Neuerwerbung des Monats

Die Neuerwerbung des Monats können Sie im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek kennenlernen. Regelmäßig wird ab dem ersten Tag eines Monats eine neue Überraschung im Original präsentiert und zugleich hier auf der Webseite vorgestellt.

Die ausgewählten Exponate gewähren den Besucherinnen und Besuchern einen guten Einblick in den breit gefächerten Sammlungsbestand der BLB und stellen aktuell getätigte Erwerbungen vor – egal ob unikales Autograph, seltener Notendruck, Kochbuch oder Comic.

Eine Übersicht der Neuerwerbungen des Jahres 2022 finden Sie hier:

Neuerwerbung im Februar: Luftschiffe, die nie gebaut wurden

Das Foto zeigt das Buch "Luftschiffe, die nie gebaut wurden" von Jürgen Bleibler in der Virtrine

Jürgen Bleibler: Luftschiffe, die nie gebaut wurden
Friedrichshafen: Gessler, 2002
Badische Landesbibliothek, 121 F 2229
 

Im Jahr 1900 hob bei Friedrichshafen am Bodensee der erste Zeppelin ab. Die Faszination war groß, und nach einigen technischen Pannen wurden Luftschiffe dieser Art noch bis 1940 in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Im Vordergrund stand der Passagiertransport, doch auch für die militärische Luftaufklärung verwendete man Luftschiffe.
Der deutsche Zeppelin war allerdings weder die erste noch die einzige Konstruktion seiner Art. Die Idee eines gasgefüllten fliegenden Transportgeräts hatte schon einige Jahrzehnte zuvor mit der Erfindung des Heißluftballons der Brüder Montgolfière einen ersten Erfolg gefeiert.
Konstruktionsideen für Luftschiffe gab es in dieser Zeit, in der die Luftfahrt einen großen technischen Sprung machte, viele. Jedoch erreichten die wenigsten eine Umsetzung. Viele Ideen verschwanden in der Schublade, ohne jemals das Tageslicht erblickt zu haben. Dazu zählten insbesondere auch einige Entwürfe für großräumige Touristenluftschiffe. Aufgrund ihrer Größe stellten sie sich häufig in der Realität als nicht machbar heraus.

 

 

Neuerwerbung im Januar: Jagdbuch

Zu sehen ist ein geöffnetes Buch in der Vitrine: ein Jagdbuch des Franzosen Jacques du Fouilloux.

Jacques du Fouilloux: Neuw Jag und Weydwerck Buch
Frankfurt: Feyerabend, 1582
Badische Landesbibliothek, 122 F 706 R

Jacques du Fouilloux (1519–1580) war ein westfranzösischer Adliger. Wie für die meisten Adligen seiner Zeit war die Jagd für ihn ein gern gepflegter Zeitvertreib. Seine Leidenschaft für das damals als Sport betrachtete Hobby ging so weit, dass er ein ganzes Buch darüber schrieb. Zuerst gedruckt 1561 in Poitiers, erschien es bis Ende des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Auflagen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche.

Das Werk enthält allerdings weniger Tipps und Anleitungen zur erfolgreichen Jagd. Vielmehr beschäftigte Fouilloux sich ausführlich mit Gewohnheiten und Eigenarten der potentiellen Beute- und Hilfstiere. Sein Buch ist das Ergebnis genauer Beobachtungen, enthält aber auch zahlreiche eher kurios anmutende Details zu bestimmten Tieren. Die hier gezeigte deutsche Ausgabe ist reich illustriert mit Holzschnitten, die zu großen Teilen von Jost Amman (1539–1591) geschaffen wurden, einem bekannten Zeichner und Kupferstecher seiner Zeit.

 

 

Neuerwerbung im Dezember: Historische Mikroskopie

Zu sehen ist eine Fotografie der Publikation in der Neuerwerbungsvitrine.

Martin Frobenius Ledermüller:  Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzung
Nürnberg: Launoy für Winterschmidt, 1763
Badische Landesbibliothek, 122 F 651 R

Die ersten bekannten Mikroskope entstanden im 16. Jahrhundert, obwohl schon in der Antike mit Linsen zur Vergrößerung gearbeitet wurde. Die Technik aus Linsen und Licht entwickelte sich dann relativ schnell weiter und wurde immer besser – und auch bekannter. Die Faszination, die von der Beobachtung zuvor meist nicht wahrnehmbarer Details ausging, erreichte bald auch eine breitere Öffentlichkeit. Dazu trug unter anderem die Veröffentlichung von Zeichnungen bei, die mikroskopierte Bilder naturgetreu abbildeten.

Eines der bekanntesten Werke dieser Art schuf der Nürnberger Jurist Martin Frobenius Ledermüller (1719–1769). Nachdem er wegen gesundheitlicher Probleme seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, wandte er sich der Mikroskopie zu. Zwischen 1759 und 1762 erschien seine Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzung, die mehrfach neu aufgelegt und auch in andere europäische Sprachen übersetzt wurde. Der Untertitel des Buches erklärt, was den Leser erwartet: „Einhundert nach der Natur gezeichnete und mit Farben erleuchtete Kupfertafeln sammt deren Erläuterung.“

 

 

Neuerwerbung im November: Blanda oder die silberne Birke

Zu sehen ist eine Fotografie der Neuerwerbungsvitrine des Monats November 2022 mit einer Musikhandschrift Kalliwodas.

Johann Wenzel Kalliwoda: Blanda oder die silberne Birke
Romantische Oper in 3 Aufzügen nach einer Dichtung von Johann Friedrich Kind
Musikhandschrift, Teilautograph, 1847
Provenienz: Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek, Donaueschingen
Badische Landesbibliothek, JWK Mus.Ms. 2

 

Johann Wenzel Kalliwoda (1801–1866) leitete ab 1822 die Hofkapelle am Hof des Fürsten Karl Egon II. zu Fürstenberg in Donaueschingen und baute dort ein bedeutendes regionales Musikzentrum auf. Er blieb dem Hof in Donaueschingen 44 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1866 treu, obwohl er im Laufe seiner Dienstjahre zahlreiche Angebote für andere Stellungen erhielt.
Um 1843 begann Johann Wenzel Kalliwoda mit der Komposition seiner Oper „Blanda oder die silberne Birke“ nach einem Libretto des „Freischütz“-Dichters Johann Friedrich Kind (1768–1843). Die Uraufführung fand am 29. November 1847 in Prag statt – also vor 175 Jahren.
Die Musikhandschrift zur Oper ist Teil des Nachlasses von Johann Wenzel Kalliwoda, der in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt wird. Das Projekt zur Digitalisierung des Nachlasses wurde im September 2022 erfolgreich abgeschlossen: Alle Musikhandschriften und Musikdrucke aus diesem Bestand sind jetzt in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek freigeschaltet.

 

 

Neuerwerbung im Oktober: Hilary Mantel

Hilary Mantel: Spiegel und Licht
Köln: DuMont, 2020
Badische Landesbibliothek, 120 A 30377

Hilary Mantel: Spiegel und Licht. Hörbuch
Freiburg: Audiobuch, 2020
Badische Landesbibliothek, 120 V 959

Am 22. September 2022 ist die britische Schriftstellerin Hilary Mantel (geb. 1952) verstorben. Berühmt wurde sie vor allem für ihre historischen Romane. Für den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie zu Cromwell erhielt sie zweimal den Booker Prize, den wichtigsten britischen Buchpreis.
Nach einem Universitätsabschluss in Rechtswissenschaft arbeitete sie zunächst als Sozialarbeiterin und Verkäuferin. 1977 zog sie im Alter von 25 Jahren mit ihrem Mann nach Botswana und Saudi-Arabien. Zu dieser Zeit hatte sie ihren ersten Roman bereits vollendet, aber noch nicht veröffentlichen können. Erst 1985 erschien ihr erstes Buch im Handel, seit 1987 wurden viele ihrer Bücher mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Der große Erfolg von Wolf Hall (dt.: Wölfe) brachte Mantel 2006 neben dem Booker Prize auch die Ernennung zum „Commander of the Order of the British Empire“ ein. Sie erhielt mehrere Ehrendoktorwürden, unter anderen von den Universitäten von Cambridge (2013) und Oxford (2015). Insgesamt veröffentlichte sie 22 Romane, zwei Bände mit Kurzgeschichten, eine Autobiographie und zahlreiche Literaturkritiken und Zeitungsartikel.

 

Neuerwerbung im September: Matthäus Merians Theatrum Europaeum

Matthäus Merian u.a.: Theatri Europaei Eilffter Theil
Frankfurt: Merian, 1682 (1707)
Badische Landesbibliothek, 65 B 548 RH

Der berühmte Kupferstecher Matthäus Merian (1593–1650) begann 1633, eine Weltgeschichte herauszugeben. Sie knüpfte an frühere Versuche an, die gesamte Weltgeschichte bis zur Gegenwart in einem Werk darzustellen, und begann daher folgerichtig dort, wo eine andere deutschsprachige Weltchronik der Zeit aufhörte, nämlich mit den Ereignissen des Jahres 1629. Das Besondere an Merians Projekt waren das Bemühen um Objektivität der Texte, vor allem aber die zahlreichen und hochwertigen Kupferstich-Illustrationen, die der Künstler großenteils selbst anfertigte.
Der Erfolg war so groß, dass das Projekt auch lange nach Merians Tod noch fortgesetzt wurde. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein gehörte es zu den Standardwerken jeder größeren Bibliothek. Auch die Badische Landesbibliothek besaß ein Exemplar, das jedoch bei der Zerstörung des Gebäudes 1942 vernichtet wurde. Seit 1965 wurden Bemühungen unternommen, die Reihe von 21 Bänden wieder zu erwerben. Mittlerweile konnten 18 Bände antiquarisch nachbeschafft werden – erst kürzlich die Bände 10 und 11. Sie behandeln die Geschichte der Jahre 1666 bis 1679.

 

Neuerwerbung im August: Johann Wenzel Kalliwoda

Zu sehen sind: Johann Wenzel Kalliwoda: Ouverture Es-Dur Nr. 13, Musikdruck, herausgegeben von Michael Goldbach. - Partitur. - Berlin: Ries & Erler, 2020,  Badische Landesbibliothek, M 30701. Johann Wenzel Kalliwoda: Ouverture Es-Dur Nr. 13, Musikhandschrift, Autograph, 1849, Provenienz: Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek, Donaueschingen, Badische Landesbibliothek, Don Mus.Ms. 913

Johann Wenzel Kalliwoda: Ouverture Es-Dur Nr. 13

Musikdruck, herausgegeben von Michael Goldbach. - Partitur. - Berlin: Ries & Erler, 2020

Badische Landesbibliothek, M 30701.

 

Johann Wenzel Kalliwoda: Ouverture Es-Dur Nr. 13

Musikhandschrift, Autograph, 1849, Provenienz: Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek, Donaueschingen

Badische Landesbibliothek, Don Mus.Ms. 913

Johann Wenzel Kalliwoda (1801–1866) übernahm 1822 – also vor 200 Jahren – am Hof des Fürsten Karl Egon II. zu Fürstenberg in Donaueschingen die Stelle des Kapellmeisters. Er komponierte, leitete die Hofoper, trat als Solist auf und unterrichtete die Kinder des Fürsten. Vier Jahrzehnte lang organisierte er ein reiches musikalisches Leben am Hof der Fürstenberger.
Seine Ouverture Nr. 13 in Es-Dur entstand 1849. Das Autograph wird in der Badischen Landesbibliothek unter der Signatur Don Mus. Ms. 913 aufbewahrt. Es gehört zur Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen, die sich seit 1999 in der Badischen Landesbibliothek befindet.
Im Verlag Ries & Erler veröffentlichte Michael Goldbach im Jahr 2020 eine Neuedition dieses Werkes (Signatur M 30701), die auf dem Stimmensatz der Badischen Landesbibliothek beruht.

 

Neuerwerbung im Juli: Werke von Serhij Zhadan

Zu sehen sind die Neuerwerbungen des Monats Juli: Serhij Zhadan: Internat. Berlin: Suhrkamp, 2018, Badische Landesbibliothek, 118 A 4172; Serhij Zhadan: Anarchy in the UKR. Frankfurt: Suhrkamp, 2007, Badische Landesbibliothek, 108 A 1743; Serhij Zhadan: Die Erfindung des Jazz im Donbass. Berlin: Suhrkamp, 2012, Badische Landesbibliothek, 113 A 6624; Foto: Serhij Zhadan, Leipziger Buchmesse, 2018, WikimediaCommons/Amrei-Marie (CC-BY-SA)

Serhij Zhadan
Leipziger Buchmesse, 2018
WikimediaCommons/Amrei-Marie (CC-BY-SA)

 

Serhij Zhadan: Die Erfindung des Jazz im Donbass
Berlin: Suhrkamp, 2012
Badische Landesbibliothek, 113 A 6624

 

Serhij Zhadan: Anarchy in the UKR
Frankfurt: Suhrkamp, 2007
Badische Landesbibliothek, 108 A 1743

 

Serhij Zhadan: Internat
Berlin: Suhrkamp, 2018
Badische Landesbibliothek, 118 A 4172

Am 27. Juni 2022 wurde dem ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan (geb. 1974) der Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2022 zugesprochen. Der Preis würdigt seit 1949 besondere Leistungen um die „Verwirklichung des Friedensgedankens“ und zeichnet Menschen aus allen Bereichen aus. Zu den Preisträgern gehören so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Hannah Arendt, Albert Schweitzer oder Yehudi Menuhin.

Serhij Zhadan stammt aus dem mittlerweile russisch dominierten Luhansk in der Ostukraine und lebt heute in Charkiw. Er wurde seit 2002 bereits mit einer Reihe von Literaturpreisen ausgezeichnet. Die Begründung zum diesjährigen Friedenspreis hebt neben seiner künstlerischen Leistung be-sonders seine „humanitäre Haltung“ hervor. In seinen Werken erzählt er, „wie Krieg und Zerstörung […] die Menschen erschüttern.“ Dabei führt er „eindringlich und differenziert vor Augen, was viele lange nicht sehen wollten.“

 

Neuerwerbung im Juni: Fotoalbum aus dem Besitz von Clara Faisst (1872–1948)

Zu sehen ist ein Fotoalbum aus dem Besitz von Clara Faisst. Die aufgeschlagenen Seiten zeigen Fotos von Paul von Ravenstein, seiner Ehefrau Helene und seinem Sohn Hermann. Paul von Ravenstein (1854–1938) war ein bedeutender Maler, Zeichner, Radierer und Lithograf aus Karlsruhe. 

Fotoalbum aus dem Besitz von Clara Faisst. Um 1938–1943.
Badische Landesbibliothek, K 3480
Die aufgeschlagenen Seiten zeigen Fotos von Paul von Ravenstein, seiner Ehefrau Helene und seinem Sohn Hermann. Paul von Ravenstein (1854–1938) war ein bedeutender Maler, Zeichner, Radierer und Lithograf aus Karlsruhe.

Clara Mathilde Faisst, deren 150. Geburtstag wir am 22. Juni 2022 feiern, war eine vielseitig begabte Künstlerin und wirkte als Komponistin, Musikpädagogin, Pianistin und Dichterin. Geboren wurde sie 1872 in Karlsruhe, wo sie auch ihre erste musikalische Ausbildung am Großherzoglichen Konservatorium erhielt. Ab 1894 studierte sie an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin. Im Anschluss an ihre Rückkehr nach Karlsruhe im Jahr 1901 arbeitete sie als Künstlerin und Lehrerin. Zahlreiche Kontakte und Freundschaften pflegte sie mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Max Bruch, Hans Thoma (1839–1924), Willy Rehberg (1863–1937), Albert Schweitzer (1875–1965) und Wilhelm Furtwängler (1886–1954). Die Künstlerin starb am 22. November 1948 im Alter von 76 Jahren in Karlsruhe.

Das ausgestellte Fotoalbum stammt aus den Besitz von Clara Faisst und enthält hauptsächlich Fotos der Persönlichkeiten, mit denen sie in Karlsruhe in Kontakt stand.

 

Neuerwerbung im Mai: Wunderwelt Ozeane

Das Foto zeigt ein aufgeklapptes Buch. Auf beiden Seiten sind Unterwasserfotografien zu sehen.

David Burnie u.a.: Wunderwelt Ozeane, Stuttgart 2021
Badische Landesbibliothek, 121 B 1388

Zum Beginn der sommerlichen Jahreszeit steigt die Sehnsucht nach Sonne und vielleicht auch nach Meer. Die Ozeane üben auf viele Menschen eine ganz besondere Faszination aus. Sie bedecken den größeren Teil der Erde und beherbergen schätzungsweise mehr als 90% der Biodiversität unseres Planeten. Dabei ist Vieles über die Meere noch immer unbekannt und unerforscht. 

Der hier gezeigte Bildband spiegelt die Faszination und Neugier auf diese weitgehend unbekannten Welten: Seit seinem ersten Erscheinen 2006 wurde er mindestens dreimal neu aufgelegt, mehrfach überarbeitet und auch in mehrere Sprachen übersetzt. Und er ist bei weitem nicht der einzige seiner Art – das Interesse am Meer und an hochwertig bebilderten Informationen darüber ist groß. Lassen Sie sich inspirieren!

 

Neuerwerbung im April: Bilderbuch für Kinder

Das Foto zeigt ein aufgeklapptes Buch, auf der linken Seite mit Illustrationen von Affen und auf der rechten mit Text.

Friedrich Justin Bertuch: Bilderbuch für Kinder
Rumburg: Peter Bohmann, 1809
Badische Landesbibliothek, 121 E 3210 RK
 

Der thüringische Arztsohn Friedrich Justin Bertuch (1747–1822) verdiente sich nach einem abgebrochenen Studium der Theologie und Rechtswissenschaften mit verschiedenen Tätigkeiten im Weimarer Umfeld seinen Lebensunterhalt. Ab den 1770er Jahren begann er verstärkt eigene literarische Werke zu verfassen. 
Ab 1790 begann er, mit seinem „Bilderbuch für Kinder“ ein umfassend angelegtes Sachbuch mit vielen Illustrationen herauszugeben. Das Bilderbuch erschien in 12 Bänden zu je mehreren Heften und sollte das Wissen der Zeit kindgerecht vermitteln. Jedes Heft enthält Abschnitte zu mehreren der 14 Themengruppen, denen sich Bertuch in dem Werk widmete. Zu den Themengruppen gehörten etwa verschiedene Arten von Tieren, Pflanzen oder Mineralien, aber auch Bauwerke, Altertümer und weitere Felder.
Das hier gezeigte Heft 4 des 4. Bandes enthält u.a. Abschnitte zu Affen, Fröschen, „Merkwürdigen Pflanzen“ und dem Saturn.

 

Neuerwerbung im März: Haiku: Gedichte aus fünf Jahrhunderten

Das Foto zeigt das Cover und die Seite 112 des Titels: „Haiku: Gedichte aus fünf Jahrhunderten“, erschienen 2022 bei Reclam.

Haiku: Gedichte aus fünf Jahrhunderten, ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Eduard Klopfenstein und Masami Ono-Feller. Ditzingen: Reclam, 2022.
Badische Landesbibliothek, 122 A 1973
 

Das Haiku ist eine japanische Gedichtform, die strengen Regeln folgt und als die kürzeste Gedichtform der Welt gilt. Es gibt sie mindestens seit dem 13. Jahrhundert, obwohl ältere Vorläufer bekannt sind. Als Blütezeit des „klassischen“ Haiku gilt allerdings das 17. Jahrhundert. Mittlerweile wird die Form auch außerhalb Japans verwendet. 
Haikus zeichnen sich durch eine festgelegte Zahl von Silben in einer bestimmten Anordnung aus. Sie haben traditionell konkrete Naturgegenstände zum Thema und sind meist einer bestimmten Jahreszeit zugeordnet. Diese formalen und inhaltlichen Prinzipien werden allerdings immer wieder durchbrochen, insbesondere in anderen Sprachen, in denen das Silbenschema nicht in gleicher Weise funktioniert wie im Japanischen.

 

Neuerwerbung im Februar: Johann Evangelist Brandl: Zwölf Lieder des Herrn Professor Schneider

Das Foto zeigt die Titelseite und die erste Seite der Partitur

Johann Evangelist Brandl: 
Zwölf Lieder des Herrn Professor Schneider : zum Singen beim Klavier / in Musik gesezt und Demselben zugeeignet von Herrn Johann Brandl (Hochfürstl. Speierscher Musikdirektor)
Speier: Velten, [1790]
Badische Landesbibliothek, M 31988 RH

Johann Evangelist Brandl (1760–1837) stammte aus Rohr bei Regensburg. Nach einer musikalischen Ausbildung übernahm er 1789 in Bruchsal die Stelle des Musikdirektors am Hof des Fürstbischofs von Speyer. 
Bruchsal wurde 1799 von französischen. Truppen besetzt. Die linksrheinischen Gebiete des Fürstbischofs fielen an Frankreich, die rechtsrheinischen Gebiete im Rahmen der Säkularisation im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an die Markgrafschaft Baden. Das Orchester in Bruchsal wurde 1806 aufgelöst, die meisten Musiker – auch Brandl – wurden in die Badische Hofkapelle in Karlsruhe eingegliedert. Brandl war dort als Geiger, Konzertmeister und leitender Kapellmeister tätig.
Betreut von seiner einzigen Tochter, einer Sängerin, verbrachte der Komponist seinen Ruhestand in Karlsruhe.

 

Neuerwerbung im Januar: Nouvel atlas portatif

Zu sehen ist aufgeschlagenes Buch mit einer historischen Karte.

Didier Robert de Vaugondy: Nouvel Atlas Portatif, Destiné principalement pour l'instruction de la jeunesse, & precedé d'un discours sur l'étude de la geographie
Paris: Robert, 1762
Badische Landesbibliothek, 121 F 1047 R

Der französische Geograph Didier Robert de Vaugondy (1723–1786), stammte aus einer renommierten Pariser Geographen-Familie: Sein Urgroßvater war der berühmte Kartograph Nicolas Sanson, sein Vater königlicher Geograph Ludwigs XV. So begann auch der Sohn bereits früh, das Metier zu erlernen, und diente seinerseits an den Höfen von Lothringen und Paris als Geograph. Zeitweilig arbeitete er auch als Zensor.
Im Lauf seines Lebens schuf er eine Vielzahl von Karten, teils noch zusammen mit seinem Vater, und gab mehrere Atlanten heraus. Einer davon ist als „Taschenatlas“ zu Unterrichtszwecken konzipiert und richtete sich primär an die Jugend. Er enthält Karten zur gesamten Welt: Jeder Kontinent ist einmal im Ganzen dargestellt, gefolgt von Karten in größerem Maßstab mit einzelnen Teilen bzw. Ländern des jeweiligen Kontinents. Schließlich fügte Robert noch einige historische Karten hinzu, etwa des Römischen Reichs oder des Heiligen Landes zur Zeit der Antike.
Robert schrieb in den 1750er-Jahren einige Artikel für die Encyclopédie, die als eines des Hauptwerke der Aufklärung gilt. Sein Nachruhm ist so bedeutend, dass 2013 eine Insel in der Antarktis nach ihm benannt wurde.

 

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