Badische Landesbibliothek
   


Nibelungen-Handschrift C

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Blatt 56 v
Str. 1465,4 - 1478,3
Blatt 56a r
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Blatt 56 v
Str. 1465,4 - 1478,3

1465,4
die lvote  ich sagiv endechliche daz

1466,1
))E((r brahtes zv den wirte  d/er\ palas d/er\ was vol
1466,2
do enpfie man die geste  so man von rehte sol
1466,3
minnechliche grvezen  in and/er\ kvnige lant
1466,4
Swæmmil vil d/er\ degene  da bi Gunth/ere\ va/n\t

1467,1
Der chunic gezogenliche  grvzen si began
1467,2
sit willechom/en\ beide  ir Ezelen spileman
1467,3
vñ iw/er\ hergesellen  hat ivch her gesant
1467,4
d/er\ kunic von den Hvnin  zvo d/er\ Burgonden lant?

1468,1
Mit zvht si nigen beide  do sp/ra\ch Wærbelin
1468,2
iv enbivtet sinen dienest  d/er\ liebe herre min
1468,3
vñ Chriemh' iw/er\ swester  her in dizze lant
1468,4
si habent vns iv heleden  in grozen triwen her gesant

1469,1
Do sp/ra\ch d/er\ fvrste riche  d/er\ mære bin ich vro
1469,2
wie gehabt sich Ezele  so sprach d/er\ chunic do
1469,3
vñ Chriemh' min swest/er\  vzer Hvnen lant?
1469,4
do sp/ra\ch d/er\ videlære  div mære tvn ich iv bechant

1470,1
Sich gehabten chunige  ir svlt wol wizzen daz
1470,2
in deheinem lande  vrolicher noch baz
1470,3
vñ allez ir gedigene  die mage vñ ovch ir man
1470,4
si frevten sich d/er\ reise  do wir schieden von in dan

1471,1
))G((nade siner dienste  die er mir enboten hat
1471,2
vñ ovch min/er\ swester  mir ist liep daz also stat
1471,3
daz si so lebnt mit vrevden  d/er\ chunic vnt sine man
1471,4
wande ich doch d/er\ mære  gevraget sorgende han

1472,1
Die zwene ivnge/n\ chvnige  waren ovch nv chomen
1472,2
wande si div mære  heten erst v/er\nomen
1472,3
dvrch ir swester liebe  die boten gerne sach
1472,4
Giselh/er\ d/er\ ivnge  d/er\ zvo zin gvetlichen sp/ra\ch

1473,1
Ir boten soldet groze  vns willechomen sin
1473,2
ob ir dicker woldet  zvns riten an den Rin
1473,3
ich wæn ir frivnde fvndet  die ir gerne moehtet sehen
1473,4
iv solde von vns degenen  lvzzil leides geschehn

1474,1
Wir getrwoen iv aller eren  sp/ra\ch do Swæmmelin
1474,2
ine chvnd iv niht bewæren  mit den sinnen min
1474,3
wie minneklich iv Ezele  her enboten hat
1474,4
vñ iw/er\ edeliv swester  d/er\ dinch in hoh/er\ wirde stat

1475,1
Gnade vñ triwe  mant ivch des kuniges wip
1475,2
vñ daz ir ie was wæge  iwer herce vñ iw/er\ lip
1475,3
vñ ze vorderst dem kunige  sin wir her gesant
1475,4
daz ir gervchet riten  zvo zin in d/er\ Hvnin lant

1476,1
Ez sol ovch mit iv riten  d/er\ herre Gernot
1476,2
Ezele d/er\ riche  iv allen daz enbot
1476,3
ob ir ivch iw/er\ swester  niht sehn woldet lan
1476,4
so wolde er gerne wizzen  waz er iv rechen hete getan

1477,1
daz ir also vremdet  in vñ siniv lant
1477,2
ob iv div kuniginne  wære nie bechant
1477,3
so moeht er doch v/er\dienen  daz in ir rvchet sehn
1477,4
swenne daz geschêhe  so wær im liebe geschehn

1478,1
))D((o sp/ra\ch d/er\ kunic Gvnther  nv lat die rede stan
1478,2
vñ vart ze herbergen  ich wil ivch hoeren lan
1478,3
in disen siben
  
Blatt 56a r


[ Blattverlust - Ergänzung nach der Hs. a ] (1)
1478,3
/nachten  wil ich in sein lant
1478,4
swes ich mich berate  die maere tun ich ew bechant

1479,1
Do sprach der bote Waerbel  chünde daz geschehen
1479,2
das wir meine frawn  mochte e gesehen
1479,3
Vtten die vil reichen  e wir schufen vns gemach?
1479,4
Geyselher der edel  do ail zuchticleich sprach

1480,1
Das ensol ew niermant wenden  welt ir fur si gan
1480,2
da habt ir meiner mueter  willen an getan
1480,3
wañ si sicht ew gern  durch die szvester meine
1480,4
vnd durch den chünig Etzln  des sult ir an zweiuel sein

1481,1
Geyselher si pracht  da sein muter sas
1481,2
sy sach die boten gerñ  mit trewen tet si das
1481,3
si grüzt sei mit tugent  wan si was wol gemout
1481,4
ia daucht si die maere  von der chüniginne gout

1482,1
Mein fraw ew here enbivtet  so sprach Swaemmelin
1482,2
ir dienst in grossen trewen  des sult ir sicher sein
1482,3
das ir seit ir so frömde  daz haizzet si ew
1482,4
   mute tragen

1483,1
Da sprach die chünigin  das mag nicht laider gesein
1483,2
swie gern ich dikch saech  die liebe tochter meine
1483,3
ia ist mir ze verre  des edln chunigs weip
1483,4
nu sein immer <saelich>  baide si vñ Ettzln leip

1484,1
Ir solt mich lazzen wissen  e daz ir raumet hie
1484,2
wenne ir reiten wellet  in gesach so gern nie
1484,3
boten in langen zeiten  danne ich ew hhan gesehhen
1484,4
die boten ir do lobten  daz si das liezzen geschehen

1485,1
Zen herbergen do fouren  die von Heunen lannt
1485,2
da het der chünig reiche  nach den frivnden sein gesant
1485,3
Gunther der vil edel  fragt sein man
1485,4
wie in die rede behagte  vil manger raten do began

1486,1
er rite wol mit ern  in chünig Ettzeln lant
1486,2
das rieten im die pesten  die dar vnder vant
1486,3
newer Hagen alaine  dem waz ez grimme lait
1486,4
er sprach zu dem chhünig taugen  ir habt ew selben widersait

1487,1
Nu ist ew wol gewissen  was wir han getan
1487,2
des müg wir immer sorge  auf Chrimhilden han
1487,3
auch slug ich ze tode  ir man mit meiner hant
1487,4
wie getorsten wir gereiten  in des chünigs Ettzln lant?

1488,1
Do sprach der chünig reiche  mneine swester lie den tzorn
1488,2
mit chüsse minnicleich  si hat auf vns vercborn
1488,3
daz wir ir ie getaten  e daz si hinnen rait
1488,4
ez en sey et Hagen danne  ew ainer von ir widerseit

1489,1
Nu lat ew nicht betrigen  sprach Hagen swes si iehen
1489,2
die boten von den Heunen  vnd welt ir Chrimhilden sehen
1489,3
ir mugt do wol verliesen  ewer ere vñ ewrn leip
1489,4
ez ist vil lanch raeche  des reichen chünig Etzeln weip

1490,1
Do sprach zu dem rate  der fürste Gernot
1490,2
ob ir nu von schulden  forchtet den tod
1490,3
in <heunischen> reichen  solden wir ez dar durch lan?
1490,4
wir <ensaehñ> vnser swester  daz waer zaegleich getan

1491,1
Do sprach der herre Geyselher  zu dem

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(1)
Literatur: Das Nibelungenlied nach der Handschrift C, hg. v. U. Hennig (Altdeutsche Textbibliothek 83), Tübingen 1977, S. XIV


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