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1. November bis 31. Dezember 2008

3.11.2008

Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Pressemitteilung: „Grüne zu Salem – Jürgen Walter: ‚Weit überzogen‘“
„Jürgen Walter, kulturpolitischer Sprecher der Grüne im Landtag, bezeichnete die in einer Medienveröffentlichung genannte Summe für den Kauf des Schlosses Salem, die Kunstschätze und einen Klageverzicht durch das Land als ‚weit überzogen‘. Walter: ‚Natürlich ist jedem klar, dass Salem nicht zum Verkehrswert erworben werden kann. Der Preis, der für das Schloss bezahlt werden soll, liegt in der richtigen Größenordnung. Doch die Kunstschätze sind in einem plausiblen Gutachten sehr viel geringer taxiert worden, daher kann das Land einer Klage auch ruhig entgegen sehen. Sollte der genannte Betrag aber der von der Landesregierung tatsächlich ins Auge gefasste oder angebotene Preis für ein solches Gesamtpaket sein, müssen wir diese Absicht scharf kritisieren. Ein solcher Preis entbehrt jeglicher sachlicher Grundlage.‘“

Stuttgarter Zeitung: „Land und Haus Baden einig – 57 Millionen für Salem“
„Nach jahrelangem Tauziehen haben sich das Land Baden-Württemberg und das Haus Baden auf eine Übernahme von Schloss Salem und badischer Kunstschätze durch das Land geeinigt. Wie am Montagabend aus Verhandlungskreisen zu erfahren war, greift die Landesregierung dafür viel tiefer in die Tasche als geplant. Insgesamt will das Land dem Adelshaus 57 Millionen Euro für das Schloss und die Kunstschätze bezahlen. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und der Generalbevollmächtigte des Hauses Baden, Prinz Bernhard, einigten sich am Abend auf Eckpunkte für den Verkauf.“

Schwäbische Zeitung online: „Land will bis zu 40 Millionen Euro für Schloss Salem zahlen – Das Land will für Schloss Salem und die badischen Kunstschätze angeblich wesentlich tiefer in die Tasche greifen als bisher geplant.“
„Oettinger will ein Gesamtpaket aus drei Teilen schnüren. Laut SWR bietet das Land 20 bis 25 Millionen Euro für das Schloss ohne Prälatur – darin sind unter anderem die Wohnräume des Chefs des Adelshauses, Max Markgraf von Baden, untergebracht. Außerdem wolle die Regierung 15 bis 20 Millionen Euro für die Kunstschätze bezahlen, die unzweifelhaft dem Haus Baden gehören. Im Gegenzug soll Bernhard Prinz von Baden seinen Anspruch auf die badischen Kunstschätze im Wert von rund 300 Millionen Euro aufgeben. Diesen Klageverzicht würde sich das Land dem SWR zufolge noch einmal 15 Millionen Euro kosten lassen. Ein so hoher Preis sei für die FDP aber ein Problem. Die Liberalen sähen die Schmerzgrenze bei 43 Millionen Euro, berichtet der Sender. Die Regierung und das Adelshaus wollten das Angebot nicht kommentieren. Eine Sprecherin von Prinz Bernhard hatte zuvor erklärt, man wolle sich nicht unter Druck setzen lassen. ‚Wenn es noch Fallstricke gibt, muss auch vertagt werden‘, sagte sie. Oettinger hatte dagegen jüngst erklärt, bis zur Kabinettssitzung sollten alle rechtlichen und finanziellen Fragen geklärt sein.“

suedwest-aktiv.de: „Land will für Salem und Kunstschätze mehr ausgeben“
„Das Land will für Schloss Salem und die badischen Kunstschätze angeblich wesentlich tiefer in die Tasche greifen als bisher geplant. Die Landesregierung sei bereit, dem Haus Baden für das Schloss und die Schätze bis zu 40 Millionen Euro zu zahlen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag in Stuttgart.“

4.11.2008

Staatsministerium Baden-Württemberg: „Eckpunkte des Verhandlungsergebnisses zwischen dem Haus Baden und dem Land Baden-Württemberg“
„1. Das Land Baden-Württemberg erwirbt auf der Grundlage fachlicher Bewertungen Kunstgegenstände, die unstreitig im Eigentum des Hauses Baden sind, in Höhe von bis zu 17 Mio. Euro.“
„2. Das Haus Baden veräußert und überträgt alle ihm eventuell zustehenden Eigentumsrechte an den streitbefangenen badischen Kunstschätzen auf das Land Baden-Württemberg und verzichtet auf jegliche Klage gegen das Land in Bezug auf diese Gegenstände. Hierfür und für die unter Ziffer 1 genannten Kunstgegenstände erhält das Haus Baden einen Betrag in Höhe von insgesamt 32 Mio. Euro.“
„3. Das Land Baden-Württemberg erwirbt die Klosteranlage außerhalb der Prälatur für einen Preis von 19,8 Mio. Euro. Die Prälatur wird aufgeteilt. Die bisher von der markgräflichen Familie genutzten Bereiche verbleiben als Teileigentum samt den dazugehörigen Hof- und Gartenbereichen beim Haus Baden. Das Land erwirbt die gesamten anderen Bereiche der Prälatur, also sämtliche derzeit für die Öffentlichkeit zugänglichen Repräsentationsräume einschließlich des Kaisersaals, der Bibliothek und des Museumsbereichs; dafür erhält das Haus Baden den Betrag von 6 Mio. Euro.“

SPD-Landtagsfraktion: „Salem-Deal: Kaufsumme jenseits von gut und böse“
„Claus Schmiedel: ‚Trotz einer gutachterlich unterlegten starken Verhandlungsposition hat sich Oettinger ganz offenkundig über den Tisch ziehen lassen‘ Die Einigung zwischen Ministerpräsident Oettinger und dem Haus Baden zum Kauf von Schloss Salem und badischer Kunstschätze stößt bei der SPD auf Ablehnung. ‚Die Kaufsumme ist jenseits von gut und böse‘, kritisierte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. ‚Trotz einer gutachterlich unterlegten starken Verhandlungsposition hat sich Oettinger ganz offenkundig über den Tisch ziehen lassen.‘“

Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Jürgen Walter: Fragen zu Salem bleiben offen – Grüne haben Bauchschmerzen beim Kauf von Salem“
„Der kulturpolitische Sprecher der Grünen Jürgen Walter begrüßt, dass beim Kauf des Schlosses Salem und der Kunstgegenstände eine Lösung gefunden wurde: ‚Doch die von Ministerpräsident Oettinger aufgerufenen Summen für die Kunstgegenstände verursachen bei uns große Bauchschmerzen.‘ Deshalb verlangen die Grünen von der Landesregierung vor ihrer Zustimmung Antworten auf drängende Fragen, wie z.B.: ‚Wie setzen sich die Kunstgegenstände zusammen, die für insgesamt 17 Millionen vom Land erworben werden?‘“

faz.net: „60 Millionen für Schloss Salem – Das Land übernimmt“
„Nach jahrelangem Tauziehen haben sich das Land Baden-Württemberg und das Haus Baden auf eine Übernahme von Schloss Salem und der badischen Kunstschätze durch das Land geeinigt. Wie die dpa in Stuttgart am Montagabend aus Verhandlungskreisen erfuhr, greift die Landesregierung dafür viel tiefer in die Tasche als geplant. Insgesamt will das Land dem Adelshaus 60 Millionen Euro für das Schloss und die Kunstschätze bezahlen.“
„Die Einigung sieht ein dreiteiliges Gesamtpaket vor. Das Land will nach dpa-Informationen 25 Millionen Euro für Schloss Salem bezahlen. Hinzu kommen 17 Millionen Euro für Kunstschätze, die unzweifelhaft dem Adelshaus gehören. Außerdem gibt das Land dem Haus Baden 15 Millionen Euro, damit es auf seine Ansprüche auf die umstrittenen Kunstschätze im Wert von 300 Millionen Euro verzichtet. Oettinger und Prinz Bernhard vereinbarten ferner, dass das Haus Baden weiterhin über die Prälatur des Schlosses verfügen kann. Dort sind unter anderem die Wohnräume des Chefs des Adelshauses, Max Markgraf von Baden, untergebracht.“

faz.net: „Ein teurer Frieden – Schloss Salem“
„‚Wir haben darauf geachtet, dass das, was wir erwerben, auch tatsächlich dem Hause Baden gehört‘, sagte der baden-württembergische Wissenschaftsminister Frankenberg (CDU). Der Politiker spielte damit auf vor zwei Jahren bekannt gewordene, ziemlich peinliche Pläne der Landesregierung an, dem früheren Herrscherhaus Baden Kunstgegenstände abzukaufen, die schon Landeseigentum sind. Frankenberg, ein Bewunderer des britischen Humors und Understatements, gab damit einen zarten Hinweis auf die Fehler der Vergangenheit. Und sein Chef, Ministerpräsident Oettinger (CDU), formulierte ohne Umschweife, welches politische Ziel für ihn nun handlungsleitend war: ‚Salem heißt Frieden, und darum bitten wir.‘“
„Vergangene Torheit“
„Zur Finanzierung des Vergleichs wollte das Land damals, um den Haushalt zu schonen, für die Landesgeschichte wertvolle Handschriften aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe im Wert von 70 Millionen Euro verkaufen. Dieses Vorhaben scheiterte an dem Protest renommierter Mittelalterforscher und an der unzureichenden Prüfung der Eigentumsverhältnisse. Anders als mit dem württembergischen Herrscherhaus gab es mit dem Haus Baden nach 1918 keinen eindeutigen Rechtsakt zur Sozialisierung des markgräflichen Eigentums. Der emeritierte Historiker Dieter Mertens wies dann in einem Beitrag für diese Zeitung nach, dass einzelne Kunstgegenstände wie die Markgrafentafel Hans Baldung Griens schon Eigentum des Landes sind. Über diese Torheit kann zumindest Wissenschaftsminister Frankenberg heute schmunzeln.“

faz.net: „Frieden zu einem hohen Preis – Schloss Salem“
„Mit einer ironischen Anmerkung gab der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger dann doch zu, dass der Adel beim Kauf des ehemaligen Zisterzienserklosters Salem ziemlich gut weg kommt: 3500 Quadratmeter Wohnfläche in der Prälatur blieben Eigentum der markgräflichen Familie, das sei nach ‚bürgerlichen Maßstäben‘ ungewöhnlich. Das ist es in der Tat. Und man fragt sich, was es rechtfertigt, dem klammen Haus Baden für 60 Millionen Euro fast die gesamte Schlossanlage und Kunstgegenstände abzukaufen.“
„Gesichertes Kulturerbe“
„Für den Verbleib der markgräflichen Familie in der Prälatur hätte sich vor zwei Jahren ebenfalls kein Landespolitiker verkämpft. Nun wird das Schloss Staatseigentum, und die Familie bleibt in Salem wohnen. Man bezahlt dem Prinzen seinen Klageverzicht mit einem weiteren Millionenbetrag und verspricht sogar, Kunstgegenstände zu kaufen, die noch nicht abschließend geschätzt sind. Das ist ein hoher Preis, für den das Land allerdings auch einiges erhält: Der zweihundert Jahre schwelende Rechtsstreit kann zu den Akten gelegt werden. Der Erhalt des Kulturerbes ist gesichert. Endlich ist der Rechtsfrieden erreicht, den es mit dem ordentlicher wirtschaftenden Haus Württemberg schon seit Jahrzehnten gibt. ‚Salem heißt Frieden, darum bitten wir‘, sagte Oettinger.“

Welt Online: „Streit zwischen Land und Haus Baden ist beendet“
„Jahrelang stritten sich das Land Baden-Württemberg und das Haus Baden auf eine Übernahme von Schloss Salem und badischer Kunstschätze. Jetzt haben sich die Parteien geeinigt. Die Landesregierung greift dafür viel tiefer in die Tasche als geplant – was Kritiker schwer empört.“
„Insgesamt will das Land dem Adelshaus 60,8 Millionen Euro für das Schloss und die Kunstschätze bezahlen. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und der Generalbevollmächtigte des Hauses Baden, Prinz Bernhard, einigten sich am Abend auf Eckpunkte für den Verkauf. Das Verhandlungsergebnis war am Montagabend im CDU/FDP-Kabinett beraten worden. Es soll an diesem Dienstag den Fraktionen vorgestellt werden. Die Einigung sieht ein Gesamtpaket aus drei Teilen vor. Das Land will 25 Millionen Euro für Schloss Salem bezahlen. Hinzukommen 17 Millionen Euro für Kunstschätze, die unzweifelhaft dem Adelshaus gehören.“

Welt Online: „Kommentar – Baden-Württemberg ist zu Kreuze gekrochen
„Der Streit dauerte lange und wurde hart geführt. Jetzt hat sich das Land Baden-Württemberg mit dem Haus Baden über die Finanzierung von Schloss Salem und die Anprüche auf Kunstwerke geeinigt. Mehr als 60 Millionen Euro will das Land zahlen. Ein halbgares und eigentlich vermeidbares Ergebnis.“
„Der Zeitpunkt der Verhandlungen, in denen das Land Baden-Württemberg und das Adelshaus Baden ihre Vermögensstreitigkeiten endlich beenden wollen, passt so recht zu dem verkorksten Szenario, in dem dieses Unternehmen seit Jahren gegeben wird. Schließlich ist es in diesen Tagen genau 90 Jahre her, dass es Großherzog Friedrich II. seinen fürstlichen Standesgenossen im implodierenden Kaiserreich gleichtat und abdankte. Drei Generationen später scheint es seinen bürgerlichen Nachfolgern endlich gelungen zu klären, was denn aus der Konkursmasse des Großherzogtums Familieeigentum sein soll und was der Allgemeinheit gehört.“

swr.de: „Einigung im Streit um Schloss Salem“
„Die Landesregierung und das Haus Baden haben sich im jahrelangen Streit um Kunstschätze und das Schloss Salem geeinigt. Das Land zahlt dem Adelshaus insgesamt knapp 58 Millionen Euro. Darauf hat sich gestern Abend das Kabinett verständigt.“
„Der Kaufpreis teilt sich auf in rund 20 Millionen Euro für das Schloss, sechs Millionen für Teile der Prälatur und 17 Millionen für verschiedene Kunstgegenstände, darunter auch wertvolle Handschriften. Weitere 15 Millionen erhält das Adelshaus dafür, künftig in strittigen Eigentumsfragen um Kunstgegenstände auf Klagen gegen das Land zu verzichten. Der Wohnbereich von Max Markgraf von Baden wird nicht verkauft. Das Land zahlt mit dieser Summe weit mehr, als ursprünglich geplant.“

BNN: „Salem kostet Land 57 Millionen“
„Nach diesen bisher unbestätigten Meldungen zahlt das Land weiter allein 15 Millionen Euro an die Markgrafenfamilie, damit diese sich verpflichtet, für alle Zeiten auf eine Klage zur Herausgabe umstrittener badischer Kunstgüter im geschätzten Wert von 300 Millionen Euro zu verzichten.“

BNN: „Prinz lässt sich Verzicht auf Klage teuer bezahlen – Land kauft Salem-Paket für 57 Millionen Euro“
„Die Summe beinhaltet drei Posten: Das Schloss, traditionsreicher Stammsitz derer von Baden, schlägte demnach etwa mit 20 bis 25 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kommt eine Reihe von Kunstwerken aus dem unstreitigen Besitz der Markgrafenfamilie. Für sie sollen 15 bis 20 Millionen Euro bezahlt werden. Weitere 15 Millionen fallen dafür an, dass sich Bernhard Prinz von Baden verpflichtet, niemals gegen die im staatlichen Gutachten festgestellten Eigentumsrechte des Landes am Löwenanteil der Kunstgüter zu klagen. Diese Kulturgüter, darunter namhafte Bestände des Badischen Landesmuseums und der Badischen Landesbibliothek, verkörpern einen geschätzten Wert von bis zu 300 Millionen Euro.“

Der Tagesspiegel: „Oettinger zahlt 60,8 Millionen an Adelsfamilie“
„Der Streit um Schloss Salem und die badischen Kunstschätze ist beendet. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hat dem Haus Baden 60,8 Millionen Euro gezahlt. Die FDP und der Bund der Steuerzahler sind empört.“
„Das Haus Baden verzichtet auf rechtlich umstrittene Kunstschätze“
„Oettinger setzte mit der Einigung dem langen Kunststreit ein Ende, der ihn vor zwei Jahren in eine ernste Krise gestürzt hatte. Damals hatte er mit dem Haus Baden einen Vergleich schließen wollen, der vorsah, für 70 Millionen Euro wertvolle Handschriften zu verkaufen. Es folgte ein internationaler Aufschrei von Kunstexperten, die der Regierung vorwarfen, wertvolle Kulturgüter verscherbeln zu wollen. In den vergangenen Wochen hatten Oettinger und der Generalbevollmächtigte des Hauses Baden, Prinz Bernhard, einen neuen Anlauf genommen. Das Land will den Kauf größtenteils aus dem Verkauf anderer, eigener Immobilien und Haushaltsmitteln finanzieren. Die Regierung will 25,8 Millionen Euro für Schloss Salem bezahlen und drei Millionen Euro für die Instandsetzung des Daches. Hinzu kommen 17 Millionen Euro für Kunstschätze, die unzweifelhaft dem Adelshaus gehören. Außerdem gibt das Land 15 Millionen Euro, damit das Haus Baden auf seine Ansprüche auf rechtlich umstrittene Kunstschätze im Wert von etwa 300 Millionen Euro verzichtet.“

Die Zeit: „Schloss Salem: Oettinger zahlt 60,8 Millionen an Adelsfamilie“

ka-news.de: „57 Millionen für Salem“
„Nach jahrelangem Tauziehen haben sich das Land Baden-Württemberg und das Haus Baden auf eine Übernahme von Schloss Salem und badischer Kunstschätze durch das Land geeinigt.“
„Jürgen Walter, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, bezeichnete die genannte Summe für den Kauf des Schlosses Salem, die Kunstschätze und einen Klageverzicht durch das Land als ‚weit überzogen‘. Es sei jedem klar, so Walter, dass Salem nicht zum Verkehrswert erworben werden könne und der Preis für das Schloss sei durchaus in der richtigen Größenordnung.“
„Die Kosten für die Kunstschätze allerdings seien in einem Gutachten wesentlich geringer geschätzt worden, daher könne das Land einer Klage auch ruhig entgegen sehen. ‚Sollte der genannte Betrag aber der von der Landesregierung tatsächlich ins Auge gefasste oder angebotene Preis für ein solches Gesamtpaket sein, müssen wir diese Absicht scharf kritisieren. Ein solcher Preis entbehrt jeglicher sachlicher Grundlage‘, so Walter abschließend.“
„Die Einigung zwischen Ministerpräsident Oettinger und dem Haus Baden zum Kauf von Schloss Salem und badischer Kunstschätze stößt bei der SPD auf Ablehnung. ‚Die Kaufsumme ist jenseits von gut und böse‘, kritisierte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Oettinger habe sich trotz starker Verhandlungsposition ‚über den Tisch ziehen lassen‘.“

Stuttgarter Zeitung: „60,8 Millionen für Salem – Oettinger bestätigt“
„Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat bestätigt, dass das Land für 60,8 Millionen Euro Schloss Salem und die badischen Kunstschätze übernehmen will. ‚Wir wollen dieses kulturelle Erbe retten. Es ist uns etwas wert und es ist uns teuer‘, sagte Oettinger am Dienstag in Stuttgart.“

Stuttgarter Zeitung: „Der Frieden mit Salem ist noch lange nicht gemacht“
„Die Regierungsfraktionen CDU und FDP haben an der Einigung der Regierung mit dem Haus Baden zu schlucken. Die CDU stimmt aus Gründen der Vernunft zu. Die FDP stellt Bedingungen. Die SPD lehnt in Bausch und Bogen ab.“
„Günther Oettinger hat sich am Dienstag ungewohnt kunstbeflissen präsentiert. Nachdrücklich unterstrich er vor Journalisten die kulturelle Bedeutung von Schloss und Kloster Salem. Kirchengeschichtlich, nicht etwa nur landesgeschichtlich bedeutsam sei die Anlage, rief Oettinger in Erinnerung. Auch wenn sich am Dienstag noch mancher skeptisch gezeigt hatte, Oettinger denkt in historischen Dimensionen: ‚In 50 Jahren wird das als richtige Entscheidung gewertet werden‘. Auch müsse man bedenken, wäre Salem 1918 zum Land gekommen, dann hätte man es seither unterhalten müssen. Wie so viele der schätzungsweise 60 landeseigenen Schlösser, die, so Oettinger, neben Salem geradezu unbedeutend sind. ‚Wir nehmen jetzt zu einem späten Zeitpunkt eine vornehme Landesaufgabe wahr‘, beschwor der Ministerpräsident die Öffentlichkeit. ‚Wir nehmen viel Geld in die Hand und sichern unser kulturelles Erbe‘.“

Stuttgarter Zeitung: „Der Fahrplan für den Kulturhandel“
„Die Übereinkunft zwischen dem Land und dem Haus Baden ist vielschichtig. Wir erläutern einige Aspekte des Geschäftes.“
„Was ist mit den Kunstschätzen?“
„Die badischen Kulturgüter werden auf rund 300 Millionen Euro taxiert. Doch ist strittig, wem die Gemälde-, Münz- oder Waffensammlungen sowie mittelalterliche Klosterhandschriften gehören. Der größte Teil sei Eigentum des Landes, sagen Gutachter der Landesregierung. In einem Gegengutachten des Hauses Baden wird genau das Gegenteil behauptet. Die Rechtsunsicherheit wäre erledigt, wenn der Handel vom Landtag abgesegnet würde. Für 15 Millionen Euro, also für fünf Prozent des Schätzwertes, erkauft sich das Land den dauerhaften Verzicht des Hauses Baden, vor Gericht die Eigentumsrechte feststellen zu lassen. ‚Für 15 Millionen Euro das Rechtsrisiko beseitigt zu haben, ist gut für das Land‘, stellte der Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) fest. Das Land erwirbt zudem Kulturgüter aus dem unstrittigen Eigentum des Hauses Baden. Dafür zahlt es bis zu 17 Millionen Euro. ‚Wir achten sorgfältig darauf, dass es Kunstgegenstände sind, die dem Haus Baden gehören‘, sagte Frankenberg. Man kaufe auch nicht ‚wertloses Archivmaterial‘, sondern für die Landesgeschichte bedeutsame Gegenstände.“

Stuttgarter Zeitung: „Teurer Burgfrieden“
„‚Salem heißt Frieden – darum bitten wir.‘ Das ist nicht der Schlussvers eines Gebets. Mit diesen Worten hat der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger die ausschweifende Präsentation seines Verhandlungsergebnisses mit dem Erbprinzen Bernhard von Baden beendet.“
„Oettinger wird seinen Frieden bekommen - aber nicht gleich. Zu spektakulär sind die Zahlen, die er am Dienstag vorgestellt hat: Knapp 60 Millionen Euro wird der Handel um Liegenschaften und Kunstschätze aus dem Besitz des Hauses Baden den baden-württembergischen Steuerzahler kosten, auch wenn sich der Regierungschef alle Mühe gibt, die Rechnung auf möglichst viele kleinere Posten zu verteilen. So sieht alles eben leichter verdaulich aus.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Schlosskauf: Land will 60,8 Millionen zahlen“
„Die Regierung Oettinger nennt endlich Zahlen: Mehr als 60 Millionen Euro ist ihr die Schlossanlage Salem wert. Darin enthalten ist auch eine Akut-Hilfe in Höhe von 4,5 Millionen Euro für die aktuelle Dachssanierung. Bestätigt wurde die Nachricht noch nicht.“
„Das Gutachten von ‚Drees & Sommer‘ hatte 42,4 Millionen Euro als Wert der Anlage angegeben. Das Land ließ 5,4 Millionen Euro als ‚Ertragswert‘ ermitteln. Eigentlich galt es, irgendwo zwischen diesem Wert, dem historischen und dem Marktwert, einen Preis fürs Schloss zu finden. ‚Alles unter 25 Millionen Euro wäre gut‘, hieß es zunächst aus der Verhandlergruppe des Landes. Bei 19,8 Millionen Euro einigte man sich nach Informationen dieser Zeitung. Doch diese Summe war nicht alles. Denn hinzu kommen der Kaufpreis für die badischen Kunstschätze mit 17 Millionen Euro und die sechs Millionen Euro für die Prälatur ohne den Wohnbereich des Markgrafen. Außerdem 15 Millionen Euro, die das Land für die Abtretung aller etwaigen Rechtsansprüche des Hauses Baden zahlt. Seit Ende vergangener Woche jagte eine Schaltkonferenz die nächste. Regierungschef Günther Oettinger (CDU) hatte den Ehrgeiz, die Sache rasch vom Tisch zu bekommen. Er trieb seine Verhandlungsführer, Finanzminister Willi Stächele und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg, ein versöhnliches Ende zu finden. Auch am gestrigen Montag steckten die beiden mit Staatskanzleichef Hubert Wicker die Köpfe zusammen. Gespräche mit den Fraktionschefs im Landtag standen an, schließlich, um 16 Uhr, ein Treffen mit Bernhard von Baden in der Villa Reitzenstein. Anschließend tagte das Kabinett.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Der Prinz gibt ein paar Schlüssel ab“
„Nun ist es offiziell: 60,8 Millionen Euro ist der Landesregierung die Schlossanlage Salem wert. Die Regierungsfraktionen stimmten zu. Der Handel ist (fast) perfekt.“
„Oettinger bezeichnete es als ‚ganz normales Vertragsgeschäft‘ wie es in früheren Zeiten auch bei anderen Adelshäusern getätigt worden sei. ‚Für unser Geld bekommen wir eine gleichwertige materielle Gegenleistung.‘ Jeder wisse, dass dieses Kulturgut einen hohen Stellenwert und einen hohen Wert habe, sekundierte CDU-Fraktionschef Stefan Mappus. ‚Deshalb ist diese einmalige Investition richtig.‘ Allen Befürwortern dieser Lösung besonders wichtig: Ein 200 Jahre alter historischer Rechtsstreit wäre damit ausgeräumt, der Oettinger bereits viel Ärger einbrachte. ‚Ärger ist Bestandteil des Erfolgs‘, lächelte der Regierungschef nun siegessicher. Dass dem Haus Baden ein Teil der Anlage als Eigentum verbleibt, sieht er, wie es so seine Art ist, sportlich.“

Frankfurter Rundschau: „Einigung über badische Kunstschätze“
„Baden-Württemberg und das Haus Baden haben im Streit um badische Kunstschätze und die Zukunft von Schloss Salem eine Einigung erzielt. Wie Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) in Stuttgart sagte, sind Investitionen im Volumen von 57,8 Millionen Euro vorgesehen, um das Schloss und badische Kunstschätze vom Haus Baden zu erwerben. In dem Paket ist auch ein Klageverzicht des Adelshauses enthalten. Die Koalitionsfraktionen von CDU und FDP beraten über die angestrebte Lösung. Das Kabinett hat dem Paket bereits zugestimmt. Im Detail ist vorgesehen, dass das Land große Teile der Schlossanlage Salem für insgesamt 25,8 Millionen Euro kauft.“

Frankfurter Rundschau: „Zocken für die Historie“
„Das Haus Baden, das die Schlossanlage zur Zeit der Säkularisation um 1800 als Entschädigung erhielt, ging die Landesregierung um finanzielle Hilfe an. Der heute 38-jährige Bernhard argumentierte, eine ‚Privatfamilie‘ unterhalte eine der geschichtsträchtigsten Schlossanlagen des Landes. Der Weinanbau und der forstwirtschaftliche Betrieb werfe so viel nicht ab. Ein Vergleich, der die Verrechnung mit badischen Kunstschätzen und historischen Handschriften vorsah, aber scheiterte nach Protesten.“

Pforzheimer Zeitung: „Schloss Salem wird verstaatlicht“
„Es war offensichtlich, dass Oettinger mit der Lösung des Streits eine Scharte auswetzen wollte. Vor über zwei Jahren hatte er sich mit seiner Strategie in dem Streit um die badischen Kunstschätze seine erste echte Krise als Regierungschef eingebrockt. Damals wollte er für die Rettung von Salem wertvolle badische Handschriften verkaufen. Es folgte ein internationaler Aufschrei von Kunstexperten, die der Regierung vorwarfen, wertvolle Kulturgüter verscherbeln zu wollen. Nun wird auch Salem verstaatlicht. Die Regierung will 25,8 Millionen Euro für das Schloss bezahlen und drei Millionen Euro für die Instandsetzung des Daches. Hinzu kommen 17 Millionen für Kunstschätze, die unzweifelhaft dem Adelshaus gehören. Außerdem gibt das Land 15 Millionen Euro, damit das Haus Baden auf seine Ansprüche auf rechtlich umstrittene Kunstschätze im Wert von etwa 300 Millionen Euro verzichtet. ‚Salem heißt Frieden. Und darum bitten wir‘, sagte Oettinger.“

Mannheimer Morgen: „Land will mehr für Salem zahlen – Haus Baden: Angeblich 40 Millionen Euro im Gespräch“
„Das Land Baden-Württemberg will für Schloss Salem und die badischen Kunstschätze angeblich wesentlich tiefer in die Tasche greifen als bisher geplant. Die Landesregierung ist angeblich bereit, dem Haus Baden für das Schloss und die Schätze bis zu 40 Millionen Euro zu zahlen. Nach einem Bericht des Südwestrundfunks (SWR) seien sogar bis zu 55 Millionen Euro im Gespräch. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und der Generalbevollmächtigte des Hauses Baden, Prinz Bernhard, hatten sich gestern Nachmittag zu Verhandlungen im Staatsministerium getroffen.“

Yahoo: „Schloss Salem soll in Landesbesitz übergehen“
„Mit Blick auf andere Kunstgegenstände, deren Besitzverhältnisse aus Landessicht strittig sind und deren Wert Frankenberg auf mindestens 300 Millionen Euro schätzt, werden dem Haus Baden 15 Millionen Euro zugestanden, um ein langwieriges Gerichtsverfahren zu verhindern. Oettinger zufolge wollte Bernhard Prinz von Baden den Klageverzicht zunächst auf 50 Jahre begrenzen. Die Landesregierung habe aber «einen Verzicht auf jede Klage in Zukunft» durchgesetzt. Den Plänen nach soll das Paket finanziert werden, ohne neue Schulden aufzunehmen. 25,8 Millionen Euro sollen aus dem Verkauf landeseigener Grundstücke erzielt werden. Hinzu kämen etwa sechs Millionen Euro aus der Landesstiftung Baden-Württemberg. Der Rest komme aus Rücklagen aus dem laufenden Haushalt sowie Mitteln aus dem Doppelhaushalt 2010/2011. Zu den 57,8 Millionen Euro kommen auf das Land noch drei Millionen Euro für die Sanierung des Kaisersaals und Teilen des Prälaturdaches hinzu. Die jährlichen Folgekosten für den Unterhalt des Schlosses bezifferte Oettinger auf 700 000 Euro.“

Schwäbische Zeitung online: „Land will für Schloss Salem tief in die Tasche greifen“
„Das Land Baden-Württemberg will nun sogar 60 Millionen Euro für die Übernahme des Schlosses Salem und der badischen Kunstschätze zahlen.“
„Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag aus Koalitionskreisen erfuhr, plant die CDU/FDP-Regierung einen weiteren Millionenbetrag ein, um das Dach des Schlosses instand zu setzen. Bisher war von 57 Millionen Euro die Rede gewesen, die das Land dem Adelshaus für das Schloss am Bodensee und die Kunstwerke zahlen wollte.“

Schwäbische Zeitung online: „Haus Baden: Einigung mit Land hilft beiden Seiten“
„Das Haus Baden hat sich erleichtert über die Einigung mit der Landesregierung über Schloss Salem und die badischen Kunstschätze gezeigt. ‚Mit den Eckpunkten ist eine Linie gefunden worden, die beiden Seiten hilft‘, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Salem (Bodenseekreis). Das gelte auch für die strittige Eigentumsfrage bei den Kunstsammlungen. ‚Nach jahrzehntelangem Streit wird Rechtsfrieden für die Zukunft geschaffen‘, betonte die Sprecherin des Generalbevollmächtigten des Adelshauses, Bernhard Prinz von Baden. Wichtig sei außerdem, dass das Schloss als Kulturdenkmal erhalten und öffentlich zugänglich bleibe.“

Heilbronner Stimme: „60,8 Millionen Euro für Salem und Schätze“
„Nach jahrelangem Hin und Her will das Land Baden-Württemberg vom Haus Baden Schloss Salem und die badischen Kunstschätze übernehmen. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte am Dienstag in Stuttgart, das Land werde insgesamt 60,8 Millionen Euro für das Schloss Salem und die badischen Kunstschätze bezahlen. ‚Wir wollen dieses kulturelle Erbe retten. Es ist uns etwas wert und es ist uns teuer‘, sagte Oettinger. Beim Koalitionspartner FDP und der Opposition stieß die Entscheidung auf Kritik. FDP-Fraktionschef Ulrich Noll hält es für ein falsches Signal, mitten in der Finanzkrise dem Haus Baden 60 Millionen Euro zu zahlen.“

Heilbronner Stimme: „Regierung und Haus Baden einig – Land gibt 57 Millionen Euro“
„Nach jahrelangem Tauziehen haben sich das Land Baden-Württemberg und das Haus Baden auf eine Übernahme von Schloss Salem und badischer Kunstschätze durch das Land geeinigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa in Stuttgart am Montagabend aus Verhandlungskreisen erfuhr, greift die Landesregierung dafür viel tiefer in die Tasche als geplant. Insgesamt will das Land dem Adelshaus 57 Millionen Euro für das Schloss und die Kunstschätze bezahlen.“
„Bei der Opposition im Landtag stieß das hohe Angebot der Regierung auf Unverständnis. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel nannte diese Summen ‚völlig indiskutabel‘. Der Kulturexperte der Grünen, Jürgen Walter, bezeichnete sie als ‚weit überzogen‘. Schmiedel sagte: ‚Die Sache ist noch überhaupt nicht entscheidungsreif.‘ Er betonte, es gebe klare gutachterliche Aussagen, dass die Kunstschätze im Besitz des Landes seien. ‚Und wenn der Graf das nicht akzeptieren will, soll er klagen‘, sagte Schmiedel der dpa. Die Schätze, die dem Haus Baden gehörten, seien von Experten auf bis zu acht Millionen Euro geschätzt worden. Jetzt 17 Millionen Euro zu bieten, entbehre jeder Grundlage. Außerdem gebe es noch immer keine belastbare Aussage, was bei einem Kauf von Schloss Salem auf das Land zukomme.“

Bietigheimer Zeitung: „Angebot für Schloss Salem aufgestockt“
„Laut SWR bietet das Land 20 bis 25 Millionen Euro für das Schloss – ohne die mit den Wohnräumen des Chefs des Adelshauses, Max Markgraf von Baden. Außerdem wolle die Regierung 15 bis 20 Millionen Euro für die Kunstschätze bezahlen, die unzweifelhaft dem Haus Baden gehören. Im Gegenzug soll Bernhard Prinz von Baden seinen Anspruch auf die badischen Kunstschätze im Wert von 300 Millionen Euro aufgeben. Diesen Klageverzicht würde sich das Land dem SWR zufolge noch einmal 15 Millionen Euro kosten lassen.“

Pressehaus Heidenheim: „Angebot für Schloss Salem aufgestockt?“
„Im Gegenzug soll Bernhard Prinz von Baden seinen Anspruch auf die badischen Kunstschätze im Wert von 300 Millionen Euro aufgeben. Diesen Klageverzicht würde sich das Land dem SWR zufolge noch einmal 15 Millionen Euro kosten lassen. Ein so hoher Preis ist für die FDP aber ein Problem. Für die Liberalen liegt die Schmerzgrenze tiefer – nach SWR-Angaben bei 43 Millionen Euro.“

suedwest-aktiv.de: „Thema Salem: Noch teurer als lieb“
„Bisher war uns Schloss Salem lieb, künftig ist es uns vor allem teuer. Wie man es auch dreht und wendet, das beste am Deal zwischen dem Land und dem finanzklammen, aber cool pokerndem Adelshaus ist noch, dass damit eine landespolitische Dauerbaustelle aufgeräumt wird. Weil politisch niemand Interesse an einem nicht endenden Streit zwischen Baden-Württemberg und dem Haus Baden haben kann, musste ein Kompromiss gefunden werden. Doch ob wirklich nur der gestern präsentierte Vergleich in Frage kam, darf zumindest bezweifelt werden.“

pr-inside.com: „Kompromiss über Schloss Salem erzielt – Baden-Württemberg zahlt Adelshaus Baden rund 60 Millionen Euro – Lange Diskussion geht zu Ende“
„Monatelag hatten daraufhin Gutachter die Eigentumsrechte geprüft. Er könne auch damit leben, wenn die Einigung jetzt nicht zustande komme, sagte Oettinger weiter. Er sei aber sicher, dass es richtig ist, jetzt das Geld in die Hand zu nehmen. In zehn oder 50 Jahren würden nachfolgende Generationen die Entscheidung «bestimmt würdigen». Die SPD hatte, bereits die bevor der Kompromiss im Detail bekanntgeworden war, den Rechtsweg empfohlen. «Ein Streit vor Gericht würde mit unsicherem Ausgang etwa zehn Jahre dauern», sagte der Ministerpräsident dazu. Der markgräflichen Familie bleibt ihr Hauptwohnsitz auf rund 3.500 Quadratmetern in der Prälatur des früheren Zisterzienserklosters erhalten. Oettinger sieht dies auch als Vorteil in der möglichen künftigen Vermarktung von Salem.“

pr-inside.com: „Schloss Salem soll in Landesbesitz übergehen – Oettinger will für Baudenkmal und Kunstschätze knapp 58 Millionen Euro aufbringen“
„Den Plänen nach soll das Paket finanziert werden, ohne neue Schulden aufzunehmen. 25,8 Millionen Euro sollen aus dem Verkauf landeseigener Grundstücke erzielt werden. Hinzu kämen etwa sechs Millionen Euro aus der Landesstiftung Baden-Württemberg. Der Rest komme aus Rücklagen aus dem laufenden Haushalt sowie Mitteln aus dem Doppelhaushalt 2010/2011. Zu den 57,8 Millionen Euro kommen auf das Land noch drei Millionen Euro für die Sanierung des Kaisersaals und Teilen des Prälaturdaches hinzu. Die jährlichen Folgekosten für den Unterhalt des Schlosses bezifferte Oettinger auf 700 000 Euro. Beim Koalitionspartner FDP, auf dessen Zustimmung Oettinger angewiesen ist, rief die Lösung Kritik hervor. FDP-Landeschefin Birgit Homburger warf der CDU vor, «schlecht verhandelt» zu haben. «Es hätte bessere Lösungen gegeben», sagte sie. Auch FDP-Fraktionschef Ulrich Noll zeigte sich enttäuscht. Er hätte den Klageweg vorgezogen. In der Opposition war die Kritik noch deutlicher: SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel sprach von einer «Kaufsumme jenseits von gut und böse». Oettinger habe sich «offenkundig über den Tisch ziehen lassen».“

net-tribune.de: „Kompromiss über Schloss Salem erzielt“
„Monatelange Prüfung der Eigentumsrechte“
„Der Ministerpräsident will bereits am Mittwoch den Landtag informieren, auch darüber, dass das Geld in zwei Tranchen fließen wird und nur ein kleinerer Teil davon tatsächlich haushalsrelevant ist. Vor zwei Jahren hatte der Regierungschef im Alleingang einen Kompromiss mit dem Adelshaus ausgehandelt. Damals sollten 70 Millionen Euro aus dem Landesetat und von Spendern für strittige Kunstschätze und Schloss Salem fließen, die Anlage sollte in eine Stiftung überführt werden. Der Deal war endgültig geplatzt, als bekannt wurde, dass viele der zu Kauf vorgesehenen Objekte tatsächlich schon im Besitz des Landes sind. Monatelag hatten daraufhin Gutachter die Eigentumsrechte geprüft. Er könne auch damit leben, wenn die Einigung jetzt nicht zustande komme, sagte Oettinger weiter. Er sei aber sicher, dass es richtig ist, jetzt das Geld in die Hand zu nehmen. In zehn oder 50 Jahren würden nachfolgende Generationen die Entscheidung «bestimmt würdigen».“

5.11.2008

faz.net: „60,8 Millionen Euro – Oettinger verteidigt Millionendeal mit Haus Baden“
„Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) verteidigt den geplanten Millionendeal mit dem Haus Baden zum Erwerb von Schloss Salem und von badischen Kunstschätzen. Oettinger sagte an diesem Mittwoch in einer Debatte im Stuttgarter Landtag, die Schlossanlage Salem gehöre "zu den wertvollsten und historisch bedeutendsten Kulturschätzen" des Landes. Die Gesamtinvestitionen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro bezeichnete er als ‚vertretbar‘.“
„Teurer Klageverzicht“
„Scharfe Kritik an der Vereinbarung kam von den Sozialdemokraten. Der Markgraf könne weiter alle repräsentativen Räume benutzen, nur das Land bezahle den Unterhalt, klagte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Auch dürfe das Haus Baden mitbestimmen, wie das Schloss betrieben und vermarktet werde. ‚Der Prinz bleibt der Herr im Haus‘, stellte Schmiedel fest. Die Investitionen für den Klageverzicht hält er für unnötig. Das Land befinde sich in einer ‚starken Rechtsposition‘. Auch bei den Grünen, die den Kauf des Schlosses grundsätzlich befürworten, rief die Vereinbarung zum Klageverzicht Kritik hervor. Oettinger sollte mit Steuergeldern vorsichtiger umgehen, mahnte der Grünen-Abgeordnete Jürgen Walter. Er äußerte außerdem die Befürchtung, dass der Millionendeal zulasten von Museen und Bibliotheken im Lande gehe.“

swr.de: „Ministerpräsident verteidigt Salem-Kauf“
„Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat im Landtag die Regierungspläne zum Kauf von Schloss Salem verteidigt. Er versicherte, dass die Kosten von 60,8 Millionen Euro nicht zulasten anderer politischer Aufgaben gehen werden. Die erzielte Einigung mit dem Haus Baden sei richtig, denn so könne die herausragende Klosteranlage am Bodensee mitsamt den Kunstschätzen für die Öffentlichkeit zugänglich gehalten werden, sagte Oettinger im Landtag. Längeres Warten in dem seit Jahrzehnten währenden Streit über die badischen Kulturgüter hätte keinen Sinn: ‚Wer weitere Jahre verschiebt, verschärft das Problem.‘ Die oppositionelle SPD im Landtag wird dem geplanten Kauf von Schloss Salem durch das Land zu den bisher bekannten Bedingungen nicht zustimmen. Der Preis von 60,8 Millionen Euro für das Schloss und die lange umstrittenen badischen Kunstschätze sei zu hoch, kritisierte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Viele Regelungen für das Geschäft seien noch undurchsichtig. Das Land wolle viel Geld auf den Tisch legen, aber das Adelshaus Baden behalte im Schloss das Sagen. Auch sei der Preis für die Kunstgüter plötzlich viel höher als noch vor wenigen Wochen von der Regierung dargestellt, sagte Schmiedel.“

BNN: „Kritik am Paket für Salem – Regierung zahlt dem Haus Baden 60 Millionen Euro“
„Der Plan der Landesregierung zum Ankauf von Schloss Salem und Kunstwerken aus dem Besitz des Hauses Baden sowie zur Beilegung aller Rechtsunsicherheiten um strittige Kunstgüter ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die Opposition im Landtag und der Bund der Steuerzahler reagierten empört auf das Gesamtpaket in Höhe von 60 Millionen Euro. ‚Wir wollen dieses kulturelle Erbe retten‘, sagte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Er sprach von einer richtungsweisenden, richtigen und ausgewogenen Entscheidung.“

BNN: „Oettinger entdeckt die Liebe zum historischen Erbe – Millionenschwerer Befreiungsschlag beendet Rechtsunsicherheit um Kunstgüter / Markgraf bleibt in Salem“
„Finanziert werden soll die Transaktion nach Vorstellung der Regierung möglichst geräuschlos. Der Kaufpreis für das Schloss wird laut Oettinger am 1. März kommenden Jahres fällig. Das nötige Geld will das Land aus dem eigenen Grundstock nehmen – im Gegenzug werden landeseigene Immobilien und Grundstücke verkauft. Gleichzeitig erhält das Haus Baden 8,5 Millionen Euro und damit die Hälfte des ausgehandelten Preises für die Kunstgüter, die zweifelsfrei dem Adelshaus gehören. Die Landesstiftung gibt nach den Plänen Oettingers sechs Millionen Euro, den Rest muss das Kunstministerium aus Rücklagen beisteuern. Die übrige Hälfte von 8,5 Millionen Euro sowie die 15 Millionen Euro für den Verzicht der Markgrafenfamilie auf Rechtsmittel sollen Anfang 2010 fließen, sagte Oettinger.“

BNN: „Nachgefragt bei Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), der sich in mehreren Verhandlungsrunden mit Bernhard Prinz von Baden über die Zukunft von Schloss Salem und die Kunstgüter geeinigt hat.“
„Warum gab es keine Alternative zum Ankauf des Schlosses?“
„Oettinger: Wir haben im Frühsommer erfahren, dass es einen ernsthaften Kauf-Interessenten gibt, der für den Fall des Erwerbs ein überragendes Ziel unserer Politik nicht mehr ermöglicht hätte: die öffentliche Zugänglichkeit von Schloss, Kloster und Kirche in Salem.“

sueddeutsche.de: „Bernhard Prinz von Baden Schlossverkäufer und Retter des Familienetats“
„Der Prinz hat gut verhandelt. Immer mal wieder gab es Gerüchte über ominöse Investoren – Araber womöglich – die Salem kaufen und – wer weiß was – damit veranstalten wollten. Das Land Baden-Württemberg zahlt der Familie von Baden nun 60 Millionen Euro für das Schloss und eine Menge Kunstschätze. Ein kleiner Teil von Salem mit Wohnrecht bleibt der Familie. Ministerpräsident Günther Oettinger hofft, dass dort ein ‚König zum Anfassen‘ mehr Touristen anlocken werde. Die von Baden waren nie Könige. Sie sind zwar recht umgänglich, aber anfassen lassen sie sich auch nicht einfach so.“

Mannheimer Morgen: „Hauptsache Schluss“
„Das Drehbuch sieht immer gleich aus: In regelmäßigen Abständen droht eines der vielen Adelshäuser mit Sitz in Baden-Württemberg, ein Schloss oder eine Handschrift an private Interessenten zu verkaufen. Dann beginnen Verhandlungen mit der Landesregierung, die am Ende für viele Millionen das als einmalig eingestufte Kulturgut der Allgemeinheit retten. Nur im Volumen hebt sich der 60-Millionen-Deal mit dem Hause Baden zum Ankauf von Schloss von diesem Erpressungsmuster ab, bei dem regelmäßig die Politik hinterher den Ärger hat und sich das Adelshaus als gemeinwohlorientiert darstellt.“

Schwäbische Zeitung online: „‚Was Besseres kann uns nicht passieren‘“
„Der Verkauf von Schloss Salem ist in trockenen Tüchern. Dass das Land die ehrwürdige Klosteranlage übernimmt, bewerten lokale Politiker positiv. ‚Wir sind erleichtert, dass wir uns nicht mit einem privaten Investor auseinander setzen müssen‘, sagt Salems Bürgermeister Manfred Härle. Salems Bürgermeister wirkt erleichtert. Den ganzen Tag über hat er sich über die Medien auf dem Laufenden gehalten. Jetzt, wo die Kuh vom Eis ist, purzeln die Steine vor Erleichterung. ‚Was Besseres konnte uns nicht passieren‘, sagt der Salemer Schultes. Dass das Land die Schlossanlage übernimmt, stehe für Kontinuität. Im Prinzip ändere sich nichts, alles laufe so weiter, und das ist den Salemern in punkto Schloss am liebsten. Im Streit um badische Kulturgüter und die Zukunft von Schloss Salem ist nach mehreren Jahren eine Lösung gefunden. Wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger gestern mitteilte, kann das Land das Baudenkmal und Kunstschätze für zusammen 57,8 Millionen Euro erwerben. Diese Einigung sei bei Verhandlungen mit dem Haus Baden erzielt worden. Im Paket ist ein Klageverzicht des Adelshauses enthalten.“

Bönnigheimer Zeitung: „Alles andere als ein Schnäppchen – Handel mit dem Haus Baden perfekt: Unterm Strich soll das Land 60,8 Millionen Euro zahlen“
„An Ärger hat es beim leidigen Baden-Deal, dessen letzte Feinheiten erst kurz vor der Regierungspressekonferenz gestern Mittag zwischen dem Land und dem Adelshaus Baden festgelegt wurden, in den vergangenen beiden Jahren wirklich nicht gefehlt. Man muss nur an den weltweiten Aufschrei wirklicher und selbsternannter Experten im Herbst 2006 erinnern, die in einem zunächst geplanten Handschriften-Verkauf zur Sicherung der dauerhaften Finanzierung von Schloss Salem schieres Kulturbanausentum sehen wollten. Als sich dann noch herausstellte, dass unter anderem eine auf zehn Millionen Euro taxierte Markgrafentafel von Hans Baldung Grien nicht dem Adelshaus, sondern längst schon dem Land gehörte, das sich anschickte, sie im Rahmen des Deals zu erwerben, war dem Handel jede Grundlage genommen – und Oettinger stand düpiert da. Aus diesem Schaden klug geworden, beschäftigte das Land fünf Gutachter, die vor Jahresfrist feststellten: Die allermeisten, auf 300 Millionen Euro geschätzten Kunstschätze des seit langem finanzklammen Hauses Baden sind zu Recht im Besitz des Landes (vor allem in der Kunsthalle in Karlsruhe und der dortigen Bibliothek): Sie gehören ihm nämlich. Dagegen stand und steht ein Gutachten des Hauses Baden.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „‚Der Preis ist angemessen‘ – Salemer Bürger äußern sich im Interview zum Kauf des Schlosses Salem durch das Land Baden-Württemberg.“

Heilbronner Stimme: „Schmiedel: Preis für Schloss und Kunstschätze zu hoch“
„Die oppositionelle SPD im Landtag wird dem geplanten Kauf von Schloss Salem durch das Land zu den bisher bekannten Bedingungen nicht zustimmen. Der Preis von 60,8 Millionen Euro für das Schloss und die lange umstrittenen badischen Kunstschätze sei zu hoch, kritisierte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel am Mittwoch in der Plenardebatte. Viele Regelungen für das Geschäft seien noch undurchsichtig. Das Land wolle viel Geld auf den Tisch legen, aber das Adelshaus Baden behalte im Schloss das Sagen: ‚Der Prinz bleibt der Herr im Haus, aber wir bezahlen den Unterhalt.‘“

Reutlinger Generalanzeiger: „Das Land zahlt einen hohen Preis – Baudenkmal – Ministerpräsident Oettinger beendet den Poker um Schloss Salem und die badischen Kunstschätze“
„Zuletzt hatte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) kräftig auf die Tube gedrückt. Er wollte das Thema Salem und die badischen Kunstschätze endlich vom Tisch haben, hieß es aus der Regierung. Ende vergangener Woche setzte er sich und seinen Mitstreitern ein Ultimatum: Bis zur Kabinettssitzung am Montagabend sollten alle rechtlichen und finanziellen Fragen geklärt sein. Tatsächlich schaffte Oettinger nach langem Ringen mit Bernhard Prinz von Baden den Durchbruch – doch um welchen Preis? Über 60 Millionen Euro will das Land in die Hand nehmen, um sich den Streit mit dem Adelshaus vom Hals zu schaffen. Der Regierungschef sieht darin die «historische Rettung» von Kulturgut für das Land. Doch sogar im eigenen Regierungslager gibt es großen Unmut.“

suedwest-aktiv.de: „Oettinger verteidigt Pläne für Kauf von Schloss Salem“
„Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat die Pläne der CDU/FDP-Regierung zum Kauf des Schlosses Salem und badischer Kunstschätze verteidigt. Um die herausragende Klosteranlage am Bodensee für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten, sei die Einigung mit dem Haus Baden richtig, sagte Oettinger am Mittwoch im Landtag.“

suedwest-aktiv.de: „Land kauft Schloss Salem – Oettinger will 60,8 Millionen Euro ausgeben – Kritik aus FDP und SPD“
„Das Land Baden-Württemberg will den Poker mit dem Haus Baden beenden und unter anderem Schloss Salem kaufen. Der Landtag muss zustimmen.“
„Im Streit um badische Kulturgüter und die Zukunft des Schlosses Salem ist nach mehreren Jahren eine Lösung gefunden. Wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) mitteilte, kann das Land das Baudenkmal und Kunstschätze für zusammen 57,8 Millionen Euro erwerben. Für drei Millionen soll das Dach saniert werden. Die Einigung über den Kauf sei bei Verhandlungen mit dem Haus Baden erzielt worden. Im Paket ist ein Klageverzicht des Adelshauses hinsichtlich aus Landessicht umstrittener Kunstgegenstände enthalten, den sich das Land 15 Millionen Euro kosten lässt. Der Landtag muss noch zustimmen.“

Archivalia: „Salem und Kulturgüter sollen für 60 Mio. ans Land fallen“

Archivalia: „Salem: Bock soll zum Gärtner gemacht werden“

Archivalia: „Salemer Rechnung“

pr-inside.com: „Oettinger: Haus Baden soll Salem weiter verwalten – Debatte über Verkauf im Stuttgarter Landtag – Jahrelanger Streit geht zu Ende“
„Bernhard Prinz von Baden soll nach den Vorstellungen des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) die Klosteranlage in Salem künftig im Auftrag des Landes verwalten. Oettinger stellte am Mittwoch in Stuttgart nach einer Landtagsdebatte zur Einigung im jahrelangen Streit mit dem finanziell angeschlagenen Adelshaus einen Managementvertrag mit dem Erbprinzen in Aussicht, in der «die Bewirtschaftung nach unseren Vorgaben» geregelt wird. Der kleinere Koalitionspartner FDP hat dem am Dienstag von Oettinger vorgelegten Eckpunktepapier nur unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass genau dieser Grundlagenvertrag über Bespielung, Betrieb und Vermarktung der Gesamtanlage zur Abstimmung vorlegt wird. Oettinger stellte eine Einigung bis Ende Februar 2009 in Aussicht. Am 1. März 2009 soll die weitläufige frühere Klosteranlage mit Münster, Schloss und Teilen der Prälatur für 25,8 Millionen Euro in den Besitz des Landes übergehen. Oettingers sagte: «Wenn wir uns bis dahin nicht einigen, fließt auch kein Geld.» Er wolle diese Zusammenarbeit, weil der Prinz von Baden «die Kompetenz in Fragen des Betriebs oder der Führungen» habe. Angestrebt ist nach dem Eckpunktepapier «eine enge Kooperation» zwischen dem Adelshaus, der Landesmarketing und der Schlösser- und Gartenverwaltung des Landes.“

6.11.2008

faz.net: „Die umstrittene Rolle des Prinzen“
„Der Plan der baden-württembergischen Landesregierung, Prinz Bernhard von Baden zum Generalmanager der künftig staatlichen Schlossanlage Salem zu machen, stößt innerhalb der Regierungsfraktionen von CDU und FDP und bei den Oppositionsparteien SPD und Grüne auf Kritik.“

SPD-Landtagsfraktion: „SPD-Antrag im Landtag: Regierung darf zu Salem nichts unterschreiben ohne Information des Parlaments“
„Claus Schmiedel: ‚Die Absicht der Landesregierung, Bernhard von Baden zum Generalmanager zu bestellen, ist in den Salem-Eckpunkten gar nicht enthalten. Vor einer Personalentscheidung dieser Tragweite muss sich der Landtag darüber austauschen‘“
„Zusage von Finanzminister Stächele: Parlament wird unterrichtet“
„Vor Eintritt in die Tagesordnung des heutigen Plenums im Landtag hat SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel verlangt, dass die Landesregierung dem Parlament weitere detaillierte Informationen zu den Verhandlungen mit dem Haus Baden über die Zukunft der Schlossanlage Salem gibt.“

Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Grüne bringen Antrag im Landtag ein“
„Salem vermarkten – ohne das Haus von Baden“
„In einem Antrag haben die Grünen jetzt gefordert, die Umsetzung einer Vermarktungsstrategie für das Schloss Salem ohne das Haus Baden zu konzipieren: ‚'Business as usual' geht nicht, schon gar nicht nach dieser Vorgeschichte‘, sagte Jürgen Walter, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Der Kauf des Schlosses und der Kunstschätze bedeuteten eine Zäsur für das Adelshaus.“

Landtagsfraktion FDP/DVP: „Berroth: Es geht um die unstrittige Sicherung von Kulturgütern – Zustimmung zum geplanten Kauf der Klosteranlage nur unter Bedingungen“
„‚Der Beschluss zu diesen Eckpunkten ist der FDP/DVP-Landtagsfraktion nicht leicht gefallen, es war eine ausführliche und fundierte Diskussion.‘ Dies sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth, in einer Landtagsdebatte zur Absicht des Landes, die Klosteranlage Salem und verschiedene Kunstgegenstände zu einem Preis von 60,8 Millionen Euro vom Haus Baden zu kaufen. Es geht nach den Worten der finanzpolitischen Sprecherin nicht darum, das Adelshaus zu sanieren, sondern um ‚die endgültige und unstrittige Sicherung von Kulturgütern, die für Baden-Württemberg von besonderer Bedeutung sind‘. Auch mache sie als liberale Politikerin keinen Kotau vor dem Adelshaus. Vielmehr müsse das Haus Baden im Dreiklang ‚Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit‘ die gleiche Wertschätzung genießen wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes. Heiderose Berroth machte deutlich, dass ‚die FDP/DVP-Fraktion sich eine andere Lösung gewünscht hätte als diejenige, die uns jetzt vorgelegt worden ist. Wir hätten es für gut gefunden, wenn über eine Stiftung auch private Investoren in dieses Modell integriert worden wären.‘“

swr.de: „Regierung rudert bei Salem-Verwaltung zurück“
„Nach breitem Protest gegen die künftige Vermarktung von Schloss Salem durch das Haus Baden hat die Landesregierung heute im Landtag zugesagt, vorerst keine vertraglichen Verpflichtungen in dieser Hinsicht einzugehen. Gestern war bekannt geworden, dass Bernhard Prinz von Baden zum Verwalter berufen werden sollte.“

BNN: „Rech: Es geht auch um die Sache Badens“
„Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) hat die Entscheidung der Landesregierung um Kauf von Salem und den Kunstschätzen verteidigt. Bei einer Feierstunde der Landesvereinigung Baden in Europa zum 15-jährigen Bestehen im Karlsruher Ständehaus sagte er, es gehe dabei auch um die Sache Badens. Der Salem-Kauf leiste einen ‚großen und wichtigen Beitrag zum Erhalt der badischen Kunst- und Kulturgeschichte‘. Die Landesvereinigung besteht nun im 15. Jahr und setzt sich für eine stärkere Berücksichtigung badischer Belange in der Landespolitik ein.“

BNN: „‚Was in 100 Jahren ist, weiß ich auch nicht‘ – Bernhard Prinz von Baden ist erleichtert über die mehrheitliche Zustimmung des Landtags zur Einigung mit der Regierung“
„Nach der Einigung zwischen der Landesregierung und dem Haus Baden zeigt sich Bernhard Prinz von Baden erleichtert. Mit dem 37-jährigen Adligen sprach unser Redakteur Wolfgang Voigt. Zum Zeitpunkt des Interviews waren die neuen Vorbehalte in der CDU gegen den Prinzen als Verwalter noch nicht bekannt.“
„Haben Sie Montagnacht nach Ihrer Rückkunft aus Stuttgart besonders gut geschlafen?“
„Prinz Bernhard: Wir haben uns lange dafür eingesetzt, eine Lösung zu erzielen, und ich bin froh, dass im Landtag die Eckpunkte mehrheitlich mitgetragen werden. Jetzt muss noch alles zu Papier gebracht und von beiden Seiten vor dem Notar unterschrieben werden. Ich denke aber, dass wir eine stabile Grundlage für die Zukunft gelegt haben.“
„Mit welchem Inhalt des nun ausgehandelten Pakets hatten Sie die meisten Probleme?“
„Prinz Bernhard: Die Verknüpfung von Salem und den Eigentumsfragen ist schwierig. Dass die Verhandlungen meiner Familie angesichts der hohen emotionalen und finanziellen Werte nicht leichtgefallen sind, ist wohl leicht nachzuvollziehen.“
„Sie verkaufen dem Land Kunstgüter aus Ihrem Privatbesitz. Was ist beispielsweise darunter?“
„Prinz Bernhard: Etwa die Tulpenbücher von Markgraf Karl Wilhelm, die für Karlsruhe von besonderem Interesse sein dürften. Oder für Konstanz die Wessenberg'sche Sammlung.“

BNN: „Deal mit dem Haus Baden bleibt höchst umstritten – Mehrheit der CDU lehnt den Prinzen als Verwalter ab“
„Die Pläne des Landes Baden-Württemberg zum Kauf des Schlosses Salem und badischer Kunstschätze für insgesamt knapp 61 Millionen Euro bleiben höchst umstritten.“
„Oettinger verteidigte die Pläne der Landesregierung: Um die herausragende Klosteranlage am Bodensee für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten, sei die Einigung mit dem Haus Baden richtig. Die Ausgaben von 60,8 Millionen Euro würden nicht zulasten anderer politischer Aufgaben gehen. Längeres Warten in dem seit Jahrzehnten währenden Streit über die badischen Kulturgüter hätte nach Oettingers Worten keinen Sinn. Der CDU-Abgeordnete und Ex-Staatsminister Ulrich Müller trat der Kritik an der Einbindung des Hauses Baden entgegen: ‚Das markgräfliche Haus hat dieses Schloss bisher gut gemanagt. Deswegen gibt es ein Interesse auch des Landes daran, dass der Betrieb weiter unter der Mitwirkung des markgräflichen Hauses geschieht.‘“

ka-news.de: „Steuergeld für Fürstennippes? – Macht die Salemer Kiste endlich zu“
„Es war höchst peinlich, als im September 2006 die Pläne des Landes ruchbar wurden, badische Kunstschätze von unschätzbarer historischer Bedeutung auf dem freien Markte zu verscherbeln. Handschriften aus Klosterbeständen der Insel Reichenau, wertvolle Gemälde in Museen, Gegenstände deren Eigentumsrechte letztlich umstritten waren und sind. Nun scheint eine Einigung zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem markgräflichen Haus Baden, das seinen Stammsitz seit 1919 in Salem hat, doch noch zum Greifen nahe.“

ka-news.de: „Salemdeal befürwortet – Badenverein begrüsst Kompromiss“
„Die Landesvereinigung Baden in Europa, der eingetragene ‚Badenverein‘, begrüßt das Verhandlungsergebnis, das Ministerpräsident Günther H. Oettinger mit dem Erprinzen Bernhard von Baden diese Woche den Medien und Landtagsfraktionen vorgestellt hat (ka-news berichtete). Damit seien ‚die teilweise über Jahrzehnte und Jahrhunderte schwelenden Schwierigkeiten und Probleme rund um die historisch einzigartige Klosteranlage Salem und die Badischen Kulturgüter nunmehr endgültig vom Tisch‘, teilen die Vorsitzenden der Landesvereinigung jetzt in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. In Mails an Oettinger und Erprinz Bernhard äußerten die Vorsitzenden Robert Mürb, Gerlinde Hämmerle und Hubert Keller gleichzeitig ihre ‚Dankbarkeit‘.“

ka-news.de: „Streit um Salem – Mehrheit gegen Prinz als Schlossverwalter“
„Gegen den Plan von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), nach dem Kauf von Schloss Salem durch das Land (ka-news berichtete) Bernhard Prinz von Baden zum Verwalter zu berufen, gibt es Widerstand in der eigenen Partei. Die Mehrheit der CDU-Landtagsfraktion will das Vorhaben nicht mittragen, wie die Deutsche Presse-Agentur dpa am gestrigen Mittwoch aus dem Fraktionsvorstand erfuhr.“

Archivalia: „Wird der Bock doch nicht zum Gärtner?“

Archivalia: „Ist die Wessenberg'sche Sammlung in Konstanz im Salem-Deal?“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Schlossverkauf: Für Besucher ändert sich nichts“
„Das Land Baden-Württemberg kauft den gesamten Komplex des Schlosses Salem mit gut zwei Dutzend Gebäuden, der Markgraf von Baden behält jedoch seine privaten Räume. Beide bilden damit künftig quasi eine ‚Eigentümergemeinschaft‘. Aus der Sicht des Besuchers soll sich indes nichts ändern.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Salemer Bürgermeister Härle lobt Kauf von Schloss Salem durch das Land als ‚großen Wurf‘“
„Regionale Abgeordnete von CDU und FDP aus dem Bodenseekreis begrüßen Lösung Handel der Landesregierung. Der SPD-Abgeordnete Norbert Zeller übt massiv Kritik. In Salem und der Region reagiert man überwiegend mit Erleichterung auf die Entscheidung der Landesregierung, Schloss Salem zu kaufen. Die Landtagsabgeordneten des Bodenseekreises aus der Regierungskoalition, Ulrich Müller (CDU) und Hans-Peter Wetzel (FDP), begrüßten den Handel. Norbert Zeller (SPD) indes kritisiert ihn massiv. ‚Ich bin hoch erfreut und wirklich erleichtet‘, kommentiert Salems Bürgermeister Manfred Härle, ‚für unsere Gemeinde ist natürlich mit dem Land als künftigem Eigentümer die ideale Lösung eingetreten‘. Er gratuliere Ministerpräsident Günter Oettinger zu einem ‚wirklich großen Wurf‘. Denn durch die ‚Gesamtlösung‘ sei nun ja auch der 90 Jahre währende Streit um die badischen Kunstschätze beendet.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Kauf von Schloss Salem bleibt umstritten“
„Die Pläne des Landes Baden-Württemberg zum Kauf des Schlosses Salem und badischer Kunstschätze für insgesamt knapp 61 Millionen Euro bleiben höchst umstritten. Nun stellt sich nach der Opposition auch die Mehrheit der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag gegen den Plan von Ministerpräsident Oettinger (CDU), den bisherigen Besitzer von Schloss Salem, Bernhard Prinz von Baden, zum Verwalter zu berufen.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Mittags war der Prinz noch sehr erleichtert“
„Noch scheint der Verkauf großer Teilen des Schlosses Salem sowie zahlreicher badischer Kulturgüter an das Land nicht in trockenen Tüchern. Vor der Nachricht, dass die CDU-Fraktion im Landtag offenbar nicht mitzieht, äußerte sich Prinz Bernhard erleichtert im SÜDKURIER-Gespräch.“
„Ministerpräsident Oettinger scheint sehr erleichtert. Sind Sie es auch?“
„Ich bin froh, dass, nach Jahrzehnten Mühen um die Zukunft von Salem, wir einer Lösung nahe kommen.“
„Kritiker meinen, Sie hätten das Land über den Tisch gezogen.“
„Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Es ist gelungen, in zähen Verhandlungen und in sehr schwierigem Umfeld eine Lösung zu finden, die sich für beide Seiten akzeptabel und zum Vorteil des Landes, der Region und für Salem entwickeln kann.“

7.11.2008

BNN: „Karl Wilhelm berauschte sich an Schönheiten aller Art – Kostbare Tulpenbücher gehen ins Eigentum des Landes über“
„Der Vorplatz des Schlosses während der 30er Jahre des 18. Jahrhunderts: Ein Tulpenmeer, so weit das Auge reicht. Die bunten Blumen sind die große Wonne des Karlsruher Stadtgründers. Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach pflanzt die Zwiebeln, hegt die Liliengewächse und pflegt mit Hingabe seine Leidenschaft. Annähernd 5 000 verschiedene Tulpensorten kultiviert der Monarch auf seinen Latifundien. Das Hobby ist ihm lieb und teuer: Höchstselbst reist der Fürst auf der Suche nach neuen Sorten in die Niederlande, bis zu 40 Gulden soll er für eine einzige Zwiebel ausgegeben haben. Eine Summe, für die eine Waschfrau an seinem Hof nicht weniger als zwei Jahre lang arbeiten musste. Am 12. Mai 1738 trifft den Markgrafen der Schlag. Bei der Gartenarbeit inmitten seiner geliebten Pflanzen haucht er den Atem aus.“

BNN: „Regierung rudert bei Salem leicht zurück – Nach Protesten verspricht Stächele: ‚Wir werden vorerst nichts unterschreiben‘“
„Der von CDU und FDP zunächst gebilligte Kauf von Schloss Salem durch das Land hat ein Nachspiel: Die Landtagsfraktionen stemmen sich gegen den Plan von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), Bernhard Prinz von Baden als Generalmanager zu belassen.“

SÜDKURIER, Tageszeitung für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein: „Ohne Alternative“
„Günther Oettinger geht noch immer über glühende Kohlen. Beim Geschäft mit dem Haus Baden kann sich der Ministerpräsident jederzeit die Fußsohlen verbrennen. Etwa wenn die Summe von 60,8 Millionen Euro für eine Schlossanlage und Kunstschätze in der Öffentlichkeit als völlig überhöht gebrandmarkt wird. Oder wenn der Regierungschef in den Ruch kommt, dem Adelshaus allzu nette Geschenke zu machen. Nicht nur Stammtische neigen zu dem Urteil, für die Sanierung von Schulgebäuden oder das Füllen von Straßenlöchern sei kein Geld da, wohl aber für die hochwohlgeborenen Adeligen. Viele Bürger regt das Thema auf. Das hat mehrere Gründe, und keineswegs nur sachliche.“

Badische Zeitung: „Kein Frieden um Salem“
„Die Überlegung, Prinz Bernhard von Baden könne trotz Verkauf Manager des Schlosses bleiben, trägt der Landtag nicht mit. Im Staatsministerium beschwichtigt man: Zusagen gibt es nicht.“

Schwäbische Zeitung online: „Nachspiel zu Salem – Regierung verspricht Gespräche über Vermarktung“
„Der von CDU und FDP zunächst gebilligte Kauf von Schloss Salem durch das Land hat ein Nachspiel: Die Landtagsfraktionen stemmen sich gegen den Plan von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), Bernhard Prinz von Baden als Generalmanager zu belassen.“

Archivalia: „Joseph Kopf über seine Sammlung“

Archivalia: „Salem: Man kann nur verkaufen, was man auch findet“

13.11.2008

„Die Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg lädt ein zum öffentlichen Vortrag und zur Vorstellung des Buches von Adolf Laufs / Ernst Gottfried Mahrenholz Dieter Mertens / Volker Rödel / Jan Schröder Dietmar Willoweit
Das Eigentum an Kulturgütern aus badischem Hofbesitz
Wann: Montag, 1. Dezember 2008, 18.00 Uhr c.t.
Wo: Universität Karlsruhe, Englerstraße 11, Tulla-Hörsaal (Gebäude 11.40)“

Archivalia: „Kulturgütergutachten als Buch“

Archivalia: „Schloss Salem: Da läuft etwas schief“

19.11.2008

suedwest-aktiv.de: „Besuch in der leeren Bibliothek – Das Land muss in Sachen Salem noch vieles schätzen lassen“
„60,8 Millionen Euro zahlt das Land dem Haus Baden für Schloss Salem und weiteren Kunsterwerb. Doch jetzt erst beginnt die Arbeit der Schätzer.“
„Mit 15 Millionen Euro wird vergütet, dass das Adelshaus auf einen Rechtsstreit um die fraglichen Kunstschätze verzichtet. Schließlich verpflichtete sich das Land, Kunstschätze im Wert von bis zu 17 Millionen Euro, die unstrittig dem Adelshaus gehören, zu erwerben. Nur ein Teil davon ist von Sachverständigen des Landes bereits auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt worden. Um die Vereinbarung zu unterfüttern, machen sich erst jetzt Experten daran, die Gegenwerte in den zu kaufenden Gebäuden und andernorts aufzulisten und schätzen zu lassen. Eine erste Sichtung hat, wie Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) gestern bestätigte, eine Arbeitsgruppe seines Hauses vergangene Woche vorgenommen. Dass die im Verhandlungsergebnis ausdrücklich festgehaltene Klosterbibliothek nur kunsthistorisch wertlose Akten enthält, dürfte bekannt gewesen sein: Schon 1826 hatte die Universität Heidelberg das gesamte wertvolle Inventar erworben. Wie viel wert der ebenfalls erwähnte "Museumsbereich" ist, ist noch offen: Es geht dabei um eine alte Brennerei und ein Feuerwehrmuseum. Bereits im Generallandesarchiv Karlsruhe lagern über 8000 Urkunden zum Kloster Salem, die das Land haben will. Eine Schätzung steht aber auch hier noch aus.“

Karl-Hermann Stiefel, Blätter der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte: „‚Aufbewahren für alle Zeit!‘ – Über Ignoranz und Verantwortung im Umgang mit nationalem Kulturgut (in: Blätter der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte, 11. Jahrbuch, 2007, S. 125-129)“
„Stellvertretend sei hier aus der Rede von Dr. Dietrich Hoppenstedt, des Vorsitzenden des Freundeskreises der Kulturstiftung der Länder, auf dessen Jahresversammlung im Oktober 2006 zitiert: ‚Wir alle haben mit größter Sorge in den Zeitungen die Entwicklung in Baden-Württemberg verfolgt, die drohende Weggabe wertvollster Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek. Zu Recht schlägt die Diskussion über solche Überlegungen hohe Wellen. Denn die öffentlichen Bibliotheken, öffentliche Kunstsammlungen sind das kulturelle und kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft. Und jede Generation trägt ihre Verantwortung daran, daß ihr kulturelles Erbe bewahrt, gepflegt, gemehrt und weitergegeben wird. Deshalb ist es auch nicht akzeptabel, daß Verkauf oder gar Ausverkauf unserer Kultur durch die öffentliche Hand überhaupt in Erwägung gezogen wird.‘ [Zitiert nach: ‚arsprototo‘. Das Magazin der Kulturstiftung der Länder. Heft 4/2006, S. 16]“

30.12.2008

Staatsanzeiger Baden-Württemberg, Jahresrückblick 2008: „Land einigt sich mit Haus Baden auf Kauf von Salem“
„Er hat eine Scharte ausgewetzt und sich gleichzeitig eine neue eingehandelt. Die Einigung am 3. November über die badischen Kunstschätze und das Schloss Salem hat Günther Oettinger (CDU) viel Kritik eingetragen. Dabei wollte es der Ministerpräsident diesmal richtig machen. Dies ist ihm zwei Jahre nach der sogenannten Handschriftenaffäre – damals wären Jahrhunderte alte Werke beinahe zugunsten des Hauses Baden versteigert worden – jedoch bloß zum Teil gelungen. Dies liegt zum einen am recht stolzen Preis von 60 Millionen Euro. Noch mehr Unmut rief allerdings der Umstand hervor, dass Oettinger den Prinzen zum Schlossverwalter machen wollte.“