Badische Landesbibliothek
   


Bericht für das Jahr 2013 aus der Musikabteilung

Konzerte

Die Karlsruher Komponistin und Pianistin Ursula Euteneuer-Rohrer komponiert seit ihrem 12. Lebensjahr. Im Laufe der Jahre sind so zahlreiche Werke für unterschiedliche Musikgattungen und Besetzungen entstanden. Kompositionen für große Orchester stehen neben Kammermusik, Chorwerken, Liedern und Werken für Solo-Instrumente. Am Donnerstag, dem 13. Juni 2013, wurden in der Badischen Landesbibliothek bei der Veranstaltung Ursula Euteneuer-Rohrer - Kompositionsabend Ausschnitte des kompositorischen Schaffens von Ursula Euteneuer-Rohrer präsentiert, darunter auch mehrere Uraufführungen. Es erklangen Kompositionen für Schlaginstrumente, Klavier und Stimme in unterschiedlichen Besetzungen. Die Ausführenden waren Ursula Euteneuer-Rohrer (Klavier), Rita Huber-Süß (Stimme), Konstanze Ihle (Marimbaphon) und Manfred Rohrer (Schlaginstrumente). Anlass war der 60. Geburtstag der Komponistin. Das Konzert fand in Kooperation mit der GEDOK Karlsruhe statt.

International gehört Prof. Hartmut Höll, Rektor der Hochschule für Musik Karlsruhe, zu den gefragten und renommierten Pianisten und Liedinterpreten. Am Donnerstag, dem 20. Juni 2013, stellte er in der Badischen Landesbibliothek bei der Veranstaltung WortMusik seine neu erschienene Autobiographie WortMusik. Erinnerungen und Erfahrungen eines Liedduo-Pianisten vor. Im Anschluss brachte er am Flügel gemeinsam mit Elisabeth Verhoeven (Rezitation) das Werk Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke nach einem Text von Rainer Maria Rilke zu Gehör. Viktor Ullmann (1898-1944) hatte dieses Werk im Jahr 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt kurz vor seinem Tod vollendet.

Am Samstag, dem 29. Juni 2013, verwandelten die Studierenden der Hochschule für Musik Karlsruhe die Innenstadt mit dem Festival Karlsruhe klingt - music to go in einen Freiluft-Konzertsaal. An verschiedenen Orten in der Innenstadt luden zahlreiche Ensembles mit Studierenden das Publikum zum Zuhören und Zuschauen, zum Umherschlendern und Verweilen ein. Karlsruhe klingt - music to go wurde im Rahmen einer Kooperation der Hochschule für Musik Karlsruhe, dem Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) und der City Initiative Karlsruhe (CIK) beim Wissenschaftsfestival EFFEKTE 2013 veranstaltet. Im Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek führte das Vokalensemble der Hochschule für Musik Karlsruhe die Liebesliederwalzer op. 52 von Johannes Brahms (1833-1897) auf. Die Leitung hatte Prof. Holger Speck, am Flügel saßen Hsu Chen Su und Woo Jung Jang. Die geplante Aufführung von Auszügen der Riemannoper von Tom Johnson (*1939) im Skulpturengarten der Badischen Landesbibliothek fiel der regnerischen Witterung zum Opfer.

Am Mittwoch, dem 23. Oktober 2013, musizierten Lydia Leitner (Sopran), Claus Temps (Bassbariton) und Heike Bleckmann (Klavier und Konzeption) bei dem Liederabend Ein solches Gedicht, veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Goethe-Gesellschaft Karlsruhe e.V. und der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe e.V., in der Badischen Landesbibliothek. Im Zentrum des Liedprogramms stand eine repräsentative Auswahl aus den Goethe-Liedern von Fanny Hensel (1805-1847). Im Laufe ihres Lebens wählte die Musikerin fast fünfzig Mal einen Text von Johann Wolfgang von Goethe als Grundlage für eine ihrer Vokalkompositionen. Mit keinem anderen Autor hat sich die Musikerin in vergleichbarer Intensität beschäftigt. Dies war kein Zufall, da sich die Beziehungen zwischen dem Dichter und der Familie Mendelssohn bereits über mehrere Generationen erstreckten. Diesen Beziehungen wurde weiter musikalisch nachgespürt, indem auch Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy und Carl Friedrich Zelter zur Aufführung kamen.

Das Notos-Quintett mit Andreas Knepper (Flöte), Izumi Gehrecke (Oboe), Martin Augustin (Klarinette), Thomas Crome (Horn) und Oscar Bohórquez (Fagott) musizierte am Mittwoch, dem 6. November 2013, bei dem Konzert Kammermusik für Bläserquintett - Franz Danzi zum 250. Geburtstag in der Badischen Landesbibliothek. Anlass für den Kammermusikabend war der 250. Geburtstag von Franz Danzi, der am 15. Mai 1763 in Schwetzingen geboren wurde. Nach seiner musikalischen Ausbildung in Mannheim in den Fächern Violoncello, Klavier, Gesang und Komposition übersiedelte Franz Danzi 1781 nach München, wo er beim Hoforchester eine Anstellung fand. Von 1807 bis 1812 übernahm er die Stelle des Hofkapellmeisters am Königlichen Hoftheater in Stuttgart. Ab 1812 wirkte Franz Danzi als Hofkapellmeister an der Badischen Hofkapelle in Karlsruhe. In Karlsruhe sind auch viele seiner Werke für Kammermusik entstanden, darunter auch neun Bläserquintette. Am 13. April 1826 starb er in Karlsruhe.

Vorträge

Am Freitag, dem 15. März 2013, hielt Prof. Dr. Marc Schaefer aus Straßburg in der Badischen Landesbibliothek den Vortrag Der Orgelbauer Johann Andreas Silbermann in Beruf und Alltag. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V. durchgeführt. Orgeln aus der Straßburger Werkstatt von Johann Andreas Silbermann (1712-1783) gehören im Elsass und in Baden zu den kostbarsten Vermächtnissen des 18. Jahrhunderts. Über die Werkstatt selbst wissen wir weniger. Überraschende Quellenfunde lieferten jetzt neue Erkenntnisse über diesen Handwerker-Großbetrieb der Barockzeit. Prof. Dr. Marc Schaefer hat sich als Organist, als Orgelsachverständiger im Elsass und in Lothringen, als Lehrer am Straßburger Konservatorium und vor allem als Silbermann-Forscher profiliert. Er publizierte den handschriftlichen Nachlass des Orgelbauers und ein Werkverzeichnis.

Georg Büchners Einfluss auf die moderne Musik lautete der Titel eines Vortrags, den Dr. Achim Heidenreich von Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe am Montag, dem 2. Dezember 2013, in der Badischen Landesbibliothek hielt. Viele der Werke Georg Büchners (1813-1837) wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht, manche sind uns nur als Fragment hinterlassen. Dies gab für einige Künstler der Moderne Raum zur Interpretation und zur Neugestaltung. Büchners Werk fand so den Weg ins 20. und 21. Jahrhundert und in die verschiedenen Kunstrichtungen. Der Vortrag beleuchtete die Adaption von Georg Büchners Werk anhand von Klangbeispielen aus der modernen Musik und gab Einblicke, wie Büchner in musikalischen Kreisen aufgenommen und interpretiert wurde. Die Veranstaltung fand statt innerhalb der Veranstaltungsreihe "Ich bin so jung und die Welt ist so alt" - Annäherungen an Georg Büchner. Dabei stellten anlässlich des Büchner-Jahres das Institut für Literaturwissenschaft am KIT, die Hochschule für Gestaltung, die Badische Landesbibliothek, das xenia-Theater und die Literarische Gesellschaft e.V. im Rahmen der Schülerakademie Karlsruhe e.V. und mit Unterstützung des Kulturamts Karlsruhe Leben, Werk und Wirkungen Georg Büchners vor.

Weitere Veranstaltungen

In der Reihe Unsere Helden, die vom Badischen Staatstheater in der Badischen Landesbibliothek veranstaltet wurde, berichteten Mitglieder der Ensembles der Oper, des Schauspiels, der Badischen Staatskapelle und des Balletts über ihren privaten Hintergrund und ihren Weg an das Badische Staatstheater. Neben vielen Geschichten und Anekdoten aus dem Theaterleben konnte man die Stars der Karlsruher Bühne ganz privat kennenlernen. Bei den sieben Veranstaltungen am 23. Januar, 21. Februar, 14. März, 25. April, 11. Juli, 10. Oktober und 28. November 2013 standen folgende Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne der Badischen Landesbibliothek:

  • Steven Ebel, Emily Hindrichs, Edward Gauntt, Seung-Gi Jung, Armin Kolarczyk, Lydia Leitner, Renatus Meszar, Christina Niessen, Tiny Peters, Max F. Schäffer, Ina Schlingensiepen, Hans-Jörg Weinschenk (Oper/Gesang)
  • Simon Bauer, Robert Besta, Katharina Breier, Eva Derleder, Daniel Friedl, Florentine Krafft, Andreas Ricci, Lisa Schlegel, Gunnar Schmidt (Schauspiel)
  • Nicholas Clifford (Badische Staatskapelle)
  • Elisiane Büchele, Jussara Fonseca, Patricia Namba (Ballett)
Zu hören waren auch Kostproben aus dem Repertoire der Solisten und Ausschnitte aus kommenden Premieren.

Kleine Vitrinen-Ausstellungen

Die Vitrinen-Ausstellung Wolfgang Amadeus Mozart - 250 Jahre Wunderkindreise vom 16. September bis 9. November 2013 im Foyer der Badischen Landesbibliothek zeigte eine Auswahl der Arbeiten zum Kunstwettbewerb Wolfgang Amadeus Mozart - 250 Jahre Wunderkindreise. Historischer Anlass war die sogenannte "Wunderkindreise" von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), die den damals Siebenjährigen und seine Familie u.a. nach Bruchsal und an den Oberrhein führte. Den internationalen Kunstwettbewerb aus Anlass des Jubiläums schrieb der renommierte Kunstverein DAS DAMIANSTOR aus Bruchsal in Zusammenarbeit mit der Badischen Landesbibliothek aus. Die Wettbewerbsaufgabe bestand in der freien Bearbeitung dreier Mozarthandschriften: zwei musikalische Autographen von Wolfgang Amadeus Mozart, deren Originale in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt werden, sowie ein Brief von Leopold Mozart (1719-1787) mit einer Würdigung des Bruchsaler Barockschlosses aus dem Jahre 1763. "Die Residenz in Bruchsal ist sehenswürdig", schrieb Leopold Mozart. "Die Zimmer sind vom allerbesten Geschmack; nicht viele Zimmer, aber so edel, unbeschreiblich reitzend und kostbar, daß man nichts angenehmeres sehen kann."

Die Wettbewerbsarbeiten waren zuvor vom 14. bis 28. Juli 2013 in den Räumen des Kunstvereins DAS DAMIANSTOR im Rahmen einer Sonderausstellung der Wettbewerbsbeiträge zum Mozartjubiläum 2013 der Stadt Bruchsal gezeigt worden.

In der Vitrine Neuerwerbungen des Monats im Hauptlesesaal der Badischen Landesbibliothek standen Neuerwerbungen rund um das Thema Musik insgesamt 4-mal im Mittelpunkt:

Neuerwerbungen

Im Jahr 2013 schenkte Eva Quesenberry, die Tochter von Kurt Neufeldt (1883-1962), die Gästebücher ihres Vaters der Badischen Landesbibliothek. Die zwölf Bände sind eine kulturhistorische Fundgrube, denn Kurt Neufeldt hatte 1911 die Hofmusikalienhandlung und Konzertdirektion Hugo Kuntz übernommen und war danach bis 1952 in Karlsruhe als Veranstalter tätig. Mit mehr als 2500 Veranstaltungen unter seiner Direktion prägte er das Karlsruher Musikleben. Das Spektrum war breit: Neufeldt engagierte die Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler, die Dresdener Hofkapelle unter Fritz Busch, den Komponisten Max Reger als Interpreten eigener Werke im Zusammenspiel mit der Meininger Hofkapelle, aber auch die Ausdruckstänzerinnen Mary Wigman und Gret Palucca, die Chansonsängerin Claire Waldoff, den Komödianten Theo Lingen und viele andere. Auch holte er Autoren zu Lesungen nach Karlsruhe, darunter beispielsweise Thomas Mann. Die Gästebücher hat Neufeldt von Anfang an geführt. In ihnen hat sich die ganze europäische Prominenz der Musik, der Tanz- und Vortragskunst verewigt. Nun werden sie in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt, wo sie für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Den Kontakt zu Eva Quesenberry stellte die bekannte Karlsruher Pianistin Prof. Sontraud Speidel her.

Erworben werden konnte außerdem eine Musikhandschrift aus dem frühen 19. Jahrhundert mit einer Vertonung des Schubart-Gedichts Der Fürsten Gruft von der Hand Johann Evangelist Brandls. Johann Evangelist Brandl (1760 -1837) war Komponist und Geiger. 1789 wurde er Musikdirektor am Hof des Fürstbischofs von Speyer in Bruchsal, 1806 Hofmusikdirektor in Karlsruhe. Unter seinen Werken finden sich geistliche und weltliche Vokalmusik, Bühnenwerke, Orchestermusik und Kammermusik. Unter anderem vertonte er das Gedicht Die Fürstengruft von Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 -1791). Weil er den Verkauf von württembergischen Soldaten für Englands Kolonialkriege kritisierte und die Mätresse des Herzogs Carl von Württemberg verspottete, wurde Schubart verhaftet. Von 1777 bis 1787 war er auf der Festung Hohenasperg inhaftiert. In seinen Schriften klagte Schubart über die Willkür der Fürsten und verspottete ihre Herrschaft.

Als Geschenk von Anne Kern, aka-musikverlag Karlsruhe, erhielt die Badische Landesbibliothek Georg Friedrich Händels Oratorium Der Messias nach einer Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart. Es handelt sich um einen Musikdruck des Verlags Breitkopf & Härtel aus dem Jahr 1803. Die Partitur stammt aus dem Besitz ihres Großvaters Eugen Walter, der von 1936 bis 1952 als Chordirektor am Münster zum Heiligen Kreuz in Schwäbisch Gmünd wirkte. Am 20. März 1921 führte er den Messias erstmals mit dem Walterquartett auf.

Daneben konnte eine Reihe von Musikdrucken mit regionalhistorischer Bedeutung erworben werden. Dazu gehören beispielsweise die Sechs Favorit Walzer der Kaiserin von Frankreich Marie Louise: für das Piano-Forte; bey Ihrer Ankunft in Strasburg aufgeführt von der Kaiserl. Garde von Carl Maria Weber (1786 -1826) in einem Druck um 1813, die Troisieme grande sinfonie in D von Friedrich Ernst Fesca (1789-1826), Konzertmeister der großherzoglich-badische Kapelle in Karlsruhe, in einem Druck von 1819 oder die Troisième Ouverture à grand orchestre des Donaueschinger Hofkapellmeisters Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866) in einem Druck um 1835.

Für den Lesesaal Sammlungen wurde eine Faksimile-Edition der Musikhandschriften Frédéric Chopins, herausgegeben vom Frédéric Chopin-Institut in Warschau, erworben (Standortnummer: Tz 9786).

Bestandserschließung: Katalogisierung Donaueschinger Musikdrucke

Die Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen wird in der Badischen Landesbibliothek verwahrt. Das Land Baden-Württemberg hatte die Sammlung Ende Oktober 1999 für 2,9 Mio. DM erworben. Die Donaueschinger Musikalien bilden eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art im süddeutschen Bereich aus fürstlichem Besitz und mit 3.612 Handschriften und 3.920 Drucken zählt die Sammlung zu den umfangreichen. Die Musikdrucke mit den Signaturbezeichnungen "Don Mus. Dr. 1 - 3352" sind bereits seit Ende 2011 vollständig im Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds nachgewiesen.

Bei der Übernahme der Musikalien waren weitere 17 Konvolute an Musikdrucken dabei, die bisher noch nicht erschlossen waren und noch keine Signaturen erhalten hatten. Mit der Erschließung dieses Bestandes wurde im Jahr 2012 begonnen. Die bearbeiteten Musikdrucke werden - in Archivmappen verpackt, mit Signaturbeschriftung und Verbuchungsetikett ausgestattet - in Archivboxen aufbewahrt. Dieser Bestand kann im Online-Katalog der Badischen Landesbibliothek recherchiert werden. Die Bearbeitung der Konvolute wurde im Jahr 2013 fortgesetzt und kann voraussichtlich 2014 abgeschlossen werden.

Erschließung der Werke des Komponisten Max Steidel (1891-1957)

Der bisher unbearbeitete Nachlass des Komponisten Max Steidel wurde sortiert, geordnet, mit Signaturen versehen, in Archivboxen verpackt und in einer Tabelle verzeichnet. Es handelt sich um insgesamt 62 Werke. Außerdem wurde anhand der vorliegenden Dokumente eine Kurzbiographie erstellt. Die Kurzbiographie und das Nachlassverzeichnis sind auf der Homepage der Badischen Landesbibliothek veröffentlicht: Max Steidel.

Trotz einiger musikalischer Erfolge zu seinen Lebzeiten ist der Karlsruher Komponist Max Steidel heute weitgehend unbekannt. Er wurde in Karlsruhe geboren, erhielt Unterricht im Klavier- und Violinspiel und schrieb bereits im Jugendalter ab ca. 1905 erste Kompositionen. In München studierte er Philologie, parallel dazu erhielt er an der Münchner Musikakademie Unterricht in Kompositionslehre sowie Gesangsstunden. Seine Dissertation trug den Titel Die Zecher- und Schlemmerlieder im deutschen Volksliede bis zum Dreißigjährigen Kriege. Im Ersten Weltkrieg wurde er ins deutsche Heer eingezogen und kämpfte ab 1914 an der Westfront in den Vogesen. Auch während der Kriegszeit setzte Max Steidel sein kompositorisches Schaffen fort. Im Jahr 1920 gelang ihm dann als Komponist ein erster großer Erfolg: Seine Oper Walpurgisnacht wird im Badischen Landestheater in Karlsruhe uraufgeführt, so dass seine Fähigkeiten als Komponist fortan in größerem Kreis und vor allem im professionellen Musikbetrieb Beachtung finden. 1925 wurde Steidel als Lehrer nach Durlach an das Markgrafengymnasium versetzt. Er schrieb nun auch als Kritiker für Oper und Konzert beim Residenz-Anzeiger.

1930 stellte er die komische Oper Der Meisterdieb fertig, 1931 erhielt er den Auftrag des Badischen Landestheaters, eine Bühnenmusik zu dem Schauspiel Über allen Zauber Liebe von Pedro Calderón de la Barca in der Nachdichtung von Wilhelm von Scholz zu schreiben, und 1932 vollendet er die Rhapsodie für Violine und Orchester. Im Zweiten Weltkrieg war Steidel als Reserveoffizier beteiligt. Nach dem Weltkrieg hatte Steidel offenbar die Kraft für größere musikalische Schöpfungen verloren, so dass nur noch drei weitere Lieder entstanden. Im Jahr 1957 verstarb er im Alter von 66 Jahren in Karlsruhe. Seine Werke und einige persönliche Dokumente werden heute in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe aufbewahrt.

Online-Projekte / Bestandspräsentation: Digitalisierung von Musikalien

Um ihre wertvollen Bestände in digitaler Form im Internet anbieten zu können, hatte die Badische Landesbibliothek im Jahr 2010 eine moderne Digitalisierungswerkstatt aufgebaut, die über hochauflösende, buchschonende Scanner ebenso verfügt wie über eine professionelle Digitalisierungssoftware. Im Jahr 2013 wurden weitere Musikhandschriften und -drucke im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg unterstützten Projekts in die Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek aufgenommen. Daneben wurden im Benutzerauftrag digitale Reproduktionen von Musiknoten erstellt, sofern dies technisch, konservatorisch und urheberrechtlich unbedenklich war.

Die folgende Übersicht zeigt die Anzahl der digitalisierten Musikalien zum Jahresende 2013 in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek:
  • Donaueschinger Musikdrucke (212)
  • Donaueschinger Musikhandschriften (112)
  • Karlsruher Musikdrucke (8)
  • Karlsruher Musikhandschriften (1278)
  • Musikalien der Schlossbibliothek Baden-Baden (2)
  • Textbücher (5)

Brigitte Knödler-Kagoshima

Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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