Badische Landesbibliothek
   


Bericht für das Jahr 2014 aus der Musikabteilung

Konzerte und Musikveranstaltungen

Am 13. März 2014 stellte die Klarinettistin Bettina Beigelbeck bei der Veranstaltung Kammermusik für Klarinette und Streicher von Adolf Busch zusammen mit ihren Musikerkollegen vom "Busch Kollegium Karlsruhe" - Aureli Blasczok (Violine), Yasushi Ideue (Violine), Ayu Ideue (Violine), Wolfgang Wahl (Viola), Dorothea Funk (Viola), Gabriela Bradley (Violoncello), Paula Valpola (Violoncello), Karl Jackl (Kontrabass) und Roland Kopp (Trompete) - die Kammermusikwerke Adolf Buschs in der Badischen Landesbibliothek vor.

Dr. Jürgen Schaarwächter vom Max-Reger-Institut übernahm die Moderation des Konzertprogramms. Das "Busch Kollegium Karlsruhe" hatte vor kurzem eine CD mit vielen Ersteinspielungen der Werke Adolf Buschs herausgebracht, die unter dem Titel Adolf Busch: Chamber Music bei Toccata Classics erschienen war.

Das Konzert fand in Zusammenarbeit mit dem Max-Reger-Institut / Elsa-Reger-Stiftung / BrüderBuschArchiv statt und wurde durch das Kulturbüro des Kulturamts der Stadt Karlsruhe unterstützt.

Adolf Busch (1891-1952) war einer der einflussreichsten Geiger zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Seine Interpretationen von Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms und Reger waren weithin berühmt. Adolf Busch war der Bruder des Dirigenten Fritz Busch, des Schauspielers Willi Busch, des Cellisten Hermann Busch sowie des Pianisten Heinrich Busch. Neben seinen musikalischen Leistungen als Geiger und Komponist wurde er durch seine kompromisslose Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus bekannt, die ihn später ins Exil in die USA trieb.

Buschs kompositorisches Schaffen hat lange im Schatten seines Ruhms als Interpret gestanden. In der letzten Zeit zeichnet sich ein wachsendes Interesse an seinen Kompositionen ab, unterstützt durch die Neueditionen vieler seiner Werke, die bisher nur in den Archiven der Paul-Sacher-Stiftung in Basel und des Max-Reger-Instituts in Karlsruhe zugänglich waren.

Unter dem Titel Sie hatten Träume fand am 11. März 2014 eine Veranstaltung zur Erinnerung an junge jüdische Komponisten im Rahmen der "Woche der Brüderlichkeit" in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Karlsruhe e.V. statt. Die Texte wurden von Jutta Berendes zusammengestellt und gesprochen, Dr. Yves André Bara war für die Bilder verantwortlich. Die von Karlsruher Einrichtungen und Organisationen getragene Gedenkveranstaltung widmete sich der Erinnerung an junge jüdische Komponisten, die in Theresienstadt inhaftiert worden waren und von dort in die Vernichtungslager transportiert wurden. Ein Teil ihrer Werke konnte gerettet werden. Sie zählen zu den Schätzen der heutigen Konzertliteratur.

Erinnert wurde auch an die Karlsruher Soubrette Lilly Jank, die bereits 1933 vom damaligen Badischen Landestheater fristlos entlassen wurde und 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück umkam. Das Kammermusikprogramm wurde von Studierenden der Hochschule für Musik Karlsruhe unter der Leitung der Professoren Nachum Erlich und Jörg-Wolfgang Jahn erarbeitet. Es musizierten Valentin Ungureanu (Violine), Lisa Klotz (Violine/Viola), Leonard Disselhorst (Violoncello), Nanami Sato (Klavier) und Lydia Leitner (Gesang).

Ausstellungen

Vom 17. Oktober 2014 bis zum 25. Januar 2015 zeigte die Badische Landesbibliothek die Ausstellung Verborgene Schätze - Die markgräfliche Privatbibliothek aus Baden-Baden, die sich den kostbaren Erwerbungen aus der Schlossbibliothek in Baden-Baden widmete und dabei das vielfältige Sammelinteresse der Markgrafen und Großherzöge von Baden näher beleuchtete.

Die Existenz der Schlossbibliothek war bis zum Jahr 1995, als die von großen Teilen der Öffentlichkeit verfolgte Sotheby's-Auktion der Sammlung der Markgrafen und Großherzöge von Baden stattfand, nur Wenigen bekannt. Mit ihrem Ankauf durch das Land Baden-Württemberg gingen dann einige zehntausend Bücher und Handschriften, darunter auch Teile der privaten Bibliotheken von Großherzog Friedrich I. und Großherzogin Luise, in den Besitz der Badischen Landesbibliothek über.

Die Ausstellung gab einen spannenden Einblick in das Verhältnis der Herrscher zu ihrem Volk, aber auch in Privatinteressen und Alltag der Fürstenfamilie. Zeichnungen von Prinzenhand, Glückwunschgedichte an die Fürstin, Vorlesungsmitschriften, Familienbriefe, Konfirmationsurkunden, ausführliche Kommentare zu gelesenen Büchern - all dies und vieles mehr lässt sich in der Bibliothek der ehemaligen Residenz in Baden-Baden finden. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Annika Stello (Badische Landesbibliothek).

Bei der Ausstellung waren auch Musikalien aus der Schlossbibliothek Baden-Baden zu sehen:
  • Theodor Pfeiffer: Heil Hohenbaden!, für 4 stimmigen Männerchor mit Baritonsolo. Text von F. Krämer. Musikhandschrift, 1889.
  • Fritz Rüde: Heil Badnerland! Musikhandschrift, 1902.
  • Clara Faisst: Unsern Getreuen: Zwei Kriegslieder für eine Singstimme und Klavier. Kriegsflugblatt Nr. 15/16. Jena, 1915.

In der Vitrine "Neuerwerbungen des Monats" im Hauptlesesaal der Badischen Landesbibliothek standen Neuerwerbungen rund um das Thema Musik insgesamt viermal im Mittelpunkt:
  • Neuerwerbung im Januar: Johann Evangelist Brandl: DIE FÜRSTEN GRUFT. aus den Gedichten des Herrn Chr: Dan: Fri: Schubart, zum Singen beim Klavier durchaus in Musik gesezt von IOHANN BRANDL. Musikhandschrift (Abschrift), 1800-1820
  • Neuerwerbung im April: Karlheinz Nürnberg: Violinkonzert in D-Dur. Musikhandschrift (Autograph), 1974
  • Neuerwerbung im August: Carl Maria von Weber: Sechs Favorit Walzer der Kaiserin von Frankreich Marie Louise. Hamburg : Böhme, ca. 1813
  • Neuerwerbung im Oktober: Grand Wagner concert, Wagner's birthday, wednesday evening, May, 22nd, 1895 : Queen's Hall / Conductor: Felix Mottl. London : Chiswick Press, 1895

Weitere Veranstaltungen

Bei dem Festival Karlsruhe klingt - music to go am Samstag, dem 28. Juni 2014, verwandelte sich die Karlsruher Innenstadt in einen Freiluft-Konzertsaal. Rund 100 Studierende und Dozenten der Hochschule für Musik Karlsruhe brachten zum sechsten Mal die Straßen, Geschäfte und Innenhöfe zum Klingen. Feierlich eröffnet wurde das musikalische Open-Air um 14 Uhr auf dem Kirchplatz St. Stephan gegenüber der Badischen Landesbibliothek.

Zwischen 14 und 18 Uhr konnten die Besucher an insgesamt zwölf Plätzen in der Karlsruher Innenstadt ganz unterschiedliche Musikgenres genießen. Das Programm reichte von Jazz über Klassik bis hin zu Anklängen an die große Oper und bot etwas für jeden Musikgeschmack.

In der Badischen Landesbibliothek spielte ein Posaunenensemble Werke von Richard Wagner, Edward Elgar, Claude Debussy, Jean-François Michel und Pascal Proust. Das "Karlsruhe Guitar Quartet" trat mit Werken und Bearbeitungen von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Kurt Weill, Joaquín Rodrigo, Astor Piazzolla und Django Reinhardt auf. Die "Barbershop-Boys" waren mit bekannten Songs wie When Francis dances with me oder Mister Sandman vertreten. Unter dem Titel Bratschissimo - Ernstes und weniger Ernstes aus der Bratschenwelt musizierte ein Bratschen-Ensemble mit Studierenden der Viola-Klasse unter Leitung von Prof. Johannes Lüthy.

Bei der Karlsruhe Museumsnacht - KAMUNA am Samstag, dem 2. August 2014, konnten die Besucher in der Badischen Landesbibliothek ein vielseitiges Programm rund um Kultur, Buchkunst, Ausstellungen und Aktionskünstler sowie zahlreiche Mitmachstationen genießen.

Im Lesesaal Sammlungen wurden unter dem Titel "Karlsruher Originale" Handschriften, alte Drucke, Karten und Noten aus den historischen Beständen präsentiert und es wurde aufgezeigt, welche Möglichkeiten der schonenden Aufbewahrung und Bestandserhaltung es in modernen Bibliotheken heute gibt.

Aus den Bestand der Musiksammlung wurden präsentiert:
  • Theaterzettel des Großherzoglichen Hoftheaters vom 28. Februar 1825 mit einer Ankündigung eines Maskenballs
  • Theaterzettel des Großherzoglichen Hoftheaters vom 15. November 1835 zur Oper Berthold der Zähringer von Hofkapellmeister Joseph Strauß (1793-1866)
  • Joseph Strauß: Berthold der Zähringer. Musikhandschrift, 1835
  • Margarete Schweikert: Serenade auf dem Meer. Musikhandschrift (Gesang, Violine, Englisch Horn und Klavier), 1909?
  • Margarete Schweikert: Serenade auf dem Meer. Musikdruck, Furore-Verlag, Kassel, 2012

Im Berichtszeitraum fanden vier Veranstaltungen in der Reihe Unsere Helden - Ensemblemitglieder stellen sich vor, einer Kooperation des Staatstheaters Karlsruhe mit der Badischen Landesbibliothek, statt: am 16. Januar, am 13. Februar, am 27. März und am 3. Juni. Mitglieder der Ensembles der Oper, des Balletts, des Schauspiels und des "Jungen Staatstheaters" berichteten über ihren privaten Hintergrund und ihren Weg ans Staatstheater Karlsruhe. Neben vielen Geschichten und Anekdoten aus dem Theaterleben konnte man die Stars der Karlsruher Bühne ganz privat kennenlernen. Die Gespräche wurden umrahmt von Kostproben aus dem Repertoire der Solisten und von Ausschnitten aus den kommenden Premieren.

Mitwirkende im Jahr 2014 waren Gabriel Urrutia Benet, Renatus Mészár, Christina Niessen, Larissa Wäspy, Matthias Wohlbrecht (alle Gesang), Tamar Romach (Flöte), Gregor Anger (Violine), Jan Andreesen, Ute Baggeröhr, Sophia Löffler, Antonia Mohr, Ralf Wegner (alle Schauspiel) sowie Arman Aslizadyan, Patricia Namba, Rafaelle Queiroz und Sabrina Velloso (alle Tanz und Ballett).

Veranstaltungen in der Reihe "Was wir lieben", einer Kooperation des Staatstheaters Karlsruhe mit der Badischen Landesbibliothek, fanden am 4. November 2014 und am 11. Dezember 2014 statt. In dieser neuen Veranstaltungsreihe wurde der Blick spartenübergreifend auf den privaten Bereich von Schauspielern, Sängern, Musikern und Tänzern gerichtet. Die Künstler stellten dem Publikum ihre persönlichen Lieblinge vor, ganz egal, ob Lieblingsbuch, Opernfavorit, Lieblingsinstrument oder Choreografie und boten bunte Kostproben aus ihrem Repertoire.

Mitwirkende im Jahr 2014 waren die Schauspielerin Eva Derleder, die aus John Maxwell Coetzees 2003 erschienenem Roman Elizabeth Costello las, sowie die Sopranistin Christina Niessen, deren besondere Leidenschaft der auf Georg Büchners (1813-1837) Drama Woyzeck basierenden Oper Wozzeck von Alban Berg (1885-1935) gilt. Durch Auszüge aus dem Libretto sowie extra einstudierte Lieder gab Christina Niessen einen ganz persönlichen Eindruck in ihre individuelle Beziehung zu dieser Oper.

Neuerwerbungen

Im Jahr 2014 konnte der Nachlass von Ernst-Lothar von Knorr (geboren am 2. Januar 1896 in Eitorf/Sieg, gestorben am 30. Oktober 1973 in Heidelberg) erworben werden. Der Nachlass besteht aus Korrespondenz, Musikmanuskripten, Fotos, Orden, Urkunden, Porträtzeichnungen und Fotoalben.

Ernst-Lothar von Knorr war Komponist, Geiger und Musikpädagoge. Er engagierte sich in der Jugendmusikbewegung der ersten Hälfte der 1920er Jahre und war am Aufbau der Jugendmusikschule in Berlin-Neukölln, deren Leitung er dann auch übernahm, entscheidend beteiligt. In dieser Zeit arbeitete von Knorr eng mit Fritz Jöde und Paul Hindemith zusammen. Seit 1937 war von Knorr an der Berliner Musikhochschule tätig. 1941 wurde er dann Stellvertretender Direktor der Frankfurter Musikhochschule. Noch im letzten Kriegsjahr baute von Knorr aus den Restbeständen der Hochschulen Stuttgart, Frankfurt und Heidelberg das Staatliche Hochschulinstitut für Musikerziehung in Trossingen auf, das er nach Kriegsende unter französischer Hoheit leitete. 1952 wurde er als Direktor an die Akademie für Musik und Theater nach Hannover berufen. Schon im Ruhestand leitete er 1961-69 in Heidelberg die Hochschule für Musik.

Für die Sammlung der Karlsruher Musikhandschriften konnte die Musikhandschrift Douze Divertissement [C, G, D, A, F, B, G, D, A, F, B, C] pour deux violons compose par Schwindel von Friedrich Schwindl (1737-1786) erworben werden. Es handelt sich um eine Abschrift von J.H. Halberg der bekannten Divertimenti für Anfänger, die als op. 4 ca. 1775 entstanden sind. Friedrich Schwindl war Komponist und Musiker. Als Wirkungsstätten sind Brüssel, Den Haag, Zürich, Genf und Mühlhausen bekannt. 1780 zog er nach Karlsruhe, wo er bis zu seinem Tod als Konzertmeister der Markgräflich Badischen Hofkapelle arbeitete.

Ein historischer Musikdruck des Werks Le marquis Tulipano : opera bouffon en deux actes (Paris : Imbault, ca. 1799) von Giovanni Paisiello (1740-1816) wurde für die Präsentation in der Ausstellung Karlsruher TulpenKULTur. Markgraf Karl Wilhelm und seine Gartenkunst im Jahr 2015 gekauft. Weitere antiquarische Notenkäufe gelangen für Werke von Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860), Alexander Fesca (1820-1849), Felix Mottl (1856-1911), Stephan Krehl (1864-1924), Julius Weismann (1879-1950), Hermann Weick (1887-1972), Käthe Volkart-Schlager (1897-1976) und Bertold Hummel (1925-2002).

Des Weiteren konnten Briefe von Conradin Kreutzer (1789-1849), Hofkapellmeister in Donaueschingen, von Felix Mottl (1856-1911), bekannt als Dirigent der Opern Richard Wagners und als Hofkapellmeister der Großherzoglich Badischen Hofkapelle Karlsruhe, von Friedrich Klose (1862-1942), Komponist und Musikpädagoge aus Karlsruhe und von Julius Weismann (1879-1950), Komponist und Musikpädagoge aus Freiburg, erworben werden.

Bestandserschließung: Katalogisierung der Donaueschinger Musikdrucke

Die Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen wird in der Badischen Landesbibliothek verwahrt. Das Land Baden-Württemberg hatte die Sammlung Ende Oktober 1999 für 2,9 Mio. DM erworben. Die Donaueschinger Musikalien bilden eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art im süddeutschen Bereich aus fürstlichem Besitz. Die Musikdrucke mit den Signaturbezeichnungen Don Mus. Dr. 1 bis Don Mus. Dr. 3352 sind bereits seit Ende 2011 vollständig im Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds nachgewiesen.

Bei der Übernahme der Musikalien waren weitere 17 Konvolute an Musikdrucken dabei, die bisher noch nicht erschlossen waren und noch keine Signaturen erhalten hatten. Mit der Erschließung dieses Bestandes wurde im Jahr 2012 begonnen. Die Bearbeitung wurde im Jahr 2014 abgeschlossen, und der Bestand kann damit auch im Online-Katalog der Badischen Landesbibliothek recherchiert werden. Für die Konvolute wurden die Signaturen Don Mus. Dr. 3353 bis Don Mus. Dr. 4764 vergeben. Die bearbeiteten Musikdrucke werden - in Archivmappen verpackt, mit Signaturbeschriftung und Verbuchungsetikett ausgestattet - in Archivboxen aufbewahrt.

Erschließung der Werke des Komponisten Karlheinz Nürnberg (1918-1999)

Der bisher unbearbeitete Nachlass des Komponisten Karlheinz Nürnberg wurde sortiert, geordnet, mit Signaturen versehen, in Archivboxen verpackt und in einer Tabelle verzeichnet. Außerdem wurde anhand der vorliegenden Dokumente eine Kurzbiographie erstellt. Die Kurzbiographie und das Nachlassverzeichnis sind auf der Homepage der Badischen Landesbibliothek veröffentlicht.

Am 23. Februar des Kriegsjahres 1918 in Hattingen/Ruhr geboren, hatte Nürnberg bereits mit 14 Jahren seinen ersten öffentlichen Auftritt als Solist mit dem Violinkonzert Nr. 1 in g-Moll von Max Bruch. Mit 18 Jahren folgte sein Dirigentendebüt in Essen/Ruhr mit Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 in c-Moll.

Karlheinz Nürnberg war im Laufe seines Lebens Komponist, Dirigent, Violinist und Musikwissenschaftler. Kunstreisen führten ihn zu den Musikzentren des europäischen Kontinents. Insbesondere die großen italienischen Städte wie Venedig, Cremona, Pavia, Mailand, Florenz und Rom regten seine schöpferischen Impulse an. Auf internationalem Gebiet lieferte er wichtige Beiträge für die zeitgenössische Kunst. Viele davon entstanden in Mailand.

Das kompositorische Werk Karlheinz Nürnbergs umfasst weit über 300 Werke. Das Spektrum reicht von Opern und Balletten bis zu sakralen Werken, Sinfonien und Kammermusik. Aus seinen Bühnenwerken wird deutlich, dass er in seinem Denken insbesondere der italienischen Renaissance verbunden war, wie die Stoffe seiner Opern bezeugen. Dabei entwarf er die Bühnenbilder zu seinen Opern meistens selbst.

Die von Karlheinz Nürnberg 1973 konzipierte "Selektive Ordnung für elektronische Musik" (SOFEM) schuf neue Möglichkeiten, bestimmte Klangvorstellungen zu realisieren. Dies brachte ihm eine Einladung der Firma SIEMENS AG ein, seine audio-visuelle Kunst mit dem Bühnenlaser BL 71, der damals noch in der Entwicklung war, in szenische Darstellung zu bringen. In der Kombination seiner elektronischen Musik mit Lasertechnologie fand er ein zusätzliches Medium, um seinen Traum eines Gesamtkunstwerks mithilfe technischer Errungenschaften Wirklichkeit werden zu lassen. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Aufsätzen, Kolumnen, Kommentaren und Schriften, die von seinem kultur- und gesellschaftspolitischen Engagement zeugen.

Alle vier Jahre reichte er anlässlich der Olympischen Spiele Kompositionen und Werke an das IOC (Internationales Olympisches Komitee) ein. Als Anerkennung für sein kulturelles und berufliches Engagement wurden ihm viele Ehrungen zuteil. So erhielt er neben einigen internationalen Kulturauszeichnungen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die große Medaille des IOC.

Karlheinz Nürnberg starb am 4. September 1999. Sein Nachlass wird in der Badischen Landesbibliothek unter der Signatur K 3256 aufbewahrt. Er enthält u.a. Musik- und Textmanuskripte, Bühnenzeichnungen, Korrespondenzen und persönliche Dokumente, aber auch seine Orden, diverse andere Gegenstände und sogar eines seiner Sportgeräte: einen Speer.

Online-Projekte / Bestandspräsentation: Digitalisierung von Musikalien

Um ihre wertvollen Bestände in digitaler Form im Internet anbieten zu können, hatte die Badische Landesbibliothek im Jahr 2010 eine moderne Digitalisierungswerkstatt aufgebaut, die über hochauflösende, buchschonende Scanner ebenso verfügt wie über eine professionelle Digitalisierungssoftware. Im Jahr 2014 wurden weitere Musikhandschriften und -drucke in die Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek aufgenommen. Daneben wurden im Benutzerauftrag digitale Reproduktionen von Musiknoten erstellt, sofern dies technisch, konservatorisch und urheberrechtlich unbedenklich war.

Die folgende Übersicht zeigt die Anzahl der digitalisierten Musikalien zum Jahresende 2014 in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek:

  • Donaueschinger Musikdrucke (534)
  • Donaueschinger Musikhandschriften (112)
  • Karlsruher Musikdrucke (8)
  • Karlsruher Musikhandschriften (1278)
  • Musikalien der Schlossbibliothek Baden-Baden (2)
  • Textbücher (5)
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Telefonnummern und E-Mail-Adressen


Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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