid
00 39 6
Rom
00 20 3
Alexandria
00 30 1
Athen
00 43 222
Wien
00 55 21
Rio de
Janeiro
00 36 1
Budapest
00 81 3
Tokio
00 42 2
Prag
00 61 62
Canberra
00 7 059
Moskau
00 1 202
Washing-
ton
00 32 2
Brüssel
00 44 71
London
00 41 31
Bern
00 33 1
Paris
Treppenaufgang
zum
Lesesaal

Ian Hamilton Finlay wurde am 28.10.1925 in Nassau/Bahamas geboren und wuchs in Schottland auf.

Nach schriftstellerischen Versuchen in Form von Short Stories und Reimgedichten richtete sich das Interesse des Erzählers, Kurzdramatikers und Poeten in den 60er Jahren zunehmend auf die Erweiterung des Raumes um das Gedicht. Er machte sein eigenes Anwesen nahe Edinburgh zur Operationsbasis für sein um Klassizismus, Französische Revolution und die Ästhetik des Erhabenen kreisendes Denken und gestaltete u.a. einen philosophischen Park. Auf Vergangenes weisende Zitate, Namen und Aphorismen rufen in diesem Garten zur Rückbesinnung auf Traditionen auf.

Ab 1975 erfuhr diese Arbeit internationale Anerkennung. Es entstanden großräumige Außeninstallationen in Deutschland, Italien, Österreich, Frankreich den Niederlanden und den USA. Kontrovers diskutiert wurden seine Installationen, bei denen er auf Symbole des Dritten Reiches zurückgriff, um die Untrennbarkeit von Schönheit, Schrecken und Terror vorzuführen. Die Standorte seiner sprechenden Bauten besuchte der Künstler allerdings nie.

Finlay lebte und arbeitete mit seiner Frau seit 1966 im schottischen Hochland. Er starb 2006 in Edinburgh.



Werner Stötzer und Schüler: Regionale Schriftstellerpersönlichkeiten, 1990-1991

In einem der Durchgänge zwischen dem zentralen Kuppelbau und dem hinteren Bereich des Lesesaals finden wir auf Sandsteinstelen sechs Bronzebüsten, angefertigt von Werner Stötzer und dessen Schülern für den Bibliotheksneubau an der Erbprinzenstraße.

Werner Stötzer und Schüler: Regionale Schriftstellerpersönlichkeiten, 1990-1991

Die sechs Büsten zeigen Schriftstellerpersönlichkeiten aus fünf verschiedenen Jahrhunderten mit regionalem Bezug: Philipp Melanchthon, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Abraham a Sancta Clara, Johann Peter Hebel, Joseph Victor von Scheffel und Alexander von Bernus. Die Badische Landesbibliothek betreut und bewahrt Nachlässe bzw. Bibliotheken von allen sechs Autoren auf.

Werner Stötzer (1931-2010) war ein brandenburgischer Bildhauer und Zeichner. Seine figurativen Stein- und Holzskulpturen behandeln den Themenkreis von Hoffnung, Liebe und Leid. Von 1990 bis 1993 war er Vizepräsident der Akademie der Künste in Berlin.



Kontakt:

Servicezentrum (Information), Telefon: 0721 175-2222
servicezentrumSymbolblb-karlsruhe.de
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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