Badische Landesbibliothek
   


Berichte für die Jahre 2005 - 2001 aus der Musikabteilung

2005

Mit Beginn des Jahres 2005 werden der Handschriften- und der Musiklesesaal der Badischen Landesbibliothek aus Personalersparnisgründen zusammengelegt. Daher wird die Mediothek der BLB, die sich im Raum des Musiklesesaal befand, nicht mehr weiterbetrieben. Tonträger sind nun in der Regel ausleihbar und Abspielplätze für Hörmedien finden sich im Hauptlesesaal.

Die von den beiden Musikabteilungen der Landesbibliotheken erarbeitete Ausstellung "klangwelten : lebenswelten" - komponistinnen in südwestdeutschland ist im Frühjahr 2005 in die Musikhochschule nach Stuttgart "gewandert". Dort wurde sie im Rahmen des Internationalen Symposions "Diva - Die Inszenierung der übermenschlichen Frau. Interdisziplinäre Untersuchungen zu einem kulturellen Phänomen des 19. und 20. Jahrhunderts" vor einem Fachpublikum eröffnet.

Im Herbst konnte dann die Ausstellung "wir Komponisten sind doch keine Ware" - Max Reger in der Kinderzeit des Urheberrechts ein zahlreiches Publikum interessieren. Das in Karlsruhe seit 1996 ansässige Max-Reger-Institut (vorher in Bonn), hat in den letzten Jahren hochkarätige Zustiftungen erhalten, die im Rahmen der Ausstellung nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten. Die wertvollen Reger-Autographe werden aus konservatorischen Gründen seit 10 Jahren in der Badischen Landesbibliothek verwahrt.

Das Werkverzeichnis des Komponisten Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866) ist vom Freiburger Musikwissenschaftler Dr. László Strauß-Németh fertig gestellt worden und liegt nun gedruckt vor (Johann Wenzel Kalliwoda und die Musik am Hof von Donaueschingen, Bd. 2: Vollständiges Werkverzeichnis, Hildesheim [u. a.] 2005). Der im Rahmen einer Dissertation erschienene Band ist im November vom Autor mit einem Vortrag in der BLB vorgestellt worden ("Johann Wenzel Kalliwoda und die Musik am Hof von Donaueschingen"). Kalliwodas Œuvre umfasst etwa 450 Werke und wird heute komplett in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt, wo es der Musikforschung zur Verfügung steht.

"Nun habe ich keine geringe arbeit." - unter diesem Titel fand am 16. Oktober 2005 die Aufführung von W. A. Mozarts Harmoniemusik zur Entführung aus dem Serail in Zusammenarbeit mit dem SWR statt. Die Bearbeitung von Mozarts Musik ist erst vor einigen Jahren von der Wissenschaft als Mozarts eigenes Arrangement anerkannt worden. Um so bedeutender war die Aufführung anlässlich der Vorstellung der Edition, die, vorgelegt von Bastiaan Blomhert, als Band 17 der Denkmäler der Musik in Baden-Württemberg erschienen ist.

Erfreulich ist, dass die Donaueschinger Musikalienbestände in der verbreiteten Zeitschrift "Momente" vorgestellt werden konnten, in der die Musikgeschichte in Baden-Württemberg der Themenschwerpunkt des 4. Heftes war ( " ... die Praecision und der grosse Effect dieses kleinen Orchesters". Musik bei den Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen, in: Momente, Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg 4 (2005), S. 16-21).

Martina Rebmann


2004

Zum ersten Mal in der Geschichte der Musikabteilungen der beiden Landesbibliotheken fand 2004 eine gemeinsam konzipierte und erarbeitete Ausstellung statt: Am 5. Oktober 2004 wurde die Schau klangwelten : lebenswelten - komponistinnen in südwestdeutschland zunächst in Karlsruhe eröffnet. Von Franziska Lebrun (1756-1791) über Emilie Zumsteeg (1796-1857), Josephine Lang (1815-1880), Pauline Viardot (1821-1910), Luise Adolpha Le Beau (1850-1927) bis zu den Karlsruherinnen Clara Faisst (1872-1948) und Margarete Schweikert (1887-1957) reichte der Themenbogen des badischen Ausstellungskonzeptes, das exemplarisch verschiedene Lebensentwürfe und die Auswirkung auf das Œuvre der Komponistinnen verdeutlichte. Als zweite Station der Ausstellung ist Stuttgart vorgesehen, wo die Schau mit etwas anderem Schwerpunkt gezeigt werden wird. Ein Begleitband, der neben biographischen Aufsätzen auch umfangreiche Bibliographien, Diskographien und Bildmaterial enthält, soll nicht zuletzt zu weiteren Arbeiten und Forschungen auf diesem Gebiet anregen. Der Band ist zum Preis von € 14,50 (plus Porto und Verpackung) über das Sekretariat der BLB Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721 / 175-2201, e-mail: sekretariatSymbolblb-karlsruhe.de erhältlich.

Als Begleitveranstaltungen zur Ausstellung wurden verschiedene Vorträge veranstaltet (Udo Barth: Pauline Viardot-Garcia - Porträt einer Künstlerin; Dr. Linda Maria Koldau: Frauen in der deutschen Musik der Frühen Neuzeit, Dr. Melanie Unseld: "Man erwartet solche Solidität [...] von Damen für gewöhnlich nicht" - Die Komponistin Louise Adolpha Le Beau). Außerdem fand in Zusammenarbeit mit dem SWR, Studio Karlsruhe ein hochkarätiges Konzert unter dem Motto "Salon à la Sendesaal" statt, bei dem Werke der o. g. Komponistinnen als hörenswerte Raritäten dargeboten wurden.

Im Rahmen der Vorbereitung der Komponistinnen-Ausstellung konnte im Sommer 2004 der musikalische Nachlass der Karlsruher Komponistin Margarete Schweikert aus Privatbesitz erworben werden. Etwa 100 Lieder hat Schweikert komponiert, mehrere Klavier- und Orgelstücke sowie kammermusikalische Werke stammen von ihr. Diese Kompositionen wurden zu ihrer Zeit vor allem in Karlsruhe aufgeführt und erfuhren dabei ebenso Beachtung in der Presse wie das Singspiel für Kinder Der Froschkönig, das 1914/15 mehrfach am Großherzoglichen Theater gegeben wurde. Bedeutende Verdienste hat Margarete Schweikert als Interpretin und Pädagogin erlangt. Sie konzertierte mit fremden und eigenen Kompositionen als Geigerin im ganzen südwestdeutschen Raum, außerdem wirkte sie als Musikkritikerin bei Konzerten und Opernaufführungen für die Karlsruher Presse. Der Nachlass ist geordnet und verzeichnet und somit gleich bestens für die Forschung benutzbar.

Die Erschließung der Musikalien der Markgrafen von Baden, die die BLB 1995 im Zusammenhang mit der Erwerbung der Baden-Badener Schlossbibliothek erhalten hat, ist weiter vorangeschritten. Bei den Baden-Badener Musikalien handelt es sich um ca. 2.200 Musikhandschriften und -drucke aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Darunter befinden sich ausgesprochen viele Unikate und Dedikationswerke, die für die Musikgeschichte der Region von größter Bedeutung sind. Doch zeichnet sich der Bestand auch durch eine ausgewogene Mischung von klassischen Werken in schönen Ausgaben aus, die den Musikgeschmack des badischen Fürstenhauses vorwiegend im 19. Jahrhundert widerspiegeln. Geplant ist das Angebot einer Datenbank, die die Recherche im vollständigen Bestand der Baden-Badener Musikalien über die Homepage der BLB ermöglicht.

Herr Dr. Armin Brinzing, Leiter der RISM-Arbeitsstelle München, arbeitete wieder mehrere Wochen in Karlsruhe an der Erschließung der Musikhandschriftenbestände. Die Katalogisierung ist - bis auf einige Sonderbestände - abgeschlossen.

Martina Rebmann


2003

Fünf Gesamtausgaben konnten im Jahr 2003 neu subskribiert werden: Die Ausgaben der Werke von Hanns Eisler, Wilhelm Furtwängler, Johan Peter Emilius Hartmann, Antonio Rosetti und Dmitrij Šostakovic werden künftig nach Erscheinen der Bände im Musiklesesaal bereit stehen.

Zwei Geschenke hat die Musikabteilung erhalten, die den Bestand bereichern. Zum einen erhielt die BLB einen kleinen Teil des musikalischen Nachlasses des Karlsruher Komponisten Wilhelm Adolf Popp (1912-1955?), der vor allem Kammermusik und Klavierwerke enthält. Außerdem wurden von privater Seite zwei wertvolle Faksimile-Ausgaben von Werken Giuseppe Verdis gespendet - Messa da Requiem und Falstaff -, sie werden im Musiklesesaal aufgestellt.

Der musikalische Nachlass des Komponisten und Organisten Franz Philipp (1890-1972), der durch eine Schenkung in die Obhut der BLB kam, ist erschlossen worden. Philipp wirkte in Freiburg als Organist und Chorleiter und wurde 1924 zum Direktor des Badischen Konservatoriums nach Karlsruhe berufen, wo er 1925 die Badische Orgelschule und ein Jahr später den Badischen Kammerchor sowie das Badische Kammerorchester gründete. Seit 1942 lebte Philipp als freischaffender Komponist wieder in Freiburg, wo er auch starb. Fast 100 Werke mit Opuszahlen und noch einige wenige Kompositionen ohne Opuszahlen umfasst sein vielseitiges Werk, das stark der katholischen Kirchenmusik verpflichtet ist (weitere Informationen unter http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/besondere-bestaende/musik/philipp.php).

Bei den Musikalien, die die BLB 1995 aus dem Bestand der Baden-Badener Schlossbibliothek erworben hat, wurde mit der Erschließung in einer Datenbank begonnen. Da hierfür kein Personal vorhanden ist, muss dies nach und nach durch Praktika von Studierenden erfolgen. Der Bestand umfasst vor allem Kammermusik, darunter zahlreiche Klavierwerke und Lieder. Auch finden sich darunter einmalige Dedikationswerke an das Markgrafenhaus.

Herr Dr. Armin Brinzing von der RISM-Arbeitsstelle München war wieder mehrere Wochen in der Musikabteilung der BLB tätig und hat nun schon gut zwei Drittel des Bestandes der Karlsruher Musikhandschriften katalogisiert. Insgesamt umfasst dieser Bestand 1.400 Signaturen und setzt sich hauptsächlich aus Musikalien des 18. Jahrhunderts zusammen, die am Hof der Markgrafen von Baden-Durlach Verwendung fanden. Dabei bildet der musikalische Nachlass des Komponisten Johann Melchior Molter (1696-1765) einen Bestandsschwerpunkt. Nach Abschluss der Katalogisierungsarbeiten werden die Daten auf der CD-Rom-Datenbank Répertoire international des sources musicales, Serie A/II, Musikhandschriften nach 1600 veröffentlicht.

Martina Rebmann


2002

Anlässlich des 50. Geburtstages des Karlsruher Komponisten Wolfgang Rihm im Jahr 2002, der als einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten Deutschlands gilt, wurde der Bestand an Noten, Tonträgern und Literatur zu diesem Gebiet umfassend vergrößert. Durch die gezielte Erwerbung ist die BLB nun diejenige wissenschaftliche Bibliothek in Deutschland, die den größten Bestand an Werken und Literatur von und über Wolfgang Rihm aufweist. Rihms Werke haben teilweise sehr große Formate und sind insgesamt teuer, daher können sie - entgegen der üblichen Ausleihpraxis der Badischen Landesbibliothek für Noten - nur im Musiklesesaal benutzt werden.

Die Musikabteilung hat 2002 den 130. Geburtstag der Karlsruher Komponistin Clara Faisst (1872-1948) mit einer Vitrinen-Ausstellung gewürdigt. Faisst komponierte vor allem Lieder und einige Klavierwerke, befreundet war sie mit vielen Karlsruher Persönlichkeiten, aber auch z. B. mit dem Arzt und Musiker Albert Schweitzer. Ihr Nachlass war durch einen Zufall gerettet worden: ein aufmerksamer Passant entdeckte 1994 Noten und schriftliches Nachlassmaterial auf dem Sperrmüll in Karlsruhe-Durlach, bei näherem Hinsehen erwies sich dies als der Nachlass der Komponistin Faisst. Von der BLB wurde das Konvolut anschließend erworben. Im November 2002 erschien ein Gedenk-Artikel in den Badischen Neuesten Nachrichten, der auch vom Durlacher Fund berichtete. Daraufhin wurden der Bibliothek von einer der Komponistin nahestehenden Privatperson noch mehrere Fotos sowie Briefe an die Komponistin als Geschenk überlassen, u. a. Briefe von Max Bruch, bei dem Faisst in Berlin studiert hatte und von dem Maler Hans Thoma.

Zwei Veranstaltungen musikalischer Art fanden im letzten Jahr in der BLB statt: im April ein Gesprächskonzert Robert Schumann und Goethe, in dem alle Lieder Schumanns nach Goethe-Gedichten vorgetragen wurden, sowie im März die Vorstellung des Buches Hans von Bülow - Leben und Wirken - Wegbereiter für Wagner, Liszt und Brahms von Frithjof Haas (Wilhelmshaven 2002). Haas war viele Jahre Kapellmeister am Badischen Staatstheater und Dozent an der Musikhochschule Karlsruhe. Dr. Armin Brinzing von der RISM-Arbeitsstelle München arbeitete wieder mehrere Wochen in der BLB. Er katalogisiert derzeit für die Bibliothek die Karlsruher Musikhandschriften, die vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammen. Von den ca. 1400 Handschriften sind ungefähr 700 Signaturen und damit knapp die Hälfte katalogisiert. Die Arbeit wird fortgesetzt.

Martina Rebmann


2001

Nach gut fünfzig Jahren werden die "Karlsruher Musikhandschriften" - so bezeichnet im Unterschied zu den ehemals Donaueschinger Musikalien, die seit 1999 ebenfalls in der Musikabteilung der Badischen Landesbibliothek (BLB) verwahrt werden, - wieder neu katalogisiert. Bei diesem Handschriftenbestand von mehr als 1400 Signaturen handelt es sich überwiegend um Instrumentalwerke des 18. Jahrhunderts. Der Bestand bildet den spärlichen Rest der Karlsruher Hofmusik, von der weite Teile wie Kirchenmusik und Bühnenmusik im Lauf der Jahrhunderte (und dann schließlich schon an ihrem endgültigen Standort in der Landesbibliothek durch die Kriegseinwirkungen des 2. Weltkriegs) untergegangen sind. So weisen einige Notenblätter heute Brandspuren auf, die sogar Textstellen unleserlich gemacht haben.

In der Literatur wird der Karlsruher Bestand häufig zitiert, setzt er sich doch aus teilweise nur hier überlieferten Ouvertüren, Sinfonien, Solokonzerten, Sonaten sowie Arien zusammen. Insbesondere der musikalische Nachlass des Karlsruher Hofkapellmeisters Johann Melchior Molter (1696-1765) nimmt einen breiten Raum ein, darüber hinaus sind Werke weiterer wichtiger Karlsruher Kapellmeister und Hofmusiker wie u. a. Giacinto Schiatti (1765-1776) und Joseph Alois Schmittbaur (1718-1809) vertreten.

Bislang waren diese Handschriften nur mittels eines handgeschriebenen Kartenkataloges, der sich im Musiklesesaal der BLB befindet, erschlossen. Das Katalogisierungsprojekt läuft seit Sommer 2001 und der Bestand wird von Herrn Dr. Armin Brinzing, Leiter der RISM-Arbeitsstelle München bearbeitet. Nach Beendigung der Katalogisierung ist sowohl eine gedruckte Ausgabe in der Katalogreihe Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe als auch die Übernahme in die CD-Rom-Datenbank Répertoire international des sources musicales, Serie A/II, Musikhandschriften nach 1600 geplant.

Auch der musikalische Nachlass der Karlsruher Komponistin und Pianistin Clara Faisst (1872-1948) mit mehr als 100 Liedern und 10 Instrumentalwerken, den die BLB seit 1993 besitzt, konnte im Jahr 2001 erschlossen werden. Zeitgleich mit der Katalogisierung der handschriftlich überlieferten Werke fand die Katalogisierung der Notendrucke statt, die nun unter der Internetadresse des Onlinekatalogs der BLB recherchiert werden können.

Werke des Donaueschinger Hofkapellmeisters Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866) sind in der BLB zahlreich vorhanden - neben umfangreichen Beständen, die mit der Donaueschinger Musikaliensammlung nach Karlsruhe kamen, verwahrt die Musikabteilung schon seit über 50 Jahren den Notennachlass des Komponisten. Um den Schatz dieser Musik nun aber nicht nur zu "hüten", sondern auch wieder lebendig zu machen, entstand in Kooperation mit der BLB die CD J. W. Kalliwoda, Werke für Klavier zu vier Händen, gespielt vom Duo Takezawa-Sischka, die im Rahmen eines Vortragsabends mit Konzert im Juni 2001 - anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten - vorgestellt wurde.

Vom 26. September bis 27. Oktober 2001 zeigte die BLB in Zusammenarbeit mit der Europäischen Orgelakademie am Oberrhein die Ausstellung Die Orgelstadt Karlsruhe innerhalb der Orgellandschaft am Oberrhein. Anhand von ausgesuchten Exponaten - Bildern, Drucken, Baumaterialien, Pfeifen, Werkzeug, Noten sowie einer eigens im Tagungssaal errichteten Orgel - wurde Geschichte und Gegenwart, Tradition und Innovation in Orgelbau und Orgelmusik der Stadt Karlsruhe vorgestellt. Dabei wurden die historischen Wurzeln und die Einflüsse aus anderen europäischen Regionen in den verschiedenen Jahrhunderten dokumentiert. Zudem ist die Ausstrahlung der bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Karlsruhe-Durlach ansässigen Orgelfabrik H. Voit & Söhne dargestellt worden. Der 100seitige, bebilderte Katalog zur Ausstellung, hrsg. von Michael G. Kaufmann, ist erhältlich über das Sekretariat der BLB, Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe (€ 9,50, zuzgl. Porto und Verpackung).

Ergänzt wurde die Ausstellung durch das in Kooperation mit der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands in der BLB veranstaltete Symposium Darum prüfet alles und das Gute behaltet: Vom Umgang mit Großorgeln der Wirtschaftswunderzeit (vom 26. bis 28. September 2001). Angesichts der in jüngster Zeit in Baden abgeschlossenen oder noch bevorstehenden Orgelsanierungen, Orgelrestaurierungen oder Orgelneubauten besitzt das Thema große Relevanz.

Auch die letzte Ausstellung des Jahres befasste sich mit der badischen Musikgeschichte, "...ein lebhaft empfindender, fein gebildeter Musiker." Otto Dessoff (1835-1892) - ein Dirigent, Komponist und Weggefährte von Johannes Brahms wurde vorgestellt. Dazu erschien unter demselben Titel ein Begleitbuch (herausgegeben von Joachim Draheim, München 2001, 196 Seiten, ISBN 3-87397-590-4, erhältlich im Buchhandel).

Dessoff, der fünf Jahre Dirigent des badischen Hoftheaters war, hat in dieser Zeit nicht nur die erste Symphonie c-Moll op. 68 von Brahms in Karlsruhe uraufgeführt, sondern auch wertvolle Kammermusik komponiert, die wie die Streichquartette op. 7 und op. 11 sowie das Streichquintett op. 10 zu den Juwelen der Kammermusikliteratur gezählt werden können. Das Quartett op. 11 - in Karlsruhe entstanden -, das erst kürzlich aufgefunden worden war und noch ungedruckt ist, konnte 122 Jahre nach seiner Komposition in der Badischen Landesbibliothek uraufgeführt werden.

Martina Rebmann
Adresse
Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
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Öffnungszeiten
Mo - Fr 9.00 - 19.00 Uhr,
Sa 10.00 - 18.00 Uhr

Wissenstor:
Mo - Fr 9.00 - 22.00 Uhr,
Sa, So 10.00 - 22.00 Uhr

Lesesaal Sammlungen:
Mo - Mi, Fr 9.30 - 16.00 Uhr,
Do 9.30 - 18.00 Uhr


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