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Reisen im Krieg

Gabriele Philipp

Wertheimer, Fritz:
Durch Ukraine und Krim.
1.-4. Tausend.
Stuttgart: Franckh, 1918.

Trotz der herrschenden Papiernot gab es im letzten Kriegsjahr 1918 zwei Auflagen dieses Werkes, insgesamt 7.000 Exemplare. Fritz Wertheimer (1884–1968) war deutscher Journalist, Generalsekretär des Deutschen Auslandinstituts von 1918 bis 1933 und während des Ersten Weltkrieges Kriegsberichterstatter der Frankfurter Zeitung. Die Ukraine war damals ein unter deutscher Patenschaft gegründeter Staat. Der Verfasser beschreibt die während des Krieges schwierige Fahrt im Güterzug nach Kiew, Fahrten durch die Stadt in Droschken, Probleme bei der Hotelsuche und die Stadt Kiew. Er bereiste auch Jalta, den berühmtesten Kurort der Krim, wo trotz der damaligen Not elegante Frauen und gut bespannte Wagen unterwegs waren.

Badische Landesbibliothek, 57 A 3957
Aus Urheberrechtsgründen nicht digitalisiert.

Kiew.
Kolorierte Ansichtskarte. Gelaufen 1918.

Gesendet an Fritzi Popp in Plauen am 21. April 1918 von einer Freundin.

Badische Landesbibliothek, K 3333,39
zum Digitalisat

Gursuf, Krim.
Kolorierte Ansichtskarte. Gelaufen 1918.

Gesendet als Feldpost des Gefreiten M. Fogt, Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 9, aus Jalta an seine Nachbarin Frau Hansen in Flensburg, abgestempelt am 18. August 1918 mit Monogramm: DKS.

Badische Landesbibliothek, K 3333,38
zum Digitalisat

Die Schweiz. Illustriertes Jahrbuch.
Zürich: Verlag Die Schweiz.
Jg. 22 (1918).

Der siebenseitige Aufsatz von Carl Täuber (geb. 1864) handelt von einem friedlichen Alpenflug im Kriegsjahr 1918. Der Verfasser schildert den Flug und die Schönheit der Alpenlandschaft und stellt die Frage, ob das Flugzeug dem Bergsport in Zukunft den Rang ablaufen wird. Täuber vermutet, dass das Flugzeug nach Kriegsende ein friedliches und leistungsfähiges Verkehrsmittel sein wird und damit einen Anreiz für die Touristik bildet. Jedoch ist er auch der Meinung, dass „das Reisen im Aeroplan nicht gerade Gemeingut der ganzen Menschheit, nicht einmal aller Begüterten sein wird“.

Badische Landesbibliothek, ZB 1900,22.1918
zum Digitalisat der ETH Zürich

Steinitzer, Wilhelm:
Japanische Bergfahrten. Wanderungen fern von Touristenpfaden.
München: Reinhardt, 1918.

Der Naturwissenschaftler und Alpinist Wilhelm Steinitzer (1867–1954) beschreibt Wanderungen durch Gegenden, die zu dieser Zeit noch wenig oder gar nicht bekannt sind. Angetrieben wird er von der Sehnsucht nach Einsamkeit und ungestörtem Naturgenuss. Er bestieg auch den höchsten Berg Japans, den Fujiyama.

Das Werk wurde schon 1914 geschrieben. Der Krieg verhinderte das sofortige Erscheinen: Japan wird plötzlich zum Feind. 1918 wird das Buch dann doch veröffentlicht. Es soll Lesestoff bieten, der die Gedanken aus drückender Kriegssphäre in freundlichere Gefilde lenkt – so schreibt der Verfasser in seinem Vorwort 1917.

Badische Landesbibliothek, 72 A 2156
Aus Urheberrechtsgründen nicht digitalisiert.

Friederichsen, Max:
Landschaften und Städte Polens und Litauens. Beiträge zu einer regionalen Geographie. Auf Grund von Reisebeobachtungen im Dienste der „Landeskundlichen Kommission beim Generalgouvernment Warschau“.
Berlin: Gea Verlag, 1918.

Das Werk entstand aufgrund von Reisebeobachtungen aus dem Jahr 1916 und bietet Beschreibungen und Materialien zur regionalen Landeskunde von Polen sowie seiner litauischen und weißrussischen Nachbargebiete. „Durch kurze Hinweise auf die in den geschilderten Gegenden stattgefundenen Kriegsereignisse und deren Einwirkungen auf Land und Leute, ist versucht worden, die Schilderungen auf den großen Hintergrund der gewaltigen, welthistorischen Gegenwartsereignisse zu projizieren“, heißt es im Vorwort.

Badische Landesbibliothek, SB 67, B4
zum Digitalisat

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