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1. April bis 30. April 2009

6.4.2009

SPD-Landtagsfraktion: „SPD kritisiert weiterhin Vereinbarungen für Kauf des Schlosses Salem“
„Finanzexperte Schmid: ‚Der Schlosskauf fällt nicht nur viel zu teuer aus, die Landesregierung hat dem Adel auch noch unglaubliche Privilegien zugestanden‘“
„Die SPD-Landtagsfraktion betont angesichts der heutigen Unterzeichnung des Kaufvertrags, dass sie die Vereinbarungen für den Erwerb des Schlosses Salem weiterhin ablehnt. Die Landesregierung habe dem Haus Baden viel zu große Zusagen gemacht, sagte SPD-Finanzexperte Nils Schmid: ‚Der Schlosskauf fällt nicht nur viel zu teuer aus, die Landesregierung hat dem Adel auch noch unglaubliche Privilegien zugestanden.‘ Schmid verweist darauf, dass der Kaufpreis von 26 Millionen Euro nicht die in der Anlage vorhandenen Kunstgegenstände umfasst. Das Haus Baden habe offenkundig in Rechnung gestellt, was nur irgendwie gehe, selbst fest eingemauerte Schlusssteine. ‚Der Markgraf wollte jeden Stein, jede Kirchenbank und jede Putte zu Geld machen - und Oettinger ließ sich darauf ein‘, erklärte Schmid. Der Finanzexperte macht darauf aufmerksam, dass das Land ja auch die Sanierung der Anlage bezahle. ‚An den Kunstgegenständen zeigt sich endgültig, dass der Steuerzahler die Finanzprobleme des Hauses Baden lösen soll‘, betonte Schmid.“

Stuttgarter Nachrichten: „Kaufverträge sind unterschrieben“
„Der bisherige Eigentümer, das Haus Baden hatte immer wieder gedroht, die Anlage aus finanziellen Gründen an einen privaten Investor zu verkaufen. Der Streit drehte sich vor allem um die Eigentumsrechte an den badischen Kunstschätzen. Der Stuttgarter Wissenschaftsminister Peter Frankenberg sagte: ‚Mit dem Erwerb sichert das Land zahlreiche Kunstschätze von unschätzbarem historischen und kulturellem Wert. Wir erhalten die Gewissheit, dass diese Schätze für Land und Öffentlichkeit erhalten bleiben. Der Kulturgüterstreit ist beendet.‘“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Kaufvertrag für Schloss Salem wird unterzeichnet“
„In Salem soll heute um 11 Uhr der Kaufvertrag für das Schloss unterzeichnet werden. Das Land Baden-Württemberg erwirbt die Schlossanlage sowie badische Kulturgüter zum Gesamtpreis von 57,8 Millionen Euro. Mit der Unterzeichnung der notariellen Urkunde geht ein jahrelanger Streit um die Anlage unweit des Bodensees zu Ende. Die Debatte drehte sich vor allem um die Eigentumsrechte an den Kulturschätzen des Hauses Baden.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „‚Ein guter Tag für die Kunst im Land‘“
„Mit Unterschriften auf dem Vertrag besiegelt ist jetzt der Kauf des Schlosses Salem durch das Land Baden-Württemberg. Für knapp 58 Millionen Euro erwarb das Land die Gebäude und Kunstschätze. Die Opposition wirft der Landesregierung vor, dem Haus Baden viel zu große Zusagen gemacht zu haben. Dagegen spricht Wissenschaftsminister Peter Frankenberg von einem guten Tag für die Kunst im Land.“

Deutschlandradio: „Schwäbischer Kulturstreit beigelegt – Schloss Salem nun offiziell an das Land Baden-Württemberg verkauft“
„Gutachten über Gutachten wurden in Auftrag gegeben – solche, die dem Land die Eigentumsrechte zusprachen, solche aber auch, die dem Hause von Baden recht gaben. Auch dieser Streit ist seit heute formal erledigt. Denn in den knapp 58 Millionen Euro, die das Land an das Hause Baden für Kunst und Schloss überweist, sind 15 Millionen Euro als Ausgleichszahlung enthalten. Damit ‚erkauft‘ sich das Land die Eigentumsrechte an allen strittigen Objekten; das Hause von Baden verzichtet auf diese Rechte. Beide Parteien halten aber im notariellen Kaufvertrag nach wie vor an ihren unterschiedlichen Rechtsauffassungen fest – ein Vermerk, der aber keine praktischen Auswirkungen mehr habe, sagte der baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg: ‚Die unterschiedlichen Rechtssauffassungen spielen keine Rolle mehr. Es ging ja immerhin um einen Streitwert von 300 Millionen Euro, wenn man so will. Wir lösen diesen Streit ab mit 15 Millionen Euro. Das ist, wenn man so will, für uns als Land eine sehr gute Lösung. Und die strittigen Fragen sind jetzt durch die Unterschriften überhaupt nicht mehr relevant, sondern sind reine akademische Fragen. Da können sich jetzt Doktoranden oder Juristen damit befassen. Das hat aber keine rechtliche Konsequenz mehr.‘“

BILD: „Haus Baden verkauft Schloss Salem ans Land“
„Finanzminister Willi Stächele und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (beide CDU) sowie Bernhard Prinz von Baden setzten ihre Unterschrift auf die Urkunde. «Damit werden die dauerhafte öffentliche Zugänglichkeit von Schloss Salem gesichert und wertvolle badische Kunstschätze für die Allgemeinheit bewahrt», betonten die Minister. Mit dem Vertrag sei auch ein über 90 Jahre dauernder Streit über die Eigentumsverhältnisse an badischen Kulturgütern beigelegt.“

Schwäbische Zeitung: „Haus Baden verkauft Schloss Salem ans Land“
„‚Damit werden die dauerhafte öffentliche Zugänglichkeit von Schloss Salem gesichert und wertvolle badische Kunstschätze für die Allgemeinheit bewahrt‘, betonten die Minister einer Mitteilung zufolge. Mit dem Vertrag sei auch ein über 90 Jahre dauernder Streit über die Eigentumsverhältnisse an badischen Kulturgütern beigelegt. Prinz Bernhard, Generalbevollmächtigter des Hauses Baden, sagte laut Mitteilung: ‚Der Rechtsfrieden, der ab heute herrscht, bringt das Land und das Haus Baden als Nachbarn in Salem zusammen.‘ Die rechtliche Aufteilung des Schlosses werde nicht dazu führen, ‚dass das Schloss seinen Charakter und sein Gepräge verliert‘. Im Gegenteil: Mit dem Vertrag werde das Schloss ‚in seiner historischen, prächtigen Gestalt‘ erhalten. ‚Um der Zukunft des Schlosses willen, haben wir einen Teil der Vergangenheit aufgegeben.‘“

Schwäbische Zeitung: „Chronologie: Streit um den Erhalt von Schloss Salem“
„Das Land Baden-Württemberg und das Adelshaus Baden haben seit etwa zwei Jahren über den Besitz jahrhundertealter Kulturgüter und die Finanzierung des Schlosses Salem am Bodensee gestritten.“
„Das Adelshaus steht wegen Restaurierung und Erhalt des ehemaligen Zisterzienserklosters mit Millionenbeträgen in der Kreide. Bernhard Prinz von Baden hatte deshalb immer wieder mit dem Verkauf der Schlossanlage an private Investoren gedroht.“

Bietigheimer Zeitung: „Ganz Salem ist in Feierstimmung – Das Land und der Markgraf von Baden besiegeln heute den Verkauf des Schlosses – Hoffen auf neue Impulse“
„Neue Impulse fürs ‚Aushängeschild der Region‘ erhofft sich Bürgermeister Manfred Härle von der Übernahme des Schlosses Salem durch das Land. Heute wird das Millionen-Geschäft notariell besiegelt. Der heutige Montag ist für die Gemeinde Salem im Bodenseekreis ein historischer Tag. Nach einem 90 Jahre dauernden Streit übernimmt das Land das Schloss Salem samt seinen Kunstschätzen. Um elf Uhr treffen sich die Minister Willi Stächele und Peter Frankenberg mit Bernhard Prinz von Baden im Rathaus des Ortsteils Neufrach und setzen unter den Augen des Notars ihre Unterschriften unter den Vertrag.“

ad hoc news.de: „Baden-Württemberg besiegelt Kauf von Schlossanlage Salem“
„Der Kauf der Schlossanlage Salem durch das Land Baden-Württemberg ist endgültig besiegelt. Finanzminister Willi Stächele und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (beide CDU) setzten am Montag ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag, wie das Finanzministerium mitteilte. Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Haus Baden, die mehrfach zu scheitern drohten, ist die Auseinandersetzung um die Zukunft des Schlosses und die Besitzverhältnisse an badischen Kulturgütern damit beendet. Das Landeskabinett hatte den Ankauf im Februar beschlossen. Das Geschäft, das auch den Erwerb von Kunstwerken umfasst, kostet das Land rund 58 Millionen Euro. Für die Schlossanlage erhält das Haus Baden 25,8 Millionen Euro und für Kunstgegenstände 17 Millionen. Weitere 15 Millionen Euro muss das Land als Ausgleich für einen Klageverzicht der Adelsfamilie zahlen. Über den Kaufbetrag hinaus kommen in den nächsten 25 Jahren Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen in voraussichtlicher Höhe von 47 Millionen Euro hinzu.“

pr-inside.com: „Das Land ist jetzt Schlossherr in Salem – Mit der Vertragsunterzeichnung ist der Streit mit dem Haus Baden erledigt“
„Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Haus Baden, die mehrfach zu scheitern drohten, ist die Auseinandersetzung um die Zukunft des Schlosses und die Besitzverhältnisse an badischen Kulturgütern damit beendet. Die SPD blieb dennoch bei ihrer Kritik: Der Schlosskauf falle zu teuer aus. Das Landeskabinett hatte den Ankauf im Februar beschlossen. Nun ist das Geschäft, das auch den Erwerb von Kunstwerken umfasst, notariell beurkundet. Es kostet das Land rund 58 Millionen Euro. Für die Schlossanlage erhält das Haus Baden 25,8 Millionen Euro und für Kunstgegenstände 17 Millionen. Weitere 15 Millionen Euro muss das Land als Ausgleich für einen Klageverzicht der Adelsfamilie zahlen. Über den Kaufbetrag hinaus kommen in den nächsten 25 Jahren Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen in voraussichtlicher Höhe von 47 Millionen Euro hinzu. Stächele und Frankenberg hoben bei der Vertragsunterzeichnung hervor, dass durch den Erwerb der Erhalt und die öffentliche Zugänglichkeit des Kulturdenkmals Salem auf Dauer gewährleistet werden. Außerdem sei mit dem Vertrag ein seit mehr als 90 Jahren andauernder Streit über das Eigentum an badischen Kulturgütern einvernehmlich beendet. Dies sei «ein historischer Moment».“

Yahoo: „Das Land ist jetzt Schlossherr in Salem“
„Der Kauf der Schlossanlage Salem durch das Land Baden-Württemberg ist endgültig besiegelt. Finanzminister Willi Stächele, Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (beide CDU) und Bernhard Prinz von Baden setzten am Montag in Salem ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag. Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Haus Baden, die mehrfach zu scheitern drohten, ist die Auseinandersetzung um die Zukunft des Schlosses und die Besitzverhältnisse an badischen Kulturgütern damit beendet. Die SPD blieb dennoch bei ihrer Kritik: Der Schlosskauf falle zu teuer aus.“

7.4.2009

swr.de: „Salem-Kaufvertrag ist unterschrieben“
„Der jahrelange Streit um Schloss Salem am Bodensee und die badischen Kulturgüter ist beendet: Das Land hat den Kaufvertrag für die Schlossanlage sowie für die Kunstschätze gestern unterschrieben. Das Schloss soll für Besucher weiter zugänglich und das weltbekannte Internat Mieter bleiben.“
„Ursprünge gehen auf Zisterzienserkloster zurück“
„Die Anfänge der Schlossanlage Salem liegen im Mittelalter: 1134 wurde ein Zisterzienserkloster gegründet. Die heutige Anlage im barocken Stil ging im Jahr 1802 in den Besitz des Hauses Baden über. Im Jahr 1804 fand die endgültige Auflösung des Konvents statt. Der Name Salem wird auch immer mit dem gleichnamigen Internat am Bodensee verbunden. Es wurde im Jahr 1920 von Prinz Max von Baden und Kurt Hahn gegründet. Das Internat ist im ehemaligen Klosterkonvent und Teilen des klösterlichen Wirtschaftsgebäudes untergebracht.“
„Prinz Bernhard von Baden lebt mit seiner Familie nicht auf Schloss Salem. Er ist selber in Salem aufgewachsen, hat Jura und Betriebswirtschaft studiert und führt als Generalbevollmächtigter seines Vaters die Geschäfte des Hauses. Die Badener mussten in den vergangenen Jahren immer wieder Firmenbeteiligungen und Immobilien veräußern, um eine finanzielle Schieflage zu verhindert, darunter Schloss Eberstein bei Gernsbach und das Neue Schloss in Baden-Baden.“

BNN: „Kulturgüterstreit ist beendet – Landesregierung und Haus Baden besiegeln Paket über 57,8 Millionen Euro“
„Mit der Beurkundung vor dem Notar haben Landesregierung und Haus Baden gestern einen Schlussstrich unter den Kulturgüterstreit gezogen. (Siehe Kommentar und Südwestecho.) Das Gesamtpaket hat ein Volumen von 57,8 Millionen Euro. Es umfasst den Erwerb des Schlosses Salem für 25,8 Millionen Euro, den Ankauf von Kunstwerken aus dem Besitz der Adelsfamilie für 17 Millionen Euro sowie einen Posten bislang umstrittener Kunstgüter für 15 Millionen Euro. Finanzminister Willi Stächele und Kunstminister Peter Frankenberg (beide CDU) betonten die historische Bedeutung der Einigung. Ein mehr als 90 Jahre dauernder Streit über die Eigentumsverhältnisse an badischen Kunstgütern sei nun einvernehmlich beendet. Für künftige Generationen bestehe Rechtssicherheit.“

BNN: „Schlussstrich in Salem (Kommentar von Wolfgang Voigt)“
„Die Superlative hatten gestern im Rathaus von Salem Konjunktur: Als die Stuttgarter Minister und der einheimische Erbprinz mit schwungvollem Federstrich den Eigentumsübergang der ehemaligen Zisterzienser-Abtei und namhafter Kunstgüter perfekt machten, war vom besonderen historischen Datum die Rede, vom großartigen Ergebnis leidenschaftlich geführter Verhandlungen, von der besten aller denkbaren Lösungen. Man mag es nach allen Irrungen und Wirrungen fast noch nicht glauben: Mittelalter-Handschriften, Türkenbeute, Münzen und das Schloss am Bodensee gehören nun der Öffentlichkeit. Definitiv. Fast 60 Millionen Euro hat sie dafür bezahlt. Wer von Gedächtnisschwund geplagt ist und bei dem gestrigen Vollzugs-Termin die Arien des unerschütterlichen Eigenlobs vernahm, konnte glatt den Eindruck bekommen, hier habe eine weitblickende Landesregierung von Anfang an tatkräftig Nägel mit Köpfen gemacht. Anlässlich dieses letzten Akts im Kulturgüterstreit freilich darf man kurz innehalten. Der Blick zurück führt noch einmal ein Kapitel Landesgeschichte vor Augen, das gerade kein Ruhmesblatt war. Es handelt von der kaltschnäuzigen Bereitschaft eines Ministerpräsidenten zum Ausverkauf des historischen badischen Gedächtnisses. Es handelt vom nonchalanten Umgang mit Steuergeld, für das Objekte angekauft werden sollten, die man längst besaß. Und es handelt vom weit verbreiteten Bewusstsein politischer Würdenträger, die meinen, dem Adel noch immer willfährig zu Diensten sein zu müssen.“

BNN: „‚Bereitschaft zur Schlitzohrigkeit auf beiden Seiten‘ – In Salem haben Land und Haus Baden den Eigentumsübergang von Schloss und Kulturgütern besiegelt – Land hat bereits Prospekte gedruckt“
„(Von unserem Redaktionsmitglied Wolfgang Voigt)“
„Für den Erbprinzen ist es ein ‚historischer Moment‘. Erstmals habe man gemeinsam die vermögensrechtlichen Folgen des Thronverzichts von 1918 geklärt, strahlt er. Endlich könne man die Akten-Konvolute ein für allemal beiseite legen. Mit dem Eigentumsübergang verliere das Schloss weder Charakter noch Gepräge. Und auch die Kunstgüter seien für alle Seiten gesichert. Ein guter Tag, meint Prinz Bernhard. Zumal ihm immer wieder das traurige Schicksal des Neuen Schlosses in Baden-Baden in den Sinn gekommen sei. ‚Ich kann mich nun den eigentlichen Aufgaben des Lebens widmen‘, sagt der Generalbevollmächtigte der Adelsfamilie. Den Kindern und den Geschäften in Weinbau und Forstwirtschaft. Es scheint tatsächlich, als falle in diesem Augenblick eine Last von den Schultern des Mittelständlers mit dem großen Namen. Seine Vorfahren, sagt er, würden heute ‚mit Genugtuung auf ihre Sammlungen und den Vertrag blicken.‘ Auch für Finanzminister Stächele ist die Beurkundung ein ‚großartiges Ereignis‘. Die Verhandlungen seien hart gewesen, hätten die beiden Seiten am Ende aber nicht getrennt. Einen interessanten Weg habe man zurückgelegt, sagt er nicht ohne Süffisanz. Für jene, die es noch nicht verstanden haben sollten, wird der Ortenauer deutlicher: Auf beiden Seiten habe die Bereitschaft zur Schlitzohrigkeit bestanden. Niemand habe aber den anderen über den Tisch gezogen. Damit greift Stächele einen Vorwurf der Landtags-Opposition auf. SPD und Grüne hatten der Regierung vorgehalten, zum Nachteil des Landes verhandelt zu haben. Stächele kündigt an, bei der Bespielung Salems alsbald einen Zahn zuzulegen. Die Bedeutung des Denkmals am Bodensee und der Kunstgüter in den Sammlungen des Landes hob Kunstminister Frankenberg hervor. Salem sei ein ‚Einzelfall in seiner historischen und kunsthistorischen Bedeutung.‘ Den Kulturgüterstreit erklärte er mit der Beurkundung für ‚gut beendet‘.“

Stuttgarter Zeitung: „Die Landesregierung zahlt, und Prinz Bernhard lacht – Der Kauf von Schloss Salem ist nach der notariellen Beurkundung vollzogen – Unterhalt wird jährlich zwei Millionen Euro kosten“
„Als Finanzminister Willi Stächele wenig später anmerkt, er wisse wohl, dass er das Schloss ‚nicht zum Nulltarif‘ instand halten könne, antwortet der Prinz: ‚Das kann ich Ihnen bestätigen.‘ Und dann lacht er gackernd. Um die zwei Millionen Euro wird Stächele jährlich in die Anlage stecken müssen. Der Prinz aber sagt: ‚Ich bin froh darüber, dass ich mich von nun an den eigentlichen Aufgaben des Lebens widmen kann.‘ Womit er seine Familie und den Betrieb meint. Er will sich wieder ganz der Land- und Forstwirtschaft, außerdem dem Weinbau widmen. Die Familie behält einen Teil des Prälatenbaus in Salem als Eigentum. Dort wohnt Vater Max. Außerdem besitzt der Clan noch das Schloss Staufenberg in der Ortenau, ein Weingut.“
„Der Prinz bewältigt den Auftritt beim Notar und später beim Empfang im Schloss in bester Haltung. Er spricht davon, dass die vermögensrechtlichen Fragen der ‚Ablösung der Monarchie‘ nun umfassend geklärt seien. Er zeigt sich gewiss, dass seine Vorfahren mit Genugtuung auf den Erhalt ihrer Sammlungen und auch auf den Vertrag mit dem Land blicken würden, wenn sie es denn könnten. Und schließlich begrüßt er die beiden Minister auf gute Nachbarschaft im Schloss.“
„Prinz Bernhard präsentiert sich ganz auf Augenhöhe. Aber schmerzt der Verzicht auf Salem nicht doch ein wenig? ‚Man kann die Identität einer Familie nicht an der Zahl ihrer Schlösser bemessen‘, antwortet Prinz Bernhard diplomatisch. Die Landesflagge war gestern in Salem bereits gehisst.“

Archivalia: „Salem-Vertrag unterzeichnet“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Land und Haus Baden kommen überein“
„Als ‚historischen Schlussstrich‘ unter die langjährige Kontroverse bezeichneten das Land Baden-Württemberg und das Markgräflich-Badische Haus den Vertrag über den Kauf des Schlosses Salem und die Einigung im Streit um die Kulturgüter. Der solle auf Dauer beigelegt sein und aus Gegnern für die Zukunft Partner machen. Gleich zwei Minister waren mit Willi Stächele (Finanzen) und Peter Frankenberg (Wissenschaft) aus Stuttgart angereist, um den Vertrag mit Bernhard Prinz von Baden als Vertreter des Markgräflich-Badischen Hauses im Salemer Rathaus zu unterzeichnen. Lediglich dessen Frau Stefanie und Bruder Michael waren mit dabei, Max Markgraf von Baden und seine Frau Valerie, deren Wohnrecht im Schloss mit dem Vertrag zugleich gesichert wird, waren auch beim anschließenden Empfang im Neuen Museum nicht zu sehen. Stächele sollte später auch noch die Grüße von Ministerpräsident Oettinger überbringen, dem die Sache Salem stets eine ‚Herzensangelegenheit‘ gewesen sei.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Zufriedene Gesichter über 2500 Seiten Regelwerk“
„Es war das umfangreichste Vertragswerk, das Christoph Häfner bisher zu bearbeiten hatte. ‚So etwas kommt wahrscheinlich auch nicht mehr vor‘, mutmaßte der Meersburger Amtsnotar. Wie oft werden heutzutage schon Schlösser und Kunstschätze verkauft; so viele gibt es in seinem Zuständigkeitsbereich auch gar nicht. Und immerhin ging es bei der Transaktion um ein Geschäft mit einem ‚Wertumfang‘, den Minister Peter Frankenberg mit 300 Millionen Euro bezifferte. Dem wurden die verschiedenen Verträge in ihrem Umfang mit insgesamt 2500 Seiten, einschließlich aller Anlagen und Erläuterungen, durchaus gerecht. ‚Wir mussten das ganze sechs Mal kopieren‘, sagte Häfner, nachdem die Last von ihm abgefallen war. Doch dies war nicht die größte Herausforderung für den Notar. Häfner war zwar erst in der Endphase involviert, nachdem die findigen Juristen endlich zu einem Eckpunkte-Papier und schließlich zu einem Konsens gekommen waren. Mehrere Tage hatte es gedauert, bis der Notar zumindest die 800 Textseiten den Vertretern der beteiligten Parteien vorgetragen hatte. Selbst da war noch an den Formulierungen gefeilt worden. Einen ganzen Sonntag hatten sich mehr als ein Dutzend Beteiligte im Meersburger Büro des Notars um die Ohren geschlagen. Häfner: ‚Selbst aus Rostock war ein Vertreter eingeflogen.‘“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Kurz vor knapp, aber für wen?“
„Zugegeben, der Fotograf der Agentur hat Bernhard Prinz von Baden gut erwischt. Mit der Uhr des Salemer Rathaussaals im Hintergrund: fünf vor zwölf. Ein Bild, das wohl umso begeisterter aufgenommen wird, je weiter der Betrachter von Salem entfernt ist. Das passt halt so schön ins Klischee: kurz vor der Pleite hat sich eine blaublütige Sippe auf Kosten des Steuerzahlers saniert. Wer aus der hiesigen Region stammt und sich ein bisschen auskennt mit den wahren Verhältnissen, das bescheidene Leben der durch und durch seriösen markgräfliche Familie kennt, der weiß, dass die Wahrheit ganz anders aussieht. Für das Haus Baden war das durch dauernde Restaurierungen Unsummen verschlingende Anwesen auch ein Fluch. Der Erlös daraus hätte nie zum Erhalt ausgereicht.“

Schwäbische Zeitung: „Die bürgerliche Schlossverwalterin übernimmt“
„Die Schlüsselgewalt hat sie schon: Birgit Rückert managt im Auftrag des Landes den Betrieb von Schloss Salem. Eine Unbekannte ist die promovierte Archäologin in Salem nicht. Bis vor wenigen Tagen diente sie der markgräflichen Familie. Die neuen Schlossherren entschieden sich für die naheliegende Lösung. Birgit Rückert ist eingearbeitet und anerkannt. Mit der gestrigen Vertragsunterzeichnung übernimmt sie die Leitung vor Ort. ‚Für uns ist Frau Rückert eine Schlüsselfigur‘, sagt die im Finanzministerium zuständige Referatsleiterin Cornelia Ruppert, ‚wir wären schlecht beraten, wenn wir das Rad neu erfinden würden.‘ Rückerts Aufgabenfeld bleibt gleich, nur der Dienstherr hat sich geändert. Vermarktet wird Salem von nun an über die Landesanstalt ‚Staatliche Schlösser und Gärten‘. Übrigens wie die dem Land gehörenden Schlösser von Meersburg und Tettnang. Mit der neuen, alten Schlossverwalterin wechseln 63 Menschen den Arbeitgeber. 40 von ihnen sind wie bislang als Saisonkräfte stundenweise angestellt: Gärtner, Hausmeister, Sicherheitskräfte und Schlossführer. Es sei niemand auf der Strecke geblieben, heißt es.“

Schlösser-Magazin, Rubrik „Schlösser in Baden-Württemberg“: „Kloster und Schloss Salem“

9.4.2008

Staatsanzeiger Baden-Württemberg: „Land ist Eigentümer von Schloss Salem“
„Der Kauf der Schlossanlage Salem durch das Land Baden-Württemberg ist besiegelt. Finanzminister Willi Stächele, Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (beide CDU) und Bernhard Prinz von Baden setzten in dieser Woche in Salem ihre Unterschriften unter den Kaufvertrag. Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Haus Baden ist die Auseinandersetzung um die Zukunft des Schlosses und die Besitzverhältnisse an badischen Kulturgütern damit beendet. Die Sozialdemokraten im Landtag blieben dennoch bei ihrer Kritik: Der Preis sei zu hoch.“

14.4.2009

ka-news.de: „Königliche Hoheiten: Ende der Monarchie im Haus Baden“
„Eine Glosse von Stefan Jehle – Haben Sie es bemerkt? Was, Sie waren nicht ‚live‘ mit dabei? Am Montag vergangener Woche wurde in Neufrach, einem Ortsteil von Salem am Bodensee – nun auch in Baden das Ende der Monarchie besiegelt. Endlich, möchte man sagen! Das ach so liberale Baden hatte sich lange Zeit gelassen damit. Bis zuletzt hatten – auch manch demokratisch gewählte Politiker – fast schon mit Hofknicks immer wieder die "Königlichen Hoheiten" hochleben lassen. Mit dem Verkauf von Salem dürfte das vorbei sein. Am Montag vor Ostern wurde quasi Geschichte geschrieben. Per Unterschrift – das aktenkundig gewordene Vertragswerk fasst rund 2.500 Seiten – wurde neben Schloss Salem, einem einzigartigen Kulturgut, das nach der Säkularisierung an den einstigen Großherzog überging, auch so manches an wertvollem historischem Schrifttum, an Kunstgegenständen, an das Land Baden-Württemberg überschrieben.“

Weitere Informationen finden Sie im Internet über:
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Landeskunde online 
http://log.netbib.de 
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